Ausgabe 
17.10.1930
 
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Durch das Kriegsschädenschlußgesctz sind die Gläu­biger liquidierter BorkriegssorderunHen an das feindliche Ausland hinsichtlich der Höhe der Ent­schädigungssätze den Eigentümern liquidierter Sach­werte gleichgestellt worden, so daß sie für die ersten 5000 Mark die Entschädigung zu 100 Prozent, dar- über hinaus nach einer sinkenden Skala erhalten. Dagegen ist für diejenigen Gläubiger, deren For­derungen nicht liquidiert, sondern im Ausgleichs­verfahren verrechnet sind, der Satz, zu dem das Reich mit ihnen abrechnet, bis heute unverändert geblieben, nämlich Prozent des Vorkriegswertes 'der Forderung ohne Rücksicht auf deren Höhe. Da es vielfach, so besonders gegenüber England, von reinen Zufälligkeiten abgehangen hat, ob eine deutsche Forderung liquidiert ober im Ausgleichs­verfahren verrechnet wurde, sind in vielen Fällen Härten entstanden, die unter der Voraussetzung der Bedürftigkeit der Geschädigten durch Härtefonds- Zuwendungen ausgeglichen werden können. Dies gilt auch für Firmen jeder Art, die sich in wirtschaftlicher Notlage befinden.

* Berufswettkämpfe d e s D. H. V. Man berichtet uns: Der Deutschnationale Hand- lungsgehilfen-Derband, Ortsgruppe Gießen, hatte am Montag seine Bctriebsvertrauensmänner zu einer Sitzung eingeladen, um mit ihnen die Borbereitungen für die Durchführung der in Gießen am 16. November vom Verband aus stattfindenden Berufswettkämpfe durchzusprechen. Nachdem der Wettkampsleiter, Herr Schwarz, die technischen Anweisungen gegeben und vor allem daraus hingewiesen hatte, daß an dem Wettkampf alle männlichen Kaufmannsgehilfen und Lehrlinge bis zum 21. Lebensjahr teilneh- men können, auch solche, die dem DHB. als Mitglied nicht angehören, ging Kreisgeschäfts­führer Echroeder in einer kurzen Ansprache auf den Sinn und Zweck der Berufswettkämpfe ein. Sie sollen für die Teilnehmer eine Selbst- , Prüfung sein. Diese Selbstprüsung hat der junge Kaufmann nötig, denn für ihn gibt es beim Abschluß der Lehre leider keine Gehilfenprüfung, wie sie jeher Handwerkslehrling in der Ge­sellenprüfung hat. Der DHB. fordert die Ein­führung der kaufmännischen Gehilfenprüfung. Die Derufswettkämpse werden in Kurzschrift, kauf­männischem Rechnen, Handelsbrieswechsel und Situationsaufgaben durchgeführt. Aus den Er­gebnissen will auch der DHB. als Derufsverband der Kaufmannsgehilfen Lehren ziehen, wo er in künftiger Zeit in besonders starkem Maße mit der Berufsbildung einzusehen hat. Aach Erledi­gung dieses Tagesordnungspunktes wurde die Durchführung des am kommenden Sonntag in Gießen stattfindenden Kreistages des Kreises II. Mittelhessen, besprochen, ferner Stellung ge­nommen zu den Belastungen, die das Regie- rungsprogramm des Reichskabinetts den An­gestellten bringt.

