Ausgabe 
20.1.1930
 
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»Verträge.

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iDTD.) Der Pro- Ostpreußen Hut den gebrachte Mao ing ausfpricht, dch kommen mit MW genommene )sch: ®?ftalhmg er- \\ en Ostpreu- ächtigt werben. >ek Dras Kanih, >e Reichstag nicht zieren toccbc. der : wurde ein Antrag Abgeordneten Koch und Staatör.gierung äge weder wirt- litischer Aotur liehen und alle Ansprüche in Polen

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,-Un.) 3n ausländischen die Entsendung der zwei hskaja Kommun a »er baltischen Flotte »och r eingehend besprochen. Schiebung einen Men eiunion im nahen Osten lieruna stehe °us den. -ltisch-nMeer^ ste besitze, um W lurch die Nachbarstaaten

ie unangenehme Auf- s reraden von i&rtr «' in Sen Mestand W d), derartige uE troffenen |

JalgoW tat dies aus , ohen OMerm W ! . Einer von un» (0U in P-nstv t , bleibst also nur d°

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Sonntaq, ig.Januar. 1930, S'Tnqs

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burtstag.

Das Konihiystist in Bad-Nauheim

im allgemeinen und

Aus aller Welt.

Die Ford-Niederlassung für Köln.

Die dieTelegraphen-älnion" zuverlässig er- | fährt, ist nunmehr der Auftrag zur Ausfüh- I r u n g des Baues für die vielumstrittene Kölner Ford-Riederlassung endgültig vergeben worden. Mit der Ausführung des Mil- ii: en-Planes, der im Kölner Industriegeländc l.p. J'bein bereits in allernächster Zeit in An­is'' genonnnen worden wird, ist der Essener Architekt Pros. Edmund Körner betraut wor- . ii. Bon Kölner städtischer Seite erfährt die T. il." dazu weiter, daß die Verhandlungen mit .;cYb am Samstag z u einer (Einigung ge - u b r t haben, und daß der Vertrag von ter SiaSt Köln mit diesem älnternehmen abgeschlossen worden ist. Wie verlautet, wird, wenn auch der Essener Architekt Prof. Körner den Auftrag ?-ir Errichtung des Baues bekommen hat, die Ausführung der ganzen Arbeiten a u ss chl i eh- l i ch Kölner Firmen überlassen bleiben. Es dürfte dies eine 0er Bedingungen der Stadt Köln Ford gegenüber sein.

Schweres Bobsleigh-Unglück.

In Murren (Schweiz) fuhr auf der Bobsleigh­bahn ein mit vier Engländer n b esetzler Schlitten in voller Fahrt aus der Bahn heraus und überschlug sich. Einer der Mitsahrenden erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald daraus u e r ft n r b; ein weiterer wurde mit schweren Ver­letzungen ins Krankenhaus gebracht.

Vom christlich-sozialen Volksdienst.

Dillenburg, 18.3an. (Priv.-Tel.) Sein- erste Bezirkskonferenz hielt der Christlich- s o z i a l e V o l k s d i e n st im Kurhaus zu Dillen­burg ab, die aus allen Teilen des Dillkreises und des Kreises Biedenkopf gut besucht war, und an der auch sehr viele Mitglieder der Deutschnatio­nalen Volkspartei teilnahmen. Vach einem mit einmütigem Beifall aufgenommenen Dortrage des Reichstagsabgeordneten Hartwig und einer längeren zustimmenden Aussprache wurde folgende Entschließung einstimmig ange­nommen:Die an der am 17. Januar 1930 im Kurhause zu Dillenburg gut besuchte Konferenz teilnehmenden christlich ° sozialen Frauen und Männer, geben ihrer großen Freude Ausdruck über das Zustandekommen der Eini­gung im Christlich-sozialen Vollsdienst und wer­den sich nach Kräften an seiner Arbeit beteiligen. Sie wissen sich eins mit dem aus der Deutsch­nationalen Volkspartei ausgeschiedenen Abgeord­neten."

