Nr. 2(7 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Mittwoch, 17. September 1950
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Reichsjugendwettkämpfe in Gießen.
3m Lauf« der vorigen Woche fanden, wie alljährlich, die ReichSzugendwettkämpfe der Gießener Schulen statt. Es beteiligten sich aus den Volk-- und h. Heren Schulen, dem Pädagogium, der Oeffentlichen und Dogtschen Handelsschule über 500 Knaben und Mädchen.
Der Wettkampf der Knaben war in _ allen Altersstufen ein Fünfkampf; der der Mädchen ein Vier- bzw. Dreikampf.
Die Beteiligung war etwas belfer als in den letzten 3 ah rem Die Leistungen waren durchweg gut.
Die Wettkampfergebnifse waren:
1. finaben-Obtrfhife.
(3e eine Barren- und Reckübung, l00-Meter- Lauf,. Hochsprung und Kugel flohen. 26 Teilnehmer. 17 Sieger.)
1. Sieg Fritz Debus (OR), 93 P. 2. Erich Bott (071.). 88 P.; 3. Otto Luh (071.). 86 P.; 4. Karl Ernst Waldlchrnidt (071.), 84 P; 5. Emil Morler (071.), 82 P.; 6. Friedrich Wilh. Müller (07t). 79 P; 7. HanS Hildebrandt (Gym.), 76P., 8. Otto> Robriguez (Gyrn.), 75 P.; 9. Wilhelm Lindenstruth (071). Ernst Ohwald (Gym.) und Hugo Tleih (Päd) je 74 P.. 10. Wolfgang Br^hm (071.), Kurt Löwen (Päd) und Klaus Wachsen (071.). je 73 P.; 11. Wilh. Hanke (71.- Gym.) und Albert Jäger (071.), je 71 P.; 12. Aug. Habrich (Gym), 67 P.
2. Mittelstufe: Knaben.
(3e eine Darren- und Tieckübung. Weitsprung, Schlagballweitwurf und 100-Meter-Lauf. 86 Teilnehmer. 54 Sieger.)
1. Sieg Ernst Lippert (071). 113 P; 2. Wilh. Gräf (Gym ). 112 P.; 3. Alfred Köhler (Dym.). 105 P.; 4. Kurt Faber (TIGym.). 101 P.; 5. Kurt Strack. 100 P.; 6. Ernst Feiling (DHS.), 98 P.: 7. Ehristian Möbus (071.). 94 P.; 8. Siegfried Metz (021.). 93 P; 9. Mar Öfter (Päd.), 92 P.; 10. Helmut Studenroth (07t.) und Heinrich Schorge (071). je 91 P.; 11. Tllfred Diehl (071.). 90 P., '12. Karl Weigand (TIGym.), 89 P.; 13. Erich Eichhorn (07t.). 86 P.; 14. Heinz Schmidt (07t.), Karl Diehmann (0R.), Viktor Schlarp (Dym), je 85 P.; 15. Walter Lenth (Ghm.) und HanS Wenzel (07t ), je 84 P.; 16. Hans Herrmann (TIGym.). Karl Kaufmann (Päd.). Otto Schultheih (VHS.), je 83 P; 17. Ernst Stuhl (RGym), 82 P.; 18. Ewald Brams (Gym.) und Wilh. Ellermeier (OR), je 80 P; 19. Heinz Derth (02t.) und Hans Reinhard (OTtJ, je 79 P. 20. Fritz Hammerschlag lRGhm), Fritz Lotz (Gö. S.) und Erwin Rothschild (071.). je 78 P; 21. Helmut Weih (07t.). 77 P.; 22. Karl Burkard (Gym ), Fritz Emmerich (07t.), Karl Hoffmann (02t) und Karl Opper (02t.), je 76 P.; 23. Karl Rinn (02t), Hans Textor (RGym.) und Willi Weimar (Oeff. HS.), je 75 Punkte, 24. Helmut Brüning (Gym ). 74 P.; 25. Erich Kinkel (O2t), Hans Bickel (021.), Theo» dor Rink (OR.). Karl Heinz Sch.'llenbcrg (02t.), Walter Schäfer (Päd), Karl Vetter (OR.). je 73 P.; 26. Albin Hansen (Päd.) und Rich. Stock (RGym.), je 71 P.; 27. v. Bültzingslöwen (Gym.) und Günther Marx (02t.) je 70 P.; 18. Wilhelm Korfs (02t.) und Rudi Striegnitz (Päd.), je 69 Punkte; 29. Helmut Reuning (Gym.) und Hans Watz (Gym.) je 68 P.; 30. Ernst Dlumschein (Dym.), 67 P.
