Ausgabe 
22.7.1930
 
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bcn der Friedhofsumzaunung und Herstellung bzw. Einebnung des Bürgersteiges an der Frankfurter Straße. Die Notstandsarbeiten sollen mit einem Stundenlohn von 70 Pf. vergütet werden. Ledige Ausgesteuerte sollen dabei vorerst nicht in Frage kommen, falls sie nicht Haupternährer einer Familie sind, oder nicht für sich selbst aufzukommen haben. Die Notstandsarbeiter sollen an drei Tagen in der Woche beschäftiat werden. Der Gemeinde­rat beschloß die Aufstellung des S t e l l e n p l a n e s, nach dem folgende Beomtenftellen in der Gemeinde fcftgelegt werden: Gemeinderechner, Schutzmann und Flurschütz. Gemeinderechner und Schutzmann gelten als vollbeschäftigt, während der Flurschütz nur als teilweise beschäftigt angesehen werden soll. Der Antrag des Vorsitzenden, Bürgermeister Jung, eine Verwaltungsgehilfenstelle in den Stellenplan aufzunehmen, wurde abgelehnt. Die Beratung des Ortsbauplans wurde vertagt.

O Keffelbach, 18. Juli. Unter starker Be­teiligung der Einwohnerschaft unseres Dorfes beging der Krieger, und Scyützenoerein Kes­sel b a ch die Feier seines 5 0. Jubiläums, mit der das Bezirksfest des Bezirks Grünberg der Krie- gcrkameradschaftHassia" verbunden war. Nach einem Festkommers am Vorabend begaben sich die Vereine am Vormittag des Hauptfesttages in ge. schlosfenem Zuge mit Musik zum Kriegerdenkmal, wo ein eindrucksvoller Festgottesdienst stattfand. Der GesangvereinLiederkranz", Kesselbach, eröffnete die Feier mit einem wirkungsvollen Chorgesang. Hier­auf hielt Pfarrer Bühler, Londorf, die Fest­predigt, anschließend gedachte der Vorsitzende des Krieger- und Schützenoereins mit herzlichen Wor­ten der gefallenen und der anderen verstorbenen Kameraden und ehrte sie durch Kranzniederlegung am Denkmal. Mit Gesang und dem Spiel des Liedes Ich hott' einen Kameraden" fand die Feierstunde ihren Abschluß. Am frühen Nachmittag kamen mit einem Sonderzug von Grünberg her viele Käme- roden und Festgäste an, und bald darauf marschierte ein stattlicher uno eindrucksvoll gestalteter Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Jestplatze; an dem Festzug nahmen insgesamt 40 Vereine teil. Auf dem Festplatze brachte der GesangvereinLiederkranz", Kesselbach, einen Begrüßungschor ausgezeichnet zu Gehör. Hierauf folgten Begrüßungsansprachen durch den Bürgermeister und den Dereinsoorsitzenden, wo­bei von dem Vorsitzenden die noch lebenden Alt- octeranen und Gründer des Vereins besonders ge­ehrt wurden. Bezirksvorsteher Roth, Grünberg, wies in seiner anschließenden Ansprache auf das Wirken der Kriegervereine im vaterländischen Sinne hin, Se. Erlaucht GrafSolms-Laubach über­mittelte dann als Vertreter des Präsidiums der Hassia" herzliche Grüße und überreichte dem Jubi- läumsoerein im Auftrage des Präsidiums derHas­sia" einen Fahnennagel. Die Jungfrauen von Kes­selbach stifteten dem Verein eine Fahnenschleife, der GesangvereinLiederkranz", Kesselbach, und der Der- ein der Musik- und Wanderfreunde, Kesselbach, über­reichten Fahnennägel. Hierauf nahm Bezirksvor- sicher Roth, Grünberg, die Ehrung von drei Alt- Veteranen vor, denen er das Hasfiakreuz als Aus- zeicknung überreichte. Hnschließend an diesen offi­ziellen Festteil fand auf dem Festplatz bei bester Stimmung fröhliches Volksfest mit Konzert, Ge- sangsoorträaen, turnerischen und radsportlichen Dar­bietungen, Feuerwerk und Tanz statt. Am folgen- den Tage wurde eine Nachfeier veranstaltet, bei der insbesondere die Kinder Berücksichtigung fanden und auch hier der GesangvereinLiederkranz" durch ge- sangliche Darbietungen erfreute. Der Jubiläumsver- ein ließ durch seinen Vorsitzenden elf Kameraden für 25jährige treue Mitgliedschaft eine Ehrenurkunde überreichen und zugleich der Bürgerschaft von Kes- selbach und allen Mitwirkenden für die Schmückung des Ortes und die Unterstützung bei der Abwicklung des Festes Dank sagen.

