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Neue Bücher zur Politik und Geschichte

SriefTaflen Oer Kcöaffion

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schiustleitung.)

H H. Der 1. Januar 192o war ein Montag; den 29. Februar 1923 gab es nicht: der 24. 3ull 1923 war ein Dienstag.

(Schluß de» redaktionellen Teil».»

nicht ankam, daDer Dießner Dirnlein holde Schar / Verklärte unser Leocn".

Trinklieder, manche zu besonderen Gelegenheiten verfaßt, enthält der TeilGeselligkeil", während tm letzten allerlei zusainmengetragen ist, angc- fangen mitWeihnacht" bis zu den .Nach­klängen". die mit dem Hintreten vor PetruS an der Hiinmelstür schließen.

Sin Buchlein voll echten Humors in gewandten, wohlgereimten Versen ist so entstanden, gewisser- maßcn eine poetische Historie von Giehen in GelegenheitSliedern zu den verschiedensten Vor­gängen, und das Wort Friedrich Rückerts trifst hier zu: Gelegenheitsgedicht ist zu verachten nicht, daS der Gelegenheit Bedeutung recht ausspricht."

Die Gießener werden die anheimelnde, köst­liche Sammlung mit freudiger Anteilnahme be­grüßen. Dr. W

Politik und ihr Dertveter In Berlin der Stroh­halm, an den sich die deutsche Regierung klam­merte und mit dessen Rat es gelang, d i e e r st e n Schritte ins Freie zu tun. Mit der Politik .alles oder nichts", die damals schon lebhaft angepriesen wurde. Hütten wir nach menschlichem Ermessen heute kein einiges Reich mehr, das zwar immer noch in schwerem Kampf um sein» wirtschaftliche Existenz liegt, dessen politische Grundlagen jedoch damals in den kritischen Phasen des Ruhreinbruchs und des Locarnopakts ge­sichert wurden Die Erkenntnis dieser Zusammen^ hänge zu ixrnvt'cln. dazu ist kein Buch geeignetem als diese Erinnerungen Lord D'AbernonS

Ernst Wilhelm Eschmann: »Der faschistische Staat in Italien." Ieder- manns-Bücherei. Verlag Ferdinand Hirt & Sohn, Leipzig. Salomonstraste 15. Preis 3,50 Mk (421) Heber Mussolini und den Faschismus ist in den letzten Jahren eine Literatur entstanden, deren Umfang im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Zuverlässigkeit steht. Wie daS unpolitische Volk der Deutschen bei der Betrachtung poli­tischer Verhältnisse fremder Länder ohnehin lieber daS zu sehen pflegt, was fein politisches Wunsch­bild ist. als nüchtern und klar den Dingen auf den Grund zu gehen, so ist auch die deutsch« Literatur über den Faschismus mit wenigen Aus­nahmen mit der innerpolitischen Brille der Ver­fasser gesehen und von ihren eigenen politischen Wünschen diktiert. Deshalb ist es besonders dan­kenswert. daß mit dem vorliegenden Buche eine durchaus objektive, auf gründlichen wissenschaft­lichen Studien ruhende Beschreibung des faschisti­schen Staates und seiner politischen, wirtschaft- lichen und sozialen Struktur dem deutschen Publi­kum zur eindringlichen Lektüre in die Hand gegeben wird. Der Verfasser entwickelt di« faschistische Bewegung aus der politischen und sozialen Situation Italiens vor. in und nach dem Kriege und versucht dann die Weltanschauung des Faschismus, der ja keine Theorie ist und auch nicht auf Grund eine- vorgedachten Pro­grammes entstanden ist, kur; zu definieren. Gr gibt dann in stetem Vergleich zu der vorfaschisti­schen Staatsverfastung Italiens ein Bild von bem Aufbau des faschistischen Staates und der Einwirkung des faschistischen Staatsideals auf alle Zweige des öffentlichen Geben» Von beson­derem Interesse ist natürlich die wirtschaftS- und sozialpolitische Einstellung. DaS mit einer Zeittafel, einem sorgfältig z usam mengeste ilten Literaturverzeichnis und einem kleinen Dilder- anhang versehene Buch ist wohl geeignet, die vielfach herrschenden falschen Vorstellungen über den faschistischen Staat zurechtzurücken.

