Ausgabe 
21.6.1930
 
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Nr. U5 viertes Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 21. )uni 1950

Wirischast.

Oie Oiskontsenkung der T^eichsbank.

Die Reichsbank hat sich endlich zu dem nun schon seit einiger Zeit erwarteten und notwendi­gen Schritt entschlossen, den Diskontsatz um V.5 Prozent aus 4Prozent zu senken, nach­dem zuletzt am 19. Mai eine Herabsetzung um ein halbes Prozent erfolgt Var. Die anhaltende Flüssigkeit des Geldmarktes, die auch durch die (Auflegung der Vounganleihe keine Unterbrechung erfuhr und neuerdings eher noch fortgeschritten ist, machte die Diskontsentung unausschiebbar, auch wenn am Kapitalmarkt eine weiter ziemlich un­befriedigende Situation herrscht. Die Reichs­bank geht mit ihrem Schritt kein Risiko ein, da ihre Deckung nach dem letzten Ausweis als ungewöhnlich groß anzusprechen ist und die Wechselbeanspruchung mit fast einer Milliarde ein denkbar geringes Ausmaß angenommen hat, so daß das Institut die Fühlung mit dem freien QÜarlt fast vollkommen zu verlieren drohte. Auch bleibt nach der neuen Diskontherabsetzung eine genügend hohe Zinsspanne zu den Diskontsätzen der übrigen wichtigsten Notenbanken bestehen: die Gefahr einer Abwanderung der in Deutsch­land in starkem Maße angelegten kurzsristigen Auslandgeldcr ist also, wenn nicht ganz unvorher­gesehene Krcditerlchütterungen eintreten, gegen­standslos. Den letzten Anstoß zu der Maßnahme der Reichsbank dürfte die Diskontherabsetzung der Federal Rcserve-Bank von Reuyork um 0.5 Prozent auf den bisher niedrigsten Sah von 2 5 Prozent gegeben haben. Die Spanne zwischen dem deutschen und dem Reuyorker Diskontsatz beträgt demnach unverändert 1.5 Prozent. Be­deutet also die Ermäßigung deS Reichsbank-, diskontcs kein Risiko für das Zentralnoten­institut. so ist sie andererseits im Interesse der deutschen Wirtschaft, deren Konjunktur weiter zurückgcht. nur zu begrüßen. Erwartet muß aber werden, daß sich die Bankwelt bald zu einem Abbau .ihrer hohen Zinsbedingungen entschließt und auch die Hypotheken zins en eine Er­mäßigung erfahren. Dann erst ist eine Belebung der Konjunktur möglich.

' Ermäßigung der Reuyorker Re- diskontrate. Die Reuyorker Rediskontrate, die seit dem l.Mai d. I. 3 v. H. betrug, wurde um 0,5 v. H. aus 2,5 v. H. herabgesetzt.

* Diskontherabsetzung in Chikago. Die Federal Reserve Bank of Chicago hat den Rediskontsah von 4 auf 3,5 v. H. herabgesetzt.

e D i e rumänische Rationalbank zeichnet Aktien der BIZ. Die rumä­nische Rationalbank hat beschlossen, 4000 Aktien der BIZ. zu zeichnen.

* Zinsermähigungenb ei derStem- p c l - B e r c i n i g u n g. Wie WTB.-Handels- dienst erfährt, hat die Stempel-Bereinigung aus Anlaß der Ermäßigung des Reichsbankdiskont- sahcs aus 4 v. H. beschlossen, mit Wirkung vorn 21. Iuni den Habenzinssah für täglich fällige Gelder in provisionsfreier Rechnung von 2 auf 1,5 v. H in provisionspflichtiger Rechnung von 3 auf 2,5 v. H. und den Sollzinssatz von 5,5 auf 5 v. H hcrabzusctzen. Ferner ermäßigt die Stem­pel-Bereinigung den Zinssatz für Sparkonten mit Wirkung vom 30. Iuni auf 4 v. H.