Kreis Büdingen.

. # Echzell. 21.3uli. In der letzten Ge- meinderatssihung wurde der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1930/31 genehmigt. Einer Gesamtausgabe in Höhe von 82 494,50 Mark steht eine Einnahme von 50 494,50 Mk. gegenüber, so daß rund 32 000 Mk. durch Umlagen auf­zubringen sind. Weiter wurde der Beschluß gefaßt, das Wassergeld für den Betrieb dev hiesigen Molkereigenossenschaft auf 30 Pf. rück­wirkend ab 1. Juni sestzusetzen.

h- Aus dem Niddatal. 21. Juli. Die seitherigen Regentage mit ihren großen Nieder­schlagsmengen verursachten bereits erheb­liche Schäden an den verschiedenen Ge­treidearten. Der geschnittene und auf dem Felde ausgebreitete Roggen ist durchweg an der Bodenseite gewachsen und zeigt Keime von 2 bis 3 Zentimeter Länge. Auch aufgesetzte Roggenhaufen haben im Innern gewachsene Aehrenbündel. die je nach der Höhenlage des

Fruchtfeldes mehr oder weniger stark in Er­scheinung treten. Der Weizen hat sich unter der Einwirkung der schweren Regengüsse ge­lagert. Seine Aehren sind gleichfalls an der Unterseite gewachsen. Gut aufgesetzte G e r st e hat bis jetzt die Regenperiode noch am besten überstanden.

Großfeuer in Rüsselsheim.

WSN. Rüsselsheim. 21. Iuli. Heute vor­mittag gegen 6 Uhr brach in dem dicht am

Bahnkörper gelegenen S ägewerk von Barsch & 3 u n g ein Großfeuer aus, das das ge­samte Werk mit großen Holzvorräten in Asche legte. Während des Brandes konnten die Züge die Strecke nicht passieren. Durch die starke Hitze wurden die Telegraphenleitungen der Reichsbahn zerstört. Der Schaden soll sich auf etwa 400 000 Mark belaufen. Erst nach zweistündiger Arbeit gelang es den Feuerwehren, den Riesenbrand zu löschen. Ueber die Ursache ist bis jetzt noch nichts bekanntgeworden.

Wirtschaft.

* Sinkend er Schiffbaubestände der Welt. Die Auftragsbestände im Neubaugeschäft der Werften haben, laut Lloyd-Statistik, für die Welt im zweiten Quartal 1930 einen Rückgang von 3,27 auf 3,06 Mill. Drutto-Register-Tonnen erfahren. Diese Ziffer wäre wahrscheinlich an­gesichts der außergewöhnlich ungünstigen Lage auf den Weltfrachtmärkten, des Rückganges des Welthandelsumsatzes und des bestehenden Ueber- flusses an vorhandener Tonnage noch mehr ge­sunken, wenn nicht die Lage im Weltschiffbau durch die staatliche Schiffbaupolitik in einzelnen Ländern in starkem Maße beeinflußt würde. Die deutsche Werftindustrie ist von den gleichen Mo­menten beeinflußt wie der Weltschiffbau. Nur durch die reichlichen Tankschiffaufträge, die augenblicklich nicht weniger als 35 Prozent der gesamten Weltauftragsbestände ausmachrn, tritt der Rückgang der deutschen Auftragsbestände nicht in Erscheinung.

Gesteigerter Auftragseingang b e i Lanz. Wie von der Leitung der Heinrich Lanz AG. mitgeteilt wird, ist der derzeitige Auf­tragseingang im Traktorenbau merklich gestiegen. Der Bestellungseingang hat sich sowohl vom 3nland, tote auch vom Ausland gebessert. Da bekanntlich der Traktorenbau nur zwei Tage in der Woche beschäftigt toar, ist von der Verwal­tung in Aussicht genommen, diese Abteilung wieder voll arbeiten zu lassen.

