Ausgabe 
17.11.1930
 
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Jankowsky, im Wahlkreis Kallowih Ingenieur Hofamcf und im Wahlkreis Vlelih-Pleß Ge­schäftsführer Franz gewählt.

Ser Wahlsonntag in Polen.

Warschau, 16. Rov. (WTD.) Rach Nm in den Abendstunden vorliegenden Meldungen ist es bei den Sejmwahlen in verschiedenen Orten hu -Zusammenstöben gekommen. So kam es in Posenzu gröberen Sch ägereien zwischen Ratio- naldemokraten und Regierungsanhangern: etwa 30 Personen, wurden verhaftet. 3n Lodz stürm­ten die Regierungsanhänger das sozialistische Parteilokal, wobei zahlreiche Personen verletzt worden sind.

Die Wahlbeteigung war ungleich- mäßig. Die stärkste Frequenz scheinen die West­gebiete, vor allem die Provinz Posen, auf- zuweisen, während die kongreßpolnischen und Ostbezirke eine geringere Wahlbeteiligung auf­wiesen.

3n Warschau Stadt und Land stand der Kampf zwischen Regierungspartei und Rational­demokraten im Vordergründe. Aus vielen Wahl­kreisen wird berichtet, daß die Regierungsanhän­ger ihre Stimmen offen abgaben. 3n einigen Wahlkreisen, so besonders in W e st g a l i z i e n, sind sehr viele jüdische Stimmen für die Regie­rungsliste abgegeben worden. 3n Warschau selbst entfaltete der Regierungsblock, dem offenbar un­beschrankte Geldmittel zur Verfügung standen, eine ungeheure Propaganda. Lastautos mit Radiomusik, Trompetern und halbwüchsigen Burschen, die taktmähigEs lebe der erste Mar­schall 3osef P i 11 u D f f i! schrien, durchfuhren die Stadt. Don einer öffentlichen Werbearbeit der anderen Parteien war kaum etwas zu merken.

Die ersten Ergebnisse der Gejmwahlen.

Sieg des Regicrungsblocks.

Warschau. 17. Rov. (WTV. Funkspruch.) 6.20 Uhr früh. Die ersten vollständigen Ergebnisse zum Sejm liegen jetzt vor: von den insgesamt 64 Wahlkreisen sind die Ergebnisse aus 12 Wahlkreisen bekannt, die Warschau, das Gebiet von Posen und Oberschlefien umfassen. In diesen wurde der Sieg des Re­gierungsblockes vollauf bestätigt. Der Re­gierungsblock erhielt in den genannten Bezirken 25 (bei den letzten Wahlen 15) Mandate. Die Haupt­stadt Warschau hat sich klar für die Regierung Pilfudski ausgesprochen. Von den 14 Mandaten, die auf Warschau entfallen, erhielt nämlich der Re- glerungsblock 8 Mandate, was einen Zuwachs von zwei Mandaten bedeutet. Die I u d e n konnten ihre zwei Mandate behaupten, die Kommuni­sten erhielten ein Mandat (verloren ein Mandat), die Oppofilionsfoziallsten haben ihr ein­ziges Mandat verloren. In einer Beurteilung der Sejmwahlen berechnet der im Regierungslager stehendekurjer Poranny", daß der Regie­rungsblock 240 von insgesamt 444 Man­daten erhallen wird, während den Rationaldemo- traten und Zentro-Linken je 60 und der Rest der Mandate den nationalen Minderheiten zufallen dürfte.

In Ansehung der bisher bekanntgewordenen Er­gebnisse kann vorläufig gesagt werden, dah die Rationaldemokraten im Osten, der Re- giexungsblock hingegen im Zentrum und besonders im Westen des Landes die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte. Auf­fällig ist. dah in rein ukrainischen und weißrussischen Kreisen fast durchweg Regierungsanhänger gewählt worden sind. So meldet beispielsweiseEx­preß poranng aus der rein ukrainischen Wojwod- schaft w o l h y n i e n . dah von 16 Mandaten 15 der Msudski-Regierung zugefallen sind, während bei den Wahlen des Iahres 1922 gerade dort fast sämt­liche Mandate die nationalen Minderhei­ten erhallen halten. In diesem Zusammenhang verdient auch erwähnt zu werden, daß in den Kar­pathenorken des Kreises Spl; die Wohlkommission ihre Tätigkeit schon Sonntag um 11 Uhr vormittags beenden konnte. Dort wurden in sämtlichen Orten sämtliche Stimmen für die Pit- s u d s k i - L i st e abgegeben. So wurden zum Bei­spiel in halys; genau 100 Stimmen und diese 100 sämtlich für den Regierungsblock abgegeben.