Aus der Provinzialhaupistadi.

E i e ß e n, den 20. Januar 1930.

Sie Rcichsgrün-ungSseier der Universität.

In der Neuen Aula der Universität fand am Samstagvormittag unter großer Beteiligung aus den Kreisen der Universität selber, wie der Bürgerschaft die Reichsgründungsfeier der Landesuniversltät in dem tra-

senpatienten aus Oberhessen beschickt.

Turnen, Sport und Spiel. FuhbaU-Lokalkampf in Gießen Lpielvcreininnng 1900 schlägt B, f.B. 6:3.

Bei dem gestrigen Spiel um die Meister­schaft der l.Dezirksklasse im Lahn- gau siegte die Spielvereinigung 19 0 0 Gießen gegen B. f. B. vor ungefähr 2000 Zu­schauern nach durchweg einwandfreiem fairen Kampfe mit 6:3 (Halbzeit 3:21 Toren.

Winterkur für

Nervenkranke

u.Nervös-Erschöpfte. SpeziaiknranstaltHoiheim

im faonai bei Frankf.a.M. Prospekte durch

zum Tributär Amerikas gemacht wurde. Mit dem Hinweis auf die Votwendigkeit. in dieser Lage das nationale Bewußtsein zwischen allen Deutschen zu pflegen und zu vertiefen, schloß der Redner seine fesselnden Ausführungen.

In dein von der Festversammlung stehend ge­sungenenDeutschland, Deutschland über alles" klang die würdige Feier harmonisch aus.

Daten für Dienstag, 21 Januar.

Sonnenaufgang 7.53 illjr, Sonnenuntergang 16.30 Ahr. - Mondaufgang 0.03 älhr, Mond­untergang 10.54 Uhr.

1804: der Maler Moritz von Schwind inWren geboren (gestorben 1871); 1851: der Komponist Albert Sortzing in Berlin gestorben (geboren 1801); 1867: der Schriftsteller Ludwig Thoma in Oberammergau geboren (gestorben 1921); - 1924: der Erste Volkskommissar der russischen Sowjet-älnion Wladimir Jljitsch Lenin in Gorki bei Moskau gestorben (geboren 1870).

Bornotizen.

Tageskalender für Montag: Licht spielhaus, Bahnhofstraße: .Heiratsfieber"; auf der Biihne: RevueLachendes Leben". Astoria-Llcht

spiele:Der Klub der Junggesellen".

Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben:Die andere Seite". be3 Erstlingswerk des jungen Engländers V. d-, Sheriff, der blutjung mit vielen andern Tau­senden ins Feld zog und nach seiner Heimkehr für den engen Kreis seiner Freunde im Vuder- klub das große Erlebnis schlicht und anspruchs­voll niederschrieb, ahnte nicht, was für ein nach­haltiger und überall einmütig bestätigter Büh­nenerfolg daraus werden sollte. - Morgen Diens­tag, den 21. d. M.. findet eine Wiederholung der amerikanischen Detektivtomödie in 3 Akten von Arnold VidleyDer Geisterzug" statt.

-- Der dritte (musikalische) Volks­kunst abend der Volkshochschule fin­det am Sonntag. 26. Januar, 20 Uhr im Großen Hörsaal der Llniversität statt. Der Abend bringt Märsche und Tänze von Strauß, Schubert. Brahms, vierhändig dargeboten von Frau El- sriede Fischer und Professor K. Schmidt (Friedbergs. Prof. Schmidt wird die Klavier­vorträge durch Erläuterungen einleiten. Siehe heutige Anzeige.

" Z u r V i ch t i g st c l l u n g. In dem Artikel des Beigeordneten Dr. Hamm überGießen und die Gasfernversorgung" in unserer SamStag- ausgabe ist in der zweiten Spalte in der drei­zehnten Zeile von oben ein Druekfehler enthalten. Es muß dort nicht Hoch Öfen, sondern richtig

Oie Bombenlegerasfäre.

