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pflichtigen Beschäftigung die Karenzzeit verdop­pelt werden soll. Auch in anderen Fragen sind einzelne Verschlechterungen vorhanden, die sich bei der weiteren Beratung aber verhindern lassen werden.

Im ganzen gesehen zeigt der Entwurf den Willen zu einer Weiterentwickelung der 2 e i st u n g e n. Er hat sich wohl aber allzusehr von den bisherigen versicherungstechnischen Bi­lanzen beeinflussen lassen. Unter den gegenwär­tigen Lebensverhältnissen wäre es durchaus be­grüßenswert, wenn eine Erhöhung der Renten durchgesetzt werden könnte. Dabei ist zu beachten, daß das Reich nicht, wie bei anderen Dersiche- rungsträgern, der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte die Verluste erseht hat, die ihr durch

den Krieg und die Inflation entstanden sind. An diesen Verlusten sind aber die Versicherten nicht unerheblich beteiligt, denn die Zeit vom 31. Juli 1921 bis zum 31. Dezember 1923 fällt für die Steigerungssähe ganz aus. Es ist der Vorschlag gemacht worden, für die in diesem Zeitraum entrichteten Beiträge einen Einheits­steigerungsbetrag von 2 Mark zu gewähren. Recht und billig wäre es, wenn die daraus entstehenden Kosten vom Reich getragen würden, als Aus­gleich für die der R. f. QL zugefügten Kriegs- und Jnflationsschädew Der Reichstag wird sich mit diesen Wünschen der Versicherten beschäftigen müssen, und es ist zu hoffen, daß er das soziale Verständnis für die Rotwendigkeiten der Zeit aufbringt.

Wirtschast.

Starke Entlastung der Reichsbank.

Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 1 5. M ä r z hat sich die gesamte Kapital­anlage der Bank in dex zweiten Märzwoche in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 321,0 Milt, auf 1801,0 Mill. Mk. verrin- g e r t. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 278,7 Mill, auf 1639,4 Mill. Mk. und die Lombardbestände um 27,2 Mill, aus 68,3 Mill. Mk. abgenommen. Bestände an Reichsschahwechseln, die am Ende der Vorwoche 15,0 Mill. Mk. betragen hatten, sind nicht mehr vorhanden.

An Reichsbanknoten und Renten­bankscheinen zusammen sind 215,1 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbank­noten um 214,2 Mill, auf 4266,0 Mill. Mk., der­jenige an Rentenbankscheinen um 0,9 Mill, auf 337,2 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Aeichsbank an Ren­tenbankscheinen aus 46,4 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 458,5 Mill. Mk. eine Abnahme um 71,8 Mill. Mk.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 28,4 Mill, aus 2892,4 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 18,3 Mill, aus 2480,5 Mill. Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 10,1 Mill, auf 411,9 Mill. Mk. zugenommen.

Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 55,0 v. H. in der Vorwoche aus 58,1 v. H., diejenige durch Gold und deckungs- sähigen Devisen von 63,9 v. $). auf 67,8 v. H.

