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Nr.Erster vlatt

180. Jahrgang

Samstag. 19. April (930

Eriche in« iüglich,außer Sonntag» und Feiertags.

Beilagen-.

Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im BUd Die Scholle

Monat, 'vejugrpreir: 2.20 Reichsmarli und 30 Reichspfennig für Träger­lohn. auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt.

Zernfvrechanschlüste unterSammclnummer225l. Anschrift für Drahtnach« richtens Anzeiger Eiehen.

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vriiü »nd Verlag: vrLHI'lchc UniDtrftüts.Bnd), md Steinöratferei H. lange in Sieben. Schristleitun? und Seschäsirltelle: S^nfitrafte 7.

Annahme von Anzetaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr.

Chefredakteure

Dr. Friebr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lana«; für Feuilleton Dr H.THyriot; för den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen.

Osiergevanken.

Don August Winnig.

3n einer Auseinandersetzung zwischen Astro­physikern, in welcher über eine neue Dettent- ftehungslehre gestritten wurde, sagte ein Gelehr­ter. .Es gibt nur wenige Gesetze, die dem phy­sischen Weltgeschehen zugrunde liegen, so wenige dah ich nur die Hälfte der Demonstrationstafel brauche, um sie nieder^uschreiben. Aus diesen wenigen Gesehen lassen sich alle physischen Vor­gänge in der Welt erklären."

Die meisten der anwesenden Gelehrten stimmten chn» zu, einige, es waren Anhänger der um­strittenen Glazialkosmologie d. i. der Welteis­lehre, meinten, es müsse noch physikalische Gesetze geben, die noch nicht erkannt seien. 3m übrigen aber waren sie ebenfalls der Meinung, dah alles körperhafte Geschehen auf verhältnisrnähig wenige Grundgesetze zurückzuführen sei.

Ich war als Laie unter den Gelehrten und folgte ihren Auseinandersetzungen, so gut ich konnte. Als dieses Wort fiel und von allen Fach- leuten bestätigt wurde, dachte ich: Wie gut haben eS doch die Aaturwissenschaster! Sie haben den festen Boden dieser tausendfach erprobten und anerkannten Gesetze unter sich. Sie können mit bem sicheren Gefühl arbeiten, dah sie auf dem rechten Wege sind. Sie können wohl am Mikro­skop oder am Fernrohr einer Augentäuschung zum Opfer fallen, sie können sich bei ihren (Stern- pelu verrechnen - aber wenn einer von ihnen sich heüte irrt, so wird morgen oder übers Jahr ein anderer den Irrtum richtigstellen. Im Großen können sie sich nicht irren, denn fie_ haben ja ihre Gesetze, ihre erprobten und bewährten Gesetze.

Wieviel schlechter sind dagegen wir gestellt, wir, die wir uns mit den menschlichen Einrich­tungen beschäftigen!

Wir erforschen die Geschichte. Wir unter- tuchen. wie sich die Gemeinschaften der Menschen, die kleinen und grohen Gemeinschaften, Familie und Staat und all die vielen Heben- und Zwi­schenglieder im Lause der Jahrhunderte und Jahrtausende verhalten und entwickelt haben. Dir untersuchen die wirtschaftlichen Tätigkeiten und Einrichtungen der Menschen und verfolgen das Aufkommen, Werden und Vergehen ihrer Welt­vorstellungen. ihrer geistigen Haltungen und Be­wegungen. Dabei legen wir unseren Untersuchun­gen und Deutungen bald dies, bald jenes Prinzip zugrunde. So arbeiten wir fleißig aus dem un- abersehbaren Felde des Geschichtlichen, und wenn wir unsere Arbeit getan haben, glauben wir, dah nun die grohen Streitfragen beantwortet seien.

Aber es dauert niemals lange, dah ein an­derer, der sich der gleichen Aufgabe gewidmet hat, mit ganz anderen Ergebnissen hervortritt. 'Der läßt von unserem kunstvoll aufgeführten Dau keinen Stein auf dem andern. Es war alles Irrtum! Es war falsch schon in der ersten Anlage, falsch in der Grundauffassung, falsch in seinen Deutungen und Schluhsolgerungen.

