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* Gedenkfeiern am Dolkstrauertag fanden am vorigen Sonntag, wie aus den uns vor­liegenden Berichten ersichtlich ist. in zahlreichen Städten und Dörfern Oberhessens und der angren­zenden preußischen Kreise statt, lieber die Veranstal­tungen im einzelnen zu berichten, ist uns im Hin­blick auf den stark in Anspruch genommenen Raum leider nicht möglich, zumal ja auch.die Feiern überall

DieRülkkehrzumRoggenbrot ist nationale Pflicht!

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Kirchliche Tiachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Mittwoch, den 19. März.

Stadtkirche. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Schlaudraff.

Mittwoch, den 19. März.

Lich. 20 Uhr: Passionsandacht.

katholische Gemeinden.

Dienstag, den 18. März.

Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht.

Mittwoch, den 19. März.

Gießen. 6.30 Uhr: Hochamt.

Freitag, den 21. März.

Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht.

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daß er glaubte, es mit seinem Gewissen nicht ver­einbaren ;u können, die Katastrophenpolitik der heutigen Koalitionsparteien mitzumachen. Die Haupt- chuld an der ganzen Lage tragen die bürgerlichen Parteien, die durch das dauernde Zusammengehen mit dem Marxismus diesen erst gestärkt und mäch­tig gemacht hätten. Einen Ausweg sanden sie nicht, sie seien unter sich uneiniger denn je. Nachdem sie erst vor wenigen Monaten gelegentlich des Volks­entscheids große Steuersenkungen nach Annahme des Voungplans in Aussicht gestellt hätten, sehen sie sich heute trog Annahme dieses Planes vor die Not- wendigkeit gestellt, dem deutschen Volke fast eine Milliarde neuer Steuern aufzuerlegen. Der Redner besprach dann noch die Absplitterungen im natio­nalen Lager, die nur die Rechte in ihrem Kampfe gegen den Marxismus schwächen. Eine Anzahl klei­nerer rechter Gruppen hätten einer geschlossenen lin­ken Front gegenüber nicht dieselbe Stoßkraft, wie eine große Rechte. Mit dem ernsten Appell an die An­wesenden, trotz der trüben Aussicht für die Zukunft nicht zu verzagen und weiterzuarbeiten für die Ziele der DNDP. und vor allem die Reihen fester zu- sammenzuschließen, endete der Redner unter starkem Beifall. Nach einer eingehenden Aussprache fanden noch die übrigen Punkte der Tagesordnung, wie Jahresberichte, Kassenbericht und Dorstandswahl ihre Erledigung. Daraus sei hervorgehoben, daß an Stelle des verstorbenen Dr. Lenz zum zweiten Vor­sitzenden der Ortsgruppe Postinspektor H. Lucas gewählt wurde."

Uebernahme

derEuropa" durch ben Norddeutschen Lloyd.

Laut telephonischer Mitteilung von Bord des Schnelldampfers .Europa" des Norddeutschen Lloyd ist der Dampfer durch Generaldirektor tAlässel im Namen des Norddeutschen Lloyd von der Werft Blohm & Boß über­nommen worden. Gcncrald.r ktor ®uiffel hielt oon der Brücke aus eine Ansprache, in der er Betonte, daß das Schiff allen Auftragsbedingun­gen entspreche. Er sprach der Bauwerft seinen Dank aus und brachte auf die Werft ein drei­faches Hoch aus. Er übergab dann das Schiff Ler Führung des Commodore Johnsen.

Sind Experimente an Menschen zulässig?

