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Aus der Provinzialhaupistadt.

Dietzen, den 18.3unl 1930.

Oie Strahlenpilzerkrankung, eine Gefahr in Öen Sommermonaten.

Don Dr. Hoffmann, München.

Der Erreger der Strahl«npilz«rkrankung wurde 1877 von Dollinger beim Rinde und 1878 von 3. 3 lrael beim Menschen beschrieben. ES handelt sich um einen verzweigte Fäden tragen­den Pilz, der eine Mittelstellung einnimmt zwi­schen den Spaltpilzen (Bakterien) und den Schim­melpilzen. 3m Gewebe treten die Erreger nicht einzeln aus, sondern vereinigen sich zu charakte­ristischen grau biS aelblichweitzen Drüsen von Ltecknodelkopsgröhe. Die Verbreitung des Strah­lenpilzes ist eine ausgedehnte. 3m Stroh-, Heu- und Misthaufen findet er sich, kommt so in den Ackerboden und haftet dann auch an her Ge­treidepflanze (Grannen-, Fruchtkörner, Strohpar­tikeln, Schalen von Sonnenblumen usw.). Don den Haustieren werden befallen hauptsächlich Rinder, ferner Pferde, Esel, Schafe, Schweine und gelegentlich auch Hunde und Katzen.

Der Etntritt der 3nfeftion erfolgt durch eine äußere Verletzung, während eine direkte Ücbet- tragung vom erkrankten Organismus auf den Menschen kaum vorkommt. Durch Einatmen von pilzhaftigem Staub kann ebenfalls eine Erkran­kung zustandekommen. Einer 3nsektion ausgesetzt sind besonder- in der Landwirtschaft tätige Per­sonen gemäß der Verbreitung des Erregers. Ferner setzen sich der Gefahr einer Strahlenpilz- erkrankung alle diejenigen aus, welche die üble Angewohnheit haben, bei Wanderungen in der Ratur Getreidepartikel, Halme und Aehren in den Mund zu nehmen und daran zu kauen. Durch kranke (kariöse) Zähne, durch die kleinen, stets vorhandenen Schleimhautverletzungen des Mun­des, sowie durch das Setzen von kleinen Schleim­hautverwundungen durch die Pslanzenteile selbst kann der Pilz in das Gewebe eindringen.

Die Krankheitszcichen treten meist einige Wochen nach Eindringen des Strahlenpilzes in den Organismus aus. Unter entzündlicher Ge­webseinschmelzung kommt es zur derben eiterigen Durchtränkung der Haut oder der Schleimhaut und zu Fistelbildungen. Ost gesellt sich eine Mischinfektion dazu mit den gewöhnlichen Eiter­erregern. 3e nach dem Sitz der Erkrankung spricht man von Mund-, Hals-, Brust- und Dauchaktinomykose. Die Mundhalserkrankung kommt hauptsächlich durch Einführung infektiöfer Pflanzenteile in den Mund zustande. Die Drust- erkrankung (Lungen und Speiseröhre) wird selb­ständig veranlaßt durch Einatmen pilzhaltigen Staubes. Durch 3nfektion vom Darm aus (Mast­darm und Wurmfortsatz) infolge Verschlucken- von strahlenpilzhaltigem Material kann die Dctuch- höhle zuerst infektiös erkranken. Der Verlauf und Ausgang der Strahlenpilzerkrankung ist sehr verschieden. Die Mund-Halsaktinomykose verläuft meist oberflächlich, bleibt auf einen umschriebe­nen Dezirk beschränkt und ist daher gutartig. Ge­legentlich allerdings kann durch rasches Vordrin­gen der Erreger, durch Eiterbildung, Wischinsek- tion und Säfteverlust und dadurch bedingte Her­absetzung der Widerstandskraft und des Abwehr­mechanismus des Körpers sowie durch Ver­schleppung des Pilzes in andere Organe, nament­lich in lebenswichtige, das Leben vernichtet werden.