Der Ausweis der Reichsbank für die zweite März- woche zeigt eine anhaltend günstige Ent­wicklung des Statuts. Der gesamte Wechsel­bestand ist auf 1639 Mill. RM. zurückgegangen und bat damit eine Ziffer erreicht, die seit dem Fe« oruar 1929 nicht zu verzeichnen war. Auch in dem unter den Vorjahrsziffern liegenden Notenumlauf kommt die geringe Beanspruchung der Reichsbank zum Ausdruck. Allerdings liegt die Ziffer des Noten­umlaufs um rund 100 Mill. RM. über der im Mo­nat Februar. Diese 100 Mill. RM. Plus sind auf die Saisonbelebung der Wirtschaft zurückzuführen und zeigen in ihrem im Vergleich zu anderen Iabren sehr geringen Ausmaß, daß von einer Saisonoele- bung der Wirtschaft eigentlich noch nicht gesprochen werden kann. Dafür zeugen auch die geringen Wech- .seleinreichungen und die kurzen Laufzeiten der ein« gereichten Diskonte. Die geringe Beanspruchung der Reichsbank ist andererseits eine wenig erfreuliche Tatsache, weil sic beweist, daß die konjunkturelle Saisonbelebung bisher nicht ausreichte, um aus dem Zustand der Konjunkturdepression herauszukommen. Auch die Beanspruchungen von der landwirtschaft­lichen Seite für die Frühjahrssaison scheinen sehr klein zu bleiben. Der Goldbestand der Reichsbank hat um weitere 18 Mill. RM. Angenommen; es han­delt sich jedoch nicht um neue Goldzuflüsse sondern der Reichsbank ist ein größerer Posten alter Zwan­zigmarkstücke aus dem Ausland angeboten worden, zu deren Umtausch sie verpflichtet ist. Die Entwick­lung des Geldmarktes in der letzten Woche hat be­reits gezeigt, daß die fortschreitende Flüssigkeit durch die letzte Diskontermäßigung der Reichsbank auf 5% d. $). nicht aufgehalten worden ist. Der vorlie­gende Ausweis der Reichsbank für die zweite März­woche mit feiner starken Entlastung läßt daher die Frage einer neuen Diskonter mäßignug a u f 5 v. H. akut werden, zumal inzwischen wiederum ein Abbau der internationalen Diskontsätze erfolgt ist. Die Gcldverbilligung macht im Auslande wei­tere Fortschritte, und ausländische Gelder suchen in reichlichem Ausmaße Anlage am deutschen Geld­markt. Der Wirtschaft wäre mit einer erneuten

Herabsetzung des Kreditpreises sehr gedient, und selbst wenn weitere Herabsetzungen der internatio­nalen Notenbanksätze nicht erfolgen.sollten, ist die gegenwärtige Position der Reichsbank in jeder Hin­sicht stark genug, um eine Ermäßigung des Diskont­satzes von 5% auf 5 v. H zu rechtfertigen. Anschei­nend hat jedoch die Reichsbank die Absicht, erst die Entwicklung des Vierteljahrsultimo abzuwarten, ehe sie den Schritt zu einer neuen Diskontermäßigung tut.

Frühjahrs-pserdemarki in Gießen.

Auf dem heutigen Frühjahrs-Pferde- markt in Gießen waren 280 Pferde und 23 Fohlen aufgetrieben. Der Besuch des Marktes war außerordentlich gut. Das Geschäft wär im Hinblick auf die Geldknappheit ruhig, trotzdem wurde gekauft. Es wurden bezahlt: für leichte Pferde 500 bis 800 Mk., für mittlere 600 bis 900 Mk., für schwere Pferde 1200 bis 1300 Mk., teilweise noch mehr. Der Preis für Schlacht­pferde war verhältnismäßig hoch. Das auf den Markt gebrachte Material war durchweg gut.

*

* Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924 bis 1926 = 100) stellt sich für die Woche vom 10. bis 15. März 1930 auf 118,5 gegenüber 119,3 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindu­strie auf 117,4 (118,3), Gruppe verarbeitende Indu­strie auf 106,8 (107,3) und Gruppe Handel und Verkehr auf 138,3 (139,8).