3. Unterstufe: Knaben.
(Fünfkampf: 3e eine Darren- und Reckübung, 100-Meter-Lauf. Weitsprung und Schlagballweitwurf. 164 Teilnehmer. 78 Sieger.)
Helene Chlodwigs Schuld und Sühne. ZRoman von I. Schneider-Zoerstl.
Llrheber-Rechtschutz durch Derlag Oskar Meister. Werdau L Sa.
15. Fortsetzung. Nachdruck verboten
Allmählich kam ihr volle- Bewußtsein zurück. Sie versuchte sich aufzurichten, taumelte beim ersten Male und schob sich langsam hoch. Sie verspürte keinerlei Leben in den Fingern und bewegte die Hände automatenhgst nach der Stirne hin, ob das Gehirn nicht in die Brüche gegangen war.
»Wirst du mir Mitteilung machen, ob es ein Sohn ist oder eine Tochter?" bat er dringlich
Sie hielt die Fingerspitzen an die Schläfen gepreßt und die Lider zur Hälfte über die Augen gedeckt.
»Wirst du mir das schreiben? 3a?" hörte sie ihn feine Frage wiederholen.
»3ch werde dir schreiben", sprach sie leise.
»Das Kind einmal sehen, das kann ich wohl nicht T‘
»Vielleicht später — wenn du mir auf Eid versprichst, daß du niemals mehr meinen Frieden störst."
Es war mit so demüttgem Verzicht gesagt, daß sie eine seltsame Rührung dabei verspürte. Sie nahm fein Gesicht zwischen ihre Hände und küßte ihn. ,3ch will nicht kleinlicher handeln als du, Hindert. 3ch bitte dich für alles, was ich an dir gefehlt habe, um Verzeihung."
Vr nickte nur, strich über ihre Hände, zog sie dann zu seinem Munde hoch und preßte seine Lippen darauf.
Die Schwester kam. das Licht einzuschalten.
Helene hielt Petratinis Rechte umfaßt und zwang em Lächeln in ihr schönes Gesicht. »Roch weiter gute Erholung. Umberto — und eine glückliche Heimkehr!"
„Ich danke Ihnen, gnädige Frau! — Grüßen Sie 3hren Gatten von mir, sowie Direktor Aversou!"
Dann klappte die Türe hinter Helene Chlodwig ins Schloß.
Arbeit ist doch die vollkommenste Einrichtung, die eS aus Erden gibt, dachte Dr. Franke, seufzte und schlüpfte dann in seinen weißen Kittel, um nach vier Wochen völliger .Untätigfeit seine Praxis wieder aufzunehmen.
3n den ersten Tagen, nachdem Helene ihre Reise angetreten hatte, war es ihm manchmal gewesen, als müßte er sich in ein 2lbteil des
1. Sieg Reinhold Vlatz (RGym.). 114 P.: 2. Helmut Viehl (Oeff. HS.106 P ; 3. Karl Volk (Oeff. HS). 94 P.; 4. Albert Dötz (RGym.). 91 P.; 5. Heinz Roll (Gym ). 90 P.; 6. Karl Schrnulbach (RGym.) und Willi Epeier (VHS.), je 88 P.; 7. Georg Dingel (OR.), Willi Huske (Pest.S ), Kurt Volk (RGym.) und Helmut Dem- Hardt (Gym.). je 85 P.;.8. Ernst Keppel (Gym.). 