3m Neichsgesundheitsrat ist unter lern Dorsih des Präsidenten des Neichsgesund- tzeitsamtes die Frage, inwieweit experimentelle Lntersuchungen an Menschen zulässig sind, ein­gehend beraten worden. Referate wurden hier- öci von den Mitgliedern des Reichsgesundheits- rates, Reichstagsabgeordneten Dr. W o s e s, Geh. Rat Professor Dr. v. M ü l l e r, München; Geh. Rat Professor Dr. Schloßmann, Düsseldorf, und Geh. Rat Dr. ©tauber, Nürnberg, er­stattet. Die von ihnen vorgelegten Richtlinien sanden die einmütige Zustimmung des Reichs­gesundheitsrates. Sn diesen Richtlinien wird die LI nentbehrlichkeit wissenschaftlicher Versuchean Menschen für oie notwendigen Fortschritte in der Erkennung, der Berhütung und der Heilung von Krankheiten anerkannt, andererseits die besondere Verantwor- tu n g, welche die Bornahme solcher Versuche dem Arzte auferlegt, betont. Die vom Reichs- grsundheitsrat empfohlenen Richtlinien werden wem Reichsministerkum des Innern vorgelegt «erden. Der etwa notwendige Erlaß besonderer Anordnungen würde den Landesregierungen über­lassen bleiben.

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/Jk ri e Zum Schuh gegen \ßanflavm*Erhcilung^branh- Y RASTILLEN heilen, Mandela.

8 (Aendmiumderivat) Halsentzündungen

Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; jung- Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20, Nüsse 50 bis 80; Tauben Stück 70 bis 80; Eier 9 bis 10; Blumenkohl 50 bis 1,00; Salat 30 bis 40; Endivien 40 bis 60; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Ra- dieschen Bund 20 bis 25; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00; rote Rüben 10 bis 15.

Vornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Stadt­theater:Die Sache, die sich Liebe nennt", 20 bis 22.15 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.Der Patriot" (mit Emil Iannings) undScheidung vor der Ehe". Astoria-LichtspieleDie Rache des Verlassenen" undEines starken Mannes Liebe"

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben:Die Sache, die sich Liebe nennt": Infolge Erkrankung des Herrn Hub spielt die Rolle des Harry Kurt Dommisch.

Au« der Prvvinzialbouptstadt

Gießen, den 18. März 1930.

Seid fröhlich!

Der alte weise Sokrates hat so gesprochen, als er, gezwungen, den Schierlingsbecher zu trin- («n, dem Leben den Abschied gab. Wenn also ein Sokrates vor mehr als 2000 Jahren nichts Besseres in seiner bittersten Stunde au sagen hatte, als diesesSeid fröhlich !, dann muß diese Mahnung schon Gewicht haben. Es war ein wenig als Trost für die Freunde ge­meint, die fein Schicksal bedauerten; aber es »arg sicher auch einen tieferen Sinn, wie ja hinter des alten Griechen Worten meist ein lieferet Sinn verborgen ist, wenn sie leicht da- >intänzeln oder in weitschweifiger Logik zwin­gend zum Kern hinführen.

Seid fröhlich! in unserer Zeit zu mahnen, sl einerseits gar nicht nötig, denn im allge­meinen versteht man es schon allzu sehr bei ; uns, sich das Leben angenehm zu gestalten, soweit die schwierigen Umstände zulassen. Anderseits erscheint es aber wohl am Platze, denn das, Ions man Fröhlichkeit, wirklich aus dem Hetzen quellende Fröhlichkeit nennen lann, ist unserer Zeit ziemlich fern. Man kann, laut sein, lustig, man kann tollen und über­mütig, leichtsinnig und leichtlebig fein, aber fröh­lich? Man sieht so selten fröhliche Menschen, öslche Menschen nämlich, denen die Fröh­lichkeit aus dem Innern kommt, aus einem Hetzen, das bereit ist, gütig und freund­lich alle Widrigkeiten zu übersehen, mit einem freundlichen Worte alle Schwierigkeiten zu über­brücken und freigebig aus der Fülle des eigenen Gemüts zu verschenken. Man bemühe sich nur einmal, sie zu suchen, und man wird wie ein Diogenes lange am hellen Tage mit der Laterne loanöeln können. Fröhlichkeit dieser Art ist eine kostbare Gabe, und solch kostbare Gaben wer- d<n nicht freigebig unter die Sterblichen ver­gilt. Am luftig zu fein, um sich in luftiger Ge- 'ellschaft mit fortreihen zu lassen, dazu gehört nicht viel. Am aber um sich selbst eine Atmo- strhäre der Fröhlichkeit zu verbreiten, in der cs den andern wohl wird und einem selbst auch, , d azu gehört schon mehr.

