Anfang der Bewegung, als deren Führer etwa Gust. Ad. Llthmann in Deutschland und Ios. Scheu in Oesterreich zu gelten haben, waren es eine große Anzahl Durchschnittskomponisten, die für Arbeiterchöre schrieben, und deren Werke sich im Etil der vergangenen romantischen Epoche hielten. Aber von der jüngeren Generation haben sich gerade in letzter Zeit bedeutende Vertreter der Sache der Arbeiterchöre an- Scnommen. Hier sind u. a. Herm. S ch e r ch e n, rwin Lendvai und Heinz Tießen zu nennen, die entweder kleinere Chorlieder oder ganze abendfüllende Werke geschrieben haben.
An diese Spezialliteratur hat sich allerdings der Arbeiter-Gesangverein „Eintracht" nicht gehalten, sondern sein Konzert im allgemeinen mehr auf das Volkslied eingestellt, und bei dieser Auswahl guten Geschmack bewiesen. Man sollte jedoch ein Arrangement, wie das „Gebet" der Agathe aus dem „Freischütz", lieber nicht bringen, denn es bleibt im künstlerischen Sinne immer ein Notbehelf.
Den Leistungen des Chores kann man in jeder Beziehung ein Lob aussprechen. Sie sind, seit wir Gelegenheit hatten, den Chor zu hören, entschieden gewachsen. Die Aussprache, nächst der Intonation das schwierigste Problem des Chorgesangs, ist deutlich und durchaus verständlich. Kleinere dialektisch begründete Llnebenhetten (wie z. V. ch in Kirche) lassen sich leicht abschleifen. Die Tongebung ist voll, besonders bei den Männerchören, und Tonhöhendifferenzen kommen nicht vor. Es wird stets rein gesungen. Schließlich sei auch der guten und in geschicktester Weise verwendeten Stärkeverhältnisse Erwähnung getan.
Was hiermit über das Können des Gesamtchores bzw. der Einzelchöre (Männer-, Frauen- und Gemischter Chor) gesagt ist, geht in erster Linie auf das Konto des Leiters Heinrich Meyer (Wieseck). Er hat sich seinen Chor zu einem sicher arbeitenden und auf seine Absichten gut eingehenden Instrument gestaltet, das auch einmal an größere und schwierigere Aufgaben herangeführt werden sollte.
Zwischen den Choren bot das „Llnion-Quar- tett" Frankfurt a. M. ausgezeichnete Einzel- leistungen. Die vier Herren verfügen über ein in Ausdruck und Klang gleich gutes Stimmenmaterial, das ihren Gesang zu einem einheitlichen Ganzen verschmelzen laßt. Wir hörten von ihnen Werke von Silcher, Waelraut (um 1550), Epp und Heim.
Der Verein sang Chöre von Schäffer, Llth- mann, Weber. Mendelssohn u. a. Er kann mit Recht auf den ideellen Erfolg seines Konzerts stolz sein. Der Beifall war sehr stark und zwang das „Union-Quartett" zu zwei Zugaben. B. Das Mntervrogramm dervolkshochschule.
