Kurse zur Ausbildung von Arbellern
und Angcslelllen
sog. Detrlebshelser aus den Fabrikbetrleben, Werkstätten, Bureaus usw. durchgeführt. Die Kurse wurden zum großen Teil auf Anregung und im Auftrag der B-rufsgenossenschaften abgehalten mit dem Ziel, in den Betrieben für den Fall eines Anglücks sofort geeignete Helfer bereit zu haben, denn sachgemäße schnelle Hilfe bedeutet doppelte Hilfe. Der Anterricht umfaßt theoretische wie praktische Ausbildung und wird jeweils in den Abendstunden abgehalten.
«Verrichtungen zu helfen. Ferner wird ihe von Gegenständen, Luftkissen, Wasserkissen. Eisbeutel, Fahrstühle und noch manches andere leihweise gegen geringe Gebühr an Private abgegeben. Daß sich in der Sanitätswache auch eine DeSinfektionSanlage befindet, dürfte man wohl allgemein al- eine Selbstverständlichkeit voraussetzen. Ist doch nicht nur in Kliniken und Krankenhäusern, sondern auch an dieser Stelle größte Reinlichkeit bestimmendes Gesetz.
Seit ungefähr 5 Jahren werden in den Räu- >nen der Sanitätswache, speziell in einem besonderen Unterrichtsraum
Ausbauarbeit an Sportplätzen.
Seit geraumer Zeit ist man auf den Plätzen der hiesigen beiden Sportvereine damit beschäftigt, die Sportstätten auszubauen. Bekanntlich hat die Stadtverwaltung aus Mitteln für wertschaffende Erwcrbslofenfürsorge eine Anzahl von Erwerbslosen zur Verfügung gestellt, die die Erdbewegungen durchführen. Die Arbeiten aus dem Platze der vpielvereinigung 1900 sind bereits sehr weit fortgeschritten, die Terrassenanlage ist nahezu fertiggestellt. Der Platz, der sich am Ostende des Hauptspielfeldes befindet, wird in ein zweites Spielfeld umgewandelt, das hauptsächlich für die Jugendlichen bestimmt sein soll. Die Fertigstellung diese« Spie'seldds dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da verhältnismäßig große Terrainunterschiede auszualeichen sind.
Auch den Besuchern des Waldsvielplatze« deS VfB. wird eine Veränderung ausgefallen sein. Der bisherige Eingang, der sich stets als etwas zu klein erwies, soll demnächst verschwinden. Da der Platz an dieser Stelle räumlich etwas erwei tert wurde, ist nunmehr die Möglich? ii a g:ben, einenwesentlich breiteren Eingang zu schaffen, der dann auch eher den Anforderungen entsprechm dürfte. Wie wir hören, soll zu beiden Seiten deS Einganges je ein Kassenhäuschen errichtet werden, die eine schnellere Abfertigung der Besucher möglich werden lassen. Da daS neugewonnene Stückchen Land zum Frühjahr auch gärtnerisch ausgcstaltet werden soll, wird der gute Eindruck, den der Besucher zweifellos vom Waldsportplatz erhält, durch diese Neuerung verstärkt.
Amtliche Gpiettermine
für Sonntag, 21. Dezember.
Dezirksliga: Spv. Kassel — VfB. Kurhessen Marburg: VfB. Gießen — Sport Kassel.
Die 1. Bczirksklasse hat kein Verbandsspiel aus- zutragen.
Großkampftag auf dem Waldsportplatz.
vfv. — Sport Kassel.