Hier gibt es keine erprobten und anerkannten Gesetze. Keine Deutung der Menschengeschichte ist unbestritten. Und keine Geschichtsauffassung ist länger als etwa anderthalb oder zwei Jahrhun­derte lebendig geblieben. Seit hundert Jahren stehf die Auffassung im Vordergründe, dah die menschlichen Einrichtungen, dah die kleinen und großen Gemeinschaften von den materiellen Lebensbedingungen bestimmt werden. Sowohl der Ausbau und die Führung des Staa­te«. wie die Reichweite der staatlichen Tätigkeit, aber auch die Blickrichtung des menschlichen Geistes und seine Aeuherungen in den Wifsen- fchasten und Künsten, in den herrschenden Ideen und in der gesamten Haltung des Menschen sind danach abhängig von der Verteilung der Wirt­schaftsgüter und von der Art ihrer Verwertung.

Seit etwa hundert Jahren ist die abendländische Menschheit von dieser Geschichtsvorstellung be­herrscht. Als sie zum erstenmal dargestellt wurde, haben ihre Begründer nicht geglaubt, dah ihr Werk jemals ernstlich erschüttert werden könnte. Heute aber drängt eine geistige Vorhut darüber hinaus. Der einst so feste Glaube an ihre für alle Zeiten gesicherte Dichtigkeit ist weithin wan­kend geworden. Ein neues Geschichts­bild ist im Werden. Wir ahnen wohl schon seine grohen Linien, im einzelnen aber ist es noch nicht erkennbar. Wir wissen nur, dah eine Geschichtsvorstellung, mit der wir ausge­wachsen sind, ihre alte Lleberzeugungskraft ver­loren hat.

Es gibt kein uns zugängliches Gesetz für den Verlauf des Geschichtlichen: das ist in solchen Zeiten immer wieder unser entsagungsvolles Ein­geständnis.

Vielleicht ist das die einzige wirkliche Wahr­heit. die für uns übrig bleibt. Vielleicht ist das Walten ehern unverbrüchlicher Gesetze nurim auhermenschlichen Ge­schehen möglich dort, wo der Schöpfer allein im unendlichen Kosmos der Gottheit lebendiges Kleid wirkt. und nicht unter uns. die wir als Geschöpfe uns um die nie endgültig beanttoortbaren Fragen unserer Herkunft und Hinkunft bemühen.

Vielleicht ist nur das Eine richtig, dah wir uns auf einer dauernden Wanderung be­finden. dah wir unablässig suchen, suchen, suchen. Das ist die zuweilen in den großen Sehern aufleuchtende Weisheit von der ewigen Wieder­kehr der Dinge, von dem Kreislauf der Geschichte oder der Spirale, wie Goethe den Weg der Menschheit sieht.

3a, vielleicht ist dies die einzige feste Wahr­heit Im Erdengang der Menschheit. Wir wandern, wandern suchend und suchen wandernd den Zu-

Reichökabinett und Panzerkreuzer-Frage.

Berlin. 18. April. ((Eigene Meldung.) Zu der bekannten Stellungnahme der Reichsregie­rung in der P a n ; e r k r e u; e r f r a g e wird in maßgebenden politischen Kreisen ausgeführt, dah die Einreichung einer Doppelootlage die Stel­lung der Regierung als gegen den Panzer- ch 1 ffbau gerichtet erfcheiuen taffe. Einen solchen Leschluh wollte aber weder die frühere, noch die jetzige Regierung. Die Gründe zur Zurückstellung der Panzerschiffrate waren viel­mehr lediglich finanzieller Ratur. Die frühere Re­gierung, wie die jetzige standen auf dem Stand- punkt, dah die Marine, wenn sie überhaupt bestand und nicht völlig abgeschasft wurde, die Möglichkeit haben müsse, ihr Bauprogramm durchzuführen Durch den Beschluß des Reichsrates auf Einstellung der Panzerschiffrate in den Etat ist eine neue Situation geschaffen worden. Die Regierung hat sich infolgedessen diesen Beschluß zu eigen ge­macht. Roch ein anderer Gesichtspunkt hat, wie es heiht. eine Rolle gespielt, nämlich die Erwägung, dah die Frage des Baues der Panzer­schiffe einmal grundsätzlich gelöft wer­den müsse. Man will jetzt sehen, ob der Reichstag sich aus ein Marineprogramm einigen kann.