Die Therapie sucht rechtzeitige 3nanspruch- nahme de- Arztes vorausgesetzt den Krank­heitsherd zur Aussaugung und Erweichung zu bringen, so daß hierdurch ein Ausbruch des Eiters erfolgt, wodurch dann Heilung erzielt wird. Letzteres kann erreicht werden durch inner­liche Verabreichung von 3od und durch Rönt- aenbestrahlung. Gelegentlich ist auch chirurgisches Vorgehen angezeigt. Dei allen Heilungen ist aber eine weitere ärztliche Kontrolle nötig, da Er­reger zurückgeblieben sein können, die lange Zeit ruhen, aber später wieder eine Erkrankung ver­anlassen können Als vorbeugende Maßnahmen kommen in Betracht Spätbestrahlungen und nach­trägliche zeitweise 3odkuren

Die Verhütung von Strahlenpilzerkrankung ist in die Hand eines jeden einzelnen gegeben. 3n landwirtschaftlichen Betrieben ist es empfehlens­wert, bei den geringsten Wunden durch ent­sprechenden Schutz (Schnellverband, Mullbinden) für Reinlichkeit zu sorgen Die Staubbildung ist aufs äußerste einzuschränken. Die häufige Gelegenheitsursache, durch Zndenmundnehmen strahlenpilztragendcr Pflanzenteile die Erkran­kung zu erwerben, ist energisch zu bekämpfen Dor allem die Kinder sind in Schule und Elternhaus ständig zu belehren

Tleue Einbahnstraßen in Gießen.

Das Polizeiamt teilt mit: Durch Polizeiverord­nung vom 10. Mai 1930 sind noch folgende Straßen zu Einbahnstraßen bestimmt worden:

K le i n e Mühlgasse von Reustadt bis Mühlstrahe, Goethe st raße von Südanlage bis Ludwigstrahe, Am Rahrungsberg von Licher Straße bis Bismarckstraße, Leihgestcr - ncr Weg von Rodhohl bis Röntgenstrahe, R o d h o h I von Wilhelmstrahe bis Friedrich­straße. Straße ab Wegegabel 600 Meter südlich Echiffenberg in nörd­licher Richtung über Punkt 266,2 (200 Meter öst­lich Schisfenberg), Punkt 212,5 (700 Meter nörd­lich Schiffenberg) bis Wegegabel bei Punkt 186,6 (ein Kilometer nordwestlich Schiffenberg).

Entsprechende Eperrschilder und Richtungspfeile sind angebracht. Das Befahren der genannten Einbahnstraßen ist nur in der Pfeilrichtung ge-

Verbandstag der Kriegerkanieradschafi Hassia in Alsfeld

Am vergangenen Samstag und Sonntag fand der 5 7. Berbandstag der Hassia zugleich mit der Feier des 90jährigen Bestehens des Alsfelder Deteranen. und Krie­geroereins unter starker Beteiligung statt. Am Samstagvormittag um 11 Uhr begann im Sitzungs­saale des Rathauses ble Sitzung des Präsidiums unter dem Vorsitz von Generalleutnant a. D. Ex­zellenz v. Oidtmann, 1. Präsident der Hassta, wobei Bürgermeister Dr. D ö l s i n g da- Präsi­dium der Hassia im Jia men der Stadt begrüßte. Die über den Rachmittag dauernde Sitzung be­schäftigte sich mit der Vorbereitung für den Verbands tag. Um 6 Uhr abends erfolgte in der als GedachtniShalle auSgestatteten FriedhvfS- kavelle eine

Kranzniederlegung zum Gedächtnis der Gefallenen

des Weltkrieges, wobei Exzellenz v. O i b t m a n n die Ansprache hielt: ebenso wurde am Grabe de- im Vorjahre verstorbenen Bezirk-Vorsitzen- den Schade (Alsfeld) ein Kranz nieder gelegt. AbendS um 8 llhr fand im großen Saale des Hotels ..Deutsches Haus" ein vom (Beteranen- und Kriegerverein Alsfeld veranstalteter

