Ausgabe 
19.2.1930
 
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Mit seiner Frau lebte er nicht gerade glücklich. Im Haus und bei der Feldarbeit roar die Frau fast stets allein. Als sie einmal Kartoffeln ablud, kam er aus dem Wirtshaus, schaute vergnügt durch das Kellerloch und rief seiner hart arbeitenden Frau zu: ,Iuckuck!" Darauf von unten die Antwort:Wart', du Saufeul, ich komme gleich hinauf und gebe dir Kuckuck'." Und Peter bekam richtig feine Prügel. Doch die Rache ließ nicht lange auf sich warten. Eines Abends klopfte es an das Fenster. Einer fei­ner Wirtshausbrüder, den er wohl im Trünke etwas unsanft angeredet hatte, stand auf der Straße, und als Peter herausschaute, bekam er eine kräftige Ohr­feige. Er zog sachte den Kops zurück und saate mit unschuldigem Gesicht zu seiner Frau:Du sollst ein­mal am Fenster gucken". Die Alte ging hin und er­hielt auch richtig ihre Ohrfeige..."

3a," meinte unser Nachbar Konrad nach dieser Erzählung,das waren noch Zeiten, da verstand man noch Spaß, aber heute? Gleich laufen sie aufs Amtsgericht, wenn irgend einmal einer ein Wort zuviel gesagt Hal."

Konrad kann erzählen. Das wissen wir alle, und so findet er jeden Abend seine Zuhörer.

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Laicn für Donnerstag, 2V. Februar.

Sonnenaufgang 7.05 Uhr, Sonnenuntergang 17.24 Uhr. Mondaufgang 1.39 Uhr, Monduntergang 9.51 Uhr.

1751: der Dichter Johann Heinrich Voß in Som­mersdorf geboren (gestorben 1826); 1810: die Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer und Peter Mayr erschossen (geboren beide 1767); 1920: der Polarforscher Robert Peary in Washington gestor­ben (geboren 1856).

Bornotizen.

Tageskalender fürMittwoch. Stadt­theater:Gräfin Mariza", 19.30 bis 22.30 Uhr. Kasperle-Vorstellung 14.15 Uhr, in Katholischen Ver- einshaus. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die weiße Schwester von St. Beith" undDas rote Schwert". Astoria-Lichtspiele:Der große Dia­mantendiebstahl" (mit Tom Mix) undSchatten der Nacht".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Operetten- VorstellungGräfin Mariza" (Kalman), Gast­spiel der Frankfurter Opcretten-Gastspiclc (Direk­tion Baars) beginnt um 19.30 Ahr. Freitag, 21. Februar, erste Wiederholung vonWie es Euch gefällt". - Sonntag, 23. Februar, 18.30 Ahr, Die andere Seite" (Sherriff). Für den Fa­schingssonntag, 2. März, ist als Premiere der ausgelassene SchwankWeekend im Paradies' von Arnold und Dach festgesetzt. Dieses Stück hat bei seiner Berliner Premiere einen Serien- erfvlg erzielt.

Dom Konzertverein wird uns ge- schrieben: Das diesjährige große Chorkonzert des Konzertvereins (in Verbindung mit dem Akadr- mischen Gesangverein) findet am Montag, 24. Februar, abends 8 Ahr, in der Stadtkirche statt. Die Leitung hat Dr. Stefan Temes- v a r h. Zur Aufführung gelangt Mozarts Re­quiem, welches zuletzt 1905 unter Trautmann in Gießen gebracht worden ist. Als Sozialisten sind gewonnen: Frau Grete Korten (Sopran) aus Elberfeld, Frau Irmgard Heermann (Alt­ans Gießen, Sjett Max Meili (Tenor) aus München, von der Iohannispassion uns noch in bester Erinnerung, und Herr Erich Meyer- Stephan (Daß) aus Frankfurt a. M. Den Orgelteil hat unser einheimischer Organist. Herr Rebeling, übernommen. Als Orchester ist das verstärkte Kammerorchester des Reichsverbandes deutscher Derufsmustker Frankfurt a. M. ge­wonnen worden. Das prachtvolle, so berühmte Chorwerk, das letzte des Meisters (gest. 1791), nimmt einen besonderen Platz unter den Kirchen­konzerten ein. Da große Nachfrage noch Ein­laßkarten besteht, empfiehlt es sich für Rrcht- abonnenten, sich in der Musikalienhandlung von Ernst Challier rechtzeitig einen Platz zu sichern.