* Der Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt findet am Dienstag, 23 Dezember, und der nächste Schweinemarkt am 21. Januar 1931 statt Näheres in der heutigen Bekanntmachung

' Gebäudeabbruch in der Dämm­st r a h e. Nachdem die Firma S e m m l e r in­folge eines Tausches mit der Stadt ein neues Lagergebäpde aus ihrem Anwesen in der Wall- torstraße errichtet und eingctäuml hat. wird nun das an die Stadt abgegebene alte Lagergebäude Dammstrahe Nr. 7 durch Dachdcckermeistcr Lapp niedergelegt. Mit der Beendigung dieses Ab- bruches sind alle Gebäude an bem Engpaß der Dammstrahe, bis auf das Eckhaus, das sich schon zur Hälfte seit langer Zeit im Besitz der Stadt befindet, erworben und beseitigt. Nunmehr wäre zu wünschen daß hier ganze Arbeit gemacht wird, oamit die Durchführung der Dammstrahe ein Projekt, das schon fast ein Menschenalter auf feine Erfüllung harrt endlich zur Wirklich­keit wirb.

'* Freie Lehrer stelle An der Volks­schule zu Darbenteich ist eine Oehrerstelle für einen evangelischen Lehrer frei geworden Eine kleine Wohnung im Dachgeschoß steht zur Ver­fügung.

* Der Posttoris deS Glückwunsches. Ohne Umschlag versandte gedruckte einfacle Weih- nachlS- und Neujahrskcr en, die hinsi bt ich der Größe., Form und Papürstärke den Bestimmun- gen für Postkarten entsprechen müssen, kosten sowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts als auch im Fernverkehr 3 Ps. Es dürfen in dl sen Karten außer den sogenannten Abs nderangaben (Ab- sendungstag, Name. Stand und Womort nebst Wohnung des Absenders) noch weitere fünf Wörter, die mit dem gedruckten Wort aut im Zusammenhang stchen müss n. Hands yrifstich hin- zugefugt werden. Als solche zulässige Nachtra- gungen gelten z B. die üblichen Zusätze .s ndet", Ihre",Dein Freund", .sendet Ihr", .sendet mit besten Grüßen Ihre" usw. W rd n solche Karten im offenen Umschlag versandt, so kosten sie sowohl im Or.Sb reich des Aufgabeorts als auch nach außerhalb 5 Ps

Der Handtuchdieb gefaßt. Bereits in der vorigen Spielzeit wurde die Beobachtung ge- macht, daß an- den Toiletten des Dtuvttheuters Handtücher gestohlen wurden. Gest-rn abend gc lang cs nun, den Dieb zu fassen. Es handelt «ich um einen Heilkundigen aus Stockheim. Bisher ge­lang es ihm, sechs Doppelhandtücher an sich zu nehmen

* Einschränkung der Feuerwehr- f e st e i n Hessen. Der Landesverband der Frei- willigen Feuerwehren in Hessen hat die ihm arge schlossenen Wehren ersucht, mit Rücksicht auf die herrschende wirtschaftliche Notzeit tm Jahre 1931 die ,-seuerwehrfeste möglichst einzuschränken.

Einen Blick in daS diplomatische Leben der Vor­kriegszeit werfen die Erinnerungen, die der ehe­malige k. u k österreichi ch-ungarische Botschafter in Washington Constantin Dumba unter bem Titel .Dreibund und Ententepol i- tlk in der alten und neuen Welt" im Amalth. a Verlag (Wien IV, Arg n in er-Straße 28 Preis gebunden 14 Mk. 5331 soeben ver- öfsentlicht Dumba entstammt offenbar sehr wohl­habenden Kreisen und betrat auS ziemlich äußer­lichen Gründen die diplomatische Laufbahn, in der er sich jedoch bann schon aus seinem ersten Posten in London 1881 bis 1886 so bewährte, daß er im Lause der Jahrzehnte eine Reihe wich ig r Posten in der osterreich schen Diplomat.« bekleiden konnte. Die inlereHante Epoche des Streite« um Bul­garien nach der Abdankung des Fürsten Alexan­der durchlebte er in Petersburg. In vollen Zügen genoß er dann das glänzende Hofleden in Rom', lernte in Bukarest die rumänischen Hohenzollem kennen und hatte Gelegenheit das kritisch. Ver­hältnis zwischen Ungarn und Rumänien auch von der anderen Seite zu studieren. Zur Zeit des Drepsußprozesses war er Botschaftsrat In Paris. Die Ermordung König Alexanders von Serbien und der Königin Draga, die Thronbesteigung Peter Karageorgewit chü und die Entwicklung der großserbilchen Nationalidee mit der Spitze gegen die Doppelmonarchie, waren die schwerwiegenden Ereignisse, die leine Gesandtenzeit in Belgrad aus üllten. Später war er bann noch Gesandter in Stockholm. Besonders wer voll werden seine Ee- innerungen jedoch mit der Beichreibung feiner Vot chatte z it In Dashi gton vom April 1913 biS zu seiner Uoberufung bet Eintritt Amerikas in den Weltkrieg. Was er hier über daS wirtschaft­liche. gesellschaftliche und politische Leben In den S.aalen sagt, zeugt vor großer Unvoreingenom­menheit und dem Scharfblick eine- Diplomaten, der sich durch den unerhörten Gla z des wirt­schaftlichen Ausstiegs der Neuen W.lt nicht blen­den ließ. Besonders interes ant sind auch seine be­wegten Klagen über die skrupello e Propaganda der englischen Pres e und über die Beherrschung des gesamten Nach.ichtendi-.nstes durch die Organe der ©mente, denen wir nichts Aeh iliches ent- gegenzuiehen hatten. So ist dies Buch in feinen letzten Ka üteln ein wertvoller Beitrag zur Vor­kriegs ;e,ch chte.

