SJL-tfpott
Oer Abschluß der Saison.
Hubertusjagd
beim Gießener Reit- und Fahrklub.
Zu den schönsten reiterlichen Freuden gehören die alljährlichen Reitjagden. Froh schlägt das Herz, wenn der Herbstwind über die Stoppeln bläst und beim hellen Klang der Jagdhörner das weite Feld dem Reitersmann und den flinken Husen seines Pferdes gehört. Auch dieses 3ahr, trotz der Regengüsse, die ein tückischer Wettergott schickte, liehen sich unsere Reiter und Reiterinnen nicht um ihre reiterlichen Herbst- sreuden bringen.
Den Abschluß der diesjährigen 3agdsaison bildete die Hubertusjagd am Samstag, die, wie auch die übrigen 3agden, vom Reit- und Fahrklub Gieße n gemeinsam mit dem hiesigen Reichswehrbataillon geritten wurde. Außer den Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften hatten sich vierundzwanzig Reiter und Reiterinnen eingefunden. Selbst vom Marburger Reiterverein waren einige Damen und Herren herübergeritten. um sich an der 3agd zu beteiligen. Leider waren infolge des andauernden Regens der vorhergehenden Tage und Wochen die Bodenverhältnisse die denkbar schlechtesten. Um so größerer Dank gebührt dem Fuchs des Tages, Herrn Oberleutnant Doigtsber- ger, der es verstanden hatte, trotz dieser ungünstigen Vorbedingungen ein reitbares, prächtiges und abwechslungsreiches Gelände für die 3agd ausfindig zu machen. Die Hindernisse stellten in diesem 3ahre größere Anforderungen an Reiter und Pferd ate in früheren trockeneren Jahren. Sie wurden aber alle in flottem Tempo überwunden. Rur hier und da gab es ein paar Stürze, die schließlich zum Bild der meisten 3ag- den gehören und es mehr oder weniger vervollständigen. Hell langten jedenfalls die stattlichen Felder beim Halali an. Der Sieger des Tages war ein Gast, Herr Sam es aus Marburg, dem es gelang, den ausgerittenen Fuchsschwanz zu erobern.
Der Abend vereinigte alle Reiter und Reiterinnen noch für einige frohe Stunden, und es zeigte sich, daß ein tüchttger Reiter nicht nur in allen Sätteln, sondern auch den nicht immer ganz unkomplizierten Anforderungen des Tanzbodens gerecht zu werden versteht. Alles in allem — — — ein wohlgelungener Tag, mit dem der Schutzheilige St. Hubertus sicherlich einverstanden imb zufrieden gewesen ist.
Dr. Kz.
Zußball im Gau Gießen-Wehlar.
FC. Grohen-Buseck II — Spvg. 1900 III 2:5.
Da das Verbandsspiel gegen die Ligamannschaft von Ehringshausen abgesetzt wurde, trug die zweite Mannschaft ein Spiel gegen die dritte von 1900 Gießen aus, das die Gäste verdient aus Grund ihres Eifers und ihrer Spielanlage schließlich aber durch das völlige Versagen dÄ Großen-Busecker Tormannes mit 5:2 gewinnen konnten. Die 1. Jugend konnte gegen die 1. Jugend des VfB. Gießen mit dem knappsten aller Resultate siegreich sein. Beide Mannschaften erwiesen sich als völlig gleichwertig.
^vßballableilung des Tv.wieseck I — Lollar I 2:1.
Am Sonntag weilte Lollars 1. Mannschaft in Wieseck zu Gast. Der Plahbesitzer ging bald nach .Spielbeginn in Führung, Lollar vermochte jedoch bald auszu gleich en: mit 2:1 für Wieseck wurden die Seiten gewechselt und der Halbzeitstand blieb trotz größter Anstrengungen der Ool- larer auch dos Schlußergebnis.
Handball der Sp.-Dg. 1900.
