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Stockholm, 19. Sept, veröffentlicht heute abend fessoren Andersson und

in London die wilde st en Gerüchte über angebliche Unruhen in Deutschland umgehen. Natürlich ist an diesen Gerüchten kein wahres Wort. Weder in Berlin, noch irgendwo im Reiche haben sich Unruhen ereignet. 3n Berliner

An der Küste des Nordostlandes ändert sich die L i s t r l f t. Die Forscher werden weit nach O st e n abgetrieben. Da die Kälte immer ärger wird, müssen sie die Ueberwinterung auf einer Eisscholle vorbereiten. Am 17. Sep­tember kommt Land in Sicht: Die Weihe Insel. An den nächsten Tagen gelingt es, Seehunde und Eisbären zu schießen. Andröe rechnet, dah er bis April genügend Proviant hak. Am 28. September wird die Hütte bezogen und am 2. Oktober tritt die Katastrophe ein. Die Aufzeichnungen schlichen in dem Augenblick ab, als AndrLe Strindberg und Fränkel am Morgen des 2. Oktober durch ein fürchterliches Getöse geweckt werden: Die Eisscholle, auf der sie ihre Hütte aus Eis­stücken gebaut hatten, brach in viele Telle. Andrees letzte Aufzeichnung galt feinen Kameraden, die in diesem Augenblick damit beschäftigt waren, die Ausrüstungsstücke und den Proviant zu retten: ,,7N il solchen Kameraden muh man beinahe alles ausrichten können!" Wer von den drei Forschern am längsten gelebt hat, wird anscheinend nie genau aufgeklärt werden können.

Nach Rückkehr der beiden schwedischen Professoren, die in Tromsö das aufgefundene Material bearbeitet haben, und sich auf der Rückreise nach Stockholm befinden, werden wahrscheinlich weitere Ein­zelheiten veröffentlicht werden. Andrees Tage­buch selbst dürfte erst nach gründlicher wissenschaft­licher Bearbeitung später in Buchform der Oeffenk- lichkeit zugänglich gemacht werden. In Tromsö wur­den die Särge mit den sterblichen Ueberresten An­dres und seiner Kameraden nach einer Feier im Dom von schwedischen Matrosen zum Leichenwagen getragen, während die Musik den ChoralDie letzte Reise" spielte. Die Särge, die mit Kränzen bedeckt waren, wurden auf dem Achterdeck der Swensksund" ausgestellt. Grohe Men­schenmengen waren in den Ztrahen versammelt und überall wehte die norwegische Flagge halbmast. Als dieSwensksund" vom Kai abstLH, spielte die Musik die schwedische Nationalhymne.

über kann nur wiederholt betont werden, dah von Putschgefahr nicht die Rede sein kann, schon deshalb nicht, weil die Machtmittel des Staa­tes ausreichen würden, jeden Putschversuch im Keime zu e r st i ck e n, wenn ein solcher tat­sächlich irgendwo wirklich ernstlich unternommen werden sollte. Aber auch für Vorbereitungen zu einem Putschversuch liegen an den amtlichen Stel­len, die die Dinge mit Aufmerksamkeit verfolgen, keinerlei ern st hafte Anzeichen vor. Un­ter diesen Umständen kann man die Oesfentlichkeit nur dringend warnen, durch eine unnötige Nervosität Börsenspekulanten Gelegenheit zu Ma­növer» zu geben, die nur geeignet sind, die deut­schen Interessen und namentlich die deutsche Wirtschaft zu schädigen.

(TU.) Die Regierung einen von den Pro- A h l m a n n ausge-

Gegen die unveranlworNiche Sensaiisnsmache

Unfinnige putschgerüchie im Ausland als Grundlage für durchsichtige Börsenmanöver.

