schlagen wissen.
wollen
Einladung
über die tob
Ein
Großmächte.
überwinden. Seine Teile der Welt; er gentinien fuhr, um Iabez Balfour zu Verbrechen, dessen
ist — aus Profit zu
Arbeit führte ihn in alle war es auch, der nach Arden berüchtigten Hochstabler verhaften. Das bekannteste Aufklärung Froest zu ver-
Oie Niddaer Wähler feinen Derufsbürgermeister.
Oer Tod eines Meisterdetektivs.
Mit dem englischen Polizeiinspektor Frank F r o e st, der kürzlich im Alter von 73 Jahren starb, ist einer der größten Detektive dahingegangen, der in seinen Leistungen die Phantasietaten von Sherlock Holmes in den Schatten gestellt hat. Als er nach 34jähriger Diensttätigkeit 1912 Scotland Pard verlieh, feierte man ihn als einen Meister in der Kunst, Verbrechen aufzuspüren. 3n seiner Erscheinung hatte er nichts Romantisches und gleicht sehr wenig dem Helden der Conan Doyleschen Geschichten. Sherlock Holmes wird als schlank und dünn geschildert, mit scharfen Gesichtszügen, melancholisch, ein unermüdlicher Raucher. Froest war das grade Gegenteil: ein dicker, untersetzter Herr mit einem Vollmondgesicht, das ein joviales Lächeln zeigte. Stets tadellos gekleidet, mit hohem Hut und Lackschuhen, einen sorgfältig zusammengerollten Regenschirm unter dem Arm. spazierte er wie
der Hrtyp des britischen Spießers einher, und grade dieses unauffällige und harmlose Aussehen half ihm oft bei seinem Werk. Zu diesem gutmütigen Gesicht und zu den lustig blinzelnden blauen Augen wußte auch der mißtrauischste Verbrecher Zutrauen fassen; aber hatte er dies getan, dann bekam er bald die Klaue des Löwen zu spüren Richt umsonst führte Froest den Beinamen „Der Mann mit der eisernen Hand"; er konnte ein Spiel Karten mit durchreißen und einen Sixpence in zwei Teile zerbrechen. Das Geheimnis seiner großen Erfolge hat er selbst mit dem berühmt gewordenen Schlagwort bezeichnet: „Man muß das Unnötige ausscheiden." Riemals verlor er in gefährlichen Lagen die Geistesgegenwart. Einmal hatte er einen Verzweiflungskampf mit einem Gefangenen auszufechten, der aus einem Schnellzug zu entkommen suchte. Der Mann, der mit Handschellen gefesselt war, suchte plötzlich Froest, der ihn begleitete, mit einem eisernen Fußtoärmer zu ermorden, den er zwischen seine gefesselten Fäuste geklemmt hatte. Es bedurfte der „eisernen Hände" des Detektivs, um den riesenstarken Verbrecher zu
aber es wehrt sich gemeinsam mit denr ganzen Kreis — und nach dem Urteil aller gerecht denkenden Menschen wohl mit Fug und Recht — gegen weitere Abbaumaßnahmen. Würde ihm auch noch sein Kreisamt, seine Höhere Schule u. a. m. genommen, so wäre damit das Todesurteil über Schotten als Stadt gesprochen und sein Schicksal, sein Verfall für alle Zeiten besiegelt. Kann die Staatsregierung ihre Hand dazu geben, daß sie eine derart alte Stätte der Kultur, die Jahrhunderte lang der Mittelpunkt des südlichen Vogelsberges war, mit einem Federstrich vernichtet? Die Opfer, die der Abbau verlangt, sollen nach dem Ausspruch des Staatspräsidenten Dr. Adelung sinnvoll fern, sie sollen nicht zerstören, sondern erhalten und sollen von allen Seiten gebracht, nicht aber nur auf eine Schulter gelegt werden. Man hat dem Kreis letzthin sein Kreisgesundheitsaint genommen, obwohl die gesundheitlichen Verhältnisse gerade im Vogelsberg denkbar schlecht sind. Die Tuberkulose und andere Dolkskrankheiten haben erschreckend zugenommen, nach dem amtlichen Bericht des Kreisarztes, der die Schulkinder untersucht hat. sind 25 Prozent der Kinder leidend und bedürfen dauernder schulärztlicher Ueberwachung. Die gesundheitliche Versorgung des Kreises ist mit der Aufhebung des Amtes sehr verschlechtert worden. 5m Vogelsberg wird diese Zurücksetzung sehr bitter empfunden.
