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aus den verschiedenen Bezirken des Kreises legten ausführlich die Not dar.

Der Minister sagte wohlwollende Prüfung aller erhobenen Bedenken und Wünsche zu. Er erklärte, daß man gerechter­weise nicht den Abbau zu Lasten und auf Kosten eines Kreises und einer Stadt vornehmen könne. Man dürfe nicht einer Stadt mit diesem Abbau jede Auftriebs- und Entwicklungsmöglich­keit nehmen, die erforderlichen Opfer müßten

von allen Stellen und Seiten aus getragen werden. t

Wir hoffen, daß die maßgebenden Stellen die von der Stadt und dem Kreis Schotten in der Abbaufrage bereits gebrachten Opfer würdigen und sich auch des Wohles und der Möglichkeit einer gesunden Wei- terentwicklung von Kreis und Stadt Schotten erinnern.

Tumen, Sport und Spiel.

Fußball-Lokakkampf in Gießen

B.f.B. Epiclvcrcinigung 1900 3:6 (2:3).

Rund 2200 Zuschauer hatten sich am Sonntag auf dem Waldsportplah eingefunden, um Zeuge des mit Spannung erwarteten Berbands- spiels D. f. B. gegen Spielvereini- g ung 1 900 zu sein. Das Wetter war dem Spiel nicht besonders günstig: der gefrorene und von der Sonne aufgetaute Boden war schmierig und glatt und stellte in bezug auf Körperbeherr­schung und Ausdauer an Die Spieler enorme Anforderungen. Unter Berücksichtigung dieses Einstandes und der Tatsache, daß man bei allen Verbandsspielen, zumal bei solchen mit bedeu­tungsvollem Ausgang und auch noch zweier Lokalgegner, mit der Nervosität der Spieler rech­nen muß, konnte man von' vornherein keine allzu großen, technischen Leistungen erwarten. Dafür entschädigte aber voll und ganz das von Anfang bis Ende außergewöhnlich schnelle Tempo und der sehr spannende Verlauf mit seinen fortgesetzt wechselnden interessanten Kampfbildern. 3n An­betracht der Ausgeglichenheit der Spielstärke bei­der Gegner war man allgemein der Ansicht, daß das Spiel nur mit einem knappen Resultat von der einen oder anderen Mannschaft entschie­den würde. Die Spielvereinigung 1900 gewann jedoch überraschend hoch mit 6:3. Man muh je­doch berücksichtigen, daß V. f. D. u. a. von den 90 Minuten ganze 75, also den weitaus größten Teil der Spielzeit, infolge Herausstellung eines Verteidigers nur mit zehn Mann kämpfen mußte. Bei kompletter Mannschaft hätte V. f. B. minde­stens ebensoviel Siegeschancen gehabt, wie fein Gegner. Man muß sich wundern und der V. f. D.- Elf restlose Anerkennung zollen, daß sie trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit so durchstand, das Spiel vollkommen offenhielt und sogar noch drei Gegentore erzielte; eine Leistung, die um so höher zu bewerten ist. als die Spielvereinigung in stärkster Aufstellung und in einer ganz glänzen­den Verfassung war. Besondersnn puncto Schnel­ligkeit, Energie und Ausdauer zeigte diese eine kaum zu überbietende Leistung.

Spielverlauf: Das Spiel beginnt in flot­testem Tempo. Schon in der dritten Minute kann die Spielvereinigung über den am Boden lie­genden Tormann zur allgemeinen Lleberraschung zum Führungstor einsenden. V. f. B. wartet mit Gegenangriffen auf und bedrängt das Tor des Gegners, ohne zum Erfolg zu kommen. Zn Der fünfzehnten Spielminute bringt Der linke Ver­teidiger Der Platzelf bei Der Abwehr eines An­griffes Den Gegner zu Fall und muß Daraufhin Das Feld verlassen. Der verhängte Strafstoß führt zum zweiten Tor für Die Blau-Weißen. Nur vier Mann im Sturm, verbessert V. f. B. fast vom Anstoß weg auf 2:1. Technische Fein­heiten lassen Der glatte Boden und der schwere Ball nicht zu; dafür wird beiderseits unter Auf­bietung aller Kraft und Energie gekämpft und sowohl von der einen, wie von Der anderen Partei einige Gelegenheiten herausgearbeitet, Die aber vergeben toerden, bis es Den Spielverein- lern gelingt, Den Dritten Treffer anzubringen. Kurz vor Der Pause vermag Die Platzmannschaft Das Resultat auf 2:3 zu stellen. Halbzeitresultat

