Ausgabe 
22.3.1930
 
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gibt In Europa und insbesondere in Deutschland zwei einander völlig widersprechende Vorstellun­gen von den Vereinigten Staaten. Die eine sieht in dem rastlosen wirtschaftlichen Fortschritt des gewaltigen Landes eine Art wirtscha tlichen Wun­ders, die andere in der amerikanischen Entwick­lung den Sieg eines rohen Materialismus über alle idealistische Zielsetzung. Daß weder die eine noch die andere Auffassung zum klaren Verständ­nis des eigentlichen Wesens Amerikas führen kann, beweist das neueste Werk Professor Bonns, Die Kultur der Vereinigten Staaten". Bonn, der selbst jahrelang dem Lehrkörper verschiedener

amerikanischer älnwersitäten ongehört hat, weist an Betrachtungen über Land, Volk und Staat, Wirtschaft, Außenpolitik und geistige Wandlun­gen nach, daß die Vereinigten Staaten nicht ein­fach eine Wirtschaftsgröße und nicht bloß die große überseeische kapitalistische Metropole sind, die durch ihren Reichtum und ihre vorzüglichen Organisationsmethoden die kapitalistische Reu­kolonisation Europas in die Hand nehmen wer­den, sondern daß sie ein großes Stück Mensch­heitsgeschichte und ein gewaltiges Stück Mensch­heit darstellen.

Wirtschaft.

Gememschafisvertrag zwischen Hapag und Lloyd.

Wie dieKölnische Zeitung" meldet, sind die kürzlich wieder aufgenommenen Verständi- g u n g s v e r h a n d l u n g e n zwischen Ha­pag und Lloyd praktisch abgeschlossen. Sie bedürfen nur noch der formellen Genehmigung. Das Ergebnis dieser Verhandlungen geht über die weiten Ziele der früheren Verhandlungen noch hinaus. Eine auf die Dauer von 5 0 Zäh­ren abzuschließende enge Arbeitsge­meinschaft wird aus den beiden deutschen Großreedereien eine enge Einheit bilden, wenngleich die beiden Gesellschaften nach außen bestehen bleiben, also ihre Schiffe, wie bisher, unter den alten Flaggen abfertigen werden, ohne daß eine Umgruppierung innerhalb der Flotten stattfindet, eine Forderung, an der die Verhand­lungen im Jahre 1928 gescheitert sind. Dagegen wird der Ertrag künftig im Verhält­nis von 1:1 für Hapag und Lloyd ge­teilt. Es wird also auf sämtlichen Verkehrs- gebieten von beiden Reedereien für gemeinsame Rechnung gearbeitet werden. Die dadurch be­dingte gemeinsame Betriebsführung soll in der Weise erledigt werden, daß die Be­triebsvorstände gegenseitig übernommen werden, indem der Vorstand des Lloyd durch die Herren der Hapag ergänzt wird und die Bremer Herren in den Hapagvorstand eintreten. Auch in -den Aufsichtsräten dürften entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden.

Wochenbericht

vom Sranffurfer Effektenmarkt.

Zu Beginn der neuen Woche war die Börse wieder durch die anhaltende Geschäfts­losigkeit gekennzeichnet. Der anhaltende Or­dermangel erstickte jede Llnternehmungslust im Keime und drückte so stark auf die Stimmung, daß das Geschäft zeitweise fast völlig zum Still­stand gekommen war. Man hatte nach der Ver­abschiedung der Vounggesetze mit einer Erho­lung gerechnet, doch wurde man bitter enttäuscht, obwohl der internationale Geldmarkt eine Ver­fassung aufwies, die wirklich schon Grund genug zu einer Besserung wäre. Dann waren es wie­der andere Gründe, die allgemein zur Zurück­haltung mahnten, obwohl die vorteilhaften Aus­sichten überwogen. Dor allem wurde das Polen­.abkommen in den Vordergrund geschoben: man wartete auf die Unterzeichnung des Liqni- dationsabkommens durch den Reichspräsidenten. Aber dessenungeachtet zeigte die Börse im Grund­ton immer eine gewisse Wider st ands- kraft: die Verluste waren mit Ausnahme eini­ger Werte, bei denen Sonderanlässe Vorlagen, nie nennenswert groß.

