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bij Lohn- und Existenzniveaus der breiten Massen steige auch der Verbrauch und belebe wiederum Landwirtschaft, Handel und Industrie. Zum Punkt Kandidatenaufstellung teilte Staatspräsi­dent a. D. Ulrich mit, daß er infolge seines hohen Alters nicht mehr für den Reichstag kandidieren wolle. Die Versammlung bereitete ihm eine stür­mische Ovation und dankte ihm für seine fast 40jäh- rige Abgeordnetentätigkeit. An der Spitze der Wahlvorschlagsliste stehen Reichstagsabgeordneter Neichsminister a. D. Dr. David (Berlin), Dr. M i e r e n d o r f f, Pressereferent im Innenministe­rium Darmstadt, sowie Oberreaierungsrat Ritzel (Gießen). Dann folgen Gewerkschaftsbeamter W e her (Offenbach), Rudolph (Offenbach), S t e f - fan (Oppenheim), Rink (Urberach), Dr. Gum- b e l (Gießen), Lutz (Worms), Kern (Darmstadt), Bürgermeister Lux (Rieder-Florstadt), Thom a s (Mainz), O f e n l o ch (Bürstadt) und Parteisekretär Wittig (Butzbach).

Die Deutsche Volköpartei in Hessen-Nassau.

Dr. Kalle wieder Spitzenkandidat.

WSN. Wiesbaden, 17. 2lug. Die Deutsche Dolkspartei im Wahlkreis Hessen-Nassau hielt ihren Wahlkreis-Parteitag ab, der sich mit der endgültigen Aufstellung der Reichstagswahl­liste befaßte. Während die Aufstellung des Spitzenkandidaten Dr.Kalle einstimmig er­folgte, wurden auf die zweite Stelle von den Vertretern der Frauen, des gewerblichen Mittel st andes und der jungen Volks­pa r t e i l e r Ansprüche angemeldet. Rach län­gerer Debatte wurde der nachstehenden Kan­didatenliste von dem Wahlkreisvertretertag zu­gestimmt: 1. Dr. Kalle, Frankfurt a. M.: 2. Oberstudiendirektor Präsident des Kvinrnunal- landtags in Kassel Dr. V e ck e r ; 3. Schneider­meister Fehling, Dillenburg: 4. Frau Gene­ral Röther, Wiesbaden: 5. Landwirt Din­ges, Soden, und 6. als Vertreter der jungen Dolksparteiker Redakteur Willi Schöppe, Frankfurt a. M. Der Vertretertag begrüßt in einer Entschließung die Bemühungen der Deut­schen Volkspartei um den Zusammenschluß des Bürgertums zu einer breiten Partei der Mitte. Von dem Wahlkreisvvrstand und den Reichs­tagskandidaten wird erwartet, daß sie die Par­teileitung mit allen Kräfte unterstützen und jeden gangbaren Weg zur Erreichung dieses Zieles beschreiten. Die Politik der Reichspar­teileitung wurde gebilligt und die Gründung der Staatspartei nicht als Weg zur Lösung der Frage der Sammlung bezeichnet.

Oie deuischnattonaten Kandidatenlisten.

Berlin, 17. Aug. (SH. Funkspruch.) Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit: Der Vor­stand der Deutschnationalen Volkspartei beschäf­tigte sich am Samstag mit der Aufstellung der Kandidatenlisten für den Reichstag. Die Listen wurden vom -Vorstand einstimmig gebilligt. Sie werden veröffentlicht werden, sobald die endgül­tige formelle Zustimmung der Kandidaten vor­liegt. Die Listen umfassen führende Persönlich­keiten des politischen, kulturellen und wirtschaft­lichen Lebens. Reben den bisherigen Ab­geordneten, die treu zur Partei standen, und einigen bewährten Abgeordneten des Preußi­schen Landtages stehen eine Reihe neuer Ra men von Ansehen, vor allem auch der jün­geren Generation, an den führenden Stellen der Listen. Die R e i ch s l i st e wird geführt durch den Parieivorsitzenden Dr. Hugenberg, Frau Müller - Ottfried, Landesökonomierat W e i l b ö k, den Ehrenvorsitzenden des Bayeri­schen Landbundes, Dr. Q u a a tz, Prof. Spahn und Hauptmann a. D. Schmidt (Hannover). De Christlich-soziale Volksdienst

Die Kandidaten der Neichsliste.