[ arbeiteten Auszug von AndrLes Tage­buch. Die ersten Seiten in dem Tagebuch sind be­schädigt, so dah die Schrift schwer zu entziffern war. Die Aufzeichnungen geben astronomische, geo­graphische und meteorologische Daten und lassen andererseits Andröes Sorge um seine jüngeren Kameraden, aber auch einen unbezwinglichen Le­benswillen des Expeditionsleilers erkennen. Ls wird fcstgestellt, dah Nässe, Eis und Reif den Ballon niederdrückten und am 14. Juli auf 83 Grad nördlicher Breite, 30. Grad östlicher Länge zum Landen zwangen. Nach einer siebentägigen Schlittenfahrt begann am 22. Juli d i e Eiswanderung. Am 30. Juli wird vermerkt, dah die Expeditionsteilnehmer planen, über das Treiseis nach bisher unbekannten Gegenden nörd­lich von Franz-Josephs-Land zu wandern.

Sehr langsam geht die Wanderung in öst­licher Richtung, höchstens ein paar Kilometer pro Tag, und der Trieb des Elses in westlicher Richtung wird so übermächtig, dah die Expeditionsteilnehmer am 4. August auf ungefähr 83 Grad 17 Minuten nördlicher Breite und 23 Grad 43 Minuten west­licher Länge den Gedanken an einen weiteren Marsch in östlicher Richtung aufgeben. Sie be- schliehen, mit Hilfe des Treiseises in südwestlicher Richtung zu gehen. Der Proviant von dem Ballon ist bald erschöpft. Die Stimmung ist noch gut. Der Marsch wird immer schwie­riger. Besonders Strindberg leidet an Durchfall und Fuhverletzungen. Trotz der fürchterlichen Stra- pazen führt AndrLe das Tagebuch gewissenhaft und macht interessante wissenschaftliche Beobachtungen. Noch immer finden sich hoff­nungsvolle Aufzeichnungen, ;. T. sogar in humo­ristischer Form. Die Kochkünste von Fränkel und Strindberg, der sogar aus Algen eine Suppe bereiten kann, werden hervorgehoben.

Der tschechoslowakische Außenminister **

ör. Benesch liner Börse ja bereits ausgewirkt haben. Inter-

Aus Andrees Tagebuch.

Erste Veröffentlichung über die Tragödie der Andr^eschen Nordpolexpediiion im Eismeer. Oie Havarie des Ballons. Wanderung durch die Eiswüste. Ueberwiniern. Oie Katastrophe^

Preissenkung und zusätzliches Wohnungsbauprogramm.

Berlin 19. Sept. (TU.) Amtlich. Der Reichsarbettsminister hat in einem Rundschreiben ?^"-?^Egsressorts der Länder und den De- schaffungsressorts die bisherigen Ergebnisse der Preissenkungsmahnahmen für das zusätzliche Wohnungsbauprogramm der Reichsregierung nutgeteilt. Es wird darauf hingewiesen, dah durch dte Verschlechterung des Baumarktes be­reits eine gewisse Senkung derBaukosten emgetreten ist und dah die bei dem zusätzlichen Wohnungsbauprogramm vorgesehenen Vereinfa­chungen der Bauausführung eine weitere Ansporung an den Baukosten von 7 bis 8 Prozent bringen werden.

-?^^^^^'^^^ungsmahnahmen werden zu- nächst Verhandlungen mit Vertretern der zen- ^..^lenBauunternehmerverbände er­wähnt. Wenn auch die Verbände angesichts der grundverschiedenen Verhältnisse auf dem Bau-

Reichsgebiete weniger zahlenmäßige Vorschläge machen konnten, haben sie doch ihre Mitarbeit bei der Durchführung des zusätz- lichen Wohnungsbauprogramms, insbesondere auch in der Richtung einer Preissenkung zugesaot. Verhandlungen mit den Spitzenorganisationen der A r ch i t e ft en haben dazu geführt, dah bei der Bearbeitung von Bauvorhaben des zusätzlichen Dauprogramms gewisse Ermähigungen bei der Honorarberechnung gegenüber der Gebührenord- nuny für Architekten und Ingenieure eintveten.