Keine Aufklärung des Anschlags auf den Acichsta-i.

Berlin. 19. Jon. (Priv.-Tel.s Die .Unter- suchungen der Staatsanwaltschaft und Kriminal­polizei können nunmehr im wesentlichen als ab­geschlossen gelten. Die vorliegenden Geständ­nisse der Angeschuldigten und Inhaftierten ge- n ü g e n für die Erhebung der Anklage, mit der nunmehr in Kürze gerechnet werden kann. Die zuständigen Stellen sind bereits damit beschäftigt, die Anklageschrift a u s z u a r b e i t c m Leider ist es nach wie vor nicht gelungen, den Bombenanschlag auf dasReichstags- gebäude in vollem Umfange aufzuklären. Alle in dieser Richtung verfolgten Spuren haben sich als unzureichend erwiesen, und es ist auch nicht gelungen, einen Zus ammenhang zwi- 'chen dem Anschlag und einem der Derschwörer- bnnbe aufzufinden. Gegenwärtig finden Verhand­lungen zwischen der Berliner und Hamburger Staatsanwaltschaft statt, wo die Verhandlung gegen die Bombenleger abgehalten werden soll. Die Anklage wird von beiden Behörden gleich­zeitig ausgearbeitet.

Bad-Non heim, 19. Ion. Zu der WSN.- Meldung über die Vergrößerung des st a d t i- schen Konitzkystists wird uns von anderer Seite noch geschrieben: Die Notiz über den geplan­ten Erweiterungsbau des Konitzkystifts ist richtig, eilt aber den Tatsachen etwas voraus. Denn nod) hat der S t a b t r a t dem Plan die Genehmigung zu erteilen. Diese ist allerdings mit ziemlicher Ge­wißheit zu erwarten, nachdem in den zuständigen "Ausschüssen das Projekt eine st a r k e Mehr­heit gesunden hot. Bürgermeister Dr. Ahl Hot den Bau in seiner Eröffnungsrede im neuen Stadtrat am 3. Januar ja auch bereits angekündigt und dabei ausgeführt, daß die Frage so gelöst werden müsse, daß das Vorhaben sowohl den Patienten des Stifts, als auch der eigenen Einwohnerschaft zugute komme. Der Bau ist eine Notwendigkeit. Die Versicherungs­anstalten fordern ihn für ihre Patienten, andern­falls sie sich eigene Heime in Bad-Nauheim kaufen, oder die Kranken in andere Bäder schicken, die ihren Wünschen willfähriger wären. Zwölf ^deutsche Ver­sicherungsanstalten haben den größten Teil der Bau- jumme, rund 800 000 Mark, wie schon gemeldet, für 6 v. H. zur Verfügung gestellt. Etwas über 200 000 Mark fließen aus dem eigenen Baufonds des Stifts. Der Erweiterungsbau wird u. a. Raum für 100 Betten schaffen, so daß nachher die Beleg­stärke des Stifts über 250 Betten betragen würde. Vorgesehen sind auch bedeutende sanitäre Verbesse- i rungen im alten Gebäude, dos durchaus nicht mehr neuzeitlichen Anforderungen entspricht. Es soll nicht verschwiegen werden, daß in den Kreisen der klei­nen Vermieter, besonders in der Altstadt, we­nig Sympathien für den Bau bestehen Seither mußte das Stift nämlich einen großen Teil der Kranken in die Stadt ousguortieren. Die Vermieter befurchten nun eine Schädigung ihrer Interessen. Die Bedenken werden von maßgebenden Stellen aber zerstreut. Einmal besteht leider die Tatsache einer Zunahme der Herzerkrankungen, was zu einem stärkeren Besuch des Bades

feiner sozialen Anstalten im besonderen schon führen dürfte. Dann wird der Anruf von Patienten durch die Landesoersicherungsanstalten zunehmen, so daß auch nach der Durchflihning des Millionenprojekts die Anstalt immer nod) darauf angewiesen sein wird, einen größeren Teil der Patienten in Pri- valhciusern unterzubringen. Das K o n i tz k y st i f t ist übrigens die älteste soziale Anstalt am Platze und wird von jeher auch immer recht zahlreich von Kas-