2:3, Cckenverhältnis ebenfalls 2:3 für 1900. Rach dem Wechsel ist Das Spiel wieder verteilt. B. f. B. setzt alles ein, um wenigstens Den Ausgleich zu erzielen, hat aber Damit kein Glück, sonDern muh sich fogar ein klares Abseitstor gefallen lassen <22. Minute Der zweiten Halbzeit), kann aber vier Minuten später erneut auf 3:4 ver­bessern. Kurz Darauf ist Die Spielvereinigung zum fünftenmal erfolgreich unD schaltet Damit Die Möglichkeit eines Ausgleichs, Der bei etwas mehr Glück hätte hergestellt werden können, enD- gültig aus. Die Schnelligkeit des Spiels läßt nun merklich nach. BeiDe Mannschaften machen einen abgekämpften Eindruck, Die geschwächte V. f. B.- Mannschast erklärlicherweise mehr als Der Geg­ner, Der noch ein sechstes Tor erzielt. Mit 6:3 für Die Spielvereinigung enDet das torreiche Treffen. Das Gesamteckenverhältnis lautet 4:5 für Die Blau-Weißen. Der Spielleiter, Schieds- richterobmann Lohrey (Kasfel), hat Den Aus­gang Des Spiels entscheidend beeinflußt; dies muß gesagt werben, ohne Damit Zweifel in seine Objektivität und Unparteilichkeit setzen zu wollen.

Mit Diesem Sieg hat Die Spielvereinigung zwei wertvolle Punkte errungen unD steht nun mit V. f. B. punktgleich. Der fommenDe Sonn­tag sollte für beiDe Mannschaften wahrscheinlich Die EntscheiDung bringen.

Frauenturnen imGauHessenD.T.

o Am Sonntag wurde in Gießen in der Turn­halle des Männerturnvereins ein Dreitägiger Lehr­gang eingeleitet, den Der Gau Hessen seinen Turne­rinnen über Die planmäßigen AusbilDungsgelegen- heiten hinaus zur Durchführung gestellt hat. Es ist Der zweite seiner Art und roirD vom Gauwart für Das Frauenturnen, NuDolf Paul (Gießen), ge­leitet. An gaueigenen Lehrkräften stehen ihm erfolg­reiche Abteilungsleiter zur Seite. In Den Lehrstoff unD feine methoDische Ausgestaltung sinD einbezogen ab­wechslungsreiche rhythmische Formen Der Körper- und Bewegungsschule, Abschnitte aus Dem Boden- turnen, einfache unD schwierigere Riegenübungen an Den Geräten, technische Unterweisungen im Volks­turnen, Einführung in Die Mannigfaltigkeit gym­nastischer Sprünge, Volkstänze zu Paaren unD in Tanzkreisen, Keulenschwingen, Hallen- und Kampf­spiele.

Gtädie-Wettkampf im Kunstturnen.

KoblenzKreuznach - Marburg.

Zn Dem bis auf Den letzten Platz besetzten Apollo-Theater in Koblenz fanD am Sonntag ein StäDtewettkarnpf im Kunstturnen zwischen Den Turnern Der Städte Koblenz, Kreuz­nach unD Marburg statt. Die Mannschaften von je acht Turnern kämpften an folgenden Geräten um Den Eichenkranz: PferD (quer), Bar­ren, LängspserD und Reck. Es entwickelte sich ein scharfer Kampf, bei Dem Kreuznach mit einer gut ausgeglichenen Mannschaft in Den VordergrunD treten konnte. Bis zum letzten Gerät, Dem Reck, stanD Marburg an zweiter Stelle, wurde aber dann von Koblenz überholt. Kreuznach gewann verdient. Gesamtergebnis:

Der Ämm vom Gliirk.

Roman von E. Lovett und M. v. Weißenthurn.

Copyright by Marie Brügmann, München.

16 Fortsetzung. Raddruck verboten.

Doris war nicht wenig befriedigt, in diesem Sinne Die Fragen des Rechtsanwalts beantwor­ten zu können, als er sich bei der Abendtafel wieder an ihrer Seite befand.