Der Terminkalender der DezirkSliga sieht für den kommenden Sonntag die Begegnung VfB. — BE. .Sport" Kassel auf dem Waldsportplatz vor. Die DfB.er stehen damit vor einer sehr schweren Aufgabe, denn die ^Sport"-Mannschaft hat sich in den letzten Spielen in einer hervorragenden Form gezeigt und bewiesen, daß sie zur Zett als die stärkste Elf der Südgruppe und eine der besten des Bezirks Hessen-Hannover angesehen werden muß. Die Gäste verstehen systemvoll und rationell Fußball zu spielen. Ihre Erfolge beruhen ist erster Linie aus der eminenten Schnel
ligkeit und Durchschlagskraft des SturmeS, der unter Führung des bekannten Torfchützen Gras- meyer der stärkste Mannfchaftsteil ist. Trotzdem besitzt die ganze Elf ausgeprägte Homogenität. Die glänzende körperliche Verfassung eines jeden einzelnen macht die Elf zu einem sehr schweren Gegner. Während die VfB.-Mann- schaft bis jetzt sämtliche auswärts auSgetragenen Spiele verlor, gewann sie die auf eigenem Platz ausgetragenen Spiele mit einer Ausnahme, ein Beweis, daß der Vorteil des eigenen Platzes und vor heimischem Publikum spielen zu können, für ihr Abschneiden von großer Bedeutung ist. Ob eS ihr jedoch auch diesmal gelingt, die wertvollen Punkte hierzubehalten, muß trotz dieses Vorteils bezweifelt werden. Anmöglich ist es allerdings nicht. Die VfB.er wrrden in stärkster Ausstellung antreten. Die Ligarescrve hat, ebensalls auf eigenem Platz, die erste Mannschaft Daubringens im f älligen Verbandsspiel zum Gegner. Auch der Ausgang dieses Treffens ist für beide Gegner von größter Bedeutung, da beide zur Spitzengruppe gehören und um die Führung kämpfen. Das Vorspiel konnten die Gäste gewinnen. Eine Vorhersage ist bei der Ausgeglichenheit der Kräfte nicht mög.ich.
Arbeiter-Turm und Sportbund.
Rückspiel um die BezirkSmeisterschast.
Zum Rückspiel um die BezirkSmeisterschast der ersten Bezirksklasse treffen sich am kommenden Sonntag Gießens und Raunheim erste Mannschaften auf dem Trieb. Im Vorspiel konnte Raunheim überraschenderweise Gießen mit 4:1 Toren schlagen. Der kommende Sonntag wird nun zeigen, ob es bet diesem AeberraschungS- erfolg bleiben oder ob Raunheim Bezirksmeister werden wird. Vor diesem Spiel stehen sich Gießen 1b und Burkhardsfelden I im Freundschaftsspiel gegenüber.
Die Iugendmannschaft von Gießen wird mit der 1. Jugend ihres Rachbarvereins Wieseck am Sonntagvormittog auf dem Wiesecker Platz die Kräfte im Freundschaftsspiel messen.
In Rödgen werden sich die dortige 1. Mannschaft und die Id-Mannschaft von Wieseck im Freundschaftsspiel gegenüberstehen. Hier dürften die Gäste (Sieger bleiben.
Handball
Auf dem Wiesecker Sportplatz werden sich Wieseck und Wißmar ein Stelldichein geben. Die Platzbesiher dürften hier Sieger bleiben.
Deutschland meldet zum Daviscup.
Der Deutsche TenniS-Bund teilt mit, daß er beim Französischen Tennis-Verband in Paris die Meldung für den Davispokal-Wettbewerb
Oer Dreizehnte.
Vornan von Anny von panhuyS.
Copyright 1929 by Verlag Vechihold Braunschweig
(Schluß.)
Die Montirossi ließ einen entzückten AuS ruf hören und griff fast gierig nach dem Ringe, einer gut gelungenen Rachbildung des Dlumen- ringcs. den Primo Duero bei ihrem Vater gekauft, für den er dreitausend Gulden bezahlt, und den sie durch eine Komödie wieder hatte an sich bringen wollen.
Primo Duero sagte ruhig: „Ich danke Ihnen beiden sehr für Ihre Bemühungen", grüßte und ging.
Alles, von dem Augenblick an, wo der Spanier mit der Frau in den Laden getreten bis jetzt, hatte sich so überschnell abgespielt, daß sich Vater und Tochter nun ansahen, als hätten fte beide bis zu dieser Sekunde unter einem Alpdruck gestanden. Io betrachtete nachdenklich den Ring.