Dic Geschichte Europas seit der französischen Revolution wurde immer stärker durch die Tat­sache bestimmt, daß nicht mehr wie früher der Herrscher und sein Staat im Mittelpunkt der Politik steht, sondern das national geschlossene Staatsvolk, das tatsächlich den Gang der Er­eignisse auch in den noch monarchisch regierten Staaten bestimmte. Auch die Reichsgründung durch Bismarck ist von dem deutschen nationalen Volkswillen getragen und insofern demokratisch, wobei man an die wirksamen Kräfte, nicht aber an den Parteibegriff oder den staatsrechtlichen Inhalt des Wortes Demokratie denken darf. In diesem Sinne hat auch Kaiser Wilhelm 11. I gleich den andern deutschen Fürsten keine dy- nastischc Politik verfolgt, sondern eine demo­kratisch-nationale. Aus diesem Grunde ist denn auch das Reich Bismarcks trotz der Katastrophe des Weltkrieges erhalten geblieben, während das Habsburgische Reich, dessen Politik infolge der Völkermischung notwendig antidemokratisch und antinational war, im Zeitalter der nationalen I Demokratien unter dem Druck des Weltkrieges auseinanderfallen mußte. Gegenüber der weit­verbreiteten Auffassung, daß der national-demo­kratische Staat ein fortschrittlicher fei, steht die Tatsache, daß in der Antike dieser Staat bereits vorhanden gewesen ist. daß er dort aber Über- wunden wurde, so daß man ebensogut auch das übernational-antidemokratische Reid) als das fort­schrittlichere bezeichnen kann. Deshalb ist es für das geschichtliche Verständnis notwendig, in der Antike die Gründe dieses Wandels festzustellen. Der antike demokratische Staat zeigt eine Höchst­leistung an individueller Kraftentfaltung, aber als Kehrseite dazu das Streben, die eigene Kraft I rücksichtslos auszunuhen, so daß schließlich in dem Peloponnesischen Krieg, ..dem Weltkrieg der An­tike". die völlige Zerreißung eintritt, aus der Griechenland sich politisch nicht mehr erholen konnte. Die führenden Geister wandten fid) öaoer von dem Staate überhaupt ab und suchten iyre höchste Vervollkommnung in der Erfassung der­jenigen Erscheinungen. toeia)e dem Menschen als Menschen eigentümlich Und. So entsteht das überstaatliche Band eines allgemeinen tosmo- politischen Menschentums, das als die höhere Stufe der Gemeinschaft erschien und schließlich in I dem römischen Weltreich der Kaiserzeit seine Rea- I lisierung finden sollte. Die griechische Lehre vom I allgemeinen Menschentum brach den nationalen

Gedanken der Römer, und das Imperium des I 2. und 4. nachchristlichen Jahrhunderts will nicht mehr an sich römisch, sondern human fein. Alle im römischen Reiche vereinten Pölker genossen einen Frieden während Jahrhunderten, jede na-

