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Nr. 218 Erstes Blatt

180. Jahrgang

Donnerstag, i8. September (950

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvä unö Verlag: vrühl'fche Univerfitülr Buch. und Steinörucferei H. Lange in Sietzen. Schriftlettnng und Seschäftrftelle: Zchulfttatze 7.

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tyyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen

General von Steuben.

Don Frih Heinz ^eimesch.

Am 17. September jährte sich zum 200. Male der Geburtstag Steudens. Die nach ihm be­nannteSteuben-lYesellschaft", di« Zusammen- sassung der deutschstämmigen Amerikaner, hat diesen Tag feierlich begangen, und mit ihr gedenkt das ganze deutsche Volk eines Man­nes, der im besten Sinne deutsch nxir, dessen Verdienste um Amerikas Größe un- bestritten sind.

Deutsche Soldaten und Offiziere haben den Ame- rikanern zum mindesten ebensoviel geholsen, die Freiheit zu erringen, wie ihr Bündnis mit Frank- reich und die Arme« Lafoyette. Namen wie die des Obersten Nicolaus Herchheimer, der den Sieg von Oriskann mit seinem und dem Leben von 500 Pfälzer Bauern bezahlte, oder des streitbaren Pastors und Generals Peter Mühlenberg, der mit seiner deutschen Brigade Porktown miterobern half, dann vor allem aber der Friedrich Wil­helm von Steubens, des ftitzischen Offiziers und Generalinspekteurs der amerikanischen Frei- heitstruppcn, sollten neben den vielen tausend Hel­den deutschen Bluts, die vergessen sind, in der ame- ri kam scheu Geschichte nicht vergessen werden.

Vornehmlich Steuden ist von dem Freiheitskriege der Amerikaner gar nicht fortzudenken. Denn sein Or­ganisationsgenie und sein strategischer Weitblick haben zusammen mit den vielen tausend deutschen Freiwilligen die Freiheit des jungen Staatswesens verbürgt. Sicher haben sich auch die Farmer und Trapper angelsächsischen Blutes tapfer mit den Rot­häuten, den Franzosen und nachher mit ihren eige­nen, jedoch königlich gesonnenen Volksgenossen ge­schlagen die berühmten Riflemen aus der heroischen Zeit, in der Coopers Lederstrumpf spielt oder Zone Greys prächtiger RomanBetty Zone", also der Zeit der Freiheitskämpse, diese Riflemen sind hauptsächlich deutsche Former, Trap­per, Wildtöter und Lederstrümpfe, so wie nach- gcwiescnermaßen Coopers berühmter Lederstrumpf auf den guten deutschen Namen Bohne hörte. Nur die Deutschen hatten Büchsen mit gezogenem Lauf, also die Rist«; sie waren die Scharfschützen, die in erster Reihe fochten, di« aber auch den Idealismus aufbrachten, nur um der Freiheit willen zu kämpfen. Schon 11 Jahre vor der Unabhängig­keitserklärung hatten die Deutschen Pennsylvaniens gegen die britischen Unterdrückungen Einspruch er­hoben; sie waren die ersten, die gegen den Stachel der hochmütigen Tories lockten, die sich als Droh­nen vom Volke mästen ließen.

Washington war fraglos eine große Füh­rernatur, aber es fehlte ihm sowie seinen Offi­zieren, die ja alle nicht vom Dau waren, das Wissen der militärischen Kunst, ohne das man wohl Schlachten gewinnen, kaum aber einen Krieg zu siegreichem Ende führen kann. Die britischen Truppen verstärkten sich immer mehr. 3m Frühzahr 1778 hoffte man 30 000 deutsche Söldner" über den Ozean bringen zu können, mit denen man den Amerikanern den Garaus machen wollte. Es waren jene Kurhessen, Braunschweiger, Waldecker, Anhaltiner und Ansbach-Bayreuther, die von ihren sauberen Landesvätern für 51,50 Taler je Stück nach England verschachert worden waren. Am 1. De­zember 1777 traf der ehemalige Adjutant Fried­richs des Großen, Hofmarschall des Fürsten von HohenzoUern-Hechingen, Friedrich Wil­helm Freiherr von Steuben, in Ame­rika ein. Durchaus keine Abenteurernatur, aber unzufrieden mit dem Leben einer Hofschranze, die ihn zum Nichtstun zwang, wollte er ohne an materielle Borteile zu denken sein Leben um einer 3dee willen in die Schanze schlagen, ja, er mußte sogar seine jährliche Pen­sion in Höhe von 580 Louisdor aufgeben, also einen erheblichen materiellen Berlust tragen.