Der politische Kurs in Hessen.

Eine erstaunliche Erklärung des hessischen Innenministers Leuschner.

Darmstadt, 16.Rov. (WSR.) Die Dozial- demokratische Partei und das Gewerkschaftskartell des ADGB. Abteilung Darmstadt, hatten zu einer Kundgebung in der Festhalle eingeladen. Dor der Versammlung sprachen Deichstagspräsi­dent L ö b e und W. Eggert vom ADDD. An­schließend formierte sich ein De m o n st r a t i o ns- zug nach dem Paradeplatz, wo der hessische 3n nenrn in i st e r Leuschner u. a. erklärte: Die Republik ist stark genug, die Arbeiterschaft entschlossen, allen jenen Phrasendreschern und nationalistischen Hasardeuren den Daumen an die Gurgel zu drücken, wenn das «notwendig sein würde. Man sollte sich die kleinmütigen Geschäftsleute und Handwerker merken, die die Rational- sa^illen unterstützten. Ec werde die nationalsozia­listische Uniform nicht verbieten, damit man ihre Trager kennenlernen könne. Der hessische Staat habe seine Machtmittel so fest in der Hand, daß er em Paroli bieten könne. Wir wollen in Zukunft, erklärte der Minister, so schnell es geht Dcmditen aburteilen. Die hessische Polizei wird in kräftiger fern, um sich durchzusehen. Daneben werden wir mit gleicher Kraft daran arbeiten, die schwere wirtschaftliche Rot zn überwmden, soweit es in der Macht eine« einzelnen Volkes liegt.

Die Preissenkung in Hessen.

Eine amtliche Verlautbarung des hessischen Wirtschaftsministers.

D a r m st a d t, 15. Rov. (WER. Amtlich.) Das Ministerium für Arbeit und Wirt­schaft beschäftigt sich eingehend mit der Frage wie im Zusammenhang mit dem Lohn- und Ge- haltsabbau in Hessen eine beschleunigte -und durch- greifende Senkung der Preise für di e wich.

Die Wahlen zum Danziger Volkslag.

Ruhiger Verlauf.

Danzig, 16. Rov. (TU.) Am Sonntag fan­den im Gebiete der Freien Stadt Danzig die Reuwahlen zunr Danziger Volks­tage statt und zwar zum ersten Male nach der irn Sommer dieses 3ahres abgeänderten Danziger Verfassung. Rach dieser Verfassungs­änderung ist die Zahl der VolkstagSabgeordneten bekanntlich von 12 0 auf 72 herabgesetzt worden. Don allen politischen Parteien wurde auch am Sonntag noch starke Wahlpropa­ganda getrieben. Hauptsächlich waren es die Kommunisten und die Rativnalsozialisten, die durch Umzüge mit Plakaten sowie durch Flug­zeuge ihr Propagandamaterial abwarfen, noch in letzter Stunde eine eifrige Werbetätigkeit ent­falteten. Zu Zusammenstößen ist es jedoch nirgends gekommen. Während der Wahlakt am Vormittag von schönstem Herbstwetter begünstigt war, setzte gegen 14 Uhr ein ziemlich heftiges Schnee­treiben, unterbrochen von Regenfällen, ein, was die Wahlbeteiligung natürlich ungünstig beeinflußte. Trotzdem wart die Wahlbeteiligung, soweit es sich bisher übersehen läßt, außerordent­lich lebhaft.

Das Wahlergebnis.