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worin die den Haushalt berührenden Fragen der Kriegsopserversorguirg ausführlich behancelt wer­den. Leider seien Sparmaßnahmen zur Durch­führung gelangt, die im Kreise der Kriegsopfer wegen ihrer Häufung unb wegen ihrer teilweise rigorosen Anwendung nicht anders als em Plan­mäßig durchgeführter Dersorgungsabbau empfun­den wurden. ES sei zu fordern, zur Störung künftiger Kapitalabfindungen im neuen Haus­haltsplan eine besondere Position »Kapitalab- findungen" aufzunehmen und darauf Wert zu legen, daß nicht nur die rechtlichen Ansprüche der Kriegsopfer, sondern in gleicher Weise auch deren moralische Ansprüche durch ausrercherche Etcitmittel sichergestellt würden. Die Rente der Kriegerhinterbliebenen müsse mit dem Maßstäbe der sozialen Dedürfnisse gemessen und diesen Bedürfnissen angepaßt werden. Dabei sei gleich der Einbau der Zusahrente in die Grundrente ms Auge zu fassen. Der Streit um die peil- behandlung für Kriegerhinterbliebene müsse durch die Schaffung eines Rechtsanspruches einem Ende entgegengeführt werden. Wichtig fei au<b die Sicherstellung der Heilbehandlung für die Hinter­bliebenen, die sich durch die Pflege ansteckungs- gefährlicher Kriegsbeschädigten selbst infiziert hätten. Für die zur Schulentlassung kommenden Kriegerwalsen müsse besser als bisyer gesorgt tverben. Die Förderung der Berufsausbildung der Kriegerwai en sei c'.n dringliches Gegenwarts­problem, das leinen weiteren Aufschub vertrage. Die Eingabe fordert weiter die Streichung der Fristvorschriften, bic Einführung von Alwrszu» lagen für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinter­bliebene, die Beseitigung der Kurzungsvorschrif- ten eine Reform der Kapitalabfindungsbestim- inungen, bic Klarstellung der Härtevorschriften und die' Rückführung der Fürsorge an das Reich.

Siegerwald fordert Rückkehr zurArbeitsgemeinschaft".

Stabile Relation zwischen Lohn- und Preis­politik.

** Stadttheater - Abonnement. Die Einlösung des 6. Abschnittes des Stadttheater. Abonnements betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders Hinweisen.

** Städtische Brennholz-Ver steige- rung. Bei der gestrigen Brennholz-Dersteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Stadtwald) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Kie­ferscheit je Raummeter 8 bis 10,40 Mk., Eichen- jdjeit 8,40 Mk., Kieferknüppel 8 Mk., Kieferreisig 2. Kl. je 100 Wellen 11 bis 20 Mark.

* Andacht für evangelische Stu­denten. Die letzte Andacht dieses Semesters für evangelische Studenten findet am Freitag, 21. Februar. 20.15 Ayr, in der Alten Friedhofs- kapelle. Licher Straße, statt. Gehalten von Pros, l). G. Bertram, steht sie unter dem Gedanken der Kirche.

** Seinen schweren Verletzungen er­legen ist in der letzten Nacht in der Chirurgischen Klinik der am Montagabend in Lollar verunglückte Reifende Schäfer von hier. Wie gemeldet, war der bedauernswerte Mann mit einem Auto kolli­diert, wobei er einen doppelten Schädelbruch erlitt.