3m zweiten Abschnitt der Dörsenwoche änderte sich die Tendenz grundlegend. Eine nicht zu verkennende Freundlichkeit kam zum Durch­bruch, obwohl das Geschäft in den meisten Wer­ten infolge des immer noch sehr geringen Order­einganges viel zu wünschen übrig ließ. Die schon anfangs günstigeren Symptome fanden jetzt mehr Beachtung, da auf der ganzen Linie eine Klä­rung eingetreten zu sein scheint. Rur Farben­aktien blieben vorläufig noch etwas im Hinter­gründe, und zeitweise wurde die ganze Börse hiervon noch etwas ungünstig beeinflußt. Die Einstimmigkeiten bet den Stickstoffverhandlungen zwischen 3. G. Farben und den Ruhrzechen boten Anlaß zu den wildesten Versionen. Aber auch Gerüchte, die von einer Dividendenermäßi- gung bei der D. D.-Bank wissen wollten, trugen zur Unsicherheit bei. Die so eingetretene Ver­stimmung wurde jedoch bald beseitigt, als von Verwaltungsseite der D. D.-Bank ein Dementi

herauskam. Rach der Llnterzeichnung des Polen­abkommens durch Hindenburg war eine freund­liche Stimmung unverkennbar ersi^)tlich. Man schöpfte neuen Mut und die Kulisse schritt nach der innerpolitischen Bereinigung zu Rückkäu­fen, zumal die Entlastung des Relchsbankaus- weises weitere Fortschritte machte, da hierdurch der günstigen Weiterentwicklung der Geldmarkt- läge freie Bahn geschaffen wird. Das Geschäft war aber nur in Spezialaktien lebhafter, doch konnten sich auch die Rebenmärkte im Kurse bessern. Der Auftragseingang war immer noch nicht bedeutend größer. Bis zum Wochenschluh blieb jetzt die Tendenz freundlich: man konnte sogar von einer festeren Stimmung sprechen. Der relativ gute Abschluß der Commerz- und Privat­bank, das Rachlassen der Arbeitslosigkeit im Reiche, die bevorstehende Einigung im Stickstoff­streit und vor allem die Diskontreduktion um */> Prozent der Bank von England vergrößerten die günstigen Momente, ebenso trugen noch vor­teilhaftere Wirtschaftsaussichten für die kom­mende Zeit zur besseren Beurteilung bei. Die Llmsatztätigkeit blieb aber immer noch nur auf Spezialwerte beschränkt, da die zweite Hand das Publikum -, die für eine Belebung des Ge­schäftes unbedingt als Mitgängerschaft erforder­lich ist, noch fehlte. Don Auslandseite konnte man schon das Eintreffen einiger Aufträge freu­dig verbuchen. Die Kursbesserungen blie­ben in Anbetracht dessen, daß d'e Kulisse zum größten Teil auf sich selbst angewiesen war, auch ziemlich klein. Doch wurden die anfangs der Woche eingetretenen Abschwächungen ausge­glichen und bei den meisten Aktien waren immer* hin nicht zu verachtende Erhöhungen zu ver­zeichnen. Die Dörse beschloß die Woche mit Zuversicht und mit der Hoffnung auf eine Besse­rung des Geschäftes.

Wochenbericht

vom Sranffurfer produkienmarff.

3n Anbetracht der älnsicherheit über die beab­sichtigten Aegierungsmahnahmen und des an­haltend schwachen Mehlgeschäftes kam das Ge­schäft zum Wochenbeginn nur schleppend in Gang. Die Händler bekundeten zumeist Ab­gabeneigung, so daß weitere Abbröckelungen ein­traten. Rur Weizen war weiterhin recht wider­standsfähig. Zum Wochenschluß machte sich jedoch eine leichte Befestigung und Beruhi­gung bemerkbar. Dos Zustandekommen einer Verständigung zwischen dem Reichsemährungs- Minister und ben Vertretern der Regierungs­parteien über die meisten schwebenden Agrar­fragen bot eine Anregung. Die Händler ver­hielten sich jedoch immer noch sehr abwartend, da man glaubt, daß auch die neuen Erhöhungen den gewünschten Erfolg einer Entspannung der schwierigen Getreidemarktlage nicht bringen wer­den, da Zöllen von Ratur aus das Problema­tische alles Künstlichen anhafte. Die älmsatztätig- keit war weiterhin nur sehr gering.