I lionale Bedrückung fehlte aber das Band, welches I Öen Bewohner mit dem Reiche verband, war nur

| lose und darum mußte das Reich, das seinen Zeitgenossen als die Erfüllung des gotdenen Zeitalters erfdjicncn war, auseinanderfallen, ms die Germanen mit der Vollkraft des Jugend- volles in das Imperium einbrachen. Aber auch die Germanen verfielen alsbald der imperialen Idee, welche ihnen durch die Kirche vermittelt | wurde, und welche für die deut'che Geschichte im Gegen-atz zur französischen bestimmt wurde. Frankreich, das dem Pavsttum freier gegenüber- stand als Deutschland, entwickelte daher auch den Anschluß an die Antike, die Vorstellung von der Souveränität des Staates und übertrug diese auf die in der französischen Revolution frei- gewordenen Volkskräfte. Die französische Revolu- Hon stellt daher in dieser Entwicklungsreihe den (Segenboi gegen peloponnesischen Krieg dar: seit dieser Zeit sind die Volkskräste gelöst. Gewaltige Leistungen an Herrentum sind dadurch ermöglicht worden, aber die national-demokratischen Staa­ten vermochlen ihre Politik nicht vernunflmaßig von einer objektiven Wertung der zwischenstaat­lichen Kräfte abhängen zu lassen, vielmehr be­trachtete jede Ration die Weltlage nur von ihrem Gesichtspunkt aus; und so verfielen die Völker ebenso wie die Demokratien des Alter­tums, in den Kampf aller gegen alle. Der Welt­krieg ist damit das Ergebnis der seit der sranzösischen Revolution wirkenden Kräfte, die Europa seine über 2000jährige Vorherrschaft ge­kostet haben, und der Friede von Versailles ist der typische Ausdruck dieser Geisteshaltung, die den europäischen Gedanken so sehr verleugnete, daß Deutschland, der Schutzmacht der romanisch- germanischen Völkergemeinschast gegen Asien, die rechte Flanke aufgerissen, und das Land zudem

owolkenlos Qhtitez. »naiD oedetM. »wolkig, e oedecki«egen, Schnee graupeln e Nebel H Gewit-er.(§)Ulnd$Ullc-O X* leichte' Os' d massiger Südsüdwest q. stürmische nordwesl Die Piene fliegen mH dem Winde. Die beiden Stationen stehenden Zah­len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit .gleichet» *u< rteeresniveau umocrechneten Luftdruck

Wettervoraussage

Der Einfluß des südöstlichen Hochdruckgebietes und die Warmluftausläufer des nördlichen Tiefes verursachen über Deutschland stärkere Temperatur- gegcnsätze. So lagen im Bereich der Warmluft heute morgen im nördlichen und westlichen Deutschland die Temperaturen bis zu 10 Grad über Null. Bei uns und im südlichen Deutschland unter Null. Mit dem Abzug der Störung nimmt auch die uorge brungene Warmluft wieder ab und kühlere folgt, die zu Barometeranstieg siihrt. Die Pemperatur- gegensätze gleichen sich dabei wieder aus, und für unser Gebiet läßt der Hochdruckeinfluß die herr­schende Wetterlage bestehen.

Wettervoraussage für Dienstag. Vielfach heiteres bis wolkiges, stellenweise auch nebeliges Wetter mit leichtem Rachtfrost.

Amtliche Winkersporlnachrichten.

Schwarzwald. Feldberg: Klar, 5 Grad, 25 cm Schnee (gekörnt), Ski- und Rodelmöglichkeit flut-_______________________________________________

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

poliiischer Racheakt gegen Minister Leuschner?

Rüsselsheim, 19. Jan. (1BIB.) Gestern sollte in Rüsselsheim das von den Opclwcrken errichtete Volkshaus eingeweiht werden. Zu der Feierlichkeit waren Innenminister L e u s ch n c r und mehrere Re- gierungsoertreler erschienen. Das Auto des Mi­ni st e c s, das von einem Polizeichauffeur gesteuert, wurde, um den Verkehr nicht zu behindern, etwas abseits gefahren. Der Innenminister hatte seinen wogen gerade verlassen, als v e r s ch i e d e n e Individuen, die sich durch ihre Kleidung u n - kenntlich gemacht hotten, aus ihn cindran- g e n. Der Minister konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Daraus fielen die An­greifer in einem unbewachten Augenblick über das Auto her und zertrümmerten es, stahlen die Mäntel des Ministers und seiner Begleitung, Aktentaschen usw. und konnten wiederum un­bemerkt verschwinden. Als der Innenmini­ster davon erfuhr, lieh er sofort telephonisch in Darmstadt eine P o 1 i z e i k o m m i s s i o n ansor- dcrn, die alsbald mit Polizeihunden die Spur der Täter ausnahm. Ans Aeußerungen von k o m in u - njsten und aus sonstigen Anzeichen glaubt man schließen zu können, doh es sich um einen Rache­akt dasür handle, daß Minister Leuschner bei den Wormser Strahenunruhen Polizei- krofte aus Darmstadt entsandt hatte.