Die Wahlen ergaben folgende» Gesamtergebnis: (Bei den Mandatsziffern ist zu berücksichtigen, dah der neue Volkstag nach der in Genf angenommenen Verfassungsänderung nicht 120, sondern nut 72 Ab­geordnete zählt):

Sozialdemokraten: 53 741 (1927: 61 779), 19 Man- date (1927: 42).

Deutschnationale Volkspartei: 27533 (1927: 35826), 10 Mandate (1927: 25).

Zentrum: 30 841 (1927: 26 096), 11 Mandate (1927: 18).

Kommunisten: 22 489 (1927: 11 700), 7 Mandate (1927: 7).

Rationalliberale Bürgerpartei: 4465 (1927: 8331), 2 Mandate (1927: 7).

Deutsch-Danziger Wirtschaftspartei: 6056 (1927: 8010), 2 Mandate (1927; 6).

Deutsch-Liberale 3400 (1927: 6204), ein Mandat (1927: 4).

Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft (Beamtenpartei): 4886 (1927: 4227), ein Mandat (1927: 3).

Polen und polnisch-katholische Partei: 6441 (1927: 5764), 2 Mandate (1927: 3).

Fischer: 1637 (0), kein Mandat. (1927; 1).

Rationalsozialisten 34 294 (1927: 2130), 13 Man- date (1927: 1).

Kampf gegen den Bolschewismus.

Eine Berliner Kundgebung zum Schutz der abendländischen Kultur.

Berlin, 16. Rov. (TU.) Der Deutsche Bund zum Schuhe der abendländi­schen Kultur, der es sich zur Aufgabe ge­macht hat, den Kampf gtgen die bolsche­wistische Propaganda aufzunch.nen, ver­anstaltete am Sonntag im Sportpalast eine Kundgebung, auf der namhafte Redner her ver­schiedensten Bekenntnisse zu dem Thema Für Kultur und Glaube gegen die Weltrevolution" das Wort ergriffen. Der Präsident des Bundes, Für st Löwen st ein, erklärte, nach Eröffnung der Kundgebung durch Graf Kayserlingk- Cammerau, daß der Bund nicht mit politi­schen, militärischen oder wirtschaftlichen, sondern mit geistigen Waffen für die per­sönliche Freiheit irn Sinn edes Chri­stentums und des abendländischen Gedankens eintreten wolle. Er wende sich besonders gegen den von Sowjetrutzland her­kommenden Angriff auf die heutige Kultur. Generalsuperintendent Karow schilderte die Gefahr, die der Kultur vom Bolschewismus drohe und wies besonders auf die von den Bolschewisten betriebene Auflösung der Familie hin, während der orthodoxe Bischof Seraphim die Re.igionsverfolgungen in Ruß­land schilderte, deren Zeuge er in Ausübung seines bischöflichen Amtes gewesen ist.

Schon am Anfang der Kundgebung versuchte eine Anzahl von Kommunisten durch Zwischen­rufe und Lärm zu stören. Bei den Ausführungen des Bischofs Seraphim, die von den Kommunisten an­scheinend besonders peinlich empfunden wurden, steigerte sich der Lärm derart, daß die Polizei e i n g r e i f e n mußte. Die Polizei mußte vom Gummiknüppel Gebrauch macken und die Ruhestörer aus dem Saal entfernen. Hiervei wurden 21 Männer und zwei Frauen zwangsgestellt. Dann konnte die Versammlung ungestört zu Ende geführt werden.

9m weiteren Verlauf der Kundgebung betonte der Rabbiner Dr. Rosenthal (Köln), daß sich alle Vertreter der religiösen Kulturen zu gemein­samem Kampf gegen Moskau zusam- menschließen müßten, da sowohl das Christen­tum als auch das Zudentum und alle anderen Reli­gionen gleichmäßig vom Kommunismus bedroht würden. Sir Williams H o r w o r d, ehemaliger Po­lizeipräsident von London drückte in englischer Sprache seine Sympathien für die Bestrebungen des Bundes zum Schutze der abendländischen Kultur aus und wies auf die gleichgerichteten englischen Vereini­gungen hin. Zum Schluß der Kundgebung erklärte der geschäftsführende Bundesvorsitzende von Al- oensleben. daß es Aufgabe Deutschlands sei, die Führung in dem Kampf um die Selbstbehauptung und um den Schutz des Abendlandes zu ergreifen.