Man schreibt uns: Auch das diesjährige Winterprogramm der Volkshochschule sucht den Forderungen der gestaltenden Volksbildung soweit zu entsprechen, als es unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist. Diese Forderungen decken sich, wie namentlich das starke Anwachsen der Hörerzahl im Vorjahr erweist, mit den wesentlichen Bildungsinteressen des modernen Menschen. Die Volkshochschule lädt zur Teilnahme an ihren Kursen in erster Linie solche Menschen ein. die eine geistige Lebenshilfe suchen, um den sehr veränderten Ansprüchen besser gerecht zu werden, die die heutige Zeit in beruflicher, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher ulw. Hinsicht an unsere Nerven und körperliche Leistungsfähigkeit, unser inneres Erleben, unser ganzes Verhalten zu dem von außen und innen an uns Herantretenden stellt. Worauf cs da für uns ankommt, ist viel mehr, als nur die geistigen Bedürfnisse unter dem Druck der materiellen, beruflichen und gesellschaftlichen Nöte nicht ersticken zu lassen; das ist: mit dem geistigen Werkzeug, das uns aus Philosophie, Religionskunde, Seelenkunde, Erziehungslehre, Gesellschaftslehre, in gewisser Weise auch die Naturwissenschaft (vor allem auch Biologie) und Kunst und Dichtung liefern, sozusagen uns ein neuartiges geistig-seelisches Lebensschiff zu zimmern und ein neuartiges Wissen und Können zu seiner Steuerung airzueignen. Der Ruf der Volkshochschule ergeht wiederum besonders an die I u - g e n d. der mannigfache Lebensaufgaben teils bevorstehen, teils sich bereits aufgedrängt haben, und die die richtigen Mittel zu ihrer Meisterung sucht. Der neue Lehrplan enthält daher u. a. Themen angefangen von der Gesundheitslehre bis zu den Höhen der religiösen Stellungnahme zum Leben. Möge niemand versäumen, zu prüfen, welchen der Kurse er mit Nutzen besuchen würde.
Anscheinend ist noch nicht genügend bekannt, daß jeder Interessent in der ersten Woche des Semesters sich durch einen Probebesuch beliebiger Kurse über deren Inhalt und Arbeitsweise unterrichten kann, ehe er sich zur Einschreibung entschließt. Besonders die Teilnehmer des am Samstag, 25. Oktober, 20 Llhr, im Großen Hörsaal der Llniversität stattfindenden Eröffnungsabends seien auf diese Möglichkeit hingewiesen. (Man beachte die heutige Beilage des Kursverzeichnisses.)
Giehencr Wochcnmarkipreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 170, Kochbutter von 120 an, Matte 30 bis 35, Wirsing, Rotkraut, gelbe und rote Rüben 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Spinat 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 6. Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 3.5 bis 4, Aepfel 25 bis 50, Dirnen 15 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Nüsse 40 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hahne und Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 100 bis 120 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück! 60 bis 140 Pf.; Eier 15 bis 16, Tauben 50 bis 70, Blumenkohl 30 bis70. Salat 10 bis 15, Ealatgurken 10 bis 30, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund; Kartoffeln 2,20 bis 2,50, Weißkraut 3, Wirsing 4, Rotkraut 5 Mark der Zentner.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Sektion Rahnstetten". 20 bis 22.15 Llhr. — Oberhesfischer Missionsverein für Basel: Oeffentlicher Missionsvortrag über das Thema „Kommunismus und Mission in China", 15 Uhr, im Iohannessaal. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Liebesparade." — Astoria-Licht- spiele: „Messalina." — ,
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, um 20 Uhr, findet die erstmalige Wiederholung des mit großem Erfolg und Beifall uraufgeführten Werkes von Curt Corrinth: „Sektion Rahnstetten" statt. Die Regie führt Intendant - Dr. P rasch. Die Besetzung ist dieselbe wie bei der Uraufführung. — Mittwoch geht infolge Spielplanänderung Strauß' Meisteroperette:' „Der Zigeunerbaron" in Szene. Die Vereinigten Operettenbühnen Bochum-Hamborn gastieren mit dieser Operette und stellen gleichzeitig ihren Chor in Stärke von 60 Mann den Gießener Theaterbesuchern vor. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß eine Wiederholung der „Zigeunerbaron"-Aufführung nicht ermöglicht werden kann. — Am kommenden Samstag findet das nächste Gnsemblegastspiel statt. Die Ludwig - Thoma - Bühne gastiert mit dem Volksstück: „Magdalena" von ßubtoig Thoma.
