Nr. U5 viertes Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 21. )uni 1950
Wirischast.
Oie Oiskontsenkung der T^eichsbank.
Die Reichsbank hat sich endlich zu dem nun schon seit einiger Zeit erwarteten und notwendigen Schritt entschlossen, den Diskontsatz um V.5 Prozent aus 4Prozent zu senken, nachdem zuletzt am 19. Mai eine Herabsetzung um ein halbes Prozent erfolgt Var. Die anhaltende Flüssigkeit des Geldmarktes, die auch durch die (Auflegung der Vounganleihe keine Unterbrechung erfuhr und neuerdings eher noch fortgeschritten ist, machte die Diskontsentung unausschiebbar, auch wenn am Kapitalmarkt eine weiter ziemlich unbefriedigende Situation herrscht. Die Reichsbank geht mit ihrem Schritt kein Risiko ein, da ihre Deckung nach dem letzten Ausweis als ungewöhnlich groß anzusprechen ist und die Wechselbeanspruchung mit fast einer Milliarde ein denkbar geringes Ausmaß angenommen hat, so daß das Institut die Fühlung mit dem freien QÜarlt fast vollkommen zu verlieren drohte. Auch bleibt nach der neuen Diskontherabsetzung eine genügend hohe Zinsspanne zu den Diskontsätzen der übrigen wichtigsten Notenbanken bestehen: die Gefahr einer Abwanderung der in Deutschland in starkem Maße angelegten kurzsristigen Auslandgeldcr ist also, wenn nicht ganz unvorhergesehene Krcditerlchütterungen eintreten, gegenstandslos. Den letzten Anstoß zu der Maßnahme der Reichsbank dürfte die Diskontherabsetzung der Federal Rcserve-Bank von Reuyork um 0.5 Prozent auf den bisher niedrigsten Sah von 2 5 Prozent gegeben haben. Die Spanne zwischen dem deutschen und dem Reuyorker Diskontsatz beträgt demnach unverändert 1.5 Prozent. Bedeutet also die Ermäßigung deS Reichsbank-, diskontcs kein Risiko für das Zentralnoteninstitut. so ist sie andererseits im Interesse der deutschen Wirtschaft, deren Konjunktur weiter zurückgcht. nur zu begrüßen. Erwartet muß aber werden, daß sich die Bankwelt bald zu einem Abbau .ihrer hohen Zinsbedingungen entschließt und auch die Hypotheken zins en eine Ermäßigung erfahren. Dann erst ist eine Belebung der Konjunktur möglich.
•
' Ermäßigung der Reuyorker Re- diskontrate. Die Reuyorker Rediskontrate, die seit dem l.Mai d. I. 3 v. H. betrug, wurde um 0,5 v. H. aus 2,5 v. H. herabgesetzt.
* Diskontherabsetzung in Chikago. Die Federal Reserve Bank of Chicago hat den Rediskontsah von 4 auf 3,5 v. H. herabgesetzt.
e D i e rumänische Rationalbank zeichnet Aktien der BIZ. Die rumänische Rationalbank hat beschlossen, 4000 Aktien der BIZ. zu zeichnen.
* Zinsermähigungenb ei derStem- p c l - B e r c i n i g u n g. Wie WTB.-Handels- dienst erfährt, hat die Stempel-Bereinigung aus Anlaß der Ermäßigung des Reichsbankdiskont- sahcs aus 4 v. H. beschlossen, mit Wirkung vorn 21. Iuni den Habenzinssah für täglich fällige Gelder in provisionsfreier Rechnung von 2 auf 1,5 v. H„ in provisionspflichtiger Rechnung von 3 auf 2,5 v. H. und den Sollzinssatz von 5,5 auf 5 v. H hcrabzusctzen. Ferner ermäßigt die Stempel-Bereinigung den Zinssatz für Sparkonten mit Wirkung vom 30. Iuni auf 4 v. H.
