haben. Jedenfalls find alle Anweisungen ergangen. damit alle» getan werde, um bis zu diesem Zeitpunkt fertig zu lverden. — Wie zu erwarten war. nimmt die rechtsstehende presse den Räumungsbesehl nicht freundlich aus. Typisch für ihre Einstellung ist, was der ..Figaro" schreibt: Den 17. Mal 1930 werde die Geschichte als einen ernsten Zeitpunkt bezeichnen. Zwölf Jahre nach dem Siege bringt er da» Ende einer Epoche, in der unser Land noch wirksam gemäß den historischen Traditionen und maßvoll am europäischen Frieden arbeiten konnte. Er eröffnet eine neue gefahrvolle Aera der Diplomatie. Diejenigen. die sich öinbilden. daß die Liquidierung des Kriege» und die Räumung des Rheinlandes Erleichterungen für die Politik vorbereiten, täuschten sich gründlich. Da» Gegenteil steht uns bevor.
Hindenburgs Reise in das befreite Gebiet.
Der Reichspräsident besucht am 20. Juli v-.ain;.
Koblenz, 17.Mai. (TU.) Wie die Telegraphenunion aus zuverlässiger Quelle erfährt, wird Reichspräsident von Hindenburg im 3uli die geräumte zweite und dritte Zone besuchen. Besondere Befreiungsfeiern werden aus diesem Anlaß in Speyer. Mainz, Wiesbaden, Koblenz. Trier und Aachen stattfinden. Die Reise • des Reichspräsidenten beginnt nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in Aachen, sondern am 19.3uli in Speyer, wo die große De- freiungsfeier für diePfalz stattfindet. Bon hier begibt sich der Reichspräsident im Kraftwagen nach Ludwigshafen. Die Weiterreise nach Mainz, wo er noch am 19. Juli abends eintreffen wird, erfolgt zu Schiff, mit dem er vorher noch in Worms anlegt, ohne jedoch den Dampfer zu verlassen. Am Sonntag. 20. 3uli, findet vormittags in der Mainzer Stadthalle eine schlichte Feier statt. Am Rachmittag des 20.3uü begibt sich der Reichs- Präsident nach Wiesbaden, um der Befrei u n g s f e i e r Im Kurhaus beizuwohnen. Er wird dann auf den Besitzungen des Reichskommissars für die besetzten Gebiete. Freiherrn Langwerth von Simmern, in Eltville Wohnung nehmen. Rach einem °Ruhetag wird sich der Reichspräsident am Dienstag, 22. 3uli, zu Schiff nach Koblenz begeben, wo er gegen 11 Uhr vormittags eintreffen wird. Hier sind u. a. eine Befreiungskundgebung auf der Festung Ehrenbreitstein, ein Festakt in der Koblenzer Stadthalle und eine Beleuchtung der Festung Chrenbreitstein vorgesehen. Am 23. 3uli begibt sich der Reichspräsident über Trier, wo nur ein kurzer Aufenthalt geplant ist, nach Aachen, von wo aus er am Abend desselben Tages die Rückreise nach DerNn antreten wird.
Fridtjof Nansens letzte Fahrt
Oslo, 17. Mai. (WTD.) Das norwegische Volk erwies am heutigen Unabhängigkeit c- tage seinem grvßenToten, Fridtjof Ransen 'die letzte Ehre. Der mit der norwegischen Flagge . bedeckte Sarg Äansens wurde um 10 Uhr in der Säulenhalle der Universität auf- - gestellt. Studenten bilheten die Ehrenwache, umgeben von den prächttgen Kränzen der königlichen Familie, des Storthing, der Regierung, der fremden Staaten, darunter der deutschen Regierung, des Völkerbundes und des diplomatischen Korps. Besonders ergreifend wirkten d i e Don russischen Flüchtlingen gesand- tenBlumenin Erinnerung an Ransens Hilfswerk während der Hungersnot. Um 10.30 Uhr setzte sich der am Unabhängigkeitstage traditionelle Zug der Tausenden von Schulkindern in weißen Sommerkleidern mit kleinen Fähnchen^ in der Hand in Bewegung. An der Universität verstummten Gesang und Musik, alle Häupter entblößten sich, und minutenlang herrschte unter der nach mehreren Tausenden zählenden Menge tiefes Schweigen.