" Scharnhorst, Bund deutscher Jung mannen. Am vorigen Sonntag fand wie man uns berichtet in Frankfurt a. M. eine Führertagung des Landesverbandes Groh- Hessen des Scharnhorst, Bund deutscher 2ung- rnarmen statt, bei der die Scharnhorst-Gruppe Gießen durch ihren Ortsgruppenführer vertreten war. Hauptgegenstand der Beratungen war die Stellung des Scharnhorst zum Stahlhelm und Iungstcchlhelm. A. a. wurde beschlossen, das Lan- desverbandstreffen in diesem Jahre zu Pfingsten in Kassel zu veranstalten, wobei außer dem Landesverband Groß-Hessen die mitteldeutschen Gaue stark vertreten sein werden. Die Orts­gruppe Frankfurt a. M. fährt mit Lastkraftwagen über Gießen, Marburg, Hofgeismar nach Kassel und nimmt die Mitglieder der betreffenden Orts­gruppen mit. Boraussichtlich wird mit einer Beteiligung von 200 bis 300 Iungmannen zu rechnen fein.

Oie Freie voltskirchliche Vereinigung für Hessen

hielt in Frankfurt a. M. bei gutem Besuch ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Der neue Borsitzende, Pfarrer Roth, Reu-Isen- burg, gab den Jahresbericht. Rach einer regen kirchcnpolitischen Aussprache gab der Rechner. Pfarrer Hartmann. Groß-Umstadt, den Kasse­bericht, der ein günstiges Bild zeigte. Dem Rech­ner wurde Entlastung erteilt. Die Satzungen wurden in der im Druck vorliegenden Fassung einstimmig angenommen. ' Der Dorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt.

Die erste Freizeit, zu der das Bedürfnis von verschiedenen Seiten anerkannt wird, soll in diesem Jahre stattsinden. voraussichtlich in Heppenheim a. d. D.

Alsdann hielt Professor Martin Schmidt, Frankfurt a. M., einen Dortrag über das Thema Der Zusammenschluß der evangeli­schen Landeskirchen im Rhein-Main- Geb i e t. Die Kirchen Hessen-Darmstadt. Hessen- Kassel, Rassau, Waldeck und Frankfurt umfassen 21/- Millionen Evangelische mit 1350 Pfarrern.

An solchen Winterabenden, wenn alte Leute er­zählen, muß ich immer an unterirdische Quellen den­ken, die irgendwo rauschen. In geweihten Stunden aber dürfen wir manchmal einen Blick in die Tiefe tun, dürfen sehen, wie das sprudelnde Leben von der Sonne beleuchtet wirb und vor unserem stau­nenden Auge vorüberfließt. Ganz unbewußt werben vergangene Zeiten wieder lebendig, entführen uns wohl der Gegenwart, geben uns dafür aber wieder neue gesammelte Kraft. Einen verplauderten Abend bei unserm Nachbar habe ich stets als Gewinn verbucht. Und wir muffen uns darüber freuen, daß auf dem Lande zur Winterszeit noch recht viel er­zählt wird. ®-

Die letzten Jahre haben immer wieder den gleichen Dorgang gebracht: einer Lohner­höhung. wie z. B. der Beamtenbesoldungs- reform von 1927, folgte eine Preissteige­rung oder umgekehrt eine beginnende Konjunktur mit Preisheraufsetzungen löste eine großzügige Gewerkschaftsaktion auf höhere Löhne aus. in der sich die Konjunktur ver- fing. Auf Grund dieser Erfahrungen hat jetzt der Reichsverkehrsminister Stegerwald den Reichsministern ein Memorandum überreicht, das bedeutungsvolle Dorschläge für eine neuartige Lohnpolitik macht, die um so bemerkenswerter sind, als sie von einem Gewerkschaftler ausgehen.