* Hessische Landesbank — Staatsbank Darmstadt. Dem Geschäftsbericht für das Iahr 1929 ist zu entnehmen: Der Gesamtbetrag der Hypothekoarlehen stellt sich Ende 1929 auf 78,9 Mill. Mk. Zugewachsen sind 14 Mill. Mk., wovon der größte Teil auf Wohnungsbau-Hypotheken entfällt. Die Zinsverbilligung wurde vom Minister für Arbeit und Wirtschaft in 1929 für insgesamt 7,9 Mill. Mk. bewilligt. Mit Hilfe dieser verbilligten Baudarlchen wurden 3725 Wohnungen erstellt (1928 — 4300 Wohnungen bei einem Darlehensbetrag von 9.4 Millionen Mk. und 1927 — 5600 Wohnungen bei einem Darlehensbctrag von 13,3 Mill. Mk.). Bei der schwierigen Beschaffung der Mittel war es der Bank nicht möglich, die Rachfrage nach Hypothekdarlehen ganz zu befriedigen: nach der im lausenden Iahre eingetretenen Erleichterung am Kapitalmärkte konnten die Darlehensbedingungen erheblich verbessert werden.
'Die Preußische Z e n t r a l - D o d e n- krcdit- und Psandbrief-Bank AG- Berlin, (hervorgegangen aus dem Zusammen
schluß der bekannten beiden großen Hypothekcn- institute) kündigt als ihre erste Emission unter der neuen Firma die Ausgabe von 7,5prozentigen Gold-Hypolheken-Psandbriefen — unkündbar bis Oktober 1935 — an. deren Börsencinführung alsbald ftattfinben wird, und veröffentlicht eine Zeichnungseinladung auf einen Betrag von 20 000 000 Mk dieser neuen Goldpsandbriefe zum Kurse von 93 Prozent. Es ist sehr zu begrüßen, daß die Donk sich dazu entschlossen hat. den 8prozentigen Zinstyp zu verlassen und im Interesse der Wirtschaft eine Zinssenkung für den langfristigen Kredit anzustreben. Alles Rähere über die ZeichnungSbcdingungen. sowie über die Bedingungen des Umtausches von den zum 1. 3uli gekündigten lOprozentigen Gold - Pfandbriesen 6m. 37 der Preußischen Pfandbrief-Bank in die neuen 7.5prozentigen Gold-Pfandbriefe ist der im heutigen Inseratenteil veröffentlichten Bekanntmachung zu entnehmen
• Die Preisinderztfser derMetall- wirtschaft. Die Preisinderzifser der Metall- wirtschast stellte sich am 18. Iuni auf 89,4 g 94,0 am 11. Iuni (Durchschnitt 1909 13 100),
fiel also um 4,9 v. H. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisstande vom 18. Iuni folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 85.8 (92,9), Blei 110,9 (112,5), Zink 67.8 (69.8), Zinn 73.2 (75.6), Aluminium 132,0 (132,0), Rickel 107,7 (107,7), Antimon 80.7 (80.7).
• Andreae-Roris-Zahn AG, Frankfurt a. M. Die Gesellschaft erzielte 1929 einen erhöhten Bruttogewinn von 4,39 (3.64) Mill. Mark, wovon Unkosten und Steuern 3.68 (2,93) Millionen Mark erforderten. Rach 176 759 Mark (187,691 Mk.l Abschreibungen verbleibt einschl. Bortrag ein Reingewinn von 627 146 (620 734) Mark, voraus wieder 10 Proz. Dividende auf die Stamm- und 7 Droz, auf die Borzugsaktien verteilt werden sollen. Außerdem werden der Reserve II wieder 100 000 Mk.. der im Vorjahre errichteten Baureserve 150 000 (100 0001 Mark und dem Pensionsfonds wieder 50 000 Mark überwiesen. Rach dein Bericht seien die Umsätze 1929 nicht unerheblich gestiegen, doch habe sich die Bruttoverdienstquote verschlechtert infolge Steigerung der Linkosten und Llebersehung der Branche. Im Februar 1929 wurde die Firma I. C. Schaefer jun. in Elberfeld übernommen, die als Zweigniederlassung weitergeführt wird. Das neue Geschäftsjahr sei bisher nicht unbefriedigend verlaufen. (GB. 24. Iuni.)
