Ausgabe 
20.12.1930
 
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Wer macht -en erblindeten Kriegern eine Weihnachtsfreude?

Wie wir betend müteuten, soll auch in diesem Iahte wieder eine Weihnach tsfeier für die Kriegsblinden stattfinden. Da die Feier bereits am kommenden Sonntag, 28. Dezbr., staltsindet, tut Eile not! Gaben nimmt die städtische Oberfürsorgerin, Schwester Anita Hermann y, im Stadthaus, Gartenstrahe 2, Zimmer 12, gern entgegen. Geldspenden können an die gleiche Adresse, oder auf das Konto der erblindeten Krieger bei der Dezirkssparkasse Gießen, oder auf das Postsaieckkonto des Konrad Biedenkopf, Kriegsb.inder, Grünberg lHessen). Ar. 49 157 Frankfurt a .M. eingezah't werden.

Unsere Kriegsblinden sind vom Kriege am schwersten betroffen worden. Es sollte daher nie­mand zurückstehen, sein Scherflein zu dem guten Werke beizusteuern! Eine rege Beteiligung an diesem Liebcswerk wäre um so erfreulicher, als die bis jetzt eingegangenen Spenden nicht genü­gen, um sämtliche Kriegsblinden zu beschenken.

Oderheffen.

Grünberger Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl.

Wie wir hören, ist gegen die am vorigen Frei­tag in e. j Djrgenommene Bürgermeister­wahl, bei der bekanntlich Dr. Miltner aus Offenbach zum Bürgermeister gewählt wurde. Ein­spruch erheben worden. In der Begründung des Einspruchs wird vor allem betont, daß der Wahl­akt nicht in der richtigen Weise vor sich gegangen sei.

Einbruch in der Güterhalle in Büdingen.

* Büdingen, 20. Dez. In der vergangenen Aacht wurden in der Güterhalle des hiesigen Bahnhofes Pakete geraubt, die Lebensmittel ent­hielten. Der Wert der gestohlenen Pakete dürfte etwa 100 Mark betragen. Born Täter hat man bisher noch keine Spur.

Mitgliederversammlung des Mathildenst ffs Buhbach.

OButzbach. 19. Dez. ImHessischen Hof" fand hier die diesjährige ordentliche Mitglieder- Versammlung des Mathilden st ifts Butzbach (Bezirksspatkasse) statt. Der Borsitzende, Direktor Aühl, begrüßte die Der- fammlung und erstattete zunächst einen eingehen­den allgemeinen Bericht über den Ge­schäftsverlauf des abgelaufenen Jahres und die derzeitige wirtschaftliche Lage. Die drei ausscheidenden Herren des Aufsichts­rates wurden wiedergewählt. Die Zunahme des Ginlagebestandes betrug 877 113 Mark und damit der Bestand Ende 1929 gleich 5 295 933 Mark. Die Zahl der Sparer stieg im abgelaufenen Jahr auf 6212. Der Durch­schnittsbettag eines Sparbuchs beträgt 852 Mark. Oluf den Kopf der Bevölkerung des Sparkassen­bezirks entfallen 281 Mark, und auf jeden dritten Einwohner des Bezirks ein Sparbuch. Die För­derung des Realkredits hat weitere Fortschritte gemacht: es sind in diesem 3 101 741 Marl, das sind 53 Prozent, und bei Berücksich­tigung der Kontokorrenthypotheken 73 Prozent der Einlagen angelegt. Für Förderung des Wohnungsbaues wurden 473 817 Mark ver­ausgabt. Der Mittelstandskredit wurde weiter gepflegt. Insgesamt waren Ende 1929 ausge­liehen : Hypothekendarlehen und Kaufgelder 3101 741 Mark, Gemeindedarlehen 753 383 Mark, Hchuldscheindarlehen gegen Bürgschaft und Ver­pfändung von Wertpapieren 572 3.8 Mark, Wech­sel 54 924 Mark. Kontokorrentverlehr 1 479 443 Mark. Der Geschäftsbericht und die Jahresrech­nung wurden einstimmig genehmigt:dem Borstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Der Reingewinn wurde auf Vor­schlag des Vorstandes mit 33 461 Mark der Rück­lage zugeschrieben. Der endgültige Satz für die Aufwertung der Spareinlagen wurde vom Minister des Innern auf 13,75 Prozent fest­gesetzt, so daß den Einlegern, auch denjenigen, die inzwischen ihre Einlagen erhoben haben, noch 1,25 Prozent zugute kommen. Der Zinssatz für die Aufwertungseinlagen wurde entgegenkom­menderweise vom Mathildenstjft um 2 Prozent erhöht, so daß für 1930 und 1931 nun 5 Prozent vergütet werden. Justizrat Dr. Reh und der Vertreter des Kreisamtes sprachen sich günstig über die weitere gute Detriebsentwicklung des Mathildenstiftes aus.