.Der einzige Beweggrund, der mich diesem Weltteil zuführt, ist der Wunsch, einem Bolke zu dienen, das einen so edlen Kampf für seine Rechte und Freiheit kämpft. Ich verlange we­der Titel noch Geld. Mein einziger Ehrgeiz be­steht darin, bei Ihnen als Freiwilliger einzutreten, mir das Vertrauen Ihres Ober­befehlshabers zu erwerben und denselben in allen Feldzügen ebenso zu begleiten, wie ich während des Siebenjährigen Krieges dem Kö­nige von Preußen folgte. Ich möchte gerne mit meinem Blute die Ehre erkaufen, daß mein Name eines Tages unter den Verteidigern Ihrer Freiheit genannt werde."

Von diesem 'Brief war der Kongreß begei­stert und er ernannte Steuben zum General- inspekteur der Armee. Diese war ein Trümmerhaufen. 3m Winterlager von Valley Sorge hungerten und froren 5000 Männer, zer­lumpt, desorganisiert, von den meisten Offi­zieren verlassen, bar jeder Disziplin. Steuben aber erschrak nicht vor der Fülle der Auf­gaben, die sich vor ihm türmten. Da es kein gültiges Exerzierreglement gab, so bildete Steu­ben zunächst eine Lehrkompanie, die er selbst einexerzierte. Disziplin galt den Soldaten als Schikane, denn sie verstanden den tieferen Sinn derß°iben nicht. Mit Tapferkeit allein konnte Washington die geübten britischen Trup­pen auf feinen Fall schlagen. Wohl hatten diese Männer unerhörte Kämpfe gegen die Rothäute ausgefochten, den wohldisziplinierten Forma­tionen der Briten standen sie jedoch hilflos gegenüber. Unter den allerschwersten Bedingun­gen gelang es besonders weil die deutschen Mennoniten und Herrnhuter freiwillig Fourage heranführten die Lehrkompanie auszubiDen, deren Mannschaften Steuben sodann als 3 n

Oie Herbstmanöver der Reichswehr.

Manöver bei uns und in Frankreich. Oie Sabotage der allgemeinen Abrüstung.

Gegenwärtig finden die großen Herb st- Übungen der Reichswehr statt: im kleinsten Rahmen, da die finanzielle Lage die Heranschaffung der weit zerstreuten Verbände nur im kleinsten Umfange gestattet. Die Hebung ist als Rahmen- Übung gedacht und wird als solche durchgeführt. Sie soll den Führern bis zu den Kompanieführern herab Gelegenheit geben, im Rahmen einer großen Aufgabe ihre Kräfte zu erproben. Gleichzeitig wer­den natürlich die daran beteiligten Divisionen, die 5. Infanteriedivision und die 3. Kavalleriedivision geschlossen eingesetzt. Die Hebung findet in dem schwierigen Berggelände des Thüringer Waldes statt und wird völlig kriegsmäßig durch­geführt, so weit unser Reichsheer bei den ihm auf- erlegten Beschränkungen der Bewaff­nung überhaupt eine kriegsmäßige Hebung ver­anstalten kann. Für die Rahmenübung entscheidet es, daß der vollständig« Nachrichtenapparat des gesamten Reichsheeres daran beteiligt ist, damit die Befehlsübermittlung kriegsmäßig gestaltet werden kann.