Während des Vorbeimarsches des Kinderzuges, der mehr als zwei Stunden dauerte, sammelten sich die geladenen Trauergäste in der Kolonnadenhalle der Universität sowie auf dem Universitätsplatz. Der König und der K r o n- Prinz trafen kurz vor Beginn der Zeremonie ein. Um 12.45 Uhr wurden in der ganzen Stadt die Fahnen Halbmast gesetzt. Um 13 Uhr begann die eigentliche Trauerfeier. Der Rektor der Universität, Professor S a e l a n d, schilderte die Laufbahn Ransens und erklärte, daß der Rame des großen Toten mit der modernen Geschichte Rorwegens ewig verbunden bleiben werde. Rach der Rede des Rektors ergriff der Präsident des Storthing, H a m b r o, das Wort und hierauf Ministerpräsident M o w i n cke l. »Sein Gedächtnis", sagte Mowinckel, „wird leben, solange Ror- weger leben. Sein Leben soll uns allen ein Beispiel sein." Während ein Trauermarsch Griegs erklang, trugen Studenten den Sarg zu einer mit vier Pferden bespannten Lafette. Dann setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Die Lafette wurde von einer Ehreneskorte begleitet: dann folgten die Familie Ransen, die Präsidenten des Storthing, der Ministerpräsident. Mitglieder des Storthings und der städtischen Körperschaften, hohe Beamte und Freunds des Toten. Dieser eindrucksvolle Zug geleitete die sterblichen Ueberreste des großen Rorwegers bis Halbwegs zum Krematorium. Dort fand anschließend eine Feier statt, an der neben dem König und dem Kronprinzen nur ein kleiner Kreis teilnahm.
OerGturmaufdieGalz-epois
Noch lein Erfolg der indischen Freiwilligen
London. 19. Mai. (Reuter Funkspruch.) Am Samstag und Sonntag unternahmen die Gandhi' tSrettmUtgen hartnäckige aber vergebliche Versuche, in die Salzdepots der Regierung in QJ<?fana und Wadala etnzudringen. Dre Behörden zeigen große Geduld und verhaften nur solche Leute, die Tätlichkeiten begehen, oder den Weisungen der Polizei nicht folgen. Die Operativ, nen find im großen und ganzen auf beiden Seiten mit viel gutem Willen und gutem Humor durch, geführt worden. Für heute ist «in neuer An- griffauf Wadala angekündigt. Bei Dharasana Hof- fen die Freiwilligen im Lauf« dieser Woche, viel- leicht schon heute, eine Entscheidung herbeiruführen. Sie rüsten sich mit Drahtzangen aus. um die Sta- cheldrahtsperre. die. abgesehen von Polizeiwachen das einzige Hindernis bilden, zu durchschneiden Es wird erwartet, daß an diesem neuen Angriff urige-
Oer Iustizetcü vor dem Reichstag.
Berlin, 17. Mai. (VDZ.) 3n der Samstags- sitzuna des Reichstags wurde die allgemeine Aussprache über den 3 u st i z e t a t fortgesetzt.
Abg. Dingeldeh (D.Dp.) führte aus, die Ablehnung der kleinen 3ustizreform sei gerade deswegen erfolgt, weil alle Parteien die große 3ustizreform beschleunigen wollten. Das Kernstück dieses Werkes muß die organische Re. form der G e r i ch t s o e r f a s s ung fein. In der Frage der Hypothekenrückzahlung stimmen mir den vom Justizminister entwickelten Grundlinien zu. Die Ausbildungsvorschriften im Justizdienst müssen endlich vereinheitlicht werden. Den Rechtsanwälten darf die Freizügigkeit nicht länger vorenthalten werden. Das Reichsjustizministerium sollte an seinem Teile dazu beitragen, daß wir bald ein Gesetz über die R e i ch s- angehörigkeit bekommen. Das Reichsverwaltungsgericht ist notwendig.