In der letzten Sitzung des Aufsichts­rat e s sind wieder für gemeinnützige und mild­tätige Zwecke etwa 5000 Mark bewilligt wor­den, darunter 600 Mark für die Landwirtschaft­liche Schule in Butzbach, 400 Mark für die Obst­bauschule Friedberg. 500 Mark für die Ober- realschule Butzbach, und 2610 Mark für die Pflege armer Kranker. Mit diesen Bewilligungen hat das Mathilden stift aufs neue seine soziale Einstellung festgelegt.

4. Bezirksschau des Verbandes der Oberheff. Geflügelzüchtervereine.

1. Rieder-Ohmen, 18. Dez. Der 2. Bezirk des Verbandes Oberhessischer Geflügelzüchterver­eine, dem die Vereine Alsfeld, Schlitz, Lauterbach. Homberg, Rieder-Gemünden und Rieder-Ohmen angehören, hielt hier seine 4. Dezirksschau im ©aale des Hessischen Hofes ab. Die Ausstellung war gut vorbereitet und mit ungefähr 250 Rum» metn beschickt. Als Preisrichter walteten die Herren Kolter, Bad-Rauheim, und Mogk Echzell, ihres Amtes.

Ehrenpreise erhielten: Brahma:Otto Soed- ter, Rieder-Gemünden, Orpington: Hch. Rem- hardt II., Schlitz Rhoddländer: H. Wennerhold. Zell, Wyandottes, weiß. O. Soedler, Rieder-Äe- münben. Wyandottes, schwarz H. Dittert, Schlitz, Barnevelder Hch. Birkenstock, Strebendorf, Mi- norka, schwarz. K. Pfifferling, Schlitz, Rheinlän­der, schwarz W. Schnitzer, '-tirlammen, A. Maus- Ruppertenrod, O Reichet, Rieder-Ohmen, Italie­ner rebhuhnfarbig. O. Hahn, Altenburg. F Heil IV., Schlitz, Italiener, schwarz. H. A^xan- der, Rieder-Ohmen Italiener, gelb' H. Heb-

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 21. Dezember.

7 Ahr: (Von Hamburg). Hafenkonzert. 8.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Gemeinschaft Frankfurt a. M. 9.15; Weihnacht im Fels 9.45: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Laienmusik 11.30:Aktuelle Lehrstück-Probleme", Vortrag von Dr. Ernst Emsheimer. 12: (Don München). Konzert des Rundfunkorchesters. 13: (Don Köln): Konzert. 14: Stunde der Jugend. 15. Alte Volksweisen zur Weihnacht. 16: Rach­mittagskonzert. 17 (Mannheim): Desperkonzert. 17.45Das neue Rußland", Dortrag von Ernst Gläser. 18.05Das Paradiesgärtlein", Betrach­tung über ein Bild von Dr. Carl Gebhardt. 18.30: Sechs Jahre Südwestdeutscher Rundfunk", Dor­trag von Dr. Wilhelm Schütter. 19 (Saarbrücken): Adventsfeierstunde katholischer Saarjugend. 20: Egmvnt (Ein Trauerspiel von Goethe.) 22.50 bis 24; Tanzmusik.

Montag. 22. Dezember.

7.30 Ahr: Frühkonzert. 11; Frühkonzert auf Schallplatten. 15'Das heilige Christfest in der Familiö^ Dortrag von Wally Baumann. 16 (Mannheim). Rachmittagskonzert des Mannhei­mer Konzertorchesters. 18.05:Rundfunk - ein Heilmittel?", Gespräch von Max Zodhkow. 18.35: Das Gesetz der Serie", 2. Dortrag von Dr. Kon­rad Dürre, Berlin 19.05: Englischer Sprachunter­richt 19.30 Weihnachtsmarkt auf dem Römer- berg. Reportage. 20: Schubert-Konzert. 20.45: Bi­lanz 1930. Borgetragen von Max Kvninski. 21.30. Harsen-Konzert. 22.20: Tanzunterricht. 22.50 bis 24: (Don Budapest) Zigeunermusik.