Berlin, 16. Aug. (TH.) Die Reichsliste des Christlich-sozialen Dolksdienstes nennt an den ersten Stellen folgende Persönlichkeiten: 1. Simpfen- Dörfer, Schriftleiter, Korntal bei Stuttgart: 2. Hartwig, Arbeitersekretär, Spandau: 3. Kling, Rektor, M. d. L., Stuttgart-Hnter- türkheim: 4. D. Mumm, M. d.R., Berlin- Charlottenburg: 5. Schmidt, Schriftleiter, Kas­sel; 6. Eitner, Gertrud, Breslau; 7. Renken, Landwirt, Insel bei Schneverdingen; 8. R i p p e l, Verlagsbuchhändler, Hagen i. Wests.; ferner u. a.: 13. Wolf, Margarete, Vorsitzende des Gewerk­vereins der Heimarbeiterinnen, Berlin; 14. Ru­dolph, Generalsekretär des Gesämwerbandes evangelischer Arbeiter-Vereine Deutschlands, Berlin-Lankwitz; 16. Veidt, Pfarrer an der Paulskirche, Frankfurt a. M. Wie der Christlich- soziale Volksdienst bemerkt, handelt es sich bei den Genannten durchweg um Ramen, die im evangelischen Dolksteil einen guten Klang besitzen. Von Bedeutung sei, daß sie den verschieden- st e n Landeskirchen, Freikirchen, evangelischen Kultur-Verbänden und Verbänden der christlichen Arbeiterbewegung nahestehen.

Weitere Spitzenkandidaten.

Der Vertretertag der Deutschen Volks- Partei des Wahlkreises 10 Magdeburg- 2lnhalt hat als Spitzenkandidat den General­oberst von S e e ck t ohne Debatte aufgestellt. Generaloberst von Seeckt erllärte sich bereit, die Kandidatur zu übernehmen.

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Der Wahlausschuß der Vereinigten Konser­vativen Volkspartei und der Deutsch- Hannoverschen Partei für den Wahlkreis We­se r - E m s stellte an erster Stelle Reichsminister Treviranus auf.

Der Wahlkreisausschuh der Z e n t r u ms p a r- tei für den Wahlkreis 14 (Weser-Ems) stellte als Kandidaten auf: 1. Reichsminister a D Dr. B r a u n s und 2. Landwirt Dr. Drees-Rat- bergen (Landkreis Osnabrück).

Eine Erklärung der Staalsparlei

Einigung über die Kandidatenlisten.

Berlin, 16. Aug. (WTB.) Die Pressestelle der Deutschen Staatspartei teilt mit: Der Haupt- aktionsausschuß der Deutschen Staatspartei der am Freitag unter dem Vorsitz Arthur Mahrauns tagte, hat die Dorbereitungsarbeiten für den Reichstagswahlkampf nunmehr abgeschlos­sen. An den Verhandlungen nahmen außer Minister Höpker -Aschoff auch Reichsminister D i e t.

Oie erste Wahlversammlung

-er Deutschen Siaatspartei.

Höpker-Aschoff und Mahraun sprechen gemeinsam in Düsseldorf.

Düsseldorf, 18. Aug. (TH.) Auf einer Wahlversammlung der Deutschen Staatspartei sprach Finanzminister

Dr. Höpker-Aschoff.