Ein formeller Beschtuh der Regierung ist zwar nicht gesaht worden, aber es bestand völlige Einmütigkeit über d i e Annahme des Reichsratsbeschlusses. Insbesondere haben sowohl der Reichskanzler, wie der Reichs­weh r m i n i st e r sich dahin ausgesprochen, dah das Pauzerschiss gebaut werden müsse. Es kommt hinzu, dah die Kosten für die erste Rate nicht als beson­der-' Position im Etat erscheinen, sondern dah sie aus Einsparungen an anderen Stellen des Marine- etals gewonnen werden sollen. Denn ein Teil der Presse in kritischen Aeuherungen ausführt, dah von Regierungsseite doch immer erklärt worden sei, der Etat sei vom Reichswehrministerium mit gröhter Sparsamkeit ausgestellt, scheine es unmöglich, jetzt fo viel an anderen Stellen des Etats einzusparen, so wird demgegenüber erklärt, dah von den 700 Millionen Mark, die der Reichswehretat umsaht, doch noch ein bescheidener leit, nämlich 2,9 Millio­nen, eingespart werden kann, weil man die Aus­gabe für das Panzerschiff für wichtiger hält als die Summen, die für Marinemanöver eingesetzt sind. Diese Summen sollen also durch den Befrag für die Rate erseht werden.

Französische Begleitmusik.

Paris, 18. April. (TU.) Die Haltung des Reichsrats und der Reichsregierung bezüglich der ersten Baurate für den Panzerkreuzer B läßt denT e m p s" wieder einmal recht schwarz in die Zukunft sehen. Das Blatt erklärt, dah sich die Deutschnationalen ihre Unterstützung der Regierung durch den Bau des zweiten Panzerkreuzers bezahlen liehen.

Ls handele sich bei dem deutschen Jlollenbau- programm lediglich um eine Drohung g e-g c n Polen.

Die Haltung des Kabinetts sei um jo merkwürdiger, als der Lau dieser Kriegsschiffe für die nationale Verteidigung nicht unbedingt notwendig sei.

Das3 o u r n a l" hebt hervor, daß Frankreich allen Grund habe, das deutsche Panzerkreuzerbau.

So soll der Panzerkreuzer B aussehen, dessen erste Rate der Reichsrat soeben bewilligte.

Programm ernst, jedoch nicht tragisch zu nehmen.

Frankreich habe alle Mittel in der Hand, hier­auf zu antworten, da es nach dem Londoner Abkommen immer noch das Recht habe, für 70 000 Tonnen Schlachtschiffe ju bauen. Außer­dem fei es kein Geheimnis, dah im Kriegs­ministerium Pläne für inen schnellen Pan­zerkreuzer lägen, der in der Lage sei. die neuen deutschen Kreuzer zu überflügeln.

Bezüglich der Finanzierung der deutschen 'Baupläne dürfe nicht vergessen werden, daß Deutschland der Schuldner Frankreichs sei und daß alles, was das Gleichgewicht des Haushaltes in Ge­fahr bringe, auch die Durchführung des Poung- planes bedrohe.

Die Demokraten lehnen ab.

Berlin, 18. April. (Eigene Meldung.) Wie derDemokratische Zeitungsdienst" erfährt, wird die demokratische Reichstagsfrak­tion die vorn Reichsrat bewilligte erste Rate für den Panzerkreuzer b ab lernen und sich aus den Boden ber ursprünglichen Regie­rungsvorlage stellen.

Der Vorstand des Landesverbandes Hamburg der deutschen 3ungdemokraten rich­

tete an den Vizekanzler Dietrich und an die demokratische Reichstagsfraktion den dringenden Appell, alles zu unternehmen, um den Dau des Panzerkreuzers B zu verhindern.

Amerikas Kreuzerbau.