Stegerwald knüpft darin, wie wir von gut­unterrichteter parlamentarischer Seite erfahren, an die Steuerpläne der Regierung an, die im wesentlichen eine Masse nbela st ung bedeuten. Er berechnet die Mehrbelastung durch die Agrarzollerhöhung und durch die Tabak­steuer im Dezember auf rund 350 Millionen, zu denen nun noch die Biersteuererhöhung und bic Zollsteigerung für Tee und Kaffee koimnen, wobei noch weitergehende Reubelastungen nicht ausge- schtvssen erscheinen. Er befürchtet, daß bei der nächsten leisen Konjunkturbesserung die Gewerkschaften im gegenseitigen Wettrennen mit größter Energie versuchen werden, die Mehr­belastung der Massen durch Zölle und «Steuern wieder durch Lohnerhöhungen her­einzubringen. Die für die deutsche Wirt­schaft so dringend notwendige Konjunkturbele­bung ist bann schon in ihren ersten An­sätzen gefährdet.

Am dieser Entwicklung entgegenzuwrrken, schlägt Stegerwald vor, daß die Reichsregie­rung sofort nach Erledigung des Boung-Plans eine großzügige Aktion einleitet, mit dem Ziel, eine ..Arbeitsgemeinschaft" ähnlich der von 1918 19 zwischen Arbeitnehmern und Arbeit­gebern aufzurichten. Selbstverständlich will Ste­gerwald die Arbeitsgemeinschaft nicht in der al­ten Form aufleben lassen, aber um jeden Preis soll verhindert werden, daß Preis- und Lohnerhöhungen rücksichtslos hin­tereinander herjagen. Er verweist auf die Versuche von Coolidge und Hoover und' regt an, daß der Reichswirtschaftsminister in einer kleinen Kommission und unter Unter» stützung der gesamten Reichsregierung so schnell wie möglich die praktischen Arbeiten zum Zweck einer inneren Wirtschaftsbefriedi­gung in bic Wege leitet. Das Ziel ist, eine stabile Relation zwischenPreis- und Lohnpolitik zu finden. Es ist sicherlich be­merkenswert und von größter Bedeutung, daß dieser Dorschlag von einer Persönlichkeit, die den Gewerkschaften nahesteht, ausgeht.

Reue partetbildung in England.

Spaltung im konservativen Lager.

London, 18. Febr. (TA.) Lord Beaver» d r o o k veröffentlicht einen Ausruf zur Bildung einer neuen englischen Partei unter dem Hamen Derei.nigte Weltreichsparte i". Er geht von' dem seit Monaten von ihm betriebenen Feldzug für den Freihandel innerhalb des britischen Weltreiches aus und er­klärt bann: Das Auftauchen bieses neuen Ge­dankens habe sämtliche Parteiführer in große Verlegenheit verseht. Er müsse feststellen, baß nicht der Freihandel England ruiniert habe, sondern die politischenParteien, die als Sklaven aller Traditionen unempfänglich seien für neue Gedanken. Der Ausgang der letzten Wahlen habe gezeigt, daß keine der bestehenden Parteien groß genug sei, um die Grundsätze des Freihandels innerhalb des bri­tischen Weltreiches in ihrem gesamten Umfang zu meistern. Die Bewegung müsse von allen Bindungen der bestehendenParteten frei sein, um vor den Wählern eine Politik entwickeln zu können, die zur Rettung des Lan­des notwendig fei

Die Bildung einer vierten englischen Partei durch Lord Beaverbrook, der ..Vereinigten Welt- reickspartei". hat die innerpolitische Lage in Eng­land sehr verändert. Vorläufig haben sich allerdings nur etwa 200 000' Personen von 14 Millionen Wahlberechtigten für die neue Partei verpflichtet. Im Augenblick kommt es aber we­niger auf die direkte Gefolgschaft der neuen Par­tei als auf die Tatsache an. daß Lord Deaver- brook als Parteiführer und Pressemagnat unter allen Umständen entschlossen ist. bei den näch­sten Wahlen mit seiner Partei selbstän­dig aufzutreten. In der Wirkung kann das kaum etwas anderes bedeuten als eine Zers plitterung der konservativen

Aus der Provinzialhaupistadt.