tigstenGegenständedeS täglichen Le­bens erhielt werben kann. Durch Verhandlun­gen mit einzelnen Wirtschaftsgruppen wurde fest- gestellt, daß die Preisspanne innerhalb der ein­zelnen Städte recht verschiedenartig ist. Die angestellten Berechnungen haben jedoch er­geben, daß eine immerhin nicht unbeträchtliche Senkung der Verkaufspreise durchgeführt werden kann. Es dürfte aber notwendig erscheinen, die durch Kartelle oder sonstige Organisationen einheitlich festgelegten Preise einer wesentlichen Aenderung zu unterziehen. Diese zu große Gewinnspanne dürfte jedoch durch örtliche Verhandlungen am besten ge­regelt werden können, weil auch der örtliche Unkostensatz sehr verschiedenartig ist. Die darüber etngeleiteten Verhandlungen seitens der Oberbürgermeister der einzelnen Städte sollen nicht durch Eingreifen des Ministeriums gestört, sondern vielmehr gefördert werden. Das Mini­sterium wird jedoch darauf bedacht sein, dah auch auf dem Lande eine Herabsetzung der Preise für die Bedürfnisse des täglichen Lebens, aber auch der weit über den Friedenspreisen liegen­den Unkosten für Herstellung und Reparaturen landwirtschaftlicher Geräte möglichst bald durch­geführt wird.

Zur Durchführung dieser gemeinschaftlichen Preis- senkungsaktion wird im Verlauf der kommenden Woche eine Besprechung mit den Kreis- Ämtern und Oberbürgermeistern der Städte herbeigeführt werden. 9m Hinblick auf die überaus große Notlage der breiten Masse des Volkes und in Verfolg der Anregungen der Reichs­regierung hat das Ministerium den festen Willen, die Preissenkung energisch zu betreiben und durch- zuführen. Das Ministerium gibt sich auch der Hoff- nung hin, daß durch eine vernünftige Verständigung mit den in Frage kommenden Wirtschaftsgruppen und durch vertrauensvolles Zusam­menarbeiten dieses Ziel erreicht werden kann. Sollten jedoch gütliche Verhandlungen nicht den ge­wünschten (Erfolg führen, so wird 'das Ministerium nicht davor zurückschrecken, bei der Reichsregierung Maßnahmen zu beantragen, die es alsdann ermög- lichen, auf gesetzlichem Wege eine durchgrei­fende Preissenkung zu erzielen.

Gründungsparteitag der Gtaatspartei in Hessen. WSD. Frankfurt a. M., 16.Rov. Die

Deutsche Demokratische Partei Hessens trat am Sonntag im Dolksbildungsheim zu ihrem letzten Parteitag zusammen, um nach den Vorgängen im Reich ihre Auflösungzu beschließen. Land­tagsabgeordneter Reiber sprach über die Tätig­keit der alten demokratischen Partei nach der Re­volution und die Gründe, die Koch-Weser veran­laßten, die Basis für neue praktische Arbeit zu erweitern. Eine Aussprache sand nicht statt. Ein Antrag, in die Staatspartei überzugehen, für Hessen aber den 'Kamen Demokratische Partei, Landesverband der Deut­schen Staatspartei beizubehalten, wurde gegen sieben Stimmen abgelehnt.

Arn Rachmittag fand im gleichen Lokal der Gründungsparteitag der Deutschen

Hessens statt. Staats- anwalt Dr. May (Darmstadt) berichtete über den Parteitag in Hannover. Rach ihm hielt Dr.

Weber (Berlin), FraktionSvorsitzender der Staatspartei im Reichstag, ein kurzes Referat über Ziele und Aufgaben der Staatspartei. Rot­wendig sei innerpolitisch mehr Toleranz und Menschlichkeit, weniger gesellschaftliche Lin- terschiede, mehr soziales Empfinden und Denken auch bei den Arbeitgebern; kein Wirtschaf tsbol- schewismus, sondern wahre Demokratie auch in der Wirtschaft; auch keine Anti-Agrarpolitik, sondern eine im 3nleresse der Konsumenten und» des Agrariertums liegende Politik. Die neue Par­tei solle zu einer Basis der Mitte ausae- baut werden, damit alle diejenigen hineinkön­nen. die noch immer in Deutschland politisch hei­matlos sind.