* Frankfurter Maschinenbau-AG., norm. Pokorny & Wittekind, Frank- furt a. M. Der in der gestrigen Bilanzsitzung der Gesellschaft vorgelegte Abschluß weist nach den üb- lichen Abschreibungen «inen Jahresgewinn von etwa 100 000 Reichsmark aus. Unter Würdigung der all­gemeinen Verhältnisse und insbesondere der Un­gewißheit der künftigen Gestaltung der Wirtschafts­lage soll eine Sonderabschreibung in Höhe von über 500 000 Mark aus die Inventur vorgenommen werden, wodurch der erzielte Jahresgewinn auf­gezehrt wird und ein Verlust entsteht. Dieser Ver­lust soll aus dem gesetzlichen Reservefonds gedeckt werden, welcher dadurch eine Ermäßigung auf die Hälfte erfährt. Die derzeitige Geschäftslage der Ge­sellschaft entspricht der allgemeinen Lage: der finan­zielle Status ist nach wie vor flüssig. Generalver­sammlung am 26. August.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 22. 3uIL Tendenz: schwä­cher. Die bestehende Zurückhaltung wurde in Erwartung der bevorstehenden Veröffent­lichung der Notverordnungen weiter ver­schärft. Hierzu kam noch die schlechte gestrige Neuyorker Börse, so daß die Kulisse wiederum zu Blankoabgaben schritt, zumal auch außen­stehende Kreise mit Material an den Markt kamen. Die Tendenz erfuhr aus diesem Grunde eine erneuteAbschwächung, und es kamen auch bei geringster Aufnahmelust K u r s a b - schwächungen bis zu 1,5 Prozent gegenüber der gestrigen Abendbörse heraus. Zur Verstim­mung trug ein erneuter Kurseinbruch am Kunstseidemarkt bei. Aku waren in stärkerem Umfange angeboten und eröffneten 5 Prozent schwächer. Auch am Montanmarkt hatte Mannesmann mit minus 3 Prozent einen größeren Kursverlust hinzunehmen. Die übrigen Werte dieses Marktes gaben nur leicht nach, Harpener blieben sogar behauptet. Am Schiffahrtsmarkt verloren Hapag 1, Norddeut­scher Lloyd 1,25 Prozent. Auch am Chemiemarkt kam in I.-G.-Farben Material an den Markt, und sie gaben 1,5 Prozent nach. Rütgerswerke verloren 1,75 Prozent. Am Elektromarkt waren Schuckert 2 Prozent abgeschwächt, während Ges- fürel, Licht <L Kraft und AEG. für Verkehrs­wesen bis 1 Prozent niedriger eröffneten. Banken lagen bis 1 Proz. schwächer. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen behauptet. Unter dem Druck der GefchäftSstille gaben die Kurse bei

weiter schwächer werdender Tendenz bis zu etwa 1,5 Proz. nach. Kaliwerte wurden erst später offiziell bis zu 7 Proz. schwächer notiert. Am Geldmarkt toar Tagesgeld mit 3 Proz. unverän­dert leicht. Am Devisenmarkt toar die Mark weiter etwas besser. Mark gegen Dollar 4,1850; gegen Pfund 20,3690; London gegen Kabel 4,8670; gegen Paris 123,69 abgeschwächt, gegen Mailand 92,88; gegen Madrid mit 42,45 schwach, gegen Schweiz 25,0325; gegen Holland 12,0920.

Berliner Börse.