Dasselbe Darf man lagen von dem neuen Buch Friedrich Stieves, .Die Tragödie der Bundesgenossen" (Verlag F Bruck- mann AG., Münch n, Preis 5.50 Mk 586). Der Dersasser. au. Grund langjähriger archivali­scher Studien einer der besten Kenner der Bor- kriegs eschichte, behandelt hier das deutsch-öster­reichische Verhältnis wahrend der Jahre 1908 b.s 1914 An Hand der soeben erschienenen Wie­ner Gehetmakten schildert Stieve sehr klar und einleuchtend, daß der Grundgedanke des keutsch- österreichischen Bündnisses, wie er einst Bismarck vorgeschwebt hatte, unter feinen Nachfolgern immer mehr verwässert und verfälscht wurde und es der Wiener Politik in der Aera Bülow und Bethmann Hollweg g .a g, Deut chland mehr und mehr in ihr Schlepptau zu nehmen Der konzen­trisch». Zufammenschluß der englisch-französischen Entente und der französisch-russischen Allianz trieb Deutschland und Oesterreich immer enger anein­ander Die verhängnisvoll schwache Politik Der deutschen Staatsmänner ermöglichte es den Wie­ner Diplomaten, den deutschen Bundesgenossen aus dem Baltan viel stärker zu engagieren als dies in seinen eigentlichen Interessen begründet lag. Hieraus erwuchs dann die unheilvolle Situation des Juli 1914 Stieves Buch ist eine ausgezeichnete knappe und klare Zusammenfassung

vlehfulll" dämpfen nicht kochen!

Gedämpftes gut. er ist le ich er verdaulich und lchmackhafter. eS wird Im tierischen Körper viel besser ausgenuht als gekochtes DaS haben sort- schrittlich? Landwirte schon l mgst erkannt und ver­wenden den praktischen Alla-Fut erdämp er. Ne­ben Einsachheit, Dauerhastigkeit und geringem Platzbedarf hat der Alfa Dampfer eine äußer- gewöhnlich Vielseitigkeit in der Verwen­dung. Er di tt zum Dämpfen von allen Knollen- und Körnc.fruchten, Spreu und Hicklel, zum Ent- bittem von Lupinen, zum Kochen von Wälche, Obst, Marmelade, Wurst ufw. Näheres durch die Alfa Laval-Separa'or G. m. b H. Berlin N' ' Döberitzer Straße 198a. 89 9v

der VorkricgSpolitik, die für das Verständnis der politischen Vorgeschichte deS Weltkrieges und der KriegSschuldfrage von großer Bedeutung ist.