" Bor trag im D. H. B. 3n einer gut- besuchten Versammlung des D. H. D. sprach gestern abend im D.-H.-B-Heim nach kurzen Begrüßungs- Worten des ersten Bertrauensmannes Dr. Kun­de l e r, Frankfurt, über den Voungplan. Der Redner lieh vor dem geistigen Auge feiner Zu­hörer die Zeit unmittelbar nach dem Kriege erstehen, streifte kurz den Vertrag von Versailles und die Zwangslage, in der sich seinerzeit Deutsch­land befand, eine Lage, aus der heraus der Vertrag unterschrieben wurde, obwohl eine be­stimmte Reparationssumme noch nicht festgesetzt war. Der Vortragende kam weiter auf das Londoner Ultimatum zu sprechen und widmete schließlich dem Dawespakt eingehendere Betrach­tungen. An Hand von Zahlenmaterial gab er den. Hörern ein Bild von den im Dawesplan übernommenen Lasten und wies zugleich auf einige charakteristische Klauseln dieses Vertrages bin. 3n seinen Ausführungen über den Voung- plan betonte der Redner, daß die Ermäßigung der Lasten, von denen seinerzeit so viel ge­sprochen wurde, keinesfalls von jenem Ausmaß seien, wie sie von uns erhofft waren, stellte dem

Diei IRenfmen - einBotnon

Vornan von Hans Friedrich.

Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau L Sa.

7 Fortsetzung. Nachdruck verboten

Wie aus einem Traum erwachend, sah Hansen seine Frau an. Ach so. er hatte ganz vergessen, wo er sah.

Sein Schweigen reizte Irma mehr, als wenn er grob geworden wäre.

Dein Töchterchen scheint sich in Tirol sehr wohl zu befinden. Natürlich, Sölden ist weit vom Schuh. Dort kann sie sich ausleben. Sie ist ja Künstlerin, freie Künstlerin!"

Das war Gift, wie es nur eine Frau gegen eine Geschlechtsgenossin verspritzen kann. Wie 3rmaausleben" undfreie Künstlerin" be­tonte! Ihre Worte waren ätzende Lauge.

Aber Peter Hansen schwieg rwch immer. Aur in seine Augen stahl sich ein harter Ausdruck, daß sie grau wie der Stahl wurden, den er in seiner Fabrik verarbeitete. 3rma beachtete diese kleinen, ihr bekannten Wetterzeichen nicht. Sie wollte es heute unter allen Umständen zu einer Szene kommen lassen. Peter hatte sie vor fünf 3ähren aus Liebe geheiratet. Das wußte sie. 3bre halbe Million Mitgift wirkte auf die Hansen-Motoren-Fabrik wie eine Dlutsauffri- schung. Das war ihr auch bekannt. Run muhte es sich zeigen, ob ihre Macht raxfj stark genug war, um ihren Willen durchzudrücken, um diese Belastungsprobe auszuhalten.

3ch mache so nicht weiter mit!" trumpfte sie plötzlich auf.Entweder du rufst deine Tochter heute noch telegraphisch zurück oder"

Sie war sich über das hinausgetrumpfte oder" selbst noch nicht ganz im klaren, als Hansen schon sehr beherrscht fragte: oder

Run muhte sie Farbe bekennen.

oder ich verlasse dein Haus heute noch! 3ch möchte doch wissen, wer hier mehr zählt: Deine Tochter oder ich!"

Aus ihr sprach tobende Wut.

Hansen besah eine verträgliche, friedliebende Aatur. aber wenn es sein muhte, konnte er auch grob werden. Zunächst versuchte er es mit Diplo­matie.

Bitte. 3rma, reg' dich nicht wegen dieser Kleinigkeit auf! Wir haben uns tagelang über den Entschluß Mutes unteHalten. 3ch möchte die Debatte über diesen Punkt schließen und nun endlich Ruhe haben."

Doch er hatte die Rechnung ohne seine sinnlos erregte Frau gemacht.

vielmehr die Tatsache gegenüber, daß die Zah­lungen, die nun für den Voungplan geleistet werden müssen, in Anbetracht der niedrigen Rohstoffpreise relativ höher seien, als zur Zeit des Vertragsabschlusses. Schließlich ging der Redner, nachdem er sich mit technischen Einzel­heiten des Tributplanes beschäftigt hatte, auf das Schuldverhältnis der Feindbundstaaten zu Amerika und die Konsequenzen, die sich für Deutschland daraus ergeben, ein. Der Vortrag gipfelte in dem Sah: der Schlüssel zur Lösung der Weltkrise, die zum großen Teil durch den Voungplan heraufbeschworen wurde, liegt in 6er Hand Amerikas! Eine rege Aussprache über das Für und Wider ergänzte den Vortrag und bewies die starke Anteilnahme Der Zuhörer.

