Jas Rätselraten um die Kreis-Aufhebung
Vi» Worms wird heule morgen berichtet: wie die „Wormser Rachrichten- erfahren haben wollen. Hal die Regierung seht die Vorschläge zur Aushebung von insgesamt sechs hessischen Preisen auvgearbeitet und so weit serliggestellt. daß sie dem Landtag vorgelegt werden können. 3n Rheinhessen soll ein kreis ausgehoben werden, und zwar Oppenheim. In Starkenburg müssen drei kreise dran glauben, und zwar Dieburg, Groh-Gerau und Bensheim. In Oberhessen werden zwei kreise gestrichen, nämlich Schotten und Lauterbach.
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Aus Grund dieser Nachricht hielten wir sofort bet dem zuständigen Ministerium des Innern
solle Die betresfenden Gemeinden, werden also einen etwas geringeren Betrag als im Borjahre erhalten Die Regierung werde auf die Gemeinden einwirken, daß sie sich im vorjährigen Umfang an der Beihilfe beteiligen. Die Unterstützung soll nach den vorjährigen Bestimmungen ausgezahlt werden. Die drei kommunistischen Anträge ocrsielen der A b - lehnung. Bon den Koalitionsparteien ist der erwartete Antrag auf Gewährung einer Winterbci- Hilfe nicht g e st e l l t worden. Bon sozialdemokratischer Seite wurde erklärt, daß man sich überzeugt habe, daß in diesem Jahre angesichts der Finanzlage des Landes nicht mehr geschehen könne, als die Regierung beabsichtige.
Ein in der Sitzung gestellter Antrag der Volks- rechtspartei, den Kleinrentnern eine Weih- nachtsbcihilfe auszuzahlen, wurde durch die beabsichtigten Maßnahmen der Regierung für erledigt erklärt.
Der Ausschuß seht seine Beratungen am Freitag der kommenden Woche fort. Der Finanzminister hat angekündigt, daß er in der nächsten Zeit bereits ein Expose abgeben will über die Auswirkungen, die sich für das Land Hessen aus den B e schl ü s- sen des Reichsrats über die verschiedenen Steuer- und Finanzgesetze ergeben.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 21. November 1930.
Nahrhaft, gut und billig.
in Darmstadt telephonisch Rückfrage. Es wurde uns von dort offiziell folgende» erklärt: Außer irgendwelchen vorbereitenden Arbeiten ist irgendeine konkrete Entschließung noch nicht getroffen. Schon au» diesem Grunde können die Mitteilungen in den „Wormser Rachrichten- nicht richtig fein. Die» gilt insbesondere auch bezüglich der Zahl der aufzuhebenden kreise. 3m übrigen ist auch nicht beabsichtigt, dem Landtag eine Vorlage auf Aufhebung bestimmter kreise zu machen, sondern e» soll, wie im Voranschlag 1930 bemerk!, das Ge- samlminislerium mit einer-etwa vorzunehmenden Neuordnung beauftragt werden.
schaftlich wird und dabei — soweit wie irgend möglich — bodenständig bleibt, zum allgemeinen Nutzen, aber auch ganz besonders zu seinem eigenen wirtschasllichcn Vorteil.
Handelskammer-Wahlen.
Bei den gestrigen Ergänzungs- und Ersatzwahlen zur Industrie- und Handelskammer Gießen wurden gewählt: Im Wahlbezirk Gießen -Stadt: Bankdirektor Grießbauer, Kaufmann Rudolf N o w a ck, Fabrikant Wilhelm Poppe und Dr. jur. Georg Gail. Im Wahlbezirk Gießen-Land wurden gewählt: Kaufmann Wilhelm L. Rühl, Großen- Buseck; im Wahlbezirk Alsfeld Kaufmann Martin Kimm und im Wahlbezirk Lauterbach Kaufmann Wilhelm Wenzel.
Oie Stadt Gießen kündigt den Angestelltentarif.
Wie der Deutschnationale Handlungsgehilsen- Derband uns mitteilt, hat der Oberbürgermeister der Stadt Gießen mit Schreiben vom 19. 11. 30 den mit den Angestelltengewerkschaften geschlossenen Tarifvertrag für die im Bureau-, oder technischen Dienst der Stadt Gießen beschäftigten Angestellten zum nächstzulässigen Termin gekündigt. Aus dem Kündigungsschreiben geht hervor, daß die Aufkündigung zum Zwecke der Gehaltssenkung erfolgt. Die dieS-
bezügsichen Borschläge sollen In Kürze, so heißt es in dem Schreiben, den Gewerkschaften unterbreitet werden. Aach § 14 des Tarifvertrages ist für die Dienstbczuge der Angestellten der Teiltaris- vertrag für die Angestellten bei den AeichS- und preußischen Staatsbehörden maßgebend.