* Hessische Landesbank Staats­bank Darmstadt. Dem Geschäftsbericht für das Iahr 1929 ist zu entnehmen: Der Ge­samtbetrag der Hypothekoarlehen stellt sich Ende 1929 auf 78,9 Mill. Mk. Zugewachsen sind 14 Mill. Mk., wovon der größte Teil auf Woh­nungsbau-Hypotheken entfällt. Die Zinsverbilli­gung wurde vom Minister für Arbeit und Wirt­schaft in 1929 für insgesamt 7,9 Mill. Mk. be­willigt. Mit Hilfe dieser verbilligten Baudarlchen wurden 3725 Wohnungen erstellt (1928 4300 Wohnungen bei einem Darlehensbetrag von 9.4 Millionen Mk. und 1927 5600 Wohnungen bei einem Darlehensbctrag von 13,3 Mill. Mk.). Bei der schwierigen Beschaffung der Mittel war es der Bank nicht möglich, die Rachfrage nach Hypothekdarlehen ganz zu befriedigen: nach der im lausenden Iahre eingetretenen Erleichterung am Kapitalmärkte konnten die Darlehensbedin­gungen erheblich verbessert werden.

'Die Preußische Z e n t r a l - D o d e n- krcdit- und Psandbrief-Bank AG- Berlin, (hervorgegangen aus dem Zusammen­

schluß der bekannten beiden großen Hypothekcn- institute) kündigt als ihre erste Emission unter der neuen Firma die Ausgabe von 7,5prozentigen Gold-Hypolheken-Psandbriefen unkündbar bis Oktober 1935 an. deren Börsencinführung alsbald ftattfinben wird, und veröffentlicht eine Zeichnungseinladung auf einen Betrag von 20 000 000 Mk dieser neuen Goldpsandbriefe zum Kurse von 93 Prozent. Es ist sehr zu begrüßen, daß die Donk sich dazu entschlossen hat. den 8prozentigen Zinstyp zu verlassen und im Inter­esse der Wirtschaft eine Zinssenkung für den langfristigen Kredit anzustreben. Alles Rähere über die ZeichnungSbcdingungen. sowie über die Bedingungen des Umtausches von den zum 1. 3uli gekündigten lOprozentigen Gold - Pfandbriesen 6m. 37 der Preußischen Pfandbrief-Bank in die neuen 7.5prozentigen Gold-Pfandbriefe ist der im heutigen Inseratenteil veröffentlichten Be­kanntmachung zu entnehmen

Die Preisinderztfser derMetall- wirtschaft. Die Preisinderzifser der Metall- wirtschast stellte sich am 18. Iuni auf 89,4 g 94,0 am 11. Iuni (Durchschnitt 1909 13 100),

fiel also um 4,9 v. H. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisstande vom 18. Iuni fol­gende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 85.8 (92,9), Blei 110,9 (112,5), Zink 67.8 (69.8), Zinn 73.2 (75.6), Aluminium 132,0 (132,0), Rickel 107,7 (107,7), Antimon 80.7 (80.7).

Andreae-Roris-Zahn AG, Frank­furt a. M. Die Gesellschaft erzielte 1929 einen erhöhten Bruttogewinn von 4,39 (3.64) Mill. Mark, wovon Unkosten und Steuern 3.68 (2,93) Millionen Mark erforderten. Rach 176 759 Mark (187,691 Mk.l Abschreibungen verbleibt einschl. Bortrag ein Reingewinn von 627 146 (620 734) Mark, voraus wieder 10 Proz. Dividende auf die Stamm- und 7 Droz, auf die Borzugsaktien verteilt werden sollen. Außerdem werden der Reserve II wieder 100 000 Mk.. der im Vor­jahre errichteten Baureserve 150 000 (100 0001 Mark und dem Pensionsfonds wieder 50 000 Mark überwiesen. Rach dein Bericht seien die Umsätze 1929 nicht unerheblich gestiegen, doch habe sich die Bruttoverdienstquote verschlechtert infolge Steigerung der Linkosten und Llebersehung der Branche. Im Februar 1929 wurde die Firma I. C. Schaefer jun. in Elberfeld übernommen, die als Zweigniederlassung weitergeführt wird. Das neue Geschäftsjahr sei bisher nicht unbefriedigend verlaufen. (GB. 24. Iuni.)