Die Rot im Vogelsberg, dem wirtschaftlich zweifellos schlechtesten Teil Hessens, wird stets größer, ein weiterer Abbau von Aemtern. Schulen, Gerichten und dgl. erschwert die Lage der Bewohner nur noch mehr und legt ihnen immer neue Lasten (Bahnfahrten an die entfernten Aemter und Schulen) auf.
Beamtenstellen im Vogelsberg werden zu Strafstellen. Die verschiedenen Herren der Kommission
Wie richtet man ein Rundfunkzimmer ein?
Von Ingenieur Johannes Becker.
Rachdruck verboten!
Die Klangwirkung eines Rundsurkge.ätes hängt nicht ausschließlich von der Güte seiner Technik, sondern zu einem guten Teil auch von der Aufstellung des Gerätes und von der Einrichtung des Rundfunkziinmers ab. Gute Rundfunkgeräte können vermöge ihrer hochentwickelten technischen Bauart eine vorzügliche Tonwiedergabe bieten. Um diese voll zur Geltung zu bringen, lohnt es sich, die für gutes Hören wichtigen Regeln für die Aufstellung und den Raum zu berücksichtigen, die für eine gute Tonwiedergabe in Betracht kommen.
Die vom Lautsprecher ausgehenden Schallwel- Icn sind Luftschwingungen, die auf die Wände des Zimmers und auf die Einrichtungsgegenstände darin auftreffen und von diesen mehr oder weniger stark zurückgcworfen werden. D efe zurückgeworfenen Schallwellen können auf den Empfänger und öen Lautsprecher zurückwirken und dadurch die Wiedergabe verändern. Dazu kommt noch, daß der vom Lautsprecher unmittelbar ausgehende und der zurückgeworfene Schall das Ohr des Hörenden zu verschiedener Zeit treffen und dadurch die Tonempfindung beeinflussen können.
Wenn wir aus erheblicher Entfernung gegen eine Mauer sprechen, empfinden wir die zurück- getoorsenen Schallwellen als Echo. Gehen wir näher heran, so tritt an die Stelle des Echos der Rachhall. Einen schwachen Rachhall hat man mitunter schon in geschlossenen Räumen. Wenn wir den Rachhall wegen der geringen Entfernung nicht mehr als solchen wahrnehmen können, dann macht sich vielfach eine Veränderung der Klangart bemerkbar. Sprache und Musik klingen spitz oder dumpf. Es ist bekannt, daß die Sprache eines Redners beispielsweise in verschiedenen Sälen
O 01 i t> t> a, 20. Ian. Hier fanden in den letzten Tagen zwei öffentliche Wählerverammlungen statt, in denen über die Frage, ob zukünftig ein Berufsbürgermeister oder ein ehrenamtlicher an die Spitze unserer Stadtverwaltung gewünscht würde, Klärung und Abstimmung erfolgen sollte.
Abrüstungspakte ist eines politischen
angelsächsischen - . . „ solches Bündnis wäre der erste Schritt zur Schaffung einer weltbeherrschenden Macht, eines arbiter mundi. Sicher glauben viele aufrichtig an die Wirksamkeit schriftlicher Okrträge, die den Krieg zwischen Völker verwandten Bluts und verwandter Sprache ausschließen. Und wer wird diesen Glauben nicht begrüßen, wer wird die Schönheit der Idee nicht anerkennen? Dennoch dürfen wir uns nicht verhehlen, daß sie der tausendjährigen Erfahrung der Menschheit widerspricht. Kain tötete Abel, seinen leiblichen Bruder. Die Menschheit ist nach dem Willen ihres Schöpfers kaum reif für das Geschenk ewigen Friedens. Die Technik wird zukünftigen Kriegen ein anderes Gesicht geben, ober sie kann die Kriege nicht beseitigen. Wir können nur hoffen, daß in einem entfernten Stadium der Entwicklung der ewige Friede verwirklicht wird, und wir können unser Bestes tun, dieses Ziel zu erreichen. Olber ein Staatsmann, der heute den 5deal-
ignorieren. _ ,
Weit wichtiger aber als alle Flotten- und —' ‘ die Möglichkeit
Bündnisses der