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 21. Juli. Tendenz gcschäfts- los. Die Diskontfenkuna der Reichs- bank konnte zum'Wochenschluß nicht mehr nach wirken. Die anhaltende Orderlosigkeit wirkte bcprb mierend und unterband jede Geschäftsentwicklung. Verstimmend wirkte immer noch die ungünstige inncrpolitische Lage und die wieder schwan- kende und matte gestrige NeuporkerBörse. Die übrigen internationalen, zumeist festeren, Börsen blieben ohne jeden Einfluß. Die Grundstim mung war aber nicht unfreundlich. Abgaben wurden kaum vorgenommen. In einigen Werten zeigte die Spekulation später einiges Deckungsbedürfnis, so daß sich gegenüber der gestrigen Äbendbörse vereinzelt Kursgewinne ergaben. Im großen und ganzen war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Etwas mehr Interesse bestand am Chemie- markt für I G. - F a r b e n, die 1,25 o.Sj. gewannen. Am Elektro markt eröffneten A E G. 1 d. fj. fester, während Elektrische Lieferungen geringfügig abgeschwächt waren. Montanwerke lagen' ohne Geschäft. Erstnotierungen kanten vorläufig nicht zustande. Von K a l i a k t i e n verloren Westeregeln 2,75 v.H., dagegen waren Salzdetfurth auf dem ermäßigten Niveau behauptet. AG. für Verkehrswesen waren mit 41,5 v. S). etwas gesucht. Banken waren wenig verändert. Renten lagen heute still. Neubesitz leicht anziehend. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft saft vollkommen. Unter dem Drucke der Geschäftslosigkeit ergaben sich auf fast allen Marktgebieten kleine Abschläge, die jedoch nicht über 1 p. f) hinausgingen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 v. H. unverändert. Am D e • oifenmarft nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,3725, London gegen Kabel 4,8588, jegen Paris 123,77, gegen Mailand 92,79, gegen Madrid 41,85, gegen Schweiz 25,0940, gegen Holland 12,0860.
Berliner Börse.
Berlin, 21. Juni. Zum Wochenschluh herrschte an der heutigen Börse wieder eine kaum noch zu überbietende G e s ch ä f t s ft i 11 e Am Vormittag fanden Umsätze überhaupt nicht statt: die Tendenz war aber gehalten, während die q-ften offiziellen Kurse überwiegend etwas schwächer und 1,5 oder 1 v H. niedriger lagen, im Vergleich mit den gestrigen Mittagschluhkvrsen. Die stark schwankende und zum Schluß matte gestrige Reuyorker Börse verstimmte natürlich. In der Innenpolitik sieht es nach wie vor unsicher aus, und dieser Umstand drückte ebenfalls auf die Stimmung im allgemeinen. Der Geschäftsbericht der De di-Bank, der von einer weiteren Depression der Wirtschaft und der Finanzgebarung spricht, war ebenfalls nicht dazu angetan, eine freundliche Stimmung hervorzurufen. Viel erörtert wurde auch das Finanzprogramm der Reichsbahn. Alle diese Momente veranlaßten die Börse eher aus den noch bestehenden Engagements herauszugehen, und nur vereinzelt konnte man heute Wochenschluß bedungen der Baissespekulation beobachten. Stark abgeschwadft waren heute Julius Berger, die 8,5 v. H. einbüßten. Auch Salzdetfurth lagen über 3 v. H., S v e n s k a 3 Mark niedriger. Dagegen waren Chemische Heyden, Hotelbetrieb, Mansfeld, Eisenbahnverkehr und noch einige andere Papiere 1 bis 2 o. H. erholt. Deutsche Anleihen waren leicht befestigt. Von Ausländern waren B o s n i e r und Mexikaner etwas schwächer. Am Geldmarkt waren die Sätze unverändert. Tagesgeld 2 bis 4.5 v. H., Monatsgeld 4,75 bis 6 v. H-, Warenwechsel zirka 4 v. H. Nach den ersten Kursen setzte sich eine Erholung durch, die 1 bis 2 v. H. betrugen. Der Grund hierfür waren Deckungen, die vereinzelt vorgenom- men wurden. Später aber wurde es wieder etwas schwächer, so daß die im Verlause erzielten Gewinne meist wieder verlorengingen und darüber hinaus so- oar eine Reihe von Werten, wie Salzdetfurth, A E G., R e i ch s b a n k usw. 0,5 bis 2d. H. die Anfangskurse unterschritt. Deutsche Atlantische Telegraph wurden gegen Anfang 5 v. H. schwächer taxiert.