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 21. Juli. Tendenz gcschäfts- los. Die Diskontfenkuna der Reichs- bank konnte zum'Wochenschluß nicht mehr nach wirken. Die anhaltende Orderlosigkeit wirkte bcprb mierend und unterband jede Geschäftsentwicklung. Verstimmend wirkte immer noch die ungünstige inncrpolitische Lage und die wieder schwan- kende und matte gestrige NeuporkerBörse. Die übrigen internationalen, zumeist festeren, Bör­sen blieben ohne jeden Einfluß. Die Grundstim mung war aber nicht unfreundlich. Abgaben wurden kaum vorgenommen. In einigen Werten zeigte die Spekulation später einiges Deckungsbedürfnis, so daß sich gegenüber der gestrigen Äbendbörse ver­einzelt Kursgewinne ergaben. Im großen und gan­zen war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Etwas mehr Interesse bestand am Chemie- markt für I G. - F a r b e n, die 1,25 o.Sj. ge­wannen. Am Elektro markt eröffneten A E G. 1 d. fj. fester, während Elektrische Liefe­rungen geringfügig abgeschwächt waren. Mon­tanwerke lagen' ohne Geschäft. Erstnotierungen kanten vorläufig nicht zustande. Von K a l i a k t i e n verloren Westeregeln 2,75 v.H., dagegen waren Salzdetfurth auf dem ermäßigten Niveau be­hauptet. AG. für Verkehrswesen waren mit 41,5 v. S). etwas gesucht. Banken waren wenig verändert. Renten lagen heute still. Neubesitz leicht anziehend. Im Verlaufe stagnierte das Ge­schäft saft vollkommen. Unter dem Drucke der Ge­schäftslosigkeit ergaben sich auf fast allen Markt­gebieten kleine Abschläge, die jedoch nicht über 1 p. f) hinausgingen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 v. H. unverändert. Am D e oifenmarft nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,3725, London gegen Kabel 4,8588, jegen Paris 123,77, gegen Mailand 92,79, gegen Madrid 41,85, gegen Schweiz 25,0940, gegen Holland 12,0860.

Berliner Börse.

Berlin, 21. Juni. Zum Wochenschluh herrschte an der heutigen Börse wieder eine kaum noch zu überbietende G e s ch ä f t s ft i 11 e Am Vormittag fanden Umsätze überhaupt nicht statt: die Tendenz war aber gehalten, während die q-ften offiziellen Kurse überwiegend etwas schwächer und 1,5 oder 1 v H. niedriger lagen, im Vergleich mit den gestrigen Mittagschluhkvrsen. Die stark schwankende und zum Schluß matte gestrige Reuyorker Börse verstimmte natürlich. In der Innen­politik sieht es nach wie vor unsicher aus, und dieser Umstand drückte ebenfalls auf die Stimmung im allgemeinen. Der Geschäftsbericht der De di-Bank, der von einer weiteren Depression der Wirtschaft und der Finanzgebarung spricht, war ebenfalls nicht dazu angetan, eine freundliche Stim­mung hervorzurufen. Viel erörtert wurde auch das Finanzprogramm der Reichsbahn. Alle diese Momente veranlaßten die Börse eher aus den noch bestehenden Engagements herauszugehen, und nur vereinzelt konnte man heute Wochenschluß bedungen der Baissespekulation beobachten. Stark abgeschwadft waren heute Julius Berger, die 8,5 v. H. einbüßten. Auch Salzdetfurth lagen über 3 v. H., S v e n s k a 3 Mark niedriger. Dagegen waren Chemische Heyden, Hotelbetrieb, Mansfeld, Eisenbahnverkehr und noch einige andere Papiere 1 bis 2 o. H. erholt. Deutsche Anleihen waren leicht befestigt. Von Ausländern waren B o s n i e r und Mexi­kaner etwas schwächer. Am Geldmarkt waren die Sätze unverändert. Tagesgeld 2 bis 4.5 v. H., Monatsgeld 4,75 bis 6 v. H-, Warenwechsel zirka 4 v. H. Nach den ersten Kursen setzte sich eine Er­holung durch, die 1 bis 2 v. H. betrugen. Der Grund hierfür waren Deckungen, die vereinzelt vorgenom- men wurden. Später aber wurde es wieder etwas schwächer, so daß die im Verlause erzielten Gewinne meist wieder verlorengingen und darüber hinaus so- oar eine Reihe von Werten, wie Salzdetfurth, A E G., R e i ch s b a n k usw. 0,5 bis 2d. H. die An­fangskurse unterschritt. Deutsche Atlantische Telegraph wurden gegen Anfang 5 v. H. schwä­cher taxiert.