84 P.; 9. Otto Dapper (OR.) und Otto Diehl (OR.). je 83 P.; 10. Ludw. Sommer (RGym.), 81 P.; 11. Ekkehard Weyl (RGym.). Rich. Lang (DHS.), Willi 3akob (Pest S.), 3gnaz Falls (Gym.). Armin Krausgrill (021.). Karl Leib (OR.), Heinz Wolfewitz (Gym.), Erich Zeidler (OR.), je 80 P.; 12. Fritz Happ (RGym.), Gustav Mank (RGym.). Karl Schmidt (Oeff. HS.), je 79 P.; 13. Winfried Reuning (Gym.) und Karl Keiner (OR.). je 77 P.; 14. Walter Schraub (Ghm.). Max Roth (RGym.). Walter Fischer (021.), je 76 Punkte; 15. Heinz Schneider (RGym.), Walter Hotz (OR.), Heinrich Schieser- ftcin (Oeff. HS ), Kurt Schliff er (OR.), je 75 P.; 16. Heinz Pieper (RGym ), Karlheinz Wolter (®t)m.k je 74 P.; 17. Heinz Arabin (RGym.), Kurt Patsch (RGym.) und Karl Schäfer (OR.), je 73 P.; 18. Hermann Völker (02t), Ulrich Hildebrandt (Gym ), Albert Kreiling (02t), H. Mellinger (Pest. S ), Hartwig v. Pentz (Gym.), Heinr. Röhm (OR.), Karl Wagner (RGym.), je 72 P.; 19. Albin Ttüffer (Goe. S.). Willi Dlieder (OR.), Hermann Schreiber (Oeff. HS), August Schütz (RGym.), Theo Deher (Ri> .,m.). Alfred Wolf (Gym.), je 71 P.; 20. Karl Käppele (RGym ), Rudolf Holmedin (Goe. S), Günther Deulshausen (Päd.), Eduard Klinke! (OR.), Kor! Ruhn (Päd.), je 70 P.; 21. Horst Lehrmund (OR.), Heinz Dvnarius (Pest.S.), Bertold Goß (Gym.), Oskar Klingelhöfer (Gym.), Karl Schweitzer (OR.), Kurt Weyershäuser (OR.) je 69 P.; 22. Hans Barth (Goe. S.), Willi Braun (Goe. S.), Heinz Decker (Gym.), Helmut Fleischmann (Goe.-S.), Kurt 3ensen (02t.), Helmut Schäfer (RGym ), je 68 P; 23. Ewald Albach (OR.), Hans Bauer (RGym.), Karl Röckel (RGym.), Willi Herrmann (RGym.), Helmut Bauer (RGym.), Helmut Möll (RGym.), Raimund Rittmcicr (Gym.), WernerWiegand (Gym.), je 67 P.
1. Mädchen-Oberstufe'
Vierkampf (eine Barrenübung, 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen.)
1. Sieg G. Schuchard (Stud.-Anst.), 67 P.; 2. H. Staubach (Oeff. HS.), 66 P.; 3. M Schmelz (Oeff. HS.), 61 P.
2. Mädchen-Millelstufe.
Dierkampf (Darrenübung, 75-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurs.)
Ehrensieg E. Röhmig, (Goe. 6.1, 112 P.; 1. Sieg H. Röll (Stud.-Anst.) und E. Schmidt (Oess. HS), je 74 P.; 2. 3. v. 3eschke (StA.), 73 P.; 3. L. Simmermacher (StA.), 69 P.; 4. M. Mayer (StA.), 67 P.; 5. E. Leinweber (Oeff. HS.), 66 P.; 6. E. Küpper lStA.), 65 P.; 7. 3. Mangold und G. Odel lStA.), 64 P.; 8. M Borst und 3. Schön (StA.), je 63 P.; 9. E. Feyh (StA.), 62 P.; 10. L. Lösch (StA.), 60 P.; 11. E. Datz (StA.), und H. Puß (HS.), 59 P.; 12. 3. Kloß und G. Theiß (HS), je 58 P.; 13. H. Plank (StA.), A. Tuender (Goe. S.), E. Schüßler (StA.), 57 P; 14. 3. Hahn (StA.), E. Richtberg (Oeff. HS ), L. ßeinert (StA.), je 56 P.; 15. M. Kay (Oeff. HS). 54 P.; 16. A. Wechselmann (Oeff. HS), 52 P.; 17. G. Rüdersdorf (StA.) und E. Hofmann (HS), 51 P.; 18. W. Cermak (StA.), E. Lynker und E. Schneider (HS.) 50 P.
nächstbesten Schnellzuges fetzen und ihr folgen, so gähnend leer und öde erschien das Leben ohne sie. Dann fand er sich in das Unabänderliche, fraß sich durch den Stapel von Fachzeitschriften, die auf seinem Schreibtisch lagerten, rechnete mit seinem Vertreter ab, nahm seine Patientenbesuche wieder auf und fuhr Samstags regelmäßig nach Rottach-Berghos, wo die Teheimrätin als Herrscherin in Haus und Garten waltete.