Gewiß ist es nicht leicht, gerade in unserer fo vielfach mit Sorgen belasteten und bedrückten Seit zu rechter Fröhlichkeit zu gelangen, wenn ile nicht in einem selbst liegt. Aber werden n icht auch viele Dinge, die sich leicht und freu» 1 d tg lösen ließen, mit bitterböser Miene und mit Unmut zu lösen versucht? Konnte es nicht viel ' alter dienen, mit einem fröhlichen Wort das Tunkel, das man selbst um sich und um die Dinge schafft, zu zerreißen? Wan streitet sich um An- a clegenheiten des Berufs, um Fragen der Po- litif, man erhitzt sich, man kränkt und belei­digt einander; und ein einfaches Wort der Fröhlichkeit, das nichts mit Leichtfertigkeit zu tim haben muh, könnte viel mehr und viel besseres vollbringen. Cs wird viel zu wenig beachtet, daß ein fröhliches Wort der b e st e G e h i l f e aus dem Weg ist, daß ei uns Steine wegwälzt, die wir nur mühsam twifeitebringen können, daß es uns Wege »fnet, die stets verschlossen blieben. O. S.

Ludwig Hiun.

Zum «V. Geburtstag.

Am gestrigen Tage, 17. März, feierte Herr Ludwig Rinn, Inhaber und Generaldirektor feer Zigarrenfabriken Rinn L Cloos A.-G., Heu- Helheim-Giehen, Ehrensenator der Ludwigs- Llniversität Gießen und Mitglied der Handels­kammer, feinen 60. Geburtstag. Cs entspricht der schlichten Art des Jubilars, daß er fein 66). Wiegenfest im engsten Familienkreise beging imb wie an anderen Tagen feine Tätigkeit in Rureau und Fabrik auch an feinem Ehrentage micht unterbrach. Bei der außerordentlichen De- toiutung, die Ludwig Rinn im Wirtschaftsleben micht nur in der engeren Heimat, sondern weit iwrüber hinaus einnimmt, ziemt es sich, auch an dieser Stelle dem nunmehr 60jährigen Groh» irdustriellen einige Worte zu widmen.

Mo'tkes Wort:Glück hat auf die Dauer doch -»meist wohl nur der Tüchtige" trifft in be­sonderem Matze auf Ludwig Rinn und fein Derk zu. Aus verhältnismäßig bescheidenen An- sängen heraus entwickelte Ludwig Rinn ein macht» d illes Unternehmen, das heute 4000 Arbeiter l» etwa 50 eigenen Fabriken beschäftigt und 6 essen Ruf nicht nur innerhalb der deutschen (grenzen, sondern auch im Ausland bis in die fernen niederländischen Kolonien fest gegründet ifl In selbstverleugnender unermüdlicher Kraft- arspannung ist Ludwig Rinn allezeit seines Werkes erster Diener gewesen. Nur so hat sich

Die Grünberger Bürgermeisterfrage.

+ Grünberg, 17. März. Aus der heutigen Gemeinderatssihung: Nachdem in der vorigen Sitzung die FrageDerufsbürger- meister" vertagt worden war und sie auch heute nicht auf der Tagesordnung stand, brachte Ge­meinderat Schellhaas die Sache zur Sprache, und nachdem sich gegen die Dringlichkeit kein Widerspruch erhob, wurde darüber verhandelt. Nach längeren Ausführungen, in denen das Für und Wider eingehend erörtert wurde, kam fol­gender Antrag zur Abstimmung:Der Ge­meinderat ist für die Wahl eines De - rufsbürgermeisters und bittet um die Ge­nehmigung der Ortssahung. Die Wahl soll erst stattfinden nach der Erledigung des Disziplinar­verfahrens gegen den seitherigen Wahlbürger­meister." Dieser Antrag wurde mit neun gegen vier Stimmen angenommen. Dafür stimmten: Beigeordneter Keller, die vier Ver­treter der Mittelstandsvereinigung: S e y b o l d, Hrch. S ch m id t II., Don-Eiff und Zintzer; die beiden Beamtenvertreter Schellhaas und K roh le; der weitere bürgerliche Vertreter Repp und ein Vertreter des Landbundes, Bück. Dagegen stimmten die drei Vertreter der Volks­liste (Soz.): W. Schmidt, Hrch. Schmidt IV. und S t o ck und der andere Vertreter des Land­bundes, B ö h.