Gießen, den 19. Februar 1930.

Winterabende auf dem Lande.

Hatten wir dieses Jahr eigentlich einen Win­ter? Der Landwirt jedenfalls nicht. Er konnte fast jeden Tag hinaus ins Feld fahren. An Ar­beit fehlt es ja in einem bäuerlichen Betrieb nie, und es ist ein alter Irrtum, zu glauben, die Landwirte hätten im Winter eine schöne Ruhepause. Wohl sind die Zeiten vorbei, m denen die Bauern schon morgens um drei Uhr aufstehen mußten, um in der Scheune zu dreschen. Da helfen nun die Maschinen.

Etwas bringt aber jeder Winter, sei er nun milde oder streng: das sind bic langen Abende. Die Jugend geht in bic Spinnstube die ja auch ohne Spinnrab und Strickstrumpf noch ganz schön ist. Die Wirtshäuser sind ziem­lich leer; denn die Bauern fühlen wohl mit am meisten den Mangel an dem nötigen Kleingeld. Es heißt sich bescheiden, und sie tun es auch meist alle ohne Murren. Die langen Abende ge­hören der Familie und dem Rach bar. Wohl dem. der sich mit feinen Rachbarn und Freun­den gut hält! Da kann mancher Ratschlag ge­geben, Vorbereitungen für die Frühjahrsarbeit können besprochen werben, ein Rückblick auf die Erfolge und Erfahrungen der letzten Jahre schließt sich an. Dabei streifen die Gespräche auch die Vergangenheit. Ein Rückblick auf die Dergangenheit, besonders bei alten Leuten, gibt immer neuen Halt und frischen Mut in der heu­tigen Zeit. Die Grundpfeiler aller ländlichen Philosophie sind Ratur und Gott. Darauf grün­det sich die heiße Liebe zur Scholle, der starke Glaube an die Zukunft. And wenn wir einmal einen Anglück prophezeienden Bauern finden, dann werden wir bic Erfahrung machen, bah es ihm gar nicht so ernst ist mit seinen Theorien. Er möchte nur widersprochen haben. Denn im Grunde genommen gibt es unter der ländlichen Bevölkerung die wenigsten Miesmacher.

Auch unser alter Rachbar, der Konrad, wie er kurz genannt wirb, hat es an sich, immer ein wenig zu kritisieren. Bei ihm ist die ver­gangene Zeit das Schönste, was es gab. Er lebt nur noch darin, von neuen Sachen will er nicht viel wissen. Merkwürdigerweise schätzt er aber den Rundfunk. Wenn wir aber von Autofahren, Motorspritzen ober ähnlichem anfangen, bann nimmt er seine Pseisc aus dem Mund, spuckt einmal kräftig aus und legt bann los:Das ganze neumodische Zeugs kann mir ge­stohlen werden. Tempo! schreien sic alle. Dabei haben wir doch schon sechs Autos im Dorfe. Ich lobe mir immer noch ein schönes Pserde- gespann. Wenn wir da Sonntags ausfuhren, dann hatten wir doch wenigstens etwas von der Gegend, konnten uns die Aecker ringsum betrachten und kamen auch noch früh genug. Wir waren alle zufrieden und hatten nicht immer za schelten, und wenn die alten Leute sprachen, dann horchten wir Jungen und fuhren ihnen nicht über das Maul!"