Aus eine telefonische Anfrage bei der hessi­schen Amtlichen Pressestelle wurde uns von dieser erklärt, daß der Vorfall sich ereignet Hobe, während Minister Leuschncr bereits bei der Aeier weilte. Ein Uebersoll auf den Minister habe nicht stattgefunden. An dem Auto seien ledig­lich zwei Fensterscheiben eingeschlagen und dann aus dem wagen zwei Mäntel ge- stöhlen worden, von einem Aktentaschendiebstahl sei nichts bekannt. Die Polizei habe Fingerspuren ausgenommen und Polizeihunde in Tätigkeit gesetzt. In Rüsselsheim vermute man, daß ein politischer Racheakt die Ursache zu der Tot sein könne.

Sine Darstellung des Ministers.

Frankfurt a. Bl., 20. Ion. (WTB.) wie der hessische Innenminister Leuschner dem WTB. auf Anfrage mitteilt, kann von einem Heber fall auf ihn während der Einweihung des Volkshouses in Rüsselsheim keine Rede sein. Dagegen sei noch nicht sestgestellt, ob cs sich bei der Entwen - düng der Mäntel und der Beschädigung d e s A u t o s um einen politischen Rache- a p, ober nur um einen Diebstahl handelt.

Die Wetterlaqe.

bitionell feierlichen Rahmen statt.

Der Festakt wurde durch den von Orgelklängen begleiteten Einzug des Senats eröffnet. Rach I einem vom Akademischen Gesangverein unter der Leitung des akademischen Musikdirektors Dr. Temesvary fcorgetragenen Chor richtete

Se. Magnifizenz der .Hctiov der LandeS- nniverfität Prof. Dr. med. Brüggemann eine Ansprache an die Festverfammlung, in der er u. a. sagte: Die Reichsrinheit als wert­vollstes Erbe zu erhalten und auszubauen ist unsere vornehmste Aufgabe. Mit Stolz gedenken | wir an der Hochschule heute derer, die vor 1 hundert Jahren mit jugendlicher Begeisterung auf unseren Äniversitäten für ein einiges Deutsch­land stritten und litten. Bismarck selbst hat es offen ausgesprochen, daß er fein Werk nur voll­bringen konnte, weil vor ihm deutsche Männer wertvolle Arbeit für den Gedanken der Reichs­einheit geleistet hatten. Der heutige Tag soll uns daran erinnern, daß wir Deutsche eine Schick­salsgemeinschaft sind. Für uns ist der Gedanke der Volksgemeinschaft nicht ein modernes Schlag­wort politischer Ideologie. Wir denken nicht daran, naturgegebene Gegensätze zu negieren, aber wir denken daran, daß es möglich fein kann, sie zurückzustellen hinter den einen, uns allen gemeinsamen Gedanken; Das Wohl unseres Vol­kes Ermahnung an die akademische Jugend, doch endlich aus Liebe zu unserem Volke und zu un­serem Vaterlande das Ideal der Einheit und Zusammengehörigkeit über die Ideale der Partei zu stellen.

Dann hielt der Ordinarius der Alten Geschichte an der Landesunniversität

Professor Dr. Richard Laquei r

die F e st r e d e überImperium und natio­nale Demo fr atle":

Koksöfen heißen.