Es ist natürlich ein großer Gewinn für die Aus­bildung des Reichsheeres, daß wenigstens in diesem Umfange einmal die Schulung der Führer und der Truppe im Manöoergelände stattsinden kann. Es wäre ein Verbrechen, wenn man der Reichswehr die Mittel zur Durchführung solcher Aufgaben vor- enthalten wollte. Wir haben das Vertrauen, daß auch künftig diese einfache staatspolitische Erwägung über alle salschangebrachte Sparsamkeit und über alle unzeitgemäßen pazifistischen Theorien siegen wird. So wenig das deutsche Reichsheer heute im Stande ist, einem feindlichen Angriff wirksamen Widerstand zu leisten, so sehr müssen wir darauf achten, daß in seinem kleinen Rahmen an militä­rischen Leistungen d i e höchsten Ansprüchen ge­stellt werden. Denn unsere Nachbarn legen gerade letzt entscheidendes Gewicht darauf, die Ausbildung ihrer Heere in jeder Weise zu vervollkommnen.

Die kürzlich beendeten großen Herb st Übun­gen des französischen Heeres haben mit Recht ein über das übliche Maß weit hinausgehendes Interesse erregt. Die französische Heeresleitung hot in den elf Friedensjahren an der kriegsmäßigen Durchbildung der Armee eifrig gearbeitet und in den großen Manöoern am Mont Cenis in den Hochalpen und bei Lunsville im lothringischen Berg­land ein möglichst kriegsmäßiges Bild zu schaffen gesucht. Alle modernen Errungenschaf­ten der Kriegsführung, die Luftwaffe, die Motorisierung der Armee und der Gaskrieg wurden dabei erprobt. Die daran beteiligten Formationen, das 7. und 20. Armeekorps sowie die 2 Nordafri­kanische Infanteriedivision und die 5. Kavallerie­division waren auf volle Kriegs st ärke ge­bracht. Verpflegung, Transport, Sanitätswesen, Munitions. und Materialnachschub waren kriegs­mäßig eingerichtet. Die Infanterie- und Kavallerie­divisionen sind bereits im größten Umfange motorisiert. Heute kommen auf eine franzö­sische Infanteriedivision 1200 Lastautos, auf eine Kavalleriedivision 600 Mannschafts- und Lastautos und dazu noch 400 mit Pferden bespannte Fahr- zeuge. Wenn so für die schnelle Ueberwindung des Raumes beachtliche Fortschritte erzielt worden sind, so liegt die Schwierigkeit auf der anderen Seite darin, daß eine Ueberlaftung und Verstopfung der Anmarsch st raßen eintritt. Jeder, der den Weltkrieg mitgemacht hat, kennt diese Gefahr bei großen Truppenbewegungen und Kampfhandlungen aus eigener Anschauung. Die französische Feldgen- darmerie hatte bei diesen Manövern direkt die Aus­gaben einer Verkehrspolizei zu bewältigen

Der Leiter der französischen Manöver in Lothringen hat die durch das Manöver gewonnenen Erfahrun­gen dahin zusammengefaßt, daß jetzt Klarheit erzielt fei über die größtmögliche Länge einer Lerteidi- gungsfront und über die wirksamsten Deckungen. Kriegsminister Maginot hat die Bedeutung der Ma­növer so gekennzeichnet:9m großen und ganzen ist es ein Deckungsmanöver auf einer Verteidigung sfron t." Dabei ist auch in Frankreich die Kavallerie im Abwehrkampfe ausgiebig verwendet worden. Ihre Aufgabe war es, einen dichten Feuerfchleier vor die Aufklä­rungslinie zu legen, um den Gegner zu zeitrauben­den Aktionen zu veranlassen, wenn er diesen Schleier durchstoßen wollte. Zu diesem Zweck hatte man die Aufklärungskooallerie mit modern st enFeuer-

Reichspräsident von Hindenburg beim Ehrentrunk in Königshofen (Franken).

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waffe nieder Art, z. B. mit Automitroilleufen und kleinen Maschinengewehrtanks ausgerüstet. Aller­dings haben sich bei diesen Kämpfen Schwierig­keiten der Nachrichtenübermittlung ergeben, die schließlich nur durch die Funkentele- graphic überwunden werden konnten, ein Nachrich­tenmittel, dessen Empfindlichkeit bekannt ist.