Berliner Prodnktcnmarkt.
Berlin, 20. Iuni. Born AuSlande lagen nennenswerte Anregungen heute nicht vor. und da auch im Inlande keinerlei neue Momente gegeben sind, verkehrte der Markt bei sehr ruhigem Geschäft in stetiger Haltung. Alter Weizen wird jetzt etwas dringlicher offeriert, Gebote find jedoch auf etwa 2 bis 3 Mark niedrigerem Niveau erhältlich, da Weizenmehl immer noch zur sofortigen Lieferung lediglich sehr kleines Be- darssgeschäst hat. DaS Angebot in Weizen neuer Ernte hält weiter an, nur frühe Termine sind offeriert, die hierfür geforderten Aufgelder werden aber nur vereinzelt bewilligt. Roggen zur prompten Verladung ist nicht mehr so dringlich angeboten. Für Neuroggen lauten die Forderungen 1 bis 2 Mark höher, Nachfrage ist jedoch auch ziemlich zurückhaltend. Aw Lieferungsmarkt kamen in Weizenmehl zur späteren Lieferung nur vereinzelt Umsätze zustande. Für Roggenmehle werden zumeist Üntcrgebotc abgegeben, die von den Mühlen als unrentabel abgelöst werden. Am Hafermarkt hat sich dos Angebot zurückgezogen, die Tendenz ist als stetig zu bezeichnen. Gerste still. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 301 biS 305 (ruhig), Iuli 297 bis 296, Sept. 262 (Bries), Oft. 263: Roggen, märkischer, 172 biS 177 (ruhig), Iuli 169,50 bis 169, Sept. 173 bis 172.75. Oft. 176 bis 174.50; Gerste 168 bis 184 (etwas fester); Hafer, märf., 150 bis 162 (fester). Iuli 168 bi« 166. Sept 167 bi« 169, Oft. 172; (ICO Kilo): Weizenmehl 33.75 bi«42 (still); Roggenmehl 21,50 bis 24,50 (ruhig); Weizen fleie 7,60 bis 8,10 (still); Roggenkleie 7,75 bis 8 (still); Diktoriaerbsen 24 bis 29.
Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt.