„Vater, verhält sich das wohl alles so, wie wir eS c.en hörten? Ich glaube es nicht so recht."
„And ich glaube es gar nicht!" Ricolaas Sneek nahm seine Hornbrille von der etwas zu kräftig geratenen Rase. „Die zwei haben uns etwas ausgetischt, was sich bestimmt anders verhält. Aber warum sie es taten, geht uns nichts an, w'.r haben keine Arsache, neugierig zu sein. Sei überzeugt, von den beiden kommt teinec wieder, und das gute Geschäft haben w.r gemacht. Rie- martb vermasselt es uns noch nachträglich. Du hast einen wertvollen Ring, ich daS Geld für die blauen Brillanten, und die alte Bude hier geben wir für alle Fälle schleunigst auf und reifen nach Florida, Du, ich und Pieter, denn ohne deinen Ersten gehst du ja doch nicht, Frau Prinzessin."
„Rein, ohne ihn gehe ich nicht", lachte die Montirossi und sreute sich, daß die erst so bedrohlich aufgestiegene Gefahr wegen der blauen Brillanten so harmlos verlausen war.
Primo Duero lief noch stundenlang durch die Stadt mit den vielen Grachten, um. sich zu beruhigen über die entsetzliche Gewißheit, wer seinen Vater ermordete.
Wie ein toller grauenhafter Spuk schien ihm jetzt die Szene von vorhin in Dem Zimmer dealten Hau es der Heerengracht.
Er lief ziellos durch die winterkalten und abenddunllen Straßen der fremden Stadt, bis er allmählich müde ward. Wie ein unnennbares. Überwältigende- Glück, wie ein seliger Friedens- gruh erwachte mit einem Male der Gedanke an Eva, an fein blondes Lieb. Morgen reifte er zu ihr, um sie auS dem kleinen märkischen Heimatstädtchen in Die große Stadt am Mittelmeer zu holen, wo er geboren war und wo ihrer bctDer Zukunst lag.
@ln dunkler Schatten verschwand vor Ihm. ES war der Gedanke an Montserrat. Helle schien überall zu sein und Den trüben Abend zu durchleuchten. ES war Der Gedanke an Eva.
21.
Der Zug Berlin—Stettin hielt auf der kleinen Station.
Primo Duero hatte Gva seine Ankunft nicht angezeigt. Wenn fte ihn auch in diesen Tagen erwartete, so rechnete sie doch mit einer telegraphischen Anmeldung.
Er freute sich schon im voran- auf ihre Heber- raschung.
Es hatte in Den letzten Tagen heftig ge- fchneit und vor dem Bahnhofsgebäude standen ein paar Mietsschlitten.
Er trat an den ersten davon heran und gab dem Kutscher Evas Adresse an.
Der Kutscher, der in seinem Pelz und feiner Schaffellmühe wie ein russischer Musckik aussah, nickte: „Steijen Se man in." Dann begann Die Fahrt.
PrimoS Augen blickten Dabet aufmerksam nach rechts und link- und sein Gesicht ward versonnen und weich. Die kleine Stadt, durch Die er fuhr, war ja Gva Hirtbergs Heimat.
Hell klangen Die Glöckchen Der PferDe Durch den klaren Wintertag. In Schnee lag alles eingebettet und Die Mittagssonne riß silberne- Blitzen aus den weißen Decken.
Die Bäume Der Brunnenstraße trugen weißen Schmuck von unerhörter Pracht, und als Der Schlitten nun vor einer kleinen Villa hielt, mußte Primo Denken, so lieb unD traut schob sich Das einfache nette Häuschen In Die weihe Herrlichkeit hinein, als wäre es Das Schlößchen einer Rordlandskönlgln.
Mit heiß aufquelienDcm Iubelgefühl sprang er aus Dem Schlitten und läutete am Gartentürchen.