geworfen werden. Echoerscheinungen treten wegen der geringen Entfernungen meistens nicht auf, möglicherweise kann sich aber ein Anflug von Rachhall bemerkbar machen. Meistens nimmt der Lautsprecher, wenn er unmittelbar von den zurückgeworfenen Schallwellen getroffen wird, einen spitzen und harten Klang an. Die Zimmereinrichtung ist so umzustellen, daß möglichst eine Zerstreuung der Schallwellen erreicht, eine Abschirmung größerer Teile des Zimmers jedoch vermieden wird. Aus diesem Grunde ist es Diel- lach zweckmäßig, den Lautsprecher so in eine Ecke des Zimmers zu stellen, daß die Schallwellen die gegenüberliegende Wand schräg treffen. Bei hinreichender Zerstreuung der Schallwellen erreicht man zumeist eine weiche und wohllautende Tonwirkung. Sollte man mit diesen Mitteln den gewünschten Erfolg nicht haben, so könnte man
zustand als bereits verwirklicht betrachtet, sagt utopischen Ideen nach — und schadet damit seinem Vaterland, dem er nützen sollte. Wir müssen diese Denkweise den Leuten überlassen, die mit offenen Augen träumen oder die — was noch schlimmer ihrem billigen Idealismus klingenden
— Sch o tten, 20. Ian. Der neugewählte Kreistag des Kreises Schotten der kürzlich tagte, hatte gegen die von der hessischen Regierung geplanten Abbaumaßna h m e n, soweit sie sich weiterhin auf den Kreis Schotten beziehen sollten, entschieden h^otestrerü Auch gegen die kürzlich erfolgte Aufhebung des Kreisgesundheitsamtes Schotten war entschieden Verwahrung eingelegt worden. Eine Kommission war vom Kreistag bestimmt worden Die die Belange des Kreises persönlich bei der hes- sischenStaatsregierung vertreten sollte.
Die Kommission, die sich aus Vertretern der vier Bezirke Gedern, Laubach, Schotten, Ulrichstein zusammensehte, wurde am Freitag vom Mini st er des Innern und dessen zuständigen Reserenlen empfangen. In eingehenden Schilderungen wurde der Regierung die Rotlage des Kreifes vor Augen geführt und auf die vielen Opfer verwiesen, die die Bevölkerung des Kreifes und besonders die Stadt Schotten schon in den Abbaumaßnahmen gebracht hat. Die Stadt Schotten hat m der Rachkriegszeit zwölf Aemter und verschiedene Stellen verloren, darunter das Forstamt Feldkrücken, das Landwirtschaftliche Qlmt, die Landwirtschaftliche Schule, das Vermessungsamt (früher bestanden sogar zwei Dermessungsämter hier), das Hochbauamt, das Kreisgesundheitsamt, mehrere Stellen an der Realschule, eine Richterstelle, Forstwartstelle u. a. m., und hat damit etwa 80 Personen mit etwa 100 000Mark Ein- kommen, die hier verbraucht wurden, eingeb ü tz t.
Es ist gewiß ein großes Opfer für die Stadl, und wenn jede Gemeinde im Verhältnis wie Scholten derart viel Opfer hergegeben hätte oder bringen würde, wäre der Abbau längst , durchgeführt.
Schotten hat im Interesse des Ganzen diese Opfer, wenn auch schweren Herzens, auf sich genommen,
danken ist, war die Verhaftung des Mörders Crippen. Unter feiner Leitung entdeckte die Londoner Polizei in einem Keller geringe menschliche Ueberreste, die als Körperteile der verschwundenen Frau Crippen festgestellt wurden. Die Verdachtsmomente lenkten sich auf ihren Mann Dr. Crippen, und Froest brachte heraus, daß dieser sich mit einer jungen Frau, die als Knabe verkleidet war, an Bord des Dampfers „Montrose" mitten auf dem Atlantischen Ozean befand. Cs war das erste Mal, daß bei einem Kriminalfall die drahtlose Telegraphie verwendet wurde. Der Detektiv erkannte sofort, daß die einzige Hoffnung, den Verbrecher zu erwischen, darin bestand, den Dampfer, auf dem er sich befand, zu überholen. Er telephonierte an alle Schiffahrtsgesellschaften und fand ein Schiff, das wie die „Montrose" nach Kanada suhr, aber eine sehr viel größere Schnelligkeit entfalten konnte. Auf diesem Schiff schickte er den Inspektor Dew nach, benachrichtigte die kanadische Regierung, und so konnte Crippen mit seiner Begleiterin verhaftet werden, bevor er noch an Land gegangen war. Der Mörder wurde zum Tode verurteilt und gehängt, nachdem er vorher überführt worden war, seine Frau durch Gift beiseite geschafft zu haben.