?..lcAc.m®ntOcr6än& haben sich bereit- erklärt, bet Zementlteferungen für das zusätzliche Wohnungsbauprogramm auf die jeweils gelten- den Lis^npreise einen Preisnachlah zu gewähren. Die hochwertigen Portland-Zemente und die sog Kampfzemente nehmen an dem Preisnachlah teil Weitere Erleichterungen sind hinsichtlich der De- zugsart vereinbart worden. Es kann demnach künftig im Derbandsbereich des Westdeutschen Zementverbandes der billigere Rormenzement ohne Beigabe von teuerem Markenzement allein bezogen werden. Bei den Verhandlungen über Senkung der Ziegelpreise erwies es sich, dah eine einheitliche Preisbildung im Reiche nicht besteht. Immerhin hat der Reichsverband der Deutschen Ton- und Ziegelindustrie seine

Unterstützung bei Verhandlungen mit den ört­lichen Zicgelkartellen zugesagt. Es ist ferner ge­lungen, die Fabrikpreise für Linoleum ab 1. September auf den Stand vom Herbst 1929 zu senken. Weiterhin sind ab 1. September sämtliche Reverszeichner aus ihren Verpflichtungen ent­lassen. Damit ist für den Linoleumhandel die völlige Freiheit in der Gestaltung der Wieder- derkaufspreise gegeben.

sagte: Die Minderheitenfrage müsse mit ganz efsierte Börsenkreise des Auslandes haben sich offen- besonderer Vorsicht behandelt werden, bar die Sensationsmeldungen über Putschgerüchte Das Beschwerdeverfahren des Völkerbundes, das zunutze gemacht, die auf ein kommunistisches Ber- aufs engste mit den Minderheitenschutzvcrträaen liner Blatt zurückgehen und von der Presse gewisser verbunden fei, dürfe unter keinen Umstanden ogne cinks,reife bereitwillig und in grober Auf. vte Zustimmung der beteiligten Regierungen ab- . ... . _ '

geändert werden. Es sei völlig unzulässig, die machung übernommen wurden. Demgegen- Minderheitenverträge durch eine Umgestaltung | des Beschwerdeverfahrens abzuändern. Die tschechoslowakische Regierung könne keinerlei Er­weiterung der von ihr bereits übernommenen

Interessante Wendung im Bombenlegerprozeß.

Frau v. Oertzen als Zeugin.

2l l t o n a 19. Sept. 3n der Nachmittags- sitzung im Bombenlegerprozeh erfolgte die seit langem mit Spannung erwartete Vernehmung der Zeugin Frau von Oerhen. Die Zeu­gin bestritt, von Volck etwas über die geplan­ten Attentate erfahren zu haben. Demgegen­über hält der Angeklagte seine Behauptung aufrecht, daß sie schon im Dezember 1928 von dem Beidenflether Attentat gewußt habe. Als Rechtsanwalt von der Goltz ihr die Frage vorlegte, ob sie Polizei­agentin sei, bestritt sie entschieden, von der Polizei in irgendeiner Form besoldet zu werden und verbat sich derartige Unterstellungen. Die Zeugin lehnte die Beantwortung der Frage, ob sie mit Kommissar Mühlfriedel verabredet habe, Volck nach Deutsch­land zu locken, ab, wurde vom Vorsitzenden aber dahin belehrt, daß sie antworten müsse, da er sonst zu Zeugniszwangsmahnahmen ge­zwungen sei.

Nachdem auf Anregung des Staatsanwaltes Frau von Oertzen eine Ueberlegungspause ge­währt worden war, sagte sie aus, sie habe mit Kommissar Mühlfriedel verabredet, als dessen angebliche Verlobte Volck über die Grenze M locken. Es seien ihr dafür nur die Aus­lagen erstattet worden, eine Belohnung habe sie nicht erhalten. Rechtsanwalt Graf von der Goltz ging sodann auf die Provisions- streitigkeiten zwischen Frau von Oertzen und Volck ein. Die Zeugin erklärte, sie habe an Volck nicht zahlen wollen, um nicht auf Umwegen die Bombenattentate zu finanzieren. Graf von der Goltz wies darauf hin, daß die Zeugin bereits am 8. 3uli 1929, als die Provisionssumme gezahlt worden sei, von der Teilnahme Volcks an den Bombenattcntaten hätte unterrichtet sein müssen Der Behauptung der Zeugin, sie habe den Krimi­nalkommissaren gegenüber Volck nur als verdäch­te bezeichnet, hielt Graf von der Goltz das Protokoll entgegen, aus dem. sich ergab, daß Frau von Oertzen auch Amandus Dick als Urheber der Attentate bezeichnet hatte. Weiter hielt er ihr die Aussage ihres Anwaltes Dr. Conrad vor, wonach sie gesagt haben soll, Volck stände ganz in ihrer Macht und täte, was sie wolle.