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•• Wandergewerbescheine und Legitimationskarten gelten jeweils nur bis 31. Dezember. Zu Beginn des neuen Jahres häufen sich, wie das Polizeiamt uns schreibt, meistens auch die Anträge derart, daß sich die Ausfertigung der neuen Ausweise verzögert. Es erscheint daher unerläßlich, schon jetzt die Anträge auf Neuerteilung der Scheine zu stellen. Nur bei rechtzeitiger Antragsstellung kann Gewähr dafür übernommen werden, daß die Scheine bei Gebrauch zur Verfügung stehen.
•• Hochwasser der Wieseck und der Lahn. Die anhaltenden Aegensälle der letzten Tage und besonders in W vergangenen Aacht, in der zeitweise auch starker Sturm herrschte, hatten ein starkes Anschwellen der Wieseck und der Lahn zur Folge. Die Wieseck führt außerordentlich viel Wasser, die Lahn ist vollufrig, ohne jedoch im Gebiete unserer Stadt überzutreten. Soforn nicht weitere schwere Regenfälle eintreten, dürfte eine Gefahr wohl kaum bestehen.
" Auf der Straße vom Tode ereilt. Gestern vormittag gegen 10 Ahr erlitt ein cittoa 70 Jahre alter Mann in der Löwengasfe einen schweren Schlaganfall, der bald darauf den Tod des Bedauernswerten zur Folge hatte. Strahen- passanten bemühten sich um den alten Herrn, brachten ihn in ein benachbartes Geschäft, wo aber nur noch der Tod fcstgestellt werben konnte.
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Wettcrvoranssattc.
Unter stürmischer Luftbewegung zog in der letzten Nacht das gestern über den britischen Inseln gelegene lief mit seinem starken Regengebiet über unseren Bezirk hinweg. Die Niederschläge hatten innerhalb kurzer Zeit stellenweise Werte bis zu 20 mm. Wenn auch der Wirbel schnell nach Polen hin abzieht und sich dort auffüllt, so rückt doch vom Ozean her eine neue Störung heran, die sich bereits über Irland bemerkbar macht. Die Zufuhr der Warmluft bleibt also erhalten, so daß auch das milde Weller fortbauert; Niederschläge werden dabei weiter auftreten. Da der Vorüberzug der Störungen in stetigem Wechsel vor sich geht, ist vorerst noch keine Besserung vorauszusehen.
Aussichten für Samstag: Weiterhin trübes und regnerisches Wetter, mild.
Lufttemperaturen am 20. November: mittag» 8,7 Grad Celsius, abends 10.fi Grad; am 21. November: morgens 10,8 Grad. Maximum 13,2 Grad, Minimum 7,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. November: abends 6,3 Grad, am 21. November: morgens 7,40 Grad Celsius. — Niederschläge 22 mm.
Oie Wetterlage.
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Rote Hände oder brennend rotes Deskcht wirken unfein. Ein wirksames Mittel dagegen ist die kühlende, reizmildernde und schneelg-welhe Creme Lcodor, auch als herrlich duftende Puderunterlage vorzllgllch geeignet. lieber« rafchender Erfolg. Tube 1 Mk., wirksam untersiützt durch Leodor-Edelseife, Stück 50 Pf. 2n allen Chiorodont- Verkaufsstellen zu haben. L,UV
Von Ober-Reg.-Rat Prof. Dr. Rofi-Äerlin.