Aber er beruhigte sich bald wieder und kam bann von uns leise geschoben ins Er­zählen. Wieviel Schnurren habe ich doch schon von ihm gehört! Dor einigen Tagen hatte er wieder seinen alten Paten vorgenommen. Peter hieß er und war Küfer. ...Also Peter hatte auch viel Arbeit für das benachbarte F., da dort kein Küfer war. Wenn er dann etwas fertig hatte, ein Fäßchen ober eine Bütte, nahm er seinen Schubkarren und fuhr das Geräte eigen­händig hin. Leider hatte der Schubkarren die Gewohnheit, vor jedem Wirtshause stehen zu bleiben. Peter trank gern einen »Korzen". Als er einmal von einer solchen Reise spät abends zurücktam. zog er seinen Schubkarren, da es so leichter ging. Unterwegs aber wurde er müde, setzte sich und schlief ein bißchen ein. Er wachte dann wieder auf, nahm seinen Schub­karren wie gewöhnlich uni) drückte ihn nun. Rach kurzer Zeit sah er Häuser und glaubte, zu Hause zu sein, wurde aber zu seiner Verwun­derung gewahr, daß er wo ganz anders war. Der Rachtwächter sagte ihm. daß er nämlich in F. sei. Darüber gab's natürlich großen Streit. Da komme ich doch her, du Kamel!" rief Peter entrüstet, er muhte aber dann klein beigeben, als er im Scheine der Rachtwächterlampe be­lehrt wurde, daß da wirklich das Adlerwirtshaus stand, wo Peter seineKorzen" getrunken hatte.

Front. Der von der neuen Partei vertretene Gedanke der Schaffung einer Wirtschafts­einheit des britischen Weltreiches durch Aufrechterhaltung von hohen Zollmauern gegen die ganze nichtbritische Welt der ein­zige Gedanke, den das Parteiprogramm über­haupt aufzuweisen hat, übt weder auf die Ar­beiterpartei noch auf die Liberalen irgendwelche Anziehungskraft aus und kann daher nur A n - terstützung aus dem konservativen Lager erwarten. Baldwin hat in den letzten Wochen zu erkennen gegeben, daß er zu gewissen Zugeständnissen an Die von Lord Beaverbrook vertretenen Gedanken bereit sei. Die Uebernahme des Programms der vereinigten Weltreichspar­tei durch Baldwin ist aber so gut wie unmöglich, wenn die Konservativen bic Gewinnung des An­hanges Beaverbrooks nicht durch die Abgabe zahlenmäßig sehr starker anderer Kreise erkau­fen wollen. Vorläufig wird die Spaltung in dem konservativen Lager ziemlich weitgehend ausge­glichen durch die gleichzeitig bestehenden Mei­nungsverschiedenheiten auf arbeiterparteilicher Seite.

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Fünf Behörden mit allem Zubehör machen fH* mal alle Arbeit, dazu kommen fünf Kirchenparla­mente mit allem Zubehör. Fünf Gesangbücher ind nach Territorien begrenzt; fünf theologische Seminare, zwei theologische Fakultäten und 2In- atz zu einer dritten (Frankfurt a. M.) vervoll- tändigen das Bild. Die Erhaltung des Typs Kirche verbietet jegliche Kirchturmpolitik;