Gewerkschaftsbund der Ange­stellten. Man berichtet uns: 3m Rahmen des Winterbildungsplanes 1930 31 hielt am Samstagabend im Hörsaal des Kunstwissenschaft­lichen 3nstituts Llniversitütsprofessor Dr. Rauch vor Mitgliedern des GDA. einen Vortrag über Kunsthistorische Baudenkmäler in Oberhessen", der durch Lichtbilder ergänzt wurde. Der Redner betonte, daß gerade Oberhessen ein besonders dankbares Gebiet in dieser Hinsicht darstelle. An Hand von Lichtbildern führte er seine Zuhörer durch die Baustile der Vergangenheit, zeigte die Bauweise des romanischen und des gotischen Stils, der Renaissance und des Barock, sowie die des Fachwerkbaues, den er als die eigentliche deutsche Bauart bezeichnete. Zeugen aus der Zeit des romanischen Baustils finden wir noch in den Klosterkirchen Schiffenberg und 3lbenstadt, in der Kaiserpfalz in Gelnhausen und der Burg Münzenberg. Aus der Zeit der Gotik stammen die Clisabethenkirche in Marburg, z. T. das Kloster Arnsburg, die Marienkirche in Gelnhausen, der Limburger Dom und der Dom in Wetzlar. Die Zeughauskaserne in Gießen wurde im Stile der auf gotischer Grundlage aufstrebenden Renaissance erbaut. Durch gleiche Beispiele wurden noch das Zeitalter des Barock und des Fachwerkbaues erklärt. Der Redner sprach ferner über plastische Kunst und Malerei und betonte, daß auch auf diesen Gebieten in Oberhessen wertvolle Kunst­werke erhalten geblieben seien. Geschäftsführer Mack dankte im Rainen der Zuhörer dem Vor­tragenden.

Tagung des Hessischen Landes­vereins vom Roten Kreuz.

Darmstadt, 16. DH. (WSN.) Hier fand heute vormittag unter dem Vorsitz von Geheimrat von Hahn die ordentliche Hauptversammlung des Hessischen Lan'desvereins vom Roten Kreuz statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden erstattete dieser den Geschäfts­bericht, aus dein erwähnenswert ist, daß die Zahl der Zweigvereine und der Mitglieder mit etwa 7000 sich nicht verändert hat. Die Zahl der Frei­willigen Sanitätskolonnen hat sich um zwölf vermehrt. Es bestehen 70 Kolonnen und 7 detachierte Hüge. Aktive Mitglieder sind 2251 genannt. Die sechs Iugendgruppen umfassen 68 Mit­glieder, die 25 weiblichen Abteilungen 218 Helferin­nen. Die neueingeführte Prüfung für Kolonnen- unb Zugführer wurde 1929 zum erstenmal abgehal­ten. Während im Jahre 1928 15 899 Hilfeleistungen ausgeführt wurden, waren cs 1929 5555 Kranken­transporte und 22 149 Hilfeleistungen. An der Steigerung sind am meisten der S t r a ß e n h i l f s- dien ft infolge des gestiegenen Verkehrs und die Organisation des Wasserrettungsdienstes beteiligt.

Reichsbankdirektor Müller erstattete den Kas­senbericht für 1928 und 1929. 1929 schloß die Rechnung mit 32 238 Mk. Einnahmen und 23 552 Mark Ausgaben. Das Kapitalvermögen beträgt jetzt 12 400 Mark. Das neue Rechnungsjahr schließt mit einem Baroortrag von 8600 Mark. Rechnungsablage,

Debatte schließen sehr schön aber auf meine Kosten! ilnö weshalb? Damit dein eigen­mächtiges Töchterchen nur ja keine Kränkung erfährt..." Sie machte eine schneidende Geste mit der Hand.Lind ich sage dir: So geht es nicht weiter! Was will das malende Girl, über dessen Talent sich letzten Endes noch streiten läßt, mit dieser betonten Selbständigkeit anfan­gen? Wenn sich diese Außenseitermanieren erst in der Gesellschaft herumsprechen, ist es vorbei mit Erdmutes Rus. und sie bekommt im Geben keinen Mann!"