Degrühungsabend

statt, der sich eineS sehr guten Besuches erfreute. Rach einleitenden Ansprachen des Dezirksvor» sitzenden und LeS Der einsvor sitzend en hielt Präsi­dent v.Oidtmann eine bemerkenswerte Rede übet die Zwecke und Ziele der Kriegervereine und deS Hassia-Derbande-, wobei er sich mit Entschiedenheit gegen den Dorwurf wandte, daß die Kriegervereine reaktionäre Einrichtungen seien, sie wollten vielmehr mitarbeiten an dem Aufbau des Volkes in dem gegenwärtigen Staat, das Vaterland müsse über die Parteien gestellt werden. DieS müsse auch der Grundsatz der Krie- gerveteine fein. Ernste, stimmungsvolle und hei­tere Darbietungen der verschiedensten Art, sowie musikalische und gesangliche Darbietungen gaben dem Begrüßungsabend einen recht angepahten 3nhalt. Freiherr Ludwig Cornelius von Hehl zu Herrnsheim aus WormS sprach für da- besetzte Gebiet und gab seiner Freude über die Befreiung deS Rheins Ausdruck.

Am Sonntagmorgen um 9 Uhr wurde im Deutschen Hause" die von fast allen Bezirken deS Verbände- besuchte

57. Verbandsversammlung der Kriegerkamerad- schafl hassia

durch ihren Präsidenten, Exzellei» v. Oibt - mann, eröffnet. Kreisdirektor Dr. Stammler (AlSfeld) überbrachte die Grüße des hessischen Ministers des 3nnern in dessen Auftrag. Dür- fiermeifter Dr. Völsing begrüßte die Versamm- ung namenS der Stadt Alsfäd. Der gedruckt vorliegende umfangreiche

Jahresbericht über das 56. Verbandsjahr 1929 der hassia

wurde zur Kenntnis genommen. Er läßt er­kennen, daß in dem Verbände eine außerordent­lich vielseitige Arbeit geleistet wird. DaS wich­tigste Arbeitsgebiet der neuen Zeit war bisher die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen. Die hierfür vom Verbände auf­gewendeten erheblichen Mittel haben schönste Er­folge gezeigt. Der Verband hat jetzt auch Mit­arbeit in allen Wohlfahrtsausschüssen des Lan­des. Der von dem Schatzmeister vorgetragene Kassenbericht für das 3ahr 1 9 2 9 er­gab als Summe der Einnahmen 197 150,44 Mk. und alS Summe der Ausgaben 188 897,63 Mk., so daß ein Ueberschuß von 8252,81 Mk. ver­bleibt. Die Rechnung wurde gemäß dem Vor­schlag der Rnchnungsprüfungskommission ge­nehmigt und die satzungsmähige Entlastung er­teilt. Der

Voranschlag für 1930,

der sich auf 191 882 Mk. in Einnahme und auf 190 750 Mk. in Ausgabe beläuft, wurde geneh­migt Der Betrag für allgemeine Unterstützungen

stattet. Zuwiderhandlungen werden mit Geld­strafen bis zu 150 Mark, im Uneinbringlichkeits­falle mit Haft bestraft.

60. Stiftungsfest öer Reformverbinvung ^Adelphia^.

Dom 10. bis 12. 3uni beging wie man unS berichtet die Studentische Reform- v er bin düngAdelphia" die Feier ihre- 60jährigen Bestehens. Don nah und fern waren die 3img- und Altadelphen zur alten Musenstadt geeilt, um mit lieben Freunden frühere Erinnerungen auszutauschen.