günstigste CEDärtung ermitteln. Diese läßt sich dann unter Berücksichtigung der Richtlinien, die im folgenden gegeben werden, noch weiter ver- bessern. ,
Betrachten wir zunächst die unmittelbare Einwirkung des Lautsprechers auf den Empfänger: Stehen Empfänger und Lautsprecher auf demselben Tisch, Schrank usw., so können diese Gegen« stände unter Umständen durch den Lautsprecher ins Mitschwingen geraten. Diese Schwingungen können die Heizfäden der Röhren zum Mitschwingen bringen. Dasselbe kann eintreten, wenn die Schallwellen den Empfänger voll treffen. Diese Verhältnisse sind die Ursache einer Störung, die man als Schallrückkopplung bezeichnet. Wenn Empfänger und Lautsprecher getrennt sind, ist daher der Lautsprecher möglichst entfernt vom Empfänger aufzustellen, und zwar möglichst nicht auf Tischen oder Schränken mit Schubladen, weil die durch die Laden abgeschlossenen Luftschichten die Ursachen von Wiederhallerscheinungen sein können. Hat man kein geeignetes Einrichtungsstück für die Aufstellung des Lautsprechers, so stellt man den Empfänger auf ein Wandtischchen und bringt den Lautsprecher in einiger Höhe auf einem Wandbrettchen an. Empfänger mit an- gebautem Lautsprecher stellt man am besten auf eine Konsole oder aus einen größeren Schrank, wenn es die Höhe zuläßt.
Die beste Hörsamkeit haben Räume mit annähernd quadratischem Grundriß. Ungünstig sind zumeist schmale langgestreckte Räume. In Den meisten Fällen hängt die Hörsamkeit jedoch auch von der Art und der Stellung der Einrichtungsgegenstände ab. Immer ist dec Lautsprecher so aufzustellen, daß die Schallwellen nicht unmittelbar in voller Stärke aus Den Lautsprecher zurück-
ganz verschieden klingt. Auch der Standort des Redners ist von Bedeutung, nicht nur für die Klangwirkung, sondern auch für die Lautstärke an Den verschiedenen Stellen des Raumes. Diese Erscheinungen fassen wir unter dem Begriff der „Hörsamkelt eines Raumes" zusammen.
Die Hörsamkeit eines Raumes ist für das Aufstellen einer hochwertigen Rundfunkanlage von großer Bedeutung. Bei einiger Hebung sieht man an der Größe, der Gestalt und der Einrich- tung eines Wohnraumes schon, wie ungefähr seine Hörwirkung ist. Hat man diese Hebung , avu,u,H^,v„ — •- ,,
nicht, dann muß man durch Versuchen, das heißt noch von der Olbdämpfung der Schallwellen Ge- durch häufiges Hmstellen des Lautsprechers die | brauch machen.
Mehrere Gemeinderatsmitglieder hatten am Sonntagnachmittaa zu einer Besprechung über die Dürgermeisterfrage die wahlberechtigten Interessenten in Den „Gambrinus" eingclaDen. Diese zweite Wahlversammlung war sehr stark, von etwa 300 Wählern und Wählerinnen besucht. Mühlenbesiher und Gemeinderatsmitglied M a n n führte den Vorsitz und begrüßte die Erschienenen, denen er als Zweck Der Einberufung erläuterte. Die Ansicht Der Mehrheit der Bewohner Ridda« hinsichtlich Der Dürgermeisterfrage zu erfahren, damit die Gemeinderatsmitglieder für die in den ersten Tagen nötige Beschlußfassung über den Antrag auf Anstellung eines Berufsburger- meisters Richtlinien hätten. Es folgte eine rege Aussprache. Fast alle Redner kamen nach sorgfältiger Prüfung der Gründe, die für und gegen einen Derufsbürgermeister sprechen, zu dem Ergebnis, daß für Ridda nur ein ehrenamtliches Stadtoberhaupt in Betracht kommen könne. Die Abstimmung über die Burgermeisterwahl ergab die einstimmige Entscheidung für die Wahl eines ehren- amtlichenDürgermeisters. Auch die anwesenden sieben Gemeinderatsmitglieder, soweit sie sich zum Worte meldeten, kamen zu demselben Resultat.
Runmehr erscheint die Beschlußfassung in der nächsten Gemeinderatssihung nicht mehr zweifel- hast und die Ablehnung eines Berufs- | bürgermeisters für Ridda sicher.
Der Kreis Scholien gegen seinen Abbau
Oie Kreistagskommission beim hessischen Innenminister.