Dienstag, 23. Dezember.

7.30 Ahr. Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 11 Frühkonzert. 12.20: Alte Weihnachtsmusik. 15: Hausfrauennachmittag. 16: (Kurhaus Wiesba­den): Konzckrt. 18.05.Der Koblenzer Bezirk in seiner regionalen Bedeutung und Verflechtung", Vortrag von Oberregierungsbaurat Wilhelm We­ber, Koblenz. 18.35Baltisches Weihnachtsfest", Dortrag von Georg Geist. 19.05:Amerika und die östliche Welt: Ihre 'Beziehungen vor der Ent­deckung durch Kolumbus", Dortrag von Fritz Jä­ger, Stuttgart-Leipzig. 19.30: Anterhaltungskon- zert des Rundfunkorchesters. 20.15: Leben wider Witten. Hörspiel von Fritz Peter Buch. 21.15. Musik der Rationen. 22.30 bis 23.30: Alte Tanz­musik.

Mittwoch, 24. Dezember.

7.30 Ahr; Frühkonzert auf Schattplatten. 11: (Wiesbaden); Frühkonzert. 12.20: Schallplatten­konzert. 14: Stunde der Jugend. 15: Kinderstunde.

16: Konzert des Rundfunkorchesters: Eine Weih­nachtsstunde für Kinder. 17 (Frankfurter Dom): Domgeläut und Turmmusik. 17.40:Aus hem Winteridyll", von Karl Stieler. Dorgetragen von O. W. Studtmann. 18.15: Zur Bescherung. 19.15 Schallplattenkonzert. 20; Bunte Weih- nachtsstunde. 21. Heilige Rächt. Eine Weihnachts­legende 22: Zweiter Teil des Weihnachtsorato­riums von Joh. Seb. Bach. 22.30 (Freiburg): Musik zur Weihnachtsgeschichte. 23.15 (Freiburg): Christnacht-Weihestunde. 24 (Freiburg): Weih­nachtsgeläute des Freiburger Münsters.

Donnerstag, 25. Dezember.

7 Ahr: (Don Hamburg): Hasenkonzert. 8.15 (Friedenskirche Frankfurt a. M ): Orgel-Konzert. 10 (Lutherkirche) Weihnachtsgottesdienst, veran­staltet von der Evangelischen Landeskirche. 12 (Freiburg); Alte Weihnachtsmusik. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.10; Schallplattenkonzert. 14: Arsendung. Das tapfere Schneiderlein. Funk/ Märchen. 15: Chorkonzert. 15.45; Rachmittagis- konzert 18:Des jungen Ignaz Läuterung", Er­zählung von Gustav Hans Graber. 18.30: Christi Geburt. Aus dem Weihnachtsoratorium nach Schriftworten und deutschen Dichtungen. 19.15: Elsässische Weihnachtsstunde. 20: Volkstümliche Musik deutscher Meister. 21.30 bis 22.15: Drei heitere Einakter. 22.25: Blasmusik. 23.15 bis 24: Unterhaltungskonzert.

Freitag, 28. Dezember.

7.45 Ahr; Glockengeläute vom Frankfurter Dom. 8: Weihnachtschoräle. 8.15 (Offenbach): Katholi­sche Morgenfeier. 9.30: Militär-Konzert des Mu­sikkorps des Ausb.- (Hessisches) Datl. 15. Insan- terle-Regiment, Marburg. 10.30: Ein rheinischer Weberjunge erzählt. Improvisation von Paul Laven. 11; Stunde der Kammermusik. 12 (Von Leipzig): Tänze der Rationen. 14: Stunde der Jugend. 15: Schallplattenkonzert. 16 (Kurhaus Wiesbaden): Konzert. 18: Ein deutsches Weih­nachtsspiel. 19: Chorlieder zur Weihnachtszeit. 20: Meine Schwester und ich. 22.20 bis 24: An-- terhaltungskonzert.

Samstag, 27. Dezember.