Eva hatte schon Den ganzen Vormittag in einer seltsamen Anruhe verbracht. Sie halte seit Tagen keine Rachricht mehr von Dem Geliebten erhalten, Der sonst so häufig geschrieben. Ein Kärtchen hatte ihr seine Abreise nach ArnsterDarn gemeldet, seitdem schwieg er. And sie war doch auf Das äußerste gespannt, au erfahren, was der Geliebte von jener Frau gehört hatte, von der Die blauen Brillanten bei Ricolaas Sneek versetzt worden waren. Er hatte ihr ja ausführlich mitgeteilt, was er bei seinem Aufenthalt In Amsterdam erfahren.
Am ihre Anruhe immer wieder zu beschwichtigen, mochte sie sich klar, sie konnte kaum Rachricht von Primo haben.
Als es nun am Gartentürchen mehrmals so lebhaft schellte, war ihr erster Gedanke, es könnte ein Depeschenbote sein.
Paquita Casanovas war schon vor ihr ans Fenster getreten und rief ihr nun strahlend entgegen: „Ihr Rovio ist gekommen, Gva!"
Das blonde Mädchen begriff Die Worte gar nicht lin ersten Moment, so klar und deutlich sie auch tobten. Die stand wie gelähmt, bis Paquita lärmte: „Ihr Rovio ist angekommen. Eva! Schnell, schnell, holen Sie ihn in das warme Zimmer, sonst erfriert er In dem Schnee Da draußen!"
Jetzt erst kam Leben in Die schlanke Gestalt, und ehe Die alte Frieda dem Besucher noch zu
1931 abgegeben hat. Für die Europazone liegen bis jetzt neun Meldungen von Deutschland, England, Italien, Tschechoslowakei, Südafrika. Griechenland, Oesterreich, Ungarn und Monaco vor.
„25 Stunden" in Breslau.
Für das traditionelle 25=0tunDenrennen In der Breslauer Iahrhunderthalle vom 25. bis 26. Dezember sind bisher folgende Fahrer verpflichtet worden: Piet van Kempen, Pijnenburg, Dra-penning (Holland), Dinale (Italien), Guim- bretiöre (Frankrejch), Thollembeek (Belgien), sowie die Deutschen Petri, Tietz, Ghmer, Preuh, Resiger, Rieger, Knappe, Junge und Dkuplnski. Die Zusammenstellung der Mannschaften erfolgt später.
Weltmeisterschaft im Zweierbob.
Den Höhepunkt zu Der vom 24. Januar biS 1. Februar stattfindenden internationalen Bobwoche in Oberhof bildet Die Weltmeisterschaft im Zweierbob, Die unter Der Schirmherrschaft DeS Reichspräsidenten v. Hindenburg veranstaltet wird. Mit Der Vertretung der deutschen Interessen sind Kilian (Garmisch) und G. Fischer (Ilmenau) beauftragt worden, während Die Gebrüder Wenzel (Krummhübel) als Ersatz zur Verfügung stehen.
„Olympiade der Grazie".
Unter dem hochklingenden Namen „Olympiade der Grazie" wird in der Zeit vom 29. bis 31. Mai in Florenz eine leichtathletische Veranstaltung für Frauen, ähnlich den Frauen-Weltspielen In Prag, organisiert, an der alle Frauenfport treibenden Nationen teilnchmen sollen. Für die siegreiche Ländermannschast hat die Stadt Florenz einen goldenen Pokal gestiftet.
Reue Ski-Hüllen.