Ihre Wohnung war vermietet, Helenes Villa in Harlaching versperrt. Die Mutter wollle bis zum Frühjahr auf dem Lande bleiben und dann zu ihrem Sohne übersiedeln. Helene hatte es so gewünscht. Und alles, was die Schwiegertochter vorschlug, war gut, so gut, wie vorher alles schlecht gewesen war.
»So ändern sich die Menschen", lachte Franke, nahm das noch immer hübsche Frauengesicht zwischen seine Hände und besah es aufmerksam. »Restlos zufrieden, Mutter?"
»Vollkommen restlos, mein Junge!"
„Es ist möglich, daß sich über Jahr und Tag eine Mehrarbeit ergibt“, sagte er schmunzelnd. „Wirst du dann nicht auskneifen, Mama?"
Sie maß ihn etwas von oben herab: „Arbeit habe ich nie gescheut, Just. Als du beim Studium warst —"
„Ich weih schon, Mutter", spann er ihre Geschichte fort, „da hast du sogar ein bißchen gehungert für den Dengel, der trotz Vaters hohem Wechsel immer wieder Schulden machte. 2teut es dich jetzt, du Gute?"
„Bewahre!" versicherte sie eilig. „Ich wollte dich nur erinnern, daß ich mich in jede Lage schicken kann."
„Das ist sehr tröstlich", freute er sich, nahm einen ‘Brief aus feiner Innentasche und legte ihn in ihre Hand. „Lies ihn mit Ruhe, Mutter, ich habe mit Döblinger noch einiges zu besprechen. Gegen sechs Uhr fahre ich wieder zurück. Es dunkelt jetzt so rasch" •
Die Geheimrätin setzte sich in den großen Lehnstuhl am Fenster und strich die breite Schürze glatt Es war nett von Helene, daß sie so fleißig schrieb. Manchmal war es ihr ein Rätsel, woher sie die viele Zeit für all die langen Briefe nahm.
Wenn man so viel von der Welt fehen könnte, wie die Schwiegertochter! Aber sie war auch so zufrieden. Es war ja alles besser geworden, als sie gefürchtet hatte.
„Mein lieber Just!
Geliebte Tilutter!"
Feinfühlig war die Helene, das muhte man ihr lassen. Rie vergaß sie, daß neben dem Manne zu Hause auch noch die Frau lebte, die ihn geboren hatte. Die Augen der Geheimrätin bekamen plötzlich ein Strahlen, als hätten sich Lichtbündel in denselben entzündet Wie fraulich schlicht sich das las:
3. Mädchen-Unterstufe.
Dreikampf (75-Meter-Lauf, Weitsprung, Ballwurf.)
1. Sieg M. Lösch (Schi. S.), 84 P; 2. Ehr. Schmidt (Goe. S ), 79 P.; 3. 3. Sturm (HS.), 77 P.: 4. M. Weberpals (StA.), 71 P; 5. TL Heß (Goe. S ). und 11. Lippert (StA.) 70 P.; 6. E. Bittner (StTL), 69 P.: 7. E. Knapp (StA). 67 P.. 8. K. Körner (Goe. S.). M Lenz lStA), und 3. Abt (Goe. S.). je 64 P.; 9. M. Hcihler (Schill. E.). 63 P.; 10. L. Bönsel (Goe. S.). und G. Watzenborn (HS.), je 62 P.; 11. 11. Fabian (StA ). 59 P . 12. L. Herbert (Schill. S). und K. Simon (Oeff. HSll, je 57 P.; 13. 3. Ewald, M. Guth, L. Löhr. R. v. Ieschke (StA), je 56 P.
Oberheffen.
Ziegenmarkt in Nidda.
△ Tlibba, 13. Sept. Anschließend an die bereits gemeldete Prämiierung von Rindvieh gelegentlich deS Riddaer Herbstmarktes folgt zum Schluß das Ergebnis des Ziegenmarktes am gleichen Tage. Zur Tluttion von Zuchtböcken waren 41 Iungböcke aufgetrieben, von denen 37 abgeseht werden tonnten. Die Auktion verlief glatt, in ganz kurzer Zeit war die Ware abgesetzt; nur 4 Bocke fanden feinen Käufer. Der Durchschnittspreis betrug 70 bis 75 Mk. je Sier, der höchste Preis, der für einen Bock, gezüchtet von Schuchmann in Bingenheim, erzielt wurde, betrug 112 Mk. Zur Prämiierung standen den Preisrichtern Aingshausen aus Friedberg und M o g k aus Echzell etwas über 30 Tiere zur Verfügung. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis:
Klaffe 4. Ziegen, vor dem 1. 3a- nuar 1 9 2 8 geboren: 1. Preis Filsinger, Rainhäuser Hos; 1. Stein, Ridda; 2. Hofmann, Rabertshausen; 2. Kreuder, Ridda; 2. Bürger, Ridda; 2. Kreuder, Ridda; 2. Filsinger, Rain- häuser Hof; 3. Schneider, Ridda; 3. Grünbein, Ober-Widdersheim.
