pflichtigen Beschäftigung die Karenzzeit verdoppelt werden soll. Auch in anderen Fragen sind einzelne Verschlechterungen vorhanden, die sich bei der weiteren Beratung aber verhindern lassen werden.
Im ganzen gesehen zeigt der Entwurf den Willen zu einer Weiterentwickelung der 2 e i st u n g e n. Er hat sich wohl aber allzusehr von den bisherigen versicherungstechnischen Bilanzen beeinflussen lassen. Unter den gegenwärtigen Lebensverhältnissen wäre es durchaus begrüßenswert, wenn eine Erhöhung der Renten durchgesetzt werden könnte. Dabei ist zu beachten, daß das Reich nicht, wie bei anderen Dersiche- rungsträgern, der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte die Verluste erseht hat, die ihr durch
den Krieg und die Inflation entstanden sind. An diesen Verlusten sind aber die Versicherten nicht unerheblich beteiligt, denn die Zeit vom 31. Juli 1921 bis zum 31. Dezember 1923 fällt für die Steigerungssähe ganz aus. Es ist der Vorschlag gemacht worden, für die in diesem Zeitraum entrichteten Beiträge einen Einheitssteigerungsbetrag von 2 Mark zu gewähren. Recht und billig wäre es, wenn die daraus entstehenden Kosten vom Reich getragen würden, als Ausgleich für die der R. f. QL zugefügten Kriegs- und Jnflationsschädew Der Reichstag wird sich mit diesen Wünschen der Versicherten beschäftigen müssen, und es ist zu hoffen, daß er das soziale Verständnis für die Rotwendigkeiten der Zeit aufbringt.
Wirtschast.
Starke Entlastung der Reichsbank.
Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 1 5. M ä r z hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in dex zweiten Märzwoche in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 321,0 Milt, auf 1801,0 Mill. Mk. verrin- g e r t. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 278,7 Mill, auf 1639,4 Mill. Mk. und die Lombardbestände um 27,2 Mill, aus 68,3 Mill. Mk. abgenommen. Bestände an Reichsschahwechseln, die am Ende der Vorwoche 15,0 Mill. Mk. betragen hatten, sind nicht mehr vorhanden.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 215,1 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 214,2 Mill, auf 4266,0 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 0,9 Mill, auf 337,2 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Aeichsbank an Rentenbankscheinen aus 46,4 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 458,5 Mill. Mk. eine Abnahme um 71,8 Mill. Mk.
Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 28,4 Mill, aus 2892,4 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 18,3 Mill, aus 2480,5 Mill. Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 10,1 Mill, auf 411,9 Mill. Mk. zugenommen.
Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 55,0 v. H. in der Vorwoche aus 58,1 v. H., diejenige durch Gold und deckungs- sähigen Devisen von 63,9 v. $). auf 67,8 v. H.
Der Ausweis der Reichsbank für die zweite März- woche zeigt eine anhaltend günstige Entwicklung des Statuts. Der gesamte Wechselbestand ist auf 1639 Mill. RM. zurückgegangen und bat damit eine Ziffer erreicht, die seit dem Fe« oruar 1929 nicht zu verzeichnen war. Auch in dem unter den Vorjahrsziffern liegenden Notenumlauf kommt die geringe Beanspruchung der Reichsbank zum Ausdruck. Allerdings liegt die Ziffer des Notenumlaufs um rund 100 Mill. RM. über der im Monat Februar. Diese 100 Mill. RM. Plus sind auf die Saisonbelebung der Wirtschaft zurückzuführen und zeigen in ihrem im Vergleich zu anderen Iabren sehr geringen Ausmaß, daß von einer Saisonoele- bung der Wirtschaft eigentlich noch nicht gesprochen werden kann. Dafür zeugen auch die geringen Wech- .seleinreichungen und die kurzen Laufzeiten der ein« gereichten Diskonte. Die geringe Beanspruchung der Reichsbank ist andererseits eine wenig erfreuliche Tatsache, weil sic beweist, daß die konjunkturelle Saisonbelebung bisher nicht ausreichte, um aus dem Zustand der Konjunkturdepression herauszukommen. Auch die Beanspruchungen von der landwirtschaftlichen Seite für die Frühjahrssaison scheinen sehr klein zu bleiben. Der Goldbestand der Reichsbank hat um weitere 18 Mill. RM. Angenommen; es handelt sich jedoch nicht um neue Goldzuflüsse sondern der Reichsbank ist ein größerer Posten alter Zwanzigmarkstücke aus dem Ausland angeboten worden, zu deren Umtausch sie verpflichtet ist. Die Entwicklung des Geldmarktes in der letzten Woche hat bereits gezeigt, daß die fortschreitende Flüssigkeit durch die letzte Diskontermäßigung der Reichsbank auf 5% d. $). nicht aufgehalten worden ist. Der vorliegende Ausweis der Reichsbank für die zweite Märzwoche mit feiner starken Entlastung läßt daher die Frage einer neuen Diskonter mäßignug a u f 5 v. H. akut werden, zumal inzwischen wiederum ein Abbau der internationalen Diskontsätze erfolgt ist. Die Gcldverbilligung macht im Auslande weitere Fortschritte, und ausländische Gelder suchen in reichlichem Ausmaße Anlage am deutschen Geldmarkt. Der Wirtschaft wäre mit einer erneuten
