Ausgabe 
20.1.1930
 
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Redner, daß die sozialdemokratische Fraktion bereit sei zu sparen, wo gespart werden tonne. Wenn man aber glaube, die Sparmaßnahmen am Wohlfahrtsetat durchsetzen zu können, werde man den größten Widerstand der Sozialdemo­kratie finden. Wenn Oberreaierungsrat R i he l versichere, die Geschäfte loyal führen zu wollen, dann müsse man zunächst abwarten, ehe man Beschwerde erhebe.

3n der weiteren Aussprache wandte sich Abg. Hornberger (Soz.) dagegen, daß di« Mitglieder des Kreisausschusses bei ihrer Stellungnahme zum Voranschlag nach Anweisung, also mit gebundener Marschrichtung handeln sollten, während Abg. Fen­chel (Landdund) darauf hinwies, daß die Land­bundanträge früher immer mit knaoper Stimmen­mehrheit abgelehnt worden seien und Abg. Klein (Landbund) sich gegen die Gewährung von Wohl­fahrtsleistungen wandte in solchen Fällen, wo diese Zuwendungen mangels Erfordernisses nicht am Platze seien: der Landbund sei jedoch dafür, daß den unverschuldet in Not geratenen Leuten unbe­dingt geholfen werden müsse. Der Kreistag müffe seinen Willen zur Sparsamkeit in den nächsten Jah­ren gemeinschaftlich ausdrücken und eine wesentliche Steuererleichterung, besonders für das Land, durch­führen. Abg. Benner (Soz.) hegt keinen Zweifel an dem loyalen Verhallen des neuen Oberregie- i'ungsratos, betonte den Willen seiner Partei zu weitgehender Sparsamkeit und unterstrich im übri­gen die Stellungnahme des Abg. Beckmann hin­sichtlich Einsparunasabsichten am Wohlfahrtsetat. Abg. Lepper (Komm.) polemisierte gegen den Landbund, worauf Abg. Fenchel (Lod.) nach­drücklich erwiderte. Obcrregierungsrat Ritzel be­merkte zur Gestaltung des neuen Voranschlages, daß dabet einerseits die Not der Zeit beachtet und ander­seits die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der sozialen Fürsorge nicht außer acht gelassen werden dürften. Er habe den Wunsch, daß es gelingen möge, durch vernünftige Maßnahmen zu einer He­bung der Wirtschaft im Kreise zu kommen, denn nicht In der Gewährung von Unterstützungen son­dern in der Schaffung von Arbeit sehe er das Heil, Er glaube, daß man sich sehr gut einigen werde, wenn man die Kirche im Dorfe lasse, d. h. der tat­sächlichen Lage gerecht wird.

Nach weiteren kurzen Bemerkungen wurde die Sitzung geschlossen.

Wirtschaft.

Das Vordringen der öffentlichen Hand.

Die öffentliche Hand kontrolliert heute in Deutschland bereits 20 Proz. der gesamten deut­schen Wirtschaft, gegen 8 Proz. vor dem Kriege und gegen Vg Proz. in den Bereinigten Staaten von Amerika. Der Gesamtumsatz der ösfrntlichen Betriebe beträgt 10 Milliarden Mark jährlich und erreicht damit den Umsatz aller privaten Betriebe der Schwerindustrie, der weiterverarbei­tenden und der elektrischen Industrie. 3n diesem Zusammenhang ist auch die Feststellung inter­essant, daß es zur Zeit im Deutschen Reiche rund 11 Millionen Nutznießer der öffentlichen Hand gibt. Setzt man die Gesamtzahl der Gr- werbstät gen der Zahl der Wahlberechtigten (rund 42 Millionen) gleich, so ergibt sich, daß 25 Proz. der deutschen Gesamtbevölkerung Gehalts-, Pen- sions-, Bersicherungs- und Unterstützungsemp­fänger sind.

D i e Kohlenproduktion in Hessen. 3m Jahre 1929 wurden im Bolksstaat Hessen an Rohbraunkohlen gefördert 661 982 Tonnen. Da­von wurden verkauft 306 404 Tonnen, während der übrige Teil weiterverarbeitet wurde, und zwar zu 474 563 Tonnen Schwelereiprodukten und 3544 Tonnen Briketts. Aus den verschwelten Kohlen wurden u. a. gewonnen 13 030 Tonnen Rohteer, 518 Tonnen Leichtöl und 31 862 Tonnen Koks. Die Dr.ketterzeugung betrug 20 610 Tonnen.

