Ausgabe 
22.4.1930
 
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Vereine, die Völker verbinden.

«odeutsch-ausländische Organisationen. - Berlins 134000 ausländische Sin- zehner. - Zwischenstaatliche Organisationen in Leipzig, Nürnberg, Zranksurt und München.

Don Richard Rieburg.

Schon vor dem Weltkrieg hat es in Deutschland eine Anzahl von Vereinen gegeben, die in ihrem Ditgliederkreis die Beziehungen zu einem be­stimmten Land und Volk pflegten. Deutschlands Interessen in Ostasien und in Südamerika, vor allem aus dem Gebiet des Handelsverkehrs, hatten es mit sich gebracht, dah zu Len ersten zwischenstaatlichen Vereinen von Namen und «lang derVerband für den Fernen Osten", derDeutsch-Argentinische Zentralverband" und derDeutsch- Vrafilianische HandelSverband" ge- hören. Die Franzosen, Meister der Kultur- und Wirtschaft-Propaganda, waren noch weiter ge­gangen. Zu jedem Staat von einiger Bedeutung hatten sie auf ähnliche Art Fäden geknüpft. Wohin man auf der Welt auch kommt in jeder Hauptstadt, in jedem Kultur- oder Wirt- schastSzentruin gibt es eine Organisation, die die Freundschastsbeziehungen zu Frankreich fördert. Das gilt für Kopenhagen und Reval ebenso wie für Bangkok und Montevideo. Da solche Orflani- fationen meist Angehörige der führenden Schichten eines Landes vereinigen, waren sie für Frank­reich« Propaganda im Weltkrieg sehr wichtig. Demgegenüber war Deutschland sehr im Rückstand. Die DereinSregister der deutschen Amtsgerichte hatten wohl alljährlich viele hundert neue Ver­eine und Vereinchen zu verzeichnen; von so zweck- und sinnvollen Zusammenschlüssen aber, wie sie die zwischenstaatlichen Vereine darstellen, war in den Gerichtsakten sehr selten die Rede. Der Weltkrieg, der plötzlich Deutschland ver­einsamt sah, zeigte sich als strenger Lehrmeister. Wie Pilfie schossen in der Nachkriegszeit deutsch- ausländische Vereine auS dem Boden. Dor allem haben die durch die Schicksalsjahre ins Reich vertriebenen Auslands- und Kolonialdeutschen solche Vereine gegründet. Ihre eigenen reichen ÄuSlanderfahrungen späten dabei eine große Rolle; dazu kam der Wunsch, durch den Verkehr mit fremden Staatsangehörigen wieder Beziehun­gen in« Ausland zu finden.

DerBall der Nationen", den feit dem Winter 1926 der Bund der Ausländsdeutschen alljährlich in Berlin veranstaltet, war von seinen Einberusern vor allem als ein Fest gedacht, auf dem sich ganz zwanglos Reichsdeutsche, Aus- lmidSdeutsche und Ausländer bewegen und mit­einander Fühlung nehmen sollen. Diel besser lernen sich In- und Ausländer jedoch in kleinen Kreisen kennen. Vs gibt 50 zwischenstaatliche Vereine mit geschlossenen Freundeskreisen. Na­türlich steht Berlin an erster Stelle; ist doch die Reich-Hauptstadt mit über 1OO Gesandtschaften, Konsulaten und Sonderdelegationen sowie mit ihren 134 000 fremd stämmigen Ein­wohnern die internationalste Stadt des Reiches. Erst dahinter kommen Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg und Frankfurt a.M. In Kiel, Lübeck, Stettin und Greifswald machen sich mehr deutsch-nordische Dereinsbestrebungen bemerkbar. In diesen Tagen war viel von der französischen Politikerin Frau Euzanne Schrei- ber-Crömieux die Rede, die in Berlin einen Vortrag überDie Pariserin" hielt. Wer hat sie nach Deutschland geholt? Die seit drei Iahren bestehende äußerst rührige Deutsch - Fran­zösische Gesellschaft. Eine ganze Reihe französischer Führerpersönlichkeiten hat auf Ver­anlassung dieser Gesellschaft in Deutschland ge­weilt. Mit einem gleichgerichteten französisch­deutschen Kreis in Paris wird Hand in Hand gearbeitet. Studenten, Schüler und kaufmännische Angestellte werden ausgetauscht. In Berlin sorgt eineDeutsch-Französische Rundschau", in Paris eineRevue franco-allemande" für ein besseres Sichkennenlernen.