Frau v. Oertzen erklärte, daß sie Reichskanzler Muller nicht kenne, doch sei sie zum Tee dort

Behauotung, daß Müller sie als ge- fchickte Diplomatin bezeichnet habe, sei aus den Fingern gesogen. Demgegenüber hielt Rechtsanwalt Dr. Conrad seine Behauptung aufrecht, daß Frau

Verpflichtungen zustimmen, selbst wenn dies auf dem Wege der Abänderung des Beschwerdever­fahrens geschehe.

Graf Apponyi-llngarn

wies sodann in gut durchdachter Rede auf die außer­ordentlichen Mängel und Gefahren der gegenwärtigen Minderheitenbehandlung durch den Völkerbund hin. Die Regierungen der Mehrheits- Völker müßten den Schutz der Minderheiten nicht als eine schwere Last, sondern als einen großen Vorteil für die innere Entwicklung und Ruhe des eigenen Staates ansehen. Ungarn könnte sich schon vom rein moralischen Standpunkt aus nicht an dem Schicksal der drei Millionen Ungarn außerhalb der ungarischen Grenze desinteressieren. Die Friedens- oerträge hätten dem ungarischen Volke schwere Opfer auferlegt und schwere Anforderungen an den Na­tionalstolz und das Nationalgefühl der Ungarn ge­stellt. Aber diese Opfer dürften heute nicht noch weiter verschärft werden. Unaarn meine, daß das gesamte gegenwärtige Beschwerdeoerfahren des Völkerbundes ungenügend fei. Heute beherrsche di« Minderheiten in weitestem Maße das Empfin­den, daß die Beschwerdeführung beim 'Völkerbund nur einen Zeitverlust bedeute und zwecklos wäre, da sie doch nicht angehört würden. Ein ständiger Minderheitenausschuß beim Völkerbund kännt^ wertvolle Arbeit leisten und wäre dem Völkerbund äußerst wertvoll, selbst wenn auch nur in dem Sinne der Materialsammlung.

Unbefriedigender Eindruck in Mnderheiienkreisen.

Genf, 19. Sept. (TU.) In Minderbeiten- kreisen wird übereinstimmend dem Bedauern Ausdruck gegeben, dah die Vertretung der in i>er Rede des Rcichsaußenministers angemeldeten deutschen Wünsche in der Minderheitenfrage im politischen Ausschuß am Freitag nicht per» sönlich durch D r. Curtius erfolgt ist. Man befürchtet, dah dadurch bei den minder­heitenfeindlichen Regierungen der Eindruck ent­stehen könnte, dah die deutsche Regierung nicht, die Absicht habe, nachdrücklichst für eine Aenderung des Beschwerde verfahrens einzutreten. Die Erklärungen des Abg. Koch- Weser werden ; als wenig befriedigend bezeichnet. Es wird hervorgehvben, dah in der außerordent- lict) vorsichtig gehaltenen Rede jeder Hinweis aus die heutige trostlose Lage der Millionen von Minderheiten in vielen Teilen Europas fehlte. Es wurde erwartet, dah der deutsche Ver­treter auf Grund des großen Materials den übrigen Regierungen deutlich die schwere RotundverzweifelteLagederMin- d e r h e i t e n vor Augen führen würde. Die deutsche Rede enthält jedoch keinerlei Hinweis auf die tatsächliche Lage der Minderheiten, älnter diesen Umständen war es für den fran­zösischen Außenminister leicht, festzusteNen, daß keine einzige Regierung die gegenwärtige Lage als unbefriedigend ansehe.

Wer wird Schieles Agrar­politik unterstützen?