3m Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnte Weizen 0,50 Mark, Roggen und Weizen» und Roggenkleie je 0,25 Mark anziehen, während Gerste um 0,50 Mark und Roggepmehl 0,25 Mark nachgaben. Hafer, Mais und Weizen­mehle unverändert. Die Woche schloß zu folgen­den Rotierungen: Weizen 26,50 bis 26,25: Rog­gen 17; Gerste 16,75; Hafer 15,75 bis 16; Mais 14,75 bis 15; südd. Weizenmehl 37,75 bis 38,50; niederrhein. Weizenmehl 37,75 bis 38,25; Roggen­mehl 24,25 bis 25,50; Weizenkleie 8,10 bis 8,25; Roggenklei" 8,50. Erbsen je nach Qualität 22 bis 33; Linsen je nach Qualität 35 bis 83; südd. Heu 8.75, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepr., 4.80, gebündelt 5,00; getrockneter Treber 10,50 bis 11. Kartoffeln per Zentner hiesiger Gegend: 2,60 Mark.

Wochenbericht

vom Sranffurfer Schlack tviehmarkt

Auch in dieser Woche war das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt weiterhin sehr klein, und nur der Export schritt zu ver­stärkten Käufen. Die Preise hielten sich auf der Höhe der Vorwoche, nur am Schweinemarkt war ein größerer Verlust festzustellen. Schafe konnten sich am Rebenmarlt leicht befestigen.

Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb geringer als in der Vorwoche. Das angetrie­bene Vieh war von mittlerer Qualität. Rach ruhigem Handel wurde nahezu au5ixrtau't Etwa 50Prozent des Austriebes wurden wieder aus­geführt und zwar hauptsächlich nach Hessen (ins­besondere Provinz Starkenburg), Hessen-Rassau und der Rheinprovinz. Auch auf dem * Schweine markt war die Beschickung ge­ringer. Rach schleppendem Geschäft und bei nachgebenden Preisen verblieb ziemlich Heber» stand. Kälber und Schafe wurden nach ruhi- §em Handel auäverkaust. Der Gesamtauftrieb estand aus 1445 Rmdern, darunter befanden sich 312 Ochsen, 81 Bullen. 521 Kühe und 325 Färsen; ferner aus 1554 Kälbern, 232 Schafen und 5487 Schweinen. Verglichen mit dem Auf­trieb der vergangenen Woche waren 86 Rinder, 43 Kälber, 40 Schafe und 88 Schweine weniger angetrieben.

Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: al) 54 bis 58, a2) 50 bis 53, bl) 46 bis 49; Bullen: a) 54 bis 56, b) 49 bis 53; Kühe: a) 45 bis 43, b) 41 bis 41, c) 34 bis 40, d) 28 bis 33; Färsen: a) 56 bis 59, b) 52 bis 55, c) 43 bis 51. Kälber: b) 75 bis 78, c) 63 bis 74, d) 63 bis 67. Schase: al) 50 bis 54, b) 42 bis 49. Schweine: a) 70 bis 72, b) 70 bis 73, c) 70 bis 73, d) 70 bis 73, e) 63 bis 70. 3m Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Ochsen 1 Mark und Schafe 2 Mk. anzichen, während Schweine.bis zu 4 Mark nachgaben. Bullen, Kühe, Färsen und Kälber unverändert.

" Die Preußische Central-Do de n- kr e di t - Ak t ie n g e s e l l sch af t zu Berlin legt von ihren an der Berliner und an anderen Börsen bereits amtlich notierten 8 Prozent ©en» tr al- Goldpf and bri efen vom 3afjre 1928 un­kündbar bis Oktober 1934 einen Teilbetrag von 8 000 000 Goldmark in der Zeit vom 26. März bis zum 15. April d. 3- zur öffentlichen Zeich­nung auf. Der Zeichnungskurs ist auf 93,50 v. H. festgesetzt, gegenüber dem gegenwärtigen Tages­kurse von 97 v. H. Die Abnahme der zugeteilten Stücke kann nach Wahl der Zeichner bis Ende April geschehen. Stückelieferung erfolgt sofort bei der Abnahme. Räheres in der heutigen Anzeige.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a.M., 22.März. Tendenz freund­lich. Die Wochenschlußbörse war stimmungsgemöß im Vormitlagsverkehr freundlich, doch war das Geschäft noch nicht umfangreich. Die Nachricht von der Arbeitsgemeinschaft zwischen Hapag und Nord­deutscher Lloyd wirkte anregend. Zum offiziellen Beginn machte sich indessen eine gewisse Zu­rückhaltung bemerkbar, da der Ordereingang infolge des frühen Börsenbeginns nicht groß war. Außerdem wurde dem WTB.-Handelsdienst von der Verwaltung des Norddeutschen Lloyd be­kanntgegeben, daß von einer Interessen - oder Arbeitsgemeinsd)aft bis jetzt noch nicht die Rede sein könne. Aber trotzdem erhielt sich für Schisfahrtsaktien weiter Interesse. Gegenüber der gestrigen Abendbörse gewannen Hapag 2 v. H. und Norddeutscher Lloyd 1 v. H. Am Chemiemarkt be­stand für Farben weiter einige Nachfrage bei leicht gebessertem Kurse. Sonst war die Kursgestaltung im allgemeinen nicht ganz einheitlich. Deutsche Erdöl lagen im Angebot und 1 v. H. schwächer. Von Elektrowerten verloren Chade-Aktien 2 Mark, AEG. und Siemens konnten sich erneut bis 1 v. H. bessern. Montanpapiere, in denen wenig Geschäft zustande kam, waren bis zu 1 v. H. fester. Banken waren ge, halten. Zellstoffwerte leicht gedrückt. Renten still, aber freundlich. Im Verlaufe waren die Umsätze kleiner geworden, obwohl einige Auslandorders ein­getroffen sein sollten. Die Stimmung war freund­lich, und die Kurse konnten fid) gegen den An- fang bis zu 1 v. H. bessern. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 o. H. unverändert. Am Devisen­markt lag der Dollar weiter etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,19. gegen Pfund 20,3890, London gegen Kabel 4,8665, gegen Paris 124,32, gegen Mailand 92,95, gegen Madrid etwas schwächer 39,05, gegen Schweiz 25,1240. gegen Hol­land 12,13.