Berliner Prodnktcnmarkt.

Berlin, 20. Iuni. Born AuSlande lagen nennenswerte Anregungen heute nicht vor. und da auch im Inlande keinerlei neue Momente ge­geben sind, verkehrte der Markt bei sehr ruhigem Geschäft in stetiger Haltung. Alter Weizen wird jetzt etwas dringlicher offeriert, Gebote find je­doch auf etwa 2 bis 3 Mark niedrigerem Niveau erhältlich, da Weizenmehl immer noch zur so­fortigen Lieferung lediglich sehr kleines Be- darssgeschäst hat. DaS Angebot in Weizen neuer Ernte hält weiter an, nur frühe Termine sind offeriert, die hierfür geforderten Aufgelder wer­den aber nur vereinzelt bewilligt. Roggen zur prompten Verladung ist nicht mehr so dringlich angeboten. Für Neuroggen lauten die Forde­rungen 1 bis 2 Mark höher, Nachfrage ist je­doch auch ziemlich zurückhaltend. Aw Lieferungs­markt kamen in Weizenmehl zur späteren Liefe­rung nur vereinzelt Umsätze zustande. Für Rog­genmehle werden zumeist Üntcrgebotc abgegeben, die von den Mühlen als unrentabel abgelöst werden. Am Hafermarkt hat sich dos Angebot zurückgezogen, die Tendenz ist als stetig zu be­zeichnen. Gerste still. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 301 biS 305 (ruhig), Iuli 297 bis 296, Sept. 262 (Bries), Oft. 263: Roggen, märkischer, 172 biS 177 (ruhig), Iuli 169,50 bis 169, Sept. 173 bis 172.75. Oft. 176 bis 174.50; Gerste 168 bis 184 (etwas fester); Hafer, märf., 150 bis 162 (fester). Iuli 168 bi« 166. Sept 167 bi« 169, Oft. 172; (ICO Kilo): Weizenmehl 33.75 bi«42 (still); Roggenmehl 21,50 bis 24,50 (ruhig); Wei­zen fleie 7,60 bis 8,10 (still); Roggenkleie 7,75 bis 8 (still); Diktoriaerbsen 24 bis 29.

Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt.