— Der Kaufmännische Verein und Ortsgewerbeverein beginnt am kommenden Donnerstag in der Aula der Universität mit seinem diesjährigen Dortragsprogramm. Dr. Babendererde (Rostock) wird über „Das erwachende Asien" sprechen. — Man schreibt uns zu diesem Vortragsabend: Seit dem Kriege ist Europa nicht mehr der maßgebende Mittelpunkt der Welt. Die Weltgeschichte wird jetzt auch wesentlich von Nanking und Neuyork, von Kairo und Kalkutta aus beeinflußt. Was in jenen fernen Zonen seit dem Kriege vorgegangen ist, entzog sich, die wir mit unseren eigenen Nöten beschäftigt waren, zum größten Teil unserer Kenntnis. Es geht aber auch uns an, wenn in Asien die Fundamente der großen Kolonialmächte zu wanken beginnen. Dr. Babendererde wird alle diese Geschehnisse und Probleme als unparteiischer Historiker behandeln. Man beachte die heutige Anzeige.
— Vorträge über aktuelle Lebensfragen. Die heutige Notlage läßt bestimmte Lebensfragen besonders brennend werden. Die Bewegung für religiöse Erneuerung, die Christengemeinschaft, wird deswegen in diesem Herbst und im kommenden Winter in ihren einzelnen Vorträgen besonders aktuelle Fragen behandeln lassen, die jeden Gegenwartsmenschen interessieren können. Der erste öffentliche Vortrag findet in dieser Woche statt (Mittwoch, 22. Oft., 20.15 Ufjr) und wird das entscheidende Lebensfragen berührende Thema behandeln: „Christentum und Okkultismus". Als Redner ist der Mitarbeiter der Chnstengemeinschaft in Prag, Eduard Lenz, gewonnen worden. Der Vortrag findet in der Universität, Hörsaal 41, statt. (Siehe heutige Anzeige.)
— Dcherber-Ga st spiel. Am 25. und 26. Oktober findet im Saale des Cafe Leib ein Gastspiel der Scherber-Variet^-Schau statt. Wir verweisen auf die heutige Anzeige.
•
** Wechsel in der Leitung des Gießener P o st a m t s. Der Vorstand des Postamts Gießen, Postdirektor Körber, wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ab als Oberpostdirektor nach Darmstadt versetzt, lieber die Amtsnachfolge des von hier scheidenden Postdirektors ist bis jetzt noch nichts entschieden.
** I u st i z p e r s o n a l i e. Der Oberjustizinspektor Karl Link beim Amtsgericht Gießen wurde mit Wirkung vom 1. November ab zum Bureaudirektor beim Landgericht der Provinz Oberhessen ernannt.
** Ehrung eines Iubilars bei der P o st. Heute, Dienstag, feiert — wie man uns berichtet — der Oberpostschoffner Ludwig Groh, Roonstraße 6 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische seinen 65. Geburtstag. Dem
Iubilar wurden von seinen Vorgesetzten, den! Mitarbeitern, dem Reichsverband Deutscher Post- und Telegraphenpeamten und dem Postverem 1906 zahlreiche Ehrungen zuteil.
** Aufgehobene Straßensperre. Der Oberhesf. Automobilclub E. V. (A. v. D.), Gießen, teilt mit: Die Straßensperre auf der Provinzial" straße Nösberts — Grebenhain ist wieder aufgehoben.
•• Halte st ellen-Verlegung der Kraftpostlinie Gießen — Wißmar- Krofdorf. Mit Ablauf des 21. Oktober wird die Haltestelle am N e u st ä d t e r Tor für die aus der Richtung Krofdorf und Wißmar eintreffenden Kraftvostwagen von der Rodheimer Straße (Diebertalbahnhof) nach der West - a n l a g e verlegt werden.
** Der Deutschnatl. Handlungsgehilfe n ve r b a n d gibt im gestrigen Anzeigenteil bekannt, daß die im Winterbildungsplan vorgesehenen Lehrgänge demnächst beginnen. Interessenten seien auf die Anzeige verwiesen.
Wirtschaft.
ORinbermorff in Gießen.
Auf dem heutigen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 1745 Stück Großvieh und 228 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 550 bis 600 Mk., 2. Qualität 300 bis 500 Mk., 3. Qualität 200 bis 350 Mk., Schlachtkühe 150 bis 400 Mk.; Rinder, V.- bis 3/4 jährig 125 bis 225 Mk., 3/t- bis zweijährig 200 bis 350 Mk., tragend 350 bis 500 Mark; Kälber das Pfd. Lebendgewicht 50 bis 60 Pf. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preise über Notiz. Marktverlauf schleppend, es verblieb Lieberstand.