nehmenden Eingemeindungen Frankfurts machen Rassau zu einer rein rustikalen Kirche; die ilt eine Siedlung ziehenden Menschen werden ver­ändert; in Frankfurter Siedlungen treffen und überkreuzen sich schon zum Teil verschiedene Lan­deskirchen. Es entstehen in den Statistiken un­klare Bilder; so drängt auch in den in diesem Gebiet liegenden preußischen Kircher alles zur ^Bereinigung. Die Marburger Konferenz hat manches platonisch behandelt; die rein uni­tarische Lösung ist möglich; ein Zweckverband würde nicht viel erreichen; die föderative Lösung mit einer Kirchenregierung unter Belassung der Parlamente ist die dritte Art. Die Bereitschaft wird von allen Seiten erklärt. Hemmungen sind die Personalfrage innerhalb der Behörden und der Pfarrer, die Frage des finanziellen Aeber- einkommens, die Frage der staatlichen Reu Ord­nung, des Prestige von Kassel, des Eingemem- dungshungers von Frankfurt. Auf die staatlichen Reugründungen sollte nicht gewartet werden; hier könnte die Kirche ruhig vorangehen. Fi­nanzen und Verfassung bleiben die schwierigsten Probleme. Das nächste wäre die Einigung auf der Grundlage einer kleinen Reihe von Grund- artifeln und ein Programm der Befristung. Der Grundsatz:Einer trage des andern Last" muß zu seinem Recht kommen; die Dinge Dürfen nicht rein behördlich weiterbehandelt werden. Lang­sam und mit Aebcrlegung muß das wichtige IßerT gefördert werden; wo ein Wille ist, ist auch em Weg.

An die mit starkem Beifall aufgenommenen Auslührungen schloß sich eine lebhafte Aus­sprache an; dabei wurde auch von Vertretern des Hessischen Diakonie-Vereins, des Evangeli­schen Bundes und des Evangelischen Preßver­bandes die Rotwendigkeit des Zusammenschlusses der Kirchen betont.

Einstimmig angenommen wurde eine Ent­schließung, die aufs wärmste die Forde­rung des Zusammenschlusses unter dem unitarischen Gedanken billigte und das Ziel auch weiter als zum Arbeitsprogramm der Freien volkskirchlichen Vereinigung gehörig ansah. Ebenso einmütig wurde eine Ents chließung angenommen, die der Erwartung Ausdruck ver­lieh. daß der im Sparprogramm vorgesehene Abbau von Lehrerkräften nach den Grundsätzen der Parität und nicht allein auf dem Rücken der evangelischen Lehrerschaft vor­genommen werde.

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Wettervoraussage.

Zentraleuropa wird weiter von hohem Druck be­herrscht, der seit gestern keine wesentliche Aenderuna zeigt. Im Bereich seiner abfintenben Luftmassen ist die Bewölkung mehr zurückgegangen, so daß durch bas Aufklaren ber Frost roieber etwas angezogen hat. Im nörblichen Deutschland lagen die heutigen Morgentemperaturen bis zu 5 Grad unter Null. Die Hochdruckwetterlage halt noch stand, und durch nächtliches Aufklaren dürfte auch in unserem Bezirk der Frost noch etwas zunehmen. Im übrigen herrscht trockenes Wetter und tagsüber geringe Bewölkung.

Wettervoraussage für Donnerstag: Zeitweise leicht wolkig, sonst vielfach heiter, trocken, Nachtfrost.

Witterungsausfichten für Freitag^ Trockenes, teils nebelig-wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, Temperaturen nachts noch unter Null.

Lufttemperaturen am 18. Februar: mittags 1,5 Grab Celsius, abends 1,1 Grad; am 19. Februar: morgens0,9 Grad. Maximum 1,5 Grad, Mini­mum1,1 Grad. (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Februar: abends 0,4 Grad; am 19. Ke- bruar: morgens 0,2 Grad Celsius.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskops: Klar, minus 5 Grad, 24 Zentimeter Pulverschnee, Sport­möglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Her» chenhainer Höhe: Klar, minus 4 Grad, 20 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Sportmöglich­keit für Ski und Rodel sehr gut.

Taunus. Kleiner FeIdberg: Klar, mi­nus 6 Grad, 24 Zentimeter Pulverschnee, Sport- möglichkeit für Ski und RodÄ gut

Sauerland. Winterberg: Bewölkt, mi­nus 6 J©rab, 115 Zentimeter Pulverschnee, Sport­möglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, minuS 3 Grad, 10 Zentimeter Pulver­schnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.

Harz. Braunlage: Rebel, minus 6 Grab. 25 Zentimeter Pulverschnee; Sportmöglichkit

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