Landkreis Gießen.

* Wies eck, 17. März. Die Volkshoch­schule Wies eck schloß ihre diesjährige Winter­arbeit mit einer Vortragsreihe von Frau Dr. Neumann, Gießen, ab, die an vier Abenden überSchwererziehbare Kinder" sprach. Auf die zahlreichen Fragen, Ergänzungen und Einwände aus dem Hörerkreis ging Frau Dr. Neumann bereitwilligst ein und förderte damit ganz wesent­lich das Verständnis mancher an sich schwierigen Crziehungsfragen. Der Dank, den Rektor Petri am Schluß der Rednerin aussprach, war wohl­verdient.

is. Steinbach, 17. März. Ein junger Mann aus Gießen verließ am Freitag, nachts nach 12 Ahr, unseren Ort mit seinem Motorrad, um nach Hause zu fahren. Im Gießener Wald, etwa zwischen der 7. und 8.Schneise, bemerkte er in einiger Entfernung das Licht einer Taschenlampe. Hierdurch wurde er vor­sichtig und gewahrte auch bald im Lichte des Scheinwerfers ein quer über die Straße gespanntes Seil. Er machte fofort kehrt, fuhr wieder nach Steinbach und dann über Hau­sen nach Gießen. Anscheinend war beabsichtigt, den Fahrer zu Fall zu bringen, um ihn dann auszuplündern. Ein zu derselben Zeit kommendes Auto überfuhr die Stelle nach Angabe des Rad­fahrers ohne Zwischenfall.

750 Jahre Freie Reichsstadt.

WSN. Wetzlar, 16. März. Die Stadt Wetzlar kann am 1. April auf die 750. Wie­derkehr des Tages blicken, an dem sie von Kaiser Barbarossa oie Rechte der Freien Reichs­stadt erhielt. Der Verkehrsverein plant au6 diesem Anlaß eine akademische Feier, bei der Studiendirektor Dr. Köhler die Festrede hal­ten wird.

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meinen Vater, der in ben Jahren 1858 bis 1864 nach den Vereinigten Staaten auswanderte. Gr nannte sich

Herman Julius Gremm.

In Deutschland hat er sich angeblich

Isenberg ober Eisenberg

genannt. Sremm war ber Name seines Paten. Ich bin bereit, demjenigen 2i8,v

eine Belohnung von 500Dollar zu zahlen, ber ble Identität meines Vaters einwanb« frei aufbetff. Nähere Informationen burch:

Mrs. G. E. Sutter,

14 East 208 th Street, New York, 71. USA.

in der gleichen Weise Gedenkrede der Ortsgeist- lichen, Gesangsvorträge von Gesangvereinen oder Kirchenchören, Orgelspiel, Gräberschmuck ver­liefen. Allgemein ist aber zu sagen, daß die Feiern sehr würdig waren und dem Andenken an unsere gefallenen Brüder in eindrucksvoller Weise gerecht wurden.

** Eine öffentliche Stadtratssitzung findet am 27. März statt, lieber die Tagesordnung ist bis jetzt noch keine genaue Mitteilung möglich, jedoch steht soviel fest, daß der neue Haushaltsvor- anschlaa den Stadtrat in dieser Sitzung noch nicht beschäftigen wird. Der neue Voranschlag dürfte vor­aussichtlich erst Micke April zur Beratung kommen.