Die Ueberlragung der Iusiizhoheil von den Ländern auf das Reich ist ein wichtiger Bestandteil der Reichsreform. deren Beschleunigung wir wünschen.
tißir haben wiederholt erklärt, daß wir eine allgemeine und schrankenlose A m n e ft i e für verderblich für die Rechtsautorität halten. Etwas anderes ist es, ob man in Verbindung mit der Rheinlandräumung und der uns aufgezwungenen Amnestierung der Verräter auch die übrigen amnestieren soll. Wir be> grüßen die Erklärung des Ministers, daß eine solche Amnestie auch die Fememörder umfassen müsse. Eine Amnestie, die die Wiederaufrollung der Fememordprozesse unmöglich Macht, wird unsere wärmste Unterstützung finden.
Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) wünscht eine Prüfung der Frage, ob das Zuständigkeitsgebiet der sog. Rechtsvertreter erweitert werden kann. Bei der gesetzlichen Regelung der Ablösung von Aufwertungshypotheken darf die Frage einer Aenderung der Aufwertungsgeseh- gebung nicht wieder aufgerollt werden. Mit der Amnestiefrage wird sich der Ausschuß beschäftigen. Wir müssen aber verlangen, daß eine solche Amnestie ohne Hnterfchied der Parteien ange- wendet wird.
Die alte Forderung der Ehescheidungsreform muß endlich erfüllt werden. Wir verlangen darüber hinaus eine Reform des Familienrechts mit dem Ziel, daß die in der Verfassung verkündete Gleichberechtigung der beiden Geschlechter auch praktisch zur Anerkennung kommt und daß unser Recht der Entwicklung Rechnung trägt, die die wirtschaftliche Stellung der Frau genommen hat. Dabei muß auch eine ange- mestene Bewertung der hausfraulichen Tätigkeit eintrelen.
Den brutalen Kindermißhandlungen muß mit viel schärferen Strafen entgegengetreten werden.
Ahg. C o l o s s e r (Wirtsch.) wünscht eine Vereinfachung der Rechtspflege. Die Mieteinigungsämter könnten verschwin
den. Bei den Arbeitsgerichten sollten Rechtsanwälte zugelassen werden.
3n wirtschaftlichen Prozessen muß da» verfahren beschleunigt werden. Jetzt hat der böswillige Schuldner die Möglichkeit, jahrelang zu ver- schleppen. Er verschiebt inzwischen feine Vermögenswerte und der Lieferant hat das Nachsehen.
Eine Vertrauenskrise gegenüber dem Richterstand ist gerade bei den Hausbesitzern vorhanden. Sie werden von den Gerichten meist als die wirtschaftlich Stärkeren behandelt, obwohl sie das in den seltensten Fällen sind. 3n der A m - nestiefrage billigen wir die Erklärung des Ministers. Die Fememörder dürfen nicht anders behandelt werden als andere, die sich gegen Leib und Leben vergangen haben. Mit der Räumungscrmnestte muh aber Schluß gemacht werden mit dem Begnadigungsfiinmel. Wenn die Zinssätze der aufgewerteten Hypotheken erhöht werden, dann muh der Hauszinssteuersatz entsprechend ermäßigt werden.
Abg. Best (Vrp.) beschäftigt sich mit der Fäl- ligkeit der A u f w e r t u n g s h y p o t h e k e n. Er verlangt eine Regelung der Zinssätze unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage der Gläubiger.
Reichsjustizminister Dr. Brebt erklärt, es feien im Deutschen Reich zur Zeit 74 Frauen im richterlichen Dienst verwendet. Die Zulassung der Rechtsanwälte bei den Arbeitsgerichten werde vorn Reichsjustizministerium seit Jahren gefordert. Wir müssen zweifellos zu einer Vereinheitlichung der Rechtspflege kommen und damit auch zur Freizügigkeit der Rechtsanwälte. Die Einführung der Reichsangehörigkeit wird kommen müssen. Der alte Begriff der Einzelstaatsangehörigkeit ist vollkommen überholt durch die neue Reichsverfassung, die jedem Reichsangehörigen in allen Ländern des Reiches die gleichen Rechte gibt.