7.30 Ahr: Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 12.20; Schallplattenkonzert. 14.30: Stunde der Ju­gend. 16: Rachmittagskonzert. 18.05:Vom Sinn des ßebenS", Vortrag von Aniversitätsprofessor Dr. August Messer, Gießen. 18.35: Stunde der Ar­beit. 19.05. Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Konzert 2030:Wer die Wahl hat...!" Eine bunte Stunde um die Schallplatte. 21.20: Kon­zert 22.40 His 24 (Von Berlin): Tanzmusik.

drich IlL, Schlitz: Leghorn, weih: I. Reinig, Rie­der-Ohmen.

Zucht st ämm e. Rhodeländer: K. Fißler, Rieder-Ohmen: Rheinländer: A. Maus, Rup­pertenrod (Soedler-Erinnerungs-Preis für beste Leistung): Italiener (rebhuhnfarbig): O. Hahn, Altenburg; H. Wennerhold, Zett: Italiener (schwarz«: H. Alexander, Rieder-Ohmen; Italie­ner (gelb): K. Fißler, Rieder-Ohmen: Leghorn (weiß) I. Reinig, Rieder-Ohmen: Zwerge (por- zettanfarbig): O. Soedler, Rieder-Gemünden: Pommernenten (blau): K. Wittich, Rieder-Ge- münden: Zwerge (porzellansarbig, federsühig): O. Soedler, Rieder-Gemünden.

Tauben. Brünner Kröpfer: W. Jaeck, Hom­berg; Steiger Kröpfer: W. Jaeck, Homberg: Hessische Kröpfer: H. Hübenthal, Homberg; Eng­lische Kröpfer: O. Soedler, Rieder-Gemünden; Schönheitsbriefer: H. Döring, Bemshausen; Forellentauben: H. Wagner, Dannenrod: Frän­kische Samtschild: K. Krug, Homberg; Nürn­berger Samtschwalbe: K. Strauch, Homberg; Starenhals: K. Henning, Lauterbach.

Puten (DroNze): H. Seibert, Rieder-Ohmen; Gmdener Gänse: H. Wennerhold, Zett; Reichshuhn (weih): Ph. Laub. Rieder-Ohmen.

Landkreis Gietzcn.

* 2 e i b g e ft e r n. 18. Dez. Die Volkshoch­schule Leihgestern veranstaltete im Laufe der letzten Woche drei Vortragsabende. Am ersten Abend sprach Aniversitätsprofessor Dr. S e s s o u s, Gießen, über:Die Bedeutung der landwirtschaftlichen Kontrollstationen für den ge­nossenschaftlichen Handel". Der Vortragende zeigte eingangs seines Vortrages Ziel und Zweck des Genossenschaftswesens und wie nut auf dieser Grundlage die für den Landwirt not­wendige Samen- und Düngerkontrotte möglich fei. Er betonte dann das erziehende Moment der Tätigkeit der Kontrottstationen auf den Samenhandel und die Wichtigkeit der Rachunter­suchung von Dünger- und Futtermitteln beim genossenschaftlichen Einkauf. Weiter besprach er die technischen Vorschriften für die Prüfung von Saatgut und die Durchführung der Antersuchun» gen in den amtlichen Kontrottstationen. Der Vortrag wurde unterstützt durch anschauliche Ta­bellen und Lichtbilder. Es schloß sich daran eine äußerst rege Aussprache. Der zweite Vortrags­abend, der neben der Belehrung auch der Unter­haltung dienen sottte, war ausgefüllt durch einen Lichtbildervortrag des Jslandforschers Dr. Hel- mut Lotz, Klein-Linden. Auch dieser Vortrag, der an anderer Stelle desGießener Anzeigers" ausgiebig besprochen wurde, sand' lebhafte Teil­nahme. Gestern abend hatte sich Stadtschulrat Fischer, Gießen, bereitgefunden, über das Thema zu sprechen:Was jeder Staatsbürger von der Reichsverfassung wissen muh". Der Vor­tragende zeigte in einem historischen Gang, der von den Gedanken der französischen Revolutton von 1789 und von dem Erlebnis der Befreiungs­kriege ausging, das Entstehen und Wachsen des Geistes, der zum Paulskirchen-Parlamente und der Staatsverfassung von 1848 führte, ließ aber auch deutlich die Gründe erkennen, die zu dem tragischen Mißlingen dieses Reformwerkes führ­ten. Aus der Mitte der Hörer, die sich zu einem guten Teil aus Arbeitslosen unserer Gemeinde zusammensetzte, wurde der Wunsch nach weiteren Vorträgen über dasselbe Thema laut. Die Volks- Hochschule wird also diesen staatsbürgerlichen Kursus ebenso weiterführen, tote den genossen- fcbafHicben Lehrgang.