Die Zahl Der Skihütten, die in diesem Winter als wertvolle neue Stützpunkte für Touren Im Mittel- und Hochgebirge gelten dürfen, ist beträchtlich. Bereits am 9. Rovernber wurde auf dem Feldberg im Schwarzwald das neue Ski-Trai- ningsheim Der Skizunst Feldberg, eine Stiftung Wilhelm von Opels, eingeweiht. Am 16. Dezem
ber wird das neue Kölner Haus auf Komperdell (bei Landegg) in Tirol bewirtschaftet, da- nach eigener Ankündigung „neuzeitlich mit Zentralheizung, fließendem Wasser, Bad, elektrisch Licht und Telephon" ausgerüstet ist. — Del Arosa wird man Die Errichtung einer neuen Skihütte am Weih- pomfattel, 2400 Meter hoch, in Skiläuferkreisen! freudig begrüßen. Irn Anterengadin soll bei Selon in diesen: Winter Die Schlivera-Hütte in Betrieb genommen werden. — An hochalpinen Hütten ist die neue Deternps-Hütte am Monterosa bei Zennatt und Die erweiterte Rotondo-Hütte am St. Gottharl zu erwähnen. Das Hochjoch-Hospiz des AlpenvereinS Sekllon Mark Brandenburg Im hinteren Oehtal wird ganzwinterlich, die Berliner Hütte im Zemmgrund (Zillertal) ab Ende Februar. also von Beginn der lawinengefährlichen Zeit, bewirtschaftet werden. So nimmt mit Der steigenden Frequenz des Hochgebirgs-Skilaufs auch Die Verbreiterung der Hüttenbasis ständig zu.
Kurze Sportnotizen.
Auf Der Münchener Kunsteisbahn fand am Mittwoch vor gutem Besuch das erste internationale Cishockeyspiel Der ^neuen Saison statt. Die Oxford G-anaDiand toTretr den SC. Rießersee in allen Spielabscynitten dank ihrer größeren Routine überlegen und siegten 7:3 (4:1, 1:1, 2:1).
e
Die zweite englische Eishockeymannschaft, Cambridge University, verlor in Wien auch Das Rückspiel gegen Den Dortigen Eislauf- verein mit Dem gleichen Ergebnis wie am Vortage. Die Einheimischen siegten 2:1 (0:0, 1:0, 1:1).
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Hertha/DSC. ist nach Abschluß Der An- suchungen wegen der Niederlage gegen Rorden Rordwest rehabilitiert. Die Antersuchungen ergaben, daß Die Riederlage vollkommen einwandfrei war und den Spielern keinerlei Vorwürfe zu machen find,
Teddy Sandwing, Der jetzt in Amerika lebende Deutsche Schwergewichtler, verliert einen Kampf nach Dem anDern. In Neuyork unterlag er neuerDlngs gegen Stanley Poreda.
Oer Sport im Reiche.
Wieder einmal steht alle Welt im Bann der Vorfreude auf Weihnachten. In all diesen Weih- nachtsvorbereitungen muh die sportliche Betätigung zurückstehen und sich auf wenige Veranstaltungen beschränken. — Anentwegt rollt jedoch Der Fußball, Denn es ist Der letzte verbandSfpiel» Pflichtige Sonntag im alten Jahre. In Den Punktekämpfen wird eS dabei sehr lebhaft zugehen, wenn nicht Touwetter eine Reihe von Ausfällen bedingt. In München gibt es einen interessanten Freundschaftskampf zwischen Bayern und den Berufsspielern der Wiener Vienna. Als frühzeitiger Weihnachtsgast erscheint im Hockey eine Mannschaft in England studierender Inder, Die schon am SamStag ihre Antrittsvorstellung in Hamburg bei Harvestehude gibt und am Sonntag gegen Ahlenhorst spielt.
Im Handball werden von Turnern und Sportlern Die Meisterschaftsspiele fortgesetzt. — Ausgezeichneter Sport ist im T e n n i s anläßlich Der Eröffnung der neuen Halle in Berlin-Wilmersdorf zu erwarten. Mit Morpurgo (Italien), von Kehrllng (Angarn), Mateyka, Artens (Oesterreich) und der deutschen Extraklasse Prenn, Froitzheim, Kleinschroth, Frenz, Paula von Reznioek, Hilde Krahwinkel und Irmgard Rost trifft sich
hier die TenniSelite mehrerer Länder. — ®t« Tennislehrer von Holland und Deutschland tragen in Amsterdam über zwei Tage ihren all» jährlichen Länderkampf aus.