Run mußte Peter Hansen lachen.

Laß das nur Mutes Sorge sein, liebe 3rma! Sie ist mit ihren zweiundzwanzig 3ahren alt genug, um entscheiden zu können, was

ihr nutzt und frommt..." fiel die Fahl-' blonde gereizt ein.Aatürlich nimm sie nur in Schutz, deine Prinzessin Lausendschön!" Lind mit einem unerwarteten leidenschaftlichen Aus­bruch aufspringend:Gut, ich fahre allein an die See aber du wirst die Konsequenzen zie­hen müssen früher oder später verlaß dich darauf."

Er hob den Kopf. Aus feinem Gesicht war alles Blut gewichen.

Du sprichst in Rätseln." Dann mit erhobener Stimme:3m übrigen hast du immer eine ge­wisse Freizügigkeit in deinen eigenen Entschlüßen an den Tag gelegt ... 3ch werde dich auch dies­mal nicht hindern."

Er stand auf und steckte die geliebte Morgen­zigarre in Brand, bevor er ins Bureau fuhr. Der Appetit zum Frühstück war ihm vergangen.

3rma betrachtete ihn mit funkelnden Augen, wie sie etwa im Zoo ein fremdes, gefährliches Tier angesehen hätte. Lind sich gewaltsam zu- sammenreißend, fragte sie:Du wirst sie zu­rückrufen?" 3n ihr lebte immer noch ein Funken Hoffnung auf Sieg.

Peter zertrat ihn kaltblütig.

Rein! Mute bleibt mit meiner ausdrücklichen Genehmigung!"

Seine Frau wandte sich entrüstet ab.

»3ch werde dein Haus noch heute verlassen." Er zuckte im Abgehen mit den Schultern. Es war eine abschließende, gewollt gleichgültige Geste.

Tu. was dir beliebt..sagte er noch, dann schlug die Tür hinter ihm ins Schloß.

3rma Hansen stand mit verkniffenen Lippen am Fenster und sah ihn über den Kies des Park- Weges schreiten. Draußen stieg er in den war­tenden Wagen. Der Schlag krachte zu, und der Motor zog im selben Moment an.

3rma lachte unmotiviert auf, spöttisch und boshaft. 3ns Zimmer zurücktretend, warf sie einen zerstreuten Blick auf die LIhr. Lind während sie dann das Kursbuch für Süddeutschland stu­dierte, mußte das Mädchen die Koffer packen.

Voranschlag 1931 und Entlastung sanden einstim­mige Genehmigung.

Die Vorst and wähl ergab die Wiederwahl der turnusmäßig ausscheidenden Herren. An Stelle der ausscheidcnden Mitglieder Generaldirektor Pfo­te n h a u e r, Rektor Klingler und Kaufmann Stemmer treten Oberregierungsrat Linden- struth, Polizeioberst Schröder und Fabrikant Dr. K. Merck in den Vorstand ein. In den er­weiterten Vorstand wurden Studienrat Weiß- Babenhausen, Beigeordneter P l o ch - Butzbach und Kolonnenführer Kratz- Gießen gewählt. Infolge

der gesteigerten Hilfekeistungen werden in Zukunst drei Provinzialinspektoren ernannt.

Am Nachmittag tagte der Landesausschuß des Hessischen Roten Kreuzes, der nach glatter Erledigung der Regularien einen Vortrag überDie Aufgaben des Jugend-Roten- Kreuzes" entgegennahm. Die Vorstandswahl er­gab die Wiederwahl der ausscheidenden Herren. Neu gewählt wurden Fabrikant Philipp Heim- Offen­bach, Fräulein Vera Wecker, Beigeordneter P l o ch - Butzbach, sowie als Stellvertreter Professor Haas- Mainz.