* Elektrizitäts-Lieferungs-Gesell­schaft, Berlin. Die Gesellschaft weist für 1929 einen Reingewinn von 4 329 324 (789 262) RM. aus. Der Generalversammlung am 14. April wird eine Dividende von wieder 10 v. H. oorgeschlagen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, a. M., 19. März. Tendenz: freundlicher. Rachdcm der Reichspräsident die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Liquida­tionsabkommens vorgenommen hatte, war die Tendenz wesentlich beruhigter. Die Stimmung wurde von einigen noch vorhandenen günstigen Momenten gefördert. Beachtung fanden vor allem noch die feste gestrige Reuyorker Börse, die vorteilhaften internationalen Geldmarktver­hältnisse: der Medio zeigte diesmal nur ganz geringfügige Beanspruchung, und der relativ gute Abschluß der Commerz- und Privatbank, sowie die gestern schon in Börsenkreisen wahrgenom­mene Bekanntgabe der Dedi-Bank, daß mit einer Kürzung der Dividende nicht zu rechnen sei, be­friedigten sehr. Die Gerüchte, die im Zusammen­hang mit der Farben-Aktie aufgetaucht waren, wurden jetzt in Börsenkreisen selbst nicht mehr geglaubt. Der Montanmarkt eröffnete freund­licher; die Kulisse schritt weiter zu Rückdeckungen, so daß gegenüber der gestrigen gebesserten Abend­börse weitere Kursbesserungen ein­traten. Das Geschäft konnte aber im allgemeinen keine größere Bedeutung annehmen, da der Ordereingang immer noch unbedeutend blieb. Etwas mehr in den Vordergrund treten konnten Siemens, die 3 Prozent fester eröffneten. AEG. lagen 1,75 Prozent gebessert. Sonst kamen hier Erstnotizen nicht zustande. Am Chemiemarkt wurden anfangs nur Farben notiert, die 2 Prozent fester lagen. Der Montanmarkt fand auch heute geringe Beachtung. Rheinstahl konn­ten jedoch mit plus 2 Prozent etwas an die Spitze treten. Mannesmann waren leicht erholt. Am Kunstseidemarkt machten die Besserungen weitere Fortschritte. Aku lagen bei Rückkäufen 3,75 Prozent höher. Einiges Interesse machte sich noch für Karstadt mit plus 1,5 Prozent be­

merkbar. Don Verkehrswerien eröffneten A.-G. für Verkehrswesen mit plus 1,5 Prozent etwas gesucht. Hapag waren vernachlässigt. Zellstoff­werte bis 3 Prozent fester. Danken waren bei kleinen Umsätzen gut gehalten. Von Bauunter­nehmungen lagen Wayß & Freitag weiter an­geboten und erneut 2 Prozent schwächer. Ren­ten still. Deutsche Anleihen blieben leicht erhöht. Rachdem nach Festsetzung der ersten Kurse er­neut geringfügige Besserungen eingetreten waren, wurde die Tendenz später auf Realisa­tionen etwas schwächer, und das Kurs­niveau muhte sich um 1,5 Prozent unter Anfang senken. Die Grundstimmung der Börse blieb aber zuverlässig und.freundlich. Am Geld­markt war Tagesgeld mit 5 Prozent weiter leichter. Am Devisenmarkt war Spanien wieder etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1929, gegen Pfund 20,3850, London gegen Kabel 4,8620, gegen Paris 124,30, gegen Mailand 92.85, gegen Madrid 38,70, gegen Schweiz 25,1250, gegen Holland 12,1250.

Berliner Börse.