Was ist mit Der schönen Sabine geschehen?" forschte et begierig.Warum straft sie uns Durch Abwesenheit?"

Sie hat heute den Heiratsantrag meines Det­ters zurückgewiesen und wird wahrscheinlich mor­gen früh abreifen", antwortete Doris gelassen; aber es lag doch ein gewisser Triumph in dem Klang ihrer Stimme.

Ein verächtlicher Zug flog über Konrad Ha­genaus Gesicht, was Doris nicht entging und fast ein Gefühl des Hasses in ihr hervorrief. Eine andere Erwiderung auf ihre Worte schien er für überflüssig zu halten. Zeht war es um Doris Fassung geschehen.

O, wie hart, wie lieblos ist es doch, von an­deren stets nur das Schlimmste anzunehmen!" tief sie mit blitzenden Augen und dunkelgeröteten Wangen. Beides verlieh ihr in den Augen des Rechtsanwalts nur einen neuen Reiz. Ich wäre sehr unglücklich, wenn ich von meinen Mit­menschen eine so niedrige Meinung hegte wie Sie, Herr Rechtsanwalt."

Schon wieder beurteilen Sie mich sehr unge­recht, Fräulein Horter!" erwiderte er jetzt ohne den gcringften Anklang von Empfindlichkeit.Sie wissen recht gut, daß ich im allgemeinen von meinen Mitmenschen nicht schlecht denke. Hier aber habe ich doch wahrhaftig alle ilrfacbe zum Mißtrauen!"

lieber Sabine den Stab zu brechen, haben Sie bis jetzt keine Ursache!" sagte sie warm und überzcugungsvoll.Zch spreche gar nicht von der Mutter: aber Sie vergessen, daß Sabine zur Zeit jener bösen Ereignisse noch ein Kind war. Wollen Sie auch der Tugend und Un­schuld keine Zugeständnisse mehr machen?"

Keinesfalls, wenn sie durch Vererbung böser Eigenschaften und schlechte Erziehung beeinflußt werden. Ein Mädchen, das einwilligt, unter fal­schem Namen aufzutreten und eine hochachtbare Familie, bei Der sie Gastfreundschaft genießt, durch falsche Vorspiegelungen zu täuschen, um einen reichen Freier in ihre Netze zu locken, ge­hört nicht zu Der Kategorie von Menschen, Der ich gute Grundsätze zutraue."

Habe ich Zhnen Denn nicht soeben erzählt, daß Sabine Die Hand meines Vetters zurückgewiesen

hat? Kurt hat es mir vorhin in größter Auf­regung selbst gesagt."

Hagenau zuckte wiederum verächtlich die Schul­tern.Ha, ich möchte eine Wette mit Zhnen ein­gehen, daß das nur ein ganz verstecktes Manöver von ihr ist!" sagte er dann in gemessenem Ton und zerkrümelte ein Biskuit zwischen den Fingern. Die junge Dame wird ihre Ansicht wahrschein­lich geändert haben, bevor vierundzwanzig Stunden vergehen."

Sie sind unverbesserlich!" erwiderte Doris unwillig.

Zn diesem Augenblick hob Frau von Wild­hofen die Tafel auf. Als Doris sich erhob, lag ein Ausdruck von Verdruß und Enttäuschung auf ihren Zügen. Während der Rechtsanwalt ihren Stuhl artig beiseite schob, entgegnete er lächelnd auf ihre letzten Worte: -

Sie sind unwiderstehlich! Was würde ein armer Sünder wie ich nicht darum geben, einen so korrekten und liebenswürdigen Anwalt zu haben wie. Sie."

Doris hatte eine scharfe Erwiderung auf der Zunge, als ihre Blicke sich mit den feinigen trafen. Sie mußte Darin etwas ganz Besonderes gelesen haben, denn sie wurde plötzlich ganz verwirrt und sah zu Boden. Zn Der nächsten Sekunde ärgerte sie sich über sich selbst, Daß sie sich so schnell hatte entwaffnen lassen.