**Der Fliegende Holländer" im Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Am Freitag, 21. März, findet ein einmaliges Gastspiel der Oper des Darmstädter Landestheaters statt. Zur Aufführung gelangt in der Erstaufführungsbesetzung Der fliegende Holländer" in der Neuinszenierung von Renato Mordo.

"Iannings-Film im Lichtspielhaus. Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße erscheint von heute ab der GroßfilmDerOatriot" mit Emil Iannings in der Rolle des Zaren Paul. Der Film ist nach dem gleichnamigen deutschen Schau­spiel von Alfred Neumann durch Hans Kräly bearbeitet und von Ernst L u b i t f ch inszeniert wor­den. Den Grafen Pahlen spielt Lewis Stone, die Gräfin Ostermann wird von Florence V i d o r ge­geben. Der Film gehört zur bedeutendsten Produk­tion der letzten Zeit und dürfte eine lebhafte An­ziehungskraft ausüben.

** Brennt d i e Hecken nicht ab! Dom Tierschutzverein für Hessen in Darmstadt wird uns geschrieben: Die Beobachtungen der letzten Jahre haben ergeben, daß im Frühjahr trotz der vielfach bestehenden polizeilichen Verbote sowohl von Kin­dern, als auch von Erwachsenen das verdorrte Gras an Feldrainen und Böschungen angezündet und ver­brannt wird. Außer der hierdurch hervorgerufenen Gefahr von Waldbränden werden durch die Brände viele Vögel, die im Frühjahr ganz zeitig an der Erde brüten, und denen gerade die überhängenden Grasbüschel an Feldrainen und Böschungen die beste Nistgelegenheit bieten, in ihrem Nist- und Brutge- schäst gestört oder auch gänzlich vernichtet. Es ist dringend notwendig, daß Erwachsene und Kinder diese Unsitte unterlassen. Die Eltern und Erzieher der Jugend werden gebeten, die ihnen anoertrauten Kinder auf die schädlichen Folgen aufmerksam zu machen.

** Aus dem Gießener Standesamts- r e g i ft e r. Es verstürben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. März: 1. Marie Wilke, geb. Arnold, Witwe, 84 Iahre, Lowengasse 11.

2. Margarete Elisabeth Schleich, geb. Wihner,

27 Iahre, An der Kaserne 7. 4. Marie Ammonn,

geb. Botz, Witwe, 73 Iahre, Senckenbergstr. 23.

6. Rudols Klopf, Schuhmacher, 59 Iahre, Wall- torstraße 8. 6. Karl Hermann Weidig, Loko­motivführer i. IR 63 Iahre, Gleiberger Weg 5.

6. Anna Elisabeths Spies, geb. Zinnkann, Wwe.,

53 Iahre, Mittelweg 7. 7. Magdalene Feiling,

geb. Momberger, 50 Iahre, Seltersweg 11.

9. Martha Katharina Hartmann, geb. Skrizalle,

27 Iahre, Sicher Straße 137. 10. Marie Jose­

phine Bauer, geb. Bourgeois, 75 Jahre, Aster-

Weg 39. 10. Anna Clise Ratz, 7 Monate, Weh­steingasse 43. 11. Otto Hahn, Geheimer Baurat

i. R., 81 Jahre, Kaisernllee 14. 14. Heinrich Wilhelm Konrad Moritz Repp, Landwirtschafts­schuldirektor i. R., 58 Jahre, Henselstratze 8.

14. Wilhelm Hasselbach, Althändler, 35 Jahre, Alter Rödgerweg 18.

** Werbewoche des Schuhmacher- Handwerks. Im Rahmen der Werbewoche des deutschen Schuhmacher-Handwerks, die vom 17. bis 24. März stattfindet, wird am morgigen Mittwoch, um 20 Uhr beginnend, im Eaf6 Leib ein öffentlicher Lichtbildervortrag stattfinden, der dem ThemaFuß- leidcn und ihre Behandlung" gewidmet ist. Der Vortrag wird bei freiem Eintritt gehalten. Auf die Veranstaltung sei besonders hingewiesen. Man be­achte die Anzeigen.