Rach einer langen Aussprache, in der wiederholt Meinungsverschiedenheiten zum Aus­druck tarnen, sand eine Entschließung Annahme, in der der Kampf um die Demokratie als die dringendste Aufgabe der Zukunft bezeichnet und den Parteimitgliedern die aktive Mitarbeit im Reichsbanner Schwarz-Rot°Geld empfohlen wird. Rach Verabschiedung organisatorischer Fragen wurde ein vorläufiger geschäftsfüh­render Vorstand gewählt, der aus den Her­ren Weniger (Bad-Rauheim), Dr. Kock, (Worms) und Schrauth (Darmstadt) besteht. Die endgültige Vorstandswahl soll auf dem Par­teitag der Staatspartei im Frühjahr nächsten wah­res erfolgen.

Bollsparieiliche Anträge im Hessischen Landtag.

Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat im Hessischen Landtag u. a. folgende Anträge eingebracht:

Der 11. August (Tag der Reichsverfassung) fiel in diesem 3ahre zum ersten Male, nachdem er durch Beschluß des Landtages zum gesetzlichen Feiertag gemacht war, auf einen Wochentag. Der hessische Feiertag für ein das Reich betreffen­des historisches Ereignis wirkte sich bei der Grenz­ziehung Hessens und feiner engen wirtschaftlichen Verflechtung mit den Rachbarstaaten, in denen der 11. August fein gesetzlicher Feiertag ist, in ge­radezu grotesker Weise aus. Der Schaden war für die gesamte hessische Wirtschaft Arbeitgeber wie Arbeitnehmer -- ein sehr beträchtlicher. Sprach und spricht schon die furchtbar ernste wirtschaft­liche Lage ganz allgemein gegen Schaffung oder Beibehaltung neuer Feiertage, so widerspricht zu­gleich die jetzige partikularistische Rege­lung in Hessen aufs schärfste dem Gedanken der Reichsreform und -Vereinheitlichung, die so bitter not tut. Wir beantragen daher: Der Land­tag wolle beschließen: Der 11. August gilt in Hessen nicht mehr als gesetzlicher Feiertag. Wir beantragen ferner: Die Regierung möge Richt­linien über die Beschäftigung von Straf­gefangenen aufstellen und die Strafgefange­nen nur mit solchen Arbeiten beschäftigen, die für das selbständige Handwerk, Handel und Ge­werbe keine Konkurrenz bedeuten. 3n einem weiteren Antrag heißt es: Trotz des wirt­schaftlichen Tiefstandes, trotz der außerordentlich hohen Gesamtsteuerbelastung bat die übergroße Mehrheit der Steuerzahler den besten Willen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Es muh des­halb beanstandet werden, wenn die Beitrei­bung der kleinen und kleinsten Be­träge mit einer Rig orosität erfolgt,

die bei den Kommun al steuern unbenE* bar wäre. Es ist, soviel uns bekannt, angoordnett worden, daß am dritten Tage nach Ablauf der Schvnsrist die Mahnzettel zur Post zugege­ben sind, und sofort nach Ablauf der Mahnfrist soll schon die zwangsweise Beitreibung beginnen können. Da gerade bei kleinen Beträgen Mahn- und Pfändungsgebühren verhältnismäßig hoch find, und da die Ver­zugszinsen trotz wiederholter Senkung de« Reichsbankdiskonts dieselben geblieben sind, beantragen wir, die Finanzämter anzuweisen, bei der Beitreibung auf die wirtschaftliche Lage der Betroffenen R ü ck s i ch t z u n e h m e n.

Der Gewerkschaft ingzurWirk- schasts- und Sozialpolitik.