Klasse 5. Ziegen, 1 9 28 geboren: 1. Preis Repp, Dorsdorf; 1. Wetzstein, Ridda; 2. Uhl, Ridda.
Klasse 6. Ziegen, 1 929 geboren : 1. Preis Appel, Borsdorf; 1. Schneider, Ridda (Zeitziege); 2. Zörr, Ridda; 3. Klös, Kohden.
Klasse 7. Mutterlämmer: 1. Preis Grün dein, Ober-Widdersheim; 1. Appel, Dorsdorf; 1. Zörr, Ridda; 1. Repp, Borsdorf; 1. Repp, Borsdorf; 2. Repp, Bingenheim; 2. Bürger, Ridda; 2. Strauch, Borsdorf; 2. Fil- finger, Rainhäufer Hof; 3. Stein, Ridda; 3. Wagner, Bingenheim; 3. Schultheih, Echzell; 3. Schultheiß, Echzell.
Die Auktion und die Prämiierung wurden von dem Kreisziegenzuchtverein Büdingen vorbereitet und mit sinanz.eller Unterstützung der Stadt Ridda durchgeführt. Es kann gesagt werden, dah die Züchter mit den Erfolgen auf dem Riddaer Markt zufrieden fein können.
Landkreis Gießen.
* Klein-Linden, 16. Sept. In der Mitglie- berDerfammluna des hiesigen Turnvereins wurde beschlossen, den im Oktober stattfindenden Herbstgeländelauf des 2. Bezirks des Gaues Hessen zu übernehmen. Bezirkssportwart Albert Weigel (Klein-Linden) wird die Vorbereitungen leiten. Das Abturnen hält der Verein am kommenden Sonntag ab. 117 Turner, Turnerinnen, Schüler und Schülerinnen werden sich daran beteiligen.
)( Grohen-Linden, 17. Sept. Landwirt Philipp P e p p l e r IV. feiert heute seinen 8 6. Geburtstag.
x» Leihaestern, 16. Sept. Der Turnverein „Frisch auf" veranstaltete am Sonntag
„Run muh ich ja wohl immer und zu jeder Stunde des Tages und der Rächt an Dich denken, geliebter Mann, da ich mich Mutter fühle."
„Mein Sohn wird Vater sein!" durchzuckte es die alte Dame.
„Run, MuttAen?" lachte seine Stimme zum Fenster herein.
„Mein Bub, dah ich die Freude erlebe!"
„Warum sollst du sie nicht erleben, Mama?! — Ich hoffe noch viele Male." Er streckte die Arme über das Sims und hielt das Frauengesicht zwischen feine Hände gepreht.
„Ein moderner Mann bist du nicht", sagte sie stolz. „Man will heutzutage keine Kinder mehr."
„Die anderen vielleicht!^ lachte er knabenhaft selig. „Ich habe keinen Grund, mich einzuschrän- ken. Drei ernähre ich! — Drei Helene! — Die anderen drei gehen auf deine Rechnung, Mutter!"
Ehe sie etwas erwidern konnte, hörte sie seinen Schritts bereits unter den Obstbäumen verklingen, wo Döblinger, auf einer großen Leiter stehend, die letzten Aepfel von den Bäumen nahm.
„Reun Kinder!" staunte die Geheimrätin entsetzt, schrie auf und hielt einen kleinen Dörsdorfer im Schoß, den ihr Franke übermütig hereingeschleudert hatte.
Sie waren doch auch für etwas gut, diese modernen Ehen: Man verdiente zu zweien, das war früher nicht gewesen. Aber heute fand feiner mehr etwas dahinter.
Es'hatte eben jede Zeit ihren Schatten und ihr Licht.
