Montag, 22. September 1930
180. Jahrgang
Nr. 221 Erstes Blatt
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Der neue Ches derHeereSleitung.
Tic Ernennung deS Fsreihcrrn von Hammerstein.
Berlin. 20. Sept. (WIB.) Amtlich. Lin Lr- latz des Reichspräfidenlen bestimmt den Generalmajor Jeeltjerrn von Hammer st ein-Equord zum Nachfolger de» auf feinen Entschluß zum 30. November 1930 au» dem aktiven Dienst ausfcheidenden
Generaloberst Heye. General von Hammerstein wird mit dem 1. Oktober unter gleichzeitiger 6nt- hebung von der Stellung al» Lhef des Iruppen- amte» zur besonderen Verfügung des Chef» der Heeresleitung gestellt. »
Der neue Chef der Heeresleitung, General von Hammerstein ist am 20. September 1878 geboren und wurde 1898 Leutnant im 3. Garderegiment zu Fuß. Nach Besuch der Kriegsakademie wurde er im Jahre 1913 Hauptmann im General st ab. Gort fand er auch während des Krieges Verwendung. Seine Ernennung zum Major erfolgte 1917. In der Reichswehr kommandierte er zunächst ein Bataillon und wurde später Oberst und Ehef des Stabes des Wehrkreises 111 in Berlin. Am 1. Februar 1929 wurde er zum Generalmajor befördert und Ches des Stabes des Gruppenkommandos 1 in Berlin. Ihm fiel auch die Ausgabe zu, die Reichswehr in politischen Prozessen. so im Duchrucker-Prozeß und in Feme- prozessen, zu vertreten. Am 1. Oktober 1929 erfolgte seine Ernennung zum Ches desTrup- p e n a m t e s. das er seither geleitet hat. General von Hammerstein ist der Schwiegersohn des aus dem Kapp-Putsch her bekannten Generals der Infanterie Freiherrn von Lüttwih. Er hat sich damals mit großer Schärfe den politischen Absichten seines Schwiegervaters entgegengestellt.
0er Ausgleich des Neichseiats
Tas Loch der Arbeitslosrnvcrsicherung.
Berlin, 22.6cpt (Wolff.) In den letzten Tagen haben die Vorschläge, die die zuständigen Stellen für die nächsten Beratungen des Reichskabinetts zur Frage der Etatsdeckung ausgearbeitet haben, festere Formen angenommen. Sie werden zum erstenmal in der Kabinettssitzung am 23 September besprochen werden. Es handelt sich um die Pläne zur Deckung des Defizits im laufenden Etat, das aus den annähernd 300 Millionen, die bei der Arbeitslosenversicherung fehlen, und aus einem weiteren Verlust bei den Steuereingängen besteht. Dem Kabinett wird für die Frage der Arbeitslosenversicherung der Vorschlag gemacht werden, einen Leistungsabbau oorzunehmen, der die Zeit der Unterstützung von bisher durchschnittlich 26 Wochen auf etwa 20 Wochen reduziert. Weiter scheint eine e r • neute Beitragserhöhung bei der Versicherung sehr ernsthaft in Erwägung gezogen zu sein, man spricht bereits in unterrichteten Kreisen von einer Erhöhung um wiederum 1 Prozent, die etwa 130 bis 140 Millionen Mehreinnahme bringen könnte Für später wird man sich Vorbehalten, den Umbau der Reichsan st alt nach Gefahrenklassen vorzunehmen. Die Maßnahmen eines Leistungsabbaues bei der Versicherung sind aber nicht durchzustihren, ohne eine Erweiterung der Krisenfürsorge, die wiederum mindestens 150 bis 200 Millionen beanspruchen wird. Man hofft zwar, durch eine schärfere Handhabung der jetzt schon in der Krisenfürsorge bestehenden Bedürftigkeitsprüfung ihre Inanspruchnahme einschränken zu können. Im Endeffekt würden aber alle diese Maßnahmen nicht verhindern können, daß im laufenden Etat noch rund 200 Millionen benötigt werden, die im Laufe des Januar-Februar vorhanden sein müssen, wenn man nicht m erneute Kassenschwierigkeiten kommen will. Es sind zwar Besprechungen über weitere Ersparnismöglichkeiten am Etat 1930 eingeleitet, die aber kaum ein Ergebnis haben dürften, da sich schon die vor kurzer Zeit oorgenommene Kürzung um 132 Millionen in der Praxis nur mit großen Schwierigkeiten durchführen läßt.