Er reizt mich doch bei jedem Wort, und fordert mich ununterbrochen heraus! dachte sie, als er fie in Den Salon zurückgeführt hatte und bald danach mit den anderen Herren im Spielzimmer verschwunden war. Was für eine Törin bin ich doch, mich nicht ein für allemal von der Macht zu befreien, die er unstreitig auf mich ausübt. Das war freilich nicht mehr so leicht, Denn auch fein Aeuheres, die imponierende Gestalt, sein kluges, ernstes Gesicht und seine klaren, tiefblicken­den Qlugen übten unstreitig eine Anziehungs­kraft auf sie aus. Ueberdies hätte fie fein Mäd­chen fein müssen, zumal fein bis dahin kaum be­achtetes Mädchen, wenn nicht die Aufmerksam­keit eines so hochgeschätzten Mannes ihr ge­schmeichelt hätte. Außerdem hatte sie mit richti­gem Gefühl erkannt, daß, obgleich Hagenau ihre Freundschaft mit Sabine nicht billigte, er fie nur um so höher zu schätzen schien wegen ihrer mutigen Parteinahme für das Mädchen.

Er wird eines Tages einsehen, daß mein Herz m'ch richtig geleitet hat! dachte fie. Auch er wird Sabine eines Tages schätzen und bewundern müssen, wie es schon heute bei mir Der Fall ist!

Es wirkte wie ein Dämpfer auf diese Hoffnung, ?n wiener plötzlich leise an sie herantrat mit Der MclDung, daß Fräulein von Rechten sie bitten lasse, einen Augenblick in das kleine Früh- 1 stuckszimmer zu kommen. Sie erschrak- denn fie

Kreuznach 1070 Punkte. Koblenz 1064, Marburg 1054 Punkte. Die höchste Punktzahl erreichten die Tümer Adolf Fink (Marburg) mit 154, Simon Frey (Kreuznach) mit 149 und Wernt - gen (Koblenz) mit 148 Punkten.

Mittelrheinisches Kreisturnfest 1930.

Nach einer Pause von Drei Zähren findet im Sommer 1930 wieder ein Kreisturnfest im Mit­telrheinkreis der Deutschen Turnerschast statt. Festort ist Hanau. Die Veranstaltung wird Ende Iuli durchgeführt.

Handball im Turnverein 1846 Gießen.

T. u. Sp. Butzbach l 1846 I 4:6 (3:2).

S. u. Sp. Butzbach Jugend * 1846 Jugend 4:1.

Die 1. Mannschaft gewann ihr Spiel erwar­tungsgemäß. Bis zur Pause lieferten Die Gäste, deren Hauptstütze der äußerst flinke Sturm war, eine gleichwertige Partie und lagen bis dahin sogar in Führung. 1846 hatte verschiedene neue Kräfte eingestellt, die sich durchweg bewährten. Zm allgemeinen klappte das Zusammenspiel besser als sonst. Obwohl Gießen in der zweiten Halbzeit nur mit 10 Mann spielte, war es deut­lich überlegen. Die meisten Angriffe der Gäste scheiterten schon im Mittelfelde. Butzbach spielte gegen Schluß hin sehr zerfahren. Sein Sturm, besonders der Znnensturm, spielte zu eigennützig, so daß die gute Hintermannschaft von 1846 leicht Herr der Lage wurde.

Die Zugendmannschaft verlor höher als sie verdient hatte. Sie lag lange Zeit in Führung, mußte Dann aber furz hintereinander drei Tore hinnehmen. Die Butzbacher zeigten Ueberlegen- heit im Sturm.

Handball im Männerturnverein (O.T).

Sb. Dillenburg I Mtv. Gießen I 1:8 (0: 4).