Rach internen Beratungen der Alt-Adelphia und des Hausbauvereins begab sich am Abend des ersten Tages die große Schar der Festteil­nehmer in feierlichem Zuge unter Dorantritt der Vertreter sämtlicher Derbandskorporationcn des Verbandes Deutscher Burschen in WichS zum Hause des Gesellschaft-Vereins. Dort er­öffnete der 1. Chargierte, cand. med. G r f m a n n, den feierlichen Kommers, begrüßte die Fest­gäste und betonte die überparteiliche Stellung der Adelphia zu Volk und Vaterland. Sein Sala­mander galt dem deutschen Vaterland. 3n seiner Prinzipienrede legte der Vorsitzende der Alt- Adelphia, Oberstudiendirektor Kissinger- Darmstadt, dar. wie die Adelphia aus den stu­dentischen Reformbestrebungen entstanden ist und

wurde von 12 000 auf 14 000 Wk. erhöht, die Beihilfe für die Alt-Veteranen wurde auf 15 Mk. erhöht. AlSdann erfoCgtc die Beratung deS vom Präsidium vvrgelegten

Entwurfs der Satzung Säuberungen des Verbandes.

ES ist eine allgemeine Revision der Satzung geplant. Dach längerer Aussprache wurde be­schlossen, den SatzungSentwurs nochmals durch­zuarbeiten und im nächsten 3ahre der DerbandS- versammlung wieder vorzulegen. Einen längeren Raum nahm alsdann die Beratung der vorliegenden Anträge ein, unter wel­chen der Beschluß hervorzuheben ist, daß an Stelle der Derbandsehrentafeln eine Hassia- Ehrenmünze geschossen werden soll für einzelne Mitglieder. Auch wurde ein Antrag auf Ein­schränkung der künftig zu verleihenden Hassia- Ehrenkreuze angenommen. Ferner wurde be­schlossen, ein Ehrenzeichen zu schaffen für die Leiter der 3ugend- und Kleinkaliberschiehabtei- lungen. Ueber dieDerträge mit den Der- ficherungSgesells chaften erftattcteObcr» rcgierungSrat Linden st ruth (Darmstadt) Bericht. Gr empfahl einen weiteren Ausbau im Hinblick auf die große soziale und finanzielle Bedeutung dieser Verträge für die Hassia. Ueber die

Kriegsbeschädigten- und kriegshinterbliebenen- sürsorge der hassia

berichtete Präsidialmitglied 3 h r i g. Die Be­tätigung auf diesem Zweige der Fürsorge ist im abgelaufenen 3ahre bedeutend gewachsen. Dom Verband wurden im abgelaufenen 3ahre ins­gesamt 2500 Fälle vor den Gerichten imb Be­hörden vertreten. ES wurde eine Entschlie­ßung zugunsten der Kriegsopfer an­genommen: Die Versammlung weist die unge­rechtfertigten öffentlichen Angriffe auf die Ver­sorgung der Kriegsopfer zurück. Sie erwartet von Reich-- und Landesregierung, daß sie von Amts wegen auf die Tatsache der jetzigen un­genügenden Versorgung aufmerksam machen. Ge­fordert wird eine ausreichende Altersversorgung. Gegen den Abbau von Schwerkriegsbeschädigten wird Protest erhoben. Die weiteren Punkte der Tagesordnung, Kleinkaliberschießen, 3ugenb* pflege, derHessische Kamerad", Vortragswesen, Sammelwesen, H^ssia-Kalender, UnterstühungS- wesen wurden ohne wesentliche Debatten erledigt. Dei der alsdann folgenden Dorstandswahl wurde der seitherige 1. Präsident Exzellenz von Oidtmann wiedergewählt, ebenso wurden die seitherigen Mitglieder des Präsidiums Stump f, Kapesser und Pfannmüller wiederge­wählt. Als 2. Präsident wurde an Stelle deS verstorbenen Medizinalrats Dr. D o g t (Butzbach) Oberregierungsrat Lindenstruth (Darm­stadt) gewählt, alS 3. Präsident mit Stimmen­mehrheit Freiherr Ludwig Corneliu- von Hehl zu Herrnheim in Worms. Als Ort für den nächsten Derband-tag wurde Dieburg mit Stim­menmehrheit gewählt. Gegen 1,30 Uhr wurde die Tagung geschlossen.