Herabsetzung des Kreditpreises sehr gedient, und selbst wenn weitere Herabsetzungen der internationalen Notenbanksätze nicht erfolgen.sollten, ist die gegenwärtige Position der Reichsbank in jeder Hinsicht stark genug, um eine Ermäßigung des Diskontsatzes von 5% auf 5 v. H zu rechtfertigen. Anscheinend hat jedoch die Reichsbank die Absicht, erst die Entwicklung des Vierteljahrsultimo abzuwarten, ehe sie den Schritt zu einer neuen Diskontermäßigung tut.
Frühjahrs-pserdemarki in Gießen.
Auf dem heutigen Frühjahrs-Pferde- markt in Gießen waren 280 Pferde und 23 Fohlen aufgetrieben. Der Besuch des Marktes war außerordentlich gut. Das Geschäft wär im Hinblick auf die Geldknappheit ruhig, trotzdem wurde gekauft. Es wurden bezahlt: für leichte Pferde 500 bis 800 Mk., für mittlere 600 bis 900 Mk., für schwere Pferde 1200 bis 1300 Mk., teilweise noch mehr. Der Preis für Schlachtpferde war verhältnismäßig hoch. Das auf den Markt gebrachte Material war durchweg gut.
*
* Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924 bis 1926 = 100) stellt sich für die Woche vom 10. bis 15. März 1930 auf 118,5 gegenüber 119,3 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 117,4 (118,3), Gruppe verarbeitende Industrie auf 106,8 (107,3) und Gruppe Handel und Verkehr auf 138,3 (139,8).
* Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Berlin. Die Gesellschaft weist für 1929 einen Reingewinn von 4 329 324 (789 262) RM. aus. Der Generalversammlung am 14. April wird eine Dividende von wieder 10 v. H. oorgeschlagen.
Frankfurter Börse.
Frankfurt, a. M., 19. März. Tendenz: freundlicher. — Rachdcm der Reichspräsident die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Liquidationsabkommens vorgenommen hatte, war die Tendenz wesentlich beruhigter. Die Stimmung wurde von einigen noch vorhandenen günstigen Momenten gefördert. Beachtung fanden vor allem noch die feste gestrige Reuyorker Börse, die vorteilhaften internationalen Geldmarktverhältnisse: der Medio zeigte diesmal nur ganz geringfügige Beanspruchung, und der relativ gute Abschluß der Commerz- und Privatbank, sowie die gestern schon in Börsenkreisen wahrgenommene Bekanntgabe der Dedi-Bank, daß mit einer Kürzung der Dividende nicht zu rechnen sei, befriedigten sehr. Die Gerüchte, die im Zusammenhang mit der Farben-Aktie aufgetaucht waren, wurden jetzt in Börsenkreisen selbst nicht mehr geglaubt. Der Montanmarkt eröffnete freundlicher; die Kulisse schritt weiter zu Rückdeckungen, so daß gegenüber der gestrigen gebesserten Abendbörse weitere Kursbesserungen eintraten. Das Geschäft konnte aber im allgemeinen keine größere Bedeutung annehmen, da der Ordereingang immer noch unbedeutend blieb. Etwas mehr in den Vordergrund treten konnten Siemens, die 3 Prozent fester eröffneten. AEG. lagen 1,75 Prozent gebessert. Sonst kamen hier Erstnotizen nicht zustande. Am Chemiemarkt wurden anfangs nur Farben notiert, die 2 Prozent fester lagen. Der Montanmarkt fand auch heute geringe Beachtung. Rheinstahl konnten jedoch mit plus 2 Prozent etwas an die Spitze treten. Mannesmann waren leicht erholt. Am Kunstseidemarkt machten die Besserungen weitere Fortschritte. Aku lagen bei Rückkäufen 3,75 Prozent höher. Einiges Interesse machte sich noch für Karstadt mit plus 1,5 Prozent be
merkbar. Don Verkehrswerien eröffneten A.-G. für Verkehrswesen mit plus 1,5 Prozent etwas gesucht. Hapag waren vernachlässigt. Zellstoffwerte bis 3 Prozent fester. Danken waren bei kleinen Umsätzen gut gehalten. Von Bauunternehmungen lagen Wayß & Freitag weiter angeboten und erneut 2 Prozent schwächer. Renten still. Deutsche Anleihen blieben leicht erhöht. Rachdem nach Festsetzung der ersten Kurse erneut geringfügige Besserungen eingetreten waren, wurde die Tendenz später auf Realisationen etwas schwächer, und das Kursniveau muhte sich um 1,5 Prozent unter Anfang senken. Die Grundstimmung der Börse blieb aber zuverlässig und.freundlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Prozent weiter leichter. Am Devisenmarkt war Spanien wieder etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1929, gegen Pfund 20,3850, London gegen Kabel 4,8620, gegen Paris 124,30, gegen Mailand 92.85, gegen Madrid 38,70, gegen Schweiz 25,1250, gegen Holland 12,1250.