Am Sonntag führte ein Handball-Freund­schaftsspiel die erste Mannschaft des Gießener Männer-Turnvereins mit der gleichen Mann­schaft des Turnvereins Dillenburg auf hiesigem Platze zusammen. Die Gäste, die in der vergange­nen Verbands runde ohne Punktverlust die ©au* Meisterschaft der Meisterklasse im Lahn-Dillgau errungen haben, stellten in kompletter Ausstel­lung eine körperlich ziemlich starke Mannschaft. Die Gastgeber mußten mit vier Mann Ersatz antreten. Wenn es auch in der ersten Viertel­stunde bei den Gießenern nicht klappen wollte und die Dillenburger Turner das Gießener Tor einigemal stark bedrängten, so wurde doch die Spielweise Der Einheimischen, nachdem sie den ersten Erfolg buchen konnten, eine wesentlich bessere und systemvollere. Als dann auch noch Der Torwart der Männerturner einige schöne Leistungen zeigte und auf diese Weise sein Teil für die Aufmunterung seiner Mannschaft beitrug, hatten die Einheimischen ihr Selbstbewußtsein wiedergefunden und konnten das Spiel stark über­legen gestalten. Die Überlegenheit kam bis zur Halbzeit durch drei weitere Tore zum Ausdruck (Halbzeit 4:0 für Gießen). Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber jederzeit stark überlegen und > das ganze Spiel wickelte sich fast nur in der gegnerischen Spielhälfte ab. Während Die Mtv.er noch weitere Tore buchen konnten, war den Gästen nur das Ehrentor vergönnt. Das Endresultat 8:1 für Mtv. Gießen entspricht vollauf dem Spielverlauf und hätte, wenn die Einheimischen in Der zweiten Halbzeit nicht so leichtsinnig gespielt hätten, unter Umständen noch höher aussallen können. Schiedsrichter Z ü n g st vom Tv. 1846 Gießen leitete das Spiel zur Zu­friedenheit beider Parteien.

Turngau Lahn-Oünsberg.

Tv. Staufenberg I Beuern I 1:0.

Tv. Londorf I Tv. Dorlar I 8:0.

T. u. Spg. Rodyeim I Tv. Kinzenbach I 3:2 (2:1).

Eine unerwartete Niederlage mußte Kinzenbach in Rodheim hinnehmen. Kinzenbach, welches mit

wußte Doch, Daß Sabine wegen heftiger Kopf­schmerzen im Bett lag.

Nichts Gutes ahnenD, begab sie sich sofort in das bezeichnete Zimmer, in Dem Sabine in größter Erregung auf unD ab ging. Sie trug ein MorgengewanD aus pfirsichfarbenem, weichem Wollstoff. Der Ausdruck ihres bleichen Gesichts, Das Die Spuren vergossener Tränen zeigte, er­schreckte Doris. Als Diese eintrat, kam sie ihr rasch entgegen.

Fräulein Harter Doris Sie werden mir beistehen; ich weiß es! Sie find mir eine Freundin geworden, nicht wahr?" Sie streckte Dem jungen Mädchen beide Hände entgegen.

3a, gewiß, das bin ich!" erwiderte diese ohne Zögern.Sagen Sie mir nur, was ich für Sie tun kann."

O, bitte, veranlassen Sie Zhren Detter, so­bald als möglich hierherzukommen. Zch muh ohne Aufschub mit ihm sprechen."

Das hatte Doris nicht erwartet. Sie blickte Sabine prüfend an, bevor sie antwortete:Liebes Fräulein von Rechten oder, liebe Sabine, Da Sie es so wünschen haben Sie das wohl überlegt? Wäre das klug gehandelt? Erst vor wenigen Stunden haben Sie sich so mutig und edel gezeigt, und nun...?"

O, ich fühle es wohl, daß Sie jetzt schlecht von mir denken müssen", unterbrach sie Sabine in leidenschaftlichem Ton,aber ich kann Zhnen keine Erklärung geben; daher darf ich nicht hoffen, daß Sie mich je verstehen werden. Zch habe mich mit allen mir zu Gebote stehenden Kräften be­müht, das Richtige zu tun o, glauben Sie mir, ich habe schwer gekämpft, doch jetzt ist mit einem Schlage mir alles aus Den Händen getounDen. Zch bin völlig machtlos, Denn Die Dinge sind in ganz andere Dahnen gelenkt wor­den.'

Nun, mir scheint, daß die Sachlage doch noch ganz dieselbe ist!" erwiderte Doris mit einem kühl beobachtenden Blick.Zch weih, dah Sie tief unglücklich find und beklage Sie aus vollstem Herzen; aber kein noch so schweres Leid könnte es rechtfertigen, dah Sie eine unehrenhafte Hand­lung begehen. Und nach meiner Ansicht wäre es unehrenhaft, die Hand eines Mannes ent­nehmen, Der Zhre unglücklichen Familienverhält- niffe nicht kennt, ja, nicht einmal Zhren wahren Namen weih. Sie haben bereits Den richtigen Weg betreten und das Schwerste überwunden; warum sich nun abermals in eine Versuchung stürzen, dtr zu widerstehen Zhnen zum zweiten Male nicht gelingt?