Berliner Börse.

Berlin. 22. März. Der letzte Tag der Woche zeigte für die Dörse eine unverändert freundliche Grund st immung, die sich schon vormittags erkennen ließ. Es lagen zu den elften Kursen kleine Kaufaufträge vor, die zu einer Erhöhung des Niveaus um zirka 1 bis 2 v. H. führten. Die gestrige Versteifung am Neuyorker Geldmarkt Tagesgeld war von 3 auf 4,5 v. H. gestiegen, die aber auf den freundlichen Verlauf der Börse keinen Eindruck machen konnte, wurde hier lebhaft diskutiert. Auch die anscheinend unnach­giebige Haltung der Deutschen Volksportei fand Be­achtung. Das Hauptmoment für die Börse bildeten aber die Verhandlungen Norddeutscher Lloyd-Hapag, die scheinbar einen recht günstigen Verlauf nehmen, über die aber von der Verwaltung jede Stellung­nahme obgelehnt wird. Hapag zogen um 2,25 v. H. und Nordlloyd um 1,13 v. H. an. Die Umsätze an diesen Märkten sollen heute mehr als je 100 Mill. Mark betragen haben. Einiges Austandinterefse zeigte sich auch heute für Elektrowerte, von denen Siemens und Bergmann je 2,5 o. H. gewannen. Deutsche Stabei plus 3,25 v. H. und Hotelbetrieb plus 1 v. H., unmittelbar nach den ersten Kursen plus 2 o. H. Svenska, Spritwerte und einige andere Werte hatten ebenfalls recht freundliche Veranlagung. Von Montanwerten lagen Berger, bei denen heute die Bilanzfitzung stattfindet, auf die enttäuschende un­veränderte Dividende 3,25 v. H. schwächer, während Holzmann mit plus 2,5 v. H. höher lagen. Siegen- Solingen schwächten sich aus den bekannten Grün­den um weitere 2,13 v. Sy ab. Außerdem lagen Ilse- Bergbau. Calmon-Asbest, Akkumulatoren, Poly­phon, Hotelbetrieb und Commerz- und Privatbank zirka 1 v. H. nochgebend. Bon Anleihen waren Alt- besitz weiter freundlich. Am Markte der Ausland- werte 5-o. H.-Mexikaner von 1899 zirka 1 o. H. höher. Der Pfandbriefmarkt war fester veranlagt. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Nach den ersten Kursen bemerkte man verschiedentlich Nach­frage. Man sprad) von holländischen Käufen, die Kurse waren auch weiterhin ziemlich gut behauptet. Später kam es zu leichten Abbröckelungen, die nur bei Deutsche Linoleum mehr als 1 v. H. betrugen.

Letzte Nachrichten.

Lleoerraschende Bekenntn.ffe der Sranffurfer Po izistenmörber.