** Deutschnationale Dolkspartei. Man schreibt uns:Die hiesige Ortsgruppe der DNVP. hielt am vorigen Montag ihre diesjährige Jahreshauptversammlung imPostkeller" ab. Den Hauptoortrag hielt hierbei der Landtagsabgeordnete L Steuer, Kassel, der über die gegenwärtige po­litische Lage sprach. Er führte dabei aus, daß die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands sehr ernst sei. Wir stünden in der schwersten Krise feit 1918. Wir glichen heute als Staat einem banke­rotten Schuldner, der sich dies noch nicht eingestehen will und mit den verzweifelten Mitteln versucht, sich über Wasser zu halten. Symptome der Lage seien: Das Zündholzmonopol, das an einen schwedischen Konzern vergeben wurde, das in Aussicht genom­mene Benzinmonopol, das an englische und ameri­kanische Trusts verschachert werden soll. Das sei die beginnende Verschleuderung deutscher Substanzwerte. Der Rücktritt Schachts sei als besonders wichtiges Zeichen zu bewerten. Schacht sei Demokrat, und die Deutschnationalen hätten vieles an ihm auszusetzen gehabt. Aber es müsse ihm hoch angerechnet werden,

seinem Dienst und Verdienst das Glück zugeseUt, nur so ist er der geworden, als der er gestern von zahlreichen Verehrern und Freunden ge­feiert wurde: Der Schöpfer des größten Werkes einer Art in Deutschland, ein genialer Kauf­mann und der führende Kops einer großen In­dustrie. Trotz all des Erreichten ist Ludwig Rinn immer ein schlichter, echter Oberhesse geblieben, ein gerader und warmherziger Mensch, der als naturfroher weidgerechter Jäger seine Kraft immer wieder aus der Landschaft der Heimat gesammelt hat.

Mit Genugtuung darf Ludwig Rinn heute auf ein erfolgreiches und ausgefülltes Leben xurüd- blicken. Die zahlreichen Angestellten und Ar­beiter, denen er Führer ist, feine Fachgenoffen, Mitbürger und Freunde wünschen dem Jubilar noch lange Jahre gesegneter Arbeit zum Wohl seines Unternehmens und zum Heil der All­gemeinheit.

Erregung und Ermüdung bei Unfällen auf der Bahn.

Der Einheitsverband der Eisen­bahner Deutschlands, Ortsverwal­tung Gießen, veranstaltete im großen Hör- saal der Universität einen Lichtbildervor­trag. Nach den Einführung Worten des Be­vollmächtigten der Ortsverwaltung, Denner (Gießen), sprach Universität ^Professor Dr. H. Griesbach überErregung und Er­müdung, ihr Nachweis und ihre Bedeutung für die Entstehung von Unfällen, insbesondere im Eisen­bahnbetrieb e." Der Redner behandelte zu­nächst in eingehender Weise die Ursachen von Erregung und Ermüdung beim Menschen, die sich je nach Dauer und Stärke der Reizung bzw. Widerstandsfähigkeit des einzelnen ver­schieden auswirke. Die Ermüdung könne durch den Willen verdeckt, aber nicht beseitigt wer­den. Auch durch Arbeitswechsel sei eine Be­seitigung der Ermüdung nicht möglich, eher könne sie bei ungewohnter Arbeit noch gesteigert wer­den. Der Redner besprach dann weiter die phy­sikalischen Veränderungen im Körper^ durch Er­regungen, sowie die chemischen Veränderungen bei Ermüdung. Falls die Ermüdung durch ent­sprechende Ruhe nicht beseitigt würde, sei ein Nachlassen der Arbeitskraft und das Eintreten von Unfällen unvermeidlich. Der Redner er­läuterte sodann die Ergebnisse der Untersuchun­gen des menschlichen Körpers nach Ermüdungen, um sich hierauf eingehend mit Verfahren und Methoden zu beschäftigen, welche die Erregung und Ermüdung nachweisen. Er zeigte an Hand von Tabellen die Wirkung von Erregung und Er­müdung auf den Blutdruck. Interessant waren auch die vorgeführten praktischen Versuche mit dem von dem Referenten erfundenen Cmpfin- dungsmesser- Der Redner beschäftigte sich werter noch besonders mit den beim Cisenbahnpersonal während des Dienstes vorgenommenen Unter­suchungen, um dann auf die zahlreichen Unfälle auf Eisen- und Straßenbahn einzugeheir. Er machte dabei intereffante statistische Angaben über Tag und Stunde der Unfälle und über das Lebensalter der Verunglückten, wobei er er­wähnte, daß die Nachtarbeit zweifellos in stär­kerem Maße eine Ermüdung zur Folge habe, als die Tagesarbeit. Der Redner besprach noch kurz die Ursachen der Unfälle int Bahnbetrieb und stellte dabei fest, daß rund 70 v. H. sämt­licher Unfälle auf Ermüdung und Erregung zurückxuführen seien. Leider finde die Auswir­kung oer Ermüdung und Erregung bei der Ver­waltung der Dahnen nicht immer die erforder­liche Deachtung. Zum Schluß erläutert der Red­ner einige Erscheinungen, die bei Ermüdung zu unverschuldeten Unfällen führen können.