B e r l i n , 20. Sept. (Tel.-Un.) Unter der lieber» IchriftKeine Aenderung der- Agrar­politik!" wird derLandwirtschastlichen Wochen­schau" von führender landwirtschaftlicher Seite geschrieben: Es ist bekannt, daß sich unter den Vor­lagen, die das Reichskabinett für den Zusammentritt des Reichstags vorbereitet, u. a. auch wichtige Ge­setzentwürfe des Reichsernährungsministeriums be­finden werden. Di« Opposition eines großen Teiles der ländlichen Wählerschaft gegen Schiele bzw. gegen seine Partei ist lediglich auf allgemeine poli­tische und parteipolitische Ueberlegungep zurück­zuführen und findet ihren weiteren Grund darin, daß die Agrarpolitik Schieles seit dem Frühjahr nur gegen manche Widerstände aus der Koalition heraus durchgesetzt werden komite. Die angespannte politische Situation verträgt es aber einfach nicht daß Schiele gezwungen wird, sein Programm im Reichskabinett lediglich mit

* n &e r Hand durchzusetzen. Das Kabinett wird sich darüber klar sein, daß die Agrarpolitik einer der entscheidenden Punkte ist. Wenn in politischen Kreisen vielfach davon ge­sprochen wird, eine Koalition der gegenwärtigen Regierungsparteien unter Einbeziehung der Sozialdemokraten zu bilden, so wird dabei übersehen, daß in den entscheidenden land­wirtschaftlichen Fragen eine sachliche Eini­gung mit der Sozialdemokratie nicht zu erzielen ist. Zu einer Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie in einem Kabinett kann Schiele schon darum nicht bereit sein, weil er d i e Ver­trau e n s g r u n d I a g e im Lande verlie- r e n würde, also auch sein Einfluß im Ka­binett schwinden müßte. So bleibt zur besten Sicherung der Agrarpolitik Schieles zunächst der Weg einer sachlichen Einigung mit der ,ch*b Opposition, wobei von deutschnatio­naler Seite Schwierigkeiten nicht zu erwarten sein sollten. Die Nationalfozialisten, die ihren Wahlsieg ia auch gerade den ländlichen Stimmen verdanken, hatten jetzt zu beweisen, daß sie auch zu einer nüch­ternen sachlichen Arbeit bereit und fähig sind.

£^J?£Ife-r,bu,lb zu beklagen. Driand lehnte nach, drucklich di« Schaffung eines ständigen Minder- hettenausschusses ab, wobei er erklärte, er könne sich nicht vor stellen, womit sich ein solcher Aus- schuh befassen solle. Die Minderheiten hätten lederzeit die Möglichkeit, ihre Beschwerden vor den Dolkerbundsrat zu bringe«: es bestünden

weitgehendste Sicherheiten für eine gerechte und B c r l i n , 19. Sept. (OB.) In Berlin sind Nach- sachuche Mw iMefer Beschwerden. In Frage I richten eingetrosfen, wonach in Neuyork und kämen lediglich Beschwerden einzelner Minder- ' Helten, nicht Klagen geschlossener Minderheiten­gruppen, die nur den Frie dengefährden könnten. Es liege zur Zeit keinerlei Veran- l a s s u n g vor, stne Aenderung der Madrider Ratsbeschlüsse vorzunehmen.

v. Oertzen ihm gesagt hab«, Reichskanzler Müller habe sie eine hervorragende Diplomatin genannt. Der Zeuge Dr. Conrad erklärte weiter, Frau von Oertzen habe ihm gesagt:Ich werd« Volck unschädlich machen, er wird schon in mein Garn gehen. Ich stehe unter dem Schutz der Poli­zei und brauche nicht gemeldet zu werden." Ihre Beziehungen zu hohen Persönlichkeiten gab Frau v. Oertzen zu, si« will aber mit Dr. Breitscheid nie über politische Fragen gesprochen haben. Auf die Frage von Rechtsanwalt Dr. Lütgebrune, ob sie sich irgendwie an den Bombenanschlägen beteiligt habe, antwortet« Frau v. Oertzen mit 91 ein. Auf Beschluß des Gerichts wurde Frau v. Oertzen Der« eidigt.

Parade der Reichswehr vor Hindenburg.