Im Turnen geht Der' internationale Vier- städtekampf im Kunstturnen zwischen Amsterdam- Groningen—Köln und Bremen in Der holländischen Hauptstadt vonstatten. — Im Schwimmen ist wegen des bevorstehenden Weihnacht«- festeS eine Kampfpause eingetreten und erst im neuen Jahre wird die Tätigkeit in den Hallenbädern aufgenommen werden.
Der Schneefall in Den letzten Tagen läßt hoffen. Daß im Wintersport recht fleißig geübt werben kann. Größere Veranstaltungen sind an diesem Sonntag noch nicht vorgesehen. Im Eishockey sind Spiele zwischen Rießersee—Oxford Universität und Münchener EV.—Arosa in der Schweiz geplant. Auch im Radsport herrscht Weihnachtsflaute. Auf Deutschen Bahnen tummeln sich in der Kölner Rheinlandhalle und in Frankfurt a. M. nur Die Amateure. — Eine Tag u n g hält am Samstag Die Oberste MotorraDsport- behorde in Berlin ab. Die auf ihrer Vollversammlung neben weiteren Anträgen auch Den Ama- teurbegriff Im Motorradsvort festzulegen hat.
offnen vermochte, war Eva schon an ihr vorbei- gestürmt und hatte Die Gartentür aufgeschlossen.
Anbekümmert um die Augen des Kutschers und Der alten Haushälterin, ließ sie sich umarmen und küssen.
Drinnen im Haus, im behaglich warmen Zimmer, begrüßte Primo Duero Die zierliche Paquita.
Er meinte verwundert: „Ihnen ist Die Luft im Rorden aber geradezu wunderbar bekommen, Paquita! So hübsch wie jetzt waren Sie in Spanien nicht."
Mit schelmischem Lächeln erwiderte Paquita: „Dort hatte ich auch keinen Rovio, Don Primo."
„Ay, mi madre!" entfuhr es Primo Duero, „Sie werden sich in der kurzen Zeit hier doch noch keinen Rovio zugelegt haben! Das wäre doch ein etwas schnell errungener Bräutigam."
Paquita lachte übermütig: „Gva hat mir ihren alten Rovio überlassen."
Primo Duero blickte voll Spannung auf Eva, Die ihm mit wenigen Worten erklärte, wie es gekommen, daß Hans Felsen nun Paquita heiraten würde, fie selbst sich aber für ihn wieder zurückve.wandelt hllte in seine KinDheitSsreundin.
Ganz laut atme le Da Primo Duero auf.
„Dem Himmel sei Dank, Da brauche ich mir also keine Gewissensbisse machen, einen an Deren um sein Glück gebracht zu haben. Der GeDanke Hal mich so oft gequält." Er nahm Paquita- Hände: „Meine innigsten Wünsche.
Es pfiff draußen, hell und scharf.
„Mein Rovio pfeift. Wir wollen unS mit Schneebällen werfen." Sie lachte Primo an. „Das ist nämlich das schönste Vergnügen Der Welt."
Fort war sie.
Primo Duero schüttelte Den Kopf.
„Wie ist Denn Das überhaupt nur möglich gewesen, Eva, wie konnte sich Denn Der Mann so schnell über Deinen Verlust trösten?"
Das blonde Mädchen blickte sehr ernst.
„HanS hat eine KindheitSsreundschaft für Liebe gehalten, das ist alles. Paquita- schwarze Augen aber haben ihm sehr rasch und überzeugend klar- gemacht. was wir beide mit aller Aeberredungs- kunst nicht zustande gebracht hätten."
Er lächelte: „Es ist gut so, ich freue mich über die Lösung." Er legte seinen Arm um Ihre Schultern. „Eva, ich have Dir viel zu berichten. Ganz besonders Aeberraschendes. Am liebsten wäre ich es gleich los, damit ich mich freier mache von einem erschütternden Erlebnis."
Eva lieh sich zum Sofa führen.
„Erzähle nur gleich, Primo, es wird unS niemand stören, Paquita kommt sobald nicht zurück, und in ungefähr einer Stunde werden wir erst essen."