Abg. Dr. Schotter (Ztr.): Das Zentrum steht seit jeher allgemeinen Amnestien grundsätzlich a b - lehnend gegenüber. Wenn wir jetzt aus Anlaß der Rheinlandräumung gezwungen sind, die Leute au amnestieren, die sich gegen das Reich vergangen haben, so muß die Frage geprüft werden, ob wir bei dieser Gelegenheit nicht einen Schlußstrich ziehen sollten unter die Gesamtheit der Unruhekomplexe, die mit der Besetzung Zusammenhängen. Diese Amnestie muß sich aber eng anschließen an die B e - satzungsnot und ihr« Auswüchse, nach Zeit, Ort und Straftat. Ein großer Teil der Feme taten würde unter diese Amnestie fallen, aber wir können uns nicht der Meinung des Ministers anschließen, daß nun sämtliche Fememorde im ganzen Reiche amnestiert werden müßten, und daß sonst die Räu- mungsamnestie keinen Wert hätte.
Das Haus vertagt sich auf Montag: Wehretat. Die Reichsflaggen auf den vier Ecktürmen des Reichstagsgebäudes wurden In der Zeit von 13 und 14 Uhr auf Halbmast gesenkt als Huldigung für Fridtjof Nansen, dessen Beisetzung um diese Stunde in Norwegen ftattfanb.
Etatsdebatte im Hessischen Landtag.
Darmstadt, 16. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.30 Hhr. Die bisher ausgeschlossenen kommunistischen Abgeord- neten Schäfer und Sumpf sind wieder anwesend. 3n Fortsetzung der Etatsberatung erhält das Wort
Abg. Jteiber (Dem ):
Hessen befindet sich, wie viele Länder, in einer Anspannung der Betriebsmittel, ist aber innerlich gesund, weshalb wir gegen eine Anzahl von Sparmaßnahmen besonders personeller Art sind. Hm einen Abbau an den Volks- und höheren Schulen zu vermeiden, hätte man besser den Stellenbeitrag der Gemeinden etwas erhöhen sollen. Wir bedauern, daß die Regierung bei der Kinderzulage vom 16. bis 21. Lebensjahr nicht an der ursprünglichen Vorlage festhielt. Die Abbaumahnahmen werde eine Radikalisierung der jüngeren Beamtenschaft zur Folge haben. Die zum Ausdruck gekommene Auffassung, als ob Hessen sich überhaupt an kein anderes Land anschließen solle oder dürfe, ist nicht unsere Meinung. Wir wollen nicht, daß Hessen aus finanziellen Gründen seine Selbständigkeit aufgibt, das hindert aber nicht, Verwaltungsgemeinschaften z. D. bei 3rrenanstalten, Heil- und Pflegeanstalten und Theatern. Hessen ist gewiß gesund, aber nicht notwendig. Wir fordern den wohl- gegliederten dezentralisierten Einheitsstaat, den zu erreichen es keine Ruhe geben darf. Preußen sabottert heute die Weiterentwicklung.
Abg. Böhm (DttL):
Die Zukunft wird für die Koalition nicht rosig werden und sicher Verluste bei den Reuwahlen zeittgen. Der Verwaltungs- und Finanzbedarf Hessens ist krankhaft gestiegen, und man hätte den Gemeinden und den Kommunalverbänden d i e Erhebung eines Kopfbeitrages zugestehen sollen. Wir sind Gegner des Einheitsstaates. Solange die Koalition hier an der Macht bleiben kann, wird diese Frage nicht dringend werden.
Abg. von der Schmitt (K.): Was uns vorliegt, ist der typische Etat des sogenannten demokratischen kapitalisttschen Staates: auf der einen Seite rührende Sorgfalt für Polizei, für die reaktionären Hochschulen, für die Mimsterial- bürokratie, auf der anderen Seite Abstriche bei den Volksschulen, den unteren De amtengruppen, bei den sozialen und kultureUen Aufgaben
Abg. Dr. Werner (Ns.):
Die Auffassung des Syndikus der Mainzer 3n- dustrie- und Handelskammer von der Heber- flüfflgteit der Befreiungsfe iern teile ich, denn es bleibt das Versailler Diktat, der Voungplan mit seiner Belastung auf zwei Generationen, die Tributbank und die entmilitarisierte 50-Kilometer-Zone. Erst wenn dies alles beseittgt ist, können wir von wirklicher Befreiung sprechen. Die Worte des Finanzministers bedeuten eine klare Abkehr von der Politik seines Vorgängers, denn er gesteht die Millionenbelastung durch die nicht notwendige Hebernahme von Aufgaben auf das Land zu. Wo bleibt das neue Ministerpensionsgeseh, wo die Zusammenlegung der Ministerien, die Herabsetzung der Ab- geordnetenzahl, warum wird die Gesandtschaft in Berlin nicht auf gehoben?