Römhild, 19. Sept. (TU.) Am Freitag­vormittag fand in Römhild die große Reichs­wehrparade vor Hindenburg statt, wo- durch die Reichswehr-Rahmen-älebungen in Süd- Thüringen ihren Abschluß fanden. Seit den frü­hen Morgenstunden strömten zahlreiche Men­schenmengen auf allen Zufahrtsstraße^ nach Röm­hild. Schulen zogen herbei, die ganze Schuljugend der älmgegend hatte .Hindenburg-Frei". Auch die Krieger- und Militärvereine, sowie die Land­bundgefolgschaften marschierten heran. Als der Morgen graute, wurde bei der Reichswehr ge­putzt und saubergemacht, damit die Truppen in ihrem schönsten Kleide vor dem obersten Führer paradierten. In den Morgenstunden rückten dann die zu Paradetruppen bestimmten Regimenter der 3. Kavalleriedivision und der 5. Infanterie-Division auf das Pa­radefeld. Langsam überlegte es sich auch der Himmel, dah er eine besondere Pflicht hatte, die Herbstsonne stieg durch und von den Bergen hob sich die Nebelkappe. Gegen 12 Ähr kam Reichspräsident v. Hindenburg im offenen Wagen herangefahren. Die gewaltige Menschenmenge jubelte ihm begeistert zu.

Auf dem Paradefeld begab sich der Feldmar- schall mit seinem Stabe zu dem besonderem Paradestand, lieber der Menschenmenge kreuzte ein Flieger. Darauf erklangen die Armeemärsche. Im strammen Schritt marschierten die Truppen heran, zuerst die Infanterie, die Regimenter 13 14 und 15, vor ihnen der Kommandeur, General der Kavallerie von Kayser und der Kom­mandeur der 15. Infanterie-Division, General­leutnant Freiherr v. Sautter. Im Trab folgte dann die Nachrichtenabteilung 5 Cannstatt und dann fuhr die Artillerie im Galopp vorbei, dah die Ackerkrumen spritzten und der Boden erschüttert wurde. Den Schluß bildeten sechs Reiterregimenter, die in kurzem Paradegalopp vorbeisprengten. Unbeweglich stand Hindenburg während der ganzen zweistündigen Parade auf seinem Platz und grüßte unablählich die Truppen. Nachdem der letzte Marsch verklungen war, zogen die Truppen heimwärts.

Oie Wirtschastspariei fordert Neuwahlen in Preußen.

Berlin, 19. Sept. (BDZ.) Abg. Lab en - d o r f f hat namens der Fraktion der Wirt­schaftspartei im Preußischen Landtag einen An­trag eingebracht, wonach der Landtag mit sofortiger Wirkung aufgelöst werden soll. Der Antrag wird wie folgt begründet: Nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen steht fest, daß hinter der heute in Preußen herrschen­den Regierungskoalition nicht mehr an­nähernd die Mehrheit des Volkes steht. Die Nationalsozialistische Par- t e i, die im Preußischen Landtag noch nicht Fraktionsstärke besitzt, ist in Wirklichkeit heuto die zweitgrößte Partei Preußens."

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der Einfluß der Vorderseite der neuen kräf­tigen Störung, welche heute morgen mit ihrem Kern über England lag, hat abermals Nieder- chlagstätigkeit verursacht, sowie Temperaturcn- anstieg gebracht, älnsere Wetterlage wird vorerst weiter von der Störung beherrscht, so daß Be­wölkung sowie Niederschläge bei lebhafter Luft- bewegung auftreten. Mit dem Drehen der Winde von Südwesten nach Westen und später Nord­westen setzt durch die kühlere ßuft Temperatur­ruckgang ein. Dabei bleibt der Witterungscharak­ter veränderlich, Niederschläge treten nur in Form von Schauern auf, die .Wolkendecke wird durchbrochen, so daß vorübergehendes Aufklaren sich etnstellt.

5..1 c n für Sonntag: älnbestän- dlges Wetter vorerst weitere Niederschläge, die später mehr In Schauer übergehen. Auffrischend- zeitweise stürmisch« von Südwesten über West drehende Winde, kühler.