Berlin, 22. Iuli. Schon im heutigen Vor­mittagsverkehr rechnete man infolge der herr­schenden Geschäftsstille und beeinflußt durch das schwache gestrige Neuyork mit zurückgehenden Kursen, und in der Tat eröffnete die Börse s ch wa­ch e r. Es wurden die Gerüchte der gestrigen Londoner Börse, nach denen bei der Dank von England die Möglichkeit einer Diskonterhöhung besteht, lebhaft erörtert. Die gemeldete Preis­senkung bei Bemberg wurde ungünstig kommen­tiert, besonders nachdem erst vor ganz kurzer Zeit die französische Kunstseideindustrie ihre Preise heraufsetzen konnte. Man beschäftigte sich außerdem mit Tividendenschätzungen in der Mon­tanindustrie. Wieder kam zu den ersten Kursen auf fast allen Märkten Wa re heraus, der seitens der Banken nur geringe Auf­nahmeneigung entgegenstand. Die Kurs­rückgänge brachten es daher in vielen Fällen bis zu 3 Prozent, u. a. b'i Kunstsiidewerten bis zu 5,5 Prozent, AEG. für Verkehrswesen ver­loren nach Berücksichtigung ves Dividendeab­schlags noch weitere 1,5 Prozent. Svenska lagen 4,50 Mark niedriger, Hotelbetriebsgesellschaft minus 4 Prozent, Osttoerke minus 3,5 Prozent, Schubert und Salzer minus 4,25 Prozent, Iulius Berger minus 5,25 Prozent usw. Anleihen waren behauptet. Ausländer nur wenig verändert. Pfandbriefe überwiegend weiter nachgebend. Reichsschuldbuchforderungen angeboten. Geld un­verändert leicht. Tagesgeld 2,5 bis 4,5 Proz., Monatsgeld 4,5 bis 5,75 Prozent, Warenwechsel 37/8 Prozent. Auch nach den ersten Kursen gab die Mehrzahl der Papiere bei geringem Umsätze um weitere 1 bis 2 Prozent nach. Schwere Werte waren noch darüber hinaus bis zu 3 Prozent gedrückt. Der Verkaufsdrang toar zwar nicht allzu groß, die Aufnahmeneigung toar aber bei den Großbanken weiter sehr gering. Auch aus dem I n l a n d e schienen überwiegend Ver­käufe an die Märkte zu gelangen. Ansätze einer kleinen Erholung, die ab und zu zu be­obachten waren, gingen sofort wieder verloren. Die Tendenz blieb auch im weiteren Verlaufe der Börse schwach.

Gießener Lugendgen'cht.

Als Jugendschöffen wirkten in der jüngsten Sitzung des Iugendgerichts mit Frau Luise Pe­ters von Gießen und Glaser Friedrich R i n n III. von Heuchelheim.

Ein aus der Untersuchungshaft vorgeführter Angeklagter, der jetzt gerade sein 20. Lebensjahr vollendet, hatte sich seiner Aburteilung bisher durch die Flucht entzogen, nachdem er seit Be­gehung der nunmehr zur Aburteilung kommen­den Straftaten inzwischen vom Schöffengericht Gießen gleichfalls zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt worden toar, und zwar als Mitglied der DiebesgesellschaftDie rote Maske". Der Angeklagte hat sich im Iahre 1928 an mehreren Kellereinbrüchen beteiligt, ferner am Zertrümmern einer Ladenscheibe in der Mäus- burg die dabei entwendeten (Sier wurden teils ausgetrunken, teils nach Erkerscheiben und auch auf Passanten geworfen und schließlich hat der Angeklagte falsche Einmarkstücke hergestellt und eines davon unter der unbewußten Mithilfe eines jüngeren Knaben bei einer Obstverkäuferin

abgesehk. Der jetzt geständige Angeklagte erhielt nun vom Iugendgerccht wegen fortgesetzten Diebstahls und Falschmünzerei eine Gesamtstrafe von 11 Monaten Gefängnis, während er mit den noch von anderen Gerichte^ gegen ihn erkannten Strafen Freiheitsstrafen von mehr als zwei Iahren zu verbüßen haben wird. Ein dem Angeklagten früher gewährter bedingter Strafaufschub wurde widerrufen, da er sich als desselben unwürdig gezeigt hak.

eine trübe Wetzlarer Sommunalbilanz.

ZI Wetzlar, 18.Juli. Die gestrige Stadt­verordnetensitzung enthüllte wieder ein recht trübes Bild von der Gesamtlage unfereu Stadt. Man muß gestehen, daß Wetzlar mit seinen Bauten usw. recht wenig Glück hat und bei allen mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, die für Verwaltung und Bürgerschaft gleich unerfreulich sind. Eine Anfrage der Deutschen Volkspartei nach dem Stande der Liquida­tion der Verkehrs-AG. und der städti­schen Eigenwirtschaften erinnerte an zwei Unternehmen, bei denen die Stadt zum Teil recht erhebliche Verluste erlitten hat und für die der Schlußstrich immer no<j) nicht ge­zogen ist.