* Weitere Produktionseinschrän­kungen inder Eisenindustrie. 3m Rah­men der von der Eisenindustrie in den letzten Monaten vorgenommenen Produttionseinschrän- kungen ist inzwischen auch der Stillegunasantrag der Hagener Gußstahlwerke (Stahlrewag) geneh­migt worden. Angesichts der ungünstigen Kon­junkturentwicklung besteht die Möglichkeit, baß auch bei anderen Konzernen Arbeiterentlassungen nicht zu vermeiden sind. Gegenüber anderslauten­den Meldungen ist jedoch hervorzuheben, daß Stillegungen beim Stahlwerk Krieger, den Gelsen­kirchener Gußstahlwerken und den Annener Guß­stahlwerken nicht beabsichtigt sind. Diese Betriebe der Stahlrewag sind gut beschäftigt und arbeiten wirtschaftlich.

Der deuische Außenhandel im Dezember 1929.

Ausfuhrüberschuß von 47,6 M.llionen im ganzen Zahre 1929.

Der deutsche Außenhandel im Dezember weist einen Ausfuhrüberschuß von 50 Mill. Mark auf. Dieser Aeberschuh ist das Ergebnis eines stärkeren Fallens der Einfuhr. Während die Ausfuhr (1063,0 Mill. Mk.) nur um 90,6 Mill. Mk. abgenommen hat, ist die Ein­fuhr (1013,1 Mill. Mk., um 147,9 Mill. Mk. zurückgegangen. Auf das Ausmaß der rückläu­figen Bewegung in Ein- und Ausfuhr dürften erfahrungsgemäß die Ruhetage in der Weih- nachtswoche von Einfluß gewesen sein. Der Anteil der Reparations-Sachlieferungen an der Ausfuhr beträgt 57,8 Mill. Mk.

Für den Rückgang der Einfuhr ist aus­schlaggebend die Abnahme des Bezuges an Roh­stoffen und halbfertigcn Waren, die 124,7 Mill. Marr beträgt. An dieser Abnahme sind besonders beteiligt Baumwolle, Mineralöle, rohe Pelzwerk­felle, Kupfer, sowie Kalbfelle und Rindshäute. Zugenommen hat öagegen die Einfuhr von Wolle und anderen Tier-Haaren. Weniger ins Gewicht fällt die Abnahme der Einfuhr bei den übrigen Warengruppen. Die um 4,3 Mill. Mk. vermin­derte Einfuhr von lebenden Tieren entfällt vor­wiegend auf Gänse. An dem Rückgang dec Lebensmitteleinfuhr um 4,8 Mill. Mk. sind namentlich Obst, Butter, Reis und Hülsenfrüchte beteiligt: ausgleichend hat hier die Zunahme der Einfuhr von Weizen, Malz und Südfrüchten ge­wirkt. Die Abnahme der Einfuhr von Fertig- Mark: in nennenswertem Umfange ( 3,1 Mill. Mark) sind lediglich Pelze und Pelzwaren von waren, die sich stark verteilt, beträgt 14,1 Mill, einer Einfuhrabnahme betroffen.

Der Rückgang der Ausfuhr ist ganz überwiegend die Folge eines verminderten Aus- lantnbsahes von Fertigwaren, deren Ausfuhr um 75,8 Mill. Ml. gegenüber dem Vormonat abgenommen hat. Fertigwaren fast aller 3n- dustrlegruppen find an dem Ausfuhrrückgang beteiligt. Es treten hervor: Textilfertigwaren namentlich baumwollene und wollene Gewebe sowie Kleidung und Wäsche ( 17,8 Mill. Mark), Pelze und Pelzwaren ( 9,3 Mill. Mk.), Maschinen außer elektrischen Maschinen ( 9,1 Mill. Mk.), Kinderspielzeug (- 8,9 Mill. Mk.), chemische und pharnfazeutische Erzeugnisse ein­schließlich Farben und Farbwaren ( 5,0 Mill. Mark), Papier und Papierwaren ( 3,6 Mill. Mark). Eine Zunahme der Ausfuhr ist hingegen beispielsweise für Röhren und Walzen (+ 5,8

Mill. Mk.), sowie für Blech und Draht (-H 1,5 Mill. Mk.) festzustellen. Auch Lebensmittel und Rohstoffe verzeichnen eine Abnahme der Ausfuhr. An dem Rückgang der Lebensmittelausfuhr um 9,3 Will. Mk. sind vorwiegend pflanzliche Oele und Fette (- 6,2 Mill. Mk.) beteiligt. Die Ab­nahme der Ausfuhr von Rohstoffen und halb- fertigen Waren beträgt 6,3 Mill.Mk.: hier stehl einer verminderten Ausfuhr von rohen Pelz- wcrkfellen ( 6,1 Mill. Mk.), Wolle ( 3,3 Mill. Mark), Koks und anderen Rohstoffen eine Zu­nahme der Ausfuhr von Steinkohlen ( r 9,5 Mill. Mark) gegenüber.