Stark von den Bestrebungen der Wirtschaft und des Exporthandels beeinflußt, haben sich der Deutsch-Argentinische Zentralverband, der Deutsch-Brasilianische Handelsverband und die Deutsch-Mexikanische Handelskammer vor nicht langer Zeit mit ihren Geschäftsräumen in einem Hause in der Potsdamer Straße zu Berlin vereinigt. Äonrat) von Borsig und Gesandter a. D. von dem Bussche-Haddenhausen sind hier die Führer. Eine eigene Verbands» Zeitschrift,Iberoamerica", die in drei auf Ar­gentinien, Brasilien und die übrigen latein­amerikanischen Staaten zugeschnittenen Sonder­ausgaben erscheint, erfreut sich vor allem in den Kreisen des deutschen Lieberseehandels großer Beliebtheit. In der Potsdamer Straße befindet sich noch ein Sitz eines führenden Auslandver- bandeS. Neben demVerband für den Fernen

Osten" in Berlin besteht in Hamburg ein sehr rühriger Oft asiatischer Verein, zu dessen alljährlich im Frühjahr stattfindendem sog.Ost- asiatischen Liebesmahl" die prominentesten Ver­treter aller am Fernen Osten interessierten deut­schen Kreise zusammenkommen, um sich über Deutschlands wirtschaftliche Ausbreitungsbemü- hungcn in Asien und die Fortschritte seiner kul­turellen Einrichtungen in China und Iapan auszu.lprechen. Es wirken ja viele deutsche Ge­lehrte an chinesischen Hochschulen; eS gibt auch eigene deutsche Hochschulbetriebe, so z^ B. eine medizinische und eine technische Fakultät an der Tung-Chi-Llniversität und eine dazu gehörige Sprachenschule in Schanghai. Eine deutsch-chine­sische Ingenieurschule in Hankau ist in Vorbe­reitung. Auf den Vortragsabenden deS Ver­bandes für den Fernen Osten, auf denen stets zahlreiche Deutsche, Iapaner und Chinesen zu­sammenkommen, sprechen berufene Persönlich­keiten, zuletzt die Asienforscher F i l ch n e r, Trinkler und Stötzner. Einen unersetzlichen Verlust hat der Verband erst kürzlich durch den Tod von Professor Richard Wilhelm er­litten, mit dem Deutschland seinen besten China­kenner das China-Institut an der Llniversität Frankfurt a. M. seinen Begründer und Leiter verloren hat.

Auf dem Gebiet der zwischenstaatlichen Der- einsarbeit hat sich auch Dr. Stresemann jahrelang betätigt. Im Iahre 1912 hatte er, damals noch Syndikus des Verbandes Sächsi­scher Industrieller, in den Vereinigten Staaten geweilt. Diese Informationsreise hatte zur Folge, daß Dr. Stresemann denDeutsch-Amerikani­schen Wirtschaftsverband" mit aus der Taufe hob und später sein Präsident wurde. ®inc verdienstvolle Tätigkeit entfaltet auch die Deutsche Gesellschaft zum Stu­dium Osteuropa s", in der die Professoren Auhagen und H ö tz s ch führende Stellungen einnehmen. Sie hat sich, obwohl sie schon vor dem Krieg bestand und damals recht gute Beziehun­gen nach Petersburg unterhielt, in sachlicher Weise umzustellen gewußt. Sowjetrussische Ehren­gäste werden heute von der Gesellschaft ebenso warm empfangen wie einst die Vertreter des Zaren. Offen für das neue Rußland wirbt die erst vor wenigen Iahren gegründeteGesell­schaft der Freunde des neuen Ruh- l a n d", in deren Vorstand Graf Arco, der be­kannte Erfinder und Telefunken-Direktor sitzt.