Sie saßen Dann nebeneinander, Hand in Hand, und Der Mann erzählte Dem blonden Mädchen, was er in Amsterdam erlebte.
Eva schrie laut auf, als sie hörte, wer den Mord auf dem Gewissen hotte. In ihren Haren Augen spiegelte sich Das furchtbare Entsetzen wider, das sie empfand.
„Aber weshalb hast du Montserrat gehen lassen?" fragte sie, noch immer von Empörung und Grauen geschüttelt ob dieser Erklärung eines bis
her ungelösten Rätsels, oie hat es nicht verdient, straflos ihr Abenteurerleben weiterzuleben."
Er erwiderte leise: „Weil ihr Mädchenname auch mein Rame ist und Du ihn in nicht allzu ferner Zeit mit mir teilen sollst. So uns Gott aber ein Kind schenken wird. Darf kein Schatten auf Den Ramen fallen. Sieh, deshalb soll eine Duero nicht als Mörderin hinter Zuchthaus- mauem leven. Denn eine Duero bleibt Mvnt- errat, wenn sie auch jetzt einen anderen Ramen ührt durch ihre Heirat. Wie sie jetzt heißt, weih ch nicht einmal, Denn Der Rame Kersten-, den ie Ricolaas Sneek genannt, war falsch."
Eva atmete tief auf.
„Du hast recht, Primo, nun verstehe ich dich. Mag sie also, ohne ihr Verbrechen sühnen zu müssen, das Dasein weitcrsühren, das ihrem Charakter entspricht. Irgendwie und irgendwo wird sich schon ihr Schicksal erfüllen. Ich glaube fest Daran, daß sich jede Schuld auf Erden rächt."
Kaum hatte fie daS letzte Wort gesprochen, klopfte es überlaut an, gleich darauf sprang Die Tür auf und Paquita zog Den etwas widerstrebenden Hans Felsen ins Zimmer.
„Hier bringe Ich meinen Rovio!" lachte fie übermütig. „Er wollte nicht mit in« Haus, well er Eva einmal etwas Anangenehmes gesagt hat vor Don Primo. Aber, nicht wahr, das hat doch jetzt gar keine Gültigkeit mehr?"
Am Primo DueroS Lippen zuckte ein Lächeln.
„Rein, das hat gar keine Gültigkeit mehr! Sennor Felsen gönnt mir ja jetzt Eva, wie ich annehme."
Paquita übersetzte Da« nun für HanS auf ihre Art ins Deutsche.
„Berdad, 'Ans Felsen, du wollen nichts mehr von Die Eva, kein Stück?"
Hans Felsen strahlte Dafl Beine, ein wenig Dunfelbäutlge Menschenkind an.
„Rein, kein Stück will ich mehr von ihr, alle« Darf fie behalten für Den Mann, den sie liebt.“
Eva lachte laut auf und Paquita r.ef befriedigt: „Muy b:cn!" und legte Die beiden rechten Hände Der Qllänner ineinander.
Nachdem sie beobachtet, wie kräftig und aufrichtig der Händedruck gewesen, Den Die beiden gewechselt, jubelte sie: „Ich bin eine Anmensch vor zu viel Glück!"
Da konnte Hans nicht mehr widerstehen, ungeniert riß er das süße spanische Mädel in die Arme.
Aber jetzt gab es auch für Primo Duero keine Hemmung mehr. Er zog Eva an sich und kühle sic heiß und innig.
Draußen begann es wieder zu schneien. Langsam und feierlich legten sich Die .himmlischen Federchen auf das Dach des kleinen Hauses nieder, unter Dem vier Menschenheczen In seligstem Glück erröten.
Primo Duero war es, als verschwände für immer in nebelgrauen Welten die Gestalt DeS roten Clowns, alfl löste er sich in Dunst auf, der furchtbare Dreizehnte, dessen Rätsel fein Leben belastete feit Drei Jahren.
Fern lag alle Finsternis, golöenfte Sonne war auf gegangen an feinem Lebenshimmel.