Die Lethargie, die schon seit längerer Zeit an der Börse herrscht, wird allmählich zur Gewohn­heit und scheint nicht mehr weichen zu wollen. Anfangs der Woche war die Stimmung jedoch noch freundlich, da die freundliche Aufnahme der Bounganleihe doch etwas anregen konnte. Das Geschäft konnte aber nie ein grö­ßeres Ausmaß annehmen. Der weiter anhaltende Ordereingang wurde fchließlich als größter Druck empfunden, und erstickte jede Geschäftsbelebung im Keime. Die rasche Unterbringung der TJoung- anleihe in fast allen Ländern und die drei­

fache U e be r ze i ch n u n g in Deutsch­land trugen etwas zur Besserung der Stim­mung bei, aber die Händler ersahen hierin leine Anregung, da auf der anderen Seite die unvorteilhafte inner politische Lage und die starken KurSeinbrüche an der Reuyorker Börse jede bessere Regung untergruben. Die Tendenz war ausgesprochen lustlos, und der Börse fehlte jeder Untemeb- mungsgeist, so daß das Geschäft sich in den engsten Grenzen deivegte und zeitweise säst voll­vollkommen zum Stillstand kam. Die Wirtschasts- ankurbelungsversuche, der günstige Reichs- bankauSweis.der eine erhebliche Entlastung auswies und die aktive H a n d e l S b i l a ii z konnten auch späterhin keine Anregung bieten, da die Finanzschwierigkeiten, in deren Zusammen­hang man mit einer evtl. Krise zu rechnen müssen glaubte, zu stark überwogen. D.e Kulisse schritt in starkem Maße zu Leerabgaben, d.e Kursverluste waren daher zeitwei'e recht erheblich Gegen Ende der Woche vermehrten sich die Schwierigkeiten und die Börse bot ein trostloses Bild. Rach vorübergehender Besserung schlug der beab­sichtigte Rücktritt des ReichssinanzministerS 9r. Moldenhauer wie eine Bombe ein, obwohl damit schon seit einiger Zeit gerechnet wurde, und man konnte beobachten, daß die Kulisse wieder zu Angstverkäusen schritt.

Zum Wochenschluß blieb die Krisenstimmung an der Börse wohl bestehen, aber wider Er­warten trat eine Beruhigung und Besserung der Stimmung ein. In erster Linie war d e Erholung auf Interventionen von Großbankseite, worauf die Spekulation zu Deckungen schritt, zurückzu­führen. Auch sollen von London sestere Kurse vorgelegen haben, so daß nach Ausschaltung der Finanzschwierigkeiten Gründe genug vorhan­den waren, um der freundlicheren Tendenz ben Boden zu ebenen. Auch in politischer Beziehung machte sich jetzt ein Hoffnungsschimmer bemerk­bar. da man aus der Richlannahme des De­missionsgesuches Dr. Moldenhauers ersehen will, daß der Reichspräsident versuchen wird, den Reichsfinanzminister im Qhhtc zu hallen. Man nahm aber gleichzeitig an. daß. wenn eine Lösung auf dieser Basis zustandekommen soll, die finan- ziellen Schwierigkeiten immer noch nicht über­wunden sein werden Aus der anderen Seite: wurden auch (Hamen für eine evtl. Rachfolge in Betracht gezogen. Das Gefchäft war aber nicht umfangreich und wickelte sich nur in Spezial- werten ab. Der erneute Kurseinbruch in Reu- York mahnte noch zur Zurückhaltung. 5>er Auf­tragseingang blieb weiter gering. Doch wurde es gleichzeitig freudig begrüßt, daß vom Auslände kaum mehr Abgaben vorgenommen wurden. Gegen Schluß der lehtägigen Börse verstärkte sich die Rachfrage nach führenden Werten zu­sehends, so daß die Woche bei zuversichtlicherer Stimmung ausgesprochen fest schließen konnte. Aber im Hintergründe blieb die politische Schwie­rigkeit als Gespenst und trabe Erinnerung b: sichen. Bei einem Vergleich mit den Kursen der ver­gangenen Woche blieben zumeist immerhin noch erhebliche Abschwächungen vorhanden. Die ein­getretenen Verluste konnten nicht mehr ausge­glichen werden. D.e Hossnungen auf eine baldige Diskontsenkung der Reichsdank verdichteten sich aber weiter. Am stärksten unter der ver­schlechterten Situation hatten vor allem Kali- werte zu leiden. Aschersleben verloren 10 Proz., Salzdetsurth 20 Proz. und Westeregeln 11 Proz. Banken lagen bis zu 4 Proz. schwächer. Reichsbankanteile, Die anfangs der Woche von amerikanischer Seite stark angeboten gewesen sein sollen, gaben 18 Prozent nach. Auch der Schifsahrtsmarkt hatte in der endgültigen Frcigabeangelegrn- heit feine Stühe mehr und unterlag genau so stark der Krisenstimmung wie die anderen Märkte und verlor bis zu 7,5 Proz. Auch der Kunst- se idem ar kl war stark mitgerissen und bis zu 10 Proz. schwächer. Aber hier verstimmten noch Meldungen aus dieser Industrie nachteilig. Von Auslandaklien gaben Chade 16 Mark nach. Der Montanmarkt lag mit einigen Ausnahmen nur wenig verändert. Bei einiger Rachsrage zeigten sich einzelne IDcrfe sogar recht widerstandsfähig. Rur Rheinische Braun­kohlen lagen stark im Angebot und 12 Proz. niedriger. Ilse Bergbau gaben 4 Prozent nach. Stärkere Verluste hatte noch der Elek- tromarft hinzunehmen, wobei Siemens mit 9 Proz. führend waren. Angeblich drückten Schweizer Abgaben auf diesen Markt, die schein­bar sogar bis zum Ende der Woche nicht ganz