•
* Preissenkungsaktion und Frachtentarif. Gegenüber der Aeußerung eines Berliner Mittagsblattes, das in einer Erörterung über die Preissenkung eine wirksame Senkung der Frachtentarife gefordert hat, wird aus Kreisen der Reichsbahnhauptverwaltung darauf hinge- wiesen, daß der Frachtenindex mit 142 Punkten keineswegs höher liege, als die anderen Indexgruppen. Die Frachtenpreise machen nur einen Bruchteil der Bezugspreise aus. Beispielsweise beträgt der Frachtanteil bei Dpeisekartoffeln und Weizen 1/10, bei Aepfeln 1 '30, bei Briketts 1/7, bei Steinkohlen Via und bei Maschinen V« der jeweiligen Bezugspreise. Eine Senkung der Frachtpreise würde auf die Preisbildung der Waren einen kaum nennbaren Einfluß ausüben.
Frankfurter Börse.
Frankfurt o. M., 21. Oft. Tendenz gut behauptet. — Nachdem sich an der gestrigen Abendbörse eine gewisse Freundlichkeit durchsetzen konnte, wurde auch im heutigen Vormittagsverkehr im Einklang mit der erneuten Befestigung der Mark und der höheren gestrigen Neuhorker Börse eine zuversichtlichere Stimmung sichtbar. Die Kurse wurden um mehrere Prozent über dem Niveau der gestrigen Abendbörse gesprochen. Zu Beginn des offiziellen Marktes jedoch trat eine Reaktion ein, die wohl auf die starke Steigerung der Kurse in den letzten Tagen zurückzuführen war. Ein anderer Grund war jedenfalls nicht erkennbar. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte auch ein Druck von der Baissepartei ausae- gangen sein. Der Ordereingang war etwas bescheidener, aber die LImsatztätigkeit war trotz der Zurückhaltung der Kulisse zufriedenstellend. Die Grundstimmung war wieder im allgemeinen recht zuversichtlich; die ersten Kurse bewegten sich überwiegend etwas über dem Stand der gestrigen Abendbörse, ohne daß jedoch die hohen vorbörslichen Kurse erreicht worden wären. Am Chemiemarkt eröffneten Farben unverändert, Deutsche Erdöl und Metallgesellschaft gewannen bis 2 Proz., dagegen tagen Rütgerswerke 1 Prozent schwächer. Am Elektromarkt fielen Elektrische Lieferungen mit plus 1,5 Prozent auf. AEG. lagen leicht erhöht. Gesfürel gaben 1 Prozent nach, während die Übrigen Werte dieses Marktes gut behauptet waren. Am Montanmarkt ergaben sich unter Führung von Mannesmann Gewinne bis zu 1,5 Prozent. Nur Rheinstahl lagen leicht gedrückt. Dauunternehmungen gehalten. Von Barken traten Bayerische Hypothekenbank mit plus 3 Prozent mehr in Erscheinung. Am Rentenmarkt waren deutsche und ausländische Anleihen anziehend. Pfandbriefe konnten sich zum Teil weiter etwas
bessern. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft wieder stärker zusammen. Material wurde jedoch kaum an den Markt gegeben, so daß die Mehrzahl der Papiere gegen Anfang gut behauptet blieb. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Prozent etwas leichter. Am Devisenmarkt war die Mark fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,3850, London gegen Kabel 4,8610, gegen Paris 123,81, gegen Mailand 92,83, gegen Madrid 46,90, gegen Schweiz 25,0313, gegen Holland 12,0690.
Berliner Börse.