Ruhige Beurteilung -er innerpolitischen Lage.
Reichskanzler und Innenminister gegen die Verbreitung haltloser puffchgerüchte im Ausland
Der Reichskanzler fordert sachliche Arbeit.
Berlin, 20. Sept. (XU.) Der Reichskanzler gewährte am Samstag dem Vertreter der „United Preß" eine Unterredung. Auf die Frage: „Wie beurteilen Sie, Herr Reichskanzler, die im Ausland verbreiteten Gerüchte über Putschversuch e?" erklärte der Reichskanzler: „Ich entnehme aus Ihrer» Frage, daß Sie auf amerikanische Pressestimmen anspielen, die von einer von radikaler Seite drohenden Gefahr sprechen. Die beste Antwort auf diese Frage ist ein Hinweis auf die Ihnen ja bekannte tatsächliche Lage in Deutschland. Ich bin überzeugt, daß Sie schon von sich aus Ihren Lesern melden werden, daß sich keine Putschgefahr, auch nicht in einem einzelnen Bezirk in Deutschland gezeigt hat. Die Reichsregierung hat deshalb auch unbekümmert um solche Gerüchte und um den Ausgang der Wahlen ihre ganze Kraft auf die fachlichen Aufgaben richten können, die darin bestehen, die während des Sommers in Angriff genommenen und verschiedentlich auch zum Abschluß gebrachten Arbeiten fortzusehen und auszubauen. Sie ist des einmütigen Willens, auf diesem Wege fortzufahren, da sie davon überzeugt sein kann, daß bei dieser ihrer Aufgabe die Unterstützung aller derer finden wird, die die beste Garantie für eine Aufwärtsentwicklung in eben dieser sachlichen Arbeit sehen. Das ist, trotz des Ausganges der Wahlen, die Mehrheit des deutschen Volkes. Ebenso, wie diese überwiegende Mehrheit in dem schweren Kampf seit dem Zusammenbruch immer den festen Willen zu Ruhe und Ordnung gezeigt hat, ebenso sicher bin ich. daß dieser gesunde Sinn des deutschen Volkes sich auch in der Zukunft durchsetzen wird. Das deutsche Volk war von jeher ein Volk der Arbeit und hat sich selbst in schwersten Zeiten durch eigene Kraftund nüchterneEin- schähung des Möglichenvorwärtsgeholfen. Dieser gesunde Sinn des deutschen Volkes ist die beste Garantie für die rascheste Verwirklichung der Aufbauarbeit, die der Reichsregierung obliegt. Lokale Störungen sind hier und da auch in früheren Jahren vorgekommen. Die staatlichen Machtmittel der Landespolizeibehörden reichen vollkommen aus. um solche Unruhen fd>jn im Keim zu ersticken "
Ein Warnruf Wirths an das Ausland.
Das Ariedensdiktat als Ursache der Nadikalisicrung
Berlin. 20. Sept. (Tel.-Un.) Reichsinnenminister Dr. Wirth gewährte dem Berliner Vertreter des „3nternalional Rews Service"^ eine Unterredung, in der er u. a. folgendes ausführte:
„Rach sorgfältiger und kritischer Prüfung der politischen Lage in Deutschland, wie sie mir amtsmahig zukommt, kann voneinerPutsch» gefahr nicht gesprochen werden. Die kleine Wehrmacht ist völlig fest in der Hand des Herrn Reichspräsidenten. Versuche, in der Reichswehr sogenannte nationalsozialistische Zellen zu bilden. sind absolut fehlgeschlagen. Ein Prozeß wird in den nächsten Tagen vor dem Reichsgericht in Leipzig entschieden werden. Ueber die Polizei kann abgesehen von dem Falle in Thüringen, wo wir durch Sperrung der Polizeigelder eingegriffen haben — ebenfalls gesagt werden, daß sie ein zuverlässiges Instrument in den Händen der Länder darftellt. Jeder Versuch mit Gewalt irgendwie gegen die Autorität des Staates gn- zugehen, würde — und das ist die feste Heber- Beugung der gesamten Reichsregierung — schon im Keime erstickt worden. Zu Besorgnissen über revolutionäre Umtriebe von rechts oder links ist keine Veranlassung gegeben.