* * *
Das Schwerste ist vorüber, urteilte Helene und hielt sich die Schläfen, in denen das Blut klopfte. Jetzt weiß er es! Wenn das Kind zur Welt kam, war sie voraussichtlich in London. Ein Rach- bausekommen, wie er es in seinem letzten, über- seligen Briese gewünscht hatte, war ausgeschlossen. In London konnte man womöglich auch das Datum fälschen, konnte überhaupt einen Schleier über das Ganze breiten.
Sie war einfach einige Wochen vorher unpäßlich und vermochte nicht aufzutreten. Der Sheaterdirektor wußte bereits, wie die Dinge standen. Man mietete sich in einer verschwiegenen Pension ein, und wenn dann das Kind drei Wochen alt war, ging die Rach richt in die Welt, daß die berühmte Sängerin Helene Chlodwig die Frau des Dr. Just Franke, glückliche Mutter geworden war.
Petrattni würde feinen Eid nicht brechen. Er hatte ihn zu ehrlich gegeben. Alles war gut! Das ungeheure Vibrieren der Heroen fetzte aus. Helene Chlodwig war noch nie fo berauschend schön gewesen und hatte noch nie so über die Maßen wundervoll gesungen wie in dieser Zeit ihrer Mutterschaft.
Aller Glanz und alles Frohlocken, daS sie in sich trug, strömte in ihrer Stimme aus und
fein diesjähriges 3 b t u t n c n. Eine stattlich« Anzahl Turner, die im Geräteturnen, sowie bei den volkstümlichen Hebungen sehr gute Leistungen zeigten, erfreuten die zahlreich erschienenen Zuschauer durch ihre Darbietungen. Auch die Leistungen der Schülerriege sanden lebhaften Beifall. Die Hebungen würben von auswärtigen Kampfrichtern gewertet, ba um die Austragung des DereinSwanderpreiseS für Geräte- und volkstümliches Turnen gelämpst wurde. Dia Preisverteilung fand im Dereinslokal statt, nachdem der 1. Vorsitzende Wilh. Will in einen kernigen Ansprache den Turnern Dank für den fleißigen Besuch der Turnstunde ausgesprochen und unter Hinweis auf Zweck und Ziel des Turnens die noch fernstehende Jugend aufgefor- bert hatte, sich ebenfalls in bic Reihen der Turner zu stellen. Den Wanderpreis für volkstümliches Turnen erhielt der Turner Karl Schaum, den für Geräteturnen der Turner Willi Rohrbach Letzterer wird, nachdem er diesen Sieg drei Jahre hintereinander errungen hat, statutengemäß ständiger Eigentümer seiner Plakette. Der Turnverein »Frisch auf* kann mit Befriedigung auf die Leistungen feiner Turner im abgclaufencn Jahre zurückblicken. Es wurden im Gau-, Verbandsund Dundesturnen des ATD. im ganzen 62 Preise errungen, davon 11 erste Sieg'. 26 Siege unter den zehn ersten und zwer VerbanbS- meifterf «haften.
i. Wiefeck, 17. Sept. Gestern abend beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen zur Instandsetzung der Grabenstrahe, Ludwigstrahe und des Eichenröder Weges. Sämtliche Arbeiten wurden den einheimischen Handwerkern übertragen. Zu den Arbeiten sollen außer Facharbeitern die Wohlfahrtserwerbslosen herangezogen werden.
(D Lollar, 16. Sept. Die K a n a l i s a t i o n des Holzmühlenweges mit Auslauf in die Lumda unterhalb des Wehres wurde in der jüngsten Sitzung dee Gemeinderats beschlossen. Die Arbeiten sollen unter den beiden hiesigen Unternehmern Heinrich Deibel und Jost L e m m e r ausgeschrieben werden»
ch Daubringen, 15. Sept. Der hiesige Man- nerturnDerein veranstaltete am Sonntag sein diesjähriges A b t u t n e n. Im allgemeinen wurden gute Leistungen erzielt, auch die der Schüler waren zufriedenstellend, einzelne standen sogar auf beachtlicher Höhe. Die wichtigsten Ergebiusse sind: Oberstufe: 1. Ludwig Walther, 2. K. Erb, 3. H. Zecher. Mittelstufe: 1. G. Wagenbach, 2. E. Reif, 3. K. Klingelhöfer. Unterstufe: 1. H. Zecher. 2. Hch. Weimer. 3. Hch. Reis. Altersstufe: 1. 2Iug. Erb, 2. Otto Reif und Hch. Hofmann, 3. Hch. Braun. Turnerinnen: 1. Marie Braun, 2. Toni Vogel und Lina Opper, 3. Anna Weimer. Schüler: 1. Ludwig Walther, 2. Hch. Kleinhenn, 3. K. Finke. Schülerinnen: 1. W. Albach, 2. M. Schneider, M. Michel, TL Erb und E. Geißler. 3. G. Dort.