Er betonte, die Sehnsucht des deutschen Volkes nach etwas Reuem; es sei des Haders txer Par­teien müde geworden. Das Volk wolle kein Parlament mehr haben, in dem Interessen­gruppen sich gegenseitig bekämpften, es wolle die starke Verbindung zwischen Parlament und Volk, wozu die Parlamentsreform nötig sei. 2m Zusammenhang hiermit stehe die große Reichsreform. Die Deutsche Staatspartei denke nicht daran, Preußen zu zerschlagen; aber die kleinen und kleinsten Länder, die in Rord- deutschland im Gemenge mit den deutschen Pro­vinzen leben, müßten verschwinden, weil kein Raum mehr für sie da sei. Ferner gehe es auf die Dauer nicht, in Berlin zwei große Regierun­gen nebeneinander zu haben: Reichsregierung und preußische Regierung. Es müsse hier ein Zusammengehen der beiden Regierungen, ein Aufgehen der preußischen in der Reichsregierung erstrebt werden. Wer eine Volksregierung haben wolle, dec müsse das par­lamentarische System und damit auch die Par­teien an sich bejahen. Aber Vereinfachung sei hier notwendig. Starke verantwortungs­bewußte Parteien als Ausdruck der in einem großen Volke lebenden Strömungen und Geistes­verfassung seien erforderlich. Wer aber alles zusammenfassen wolle, wie das in Italien in der faschistischen Partei der Fall sei, der rufe nach Diktatur. Eine derartige Einheitspartei liege nicht im Sinne der Deutschen Staatspartei, sondern das wäre ein Instrument der Diktatur. Die radikalen Elemente auf der Linken unö Rechten müßten niedergerungen werden. Richts sei falscher, als daß er, Höpker-Aschoff, nicht den Kampf gegen die Sozialdemo­kratie wolle. Er erklärte wörtlich:Auch ich will den Kampf gegen die Sozialdemokratie, weil sie sich in den letzten Jahren und Monaten den Bedürfnissen des Staates schlechthin ver­sagt hat. Was ich gegenüber Dr. Scholz ab- gelehnt habe, war, daß ein Bürgerblock, ein Hindenburgblock, gebildet werden soll, und daß man die Sozialdemokratie als etwas Minderwer­tiges betrachten und nicht anerkennen wolle als Partei. Vom alten Liberalismus sei vieles tot, aber auch manches lebendig, wie das Bekennt­nis zu Volksregierung und Selbstverwaltung, Ablehnung jeglicher Diktatur, der Gedanke der Hntemehmerwirtschaft, des Führertums auch in der Wirtschaft, verbunden mit starker sozialer Verantwortung, und der Gedanke der Persön­lichkeit, die nur ihrem Gewissen verantwortlich

ist und von der Freiheit des Geistes nicht lassen kann. Hieraus ergäben sich Gegensätze zur konservativen Rechten. Außenpolillsch sei eine Einigung mit der Rechten eher mög­lich. Es handelt sich darum, die Ostgrenzen zu sichern und der deutschen Wirtschaft den Weg nach dem Osten frei zu machen. Im Donau­becken und in Mitteleuropa liegen große Mög­lichkeiten für die deutsche Wirtschaft. Wir wol­len Völkerfrieden und Verständigung der Völ­ker bei aller Eigenliebe zu unserem Vaterland.

Rach Dr. Höpker-Aschoff sprach der Führer der Deutschen Staatspartei,

Arthur Mahraun.

Wer heute im politischen Kampf unseres Volkes seine Pflicht tun wolle, der müsse sich zunächst darüber klar sein, welches denn die Hauptsache in unserem Kampfe sei. Der Hader der Parteien, der Zank um nebensächliche Dinge, sei bestimmt nicht die Hauptsache, sondern diese liege begrün» bet in der Lage des deutschen Volkes und in der Lage des Deutschen Reiches angesichts der Ereignisse in der Welt. Auf der einen Seite sehe man die Macht des angelsächsi­schen Kapitals erstehen, das nach der deut­schen Wirtschaft greife; auf der anderen Seite sehe man den Bolschewismus. Das Ziel der Machthaber in Moskau gehe nicht allein dahin, die kommunistische Bewegung nach Deutsch­land hineinzutragen, sondern über Deutschland hinaus die ganze Welt mit dem Kommunismus zu erfassen; denn wenn Deutschland erst einmal ihm zum Opfer gefallen sei, sei die Welt für Moskau reif. Hier gelte es, alle Kräfte einzu­sehen, um das deutsche Volk daran zu erinnern, daß es noch ein deutsches Vaterland habe. Es gelte jetzt einen Staat zu schaffen, der die selb­ständige Heimat der Ration sei, und der außer­halb und über den Debatten stehen müsse, weil er uns allen gehöre. Zu der neuen Entwicklung gehöre vor allem Idealismus, ohne den keine Staatsbürgerpartei möglich sei. Die Deutsche Staatspartei wolle einen W ille n s ke rn schaffen, eine Gemeinschaft, die fähig fei, für Ideale zu streiten im Kampf für das, was die Bewegung in Zukunft durchsetzen wolle. Mahraun wandte sich dann an die deutsche Wirtschaft. Cs gehe nicht weiter, daß man durch Geld eine politische Richtung züchte, mit der man seinen Willen durchsetze. Die Zukunft bestehe in der Er - richtungeinesfreien Staatsbürger- tums, das allen Ständen gerecht werde. Die Hetze der Fahnenächtung müsse verschwinden. Wir stünden jetzt vor der Wende der politischen Ent­wicklung. Etwas Reues sei gekommen und es müsse erkannt werden, daß em neuer Wille über uns hereingebrochen sei zum Wohle des Ganzen.