Doris hatte ernst, fast streng gesprochen, Denn fie fühlte sich durch Sabine bitter enttäuscht und hegte jetzt die grohe Besorgnis, dah dies nervös überreizte und erregte Mädchen jetzt in

drei Ersatzleuten antreten mußte, fand sich mit Dem fast völlig grundlosen Boden schlecht ab, während Rodheim sich bedeutend besser Damit abfand. Während in der ersten Hälfte das Spiel verteilt war, wurde in der zweiten Hälfte Kin­zenbach deutlich überlegen, konnte aber infolge schlechten Zusammenspiels nichts erreichen. Den größten Teil des Sieges trägt bei Rodheim Der Torwart, der eine ganz vorzügliche Leistung bot.

Gauvorlurnersittnde.

Am Sonntag fand in Collar eine Gauvor- tumerftunbe statt, in Der Der Ucdungsftoff für Das am 16. Februar in Waldgirmes ftattfindende Gerätewertungsturnen Durchgenommen wurde. Zm Anschluß hieran ließ Der Derbandsturnwart des Südwestdeutschen Turnverbandes, D i e f f c n - bach (Kelsterbach) die Hebungen für Das dies­jährige, dem Lahn-Dünsberg-Gau übertragene Berbandsturnsest am 20. Zuli in Steinbach durch­turnen.

Arbeiter-Turn- und Gportöund.

Wetzlar I Gießen I (kreisklosfe) 2:2.

Wetzlar halte sich zum Freundschaftsspiel die Kreisklaffenmannschaft Gießens verpflichtet. Während Die Gäste mit nur 10 Mann antraten, hatt^ Wetzlar seine stärkste Garnitur ins Feld gestellt. Wenn auch die Platzverhältnisse viel zu wünschen übrig liehen, wurde doch ein flottes Spiel geboten. Gießen war wohl im Feldspiel überlegen, konnte jedoch nicht verhindern. Daß Wetzlar schon nach kurzer Zeit in Führung ging. Gießen ging nun mehr aus sich her­aus, doch gelang es Wetzlar bald, zum zweiten Tcr zu kommen. Dann aber konnte Gießen durch schönen Schuß ein Tor aufholen, während ihm zwei Elf­meter nichts einbrachten. Halbzeir 2:1. Nach Seiten« chechsel hatte Gießen mehr vom Spiel. Einige ge­fährliche Durchbrüche der Einheimischen wurden gut abgewehrt. Dann gelang es Gießen, den Ausgleich zu erringen. Kurz Darauf machte der Schlußpfiff dem interessanten Treffen ein Ende.

Gießen Ib Großen-Linden I 1:4.

Auf dem Trieb standen sich beide Gegner im Freundschaftsspiel gegenüber. Beide Mannschaften waren komplett. Nach Anstoß entwickelte sich ein flottes, scharfes Spiel. Die Gäste waren leicht über­legen, konnten jedoch nicht verhindern, daß Gießen zuerst in Führung ging. Bald darauf hatte Großen- Linden den Ausgleich hergestellt. Bis Halbzeit konn- ten die Gäste das Resultat auf 2:1 stellen. Nach Seitenwechsel drückte Großen-Linden stark und er­höhte das Resultat auf 3:1. Wohl versuchte Gießen mit aller Macht zu Erfolgen zu kommen, konnte je- doch das gute Schlußtrio der Gäste nicht bezwingen. Nachdem Großen-Linden noch zum vierten Tore kam, fand das Spiel sein Ende.

Wieseck I Lollar I 3:1.