1900 I — To. wieseck I 9:2.
Die aufsteigende Linie im 1900er Handball spiegelt sich auch in den Ergebnissen des vergangenen Sonntags. Wenn auch bei der ersten Mannschaft von vornherein mit einem Sieg über die Wiesecker Turner gerechnet werden muhte, so bedeutet es doch eine gewisse Ueberraschung, daß er in so überzeugender Manier erfochten wurde. Die Gästemannschaft war keineswegs schlecht. 3n körperlicher und taktischer Hinsicht waren die Spielvereinigungsleute jedoch klar im Vorteil. Bei Seitenwechsel lautete das Ergebnis bereits 5:0. Dann mehrten sich die Wiesecker Gegenvorstöße, die auch zwei Tore einbrachten.
To. Burkhardsfelden I — 1900 II 1:1.
Das auf fremdem Gelände erzielte Unentschieden der ersatzgeschwächten 2. Mannschaft ist als sehr ehrenvoll zu bezeichnen. Der Gastgeber stellte eine wuchtige Mannschaft. Die Gießener waren jedoch technisch besser und hatten wieder eine besondere Stütze im Torwart. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf.
Handball im Gau Hessen (O.T.)
Ergebnisse vom Sonntag, 16. November 1930.
Meisterklasse: T. n. Spv. Marburg — Tv. Bad-Rauheim 2:3; Tv. 1846 Gießen — Tv. Grohen-Buseck 7:1; Mtv. Gießen — Tv. Niedergirmes 2:2; T. u. Spv. Butzbach — Tv. Alsfeld 2:1.
^-Klasse: Mtv. Gießen — T.u. Spv. Butzbach 4:1; Tgm. Friedberg — Tv. Münchholzhausen 4:2.
B-KIasse: Tv. Riedergirmes — Tv. Dutenhofen 3:5; Tv. Lützellinden — Tv. Münchholzhausen 6:0; Tv. Rieder-Mörlen — Tv. Ortenberg 2:2; Tv. Romrod — Tv. Maar 4:1.
Jugendklasse: T. u. Spv. Butzbach — Tv. Wetzlar 2:6.
Tv. Heuchelheim I — To. Grohen-Linden I 3:2.
Die beiden Mannschaften lieferten sich am Sonntag auf dem Geiersberg einen erbitterten Kampf. Heuchelheim befand sich in großer Form und schuf manche kritische Situatton vor dem Tor der Großen-Lindener, deren Tormann jedoch jeden Erfolg verhinderte. Mit 0:0 wurden die Seiten gewechselt. Rach der Pause kam Heuchelheim auf, spielte auf Sieg und konnte in kurzen Abständen dreimal erfolgreich sein. Erst zum Schluß rafften sich die Gäste auf und konnten durch zwei Strafwürfe auf 3:2 verkürzen. Rach diesem Siege führt Heuchelheim mit einem Punkt vor Grvßen-Linden die Tabelle an.
Tv. Allendorf I — Tv. Rauborn I 2:0.
Die beiden Mannschaften lieferten sich in Allen- dorf ein flottes Spiel, das die Allendorfer nach zeitweilig starker Ueberlegenheit für sich entscheiden konnten.
Handball im Lahn-Oünsberg-Gau.
Garbenleich I — Garbenheim I 5:0.
Das am Sonntag in Garbenteich ausgetragene Gesellschaftsrückspiel, das auf einer Wiese zum Austtag gelangte, bracht« zwar den erwarteten aber wenig überzeugenden Sieg des PlotzbesitzerS, dessen Mannschaft sehr zerfahren spielte. Schuld daran dürfte allerdings der Umstand sein, daß die Mannschaft mit fünf Mann Ersatz anzutreten gezwungen war. Das Halbzeitergebnis von 0:0 entspricht dem Spielverlauf der ersten Spielhälfte. Rach dem Wechsel fand sich der Gastgeber besser zusammen und warf in kurzen Abständen fünf Tore, während den Gästen das unbedingt ver
diente Ehrentor versagt blieb. Garbenheim stellte eine flink« Mannschaft ins Feld und hatte dem Gegner im Fangspiel einiges voraus.