Berlin, 19. März. Schon im Vormittagsver­kehr und an der Vorbörse kündete sich eine f r e u n d l i ch e re Tendenz an, für die eine Reihe günstiger Momente mitbestimmend war. Die Llnterzeichnung des Liquidationsabkommens mit Polen durch den Reichspräsidenten und die Annahme des Republikschuhgesehes im Reichs­tage bewirkten eine wesentlich beruhig­tere Beurteilung der innerpoliti­schen Lage. Die noch immer zunehmende Ver­flüssigung der internationalen Geldmarktverhält­nisse lieh die Hoffnungen auf eine Diskontsenkung bedeutender Plätze berechtigt erscheinen. Auch aus der Industrie wurden anregende Rachrichten bekannt. So übten die angeblich guten Fort­schritte der Stickstosfsyndikatsverhandlungen und die Erllärung der J.-G.-Farben bezüglich des guten Stickstofsabsahes im Jnlande einen kräf­tigen Stimulus aus. Zu den ersten Kursen erfuhr das Riveau fast durchweg eine Hebung von 1 bis 2,5 t>. Sy, ohne daß die ilmfatjtätigteit' eine besonders rege war. Am Kalimarkt konnten Salz­detfurth von den gemeldeten amerikanichsen Oel- bohrungen in Deutschland, bei denen auch die deutsche Kaliindustrie mitwirken soll, stärker pro­fitieren. Der Kurs besserte sich um 5 v.H. Auch J.-G.-Farben setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Siemens waren 4 v. H. gebessert. Solingen- Siegen waren mit 19 v. H. recht fest. Ferner konnten sich Polyphon, Hotelbetrieb und Aku plus 4 v. Sy, Zellstoff Waldhof, Farben, Licht & Kraft und Schuckert plus 2,25 bis 2,75 v. H. über den üblichen Rahmen hinaus bessern. Etwas schwächer eröffneten Junghans mit minus 1 v. H. und Akkumulatoren, bei denen die gestrige Er­klärung der Verwaltung verstimmte, mit minus 1,5 v. H. Deutsche Anleihen und Ausländer ruhig, aber nicht unfreundlich. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war leicht. Tages­geld 4 bis 6 v. H., teilweise 3,75 v. H. Sonst waren die Sähe unverändert. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, und es kam zu wei­teren Besserungen, die für die Haupt­werke bis zu 2 v. H. gingen. Die anfangs er­wähnten Papiere standen weiter im Mittelpunkt des Interesses. Später lieh das Geschäft nach, nachdem die Deckungen beendet waren, die freund­liche Grundstimmung konnte sich jedoch behaupten.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 19. März. Auch heute trat am Produktenmarkt keine Belebung des Geschäfts ein. Die Händler blieben zurückhaltend, zumal jegliche Anregungen fehlten. Das Jnlandangebot war wieder sehr gering, so dah bei einiger Rach­frage in Weizen eine Besserung bis zu 0,50 Mk. eintrat. Auch Roggen konnte sich, hiervon be­einfluß, später bis zu 0,50 Mk. befestigen. Da­gegen war das Angebot in Sommergerste etwas größer, bei nachgebendem Preise. Don Futter­mitteln konnten Mais etwas anzieheu, ebenso Roggenlleie. Der Mehlmarkt war still, die Preise blieben gut gehalten. Cs wurden notiert: Weizen 26,50 bis 26,75; Roggen 17; Sommergerste für Brauzwecke 16,75; inl. Hafer 15,70 bis 16; Mais (gelb) für Futterzwecke 14,75 bis 15; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 37,75 bis 38,50; Roggen­mehl 24.25 bis 25,50; Weizenkleie 8,10 bis 8,25; Roggenkleie 8,50 Mark. Tendenz: befestigt.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 10. März. In der Rächt vom 23. zum 24. Juli v. I. nach der Kirchweihe kam in einem benachbarten Dorfe ein schon längere Zeit bestehender Familienzwist zum