Eine sehr beherzigenswerte Bemerkung hat der Leiter der französischen Manöver am Schluß ge­macht, indem er betonte, daß der Krieg heute zwar einM a t e r i a 1 k r 1 e g" geworden sei, aber daß schließlich doch alles Material durch Männer in Bewegung gesetzt werden müsse, daß es also zuletzt doch auf die Tüchtigkeit und die Disziplin an- kommt. Diese Bemerkung ist völlig richtig und sollte von denjenigen beherzigt werden, die des Glaubens sind, daß heute das Material alles und die menschliche Leistung nichts sei. Den Sieg im Ernstfälle wird bei annähernd gleichen Waffen immer diejenige

Armee erringen, die in sich den stärksten Zusammen­halt und das höchste Maß der Soldatentugenden verkörpert.

Merkwürdig allerdings bleibt die Tatsache, daß Frankreich in einer Zeit, in der die Völker sich an- geblich zur Abrüstung anschicken, immer weiter an der Vervollkommnung seines kriegerischen Macht­instrumentes arbeitet. Das ist ein Zeichen eines starken staatlichen Machtempfindens und einer rich­tigen Werteinfchätzung, der nun einmal in dieser Welt wirksamen Mittel. Unfere Forderung kann des­halb nur dahin lauten, daß Deutschland zur Siche­rung feines Landes dieselben Möglich­keiten der Landesverteidigung erhält, die man jedem freien Staat zubilligt, wenn die Gegenseite auch ferner die Erfüllung des im Ver- sailler Vertrag gegebenen Abrüftungsoersprechens verweigert.

Oie Parteien im neuen Reichstag.

Eine Fraktion der Mitte.

Berlin, 17.Sept. Neben den Bemühungen um die Bildung einer konservativen und einer kleri­kalen Fraktion sind auch allerdings noch unverbind­liche Bemühungen im Gange, die auf die Grün­dung einer großen liberalen Fraktion hinauslaufen. An dieser Fraktionsgemeinschaft sind die Volkspartei, die Wirtfchaftspartei und die Staatspartei interessiert. Sollte diese Kombination glücken, so würde die liberale Frak­tion 73 Mandate umfassen, im Reichstag also a n fünfter Stelle stehen. Von den weiteren inoffi­ziellen Besprechungen wird es nun abhängen, ob sich diese Pläne, die durchaus in der Richtung der Scholzschen Sammlungsaktion liegen, auch in vollem Umfange verwirklichen lassen. Am schwierigsten scheint dabei die Haltung der W i r t s ch a f t s - partei zu fein, deren politische Linie sich noch nicht klar herausgezeichnet hat.

Man spricht auch von der Möglichkeit einer A r - beitsgemeinschaft mit der neuen Fraktion, die sich aus der gemäßigten Rechten herauskristalli- siert. Es wird also versucht, eine Arbeitsgemeinschaft von etwa 90 bis 100 Abgeordneten zusammenzu­bringen. In parlamentarischen Kreisen verweist man auf die Erfahrung, daß den Sammlungsbestre- bungen der bürgerlichen Parteien vor den Wahlen doch ganz erhebliche Schwierigkeiten im Wege stan­den, und man beurteilt demgemäß die Aussichten der neuen Anlehnungsbestrebungen vorläufig noch

skeptisch. Es wird aber zugegeben, daß die Situa­tion sich inzwischen doch erheblich geändert habe und daß nun immerhin die Möglichkeit besteht, daß die Bemühungen mehr Erfolg haben. Die Wahl August Webers zum Vorsitzenden der Fraktion der Staatspartei wird gerade in diesem Zusammenhänge rechts von der Staatspartei durch­aus g ü n st i g beurteilt.

OieDeutsche Sraffion*.