Am Rachmittag um 3 Uhr fand auf dem Marktplatz ein Festakt statt anläßlich der

Feier des 90jährigen Bestehens des veteranen- und Kriegervereins Alsfeld,

wobei die sämtlichen Vereine deS Be­zirks mit ihren Fahnen erschienen waren. Rach einer Eröffnungsansprache deS Dorsitzenden, Lehrer Hartmann (AlSfeld), überbrachte Exzellenz von Oidtmann die Glückwünsche der Kriegerkameradschaft Hassia und Bürgermeister Dr. D ö l s i n g die der Stadt AlS­feld. Es wurden dem Derein mit entsprechenden Ansprachen mehrere Fahnennägel überreicht. Auf dem Festplatz fand anschließend an die Feier ein großes Militärkonzert unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r statt. Abends folgte der übliche Tanz. Der Besuch deS Feste- war sehr stark und die ganze Deranstaltung von herr­lichem Wetter begünstigt.

durch unentwegtes Festhalten an ihren Grund­sätzen: Gleichberechtigung aller Studierenden, Gleichwertung der Ehre jedes Einzelnen und Duell- und Mensurverwerfung ihre heutige Stel­lung sich errungen hat. 3n zu Herzen gehenden Worten gedachte er aller verstorbenen Verbin­dung-brüder. Sein Salamander galt dem wei­teren Blühen der Korporation. Die Grüße und Wünsche der Lande-universität überbrachte in Vertretung Sr. Magnifizenz des Rektors Pros. Dr. Laqueur. Er wieS besonders auf den Wert der Korporation als Bindeglied zwischen Universität und den ehemaligen Studenten, der Altherrenschaft hin. Ramens der Theologischen Fakultät sprach Prof. l). S ch u m a n n, der in dem engen Zusammenarbeiten zwischen AktivitaS und Altherrenschaft ein wertvolles Mittet sieht, die heute so oft zutage tretende Kluft -wischen alter und neuer Generation zu überbrücken. Die Wünsche und Grüße des Offizierskorps über­mittelte der Dalatl'onskommandeur, Oberstleut­nant Lüters: er ermahnte, den Gedanken der Wehrhaftigkeit lebendig zu erhalten. 3m Auf­trage deS Vorstandes des Verbände- Deutscher Burschen würdigte Verband-Philister Dr. Pau­lus, Askaniae Köln, die JSerbienfte der Adel­phia um den Verband und überreichte ein fin­niges Geburtstagsgeschenk. Bei frohem Sana und echt studentischem Treiben blieb man noch lange beisammen.

Der zweite Tag begann mit einer etnbnutt* vollen Trauerfeier für die in Dießen be­statteten Adclphen auf dem Alten Friedhof. Daran schloß 'ich ein Festakt anläßlich M bOjährigen Bestehens der Alt-Adelphia an. 3n seiner Festrede zeigte Geh. Medizinalrat Dr. Balser- Darmstadt die Entstehung und Ent­wicklung deS AllherrenverbandeS bi- sur Gegen­wart auf. Die Frier fand ihren Abschluß mit der Ehrung verdienter Mitglieder der '- Adclphia. Dann begaben sich die Teilnehmer zum Festessen im Klub. Am 2lbend hielt dort ein Festball jung und alt bi- zum frühen Mor­gen in bester Stimmung zusammen.

Mit einer Fahrt zum Gleiberg am nächsten Tage fand da- in allen Teilen wohlgelungena Fest seinen Abschluß. Dr. O.

Daten für Donnerstag, 19. Juul.

Sonnenaufgang 3.43 Uhr, Sonnenuntergang 20.19 Uhr. Mondaufgang 0.22 Uhr, Monduntergang 11.57 Uhr.

1884: der Maler Ludwig Richter in Dresden ge­worben.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Bau­genossenschaft 1894/Bezirkssparkasse Gießen: Dor­trag über Erleichterung unt Beschleunigung der An­sammlung von Kapital für Neubau und Kauf von Eigenheimen usw., 20 Uhr. Hotel Einhorn, Linden­platz. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Eagliostro" undRaketen-Omnibus".