Zusammenfassend stellte der Vortragende fol­gende Leitsätze auf:

1. Erregung und Ermüdung treten bei jeder Arbeit auf. Sie können aber nur bann als etwas Natürliches, als physiologische Eigenschaften be­trachtet werden, wenn sie in Arbeitspausen und nach Arbeitsschluh ohne Rest weichen und zu Beginn einer neuen Arbeitsschicht nicht mehr vorhanden sind. Verhält es sich anders, so wird die Widerstandsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Menschen geschwächt. Wenn dies bei Eisen­bahnbediensteten vorkommt, so kann die Sicher­heit der Vetriebe gefährdet Werdern

2. Es gibt Methoden, durch welche die Erre­gung und Ermüdung des Menschen objektiv nach­gewiesen werden kann.

3. Das einfachste, schnellste und überall an­wendbare Verfahren besteht in der Prüfung des Empfindungsvermögens der Haut, welches durch Erregung erhöht, durch Ermüdung herabgesetzt wird.

4. Es erscheint dringend geboten, dieses Ver­fahren während des Dienstes der Eisenbahn- bediensteten von Zeit zu Zeit anzuwenden und in bezug auf Erregung und Ermüdung ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu er­mitteln.

5. Eine Forderung, welche die körperliche und geistige Hygiene in bezug auf Arbeit zu stellen hat, ist die, daß Harmonie zwischen dem Ar­beitenden und seiner Tätigkeit besteht. Dadurch wird Arbeitsfreude geschaffen und erhalten. Durch Ueberlastung mit Arbeit wird diese Harmonie zerstört.

6. Eine weitere Forderung ist die, größtmög­lichsten Schutz des Cisenbahnpersonals und des reisenden Publikums gegen Unfälle zu gewähr­leisten Bei Ueberlastung des Personals mit Arbeit fehlt dieser Schutz.

7. Ausgabe der Bahnverwaltung ist es, die Dienstvorschriften ihrer Bediensteten in völlige Uebereinftimmung mit den Forderungen der Hy­giene zu bringen. Wenn dies geschieht, werden sich viele Unfälle der Eisenbahner, viele Mate­rialschäden und Schädigungen des reiseirden Pu­blikums vermeiden lassen.

datcn für Mittwoch 19 Mär'.

1813: der Afrikaforscher David Livingstone in Blantyre geboren; 1853: der Lustspieldichter Paul von Schönthan in Wien geboren; 1873 der Komponist Max Reger zu Brand i. d. Oberpfalz geboren.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 1,40 öis 1,60; Matte 30 bis 35; Wirsing 25 bis 35; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter- Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 20; Rosen­kohl 35 bis 40; Feldsalat 1,80 bis 2,00; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis.15; Meerrettich 50 bis 70; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 41 2 * * * 6 * * 9 * * * * 14/« bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dirnen 10 bis 15;