Selbstverständlich erfordert die explosionsartig zutage getretene Radikalisierung der deutschen Wähler nicht nur größte Aufmerksamkeit von feiten aller nichtrevolutionären Parteien, sondern man muh sich auch aufrichtig und ehrlich Rechenschaft darüber geben, ob es ferner- h i n angebracht ist, Deutschland und feine Jugend, die zum größten Teil ohne Hoffnung lebt, unter unethifchen Bedingungen dahinfiechen zu lasten."
Der Stahlhe m nach denWahlen.
Oldenburg, 22. Sept. (TU.) Bei der Feier des zehnjährigen Bestehens der Kreisgruppe Oldenburg des Stahlhelms hielt der 1. Bundes- führer Scldte eine Rede. Er erklärte, es sei vielfach die Frage an ihn herangetreten, ob'nach dem Ausfall der Wahlen e in Fortbestehen des S tahlhelms überhaupt noch notwendig sei. Er könne mit aller Bestimmtheit sagen, daß nun der Stahlhelm erst recht gebraucht werde: denn mit der Gruppierung und Massierung der Wähler allein sei es nicht getan. Zehn Jahre habe der Stahlhelm gewartet.
Er werde bestimmt einmal eingesetzt werden. Roch einmal zehn Jahre zu warten, hätten die Frontsoldaten nicht Lust. Der Stahlhelm werde kämpfen und den Kampf bis zum äußersten vortragen: denn wenn die Frontkämpfer nicht an die Spitze in Deutschland kämen, sei dem deutschen Volk der Weg in eine bessere Zukunft verbaut. Daher sollten die Stahlhelmer Disziplin halten, denn wenn sie einmal eingesetzt würden, müsse der Stoß auch sitzen.
Was will die RSOAp?
Goebbels über die Frage einer stiegierungsbeteiligung
Berlin, 20. Sept. (TU.) Der „Angriff bringt in feiner Sonntagsausgabe einen offenbar von Dr. Goebbels stammenden Artikel, der sich mit der Frage der Beteiligung der NSDAP, an der Regierung befaßt Es heißt darin u. a.: „Man täusche sich im Lager der Mitte nicht über unsere Absichten. Die nationalsozialistische Bewegung hat keineswegs den Ehrgeiz, sich vor den bürgerlichen Parteikarren spannen zu lassen. Wir werden Verantwortung nur übernehmen, wenn mir das vor Volk und Nation auch verantworten können. Was die sog. Republik als unantastbar ansieht, daß ist für uns nicht heilig und anbetenswert. Die nationalsozialistische Bewegung will eine Umwälzung des Bestehenden und sie ist nicht gekommen, um Faulendes zu halten, sondern es noch zu stoßen. Wir stehen unserer so plötzlichen Macht mit nüchternem Verstand gegenüber, jeden Augenblick bereit, sie zu benützen. Wir können regieren, wir können Opposition treiben."