offenen Ausbruch. Der Rachtwächter des Orte- bot den Gästen einer Wirtschaft, darunter seinem Schwager und dessen Söhnen, den drei Ange­klagten, wiederholt Feierabend. Dem Gebot wurde aber keine Folge geleistet; vielmehr er­hielt der Rachtwächter von dem älteren der Söhne einen Stoß wider die Brust, so daß er die nach der Straße zu führende Treppe hinunter­taumelte. Er ging daraufhin zurück und verbat sich ein derartiges Verhalten. Rach seinem Weg­gehen verließen auch die Angeklagten die Wirt­schaft, und es erfolgte auf der Strahe ein Zusammenstoß zwischen ihnen und dem Racht­wächter. Die von jetzt ab folgenden Geschehnisse sind in Dunkel gehüllt, namentlich nachdem auch die beiden Söhne des letzteren auf der Bild­fläche erschienen waren. Die zum Teil sehr be­denklichen Zeugenaussagen widersprechen sich erheblich und wurden nur mit großer Vorsicht Eingenommen, so daß das Ergebnis der Be­weisaufnahme nut ein dürftiges fein konnte. Beide Parteien standen sich feindlich gegen­über, auf der einen Seite 'die drei Angeklagten, Dater mit zwei Söhnen, auf der anderen Seite der Rachtwächter mit zwei Söhnen. Mindestens ein Teil der Genannten geriet in ein Handgemenge, und im Verlaufe desselben wurde mit Stöcken und Sill­scheiten auseinander losgeschlagen, auch ge­stochen, ja selbst gebissen. Die Schuldfrage konnte jedoch nicht geklärt werden, zumal sich die Betei­ligten auf Rotwehr beriefen, und auch eine solche nicht ausgeschlossen war. Der Kampf zog sich schließlich in den Hof des Rachtwächters, der ganz in der Rähe wohnte. Wer die Eindring­linge gewesen sind, konnte auch hier nicht fest- gestellt werden. Rur der jüngere der beiden angeklagten Brüder gab selbst zu, an dem Aus­hängen des Hoftors beteiligt gewesen zu fein. Er wurde auch wegen Hausfriedensbruchs ver­urteilt, ebenso sein älterer Brüder, der dem seines Amtes waltenden Rachtwächter einen Stoß wider die Brust verseht hatte, wegen Widerstands. 2m übrigen erfolgte Freisprechung wegen mangelnden Beweises. Die beiden lieber- führten erhielten verhältnismäßig geringe Geldstrafen, da die Erregung infolge des Familienzwistes strafmildernd in Berücksichtigung gezogen wurde. Der Jüngere stand schon einmal aus Anlaß desselben Zwistes vor Gericht und er­hielt damals ebenfalls wegen Widerstands eine Geldstrafe. Der größere Teil der Straftaten blieb aus den oben angedeuteten Gründen un- gesühnt.

* Gießen, 10. März. In der Rächt vom 14. zum 15. September v. I. benahm sich ein Ar­beiter in einer Wirtschaft gegen die Gäste der­art ungebührlich, dah er vom Wirte hinaus­getan wurde. Er ging heim und erwartete dann einen der Gäste, der mit ihm im gleichen Hause wohnte. Dieser ahnte nichts Gutes, und andere Gäste begleiteten ihn zu seiner Unterstützung. Auf dem Flur kam es auch zu Tätlichkeiten. Der vorbestrafte und wegen Trunksucht entmün­digte Angeklagte stach aus dem Schalterfenster seiner Türe blindlings nach den Außenstehenden, die sich gegen die Türe stemmten, um sein Her- auskommeu zu verhindern. Er traf einen am Halse und den anderen in der Hand. Rotwehr, auf die sich der Angeklagte berief, lag nicht vor. Er war auf Grund der Beweisaufnahme als der angreifende Teil anzusehen und erhielt einschliehlich einer Strafe wegen Bedrohung eine einmonatige Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung.

Ein schon mehrfach vorbestrafter früherer Rechtskonsulent dahier, der zur Zeit Strafe vcr- büht, hat es durch schwindelhafte Manipula­tionen einem damals in Untersuchungshaft be­findlichen hiesigen Schneider und dessen Vermie­terin gegenüber fertiggebracht, dah diese ihm fast die ganze Habe des Gefangenen, soweit sie leicht transportabel war, überließ, die der An­geklagte in seine Wohnung schaffte, angeblich zur Aufbewahrung, damit während der Unter­suchungshaft nichts verloren gehe und nichts ge­pfändet werde. Als später auf Anzeige die Polizei einschritt, fand diese einen Teil der Gegenstände noch vor, bzw. brachte sie wieder herbei, andere, und zwar die wertvolleren, waren nicht mehr vorhanden; sie sind fraglos von dem Angeklagten verbraucht oder veräußert wor­den. Er berief sich jedoch erfolglos darauf, der Schneider sei ihm noch Honorar für er­teilte Auskunft u. dgl. schuldig und er habe sich lediglich Deckung verschaffen wollen^ Der An­geklagte erhielt 3 Monate Gefängnis.

------------- )

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5,5 o. H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H.