Berliner Börse.
Berlin, 19. März. Schon im Vormittagsverkehr und an der Vorbörse kündete sich eine f r e u n d l i ch e re Tendenz an, für die eine Reihe günstiger Momente mitbestimmend war. Die Llnterzeichnung des Liquidationsabkommens mit Polen durch den Reichspräsidenten und die Annahme des Republikschuhgesehes im Reichstage bewirkten eine wesentlich beruhigtere Beurteilung der innerpolitischen Lage. Die noch immer zunehmende Verflüssigung der internationalen Geldmarktverhältnisse lieh die Hoffnungen auf eine Diskontsenkung bedeutender Plätze berechtigt erscheinen. Auch aus der Industrie wurden anregende Rachrichten bekannt. So übten die angeblich guten Fortschritte der Stickstosfsyndikatsverhandlungen und die Erllärung der J.-G.-Farben bezüglich des guten Stickstofsabsahes im Jnlande einen kräftigen Stimulus aus. Zu den ersten Kursen erfuhr das Riveau fast durchweg eine Hebung von 1 bis 2,5 t>. Sy, ohne daß die ilmfatjtätigteit' eine besonders rege war. Am Kalimarkt konnten Salzdetfurth von den gemeldeten amerikanichsen Oel- bohrungen in Deutschland, bei denen auch die deutsche Kaliindustrie mitwirken soll, stärker profitieren. Der Kurs besserte sich um 5 v.H. Auch J.-G.-Farben setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Siemens waren 4 v. H. gebessert. Solingen- Siegen waren mit 19 v. H. recht fest. Ferner konnten sich Polyphon, Hotelbetrieb und Aku plus 4 v. Sy, Zellstoff Waldhof, Farben, Licht & Kraft und Schuckert plus 2,25 bis 2,75 v. H. über den üblichen Rahmen hinaus bessern. Etwas schwächer eröffneten Junghans mit minus 1 v. H. und Akkumulatoren, bei denen die gestrige Erklärung der Verwaltung verstimmte, mit minus 1,5 v. H. Deutsche Anleihen und Ausländer ruhig, aber nicht unfreundlich. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war leicht. Tagesgeld 4 bis 6 v. H., teilweise 3,75 v. H. Sonst waren die Sähe unverändert. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, und es kam zu weiteren Besserungen, die für die Hauptwerke bis zu 2 v. H. gingen. Die anfangs erwähnten Papiere standen weiter im Mittelpunkt des Interesses. Später lieh das Geschäft nach, nachdem die Deckungen beendet waren, die freundliche Grundstimmung konnte sich jedoch behaupten.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 19. März. Auch heute trat am Produktenmarkt keine Belebung des Geschäfts ein. Die Händler blieben zurückhaltend, zumal jegliche Anregungen fehlten. Das Jnlandangebot war wieder sehr gering, so dah bei einiger Rachfrage in Weizen eine Besserung bis zu 0,50 Mk. eintrat. Auch Roggen konnte sich, hiervon beeinfluß, später bis zu 0,50 Mk. befestigen. Dagegen war das Angebot in Sommergerste etwas größer, bei nachgebendem Preise. Don Futtermitteln konnten Mais etwas anzieheu, ebenso Roggenlleie. Der Mehlmarkt war still, die Preise blieben gut gehalten. Cs wurden notiert: Weizen 26,50 bis 26,75; Roggen 17; Sommergerste für Brauzwecke 16,75; inl. Hafer 15,70 bis 16; Mais (gelb) für Futterzwecke 14,75 bis 15; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 37,75 bis 38,50; Roggenmehl 24.25 bis 25,50; Weizenkleie 8,10 bis 8,25; Roggenkleie 8,50 Mark. Tendenz: befestigt.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 10. März. In der Rächt vom 23. zum 24. Juli v. I. nach der Kirchweihe kam in einem benachbarten Dorfe ein schon längere Zeit bestehender Familienzwist zum