Der Krieg hat auch einigen zwischenstaatlichen Organisationen in Deutschland das Leben ge­schenkt. Die Waffenbrüderschaft mit Bulgaren und Türken spiegelt sich in der Gründung der De u t sch - B u l g a ri s ch c n Gesellschaft und der Deutsch-Türkischen Vereini­gung wider. Generaloberst v. S e e ck t nimmt sich seit kurzem als Vorsitzender der Deutsch- Bulgarischen Gesellschaft der Pflege der persön­lichen Beziehungen von Deutschen und Bulgaren an. Staatssekretär a. D. Dr. Lewa ld ist seit langem der führende Mann in der Erhaltung der deutsch-türkischen Freundschaft. Der Welt­krieg, der Fäden zu irischen und flämischen Lln- abhängigkeitskämpfern gesponnen hatte, brachte auch eine Dcutsch-IrischeGesellfchast und eine D e u t sch - Fl ä m i s che G e s c li­sch a f t. Die Veränderung der politischen Ver­hältnisse ergab, dah diese beiden Vereine heute mehr auf dem Papier stehen. Erfreulicherweise kann man dies von der Deutsch-Schwedi­schen Vereinigung und der Deutsch- Niederländischen Gesellschaft nicht sagen; in diesen sind noch die alten Gesellschafts­kreise führend, darunter auch der Adel, der nach Holland und Schweden enge Familienbeziehungen unterhält. Auch Militärs haben zur Gründung deutscher Auslandvereine beigetragen. Graf von der Goltz schuf die Deutsch-Finnische Vereinigung, der das Verdienst zukommt, durch ihre alljährlichen Finnlandreisen viele Deutsche mit dem Land der tausend Deen ver­traut gemacht zu haben. Teilnehmer jener deut­schen Kriegsexpedition, die bis nach Persien vorgedrungen war, gründeten die Deutsch- Persische Gesellschaft. Nicht viel hört man von der in Frankfurt a. M. von Hermann Wendel gegründeten Deutsch-Jugosla­wischen Gesellschaft und der Berliner Deutsch-Griechischen Gesellschaft. Die drei jüngsten unter Deutschlands zwischen­staatlichen Vereinen sind die vom offiziellen Berlin sehr geförderteVereinigung Carl Schur z", die die kulturelle Verbindung mit Amerika zu vertiefen sucht, die von Professor

Dresdener angeregte Deutsch-Norwe­gische Gesellschaft und die Deutsch- Englische Vereinigung, die sich mehr aus einen kleinen Krei« führender Wirtschafller und Politiker stützt. Reichskanzler a. D. Cuno sowie Discount Reading haben die letztgenannte Vereinigung erst vor einem halben Iahr ge­meinsam ins Leben gerufen.

Tlehrings letzte Fahrt.

WSN. Darmstadt. 19. April. Heute vor­mittag nahm ganz Darmstadt Abschied von dem tödlich abgestürzten Rekordflieger Johannes N e h r i n g. In der Kapelle des alten Fried­hofs fand eine schlichte Trauerfeier für den Verunglückten statt, zu der die Eltern und Verwandten erschienen waren. Nach der kirch­lichen Einsegnung legte namenS der hessischen Regierung Staatspräsident Dr. Adelung einen Lorbeerkranz nieder. Weitere Kranzniederlegun­gen erfolgten durch Stadtrat ZingS für die Stadt Darmstadt, deren Namen Nehring in die Welt getragen hat, durch Vertreter der Techni­schen Hochschule Darmstadt, durch den Mitflieger des verstorbenen Piloten, Dr. Steinhäuser, sowie durch Vertreter vieler auswärtiger Flieger­gruppen. der Rhön-Rositten-Gesellschast, der Reichs-Wetterflugstelle, der Akademischen Zlie-