Discount dAbernon Sin Bot­schafter der Zeitwende. Band 1: Von Spaa bis Rapallo. Band 2: Ruhrbesehung. Band 3 Locarno. (Verlag Paul List in Leip­zig.) Leinen je 16 Mk. (415). - Den Verfasser dieses umfangreichen Memoircnwerkes, der in den wirtschaftlich schwersten und politisch schwie­rigsten Jahren deutscher NachkriegSpolllik die Regierung Seiner Britischen Majestät in Berlin vertreten hat, hat man den geheimen Herrscher der deutschen Repub.ik genannt. Vielleicht hätte man besser gesagt, den ersten Ratgeber und Vertrauensmann der deutschen Staatsmänner, denen damals die kaum zu bewältigende Aufgabe zufiel, dem besiegten, entwaffn ten. niedergetre­tenen, gebemütigten. dem Bolschewismus aus­gesetzten deutschen Volke die ersten freien Atem­züge zu verschaffen. Ein erbitterter Kampf mit dem tödlichen Haß der ganzen Welt, mit Trotz, Unverstand und Dummhet Eigensinn und Sieger­hochmut. In dieser furchtbaren Zeit, wo die deutsche Politik die ersten mühseligen Schritte aus der Isolierung von Versailles tat, war der britische Botschafter vielleicht der einzige Verbindungsmann von Wert Kühl, vorurteils­los, unvoreingenommen, scharf beobachtend, nüch­tern wagend, sah der Lord, daß Deutschlands Rettung vor dem Dolsch'wismus, die Ret­tung Europas fei. Und aus dieser durchaus nüchternen Crkenntn s erwuchs seine Politik. die zu vermitteln suchte zwischen dem aus allen Wun­den blutenden, von Hunger. Aufruhr und De­mütigungen zur Verzweiflung ge r e'enen Deu sch­lank) und dem Imperialismus eines mißtraui­schen. immer noch nicht ganz an seinen Sieg g au- benden Frankr ich Im Grunde kam die Pvstl'k Lord d'Abernons einen Posttag zu spat Eng­land hatte bereits In Versailles seinen We t- krieg verloren, Clemenceaus stählerner Wille hatte den Wa'iser Lloyd George besiegt Jetzt galt es nur noch mit größter Vorsicht Frank­reich zurückzuhalten vor dem Fangstoß, der Deutschland dem Bolschewismus in die Hände treiben mußte. Diese Aufgabe hat Lord d'Abernon zweifellos gelöst, nicht etwa, weil er ein Freund Deutsch ands war, sondern weil es im Interesse Englands lag. Die Peerswürde, die sein König ihm nach dem Rücktritt vom Ber iner Botschafterposten verlieh, konnte keinem Verdienteren zuteil werden/ Sein Urteil über Menschen und Dinge ist scharf, mit der leichten Ironie, die den Briten aus­zeichnet Deshalb geben feine Memoiren, die jetzt abgeschlossen vorliegen, tiefe Einblicke in die außerordentlichen Spannungen dieser Jahre Man hat den deutschen Staatsmännern auf Grund dieses Erinnerungsbuches den Vorwurs gemacht sie hätten sich von dem klügeren Briten das Leifeil über den Kopf werfen lasten Das scheint uns töricht. Man mag sich heute In ruhiger Rückschau auf diese stürmisch bewegten Jahre der ? Zeitwende" manches Grundsätzliche und Taktische in den ersten Phasen der deutschen Befreiungs- Politik anders denken, schärfer, entschiedener, ziel- bewußter. es darf jedoch nicht vergessen werden, daß Deutschland vor dem Abgrunde stand und die Leiter der deutschen Politik vor der Frage, ob das Reich auSemanberfallen werde und die Trümmer zum Kampfplatz zwischen französischem Imperialismus und russischem Bolschewismus würden, oder ob eine Möglichkeit bestand, das Reich als Ganzes zu retten, mochte es auch furcht­bare Opfer machtpolitischer, moralischer und wirt- schastlicher Art kosten. Damals war die englische

Zu des Kindes

Weihnachtsfreude

Zu Weihnachten muß der Ku­chen gelingen; er rührt sich herr­lich, geht wunderbar auf und schmeckt prächtigmit Rama.

gehört der Rama-Kuchen

(I 5 = Drei Dinge sind es, die des A/ Kindes Freude am Weih- nachtsfest ausmachen: die G Schulferien, die Geschenke und--die vielen, guten Weihnachts­

kuchen. Daran denkt jede Mutter, die ihre Kinder zu den Feiertagen glück­lich sehen will. Da sie weiß, daß die Kinder zu Weihnachten etwas beson­ders Feines erwarten, verwendet sie besondere Sorgfalt auf dieZubereitung des Weihnachtsgebäcks. Sie nimmt nur Rama Margarine, die nahrhafte, kraftspendende, aromareiche Rama. Und strahlende Kinder-

MARGARINE