SJt.-tfpont

Amtliche Gpieltermine

für Sonntag, den 19. Oktober.

Bezirksliga.

Süd: Herrnannia Kassel Hessen Hersfeld! Germania Fulda Spielverein Kassel: VfB. Gießen Kurhessen Marburg. A o r d : SC. Kassel Hessen Kassel; Großalmerode Sc. Göt­tingen; Kurhessen Kassel 05 Einbeck; SV. Göt­tingen FC. Grone.

Gruppe Lahn.

Germania Marburg Wetzlar; Breiden­bach Wiesenbach.

Gruppe Hannover.

Holzminden Witzenhausen; Sp. Einbeck Blau-Weiß Göttingen; Osterode Lauterberg; Weende Sp. Sp. Northeim.

31 Jahre Radclub,/Germania" 1899 Gießen.

Die erste Mannschaft des RC. Germania trug anläßlich des 31. Stiftungsfestes je ein Gesell­schaftsspiel gegen denEuropa-Meister" im 2er und denDeutschen Meister" im Oer-Radball­spiel aus. 3n einem spannenden Kamps mußte derMeister" alle Register seines Könnens ziehen, um im zweier dieGermanen" mit 7:5 zu schlagen, während ihm im 3er-Radball ein schwer erkämpf­ter 6:3-Sieg gelang. 3n der ersten Halbzeit liefer­ten sie dem Gegner einen ebenbürtigen Kampf, mußten schließlich aber vor der größeren Spiel­erfahrung die Segel streichen. Die im weiteren: Verlauf des Abends von Mitgliedern derGer­mania" gefahrenen 3ugend- Flaggen- und Glüh- lichtreigen fanden ein beifallSfreubigeS Publikum.

Westdeutschland gegen Amnestie.

3n einer Besprechung über die Auswirkung der Beschlüsse des Fußball-Bundestages in Dres­den bekannte sich der Vorstand des Westdeutschen Spiel-Verbandes erneut zu seinem Qlmateur» standpunkt. Gegen die von anderen Verbänden gefaßten Beschlüsse, die einer Amnestie gleich­kommen, legt der WSV strengste Ver­wahrung ein, da der Bundesvorstand es von sich aus abgelehnt hat, von seinem Gnadenrecht Gebrauch zu machen. Aach der endgültigen Stel­lungnahme des Bundesvorstandes am Samstag in Berlin wird der Westdeutsche Spiel-Verband den Termin für die Einberufung eines außer­ordentlichen Verbandstages festlegen.

Zu diesem Derbandstag beabsichtigt der Vor­stand neben den sahungsgemäß zugelassenen Ver­tretern in weitestem Maße die Verein-- führer heranzuziehen. Lim die Tagung auf eine möglichst breite Basis zu stellen und den Vereinen Gelegenheit zu geben, zu den ent­scheidenden Fragen Stellung zu nehmen, ist eben­falls in Aussicht genommen, in aller Kürze die Gauvorstände und ihre Mitarbeiter zu einer Be­sprechung zu laden.

Herbst -Felbberglauf der Skiläufer.

Am Sonntag wird der traditionelle Herbst- Feldberglcmf des Ski-Clubs Taunus, offen für alle Skiläufer des Deutschen SkiverbandeS. ausgetragen werden. Der Lauf unterscheidet sich von den Läufen der Turner und Leichtathleten durch seine erschwerenden Bedingungen, die Tou­ren- oder Skistiefel und Skidoppelstöcke vorschrei- ben. Der Lauf wird als Einzel- und MannschastS- lauf gewertet und in drei Klassen ausgetrayen werden. -

Der Sport im Reiche.