,»tud. ehern. Helene Wills Ü«r". Ab Donnerstag, 19. d. M., läuft im Lichtspielhaus der Filmstud. ehern. Helene Willfüer", gedreht nach dem bekannten Roman von Dickv Baum. Di« Titelrolle spielt Olga Tschechowa. Don den übri­gen Darstellern sind in erster Linie 3gv Syn^ Hermann Dalentin und Emst Stahl-Rachbaur au nennen. Der Film durfte in Gießen beson­derem 3nteresse begegnen.

Personalie. Ernannt wurde am 10. 3uni der Privatdozent Oberforstmeister Professor Dr. Gustav Baader zu Darmstadt zum ordentlichen Honorarprofessor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt.

"DieTheologische Konferenz (Frvn- leichnamSkonferenz) tagt am Donnerstag im Kol- legiengebäude. Am Dormittag spricht Pnvat- dozent Pfarrer Lic. Adolf Allwohn, Gießen, überDie Aufgabe der praktischen Theologie": nachmittags Professor D. Rudolf Bultinann, Marburg, überDie Thristologie des Reuen Testaments".

ee Sperrung der Ortsdurchfahrt Lollar. Wegen Ausführung von Kanalisations­arbeiten wird die Provinzialstraße Ortsdurch­fahrt Lollar (vom Bahnübergang bis Abzweig nach dem Bahnhof) vom 1. 3uli ab für jeglichen Derkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Staufen­bergDwib ringenGießen.

3n der Lahn ertrunken. Die Leich« deS seit Sonntagabend vermißten Ludwig Höl­scher konnte gestern nachmittag 16,10 Uhr am LaunSbacher Badeplatz geborgen werden. Sie wurde nach Lounsbach übergeführt, wo heute vormittag die gericht-ärztliche Untersuchung ftatt» findet.

* Die Marburger Festspiele erfreuen sich, wie man unS schreibt, eines sehr guten Be­suche- aus allen Gegenden Deutschlands. Bei den bisherigen Vorstellungen konnten bereits über 10 000 Besucher gezählt werden. Besonder«- 3nteresse beanspruchen die Ausführungen de- Hofmannsthalschen Mysterienspiel-Jedermann", da- die Zuschauer vom ersten bi- zum letzten Augenblick in Spannung hält.3eb«rmann"-Auf- führungen finden nur noch am Donner-tag, dem 19. und Freitag, dem 20.3uni statt. Die Dar­stellungen desKaufmann von Venedig" haben am vergangenen DamStag begonnen. Die Pre­miere mit Dr. Ludwig Wüllner war ein schöner Erfolg. Weitere Ausführungen deSKaufmann von Denedig" finden am 18. und 21. 3uni statt. Am Sonntag, 22.3unt, beginnen die Auffüh­rungen deSGötz von Berlichingen" mit Fried­rich Kayßler, dem vorjährigen Tell, in der Titel­rolle.

Dors ich t mit Päckchens Di« Post flagt darüber, daß jetzt häufig Päckchen mit Gegen­ständen aufgeliefert werden, die unter dem Ein- fluh der Wärme leicht verderben ober Flüssig­keiten absehen, wodurch ander« Sendungen be­schmutzt werden. Für die Absender können dar­aus leicht Weiterungen und Ersatzverbindlich- feiten entstehen. Die Post ist auch berechtigt, derartige Sendungen von der Beförderung auS- zulchlicßen. GS empfiehlt sich daher, solch« Geaen- stände, wie Früchte, Beeren, Butter und anoer« leicht schmelzende Fette, in der heißen 3ahreSzeit in Päckchen nicht zu versenden. Auch zu anbettr Zeit ist es ratsam, eine 2 er Packung anzuwenhen, bei bet bet 3nhalt so gesichert ist, daß eine Beschädigung anderer Sendungen nicht vorkom­men kann.

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