Berlin, 21. Okt. Die Diskussionen über die Möglichkeit eines Weltmoratvriums, die schon gestern durch eine Rede Dr. Schachts angeschnitten wurden, waren in der heutigen Mor- genpresse weiter ausgeführt worden und hatten, verbunden mit dem sehr festen Neuhorker Schluß, im heutigen Dormittagsverkehr eine festeSt immun g zur Folge gehabt. Ziemlich skeptisch steht man dagegen der Meldung eines Frühmittagsblattes gegenüber, nach der zwischen Paris und Berlin Geheimverhandlungen geführt werden, wobei es sich um einen Verkauf deutscher Aktienpakete nach Frankreich und indirekt so um einen Kredit, für die deutsche Wirtschaft in Höhe von etwa einer halben Million Mark handelt. Die ersten Kurse brachten dann insofern eine gewisse Enttäuschung, daß sie zwar noch über den gestrigen Schlußkursen, aber unter den hohen Vormittags- taxen lagen. Die Börse neigte zu Realisationen, wobei die Nachricht von dem Grubenunglück beim Aschweiler Bergwerk nicht ohne Einfluß blieb. Auch das Ausland war heute zurückhaltender; nur die Depositenkassenkundschaft zeigte weiter Kaufneigung. Allerdings konnte man feststellen, daß auch hier die Orders teilweise zu niedrig limitiert wurden. Die meisten Papiere waren um 1 bis 2 Prozent gegen gestern gebessert. Hamburg-Süd lagen 4,5 Prozent höher, Reichsbank plus 2,90 Prozent, Bergmann plus 4 Prozent, Iulius Berger plus 5,5 Prozent, Wiking Zement plus 6 Prozent und Karstadt, plus 3,25 Prozent. Bei letzteren sprach man von einem guten Geschäftsgang der Einheitspreisläden. Von Nebenwerten lagen Hugo Schneider, Gebrüder Körting und Motoren Deutz etwas stärker gebessert. Holzmann profitierten von den schwebenden Verhandlungen über einen großen Auftrag mit Südamerika. Wesentlich schwächer lagen nur Gesfürel mit minus 3,13 Prozent, wobei man von Tauschoverationen gegen Licht & Kraft sprach. Montanwerke wiesen dagegen allgemein nur ganz geringe Veränderungen auf. Der Bergbaubericht mit den hohen Haldenbestän- den (483 \ Millionen Tonnen Ruhrkohlen) mahnte zur Zurückhaltung. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche. Von Ausländern verloren Bosnier bis zu 1 Prozent, während die 5prozentigen Mexikaner um 1 Prozent anziehen konnten. Auch anatolische Renten tendierten fester. Pfandbriefe; lagen bei kleinen ilmfätjen allgemein freundlicher. Reichsschuldbuchforderungen waren dagegen, besonders in späteren Fälligkeiten, angeboten und bis zu 3/,t Prozent schwächer. Geld leichter. Tagesgeld 3,5 bis 5,5 Prozent, Monatsgeld und Warenwechsel unverändert. Auch im Verlause hielt die Abwärtsbewegung der Börse an; die Kurse bröckelten allgemein bis zu 1 Prozent, und für Spezialwerte bis zu 2 Prozent ab.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 ü. Sy, Lombardzinsfuß 6 o.H.
Frankfurt a. M. |
Serlln
Frankfurt o. M.
Berlin
Frankfurt a. 271.
Verlin
Banknoten.
Schluß-l 1-Uhrkur« 1 ,«ur4
Schluß- furd
Anfang- Kurd
Schluß-1 1-Uhr- furd | Ä«rd
cSckiuß- kurS
Anfang« Kurs
Schluß-! 1-ilhr- furd Kurs
Schluß- kurS
Anfang- Kurs
Zjerlin, 20. Oktober
Geld
Snef ..
Amerikanische Noten ......
Belgische Roten. .......
Dänische Noten ........
Englische Noten ........ Französische Noten . ......
Holländische Noten.......
Italienische Noten........
Norwegische Noten.......
Deutsch'Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten..... .
Schwedische Noten..... .
Schweizer Noten ........ Spanische Noten...... .
Tschechoslowakische Noten.....
Ungarische Noten........