In einer nationialfozialistischen Versammlung erklärte Dr. Goebbels ferner: Die Nationalsozialistische Partei gehe darauf aus, das heutige System und die Republik schachmatt zu setzen. Es werde niemand von ihr verlangen können, die Züge, die auch bei der kommenden Frage der Regierungs- bilbung eine Rolle spielten, dem Gegner bekannt- zuaeben: zudem werde sich die Taktik im einzelnen auf die des Gegners einfteüen müssen. Jedenfalls werde sich die Partei vorerst mit demjenigen Einsatz begnügen, der ihr zahlenmäßig zukomme. Sie er» strebe als eine politische Partei politische Macht und suche sich dementsprechend auch die politischen Machtstellungen im Kabinett, wie etwa
das Reichsinnenmini st erium und da» Reichswehrmini ft erium. Eine weitere wesentliche Förderung sei ein entsprechender Kurswechsel in Preußen und auch im Berliner Polizeipräsidium. Die Partei werde sich aber nicht mit parlamentarischen Erfolgen begnügen, sie erstrebe in ihrem letzten Endziel ge- fchichtliche Erfolge
Oer Christlich-Goziale Volksdienst.
Berlin, 21. Sept. (CNB.) Die Pressestelle de» Ehristlich-Soziolen Volksdienstes wendet sich gegen immer wieder auftauchende Mutmaßungen, daß die 14 Abgeordneten des Christlich-Sozialen Volks- bienftes einer bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Volkspartei, Wirtschaftspartei, Landvolkpartei und Konservativen Volkspartei beitreten würden. Die Reichsleitung erklärt, daß darüber die Reichstagsfraktion des Volks- bienftes zu entfcheiben haben werbe, bie am 3. und 4. Oktober zufammentrete. Für ben Polksbienft käme entsprechend feiner grunbfätzlichen Einstellung eine derartige bürgerliche Sammel fr Option nicht in Betracht. Er fei weder eine „bürgerliche" noch eine „konservative ober „Rechtspartei" im alten Sinne. Für ihn sei allein bas sachliche Slrbeitsprogramm ber gegen« roärtigen unb jeber künftigen Regierung maßgebend Daraus ergebe sich, baß bie Form jebes Zusammenarbeitens mit anberen Fraktionen sich sachlich unb zeitlich ber Abwicklung bieses Arbeitsprogramms anpassen werbe. Die Unterordnung ber Volksbienstsraktion unter eine fremde parlamentarische Führung komme dabei nicht in Frage. Landvolk und Konservative Volkspartei.
Berlin, 20. Sept. (TU.) Der Reichsparteiführer der Christlich-Rationalen Bauern- und Landvolkpartei, Abg. Höfer (St. Bernhard), erklärt in der Zeitung „Der Thüringer Landbund": Eine Fraktionsgemeinschaft oder eine Arbeitsgemeinschaft mit den DolkS- konservativen und dem Christlich-Sozialen Volks- dienst komme für ihn nicht in Frage. Der b e- rufs ständische Gedanke sollte in der Fraktion rein erhalten bleiben, um in der Parlak mentarischen Tätigkeit nicht durch srakttonelle Kompromisse gebunden zu fein.
Oer Widerstand gegen einen Minder- heitenschnh des Völkerbundes.
Genf, 20. Sept. (TU.) In der Samstagsitzung des politischen Ausschusses der Völkerbundsversammlung gab
der polnische Außenminister Zaleski
eine ungewöhnlich scharfe Erklärung zur Minderheitenfrage ab. Er bestritt auf da s ent- f ch ie den st e die Zuständigkeit der Völkerbunds- Versammlung, sich mit den Minderheitenfragen zu befassen. Die ausschließliche Zuständigkeit des Dölkerbundsrates gehe auch aus dem Bericht des Generalsekretärs des Völkerbundes über die Minderheitenfrage hervor. Rach Auffassung der polnischen Regierung sei allein der Völkerbun dsrat in der Lage, den interessierten Regierungen eine Abänderung des gegenwärtig geltenden Minderheitenverfahrens vorzuschlagen, da damit den interessierten Staaten Verpflichtungen auferlegt würden, die in den Minderheitenschuhverträgen nicht vorgesehen seien. Es sei eine Enttäuschung, feststellen zu müssen, daß trotz der in Madrid erzielten Ginstimmigkeit man es jetzt dennoch für notwendig erachte, auch auf das Minderheitenproblem zurückzukommen, das bereits nach grundlegender Prüfung eine Lösung gefunden hätte. Im Ramen der polnischen Regierung müsse er offen erklären, daß er sich der Schaffung eines ständigen Minderheitenausschusses, ober eines zweiseitigen Verfahrens zwischen den Regierungen und den Minderheiten unter allen Umständen widersehen würde. Die polnische Regierung sei jedoch bereit, die Schaffung eines allgemeinen Minderheitenschutzes in Erwägung zu ziehen, der sich in gleicher Weise auf alle Mitgliedsstaaten des Völkerbundes erstrecken und damit den seinerzeitigen Vorschlag des Präsidenten Wilson deckt. Der Versuch gewisser Minderheiten, im Ausland Unterstützung zu finden, könne mir die guten Beziehungen zwischen Mehr- heits- und Minderheitenvölkem erschweren.