Wißmar — hausen 3:3.
Am letzten Sonntag trafen sich die Handballmannschaften der Turnvereine Hausen und Wißmar zu einem Gesellschaftsspiel. 3n der ersten Halbzeit waren die Gäste überlegen. 3n der zweiten Halbzeit jedoch tarn Wißmar so auf, daß sich die Gäste faßt nur auf Verteidigung beschränken mußten und der Gastgeber noch ausgleichen konnte. Das Spiel war von Anfang bis Ende sehr lebhaft.
Tv. Dorlar I — Tv. Ruttershausen I 4:3 (2:2).
Beide Mannschaften traten mit Ersah, der Plahbesitzer nur mit 10 Mann an. Das Spiel trug den Eharatter eines erbitterten Punkte- fpieles und wurde hart durchgeführt.
Weitere Ergebnisse. Tv. Garbenteich I.— Tv. Garbenheim l. 5:0; Tv. Staufenberg t.—Tv. Launsbach l. 6:3; Tv. Allendorf I.—Tv. Lollar I. 4:1 (Verbandsspiel); Tv. Kinzenbach 3ug.—Tv. Dorlar 3ug. 0:3.
Staufenberg I — Launsbach I 6:3.
Die beiden Mannschaften lieferten sich in Staufenberg ein flottes Spiel, bei dem gleich zu Beginn Launsbach mit zwei Toren in Führung ging, schließlich aber durch die geschlossene Spielweise der Staufenberger in das Hintertreffen gedrängt wurde und sich mit 6:3 geschlagen bekennen mußte.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Burkhardsfelden I — Heuchelheim I 4:4.
Die beiden Mannschaften lieferten sich am Sonntag in Burkhardsfelden ein Gesellschaftsspiel, das der Plahbesitzer zum großen Teil mit 10 Mann bestreiten mußte. Bereits zur Halbzeit führten die Gäste mit 1:0 und konnten auch während der zweiten Spielhälfte teilweise führend bleiben. Schließlich raffte sich aber Heuchelheim auf und erzwang nach wechselvollem Spiel das Unentschieden.
•
Bei einem Werbetag in Hausen trugen die ersten Mannschaften von Kinzenbach und Watzenborn ein Spiel aus, das nach sehr fairem und flottem Verlauf unentschieden 4:4 endete. Vorher standen sich die Jugendmannschaften von Annerod und Watzenborn gegenüber. Das Treffen entschied Watzenborn mit 4:0 für sich.
Gau-Lehrgang für Tumwarie der OT.
-o- u«ber di« planübliche Ausbildungsarbeit in den Pekeinen, den Bezirken und den Gau hinaus wurde unter der Oberleitung von Gau- Oberturnwart Wilh. Will (Gießen) und Gau- Männerturnwart Martin T e x t o r (Marburg) am Sonntag zu Gießen ein Lehrgang eröffnet, an dem 50 Turner aus nahezu ebenso vielen Vereinen des Gaues Hessen teilmhmen. 3m Gegensatz zu der Fachausbildung auf einzelnen Gebieten der Leibesübungen wendet sich der Lehrplan an eine gewisse Gesamtausbildung des einzelnen Turners, der dadurch angeleitet wird, als Dereinsturnwart insbesondere auf dem Lande bem Uebungsbetrieb im ganzen vorzustehen. So umfaßt die Uebungsfolge an vier Sonntagen zu je sechs Lehrstunden auf breiter Grundlage Ordnungs- und Freiübungen, eine Auswahl aus der Dewegungsschule, Keulenschwingen und Turnspiele (der Gauoberturnwart), ferner Uebungsgruppen aus der Körperschule (Gau-Frauenturnwart R. Paul Gießen, P. Götsch, Marburg), Anleitung in volkstümlichen Uebungen (Gaufachwart Klimmer, Kloster Haina) und an den Schaukelringen (Dezirksturnwart Heberlein, Marburg), Einblick in die Gestaltung von Kinderturnstunden (Gaufachwart E. Wagner, Kirchhain), Pflege des Turngesangs und schließlich in größerem Umfang das Geräteturnen (Gau- Wart Textor, Marburg, die Dezirksturnwarte P.