Die Lethargie, die schon seit längerer Zeit an der Börse herrscht, wird allmählich zur Gewohnheit und scheint nicht mehr weichen zu wollen. Anfangs der Woche war die Stimmung jedoch noch freundlich, da die freundliche Aufnahme der Bounganleihe doch etwas anregen konnte. Das Geschäft konnte aber nie ein größeres Ausmaß annehmen. Der weiter anhaltende Ordereingang wurde fchließlich als größter Druck empfunden, und erstickte jede Geschäftsbelebung im Keime. Die rasche Unterbringung der TJoung- anleihe in fast allen Ländern und die drei
fache U e be r ze i ch n u n g in Deutschland trugen etwas zur Besserung der Stimmung bei, aber die Händler ersahen hierin leine Anregung, da auf der anderen Seite die unvorteilhafte inner politische Lage und die starken KurSeinbrüche an der Reuyorker Börse jede bessere Regung untergruben. Die Tendenz war ausgesprochen lustlos, und der Börse fehlte jeder Untemeb- mungsgeist, so daß das Geschäft sich in den engsten Grenzen deivegte und zeitweise säst vollvollkommen zum Stillstand kam. Die Wirtschasts- ankurbelungsversuche, der günstige Reichs- bankauSweis.der eine erhebliche Entlastung auswies und die aktive H a n d e l S b i l a ii z konnten auch späterhin keine Anregung bieten, da die Finanzschwierigkeiten, in deren Zusammenhang man mit einer evtl. Krise zu rechnen müssen glaubte, zu stark überwogen. D.e Kulisse schritt in starkem Maße zu Leerabgaben, d.e Kursverluste waren daher zeitwei'e recht erheblich Gegen Ende der Woche vermehrten sich die Schwierigkeiten und die Börse bot ein trostloses Bild. Rach vorübergehender Besserung schlug der beabsichtigte Rücktritt des ReichssinanzministerS 9r. Moldenhauer wie eine Bombe ein, obwohl damit schon seit einiger Zeit gerechnet wurde, und man konnte beobachten, daß die Kulisse wieder zu Angstverkäusen schritt.
Zum Wochenschluß blieb die Krisenstimmung an der Börse wohl bestehen, aber wider Erwarten trat eine Beruhigung und Besserung der Stimmung ein. In erster Linie war d e Erholung auf Interventionen von Großbankseite, worauf die Spekulation zu Deckungen schritt, zurückzuführen. Auch sollen von London sestere Kurse vorgelegen haben, so daß nach Ausschaltung der Finanzschwierigkeiten Gründe genug vorhanden waren, um der freundlicheren Tendenz ben Boden zu ebenen. Auch in politischer Beziehung machte sich jetzt ein Hoffnungsschimmer bemerkbar. da man aus der Richlannahme des Demissionsgesuches Dr. Moldenhauers ersehen will, daß der Reichspräsident versuchen wird, den Reichsfinanzminister im Qhhtc zu hallen. Man nahm aber gleichzeitig an. daß. wenn eine Lösung auf dieser Basis zustandekommen soll, die finan- ziellen Schwierigkeiten immer noch nicht überwunden sein werden Aus der anderen Seite: wurden auch (Hamen für eine evtl. Rachfolge in Betracht gezogen. Das Gefchäft war aber nicht umfangreich und wickelte sich nur in Spezial- werten ab. Der erneute Kurseinbruch in Reu- York mahnte noch zur Zurückhaltung. 5>er Auftragseingang blieb weiter gering. Doch wurde es gleichzeitig freudig begrüßt, daß vom Auslände kaum mehr Abgaben vorgenommen wurden. Gegen Schluß der lehtägigen Börse verstärkte sich die Rachfrage nach führenden Werten zusehends, so daß die Woche bei zuversichtlicherer Stimmung ausgesprochen fest schließen konnte. Aber im Hintergründe blieb die politische Schwierigkeit als Gespenst und trabe Erinnerung b: sichen. Bei einem Vergleich mit den Kursen der vergangenen Woche blieben zumeist immerhin noch erhebliche Abschwächungen vorhanden. Die eingetretenen Verluste konnten nicht mehr ausgeglichen werden. D.e Hossnungen auf eine baldige Diskontsenkung der Reichsdank verdichteten sich aber weiter. Am stärksten unter der verschlechterten Situation hatten vor allem Kali- werte zu leiden. Aschersleben verloren 10 Proz., Salzdetsurth 20 Proz. und Westeregeln 11 Proz. Banken lagen bis zu 4 Proz. schwächer. Reichsbankanteile, Die anfangs der Woche von amerikanischer Seite stark angeboten gewesen sein sollen, gaben 18 Prozent nach. Auch