Frankfurt a. 2H., 22. März. (121. Eigener Drahlberlchi.) Die Vernehmung der an tem JJ o - lizistenmord in Frankfurt beteiligten Hoyer und Schulte hat zu dem überrafdjenben Ergeb­nis geführt, daß diese beiden schweren Jungen auch noch eine erhebliche Anzahl anderer Straftaten auf dem Kerbholz haben. Die schwerste davon ist der Raubüberfall auf die Staflonsfaffe von Ohhaufen in der Röhe von Trier. Die beiden drangen maskiert in das Zimmer des Sta­tionsvorstehers mit dem RufeHände hoch!" ein. Der Beamte dachte, in Rücksicht darauf, daß es Fa- sching war, daß es sich um einen Fastnacht»- scherz handele. Auch dann noch, als der Ruf Hände hoch!" zum zweiten Male ertönte, glaubte der Beamte an einen Scherz. Erft nach und nach erkannte er, daß es mit bem Raube ernst gemeint war und ergab sich in fein Schicksal. Die Kasse wurde ihres Inhalts von 7 0 211 a r f beraubt. Dann wurde die Fernsprechleitung durchschnitten, die Siche­rungen ausgedreht und die Türen geschlossen, ver­sehentlich wurde ausgerechnet die Leitung zu dir Lampe des Beamten nicht mit zerstört, so daß der Beamte in den verdacht kam, er habe den Raub selbst ausgeführt. Einen anderen großen Schlag beabsichtigten die Räuber in Schwanheim ave* zuführen. Als Anstifter kommt hier ein gewisser Otto Georg in Frage, bet in Scheuerfeld wohnt. Dieser war früher Strafgefangener in Freienwalde und hat Hoyer und Schulle nach der Ermordung de» Polizeibeamten in Frankfurt beherbergt. Er machte den beiden davon Mitteilung, daß die Vorschuß- kaffe in Schwanheim an gewissen Tagen einen erheblichen Betrag enthalte, der ein dankbares Ob­jett für einen Raubüberfall fei. Die Revolver wollte er liefern, wofür er ein Drittel der erbeuteten Summe für sich beanspruchte. Derjenige, der Georg d'e Tat empfohlen hatte, sollte 2000 Mark bat be- kommen, während der Rest zwischen Hoyer und Schulle, sowie einem dritten, der noch beteiligt wurde, verteilt werden sollte. Schließlich haben Hoyer und Schulle auch noch einen Einbruch in eine Kirche verübt. Näheres darüber steht aber noch nicht fest.

Kurszettel der Berliner und Sranffurfer Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 5,5 v. H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H.

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8% Heil. 2?oll6ftaat von 1929 (rüdmftlb 102%)

Oberdellen Provinz - Anleihe mit Auslol.-Rechten

Deutiche Komm. GammelabL

Anleihe Serie 1

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7% Krankt Hov.-Bank Äolbvle unkündbar bis 1932

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8% Pr. Landesvlandbiteinnllalt.

Piandbrieie R. 17

8% Pr Landeevlandbrielanstalt, Romm.-Cbl. R. 16

7% Pr. Canbeepfanbbrtefanftalt, Bfanobrick R 10

A.E.G. abg. Borlrieas-Obligatio­nen. rüdxabibar 1032

4% Oetterrelchttche Wolorcntt

4,20% Oelterreichilche Silberrente

4% Oelterreichilche Einheitliche Rente

4% Ungarilche Solbrente

4% Ungarilche Staaiorcnte v. 1910

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4% Zürtiltbr Bagbabdabn-Aul Serie l

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Kaliwerke Westeregeln ... 10

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344,5

-

-

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2

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Französische Noten......

Holländische Noten .....

jt ftcntkbe Noten......

Norwegische Noten ......

D' Utsch i? -sterr,ä wo Kronen

Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten ......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . »

Ungarische Noten - . -

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2 Dldn

Amtlich. Dotierung

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21 915

20.36 4.186

16.375 81.03

52,5 z 2.068 0 479

59.00 2.406

7.399 73.1z

3.03t

18.80 1.395

1 785 5.424

4.184

3.666 20,88

>68,29 1.573

dB.463 112.27 112.32 H2.6t 10 556 >1.955

20.40 4.194

16.415 81.19 52.62 2.072 0.481

59.12

2.426 7.413 73.26

3 04z

18 84

81.555

1.785

5.434 4.192 3.674 20.92

'67.88 1.589

)8 355

112 07 H2.I5 112.46 10.537

21.94 20,365

4.186

16.38

81.07 52,10

2.068 1.483

58.985 12.409

7.400 /3.O8 3.039 18.8/ 81.47 1.784

5,425 1,184

3,696 20.88

168.22

I.&93 38.475 112 .9 112 37 112.68 10.557

21.96 20.405

4.194 16.405

81.73 52.20 2.072 0465

59 05 12,429

7.414 73 22 3.045 18.86 81.63 1,788 5,435

4,192 3,704 20.92

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