WTB. Washington, 18. April. (Reuter.) In Regierungskreisen erwartet man, daß von den zehn den Vereinigten Staaten auf der Lon­doner Konferenz zugebilligten 1 O OOO-Son* nen-Kreuzern die ersten sieben auf Stapel gelegt werden, sobald es der Marine­behörde nötig erscheint, voraussichtlich noch vor dein 3ahre 1933. Die übrigen drei dürften in den 3ahren 1933, 1934 und 1935 auf Stapel ge- tegt werden. >

KeservierteStellung des amerikanischen Senats.

WTB. Washington, 18. April. (Reuter.) Der Vorsitzende des Marineausschusses des Se­nats, Haie, stellte heute im Senat die Forde­rung, daß die Senatoren noch nicht end­gültig zu dem Londoner Flottenver­trag Stellung nehmen sollten, bevor der Marineausschuß Vorträge über die in dem Vertrag enthaltenen technischen Punkte hörte.

1OO Menschen bei einem Kirchenbrand umgekommen.

Entsetzliches Unglück in einer Holzkirche in Rumänien.

Bukarest. 19. April. (WTB. Funkfpruch.) Die ganz aus holz gebaute Kirche der Gemeinde Lo­st e s c i ist gestern abend während des Kar- freilagsgoltesdienstes in Flammen aufgegangen. Dem furchtbaren Brandunglück fielen 100 Menschen, Männer, Jraucn und Kinder, zum Opfer. Der Brand soll durch eine der bren­nenden Kerzen verursacht worden sein, die sämtliche Gläubigen während des Faslengollesbiensies in den Händen hallen Das hundertjährige hol- zerne Gebäude war in wenigen Augen­blicken in Jlammen gehüllt. Die nach in­nen sich öffnende Tür fiel zu und konnte infolge des Ansturmes der Züchtenden nicht mehr ge­

äufnet werden. Ls spielten sich die entsetztichsleu Panikszenen ab. Die Priester im Ornat versuchten vergebens die tobende Menschenmasse zur Besinnung zurückzurusen, bis sie schließlich selbst vom Rauch erstickt und bereits von den Flammen ersaht zu Boden sanken. Rur drei Personen vermochten sich zu retten und Hilfe herbeizuholen. Da die Kirche auherhalb des Dorfes liegt, war von der Katastrophe nichts bemerkt worden. Als Feuerwehr unb Rettungsmannschaften aus der benachbarten Stabt Pitesci eintrafen, war die Kirche nur mehr ein rauchender Trümmerhaufen, unter dem 100 Menfchen begraben lagen.

stand der endgiltigen Vollkommenheit. Wir ver­folgen lange und zäh eine Richtung, um dann allmählich inne zu werden, daß die Richtung falsch ist und uns nicht zur Vollkommenheit, sondern ins Verderben führt. Dann stutzen wir und verhalten, blicken rückwärts und vorwärts und besinnen uns. Lind danach beginnt die Wen­dung, wir wandern wieder, und wandern nun in umgekehrter Richtung.

Seit etlichen Generationen suchen wir den voll­kommenen Zustand in der Freiheit. Einst drohten wir in einem Gewirr sinnlos gewordener Bin­dungen zu ersticken. Da wurde die Freiheit des Einzelmenschen die große Losung, und wir machten uns auf den Weg. Run sind wir ihn gegangen, drei, vier, fünf Generationen haben wir in der Freiheit das Heil gesucht. Wir haben Bindung um Bindung a b ge­lt r e i f t Die Freiheit war das Glück. 3hm sind wir suchend nochgegangen Stehen wir nun am Ende des Weges?

Das wissen wir nicht. Aber wir beginnen zu ahnen. Wir dürfen nicht lange mehr in dieser Richtung weitergehen Es ist noch nicht viel mehr als ein Ahnen: Unter Volk braucht neue Bindung, wenn es nicht die innere Kraft zur Gemeinschaft verlieren soll. Das, was die Menschen verbindet und in Haltung und Streben eint, was die Seele aller Gemeinschaft ist, geht uns verloren. Doch alles menschliche Leben ist nur in Gemeinschaften möglich, und Ge­meinschaft ist nicht ohne Bindung, ist nicht ohne Verflechtung durch Verpflichtung vorstellbar. Gemeinschaft ist Verpflichtung

Aus dieser jetzt in uns lebendig werdenden Einsicht blldet sich in uns ein neuer Wille zur Gemeinschaft, es entsteht eine Sehnsucht nach neuer Verpflichtung und nach einer Lebens­macht, die uns wieder Pflichten aufertegt. Das ist gleichbedeutend mit der Abkehr von dem Ideale der Freiheit. Abkehr heißt Amkehr. ilm*

kehr der Richtung, nicht Rückkehr aus dem alten zurückgelegten Wege, sondern Richtungs­wechsel auf eine höhere Ebene.