Berlin, 15.Rov. (WTD.) Der Gewerkschafts­ring Deutscher Arbeiter», Angestellten- und Be. amtenverbände, dem zehn Berufsverbände mit etwa 600 000 Mitgliedern an geschlossen sind, hielt heute seinen vierten Freiheitlich-Rationalen Kon­greß ab. zu dem viele ausländische Vertreter er­schienen waren. Rach einer Begrüßung^durch den zweiten Vorsitzenden des GewerkschafkNkingeS, Reichstagsabgeordneten Gustav Schneider (GDA.), erstattete der Generalsekretär Emst L e m m e r, M. d. R., den Bericht über das erste 3ahrzehnt seit Bestehen des Ringes. Zum Är- beitslosenproblem bemerkte der Redner, daß auf jeden Fall eine ausreichendeUnterstüt- zung unverschuldet Arbeitsloser sichergestellt werden müsse. Die Trennung des Reichshaushalts von der Arbeitslosenver­sicherung sei nur möglich, wenn die Mittel für die Arbeitslosenunterstützung gesichert seien. Ein weiteres Ansteigen der Beitrage sei untragbar. Die katastrophale Arbeitsmarktlage erfordere eine Revision der Arbeitszeitdauer. 3m besonderen sei der Kampf gegen dieUeber- stundenarbeit aufzunehmen und das g:l'.ende Arbeitszeitrecht daraufhin zu prüfen, inwieweit durch Abänderung die gesetzlich zulässigen äleber- stunden eingeschränkt werden könnten. Lemmer empfahl, die Politik der Reichsregie­rung zu unterstützen. Es sei dabei aber notwendig, die Senkungsmahnahmen aller Warenpreise bis zum Verbrau­cher durchzuführen. Gegen volkswirtschaftlich un­gesunde Preisbindungen mühten mehr als bisher die staatlichen Machtmittel eingesetzt werden.

Aus aller Wett.

Die Einskurzkalasirophe in Lyon.

3n Lyon wurden 14 Leichen geborgen, darunter die eines Kindes. Die Befürchtungen, daß das Chazeaux-Hospital einstürzen könnte, sind noch nicht behoben. Man hat versucht, die Her­kunft des Grundwassers, durch welche- das Erdreich aufgeweicht wurde, festzustellen. Wie der Bürgermeister von Lyon, H e r r i o t, erklärt, hat sich durch Färbung des Wassers im Wasserreservoir des Chazeaux-Hospitals erwie­sen, dah das am südlichen Hügel des Hospitals gelegene Kanalisationswehrgebrochen sein muh und dah das Erdreich das dort aus- sließende Wasser nicht mehr habe aufnehmen können. Dadurch ist, wie man annimmt, eine Unterspülung und sind dann die ausein­ander folgenden Erdrutsche hervorgerufen worden.

Do X In Bordeaux getanbet

Do X ist am Samstag 14.16 Uhr deutscher Zeit bei Bordeaux glatt gelandet. Die Landung auf der Gironde erfolgte nach einstündigem Fluge von La Rochelle um 1,02 Uhr bei Roque de Th-u, 30 Kilometer vor Bordeaux. Besatzung und Pas­sagiere wurden herzlich empfangen. 3n Bordeaux findet am Montag die Vorführung des Flug­bootes statt. Für Dienstag ist der Start nach La Cvruna vorgesehen.

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Wettervoraussage.

Die zufliehende Kaltluft an der Rückseite des abziehenden skandinavischen Tiefs hat zu Auf- klaren geführt, so daß in der letzten Rächt die Temperaturen vielfach unter den Gefrierpunkt zurückgingen. Damit war gleichzeitiger kräftiger Barometeranstieg verbunden und ein Hochdruck­keil hat sich von 3sland über die britischen Anseln bis nach dem Festlande hin ausgebreitet. Dieser wird zunächst bestimmend für unser Wetter sein und die eingesetzte Besserung noch fortbe­stehen lassen. Bei klarer Rächt ist weiterhin Frost zu erwarten, allerdings dürste die Schön- Wetterlage durch eine in Westfrankreich erschienene Warmluftwelle für späterhin erneut gefährdet sein.

Aussichten für Dienstag: Stellenweise Frühnebel. sonst vielfach heiter und klar, twcken mit Rachtfrost.

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