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87

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98

Auelol.-Rechten

>1.75

51.8

51,75

51,75

DeSgl. ohne Ausloi.-Rechte 8% Heil. iSolfoftaat von 1929

8.4

8,13

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Oberhellen Provinz - Anleihe mit Aullol.-Rechten

86.25

87

49

Deutsche flomm. Sammclabl.

Anleihe Serie t

8% faankf Hup.Bank Koldpfc

49.75

50

XIII unfünhbat bis 1931

96.5

7% faankl Hnv-Battk Goldvfe unkündbar bi» 1932

4%% Rhciniiche Hnv-Bank

85,75

-

-

Stau. (Mol&pfe.

82.9

8% Pr. LandeSpfandbriclanslalt, Piandbriefe R. 17

6% Pr Vanorepfanbbrirfanftalt,

97

97

Komm.-Obl. R. 18 7% Pr Laitdcspfandbrlcfanstall,

94

94

Pfandbriefe R. 10

89

89

A.V.G abfl. Borkrieao-Obligatio- nen. tüdtablbar 1932

92

-

4% Ocstrrreichiichk Woierentr

28.5

28,75

4,20% Orlterrelchilche Silberrente 4% Oekierrrichiiche Einheitliche

5

4,75

Rente

2,7

2.8

2,75

4% Unfladldir ÖJolbrcnte

/6.05

26

4% Ungarische Staaiorente v. 1010

23

26

72,9

4H% ocffll. von 1013

24,75

24,25

4% Unfladldif Kronenrente

2,4

2.4

2,45

4% lürtildte gollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anl

6.4

6.25

6.55

Serie 1

6.4

-

6.5

*

4% OHfll Serik 11

5% Rumanilch, vereint, Rente

6.4

-

6,5

6,4

von 1003

21.226

H.I3

4H% tRumdnlidif verbind Rente

17.1

von 1913 . -

17,2

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9

Frankfurt a.M.

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Datum

18 3

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105

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159

-

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10

-

-

Norddeutscher Llohb . .

8

107.25

107.25

108

Allgemeine DeutscheCrediianst.

10

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120.5

Barmer Bankverein

10

128

128

127,5

128

Berliner Handelsgesellschaft

12

168

168

168

(sommerz- und Privat-Bank

11

'55.25

155,25

55 25

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Tarmstädter und Nationalbanl

12

226.5

226

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Deutsche Bank und

Diöconto Gesellschaft, .

10

143.75

144

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143

Dresdner Bank ....

e .

10

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145.5

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MeichSbank ...»

12

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277.5

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8

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Bergmann......

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Cleltt. LieserungSgesellschaft

10

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10

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falten & Guilleaume . Ü)r|eU|(hQfi für Elektrische

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124

1

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123.5

Unternehmungen

10

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Hamburger Elektrizitäts-Werke

10

129,75

129.5

Rheinische Elektrizität

. 11

Schlesische Elektrizität. .

e .

10

160

161.25

Sdiudert & (So. . ...

11

180

182,4

Siemens & Halske . .

M e

16

241

244

240,5

244,5

Diansradio . . . .

M e

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-

Labmever & (So.....

10

'63,5

163

Buderus . .

e M

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Stu riebe Erdöl . .

e e

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97

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140.75

Geilenkirchener . . .

. 8

37.5

137,75

138.4

Harpener ....

e e

. 0

130

129,25

129.25

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e e

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105,25

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10

251

Mocknermerke . . .

101

101

Küln-Neuelien . . . .

. 7

103

103.75

Mannesmann-Röhren .

e

. 7

103

103,5

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102.75

Manrfelder Bergbau .

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Cbetidilel Kokcwerte .

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Phottir Bergbau Rheinische Braunkohle»

- -

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Ricbeck Montan . . . .

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Berlin

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19.

18 3

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Bereinigte Stahlwerke .

94,5

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56

56,4

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e

. 10

206

Kaliwerke Westeregeln .

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209

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Kaliwerke Gahbetfurtb .