Von Öen wichtigsten Reparations - Sach- (icferungen im Dezember 1929 gehören zu der Gruppe Lebensrnittel. Zucker mit 1,8 Mill. Mark: zu der Gruppe Rohstoffe und halbfertige Waren: Steinkohlen mit 13,2, schweselsaures Ammoniak mit 3,2, Koks mit 2,0 Mill. Mark; zu der Gruppe Fer­tigwaren: Walzwerkserzeugniffe und sonstige Eisen­waren mit 11,3, Maschinen ohne elektrische Maschinen mit 9,0, chemische Erzeugnisse einschließlich der Far­ben mit 2,3, elektrische Maschinen und elektrische Er­zeugnisse mit 2,2 Mill. Mark.

Für das ganze Jahr 1929 schließt der deutsche Außenhandel mit einem Ausfuhrüberschuß in höhe von 47,6 Millionen Mark im reinen Warenverkehr des Spezialhandels ab.

Die Gesamtaussuhr des 3ahres 1929 beträgt 13 482,2 Millionen Mark, hiervon entfallen auf Reparations-Sachlieserungen 799,1 Millionen Mark. Die Gesamteinfuhr beläuft sich auf

13 434,6 Millionen Mark.

Die Ausfuhrzahl entspricht nicht genau der Summe der monatlich veröffentlichten- Zahlen. Nachprüfun­gen des Statistischen Reichsamts, die durch die Re­form der Handelsstatistik erleichtert wurden, haben ergeben, daß die Anmeldenden in die Grenzwerte ür die Ausfuhr einfuhrscheinberechtigter landwirt- chaftlicher Erzeugnisse vielfach den Wert des Ein- uhrscheins einbezogen haben. Erst ab November neses Jahres hat das Statistische Reichsamt von den Exportfirmen in dieser Beziehung durchweg fehlerfreie Grenzwertangaben erhalten können. Da­her ist für die ersten zehn Monate des Jahres 1929 eine Korrektur der Ausfuhrwerte, die sich insgesamt für die an dem Einfuhrscheinverfahren beteiligten Waren auf 31,2 Millionen Mark beläuft, notwendig gewesen.

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 20. 3an. Tendenz: fest. Die befriedigende Lösung der Mo­bil i f i e r u n g s s sr ag e, die Aussicht, daß heute die letzte Sitzung der Haager Konferenz stattsin- den, und die plötzliche starke Erleichterung des Geldmarktes hatten zu Beginn der neuen Woche wieder lebhafteres 3nteresse vom Publikum und Spekulation schritt zu Rückdeckungen, zumal sich wieder lebhaftes Interesse vom Publikum und von Auslandseite her geltend machte. Das Ge­schäft war aber nur In Spezialwerten lebhafter, in denen sich ganz erhebliche Besserungen durch- fehen konnten. Als dann aber eine Meldung ein­traf, in der zum Ausdruck kommt, daß eine Regelung der Ostreparationen noch nicht erzielt worden fei, machte sich wieder Zurückhaltung bemerkbar, die hohen vor­börslichen Kurse konnten nicht gehalten werden. Doch änderte sich an der allgemeinen Lage sonst nicht viel. Man nimmt an, daß eine Einigung 'm der Frage der Ostreparationen doch bald erzielt werden wird, und auch der Verzögerung des Llbschlusses der Haager Konferenz um einige Stunden wurde nicht allzu viel Bedeutung bei­gemessen. Man nimmt an, da!ß, einer wei­teren guten Entwickelung des Bör­sengeschäftes nichts im Wege steht. Gegen­über Samstag ergaben sich Besserungen von 13 Proz. 3m Vordergründe des Interesses standen Salzdetfurth mit plus 5 Proz. und Westeregeln plus 5,5 Prozent. Aschersleben zogen 4,5 Pro­zent an. Arn Elektromarkt eröffneten AEG. 1 Prozent schwächer. Nachfrage bestand für Sie­mens, die nach Berücksichtigung des Dividende­abschlages 3 Prozent gewinnen konnten. Lah- meyer lagen 3 Prozent, Gesfürel 4 Prozent, Schuckert 2 Prozent und Chadeaktien 2,50 Ml. fester. Am Chemiemarkt waren 3.-G.-Farben zu den ersten Kursen leicht gedrückt. Deutsche Erdöl gewannen 2 Prozent. Am Montanmarkt