aergruppe Darmstadt, verschiedener studentischen Verbindungen und des Lehrkörper- der Techni­schen Hochschule Sech- Iungslieger der Aka­demischen Fllegergruppe trugen hierauf ihren verunglückten Kameraden zu dem Auto, das die sterblichen Lieberreste nach Bad Homburg brachte, wo am Dienstag die Beisetzung erfolgt Die Straßen der Stadt, durch die der Trauerzug fltng, waren dicht besetzt mit Menschen, die dem in Darmstadt so populären und beliebten Flieger die letzte Ehre erwiesen, während in den Lüften ein Trauergcleite von acht Flugzeugen den toten Piloten auf seiner Heimfahrt begleitete.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit­teilt, hat der preußische Handelsminister der Rhön-Rositten-Gesellschast zu dem Absturz des Fliegers Nehring telegraphisch da« Bei­leid der preußischen StaatSregie- r u n g ausgesprochen. Der Reichsverkehrs­mini st e r hat der Rhön-Rositten-Gesellschast ein Beileidstelegramm gesandt und dem Vater des verunglückten Fliegers in einem persönlichen, die Verdienste des Verstorbenen würdigenden Schrei­ben seine Tellnahme auSgedrückt.______________

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Turnen, Sport und Spiel.

Fußball an Ostern.

Das Ofterprogramm der süddeutschen Ver­bandsvereine brachte chnen auch am 2. Feier­tag eine Reihe bemerkenswerter Erfolge, die allerdings, da sich ja die Mehrzahl der großen Vereine auf Reisen befand, im Hoheitsgebiet anderer Landesverbände, z. T. aber auch im Au-land errungen wurden. Vereinzelt waren auch ausländisch; Gegner bei süddeutschen Ver­einen zu Gast. Mehrfach kam eS hierbei zu be­merkenswerten Siegen der süddeutschen Mann­schaften. So siegten am 1. Oftcrtag die Stutt­garter Kickers gegen Stade Llniversitaire Rennes 5:2, D. f. R. Heilbronn gegen den F. C. Bern 3:2, 1. F. C. Pforzheim gegen Racing Straßburg 5:2, F. D. und Saar 05 Saarbrücken kombiniert gegen Middleessex Wanderers 6:1, S. V. 60 München gegen eine Städteelf Stock­holms 2:1, F. V. Völklingen gegen Old BohS Basel 6:4, F.D. 04 Würzburg gegen S. C. Kladno 5:3, Sp. Dgg. Hof gegen Brühl St. ©al­len 1:0, S. V. Waldhof Mannheim gegen Wy- comtc Wanderers 5:4 und Victoria Griesheim Red Star Zürich 2:1. Nur eine einxige Nieder­lage gegen eine ausländische Mannschaft war am Sonntag zu verzeichnen. Bayern Hof verloren gegen den 33er Bezirk Budapest 1:5. Schwaben Augsburg hatten Guts Muths Dresden zu Gast und verloren 1:3. Union Niederrad schlug den F.C. Kassel 5:3.

Am 2. Oftertag war die Sachlage ähnlich. S. V. 1860 München gegen Stade Llniversitaire Rennes 5:2, 1. F. C. Pforzheim gegen F. C. Bem 2:0, Phönix Karlsruhe gegen 33er Bezirk Buda­pest 2:0, und Kickers Aschaffenburg gegen Red Star Zürich 10:0. Nur eine Städteelf Mann­heims wurde vom F.C. Kladno 2:4 geschlagen. Phönix Karlsruhe verlor ebenfalls gegen Guts Muths Dresden 2:4.

Die namhaftesten der süddeutschen Vereine be­fanden sich außerhalb des Derbandsgebietes und zogen auch den borangegangenen Karfreitag oder Samstag in ihr Reiseprogramm ein. Eintracht Frankfurt erfocht zwei bemerkenswerte Siege, gegen Sp. Vgg. 07 Köln-Sülz 4:2 und gegen TSV. Bochum 5:2. F. Sp. V. F r an kf ur t lieh dem 10:3 gegen VfB. Braunschweig und dem 4:3 gegen Arminia Hannover ein 1:2 gegen Holstein Kiel folgen. Rotweiß Frankfurt erlitt in der Schweiz zunächst eine knappe Nieder­lage von 0:1 Toren gegen den F. C. Diel, kam aber gegen eine Kombination Etoile Carouge- Llrania Genf zu einem 1:1. Auch der 1. F. C. 9 3 Hanau spielte zunächst gegen Werder Bremen 2:2. V. f. B. 93 Altona wurde dann 4:6 ge­schlagen. Die Sp. Vgg. Fürth erstritt sich in Mit­tel- und Norddeutschland drei Siege, gegen eine Städtemannschaft von Chemnitz 4:3, gegen Poli­zei Hamburg 0:2 und gegen S. V. 06 Bremen 3:1. Der 1. F. C. Nürnberg begann mit einem 8:1 gegen Arminia Hannover und einem 3:1 gegen F. C. 04 Schalke, mußte dann aber eine Niederlage von 1:2 Toren durch Fortuna Düssel­dorf einstecken. Bayern München schlug den S. C. Dresden 4:2 und erfocht in Berlin einen noch größeren Erfolg, indem Hertha-B. S. C. 0:3 ge­schlagen wurde. Auch der D. f. R. Fürth war im Rheinland zweimal siegreich. Die StLdte- mannschaft Recklinghausens wurde 0:3 und die Sp.Dgg.Rheydt 0:4 geschlagen. Wormatia Worms holte sich in Köln einen 7:4-Sieg über