An diesem Sonntag ragt kein Ereignis aus dem normalen Sportbetrieb heraus. Das 3ntereffe kann sich wieder den lokalen Geschehnissen im Fuß­ball, Handball oder Hockey zuwenden. 3m allge­meinen steht der Sonntag im Zeichen verschiedener wichtiger Tagungen der Sportführer. 3m Fuß­ball werden im ganzen Reiche die Verbands­spiele fortgesetzt. Aur Westdeutschland entsendet eine Auswahlmannschaft nach Deventer, um mit Osthollands Vertretern erneut die Kräfte zu mes­sen. 3n Mitteldeutschland beginnt der neben der Meisterschaft laufende Pokalwettbewerb mit der ersten Runde. 3m Handball ist neben den allenthalben angesehten Punktelämpfen noch das Probespiel der Süddeutschen Repräsen­tative gegen Rheinhessen in Darm­stadt. zu beachten.

3n der Leichtathletik beginnt die schöne Zeit der Waldläufe. Auf dem Gebiete dcsVvlks- turnens ragt der Brandenburgische Herbst­waldlauf in Groß-Räschen (Lausitz) und der neunte Alstcrstaffellauf in Hamburg-Fuhlsbüttel, offen

für Avrddeutschland, hervor. 3m Kunsttur­nen gehen zahlreiche Veranstaltungen wie das Georg°3ung-Gedächtnisturnen in Berlin, das erste Ausscheidungsturnen des Kreises Rheinland in M.-Gladbach für den Mannschaftskampf Rhein­land-Westfalen, der Vereinswettkampf 3ahn Eisenach-Mehlis 62 gegen Erfurter Turnerschast in Erfurt, sowie Tgde. Weinheim gegen Tbd. Durlach-Psorzheim 88 in Weinheim von statten. 3m Schwimmen ist das Derbandsosfene von Charlottenburg 1887 die bedeutendste Veran­staltung, gibt sich hier doch die Meisterklasse er­neut ein Stelldichein. Der Radsport bringt Hochbetrieb aus den Hallenbahnen. 3n der Kölner Rheinlandhalle steigt schon am Samstag ein 100-Kilometer-Mannschaftsfahren, die Dortmunder Westfalenhalle folgt am Sonntag mit einem Zweistunden-Mannschaftscennen, toä.)» rend im Berliner Sportpalast der Berliner Cbun- desgau als Veranstalter auftritt. Don den zahl­reichen Tagungen am Samstag und Sonn­tag sind besonders die Sitzungen des DFD.-Dor-

Llrsprünglich wollte sie ja an. die See zu Dok­tor Krieger. Aber nun folgte sie doch dem Rat der Vernunft. Sie fürchtete den Klatsch der Modebäder; denn letzten Endes konnte sie nicht für kleine Zufälligkeiten garantieren ... Lind die Welt war ein großes Dorf.

Der Doktor mußte sich gedulden, bis sie mit Mute zurückkam. Vorläufig scheiterte das Hei­ratsprojekt an dem Widerstand des starrköpfigen Mädels.

* * *

Unter der Post befand sich ein Bericht des Wiener Vertreters der Hansen-Motoren-Fabrik. Der Chef der Firma studierte ihn eingehend, nun schon wieder ganz losgelöst von seinen Privatangelegenheiten. Dieser geschäftlichen Auf­merksamkeit und Konzentration verdankte er sei­nen Aufschwung, das Aufblühen seines Unter­nehmens. Leider ging dabei manches Persön­liche, Familiäre in die Brüche...

Aha, da ist doch auch wieder die Sache mit Riml erwähnt!" stellte Hansen, leise für sich sprechend, fest.

Schon vor einigen Wochen hatte der Wiener Vertreter beim Besitzer des Gasthofes zur Post in Sölden vorgesprochen, um Offerte für die Lieferung eines Dieselmotors zum Antrieb der neuen Seilbahn auf die Haimrach-Alp zu machen. Diese Bahn sollte in der Hauptsache der Beförderung von Proviant für das neue Winter­sporthaus auf der Ski-Wiese dienen. 3ohann Riml war sich aber bisher noch nicht schlüssig geworden. Wie aus dem Bericht hervvrging, tarnen als Hauptkonkurrenten die Münchener Mo- toren-Werke in Frage.

Hansen lehnte sich in seinem Sessel zurück. 3n seinem Gesicht arbeitete es.