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdisfont 4,5 o. H^ Lombardzinsfuß 5,5 o H.

Arankfun a. 3)1.

Serini

Schluß-1 für# l

t-Uhr» n.r»

Schluß» für#

Antang- flur#

Datum

20 6

21 6

20 6.

21 6

o% 4.iunaK Äcupeaiutux von 1927 .........

7% Deutsche Reichtanlethe

88,5

88

104,75

104,1

Tfuthhe «nl.-Mtlöl.-Schuld mti

58,7

58,75

9.25

_

58,1

9.25

De»gl. ohne Aullos.-Recktr . . 8% Heil. Solteftaal von 1929

9.3

9,4

95,5

95,9

^rückzahlb. 102%)......

Cberbriicn Previn,. Anleihe mt

«u»!oi. Rechten......

Deutsche fiomm. GammelabL

57

Anleihe Serie 1......

8% irranlf. Hvp.-Bank Soldpfe

51,25

58

XIII unkündbar bi, 1931 . .

100,5

7% tzrankf. Hnp-Bank Goidpfe

unkündbar bte 1932 ....

Rheinische Hop.-Bank

Liqu. Soldpse........

95

89,25

6% Pr. Landes psandbriesanstalt Pfandbriefe R. 17......

6% Pr Landcrrian:briefanka!i

101

101,25

rtcmm..£b'.. Ji. 20......

96,5

7% Pr. Lande:vfandbriefanstalt

Pfandbriefe R. 10......

95,5

95

A.S.S. abg. Porlriegt-Lbiigatto

nen, mltablbat 1932 .....

98

26,5

_

4% Lesterreichtscke Goldrente .

26 65

4,20% LeNrrreickische Silberrent. 4% Lesterreichtscke Einheitliche

3

Rente...........

_

_

2,05

_

«% Ungarische Goldrente ....

23

23,3

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

4*4% 6e#fll von 1913.....

21.25

2.05

4% Ünganfchr Lronenrrnte . .

2

2

4% Türkische Zollanleibe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anl

5,75

5,7

Serie I ..........

5,75

5,75

5,9

4% de4gl. Serie II.......

5% Rumänische verein-. Rente

9,6

9,6

<%% Rumänische vereint». Renb

von 1913 ..........

16,7

7,8

-

16,75

7,9

16,6

*% Rumänische vuetnh. Reale .

Hranktun a. Dl

Berlin

irchluß. kur«

1-Ubr« nur#

Schluß« für#

Anfang- nur«

Datum

20 6

21 6

20 6

21 6

Vamcurg-tämrnla Par.