. 15

353

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356.75

I. G. farben-gnbuftfte.

. 12

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158,5

156

158,5

. . 6

. . 9

46.5

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Goldschmidt

e

. 5

66

67

RütgerSwerke . . .

. . 6

74.5

74,5

74,75

MetallgelcMchast. . . .

. . 8

103

104.5

104,25

PHUtvp Holzmann . . .

. . 7

95

-

95,5

Zementwerk Heidelberg

. 10

127,25

Cementwerk Karlstadt. .

. 10

144

Warth Lfaebtag . .

. . 8

78

76

76.25

Schultbets Pavenhoser .

. 15

-

266,9

268,5

Lstwerke .....

. 12

210,13

211.5

01 hi .....

. 18

87

90.75

86

89

Bemberg.....-

Zellstoff Waldhof . . .

e

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143

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142 9

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203,75

201

203 75

Zellstoff Alchaffenburg .

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151

*

Charlottenburger Waller

. . 8

--

96,75

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Tellauer Mas . .

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167

Daimler Motoren . .

e

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16,5

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37,5

Deutsche Linoleum . .

«

234

233,5

Malchinenbau A.-G. . .

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45

Rai. Automobil . .

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. 0

17

Lrenstein L Koppel .

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72

Leonhard Tietz . .

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153

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Henligenstaebl . . .

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Nunghans . . . .

Lechwerke . . . .

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35

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Mainkroftwerke Hvchfi a. M. 8

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Miog - . .

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Gebt Roeder . . .

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Boigt & Haefwer .

Süddeutsche Zucker

a

. . 9

. 10

218

151,5

152

218

150,25

1 -

Banknoten.

Berlin, 18. Mörz

Selb

Brles

Amerttannche 'Jioten.....

Belgische Noten .......

Dänttche Noten .......

Englische Noten ......

Französische Noten ......

Holländische Noten .....

italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch Ccftcrr .ülOOÄTonen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten ......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten

z/eoiftnmarfl Berlin

079 58,31

111,83

20,325

16.367

167.56

21,99

111.78

58,83 2,46

12-20

80.99

53,22

12,37 73.02

- Frankfuc

' 4,199 58,55

112,27 20,405 16,427

168,24

22.07 112.22

59.07

2.48 112.64

81,31

53.42 12,43 '3.32

a. M.

8. J)iän

9. Dldni

Amtlich, Notierung

Amtliche Notierung

Geld

»riet

Geld

Sriei

Amtt.'RoN.

167,90

168,24

167,94

168.29

Bun--AireS

1.557

1.561

1.566

1.572

Brn. Antw.

d8 275

58,495

58.365

58.485

Edrilliania.

112.25

112,27

112,05

112,27

Kovendag.m

H2.12

112,34

112,12

112,33

Stockholm .

'12,46

112,68

112,46

112.68

HelsiuaforS.

10.542

10.562

10,538

10.558

Italien. . .

21,93

21,97

21.925

21,965

London. . .

20.363

20,403

20.36

20,40

Neuyork . .

4.1895

4,1975

4,1875

4,1965

DariS....

>6,385

16.425

16.38

16.42

Schweiz ..

81.06

81.22

81,045

1.205

Sva kn

53.00

53,10

52,35

52 45

Japan . . .

2.068

2.072

2,070

2,074

»io de Jan

0.488

0.490

0.4855

1.4875

Wien in D-»

Ceit. abgest

18.995

59.115

58.995

59,115

Prag . . .

12,41

12,43

12,408

12,438

Pel i rad - .

7,399

7.413

7,399

7,413

Budapett. .

/3.195

73.335

73,13

73,31

Bul orten

3,039

3,045

3,037

3 043

Vnlabon

18.81

18.85

18,82

18 86

Tami a

31.385

81,545

81.385

81,525

Konst ntin.

1,784

1,788

1,785

1.789

Athen . -

5,425

5.425

5.425

5.435

Lanada

1,1845

4.1925

4,1845

4.1925

Uru uay .

3,676

3.684

3.676

3.684

Cairo

20,88

20.92

20,88

20,92