Rach weiteren Reden der Abg. Angermai e r und G a l m von der kommunisttschen Opposition, die sich mit der Erwerbslosigkeit beschäftigen, wird die Weiterberatung auf Dienstag kommender Woche vertagt.
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Dem Landtag sind drei Regierungsvorlagen unterbreitet worden. 3m Einvernehmen mit dem Finanzminister ersucht der Kultusminister um die Genehmigung zum Ankauf de- Fabrikgrund st ückes der Fa. Bender & Co., Gießen, Bismarck st raße 24, zum Preise von 62 000 Mark. 4000 Mark steuert der Verein der Freunde der Gießener Hniversität bei, während 46 000 Mark Hypotheken stehen bleiben, so daß also noch eine Daraufwendung. von 12 000 Mark angefordert wird. Das Gebäude soll für Zwecke der Hniversität, in deren zentrales Gelände es hineinragt, benutzt werden. — Der Staatspräsident ersucht um Genehmigung zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen den kommunistischen Abgeordneten H a m m a n n, Wixhausen, wegen Beleidigung. — Dann legt der Innenminister den Gesetzentwurf über die Trichinenschau in Hessen vor. Danach sollen Schweine und alle von dem Minister zu bezeichnenden Tiere, deren Fleisch für den menschlichen Genuß oertoenbet werden soll, der amtlichen Hntersuchung auf Trichinen unterzogen werden, wofür eine einheitliche Gebühr je Hntersuchung erhoben wird. Der Trichinenschau wird auch eingeführtes frisches oder zubereitetes Fleisch, wenn nicht bereits amtlich untersucht, unterzogen.
Br 1000 Freiwillige teilnehmen werden. Mit Rück- t hierauf hat die jetzige Führerin der Gandhi- tDcgung, Frau Naidu, ihre Absicht, nach Born- bay zu gehen, aufgegeben. In einem Prefseinteroiew erklärte sie: Gleichviel ob dieser Feldzug für romantisch ober lächerlich, ober heilig, ober empörend gehalten wird, seine Durchführung ist eine E h - ren pflicht für diejenigen, di« berufen worden sind, Gandhi nachzufolgen, eine Pflicht, die sie aus Loyalität gegen seine Lehre und Gebote durchführen müssen, auch wenn sie vielleicht nicht im gleichen Grade insperiert sind, wie dieser große Mann.
Um Fricks Personalpoliiik in Thüringen
Weimar, 17. Mai. (ERB.) Für den von den Regierungsparteien abgelehnten Gerichts- assessor Dr. O r t l e p p wurde von den Ratto- nalsozialisten der im Wartestand lebende Oberregierungsrat Hellwig, der im 3nnenrnini- sterium beschäftigt war, zum Polizeidirektor in Weimar vorgeschlagen und von den übrigen Kabinettsmitgliedern angenommen. Die Rationalsozialisten fordern, daß Gerichtsassessor Dr. Ortlepp dem Polizeidirektor als Regierungsafsessor beigeord
net werde mit der Zusicherung späterer Ausrückungsmöglichkeit. Da sie nicht eher an den Ctatsberatungen teilzunehmen beabsichtigen, wird voraussichtlich noch vor Wiederbeginn der Sitzung am Montag eine Kabinettssitzung stattfinden, in der diese Frage zur Entscheidung kommen wird. Reichsbanner und Kabinett Brüning.