)( Lich, 16. Sept. Auf Einladung seiner Vorsitzenden, I. D. der Fürstin Reinhard zu Solms-HvhenfolmS-Lich, versammelten sich am Sonntagnachmittag der hiesige Alicefrauenverein im Festsaal des Schlosses zu einem geselligen Beisammensein. Heber 100 Mitglieder waren erschienen. Während der Kaffeetafel begrüßte der Schriftführer, Stiftsdechant Kahn, die Erschienenen, dankte der Vorsitzenden, wies auf die Friedensaufgaben des Roten Kreuzes hin und bat um rege Mitarbeit des Vereins bei den mannigfachen Aufgaben des Roten Kreuzes. Der Redner richtete sodann herzliche Abschieds- und Dankeswvrte an die Fürstin, die zum großen Bedauern dc5 Vereins mit ihrer Familie im nächsten Monat unsere Stadt verläßt, um nach Wiesbaden überzusiedeln. Ein Märchenspiel, von jungen Mäd-
schlug die Menschen in Dann. In Kopenhagen waren die Theater ausverkauft, in Paris konnte man schon drei Wochen vor ihrem Auftreten kein Billett mehr bekommen. Ihr Ruhm eilte ihr von Stabt zu Stadt voraus. Es gab keinen Stern am Dühnenhimmel, den sie nicht überglänzt hätte.
Die Metropolitanoper in Reuhork bot ihr eine Riesengage, für ein mehrere Woche dauernde- Gastspiel.
Helene sagte zu allem ja. Sie liebte den Mann, der in der Stille von Rottach-Berghos aus sie wartete! Sie liebte daS Kinb, das mit sachten Fingern an ihr Herz pochte! Sie liebte die Frau, die statt ihrer dem Gatten das Haus führte! lind sie liebte sogar den Mann, der auf jedes Recht an sie verzichtete, und eS einem anderen überließ, damit ipr Glück von Dauer war.
»Eie müssen sich unbedingt mehr schonen", sagte Prosessor Roels, den sie in Pari- zu Rate gezogen hatte. Ab und zu litt sie an Schwinbelanfällen und Herzbeschwerden.
„Wann rechnen Sie?" fragte Helene vorsichtig.
„Mitte April! — Es fann auch Ende werden, beschied er lächelnd.
Ihrem Manne schrieb Helene, es würbe wohl Mitte Mai sein, wenn das Ereignis eintrete. Er möchte sich keinerlei Sorge machen. Eine Reise würde viel schlimmer fein. Sie würde sofort ein Telegramm schicken, wenn irgendwelche Gefahr bestünde.
Die kleine Pension, in welcher sie sich einmietete, war ein Idyll von Wohnlichkeit. Eine russische Fürstin, welche an einen Pariser Großindustriellen verheiratet war, und eine Amerikanerin, die einen deutschen Prinzen zum THarm hatte, waren die einzigen Gäste. Tliemand ft orte durch Reugier ober Zudringlichkeit.
Aus dem Zimmer der Russin kam wenige Tage später ein hilfloses Kinberweinen herüber. „Ein Knabe!" sagte die Prinzessin-Mutter zu Helene, und bat zugleich, ihre Eile zu entmündigen. Der Gatte der jungen Frau habe soeben seine Ankunft telegraphisch gemeldet.
Der deutsche Prinz holte seine junge Frau jeden Rachmittag zur Ausfahrt ab und brachte sie abends wieder In die Pension zurück. See Amerikanerin war noch ein Kind und hing mit rührender Zärtlichkeit an ihrem Manne.
Dierunbzwanzig Stunden später schenkte fee einem Mädchen das Leben. — Drei Sage nachher begrub man sie.
Helene hörte bas erschütternde Weinen des Mannes zu sich herüber. Sie vernahm, wie man die Sote hinaustrug und stopfte sich die Ohren zu, als baS Wimmern des verwaisten KindeS zu ihr drang.
(Fortsetzung foigtj