offenen Ausbruch. Der Rachtwächter des Orte- bot den Gästen einer Wirtschaft, darunter seinem Schwager und dessen Söhnen, den drei Angeklagten, wiederholt Feierabend. Dem Gebot wurde aber keine Folge geleistet; vielmehr erhielt der Rachtwächter von dem älteren der Söhne einen Stoß wider die Brust, so daß er die nach der Straße zu führende Treppe hinuntertaumelte. Er ging daraufhin zurück und verbat sich ein derartiges Verhalten. Rach seinem Weggehen verließen auch die Angeklagten die Wirtschaft, und es erfolgte auf der Strahe ein Zusammenstoß zwischen ihnen und dem Rachtwächter. Die von jetzt ab folgenden Geschehnisse sind in Dunkel gehüllt, namentlich nachdem auch die beiden Söhne des letzteren auf der Bildfläche erschienen waren. Die zum Teil sehr bedenklichen Zeugenaussagen widersprechen sich erheblich und wurden nur mit großer Vorsicht Eingenommen, so daß das Ergebnis der Beweisaufnahme nut ein dürftiges fein konnte. Beide Parteien standen sich feindlich gegenüber, auf der einen Seite 'die drei Angeklagten, Dater mit zwei Söhnen, auf der anderen Seite der Rachtwächter mit zwei Söhnen. Mindestens ein Teil der Genannten geriet in ein Handgemenge, und im Verlaufe desselben wurde mit Stöcken und Sillscheiten auseinander losgeschlagen, auch gestochen, ja selbst gebissen. Die Schuldfrage konnte jedoch nicht geklärt werden, zumal sich die Beteiligten auf Rotwehr beriefen, und auch eine solche nicht ausgeschlossen war. Der Kampf zog sich schließlich in den Hof des Rachtwächters, der ganz in der Rähe wohnte. Wer die Eindringlinge gewesen sind, konnte auch hier nicht fest- gestellt werden. Rur der jüngere der beiden angeklagten Brüder gab selbst zu, an dem Aushängen des Hoftors beteiligt gewesen zu fein. Er wurde auch wegen Hausfriedensbruchs verurteilt, ebenso sein älterer Brüder, der dem seines Amtes waltenden Rachtwächter einen Stoß wider die Brust verseht hatte, wegen Widerstands. 2m übrigen erfolgte Freisprechung wegen mangelnden Beweises. Die beiden lieber- führten erhielten verhältnismäßig geringe Geldstrafen, da die Erregung infolge des Familienzwistes strafmildernd in Berücksichtigung gezogen wurde. Der Jüngere stand schon einmal aus Anlaß desselben Zwistes vor Gericht und erhielt damals ebenfalls wegen Widerstands eine Geldstrafe. Der größere Teil der Straftaten blieb aus den oben angedeuteten Gründen un- gesühnt.
* Gießen, 10. März. In der Rächt vom 14. zum 15. September v. I. benahm sich ein Arbeiter in einer Wirtschaft gegen die Gäste derart ungebührlich, dah er vom Wirte hinausgetan wurde. Er ging heim und erwartete dann einen der Gäste, der mit ihm im gleichen Hause wohnte. Dieser ahnte nichts Gutes, und andere Gäste begleiteten ihn zu seiner Unterstützung. Auf dem Flur kam es auch zu Tätlichkeiten. Der vorbestrafte und wegen Trunksucht entmündigte Angeklagte stach aus dem Schalterfenster seiner Türe blindlings nach den Außenstehenden, die sich gegen die Türe stemmten, um sein Her- auskommeu zu verhindern. Er traf einen am Halse und den anderen in der Hand. Rotwehr, auf die sich der Angeklagte berief, lag nicht vor. Er war auf Grund der Beweisaufnahme als der angreifende Teil anzusehen und erhielt einschliehlich einer Strafe wegen Bedrohung eine einmonatige Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung.