Das wäre eine Reise für mich! Sölden dort treffe ich Mute und vielleicht, wenn mir das Glück hold ist, kann ich auch mit Riml ab­schließen." Und entschiedener:Die MMW. dür­fen uns dieses Projekt auf keinen Fall vor der Aase wegschnappen!"

Diese noch völlig in der Luft hängende Reise beschäftigte Peter Hansen den ganzen Tag. 3m» mer wieder mußte er an sein Kind denken, das da unten in den Bergen Studien machte. Gewiß würde Mute eine ganze Anzahl gelungener Ge­birgslandschaften mit heimbringen. Dann sollte 3rma endlich verstummen mit ihren ewigen Nör­geleien. Und wenn man selber hinfuhr ob sich das Mädel freuen würde über die famose Ueberraschung?

©an) gewiß! Er hatte in diesen Tagen ohne­dies niemand, der ihm ein wenig Sonnenschein gab. 3rma ach, nicht mehr an sie denken!

Und als er am Nachmittag nach Hause kam, war das Rest leer!

Die gnädige Frau ist mit dem Mittagszug an die See abgereift", meldete bqc Diener un­gefragt.

Hansen blieb stumm. Was hätte er auf diese Neuigkeit erwidern sollen? Nach dem Doran- gegangenen stand es außer allem Zweifel, daß 3rma ihre Drohung wahr machen würde.

Als der Herr des Hauses allein in seinem Zimmer wahr, lachte er auf, sagte nur:Gott sei Dank!"

Dann riß er das Fenster auf und ließ frische Luft ein. Da hing noch ein Hauch von 3rmaÄ Parfüm unter der Decke. Hansen wollte nun seine Ruhe haben und durch nichts mehr an diese Frau erinnert werden. Nachdenklich in den f ommer grünen Park hinausschauend, kam es ihm wieder zum Bewußtsein, welch eine unbegreif­liche Torheit diese Ehe war. Nein und abermals nein, er hätte dieses junge Weib nicht heiraten dürfen! Cs war ein Mißgriff, trotz der finanziel­len Hllfe. 3rma verstand sich weder mit ihm noch mit seiner Tochter.

Nach einigen nutzlos im Sinnieren verguälten Minuten stand Hansens Entschluß fest:3ch werde nach Sölden fahren. Die Lleberraschung will ich erleben. Lind Mute bereite ich eine Freude."

Als er vom Fenster zurücktrat, witterte er wieder den exotischen Blumenduft.

Pfui Teufel!" grollte er und trat hinaus auf die Veranda.

8.

Die Kogel und Ferner lagen noch im Mor­gennebel, als Erdmute Hansen und Heinz Guten­berg den Aufstieg zum Drunnenkogel antraten. Von der Windachschlucht aus führte der mar­kierte Pfad steil bergwärts durch den Wald. 3n den Wipfeln der Fichten und Zirbelkiefern säuselte ein frisches Lüfteri.

Auf ihre Bergstöcke gestützt, stapften die beiden Menschen den Zickzackpfad aufwärts. Gesprochen wurde nicht viel. Die Lungen brauchten die Kraft für den Berg. Wenn sich erst die Sonne bis hier herab getastet hatte, wurde dos Wandern eine Qual. Die Hitze war heuer ohnedies enorm für das hochgelegene Oetztal.

Gutenberg trug das Malgerät. Er ging voran, mit seinenGenagelten" im Gesteinsstaub eine deutliche Spur hinterlassend. Die Malerin folgte tapfer, ließ sich die Mühe dieser Partie nicht verdrießen.

Wenn sie den Schritt zu kurzer Rast ver­hielten, sah Gutenberg, wie die Lunge seiner Begleiterin arbeitete, wie sich ihre junge Brust um Luft ringend hob und senkte.

Er nickte ihr mit einem gewinnenden Lächeln zu.Diese Berge sind nichts für uns Talschleichen. Sie machen uns mürbe.

(Fortsetzung folgt.)

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