r i ch - Baden und Erich K o ch. W e s e r besonderen Anteil, lieber die K a n d i d a t e n l i st e n der Deut­schen Staatspartei wurde eine grundsätzliche Eini­gung erzielt, sie werden nach abschließender Füh­lungnahme mit den örtlichen Organisationen end­gültig aufgestellt und veröffentlicht werden. Unter den führenden Kandidaten befinden sich Persönlich­keiten aus allen Lagern, aus denen Kräfte zur Deutschen Staatspartei gestoßen sind, aus der De­mokratischen Partei, der oolksnationalen und jung- deutschen Bewegung, den Kreisen junger Volkspar- ler und den Kreisen ehemaliger Deutschnationaler. Dicht neben die bisherigen Parlamentarier tritt gleichberechtigt die junge Generation. Dem Gesicht der Deutschen Staatspartei als einer neuen und jungen Front, die für staatspolitische Refor­men in den Kampf geht, trägt die Tatsache Rech­nung, daß Arthur M a h r a u n, der ein Reichstags­mandat abgelehnt hat, außerparlamenta- rischer Führer der Deutschen Staats­partei ist.

Reichsminister Treviranus spricht in Kassel.

Das Programm der Konservativen.

Kassel, 17. Aug. (WSR.) In einer öffentlichen Versammlung eröffnete Reichsminister Trevira- n u 5 in Kassel den Wahlkampf für die Konservativen in Hessen-Nassau. Er führte dabei u. a. aus: Man kann mit Recht sagen, daß etwas Neues in Deutschland aufsteigt, nur darf man das nicht von einem alten ober neuen Parteistandpunkt aus be­trachten, der die Gefahr der Selbstgerechtigkeit ober ber Suche nach unebten Motiven bei allen Nach­barn verewiyt. Das Gesetz des Handelns hat der Reichspräsident niemand anders, und zwar solange, bis das deutsche Volk wiederum selb st entscheidet. Dabei wird es keine Regierung geben, die angesichts der ernsten Lage kapitulieren müßte, wenn eine Mehrheit in sich uneiniger Parteien das begonnene Reformwerk zu zerschlagen trachten würde. Aber deshalb soll das deutsche Volk sich gesund wählen, dem Reichspräsident erneut das Vertrauen aussprechen können, wenn der Nebel des Parteihaders zerflossen ist. Darum wächst mit dem Katastrophengerede die Verzweiflung, die der nationalen Wirtschaft größere Wunden schlägt als Reparationslast und inner­deutscher Leerlauf. Woher anders rührt denn die Radikalisierung breiter Schichten als aus der Ent­täuschung über Versprechungen, denen die Alltagsarbeit nicht Rechnung tragen konnte. Man muß den größeren Mut haben, unpopuläre Arbeit anzufassen, wenn man ehrlichmitregieren" will, und sich nicht darauf hinausreden, daß man keine Halbheiten machen dürfe. Es wird ohnehin nur Schritt für Schritt vorangehen, bis wir wieder Grund und Boden unter den Füßen haben. Mein Bekenntnis auf dem Reichstagsplatze zu einer akti­ven Revisionspolitik ohne kriegerische Drohungen war der selbstverständliche Ausdruck ber (Empfinbun- gen der Frontgeneration. Uns ist ber Front- g e i ft kein wilber Begeisterungstrank, sondern eine Verpflichtung zu mutiger Geduld, zur Vertiefung des Glaubens an den Sieg der Rechtsgleichheit unter den Völkern. Die Außenpolitik darf nicht nur eine Sache ber Fach­leute fein, sondern muß die Sache des ganzen Vol­kes werden. Das ist neben anderen Aufgaben das Kernstück der politischen Mission der 30- bis 50- jährigen in Deutschland.

Das gleiche Leid.