„unnötige Grausamkeit" des Krieges unter See ins Treffen zu führen. Wird sich ein bedrohtes Volk durch ein papierenes Abkommen der 11- Boot-Wafse berauben lassen? Ist der H-Boot- Krieg unmenschlicher als die Hungerblockade eines ganzen Volkes, durch die Hunderte und Tausmrde in einem dichtbevölkerten Land — Frauen, Kinder und Greise zuerst — langsam zu Tode gemartert werden? Zerstörte der Oßeltfricg an einem einzigen Tage nicht mehr Menschenleben, als der H-Boot-Krieg während der ganzen vier Iahre? Als die ersten Arkebusen auftauchten, gerieten die feudalen Ritter in dieselbe Empörung. Wir können die Geschichte nicht zurückschrauben; die altmodischen Feuerwaffen müssen der hochentwickelten Zerstörungstechnik unserer Tage weichen.
Die praktischen Einzelheiten des Marineabkommens zwischen Hoover und Macdonald brauchen hier nicht erörtert zu werden. Sie sind (soweit sie bekanntgegeben wurden) von meinem kürzlich verstorbenen Freund, Admiral Dollerthun, in ihrer Bedeutung behandelt worden. Dollerthuns Auslegung geht dahin, daß die angelsächsischen Mächte den Schwerpunkt ihrer Flotten von den kostspieligen Riesen-Schlacht- schiffen auf die leichten Kreuzer verschieben wollen. Diese Tendenz taucht nach den Weltkriegerfahrungen in allen Ländern auf, die an Den großen Meeren liegen; ihre still- schweigende Voraussetzung ist, heute noch wie gestern und vorgestern, die anerkannte „Recht- mäßigkeit" von Blockaden. Wird das Blockaderecht aufgehoben, so verschwindet die Daseinsberechtigung aller Kriegsflotten. Dann erst ist die Freiheit der Meere Wirklichkeit geworden.
Großbritannien wird jedoch auf seine stärkste Waffe nicht verzichten wollen. Aber selbst wenn England und die Vereinigten Staaten irgendwie dazu gebracht werden konnten, durch einen Pakt das Blockadeprinzip zu verbieten, so bleibt doch zu bedenken, daß englische Admiräle, als gelegentlich die Frage der Milderung oder Beseitigung zukünftiger Blockaden aufgerollt wurde, feierlich erklärten, sie würden derartige Bestimmungen zu Kriegszeiten
Feste Wände geben den Schall voll zurück, wollene Vorhänge, Polstermöbel usw. dagegen nur schwach und abgedämpft. Treffen also die vom Lautsprecher ausgehenden Schallwellen solche Gegenstände, so werden sie nur schwach zurück- geworfen und treten in ihrer Wirkung gegenüber Den unmittelbar vom Lautsprecher ausgehenden Schallwellen zurück. Bei niedriger Aufstellung des Lautsprechers genügt schon zumeist ein an der gegenüber liegenden Wand stehendes Sofa zur hinreichenden Dämpfung, nötigenfalls muh man noch einen Vorhang anbringen. Ebenso empfiehlt es sich, die entfernten Zimmerecken durch dämpfende Gegenstände wirkungslos zu machen. Rur Darf man nicht vergessen: Die zurück- gcworfenen Schallwellen tragen erheblich zu Der im Raume herrschenden Lautstärke bei. Wenn dämpfende Einrichtungen vorhanden sind, nimmt die Lautstärke natürlich ab. In kleineii Räumen, in denen die unmittelbare Schallwirkung des Lautsprechers für eine hinreichende Lautstärke bei weitem ausreicht, wird man fast immer durch dämpfende Maßnahmen eine bessere Tonwiedergabe erreichen können, ohne daß die Olbnahme der Lautstärke ins Gewicht fällt. In größeren Räumen dagegen wird man überlegen müssen, wieweit eine Abnahme dec Lautstärke durch bessere Tonwiedergabe gerechtfertigt wird.
Rur wenn man diese Regeln beobachtet, kann man eine gute Wiedergabe des Rundfunks erzielen. Es genügt eben — wenn man nicht xu- fällig Glück hat — keineswegs, einen Lautsprecher und auch das Empfangsgerät an eine beliebige Stelle irgendeines beliebigen Raumes zu stellen.
Die Londoner SeeabrWnngslvnserenz und angelsächsische Mchenschast.
Von Großadmiral Alfred von Tirpih, ehem. pr. Staatsminister und Staatssekretär des Heichsmarineamtes.