Lollar war in Wieseck zum Rückspiele zu Gast. Während die Gäste komplett waren, hatte Wieseck Ersatz für einen Läufer. Nach dem Anstoß Lollars, der abgefangen wurde, entwickelte sich ein flottes, schönes Spiel. Wieseck gelang es, ungefähr in der Hälfte der ersten Halbzeit zur Führung zu kommen. Lollar konnte bald darauf durch einen scharfen Schuß den Ausgleich erzielen. Wohl drückte Lollar nun etwas, doch allmählich wurde Wieseck etwas über­legen. Kurz vor Halbzeit konnte Wieseck durch seinen Linksaußen die Führung übernehmen, dem nach we­nigen Minuten das dritte Tor folgte. Nun stellte Lollar um. Halbzeit 3:1. Nach Seitenwechsel weiter [pannendes Spiel. Wieseck spielte überlegen, konnte ledoch an dem jetzt guten Verteidigerpaar nicht io leicht vorbei. Nur noch wenige gefährliche Durch­brüche der Gäste tarnen vor das Tor der Einheim.> scheu, die aber immer mit viel Glück abgemehrt wur­den. Wvhl bedrängte Wieseck das Gästetor manchmal sehr stark, konnte jedoch an der zahlreichen Verteidi­gung vorbei bas Netz nicht mehr finden.

Vorher hatte Wiesecks Jugendmannschaft die erste Mannschaft Rödgens zu Gast. Hier gaben die tect)- nisch und fünfen Jugendlichen der Einheimischen mit 8:0 Toren ihrem Gaste das Nachsehen.

selbstsüchtiger Weise ihre erst vor wenigen Stun­den getroffene Entscheidung bebaute.

Sakine war, während Doris sprach, in einen Sessel gesunken. Als letztere schwieg, brach sie in bittere Tränen aus.

O, wie hart sind Sie gegen mich", schluchzte sie, aber Sie wissen nicht! O, wenn Sie alles verstehen, wenn Sie ahnen könnten, was mir bevorsteht dann, Doris, würden Sie ein tiefes, inniges Erbarmen mit mir haben, das weiß ich gewiß. Doch seien Sie ohne Sorgen, Doris, Ihr Detter wird nicht länger den Wunsch hegen, mich zu heiraten nicht über diesen OrbenD hinaus. Diese Versicherung kann ich Zhnen schon jetzt geben. Erfüllen Sie daher meine in­ständige Ditte und sagen Sie ihm, daß er für wenige Minuten hierherkommen möchte. Zch bin gezwungen, mit ihm zu reden, und zwar muh es heimlich geschehen, daher wage ich nicht, einen Diener zu ihm zu senden. Meine Mutter könnte Durch einen Zufall erfahren, Daß ich mein Zimmer verlassen habe. Vielleicht, liebe Doris, könnten Sie Den Augenblick benützen, wo Die Herren Das Spielzimmer verlassen, um Herrn von Wildhofen hierherzuschicken?"

Zch will es versuchen", entgegnete Doris zögernd und mit innerem Widerstreben. Sie sah ein, daß Sabine trotz ihrer Fassungslosigkeit Doch fest entschlossen schien, mit Kurt zusammenzu- treffen. Alle ihre Gegenvorstellungen würden ver­geblich fein. Und fie war so unglücklich bei dem Gedanken, daß sich Sabine auf diese Weise nun ihres Vetters Achtung und Liebe vielleicht für immer verscherzen würde.

Kurt von Wildhofen war nicht Der Mann, um einen dreisten Betrug zu vergeben ober das auf fortlaufenden Täuschungen beruhende Leben einer Abenteuerin mit Nachsicht zu beurteilen. Viel­leicht, wenn diese auf ihrer Weigerung beharrte, würde sich seine Liebe Doch stark genug erweisen, um zuletzt alle Hindernisse zu übersehen. Wenn ste sich aber jetzt mit ihm verlobte, ohne ihm die Wahrheit zu entdecken, mußte der Widerwille und die Empörung über die an ihm begangene Täuschung jedes andere Gefühl in ihm ertöten. . Von Diesen Empfindungen erfüllt, konnte Doris lefct doch nichts anderes tun, als sich ihres Aus- trags zu entledigen. Sie begab sich in den neben dem Spielzimmer gelegenen Spe.sesaal, und Sa­bine blieb, wie verabredet, im Frühstückszimmer zurück. Die Herren saßen noch eine geraume Zeit beim Spiel, wenigstens erschien es der mit Un­geduld harrenden Doris recht lange. Sie schritt ohne Zweck und Ziel in Dem großen Speisesaal auf und ab unD lauschte auf Das Stimmengewirr, Daä aus Dem Herrenzimmer und Dem Salon SU ihr Drang.

(Fortsetzung rlgt)