Das Loch der Arbeitslosenversicherung e in England.

London, 17. Aug. (TH.> In London findet am Montag eine Konferenz mit Kabinettsmitglie­dern statt, die der Erörterung der durch die Zu­nahme der Arbeitslosigkeit entstandenen Rotlage gilt. Die Regierung sieht sich nach der unerwartet schnellen Heberschreitung der Zwei- Millionengrenze der Arbeitslosenziffer früher als erwartet vor die Frage gestellt, entweder durch neue Steuern neue Mit­tel für die Arbeitslosenversicherung zu finden oder durch eine allgemeine Her­absetzung der Hnterstützungssätze die Ausgaben zu vermindern. In politischen Kreisen girnmt man an, daß die Regierung eine Be­schneidung der Arbeitslosenunter­st ützungssähe um zwei Schilling je Woche ernsthaft in Erwägung zieht. Der Ar­beitslosenversicherungsfonds ist jetzt bereits um rund 60 Millionen Pfund Sterling überzo­gen, für die Zinsen gezahlt werden müssen. Liberalen Politikern wird der Plan zugeschrieben, durch Einführung eines Zollaufschla­ges in Höhe von 10 v. H. für alle e i n g e - führten Fertigwaren neue Einnahmen zu schaffen. Snowden und andere arbeiterparteiliche Führer sollen hierin jedoch den ersten Schritt zur Hebernahme des Schutzzollgedankens sehen und den Vorschlag daher ablehnen.

Aus aller Welt.

Zuchthausstrafen für politische Rowdies.

Im März veranstalteten die Chemnitzer Rechtsorganisationen eine Kundgebung gegen den Boungplan und marschierten im geschlosse­nen Zuge durch die Stadt. Rach Auflösung des Zuges kam es zu Zusammenstößen mit Anhängern anderer Parteien. So überfiel ein Trupp Kommunisten eine Anzahl Na­tionalsozialisten und Stahlhelmer. Hierbei wur­den ein Nationalsozialist getötet und andere schwer verletzt. Wegen dieser Tat hatten sich vor dem Schöffengericht acht Personen, darunter zwei weibliche, zu verantworten. Der Arbeiter Seifert, der als Rädelsführer gilt, erhielt ein Jahr drei Monate Zuchthaus, der Hufschmied Weigert ein Jahr Zuchthaus, der Geschirrführer Hubatsch neun Monate Gefäng­nis, die Ehefrau Weigert sechs Monate Gefäng­nis und die 17jährige Arbeiterin Ella Gl§ß einen Monat Gefängnis.

R 100 in Eardinglon gelandet.

Das englische Luftschiff R 100, das, wie erinner­lich, am 13. August um 9.28 Uhr abends in Mon­treal (Kanada) zum Rückflug nach England ge­startet war, ist Samstag mittag um 12.02 Uhr in Carbington gelanbet.

Jetzt Hnwetter in Amerika.

Rach der wochenlangen Dürre ist jetzt über Worcester (Massachusetts) ein Wolken­bruch niedergegangen, wie man ihn dort kaum jemals erlebt hat. Der durch die herabstürzenden Wassermengen angerichtete Schaden wird auf 1 bis IVzRllllionen Dollar geschäht. In West­field (Massachusetts) war das Hnwetter von einem Hagelschlag begleitet, der die gesamte Tabakernte in der Hingebung vernichtete. Auch dort beläuft sich der Schaden auf Hundert- ^ausende von Dollar. Ein schweres Hnwetter setzte auch zeitweilig die Straßen in den nörd­

lichen Bezirken der Stadt Neu York unter Wasser und verursachte bettächtlichen Erntescha­den in den Staaten Neu-England, Reuyork und Hmgegend. Fünf Personen wurden vom Blitz erschlagen.

Bootsunglück auf dem Rhein.

3n der Nähe von Köln-Poll wurde auf dem Rhein ein Paddelboot, das Segel gesetzt hatte, zum Kentern gebracht. Ein in der Nähe befindliches Boot des Wasserbauamts warf dem Paddelbootfahrer einen Rettungsring zu, der von diesem auch erfaßt wurde. Bei dem Versuch, den Verunglückten an Bord zu ziehen, riß jedoch die Leine des Rettungsrings, der Verunglückte geriet unter öie Schraube des Bootes und wurde tödlich verletzt. Seine Leiche konnte geborgen werden.