Die Ortsgruppe Halle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold nahm nach einem Vortrag des Reichstagsabgeordneten Möller über „Wie stellt sich das Reichsbanner zur jetzigen politischen Lage" mit allen gegen sechs Stimmen eine Entschließung an, in der vom Bundesvorstand eine eindeutige Erklärung darüber gefordert wird, ob er gewillt ist, den energischen Kampf gegen bie Regierung Brüning und alle in republikanischen Parteien vorhandenen -Bestrebungen, die den Bestand der Republik gefährden, aufzunehmen. Diese Kreise gehörten nicht ins Reichsbanner. Falls der Bundesvorstand die geforderte Grllärung nicht abgebe, sehe sich die Ortsgruppe genötigt, die Hmwandlung der Ortsgruppe in eine republikanische Schuhwehr unter Anlehnung an die SP.D. vorzunehmen.
Der Raketenforscher Datier tödlich verunglückt.
Der Ingenieur Max Datier, der in den letzten Jahren durch seine zahlreichen Bemühungen be- kannt geworden ist, die RückstohkraftderRa- k e t e zu einem Antriebmittel für Fahrzeuge, insbesondere Schnellflugzeuge, zu entwickeln, ist bei einem Modellversuch tödlich verunglückt. Lr nahm im Beisein von zwei Herren auf dem Hofe der Gesellschaft für Industriegasverwertung in Berlin-Britz, mit der er in letzter Zeit zusammenarbeitete, versuche über die Druckfähigkeit von Gasen mit verflüssigtem Benzin und Rohöl vor. Dabei explodierte ein Versuchsbehälter. Die Haube dieses Behälters drang Max Vatter in die Brust und zerriß die Lungenschlagader. Lr wurde sofort in das Briher Krankenhaus überführt und starb dort wenige Minuten nach feiner Einlieferung. Die beiden Zeugen des Unfalles sind unverletzt geblieben. Die Leiche Vatters, der 35 Jahre alt geworden ist, wurde einstweilen von der Polizei beschlagnahmt. Die Ursache des Unglücks kann erst durch eine fachmännische Untersuchung festgestellt werden. Max Vatter war in München beheimatet: Seine Litern wohnen in Italien.
Koch-Weser über paneuropa.
Bedenken für Deutschland.
Kiel, 17. Mai. (WTB.) Der Führer der Deutschen Demokratischen Partei, Reichsminister a.D. Dr. Koch-Weser, erklärte in einer öffentlichen Versammlung den Gedanken eines Paneurpa als wertvolles Zukunftsideal.Eine andere Frage sei aber, ob Deutschland ihn bedenkenlos mitmachen solle. Vor allem müsse das Verbot des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland fallen. Wir müßten weiter verlangen, daß unsere O st grenze einer Revision unterzogen werde. Auch die Lage der deutschen Minderheiten in Europa mühte ganz anders gesichert werden. Wir werden nicht von heute auf morgen zu Paneuropa kommen, aber es müsse alles geschehen, was die Völker zu friedlicher Gesinnung führen könne. Der Pazibismus ist eine 3dee, aber keine politische Methode. Man kann nur so pazifistisch sein, wie es die Rachbarn wollen.
Die Wetterlaae.
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Wettervoraussage.
Rachdem durch die Rordmeerströmung kühle Luft ins Festland vorgedrungen ist, welche in ben gestrigen Äachmittags- und Abendstunden zu verbreiteten Gewitterstörungen mit Riederschlägen führte, Hai merllicher Temperaturrückgang eingesetzt. 3n den heutigen Morgenstunden lagen die Temperaturen 5 bis 8 Grad niedriger als vor 24 Stunden. Mit der Weiterbewegung der Störung nach Skandinavien hin hat sich der hohe Druck über der Discaya mehr nordostwärts bis über Deutschland ausgebreitet. Trotzdem wird die zurzeit bestehende Westströmung zur Auswirkung kommen, die Bewölkung und vereinzelte Riederschläge mit sich führt.
Wettervorauss age für Dienstag. Allmählich etwas wärmer, aufheitemd, entzelne Riederschläge, zum Teil gewitterhafter Art.
Witterungs aussichten für Mittwoch. Weitere Erwärmung und Gewitterneigung wahrscheinlich