traten Mannesmann mit plus 3 Prozent in den Vordergrund. Die übrigen Werte vieses Marktes lagen bis 2 Prozent höher. Schiffahrtswerte bis 2,5 Prozent erhöht. Zellstoff Waldhof plus 3 Prozent. Renten still, aber fester. 3m Verlaufe neigte die Tendenz zur Schwäche, und es traten auf Glattstellungen Abschläge bis zu 3 Prozent ein. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 5,5 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1340, gegen Pfund 20,370, gegen Paris 123,91, London gegen Kabel 4,8.75, gegen Mailand 93,00, gegen Madrid 36,90, gegen Schweiz 25,195, gegen Holland 12,1113.

Frankfurter Eiermarkt.

Marktlage: 3n Fachkreisen rechnet man, daß die Eierpreife ihren Tiefstand erreicht haben werden, da mit dem Eintreten kälterer Witterung wieder mit einer Aufwärtsbewegung der Preise für frische Eier gerechnet wird. Kühlhauseier wurden von 912 Pf. per Stück loco gehandelt. Preise in Pf. per Stück: bulgarische 9,75 bis 10,00; jugoslawische 9,25 bis 9,75; rumänische 9,25 bis 9,50; dänische 9,75 bis 12,50; holländische 9.75 bis 12,50; belg.-slandr. 11,50 bis 12,00; fran- zösische 11,50 bis 12,50; schlesische 13,00 bis 13,50.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 20.« 3an. Zum Wochen­beginn war die Tendenz am Frankfurter Produk- tenmarlt allgemein schwächer. Namentlich am Weizenmarkt hatte sich das Angebot wieder ver­stärkt, so daß hier ein kleiner Preisrückgang eintrat. Roggen konnte sich dagegen behaupten. Größere Preisrückgänge traten für Sommergerste, Hafer uno Mais ein. Auch Kleie tendierte etwas schwächer. Am Mehlmarkt war dagegen für Weizenmehl einige Nachfrage fest.ustellen, bei leicht anziehendem Preise. Roggenmehl dagegen schwächer. Cs wurden notiert: Weizen 26,60 bis 26,75, Roggen 18,50, Sommergerste für Brau­zwecke 19,50 bis 19,75, Hafer, inlänb. 17 bis

17,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 16,50 biS 16,75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 39,50 bis 40,25, Roggenmehl 26,25 bis 27,50, Weizenkleie 8,60, Roggenlleie 9,25 bis 9,50. Erbsen, je nach Qualität für Sveisezwecke 31 bis 44, Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 100, Heu, südd., gut, gesund, trocken 10.50, Weizen- und Roggcnstroh, drahtgepreßt 5,50, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5,50, Treber, getrocknet 14 Mt. Tendenz schwach.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 20. San. Austrieb: Rin­der 1341 Stück; darunter Ochsen 369, Bullen 80, Kühe 521, Färsen 345: 554 Kälber: 175 Schafe; 5066 Schweine. Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 55 bis 57, ältere 50 bis 54, sonstige vollfleischige jüngere 45 bis 49; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 53 bis 56, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 46 bis 52; Kühe: jün­gere, voltsleischige, höchsten Schlachtwerts 44 bis 47, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 43, fleischige 35 bis 39. gering genährte 28 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Iungrindex): voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 57 bis 59. vollfleischige 53 bis 56, fleischige 48 bis 52. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 75, mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 69, geringe Kälber 54 bis 63. Schaf c. Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 50 bis 53, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 49. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 80 bis 82. von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 77 bis 80. Marktver­lauf: Rinder ruhig, -Ueberftanb. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine schleppend, äleberstand.

Oer rheinische provinziattag zur Ferngasversorgung.