103,5

103

103

Hamburg-Ludam Dampfschiff

8

pania Tampfschtfs.....

10

140,75

140

Norddeukicher Llovd ....

*

103,25

-

103

103.5

Allgemeine Teu llcke Creditanst.

10

113,75

114,25

114.25

Barmer Sankvercm ....

10

124.5

124.5

124 5

124.4

Berliner Handelsgesellschaft .

12

162.5

162

161,5

liotntnrn- und Petval-Bank .

11

143

142,5

142

142.4

Darmstädter und RaNonalbank Ifurid:? Bank und

12

213

211.5

210.5

Ti^onto^esellschaft, . . .

10

135

135,25

135

Dre-dner Bank......

10

135,25

135,25

135.25

135,25

Reich# bank.....

12

262

261.5

260.25

S.E.S...........

k

150,5

151,5

151,5

151,25

Bergmann........

. 9

178.25

Llektr. Lielerungsgesellschaft.

10

141

141,5

141

Licht und flialt......

10

148.65

149

148.4

selten S Guilleaume . . . 7K

111

111

110

Aeiellschaii für Elektrische

Uniern.'binungen ....

10

145,5

145.5

145.25

Hamburger Liektrigtätb-Lerke

1-

-

134

134

RhemiiLk ttiel:n#itat . . .

1

147.5

145.25

Schlesische ©tlrtijitat. . . .

10

151.5

151.5

ediuderl & Co..... .

11

165,4

166

Siemen« & Halske.....

Ifi

222.25

223.25

222,5

Transradio........

. -

116.75

Lahweyer »da.......

10

162

162,5

72

72

70.75

Deutsche Erdöl......

. t

91,25

90

Eiiener Steinkohle.....

. t-

137.25

Gelsenkirchener......

. e

131

131

131

Harpener.........

122

123

123.13

Hoesck Eisen......

6 V

95,25

I.!e Bergbau.......

Siöcknerwerke.......

ll

129.5

100

_

229

100

228

100

93.25

91

Mannesmano-Röbren ...

96.65

96

Mansselder Bergbau ....

68

66,75

67.25

Lber<»:es.Ei>ende--irf . . .

. b

Lberschles. Sokswerkc....

102,5

102

Phönix Borgbau......

Rheinische Braunkohlen . .

6^ 1<

90.5

90.75

213.5

50.4

214

Rheinttab! .......

113

112

H2.5

112

-

.Frankfurt a. Dl. 1

Serkin

edtius-.

vUtjr» |

Schluß.^

«nfang.

kur« 1

nur« |

kur< 1

nur«

Datum

20 6

21 6

20 6

21 6

üetrmigie Stahlwerke .

L tavi leinen.....

90

90.25

.90,25

. 16*/.

46.13

45.9

45.5

flaltroerfe ?!i verkleben .

. . V'

208

204.25

Oaltroerft Westeregeln .

. . 10

205.5

206

207.75

Kaliwerke Salzdetfurth .

. . 15

370

369,5

372,5

370,25

I. ®. warben.Industrie .

. . 12

156,65

157.9

156,5

156 5

Tvnamit 32obd ....

. . . f.

80

Sckeide anstatt.....

. . . »

145

«oldlchmibt.....

. . . 6

57

57

57

Rütgertwerke.....

. . . 6

61,5

61.5

61,13

Pletällgeiellsckakt. . . .

. . . 8

114

114,75

Philipp Holtmann . . .

. . . 7

93

1

94

Zementwerk Heidelberg

. . IO

Cementwerk Karlstadt. .

. . 10

Laut & Frey tag . . .

. . . 8

1

78,75

Sckultbei» Pa^enHofer .

. . 15

290

290

Cftrrrrte.......

. . 12

238.5

340

Sku.........

. . 12

89.5

-

88.25

88

Bemberg.......