Devisenmarkt Berlin
4,188
58,33
111,98
20,37
16,437
168,63
21.91
111,98
59.01
2,477
112,43
81,19
42,07
12,40
73,20
- Frankfurt
4,208
58,57 112,42
20,45 16,497
169,31
21,99
112,42
59,25 2,497
112.87
81,51
42,23 12,46
73,50
a. rn.
Datum
20 10
21 10
20 10.
21 10
Datum
20 10
21 10
20 10
21. 10
Datum
20 10.
21 10
20 10.
21. 10
6% Deutsche ReichLan leihe voll 1927 ..........
7% Deutsche Reichranlelhe von 1929 ..........
Deutsch« Anr-Ablös^SchuId mit Auilos.-Rechten.......
DeSgl. ohne Au-los.-Rechl« . . . 8% He«. BolkSNaat von 1S29 (tüd>o61b. 102%)......
Oberhellcn Provinz - Anleihe mii AuSIos.-Rechten.......
Deutsche Komm. Smnmelabl.
Anleihe Serie 1.......
8% Franks. Hhp.-Bank Goldpse. XIII unkündbar bi« 1934 . . .
7% Franks. Hyp.-Ban! Goldpse unkündbar bi« 1932 .....
4%% Rheinische Hyp^Banl
Liqu. Goldpse.........
8% Pr. LandeSpsandbriesaustalt, Pfandbriefe R. 19......
8% Pr. LandeSpIandbriesanstaU, Äomm^CbL N. 20......
7% Pr. LandeLplandbriescmstcut, Pfandbriefe R. 21......
A.S.G. abg. BortrregS-Obligatio. oen, rückzahlbar 1932 .....
«% Cefienetd)i|d)e Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Oesterreichilche Einheitliche Rente...........
4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 Wi% befiflt. von 1913.....
4% Ungarische Kronenrente . . - 4% Türkische Lollmckeihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.
Serie I...........
4% de«gl. Serie U.......
6% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ..........
4%% Rumänische vereinh. Rente von 1913..........
4% Rumänische vereinh. Rente .
87
97,8
55,4
7
88
52
52,75
98,5
93,5
86,13
100
97
97
94
27
3,13
1,8
24
19,4
1,85
4,55
4,65
8,25
14,25
7,2
55,6
7
23,2
1,95
14,6
87,5
93,5
55,5
7
89
52,75
100
97
97
3,1
1,85
24,2
20
1,9
4,45
4,55
4,4
8,7
14,5
7,25
8 ! | £ 1 C'SSI I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
Hamburg-Ämertka Patel . . . ’< Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampsschisf.....10
Norddeutscher Lloyd.....8
Allgemeine Deutsche Creditanst. io Barmer Bankverein .... 10
Berliner Handelsgesellschaft . 12
Commerz, und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und
DUconto-Gesellschast, ... 10
Dresdner Bant......10
Reichsbank........12
A.cr.cs..............
Bergmann.........9
Elektr. LteferungSgeselllchaft. 10
Licht und 8 rost......10
Felten & Guilleaume . . .7•/, Gesellschaft für Elektrische
Unternehmungen .... 10
Hamburger ElektrizitätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckerl L Co....... n
Siemens & HalSle ..... 16 Tra-.Sradio ......... 8 Lahmeyer L Cv.. ..... jn
Buderus...... .... 5
Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Harpcncr..... 0
Hoelch Eisen........6%
Ilie Bergbau ...... 10 Klückncrwcrke ....... .7 Köln-Ncuessen....... 7 Mannermann-RShre» .... 7 ManSfelder Bergbau.....7
Oberschlei. Etscnbcdarf .... 5
Oberschlcs. Kokowerke..... 7 Phönir Bergbau...... 8% Rheinische Braunkohle» . . 10 Rh-inslahl...... 6
Ricbeck Montao......7,2
5T
82,5
100
109
133,5
122
163
118,5
117,5
230
128,5
131,5
105,5
133,5
143,75 188
148
56
71,5
96,5
94
223,5
78,75
41,13
44
69.25
188
83
109.5
122
163
118,75
118 230,5
128,9
124,9 131,5
132,4
144
188
151
56,5
72
97
94
80,25
83,5
82,5
161
83,5 100,25
109
133 122,25
162,5
118,25 117,5
227
128,75
141 123,25 132,25 103,25
134,75 121,25
129 125,25 144,25
188,5 128,5
148,75
55
71,5
97
94
85,5
223
78
86,5
79
41,5 45,76 81,75 69,25
188 84,25
83
165,5
83,6
100,6
109,5
134.5
122.75
163
118,5
118
229,9
129,25
145
124,6 132,5
103.6
131,6
121,75
125,25
144,75
189,75
128,75 149,5
56,5
72
97,5 93.4
86
76,25
86,75
80
43,25
46,5 81
. 69,5
189
84,5
Bereinigte Stahlwerke.....