Boofsunglütf auf der Havel.

Auf der Havel ereignete sich in der Nähe des Dorfes Wust bei Brandenburg ein schweres Bootsunglück. Drei junge Leute wollten i n einem Paddelboot von dort aus nach ihrer Arbeitsstelle fahren. Infolge des hohen Wellenganges schlug das Boot um, und alle drei Insassen stürzten ins Wasser. Einer von ihnen konnte sich durch Schwimmen retten. Die beiden anderen ertranken.

Ein Eisenbahnzug fahrt in eine Zuschauermenge.

3m Zusammenhang mit dem Eucharistischen Kongreß in Agram (Serbien) ereignete sich ein furchtbares Hnglück. Hm einem aus Anlaß des Kongresses veranstalteten Feuerwerk bei» zuwohnen, waren etwa 60 000Perfonenzu- sammenge strömt, von denen mehrere Taw- send auf einem Bahndamm Aufstel- l u n g genommen hatten. Plötzlich nahte ein Güterzug und fuhr in die Zuschauermenge hinein. Drei Personen wurden auf der Stelle getötet und fünfzehn schwer verletzt. Von den Schwerverletzten sind drei gestorben, während die anderen sich in Lebensgefahr befinden.

Der rätselhafte Tod auf den Schienen.

Das Rätsel um den Tod des Direktors Nathan, der, wie erinnerlich, aus dem fv-Zug Ham­burg-Berlin herausgestürzt und über fahren worden war, wird immer dunk­ler. Bisher hatte man angenommen, daß sich Nathan allein in seinem Abteil befunden habe. Eingehende Vernehmungen haben jedoch ergeben, daß das Zugpersonal sich nachträglich auf die Anwesenheit eines weiteren Reisenden in dem Abteil besinnt. Es ist jedoch unmöglich, eine Per­sonalbeschreibung dieser Persönlichkeit zu erlan­gen. Es besieht die Version, dieser Fremde habe einen Erpressungsversuch an Nathan ge­macht. Als der Industrielle keinen Ausweg mehr gewußt habe, hätte er sich durch einen Sprung aus dem Zuge das Leben genommen.

Ein Schimpanse flüchtet in die Untergrundbahn.

Eine seltsame Jagd gab es im Berliner Hnter- grundbahnhof Iannowitzbrücke. Aus dem Ge­wahrsam des Tierschutzvereins war ein Schimpanse ausgebrochen und nach dem Unter» grundbahnhof geflüchtet. Durch diesen Zwischen­fall mutzte der Zugverkehr für nahezu 30 Minu­ten unterbrochen werden. Als man glaubte, des Tieres bereits habhaft geworden zu fein, setzte es jedoch die Flucht in den Tunnel hinein fort, so daß der elektrische Strom ausge- schaltet werden mußte. Die gan-e Beamten­schaft veranstaltete darauf eine Hetzjagd auf das Tier. Trotz alledem konnte man aber den Affen nicht einfangen, da er in den verschiedenen dort aufgestellten Baugerüsten einen Hnterschlupf fand. Er konnte noch nicht gefunden werden.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der hohe Druck über Frankreich hat durch seine östliche Ausbreitung Deutschland mit in seinen Bereich genommen und dabei über Deutsch­land einen Kem von 765 Millimeter entwickelt. Durch ihn herrscht gegenwärtig vielfach heiteres und trockenes Wetter. Mittlerweile ist über den britischen Inseln eine neue Störung herangerückt, welche die Schönwetterlage gefährden dürste und wieder einen Witterungsumschlag in Aussicht stellt. 'Bereits im Laufe des morgigen Tages wird Eintrübung eintreten, und späterhin sind auch Niederschläge zu erwarten. Dabei steigen durch die Südwestluft die Temperaturen vorerst et­was an.

Wettervoraussage für Dienstag. Wie­der Uebergang zu wolkigem und bedecktem Wetter mit ansteigenden Temperaturen, und späterhin Niederschläge.

Reisewetterdienst.

Garmisch-Partenkirchen. 11 Grad, Südwestwind, heiter bis halb bedeckt.

Borkum. 14 Grad, Südwind, halb bis gan- bedeckt.

Westerland. 16. Grad, Nordwestwind, halb bis gang bedeckt.