. . 1<

98

98

98

Zellstoff eaJbbof . . .

. 13',.

158

156,25

Zellstoff «Ickafkenburg . Ldarlonenburger Wasser

. . 12

119,5

119

... 8

100.25

99,5

Teiiauer (Hai.....

... 9

147.25

Taimler Motoren . . .

. . . 0

34,25

34.25

33.9

Denilcke Ltnoleum . .

....

206

203 75

204.5

Maschinenbau Ä.-S. . .

. . . 0

47,75

47,25

Rat. Automvbrl ....

. . . 0

16.75

15.6

Lrenstem L Soppel . .

... 6

68

69

Leonhard Tieg ....

. . 10

149

-

149

148

Svenlka.....

306

-

305

302

Frankfurter Maschinen .

... 4

25,5

Erchner.......

... 6

34,5

Hevligenstaedt . . .

. . . O

*

Iungbanr.......

Keckmerke.......

... 6

36,5

-

37,5

Marnkraftwcrre Höchst a. M.. . S

Mrag.........

. . 10

115

114,5

Gebr. Roeder.....

. . 10

Botgt S Haekfner . . .

... 9

150

ISO

-

Süd keusche Zuck» . .

io

156,5

-

157

i -

Banfnolen.

DeoiKnmarft Berlin Frankfurt a 20

23trlin, 20 juni

kleid

ilmertkani'cke Roten......

4.172

4 192

Velgi'cke Roten ......

58.34

58,58

Tonische Roten .......

111.83

112,27

Lng'tsche Roten . .......

20,312

20.392

klranjosiiche Roten.......

16,395

16.455

holländische Roten.......

168,04

168,72

Italienische Roten........

21.95

22.03

Norwegische Roten.......

111.83

112.27

Teutsck-Leiterretch, 4 100 Schilling

59.03

59,27

Rumdniltbe Roten.......

2.46

2,48

Schwedische Noten.......

112,16

112,60

Schweizer -boten........

81,04

81.36

Spanische Roten ........

48.85

49.05

Llckeckoslowattsche Noten.....

12.41

12.47

Lngariiche Roten........

73.03

73.33

20 3um

21 Juni

emtlitbt Honrrung

Äm» cke Hotinuna

«elv

Srie'

Selb

Britt

«mst.-Ron.

168.30

168.64

168.29

168.63

tforn. AtreS

1.545

1.553

1.550

1.554

flnttD

58.405

53.525

58.41

58.53

(Shrifttarua

112.09

112.31

112.08

112.30

<toD:nbag:n

112,0?

112.29

112,08

112.39

Stcxlhoim

112.50

112.72.

112,36

112.48

HeiiingforS.

10.54

10.56

10.54

10.56

Ztalten. . .

21.945

21.985

21.945

20.389

London. - -

20.35

20.39

20.349

21.985

Renvork . .

4.1875

4.1965

4.1885

4.1965

PoriS....

16.435

16.475

16,435

16.475

Schweii . .

81.08

81.24

81,10

81.26

Cvanirn .

49.35

49,45

43.75

48.85

Japan . . .

2,069

2.073

2.069

2,073

Rio d« Ian

9.469

0.471

0,472

0.474

Bien in T » Leit- abgeft

59.07

59,19

59 10

59.22

Prag . . . .

Belrrad . .

12.42

12.44

12,425

12,445

7.398

7,412

7.401

7,415

Blldapest - .

73.235

73,375

73,255

73.395

Bulaarten

3,035

3.041

3,035

3.045

Lissabon . .

18,79

18.83

18,77

81,81

Tanzig. . . jRontt-ntin.

81,36

1,785

81.52

1,789

81,38

1,784

81,54

1,789

Sfften. .

5.43

5.44

5,425

5.435

Conada .

4.186

4,197

4.188

4.196

llrn ucry -

3.656

3,564

3.656

3.664

Latro ..

20,86

20,90

20,86

20,90