Im vergangenen Weltlrieg hat vor allem E n g * land uns wirtschaftlich geschlagen, wie es früher Spanien in den Kolonien, Holland in seinen kaufmännischen Bestrebungen und Frankreich in Der hohen Politik schlug. Deutschlands Stelle ledoch ist von einem nicht minder gefährlichen Rivalen eingenommen worden, von den Vereinigten Staaten, die wohl bald auch in d^ Rordsee Den britischen Inseln sowohl wirtschaftlich als auch militärisch die Waage halten können. Amerika wird größeren Einfluß auf Großbritannien gewinnen, als es Deutschland je möglich gewesen wäre. England muh sich nun mit seinem amerikanischen Rivalen zu einer Zeit auseinandersetzen wo die Dominions und besonders Indien ihre Zeit gekommen sehen, um vollständige Unabhängigkeit ober wenigstens eine Regierungs- form gemäß ihren geopolitischen Verhältnissen zu fordern — ohne Rücksichtnahme auf ihr Mutterland. Mehr noch: der europäische Äon« tinent, bisher die feste Grundlage grohbri- tannischer Weltpolitik, steuert unter Frankreichs Hegemonie einen von der politischen Linie Großbritanniens völlig abweichenden Kurs!
Hnter diesen Hmständen tat Ramsah Ma c - Donald Das Klügste, was er im Interesse Englands tun konnte, als er sich seinerzeit nach Amerika einschiffte. Er zog damit nur die Konsequenzen aus dem Aufgang des 'Weltkrieges. Der letzte Versuch, den Grundsatz des „Rule Bn- tannia“ noch im 20. Jahrhundert zur Geltung zu bringen, war gescheitert. Hnd es war unnütz, Die Tatsache zu beklagen; die frühere konservative Regierung konnte sich aber noch nicht völlig von der jahrhundertealten Tradition Englands frei machen, sie vermochte sich in die neue, gänzlich veränderte Epoche der Weltgeschichte nicht hinein- zufinden — ebensowenig wie Lord Grey während seiner Olmtszeit zu Beginn des Weltkrieges. Die Arbeiterpartei ließ sich Dagegen von Dem richtigen GeDanken leiten, nach den gegebenen Hmständen mit der Stellung des zweiten Teilhabers vorlieb zu nehmen, und suchte sich wenigstens in dieser Stellung zu behaupten, bevor es zu spat war.
Sie politische Weltlage hat sich vollständig vec- schoben. Da sich Der Kampf um Die Weltherrschaft zwischen EnglanD unD Amerika vornehmlich auf Den Meeren abspielt, war Der englische Ministerpräsident gut beraten, als er die Flotten- Probleme vor allen anderen zu lösen versuchte. Hätten schon die Verhandlungen in Washington zum Erfolge geführt, so brauchte sich die in den nächsten Tagen beginnende Se ea b » rüstungskonserenz nur noch mit Einzelheiten zu beschäftigen. Aber die endgültige Entscheidung wurde von beiden Seiten geschickt vermieden, iun die kleineren Seemächte nid>t vollständig auszuschließen; sie folgten Damit Dem Gebote staatsmännischer Klugheit, Die Vormacht Der angelsächsischen Mächte wenigstens nach quhen hin nicht zu Überspannen.
Die am 21. Ianuar in London zusammen- trctenDe Füns-Mächte-Konserenz wirD sich vor schwierige Probleme gestellt sehen, da die Interessen der kleinen Seemächte von Denen Der Großmächte weit ab weichen. Die Frage Des 11 - Boot° Krieges WirD heftige Kontroversen auslösen. Setzen sich Die angelsächsischen Staaten Durch, Dann WirD Die Kriegsführung mit Hnterseebooten verboten — was wahrscheinlich energischen WiDerstand bei den kleineren Staaten finden wird. Jedenfalls erscheint es kaum zulässig, Die
Die EvangelischeDolksgemeinschast hatte am FreitagabenD zu einer Versammlung Der Wähler im „Gasthaus zur Eisenbahn" ein- gelaDen. Etwa 60 Wahlberechtigte waren Der — ' ’ gefolgt. Rach längerer Aussprache ~.d)tige Angelegenheit, wobei auch ver- schieDene MißstänDe aus Der seitherigen städtischen Finanzwirtschast zur Sprache kamen, ergab Die Abstimmung Die f ast einstimmige Annahme des Antrags, einen Bürgermeister wie seither Durch die gesamte Bürgerschaft zu Wahlen und die Anstellung eines Berufsburger- meisters für Ridda abzulehnen.