Berlin, 17. Sept. Die Verhandlungen über die Bildung einer konservativen Frak­tion , Hie 43 Mandate umfassen würde, und der die Voltskonservativen, das Landvolk, der Land­bund, die Ehrjstlich-Sozialen und die Deutsch- Hannoveraner angehören sollen, sind zu einem gewissen Abschluß gelangt. Diese Fraktion soll den NamenDeutsche Fraktion" tragen und ihre Führung soll in den Händen deÄ Grafen Westarp liegen. Zum zweiten Vor­sitzenden der Deutschen Fraktion, die im übri­gen in ähnlicher Form bereits im preußi­schen Landtage besteht, ist der Präsident des Landbundes, Hepp, auscrsehen worden, während man mit der Geschäftsführung der Fraktion den konservativen Abgeordneten Lam­bach betrauen will. Die Konstitution dieser neuen Fraktion, die größer sein wird als die deutschnationale Fraktion, soll bereits in diesen Tagen erfolgen.

struktoren benützen konnte. 3m Frühjahr konnte er bereits recht und schlecht vor Washing­ton mit einer Division eine Parade abhalten.

Da durch Friedrichs des Großen Einwirken er verbot den Durchzug durch preußisches Gebiet die englischen Hilfstruppen nicht früh­zeitig genug in Amerika eintrafen, versuchten die Briten ihre in Philadelphia stationierte Arme« nach Norden zu führen, um die Verbin­dung mit Kanada herzustellen. General Lee, Washingtons Voriruppenkommandant, sollte die Abziehenden angreifen, statt dessen führte er sie da er von den Engländern bestochen war in einen Hinterhalt, so daß die Engländer leichtes Spiel mit ihnen hatten und sie in die Flucht schlugen. Der herbeigerufene Washington über­trug Steuben das Kommando. Es gelang Steuben, die Fliehenden aufzuhalten, neu zu formieren utib nochmals gegen die Briten zu führen, und seine überlegene Kriegskunst be­siegte die Engländer und rettete die ame­rikanisch e Freiheit.

1778 verfaßte Steuben das sog. »Blaue Buch", das Reglement, das viele 3ahrzehnte in Gebrauch, stand. Daneben vermochte er auch das völlig korrumpierte Lieferungssystem die Hccreslieseranten waren auf Provision ange­stellt zu säubern und eine gediegene Verwal- »tung einzuführen. Um die ohnehin vorhandene Eifersucht der amerikanischen Offiziere nicht zu erregen, getraute sich Washington nicht, Steuben ein größeres Kommando zu übertragen, aber Steuben war fein Berater bei allen Unter­nehmungen. Schließlich wurde ihm auf dringen­den Wunsch doch ein Divisionskommando ver­liehen. Am 19. Oktober 1781 kapitulierte die bri­tische Hauptmacht, die in TZorktown eingeschlossen war, vor Steuben. Der letzte Widerstand war gebrochen.

Als 1783 der Friede geschlossen war, bat Washington Steuben, weiter im Dienst zu blei­ben. Steuben hatte bisher außer einigen Ab­schlagszahlungen auf das ihm zustehende Ge­halt als Generalmajor keinen Sold erhalten.

ja er hatte alles Privatvermögen geopfert, so daß er oft in größter Not war. Zwar schenkten ihm vier Staaten neben dem Ehrenbürgerrecht auch große Landstrecken, doch die waren irgendwo im Urwald und brachten feine Einkünfte. Ein sieben 3ahre währender Papierkrieg begann. Der Kon­greß wollte die berechtigten Forderungen Steu­bens nicht anerkennen. Auf nahezu 70 000 Dollar belief sich seine Svldforderung bereits. Zum Dienstleisten war der deutsche Offizier gut, ja auf seine Anregung hin und nach seinen Plänen wurde das Milizsystem eingerichtet, daS heute noch in Amerika besteht und auch eine Militärschule gegründet seinen Sold hat er nie erhalten. Nur mit schwerer Mühe gelang es, ihm eine Pension von 2500 Dollar zu er­wirken. Als man ihm bann gar einen talentlosen, aber waschechten Amerikaner als Kriegsminister vorzog, legte er seine Aemter nieder und zog sich in die Einsamkeit seines Landgutes in Oneida zurück. 3m November 1794 ist er dann ganz plötzlich einem Schlaganfall erlegen.