Kreis Schotten.

V Gedern, 19. Dez. Die Lehrerschaf k des Bezirkes Gedern hielt hier eine Ver­sammlung ab, um über verschiedene standes- und schulpolitische Fragen zu sprechen. Die Versamm­lung faßte u. a. eine Entschließung, in der gegen die beabsichtigte Zusammenlegung der Pädagogischen. Akademien Darm­stadt und Mainz nach Mainz protestiert wird. Die Entschließung wurde an den Landes­lehrerverein weitergeleitet. Sodann gab Obmann Häufel einen Ueberblick über das Dereins- jahr 1930 und die Arbeit, die der Dezirks- lehrerverein geleistet hat. Rach Erledigung ver­schiedener interner Angelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen.

Kreis Alsfeld.

ch Nieder-Gemünden, 18. Dez. Im Saale der Gastwirtschaft Soedler fand eine Konfe - renz der Lehrer und Lehrerinnen des westlichen Teiles des Kreises Alsfeld statt. Die beiden Redner des Tages - Lehrer Schad, Windhausen, und Lehrer Kraus, Ruhlkirchen sprachen über das Thema:Das Zeichnen im Dienste der Kunsterziehung". Lehrer Schad be­handelte die theoretische Seite. Lehrer Kraus die praktischen Auswirkungen des besonders ge­spalteten Zeichenunterrichts. Den Vorträgen folgte eine rege Aussprache.

Rheinhessen.

Oer erste Staatskommissar in Hessen.

WSN. Worms, 19. Dez. Auf Grund des Ge­setzes zur Sicherung der Haushaltsführung der Ge­meinden hat der hessische Innenminister heute den Oberregierungsrat Dr Seyferth von der Pro- vlnzialdirektion Mainz zum Staatskommissar für die Stadt Worms bestellt. Zur Sicherung einer o r d n u n g s m a ß i a e n Haushalts- führung der Stadt Worms hatte der Oberbürger­meister der Stadt Worms nochmals versucht, durch den Stadtrat Beschluß über die zur Abdeckung des vorhandenen Fehlbetrags notwendige Erhöhung der Nealsteuern fassen zu lassen Die gestrige Sitzung des Stadtrats hat aber zu keinem positiven Er­gebnis geführt. Die von dem Oberbürgermeister vorgeschlagene Erhöhung der Real steuern und der Biersteuer, sowie die Einführung der Ge­tränke- und Büraerfteuer find nochmals ab- gelehnt worden. Nachdem es der Stadtrat somit unterlassen hat, die für eine ordnungsmäßige Haushaltsführung erforderlichen Beschlüsse zu fas- fen, hat der Innenminister nunmehr den Staats- kommissar eingesetzt, der noch im Laufe des Mo- nats Dezember das Erforderliche veranlassen wird.

Umzugs- und Versammlungsverbot auch in Mainz.

Mainz, 18. Dez. (WSN.) Bis auf weiteres hat das Polizeiamt Versammlungen, Kundgebungen unter freiem Himmel, Umzüge. Aufzüge, Durch­märsche, sowie überhaupt jedes Marschieren in ge­schlossenen Gruppen innerhalb des Bezirks der Stadt Mainz wegen unmittelbarer Gefahr für die öffent­liche Sicherheit verboten.

Preußen.

Krcrs Wetzlar.

X W e tz l a r, 19. Dez. Die ersten vorbereitenden Besprechungen zur Gründung einer Vieh- verwertungsgenossenschaft für den K r e t s Wetzlar haben nunmehr ftattgefunten.