den D. C. Köln. Phönix Ludwigshafen brachte aus der Schweiz zwei Siege mit, gegen den F. C. Grenchen 2:0 und gegen ©antonal Neuenburg 1:0. Auf das 3:1 gegen den F. C. HiöreS ließ der D. f. R. Mannheim in Marseille ein 2:5 gegen Olympigue folgen. Der V. f. D. Stuttgart schlug die A.S. Metz 2:0 und die Stade Dor- delaise in Bordeaux 12:1. Der S. C. Freiburg erlitt in Colmar durch Racing eine Niederlage von 3:5 und kämpfte gegen den S. C. Schlett- stadt 1:1.

Vereinzelt fanden auch Derbandsspiele statt. Einige KrciSmeister trugen ihre ersten Auf­stiegsspiele aus. Hierbei erfocht in der G r u p p e Main die Sp. Vgg. 03 Fechenheim auf eige­nem Platze ein 3:1 gegen den F. Sp. V.Heu- s e n ft a m m. In der Gruppe Saar spielte St. Ingbert gegen den F. C. 02 Bad Kreuznach 5:0 und der V. f. R. Kaiserslautem gegen GerS- weiler 5:1.

Tagung des Deutschen Gchwimmverbandes.

Der Deutsche Schwimmverband hielt am Samstag und Sonntag in Braunschweig feinen diesjährigen Verbandstag ab. Am Vormittag bildete ein Festakt im LandeStheater den Auftakt und am Nachmittag begannen die Verhandlungen. Den Iahresbericht erstattete der 1. Vorsitzende, Dr. Geisow (Frankfurt), dem sich die Berichte der Fachwarte Dinner (DreSlau) und Hebecker (Derlin) anschlossen. Au« dem weiteren Verlauf des ersten Tages verdient die einstimmige Annahme des Eini­gungsvertrages mit der D T. besondere Erwähnung. Wesentlich umständlicher gestaltete sich die Behandlung der sportlichen ^Reformen. Gutgeheißen wurde die Leistungsprüfung, da­gegen wurde die Schaffung der Leistungsklassen mit der Einschränkung gutgeheihen, dah der Vor­stand jederzeit zur Aenderung befugt ist. Ve­rn er kensw er t ist, dah zu Staffelkämpfen die 50- Meter-Strecke wieder zugelassen wurde. Die Dor­standswahl ergab die fast ausschliehliche Wieder­wahl der bisherigen Führer. Dr. G e i s o w (Frankfurt) wurde wieder zum 1.Dorsitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde H a x (Der­lin), Schatzmeister Hebecker (Derlin) und Der- bandsschwimmwart Dinner (Dreslau). Iugend- unb CBkrbetoart Dir. Riemann (Magdeburg). Mit Frau Moeder (Erfurt) als Vertreterin des Frauenbeirates zog die erste Frau in den erweiterten Vorstand ein. Für die Deutschen Meisterschaften, die sich auf zwei Tage beschränken sollen, wurde das Programm durch Streichungen einiger Konkurrenzen auf 17 Wett­bewerbe vermindert. Der Derbandstag 1931 wird in Dreslau, die Meisterschaften 1931 in Königs­berg abgehalten.

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