Als neueste Sensation stellte sich eine Anfrage ber SPD. dar, die nach Rücksprache mit der Ver­waltung außerhalb der Tagesordnung erfolgte, was an den vielen Gerüchten sei, die über die Benutzung des neuen Schlachthofes durch die hiesigen Metzger verbreitet würden. Hier hörten die erstaunten Stadtväter, daß die hiesigen Metzger bis auf sechs den Schlachthof kaum benutzten und ihren Fleischbedarf mehr oder weniger bei auswärtigen Händlern deckten. Infolge eines gerichtlichen Freispruches sei die Sache noch verwickelter geworden. Der Bürger­meister bat, vorläufig von einer Erörterung ab­zusehen, bis die Schlachthofdeputation gesprochen habe, was am kommenden Montag erfolgen soll. Die Metzger scheinen die Angelegenheit auf eine Kraftprobe ankommen zu lassen. Sie hatten vor kurzem bei der Stadt den Antrag gestellt, die Schlachtgebühren von 15 Pfennig auf 8Pf. herabzusetzen, was für die Verwaltung eine Un­möglichkeit war, weil eine solche Herabsetzung einen Einnahmeausfall von etwa 60 000 Mark pro Iahr bedeutet hätte. Dazu kommt, daß eine Veihe von auswärtigen Schlächtern feit Inbe­triebnahme des neuen Schlächthofes die Wetz­larer Wochenmärkte besucht und daselbst Wurst- toaren aller Art verkauft, was gleichfalls zu einem Rückgang der hiesigen Schlachtungen ge­führt hat. Die Sache ist demnach aufs höchste verworren, und den Schaden hat die Stadt durch ein voraussichtlich hohes Defizit. Es ist im höchsten Grade bedauerlich, daß solche die Allgemeinheit schädigenden Reibereien vorhanden sind. Der Schlachthof hat zwar eine Unsumme Geld gekostet, aber man muh der Stadtverwal­tung auch glauben, wenn der Bürgermeister sagt, daß eine erhebliche Summe dieser Mehr­kosten gerade auf die vielen Wünsche der Metzger bei der Ausführung des Projektes zurückzusüh- ren sei. Man darf gespannt sein, was für Kampfma ß.n ahmen nunmehr ergriffen wer­den sollen, von denen gestern der Bürgermeister sprach.

Dasselbe trübe Bild zeigte sich bei der Bera­tung der Fürsorge für die Wohl- fahrtserwerbslosen, von denen die Stadt nunmehr 217 zu unterhalten hat. Dabei wurde eine noch weitere Vergrößerung dieser Zahl in Aussicht gestellt, wenn es nicht gelingt, eine Be­lebung der heimischen Wirtschaft herbeizuführen. Hier wurden weitere zehntausend Mark vor­läufig zur Verfügung gestellt in der Erwartung, daß mit der Kreisverwaltung eine gene­relle Regelung über die Zuschuhfrage er­zielt wird. Ob sich dies bei der schlechten Finanz­lage des Kreises ermöglichen läht, steht noch dahin.

Dann bewilligte das Kollegium eine Erhö­hung der städtischen Anteile bei dem hiesigen Spar- und Dauverein um dreißig Stück, um dem Verein die Durchführung eines Bauvorhabens zur Erstellung von 25 neuen Wohnungen zu ermöglichen. Man hofft, auf diese Weise einen Teil der Erwerbslosen von der Wohlfahrtspflege abzuzweigen und eine kleine Entlastung dieses Etats herbeizuführen.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmitlag geschlossen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o.H.

Frankfurt a. JJI.

Serlin

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1-Ubr«

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Volum

21. 1.

22. 7.

21. 1.

22. i.

t>% Demiaie owiajouiueUK von 1927 . ......

7% Deutsche Reichianleihe

88

-

Son 1929 .........

101,55

102

Deutsche Anl.-Ablöi.-Schulb mit

Aurlos.-Rechten.......

60

60

60

60

De»gl. ohne AuSlos.-Rechte . .

8% fielt BolkSstaat von 1929

(rüdiaätb. 102%)......

8

8

8

8

97,5

-

97.75

_

Oberteilen Provinz Anleihe ml

Auslot-Rechten......

Deutsche Komm. Sammelabl.

5S

Anleihe Serie 1......

8% stranks. Hyp.-Bank Goldpfe

59,5

59.8

XIII unkündbar bis 1931 . . .

101,75

_

_

7% firqnff. Hyv.-Bank Soldpse unkündbar bi« 1932 .....

96,5

Vt% Rheinische Hyp.-Bank

Stau. Goldpse........

8% Pr. LanderpsondbriesansiaU,

89

-

Psandbrtese R. 17 .