WSN. Mainz, 19. 3an. Gestern nachmittag befaßte sich der neugewählte Provinzial­tag für Rheinhessen nach der feierlichen Verpflichtung der neuen Mitglieder und der Wahl der Provinzialausschußmitglieder in ein­gehender Verhandlung mit der Frage der Fern­gasversorgung Hessens. Gegen die von dem Vorstand und Aussichtsrat der Hekoga zur Annahme empfohlenen Vertragsent­würfe wurden von sozi aldemokrati- s ch e r und Zentrum sseite starke Bedenken zum Ausdruck gebracht. Der Antrag des Provln- zlalausschusics, den Provinzialdir.k.or Dr. Weh­ner zu ermächtigen, in der Generalversammlung der Hekoga am 27. 3anuar f ü r den Abschluß der Casverträge zu stimmen unter der Voraus­setzung, daß der Pachtvertrag mit der Stadt Mainz hinsichtlich des Weiterbetriebs nach den ersten zehn 3ahren in befriedigender Welse ge­löst werde, wurde mit 24 gegen 15 Stimmen abgelehnt. Auch ein sozialdemokratischer Antrag, der die Vertragsentwürfe ab­lehnte und den Einbau kommunalwirtschaft­licher Sicherungen forderte, wurde mit 20 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Annahme sand schließlich ein Zentrums antrag, der den Provin- zialdirektor beauftragt, die bestehenden Deden- ten z u klären und dem Provlnzialtaa in einer neuen Sitzung vor der Generalver­sammlung der Hekoga Gelegenheit zur Stel­lungnahme zu geben.

Lüdemann Oberpräsident von Hessen-Nassau?

WSN. Kassel, 18. 3an. Wie die »Kasseler Post" hört, wird der Posten des Oberpräsi­denten von Hessen-Nassau mit dem sozialdemokratischen Regierungspräsidenten Lü­de m a n n '(Lüneburg) beseht werden. Die beiden andern frei werdenden Oberpräsidenlenposten in Pommern und Schlesien sollen mit einem Dolks- parteiler bzw. einem Zentrumsmann besetzt werden.

Kündigungen

am Hessischen Landesiheaier.

WSN. D a r m st a d t, 18. 3an. Wie wir hören, wurde sämtlichen Angestellten des Hessischen Landestheaters soeben zum Ablauf der gegenwärtigen Spielzeit ge­kündigt.

Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern zeben die Höhe bet zuietzl beichlosfenen Dividende an. Reichsbantdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 o. H.

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Tcntldie Linoleum . . .

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-

Banknoten.

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.

Berlin. 18. Januar

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tUmerikanilche Noten .... Belgiiche Noten .......

Däntiche Noten ........

Engliiche Noten . ....... jXran,5ullldie Noten.......

Holländische Noten ....... gtalienische Noten........

Norwegische Noten.......

Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten.......

Schwedische Noten ....... Schweizer Noten . ...... Spanische Noten ..... .

Tlchechoslowatiiche Noten.....

Ungarische Noten .....

4,168 58,10

111,58

20,335

16,44

167,71

21,87

111,53

58,63

2,475

112,03

80,99

54.79

12,34

72.95

4,188

58,34

112,02

20,415

16,50

168,39

21,95

111,97

58,92

2,495

112,47

81,31

55,01

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18 Ianua,

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Notierung

tllnttürhe Neuerung

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1 661

1,665

1.663

1.667

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58,215

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58.19

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111.72

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111.87

112.09

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Stockholui

112,21

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112,18

112,40

Hciiingsors

10.505

10-525

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Italien. . .

21.87

21.91

21.87

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London. . .

20.39U

20.309

20.346

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4,1810

4.1890

4.1000

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16.425

16.415

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Schweiz . .

80.775

80,905

80.76

80,92

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55,19

55.31

55.14

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2,057

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Hio de (san

0,471

0,473

0,471

0,473

Wien in D-.

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34.78

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58,91

Prag

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12,392

12.360

12.386

Bel t rad

7.390

7,404

7.375

7.389

Budav.li.

73,11

73.25

73,10

73,24

Bul arten

3,029

3.635

3,029

3,035

i'tffaboti

H.79

18.63

18,77

18.81

Tonjlg

81.31

81,47

81,31

81.47

Wonit ntln.

1 980

1.984

1 976

1,980

Atljen

5.435

5,445

5,435

5,445

banoba

4.126

4,134

4,129

4.137

Um uao

3,866

3-874

3,856

3.864

ttatro . . .

20,87

20,91

20,875

20,915