Olavi Minen......16'/.
Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15
g. G. Farben-Industrie ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 Ccheideanstalt........9
Goldschmidt ........ 5 Rütgerswerke ........ 6 Metallgelellschast.......6
Philipp Holtmann......7
Zementwerk Heidelberg . . 10
Zementwerk Karlstadt. ... 10 Wayß & Frey tag......8
Schultheis PaHenhoser ... 15 Ostwerke.........13
Aku...........18
Lemberg........ . 14
Zellstoff Waldhos .... 18'/, Aellstoss Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer GaS..... 9
Daimler Motoren . ..... 0 Deutsche Linoleum ......
Rat. Automobil ....... 0
Orenstein & Koppel . .... 6 Leonhard Tietz ...... 10 SvenSka...........
ktranksurter Maschine» .... 4
Sritzner........ . 6
Heyltaenstaedt..... . 0
Iunghan»..........6
Lechwerte..........8
Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 Miag...........io
Gebr. Roeder...... 10
Boigt & Haesfner ...... 9 Süddeutsche Zucker • . • • 10
' 71-5
205
207
288,5
148
—
142
46
54,75
95
85
61
64
73,5
124,75
92
166
125
30,25
29,5
87
93,25
150
143
288
148
53.75
97
84,6
93
61
92
25,9
165,5
75
—
70,5
32,4
204.5
206,5
288,5
147,65
69,5
44
54,65
95
83,25
61,75
192,5
153
64,9
73
123
91,5
86,25
122,75
25,25
164
37,25
12,75
55
125,75
288
18,75
30,75
30
71,5
150
143,9
71
33 203,5 207.5
290
148,5 70,25
45,75 54,25 93,75
85,5
195
175 65,5 74,5
123
94
87
25.6
166 37,75
55 126 287
20 Oktober
21. Oktober
Amtliche Dotierung
Geld | Srie,
Amtliche Notierung
Geld | Sriti
Amtt.- Mott. Buen.-AireS Brss.-Antli). Christiania. Kopenhagen Stockholm . HclsingforS. Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris. . . . Schweiz .. Spanien. . Japan . . . Nio de 9au. Wien hi D-- Ceft. abgcst Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. .
Kanada . . Uruguay.. Cairo ...
168,89 1,453 58,49
112,22
112,24
112,61
10,556
21,96 20,382
4,194
16,457
81,40 42,38 2,076
59,165 12,441
7,433 73,043
3,037 18.81
81,51 1,784
5,435
4,199 3,257
20,90
169,23 1,455 58,61
112,44
112,46
112,83
10,576
22,00 20,422
4,202
16,497
81,56 42.46
2,080
59,285
12,461
7,447 73,057
3,043 18,85
81.67 1,789
5.445
4.207 3,283
20,94
168,73 1,447
58,43 112,12 112,13 112,47
10,546 21,235 20,364
4,189 16,445 81,365
44,00 2,078
59,10 12,428
7,427 73,33
3,034 18,80
81,44 1.784
5.43 4.1955
3,297 20,83
169,07 1,449 58,55
112,34 112,35 112,69 10,566 21,975 20,404
4.197 16,485 81.525
44,08
2,084
59,22 12,448
7,441
73,47
3.040
18,84
81.60
1.789
5,44 4,2035 3.303 20,93