101,75

101,75

8% Br Lanbetplandbriesanstalt,

Romm.-Cbt 87. 80......

7% Br. Canbespfanbbrtefanftalt,

98

Pfandbriefe R. 10......

CL6.0. abg. Borlrtegt-Obligatio

97

97

nen, rückzahlbar 1932 ...

93

4% Oesterretchliche Boldrente . .

26,5 3,1

4,20% Oesterieichilche Siiberrente

4% Lesterreichische Einheitliche

2,9

3,25

Rente...........

«% Ungarische Goldrente ....

1.9

23,25

1,95

23,4

2,2

23,4

4% Ungarische Staatsrenle v. 1910

4%% delgl. von 1913.....

_

70.8

4% Ungarische Kronenrenle . .

1,95

_

1.93

4% Türkische Zoll anleihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anl

%05

4,9

Serie 1..........

5,1

4% desgt Serie II.......

6% Rumänische vereint). Rente

5

con 1903 .........

4*4% Rumänische veretnh. Rente

9,7

von 1913 .........

16.2

7.7

4% Rumänische vereinh. Rente .

7,7

7,55

strankfurl o. Dl.

Berlin

ivchluß» lurü

1-Uhr- Kur«

Schluß- lur^

Anso g» flurt

Datum

21. 7.

22. 1.

21- 7.

22- /.

oamvurg.i/lmerNa Pate, .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Sanio Dampfschiff.....10

Norddeutscher Liohb.....8

Allgemeine DeutscheErebitanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Hanbelsgesellschaft . 12 Commerz, und Privat-Bank. 11 Darmstädter unb Nalionalbank 12 Deutsche Bank und

Disconto-GeseUichaft, ... 10

Dresdner Bank......10

Reichsbank...... . 12

95

110,25

120

153

137,5

196

130,25

130,25

256

49

94

136,5

94,75

95,25

110.75

119,75

153,5

137.5

195,75

129,75

129,75

256,4

93.5

94

110,5

119,9

152,25

136,5 194

128.5

128

254,25

A.S.G..........8

Bergmann.........9

Elektr. LieferungSgesellschast. 10

Licht und Kraft......10

stellen & Guilleaume . . .7 yt

Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrtzitätt^Werke IC Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert S Co...... . n

Siemens & Halske.....16

TranSrabio ........ 8 Lahmeyer L Co...... . 10

145

141,5

104,5

142

130

207,5

158,5

71

124,75

115,5

83

218

100

144,5

140,25

163

145,5 178 136,25

141

105

142,5

131

129,5 138,75

165 207,5

160

70,4

80

125 115,5 92,5

93 90,25 90,13 67.5

55 90.75 83.5

219

99

144,5

176

135

140,25

103,25

140,25

130,25

129

135

162,25

205

Deutsche Erdöl.......6

Essener Steinkohle ...... fr

Gelsenkirchener.......fr

Harpener.......... 0

Hoelch Eisen........6V,

Iise Bergbau ....... 10

Klöcknerwerke ........ 7

Köln-Neuesten ....... 7

Mannesman ".Röhren .... 7

ManSselder Bergbau ..... 7

Oberschlei. Eisenoebarf . . . . 6

Oberschiet Kokswerke.....7

Phönir Bergbau......6%

Rheinische Braunkohlen . . 10

Rheinstahl ... I ..... 6

Riedeck Montan ...... 7,2

87,13

68,5

78,4

125

116

91,25

91,5

89

88

67,25

89,75

82

217,25

98,25

strankfurt a. Dl.

Berlin

Gchiuß- rurd

1-Uhr- Kurs

Gchluß- hird

Anfang- Kurs

Datum

21. 7.

22. 7.

21. 7.

22. 7.

lOeteuugte Siahlwerle .

83

82,5

83.5

82.5

Olavi Minen.....

16/.

40.13

39,4

Kaliwerke Aschersleben .

10

202

202

200

Kaliwerke Westeregeln .

10

207

208,25

205,75

Kaliwerke Salzdetsurth .

15

357

356

353

I. ®. storben.Inbustrte.

12

155.9

154,25

156

154,5

Dnnamil Nobel ....

. 6

74

Scheldeonstalt.....

. V

142.5

Goldschmidt .....

. 6

57.5

75,75

57,5

RütgerSwerke.....