der Schifsahrtsmarkt hatte in der endgültigen Frcigabeangelegrn- heit feine Stühe mehr und unterlag genau so stark der Krisenstimmung wie die anderen Märkte und verlor bis zu 7,5 Proz. Auch der Kunst- se idem ar kl war stark mitgerissen und bis zu 10 Proz. schwächer. Aber hier verstimmten noch Meldungen aus dieser Industrie nachteilig. Von Auslandaklien gaben Chade 16 Mark nach. Der Montanmarkt lag mit einigen Ausnahmen nur wenig verändert. Bei einiger Rachsrage zeigten sich einzelne IDcrfe sogar recht widerstandsfähig. Rur Rheinische Braunkohlen lagen stark im Angebot und 12 Proz. niedriger. Ilse Bergbau gaben 4 Prozent nach. Stärkere Verluste hatte noch der Elek- tromarft hinzunehmen, wobei Siemens mit 9 Proz. führend waren. Angeblich drückten Schweizer Abgaben auf diesen Markt, die scheinbar sogar bis zum Ende der Woche nicht ganz
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdisfont 4,5 o. H^ Lombardzinsfuß 5,5 o H.
Arankfun a. 3)1.
Serini
Schluß-1 für# l
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Antang- flur#
Datum
20 6
21 6
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21 6
o% 4.iunaK Äcupeaiutux von 1927 .........
7% Deutsche Reichtanlethe
88,5
—
88
—
104,75
104,1
—
Tfuthhe «nl.-Mtlöl.-Schuld mti
58,7
58,75
9.25
_
58,1
9.25
De»gl. ohne Aullos.-Recktr . . 8% Heil. Solteftaal von 1929
9.3
9,4
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Cberbriicn Previn,. Anleihe mt
—
«u»!oi. Rechten......
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57
—
Anleihe Serie 1......
8% irranlf. Hvp.-Bank Soldpfe
51,25
—
58
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XIII unkündbar bi, 1931 . .
100,5
——
—
—
7% tzrankf. Hnp-Bank Goidpfe
unkündbar bte 1932 ....
Rheinische Hop.-Bank
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95
—
—
—
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6% Pr. Landes psandbriesanstalt Pfandbriefe R. 17......
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—
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—
rtcmm..£b'.. Ji. 20......
96,5
—
—
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7% Pr. Lande:vfandbriefanstalt
Pfandbriefe R. 10......
95,5
—
95
—
A.S.S. abg. Porlriegt-Lbiigatto
nen, mltablbat 1932 .....
98
26,5
_
—
4% Lesterreichtscke Goldrente .
26 65
4,20% LeNrrreickische Silberrent. 4% Lesterreichtscke Einheitliche
3
—
—
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_
_
2,05
_
«% Ungarische Goldrente ....
23
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—
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2
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—
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5,75
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—
—
9,6
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von 1913 ..........
16,7
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—
Hranktun a. Dl
Berlin
irchluß. kur«
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Datum
20 6
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20 6
21 6
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103,5
—
103
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Hamburg-Ludam Dampfschiff
8
—
—
—■
pania Tampfschtfs.....
10
140,75
140
Norddeukicher Llovd ....
*
103,25
—-
103
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Allgemeine Teu llcke Creditanst.
10
113,75
—
114,25
114.25
Barmer Sankvercm ....
10
124.5
124.5
124 5
124.4
Berliner Handelsgesellschaft .
12
162.5
—
162
161,5
liotntnrn- und Petval-Bank .
11
143
142,5
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Darmstädter und RaNonalbank Ifurid:? Bank und
12
213
—
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Ti^onto^esellschaft, . . .
10
135
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10
135,25
135,25
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12
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151,5
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Bergmann........