Es nahmen teil: Dipl.-Landwirt Haack. Frank­furt a. M. von der Raiffeisenhauptgenos.en chaft, Vorstandsmitglied Reih, Hochttheim, und Cor­nelius, Tiefenbach, ferner von der Kreisbauern- schalt Wetzlar Hauptgeschäfts üh er Dornber­ge r, von der Metzgerinnung Wetzlar Obermeister W a 1 d s ch m i d t und noch zwei weitere Vertreter, außerdem Landwirt Anton Hartmansen, Hochelheim. Dipl. Landwirt Haack berich'ete zu­nächst über seine Tätigkeit unO seine Erfahrungen aus dem Gebiete der Diehverwertungsge.wssen-- schaften. Zur Förderung des Absatzes sei eine Diehverwertungsgeno,Ienscha t dringend erforder­lich Auch die Vertreter der 2Netzgerinnung gaäen nach Klärung verschiedener Fragen ihre Zustim­mung zu dem Vorhaben. Im nächsten Monat soll die erste größere Versammlung in Wetzlar statt­finden, in der die landwirt.chaftlichen Organi­sationen insbesondere zur Frage der Gründung einer Diehverwertungsgenofsen.cha.t Stellung nehmen sotten.

Dillkreis.

Eisemroth, 19. Dez. Am Donnerstag fand im Saale von Grab die erste Brennholz­versteigerung aus den fiskalischen Wal­dungen statt Den wirtschaftlichen Dcrhältni^scn entsprechend, sank die Taxe von 36 Mark im Vorjahre auf 28 Mark. Aber selbst dieser Preis erschien den Kauflustigen noch zu hoch, so daß die Versteigerung bereits nach kurzer Zeit abgebrochen wurde.

Gictzcncr Wochcnmarktprcise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160 Ps. (Kochbutter von 130 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 4 Mk.),

Weißkraut 5 bis 6 (pro Zentner 3 Mk.),

Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 5 Mk.).

gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10. Spinat 15 bis 20, Anterkohlrabi 5 bis 6. Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30,

Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80,

Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2,20 bis 2,50 Mk.). Schwarzwurzeln 30 bis 50, Aepfel 25 bis 40. Birnen 20 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 80 bis 100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 90 bis 110 pro P surrt); Tauben 50 bis 70, Eier 17 bis 18, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15. Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück.

Gewinnauszug

8. Klasse 36. Preußisch-Süddeutsche (262. Preuß.) Slaals-Lotlerie

Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden

Abteilungen I und II

2. Ziehungslag 18. Dezember 1930

In der heutigen Vormiltagsztehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

2 ®etoinn« in 60000 M. 22298

4 Gewinn« »n 10000 M. 72862 236920

2 Gewinne *u 5000 M. 209710

8 Gewinn« »u 3000 M. 100792 179212 195310 361129

6 Gewinn« ,n 2000 W. 24780 197152 239835

28 G«winn« ,u 1000 M. 23940 32083 104683

110403 128021 153383 191845 283192 292691 313455 342235 362279 388620 390352

26 Gewinne «u 800 M. 26291 34790 58774 95048 109430 124632 165139 172651 291949 307219 332951 347726 371780

44 Gewinn« »u 500 M. 47416 49074 88074 102761

143990 156402 165943 183003 195047 207489

217050 266435 300847 316217 326599 327468

328739 329247 340000 365433 367651 385958

Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

2 Gewinn« 80 10000 M. 48799

6 Gewinn« »u 5000 M. 195553 271784 33561t

4 Gewinne ,u 3000 M. 40390 123492

10 Gewinne xu 2000 M. 129527 193764 268860 3604I3 390320

16 Dewinne ,u 1000 M. 37058 59370 82107

123614 193167 323823 359390 380354

42 Gewinne zu 800 M. 4925 10608 12256 29849 38328 72651 76173 87747 89391 97980 112431 141134 141478 148675 160955 173507 256329 261293 290832 333915 350807

40 Gewinns ,u 500 W. 24770 51683 69690 95926

134849 143123 179241 224185 237484 254629

255948 266932 268466 272522 275800 300842

322824 326164 336831 377924

Die Ziehung der 4. Klasse der 36. Preußisch- Süddeutschen (262. Preußischen) Staatslotterie findet am 12. und 13. Januar 1931 statt.

Theodor Althoff

Theodor Althoff, der Begründer des größten deut­schen Warenhaus-Konzerns, setzte in seinem ersten Geschärt in Dülmen im Jahre 1885 ganze 16000 Mark um. Seine Machtstellung erreichte er durch Insertion. Er erklärt:

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