. 6

55,75

54

55.65

54

MetallgeieUichafl. . . .

; 8

111.5

111,5

112

111,5

Philipp Holzmann . . .

. 7

85

_

85

84

Zementwerk Heidelberg

Cementwerk Karlstadt. .

10

10

104

Wavtz & streytag . . .

. 8

73

Schulibets Patzenhofer .

-

15

-

_

278

275,5

Ostwerke.......

12

-

228,13

225

Aku.........

18

104

99

104

99,5

Bemberg.......

14

107,25

105,5

100

Zellstoff Walbhof . . .

e

»'/.

142,5

140,25

Zellslosi Aichassenburg .

12

110,25

Charlottenburger Wastel

. 8

99

98

Destauer Ga«.....

. «

141

139

Daimler Motoren . . .

. 0

31

31

30.75

Deutsche Linoleum . .

e .

198

197

194

Maschinenbau A.-B. . .

. 0

44,5

43,4

Nat. Automobil ...»

. 0

Orenstein & Koppel . .

. 6

64,5

62,5

Leonhard Tietz ....

10

137

137,5

135.75

Svenska..... .

311

306,5

strankfurter Maschinen .

. 4

22

22,5

Gritzner.......

Heyltgeustaedt . . . .

Iunghan,.......

Lechwerke.......

. 6

32

-

32

. 0

-

. 6

36,5

-

35,25

. 8

'4,5

94,5

-

Mainkrastwerke Höchst a. M..

. 8

81.5

Miag........

10

85

87

85,5

®ebr. Roeder.....

10

103

Boigi & Haesfner ...

. V

153

-

156

Süddeutsche Zucker . ,

e

10

158,5

157

Banknoten

Berlin, 21. Juli

Gelb

»rief

Amerikaniiche Noten . .

4,17

4,19

Belgische Noten . . .

58,42

58.66

Dänische Noten . . .

111,80

112.24

Englische Noten ....

e e e

20,325

20,405

stranzösische Noten ...

e »

16,432

16,492

Holländische Noten ...

e e a

168,04

168,72

Italienische Noten....

21,9?

22,05

Norwegische Noten . . .

...

111,73

112,17

Deutsch-Oesterreich, 4 1OO Schilling

59,04

59,28

Rumänische Noten . . .

2,467

2,487

Schwedische Noten . . .

112,33

112,77

Schweizer Noten ....

81.29

81,61

Spanische Noten ....

47.80

48,00

Tichechostowokische Noten.

A

12,384

12,444

Ungarische Noten . .

73,15

73,45

Veoifcnmarkt Berlin

- Sranffurl

(L M.

2b

3uli

22. Juli

Amtliche Nolierung

Amtliche Kotierung

Gelb

8rlci

Gelb

Arie,

yimft.-iHott.

168,37

168,71

168,28

168,62

Bw'n. Aires

1,522

1,526

1,522

1,526

Brss.-Ankw-

58,455

58,575

58,455

58,575

Christiania.

112,05

112,27

11203

112,25

Kopenhagen

112,08

112,30

112,05

142,27

Stockholm

112,47

112,69

112,45

112,67

HeMngforS-

10,527

10,547

10.525

10,545

Atollen. . .

21,915

21,955

21,91

21,95

London. . .

20,351

20,391

20,35

20,39

Neuyork ..

4,1825

4,1905

4,1815

4,1895

Ports....

16,455

16,495

16,45

16,49

Schweiz . .

81,30

81,46

81,28

81,44

Spanien.

48.15

48,25

47,75

47,85

Japan . . . -Kio de Jan.

2,068

2,072

2,066

2,070

0,454

0,456

0,454

0,456

Wien in D--

59,21

Ceft. abfleft

59,10

59,22

58,90

Prag ....

12,404

12,424

12,402

12,422

Belirad . .

7,425

7,439

7.420

7,434

Budapest. .

73.33

73.47

73.31

73,45

Bulgarien .

3,035

3,041

3.033

3,039

Lissabon . .

18,83

81,33

1,784

18,87

18,80

18,84

Danzig. . . Konst mein.

81,49

1,789

81,35

1,784

81,51

1,789

Athen. . .

5,435

5,445

5,43

5.44

Canada

4.186

4,194

4,185

4,193

Urn .ual). .

3,586

3,594

3.586

3,594

Cairo . . .

20,87

20,91

20,865

20,905