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178.25
—
Llektr. Lielerungsgesellschaft.
10
141
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141
Licht und flialt......
10
148.65
—
149
148.4
selten S Guilleaume . . . 7K
111
—
111
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Aeiellschaii für Elektrische
Uniern.'binungen ....
10
145,5
145.5
145.25
Hamburger Liektrigtätb-Lerke
1-
—-
—
134
134
RhemiiLk ttiel:n#itat . . .
1
—
——
147.5
145.25
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10
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—
151.5
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11
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—
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Ifi
222.25
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10
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Gelsenkirchener......
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131
—
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95,25
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372,5
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I. ®. warben.Industrie .
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Zementwerk Heidelberg
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Zellstoff «Ickafkenburg . Ldarlonenburger Wasser
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34.25
33.9
Denilcke Ltnoleum . .
....
206
—
203 75
204.5
Maschinenbau Ä.-S. . .
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—
——
47,75
47,25
Rat. Automvbrl ....
. . . 0
—
—
16.75
15.6
Lrenstem L Soppel . .
... 6
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68
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Leonhard Tieg ....
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149
-
149
148
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306
-
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Frankfurter Maschinen .
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Hevligenstaedt . . .
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Keckmerke.......
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36,5
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. . 10
—
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115
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150
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-
157
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Banfnolen.
DeoiKnmarft Berlin — Frankfurt a 20
23trlin, 20 juni
kleid
ilmertkani'cke Roten......
4.172
4 192
Velgi'cke Roten ......
58.34
58,58
Tonische Roten .......
111.83
112,27
Lng'tsche Roten . .......
20,312
20.392
klranjosiiche Roten.......
16,395
16.455
holländische Roten.......
168,04
168,72
Italienische Roten........
21.95
22.03
Norwegische Roten.......
111.83
112.27
Teutsck-Leiterretch, 4 100 Schilling
59.03
59,27
Rumdniltbe Roten.......
2.46
2,48
Schwedische Noten.......
112,16
112,60
Schweizer -boten........
81,04
81.36
Spanische Roten ........
48.85
49.05
Llckeckoslowattsche Noten.....
12.41
12.47
Lngariiche Roten........
73.03
73.33
20 3um
21 Juni
emtlitbt Honrrung
Äm» cke Hotinuna
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Srie'
Selb
Britt
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168.30
168.64
168.29
168.63
tforn. AtreS
1.545
1.553
1.550
1.554
flnttD
58.405
53.525
58.41
58.53
(Shrifttarua
112.09
112.31
112.08
112.30
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112,0?
112.29
112,08
112.39
Stcxlhoim
112.50
112.72.
112,36
112.48
HeiiingforS.
10.54
10.56
10.54
10.56
Ztalten. . .
21.945
21.985
21.945
20.389
London. - -
20.35
20.39
20.349
21.985
Renvork . .
4.1875
4.1965
4.1885
4.1965
PoriS....
16.435
16.475
16,435
16.475
Schweii . .
81.08
81.24
81,10
81.26
Cvanirn .
49.35
49,45
43.75
48.85
Japan . . .
2,069
2.073
2.069
2,073
Rio d« Ian
9.469
0.471
0,472
0.474
Bien in T » Leit- abgeft
59.07
59,19
59 10
59.22
Prag . . . .
Belrrad . .
12.42
12.44
12,425
12,445
7.398
7,412
7.401
7,415
Blldapest - .
73.235
73,375
73,255
73.395
Bulaarten
3,035
3.041
3,035
3.045
Lissabon . .
18,79
18.83
18,77
81,81
Tanzig. . . jRontt-ntin.
81,36
1,785
81.52
1,789
81,38
1,784
81,54
1,789
Sfften. .
5.43
5.44
5,425
5.435
Conada .
4.186
4,197
4.188
4.196
llrn ucry -
3.656
3,564
3.656
3.664
Latro ..
20,86
20,90
20,86
20,90