Ein schon mehrfach vorbestrafter früherer Rechtskonsulent dahier, der zur Zeit Strafe vcr- büht, hat es durch schwindelhafte Manipulationen einem damals in Untersuchungshaft befindlichen hiesigen Schneider und dessen Vermieterin gegenüber fertiggebracht, dah diese ihm fast die ganze Habe des Gefangenen, soweit sie leicht transportabel war, überließ, die der Angeklagte in seine Wohnung schaffte, angeblich zur Aufbewahrung, damit während der Untersuchungshaft nichts verloren gehe und nichts gepfändet werde. Als später auf Anzeige die Polizei einschritt, fand diese einen Teil der Gegenstände noch vor, bzw. brachte sie wieder herbei, andere, und zwar die wertvolleren, waren nicht mehr vorhanden; sie sind fraglos von dem Angeklagten verbraucht oder veräußert worden. Er berief sich — jedoch erfolglos — darauf, der Schneider sei ihm noch Honorar für erteilte Auskunft u. dgl. schuldig und er habe sich lediglich Deckung verschaffen wollen^ Der Angeklagte erhielt 3 Monate Gefängnis.
------------- )
—
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 o. H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H.
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—
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—
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72
—
Leonhard Tietz . . • •
•
. 10
153
—
152.5
SvenSka - -
—
337
337
faankfurter Matchuten .
. . 4
—
-
35
—
«rinnet . -
e
. . 6
40.75
-
40
—
Henligenstaebl . . .
. . 0
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-
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—
Nunghans . . . .
Lechwerke . . . .
. . 6
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35
105
36
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Mainkroftwerke Hvchfi a. M. 8
—*
——
—
Miog - . .
. 10
130
—
■ 28.5
128,5
Gebt Roeder . . .
e
. 10
104
—
—
—
Boigt & Haefwer . • •
Süddeutsche Zucker • •
a
. . 9
. 10
218
151,5
152
218
150,25
1 -
Banknoten.
Berlin, 18. Mörz
Selb
Brles
Amerttannche 'Jioten.....
Belgische Noten .......
Dänttche Noten .......
Englische Noten ......
Französische Noten ......
Holländische Noten .....
italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch Ccftcrr .ülOOÄTonen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten ......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten
z/eoiftnmarfl Berlin
079 58,31
111,83
20,325
16.367
167.56
21,99
111.78
58,83 2,46
■12-20
80.99
53,22
12,37 73.02
- Frankfuc
' 4,199 58,55
112,27 20,405 16,427
168,24
22.07 112.22
59.07
2.48 112.64
81,31
53.42 12,43 '3.32
a. M.
■ 8. J)iän
■ 9. Dldni
Amtlich, Notierung
Amtliche Notierung
Geld
»riet
Geld
Sriei
Amtt.'RoN.
167,90
168,24
167,94
168.29
Bun--AireS
1.557
1.561
1.566
1.572
Brn. Antw.
d8 275
58,495
58.365
58.485
Edrilliania.
112.25
112,27
112,05
112,27
Kovendag.m
H2.12
112,34
112,12
112,33
Stockholm .
'12,46
112,68
112,46
112.68
HelsiuaforS.
10.542
10.562
10,538
10.558
Italien. . .
21,93
21,97
21.925
21,965
London. . .
20.363
20,403
20.36
20,40
Neuyork . .
4.1895
4,1975
4,1875
4,1965
DariS....
>6,385
16.425
16.38
16.42
Schweiz ..
81.06
81.22
81,045
1.205
Sva kn •
53.00
53,10
52,35
52 45
Japan . . .
2.068
2.072
2,070
2,074
»io de Jan
0.488
0.490
0.4855
1.4875
Wien in D-»
Ceit. abgest
18.995
59.115
58.995
59,115
Prag . . .
12,41
12,43
12,408
12,438
Pel i rad - .
7,399
7.413
7,399
7,413
Budapett. .
/3.195
73.335
73,13
73,31
Bul orten
3,039
3,045
3,037
3 043
Vnlabon
18.81
18.85
18,82
18 86
Tami a •
31.385
81,545
81.385
81,525
Konst ntin.
1,784
1,788
1,785
1.789
Athen . -
5,425
5.425
5.425
5.435
Lanada
1,1845
4.1925
4,1845
4.1925
Uru uay • .
3,676
3.684
3.676
3.684
Cairo • • •
20,88
20.92
20,88
20,92