Jedes Land stützt sich bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensrnitteln zunächst auf seine eigenen Erzeugnisse. Arn billigsten sind auch für uns die einheimischen Erzeugnisse. In genügender Menge verfügbare deutsche Erzeugnisse sind vorwiegend Roggen, Kartoffeln und Zucker, daneben Gemüse und Obst. Brot ist noch immer das Rückgrat unserer Ernährung. R o g - genbrot ist niedriger im Preis als Kleingebäck aus Weizen. Mit Brot führen wir uns Kohlehydrate (Stärkemehl, Zuckeri als Energiespender und Eiweiß- stosse zu; das Eiweiß des Weizenmehls ist zwar cm wenig besser im Organismus ausnutzbar, dafür ist der Preis der Weizenmehlgebäcke aber wesentlich höher, als der des Roggenbrotes. Deshalb mehr Roggenbrot und weniger Weizenkleingebäckel Die Kartoffel hat im Laufe der Zeit steigende Wertschätzung erfahren. Im wesentlichen zwar nur ein Spender von Kohlehydraten, ist die Kartoffel, da sie mannigfach zubereitbar täglich genossen wer- den kann, auch ein Lieferant von Eiweiß und von Vitaminen. Mit einem Pfund Kartoffeln zum Prelle von wenigen Pfenniaen kann der einzelne ein Sieo- tel bis ein Sechstel seines gesamten täglichen Energie- bedarfs decken. Auch der Zucker, der aus der Zuckerrübe in großer Reinheit gewonnene, billige Rüben- oder Rohrzucker, der ernährungswissenschast- lich in keiner Weise dem Zuckerrohrzucker nachsteht, steht uns zu niedrigem Preise zur Verfügung
Unsere deutsche Land- und Viehwirtschaft liefert uns Fleisch der Schlachttiere, Milch nebst Milch- erzeugnisscn (Käse ufroj und Eier. Tierische Lebens- mittel stehen höher im Preise als pflanzliche-, dafür ist aber das Eiweiß, besonders das des Fleisches, hochwertig für die Ernährung: dazu kommt, daß das Fleisch sich besonders schmackhaft und vielseitig küchenmößig Herrichten läßt und einen hohen Sätti- gungswert aufweist. Milch ist stets ein wohl- feiles Lebensmittel. Sie enthält ebenfalls hochwertige Eiweißftoffe, Vitamin enthaltendes Fett und Mine- ralsalze, - besonders Kalisalze. Aehnliches gilt für Mager-, Halbfett- und Vollfett-K ä s e, die, da im Handel nach dem Fettgehalt gekennzeichnet, ihren inneren Wert die Hausfrau erkennen lassen. Unsere deutschen Käsesorten sind ausgezeichnete Eiweißspen- der in Abwechslung mit Fleisch und Fleischwaren. Das E i enthält das nach ihm benannte Eiweiß und den vitaminhaltigen Dotter und ist ein ausgezeichnetes Mittel, Mahlzeiten schmackhaft und die Ernäy- rung vollwertig zu machen. Aber selbst mit einer fleischfreien, sogar Milch und Ei ausschließenden Kost kann der einzelne auskommen. Auch Fisch, insbesondere Seefische (die Konsumfische Kabeljau, Schellfisch und der Fett und Vitamin enthaltende Hering, auch geräuchert als Bücking) sind trotz ihres meist niedrigen Preises Lebensmittel von hohem inneren Wert. Gute Margarinen können Butter weitgehend ersetzen.
Frische Gemüse, grüne und andere rohe S a - late (aus Rotkraut, Weißkraut, Tomaten usw.), Küchengewächse (Schnittlauch, Zwiebeln, Küchen- fräuter) sollten als Mineralstoff, bzw. Ditamin- lieferanten weitgehend berücksichtigt werden: einzelne davon stehen fast das ganze Jahr hindurch billig zur Verfügung und lassen sich zum Teil auf kleinstem Raum vom einzelnen anbauen.
Bei einer nach vorstehenden Grundsätzen zusam- mengefteUten Kost enthält die Nahrung ausreichende Menaen von Nährstoffen, von Mineralbestandteilen, von Rohfaser und schließlich auch von den sog. Er- gänzungsstosfen oder Vitaminen. Nicht jeden Tag, nicht zu jeder Mahlzeit bedarf es selbst für Kinder eines besonderen Vitaminreichtums in Speisen und Getränken. Allerkleinste Mengen reichen nach dieser Richtung hin schon aus. Des ausländischen O b st e s in den Mengen, wie es genossen wird, bedarf es keineswegs. Die als Genußmittel notwendigen G e - würze sind nur in geringen Mengen nötig und belasten den Etat nicht nennenswert, am wenigsten das Kochsalz, von dem bei guter Küchenführung nur geringe Mengen nötig sind.
So baut sich also die Wirtschaftlichkeit in der Ernährung ganz wesentlich auf der Er- kenntnis des inneren Wertes dessen auf, was wir täglich essen und trinken. Jeder kann dazu beitragen, daß seine Ernährung sich nicht nur sach - gemäß gestattet, sondern mehr und mehr rollt«
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Gewiß: Hochtouren machte man schon immer. Nur fragt sich’s wie! Um 1900 war die Anstrengung bestimmt größer als das Vergnügen. Denn die Kleidung war so absurd wie der Geschmack
j jener Zeit. Reines, edles Tabakaroma ? wurde getrübt durch eine Modetorheit: j das Goldmundstück der Cigarette. Nach J 30jahren hat dieSachlichkeit gesiegt. Und j damit — die Cigarette ohne Mundstück.
selbstverständlich ohne Mundstück
(kT IK AI H