Schüler, Wetzlar, K. Reuter, Gießen, und Sy-bet* lein, Marburg). Dazu werden in Vorträgen be> handelt Einrichtungen in der DT. (Gauwart E. Wagner, Kirchhain), Rotwendigkeit der Körperübungen (Dr. med. Rau, Butzbach) und der Pflichtenkreis des Vorturners und Turnwartes (der Gau-Oberturnwart).
Zreundschastsspiel evang. Zugendvereinigungen.
Am letzten Sonntag trug die Handballmannschaft der Eo.Jugendvereinigung in Rodheim a.d.B. gegen die dortige Eo. Jugendoereinigung ein Freundschafts, spiel aus, das sie (bei einem Halbzeitergebnis 3:2) 6:3 für sich entscheiden konnte. Die Klein-Lindener verdanken den Sieg ihrer ausgeglichenen Mannschaft, der die Rodheimer als stärkste Waffe einen energischen Sturm entgegensetzten.
Meinhessen.
WSR. Gau-Odernheim, 18.Rov. Bei der am Sonntag stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde bei einer 97prozmrtig«n Wahlbeteiligung der Kandidat der Rationalsozialisten Ritter mit 571 Stimmen gewählt, gegen den gemeinsamen Kandidaten der Sozialdemokraten, Demokraten und des Zentrums Landwirt Beckenbach, der 545 Stimmen auf sich vereinigte.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
6 Kinzenbach, 18. Nov. Die z w e i t e K l a s s e der hiesigen Volksschule ist infolge zahlreicher Erkrankungen der Kinder geschlossen worden. Von 34 Schülern dieser Klasse sind 24 krank. Es handelt sich in den meisten Krankheitsfällen um
O Hochelheim, 16. Nov. Hier fand irr der Gastwirtschaft 3ung eine Versammlung statt, an der eine Anzahl Vertteter der Behörden und verschiedene an der Jugendpflege interessierte Personen teilnahmen. Regierungsassessor Dr. L ö e r leitete die Versammlung und wies darauf hin, daß es Mittel und Wege zu finden gelte, der seelischen Not der jugendlichen Erwerbslosen zu steuern. An drei Nachmittagen der Woche solle« Kurse und Arbeitsgemeinschaften eingerichtet werden, die von ehrenamtlichen Kräften durchgeführt und geleitet werden sollen. Vorgesehen sind Kurse über folgende Arbeitsgebiete: Landwirtschaft, Sozial- polittk, Staatsbürgerkunde, Berufssragen, Ethik, Weltanschauung, Heimatkunde und Sport. Für die Organisatton und Durchführung der Kurse wurde von der Versammlung ein Ausschuß gewählt, der sich aus folgenden Herren zusammen- seht: Bürgermeister Dr. Neumann (Groß- Rechtenbach), Vorsitzender, Pfarrer Schneider/ (Hochelheim), Lehrer Zeuge (Hochelheim), Wag- nermeister 3ohannes Reitz (Hochelheim), Arbeiter Karl Hepp (Hochelheim), Gemeindevorsteher-Stellvertreter Eckhardt (Hochelheim) und ein Vertreter des Evangelischen 3ünglings- vereins. Als Sitz der Arbeitsgemeinschaft wurde Hochelheim besttmmt. Das Arbeitsgebiet umfaßt die Orte Hörnsheim, Hochelheim, Lützellinden, Dornholzhaufen, Niederkleen, Oberkleen und Ebersgöns. Die Teilnahme an den Kursen befreit die erwerbslosen Jugendlichen von der Stempelkontrolle des Arbeitsamtes. Mit der Einrichtung der Kurse soll noch im Monat November begonnen werden.
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Der Plan liegt bei dem Städtischen Hochbauamt zur Einsicht offen. 7772C
Gießen, den 17. November 1930.
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