" Die Bildung einer Deputation für Jugendwohlfahrt betrifft eine Be­kanntmachung der Stadtverwaltung in unserer Samstag-Ausgabe. Die hier bestehenden inter­essierten Vereinigungen seien auf diese Ver­öffentlichung besonders hingewiesen.

» Die staatliche S t e n o g r a p h i e l e h- rerprüfilng bestanden: Dieser Tage leg­ten die Herren Kurt Moosdorf, Mitglied der 1. ReichskurzschriftgesellfchastGabelsberger und Damenabtcilung e. D., und Kurt Leip old Mitglied des Stenographenvereins von 1861 Gießen, vor dem Prüfungsausschuß für Steno­graphielehrer in Darmstadt die staatliche Steno­graphielehrerprüfung mit Erfolg ab.

** Ein Achtzigjähriger. Herr Bernhard W e st b r u ck . Neuenweg 8, feierte gestern in bester körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Ge°

>u schützen. Rußland besitze im Baltischen Meer nach der Tonnage die stärkste Flotte, außerdem verstärkten die beiden Kreuzer der Schwarzen Meer- flotte die politische Stellung Rußlands gegen­über Rumänien und Bulgarien, da die Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern noch nicht wiederhergestellt feien. Die russische Regierung habe selbstverständlich die Entsendung der beiden Kriegsschiffe nach dem Schwarzen Meer im E 1 n - Verständnis mit d e r türkischen Regie rung unternommen, die der Sowjetregiemng keine S d) w i e r i g k e i t e n in der Ueberque- rung des Bosporus durch die beiden Kreuzer ge­macht habe.

Die Russen haben damit wieder einmal aller Welt gezeigt, wie wenig sie ihre Gegner furch- i ten und wie frei und unabhängig sie sich fühlen. Sie haben ihre Kriegsschiffe in das Schwarze Meer cinlaufen lassen, obwohl durch einen aller­dings von Rußland nicht unterzeichneten Vertrag die Zugangs st raße au diesem Meer, die Dardanellen, für Kriegsschiffe aller Art g e - sperrt ist. Diesen Vertrag haben die Russen von jeher bekämpft, weil sie auf dem Standpunkt stehen, daß es ihre eigene Angelegenheit ist, so­viel Kriegsschiffe im Schwarzen Meer zu halten wie sie es für nötig finden. Qlad; öem Abschluß de« Weltkrieges zeigte sich jedoch, daß die großen Seemächte sich ernstlich mit der Absicht trugen, im Schwarzen Meer Flottenstützpunkte einzu­richten. Das hätte zu einer scharfen Rivalität zwischen einigen seefahrenden Rationen geführt, so daß man sich endlich entschloß, in den Frie­densvertrag von Lausanne einen Passus hinein­zuarbeiten. wonach die Dardanellen gesperrt wurden, es also jedem Staat untersagt ist. Kriegsschiffe in das Schwarze Meer zu schicken und das hier bestehende Gleichgewicht der mari­timen Kräfte zu stören.

Eine Kommission wurde zur Lleberwachung dieser Vereinbarung eingesetzt. Am Wohnsitz dieser ftommiffion sind nun die beiden russischen KriegSschisse vorbeigelaufen, sie wurden sogar noch durch einen Salut türkischer Festungsgeschutze begrüßt. Jetzt ist Rußland im Schwarzen Meer bie stärlste Macht. Vielleicht werden sich nun die übrigen Mächte beeilen, ebenfalls einige Einheiten in das Schwarze Meer hineinzuschicken, um wenigstens dafür zu sorgen, daß hier nicht russische Großkampfschiffe allein kreuzen. Der Durchbruch durch die Dardanellen ist aber dock) bezeichnend für das S e l b st b e w u ß t s e i n der Russen, das sich schon während des Konflikts mit China in dec Richtachtung des Kelloggschen Kriegsächtungspaktes äußerte.