In dieser Lage ist etwas vom Wesen des Osterhelligabends enthalten.

In der Heilsgeschichte ist der Ostersamskag der Tag der schöpferischen Stille, in der das Wunder sich vorbereitet: er ist der Tag und die Rächt der großen Wandlung.

Beladen mit der Sünde der Kreatur stirbt der Gottes- und Menschensohn am Kreuz. Der Tod sühnt.

Aber nun im Schatten und im Geheimnis dieses einzigen Todes beginnt die Gnade des Schöpfers, der mit einem erneuerten Leben der Kreatur einen neuen Anfang schenkt. In der Stille vollzieht sich die heilige Wandlung, und als Die bange Rächt vorüber ist. erhebt sich mit der Morgenröte das neue Leben: Er ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auf erstanden!

3n Qsterurlaub.

Hannover, 17. April (TU.) Reichspräsident von Hindenburg traf am Donnerstagmittag in Begleitung seines Sohnes und seiner Schwie­gertochter in Groh-Schwülper ein, wo er bei der Mutter seiner Schwiegertochter, der Frei­frau von Mahrenholz, die Osterfesttage in stiller Zurückgezogenheit zu verleben gedenkt. Die Ankunft des Reichspräsidenten erfolgte in aller Stille, da er ausdrücklich gebeten hatte, von jeder Ehrung Abstand zu nehmen.

Badenweiler, 18. April (WTB.) Reichs­kanzler Dr. D r ü n i n g, Reichsminister Diet - r i ch und Reichsminister Treviranus sind heute nachmittag hier zu einem Kuraufenthalt einge troff en

Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer weilt zum Ferienaufenthalt in Da - den»2adeu.

Oie Rheinlaudreise Hindenburgs.

Berlin, 17. April (WTB.) Die vom Herrn Reichspräsidenten nach der Räumung be­absichtigte Reife in d i e zweite und dritte Zone des besetztem Gebietes ist für die Woche vom 2 0. bis 27. Juli vorgesehen Als Hauptorte für den Besuch des Herrn Reichspräsidenten sind der Reihenfolge nach Speyer, Mainz. Koblenz, Trier unb Aachen in Aussicht genommen.

Kem diplomatisches Osterrevirement.

Berlin, 17. April. (Eigene Meldung.- Gegen­über den mannigfaltigen Ankündigungen, daß in der Osterzeit ein großer diplomati­scher Stellenwechsel zu erwarten sei, teilt derRörfen-Soutier mit, daß weder der Reichskanzler, noch der Reichsauhenminister an ein diplomatisches Revirement vor der Erledi­gung des Etats denken. Die wichtigste Frage der Reubesehung des Londoner Botschafter- postens ist bis zum Herbst vertagt, da der Botschafter Dr. St Hamer sich bereit erklärt hat, bis zum Ablauf der Londoner Season auf feinem Posten zu bleiben.

Oie Bierpreiserhöhung.

D-er l in, 17. April. (WTB.) Die Bierpreis­kommission des Schuhverbandes der Rrauereien, der ehemaligen Brausteuergemeinschaft, hat in einer aus allen Teilen Deutschlands sehr zahl­reich besuchten Sitzung gestern abend einstimmig beschlossen, daß die Brauereien den Riet- preis ab 1. Mai um den im Gesetz oorge- schriebenen Betrag von 3,85 Mark je Hek­toliter erhöhen. Ferner wurde einstimmig beschlossen, daß die Brauereien mit allen ihnen Sur Verfügung stehenden Mitteln dahin wirken, dah die Ausschankpreife gemäß der Vlenniarechnuna tettaeteiü tnorhe».