Oer englische Delegierte Bu?ton
erklärte, es bestehe eine Unzufriedenheit unter den Minderheiten, die eine Ge f ahr für den äußeren Frieden und auch für die innere Konsolidierung der Staaten schafse. Die Madrider Beschlüsse stellten eine weitgehende Verbesserung des Verfahrens dar, und es wäre verfrüht, dieses verbesserte Verfahren wiederum zu ändern. Man müsse vielmehr den ehrlichen Versuch machen, seine Möglichkeiten voll auszunutzen. Auch müßten die Informationen, die im Sekre
tariat über Minderheitenangelegenheiten einlau» fen, besser ausgenuht werden.
Als Vertreter eines Staates mit MinderheitS- verpflichtungn ergriff
der südslawische Außenminister Marinkowitsch
das Wort und sagte, daß der Rat das Verfahren in Minderheitenangelegenheiten nicht ändern könne, da es in den Verträgen selbst f e ft g e I e g t sei. Südslawien werde keine neue Verpfli chtung übernehm en. Es könne hierüber nur mit sich reden lassen im Falle einer allgemeinen Erweiterung des Minderheitenschutzes, so daß er alle Staaten umfassen würde.
Heichöminister a. O. Koch-Weser äußerte nochmals die entschiedene Ditte, daß man in der Annahme der Petitionen so liberal wie möglich vorgehen müsse. Deutschland wünsche im Augenblick keine Abänderung der Madrider Beschlüsse, sondern nur d i e Verbesserung ihrer Anwendung. Deutschland möchte aber seine Wünsche nicht bagatellisieren lassen. Es müsse seine Kritik solange fortsehen, bis die unbefriedigenden Zustände abgestellt seien. Rur wenn es gelingt, den Völkerbund zu einem Organ zu machen, in dem alle diejenigen, die unterdrückt sind oder sich unterdrückt glauben, rechtzeitig und unbehindertzuWori kommen, nur wenn sie den Glauben an den Völkerbund erwerben, daß er auf friedlichem Wege ihren Röten abzuhelfen weiß, nur bann dürfen wir erwarten, daß die Entwicklung des Zusammenlebens der Völker ohne Rückschläge die Fortschritte macht, die wir alle erhoffen. Es wäre verhängnisvoll, wenn sich im Völkerbund die Meinung bilden würbe, als sei die Minderheitenfrage schon heute befriedigend gelöst. Wir sind erst am Anfang 6er Lösung. Es gibt Gefahrenzonen, die zu beseitigen unsere Pflicht ist. Abschließend verlas Reichsminister a. D. Koch
eine Entschließung der deutschen Delegation,
in der u. a. gesagt wirb: Die Völkerbundsversamm« lung labt ben Generalsekretär ein, ber Versammlung im jährlichen Bericht ein ausführliches R e - f u m 6 über bie Tätigkeit des Dölkerbunbes in Minberheitenfragen zu übermitteln. Sie behält sich vor, in einem späteren Zeitpunkt bas in Madrid festgelegte Verfahren hinsichtlich seiner Wirksamkeit einer Prüfung zu unterwerfen. Sq


