Einzelbild herunterladen

KL

«*k jJ* Der- 2BQ*>4i5rt :^Ä i truo. T' ks

*

*<* t ^fnidji nur £ le °'che 0tle0^ Lflm ^,e Ckbe L" und bobtn. lÄeJUm ÄU5.

ergriffen ÄJJJ Üinben. Sb6 ln«« 1 8. K "ui nüi R* "Nrn ®tg^

Achten.

'ülien yirStr. werden.

,b«.^reu,Leitung* B Zentrum nQ loüaliften analen Soitspartei echlsparieien (40L wn (9) und T.tt- Men eine fehr ch die Deutsche treten würde, im die Slaatspartei rben. Westarp lagt iegieruna Brüning iten auslchopstn |o e entziehen dürfen, Verhandlungen ein- dieser 'Regierung». Jng des Zen- demokratie in t>on uns stets gefor-

fünf bis sechs Mo. ung Srünmg an der wie eine sozialisten« h die lojialhemolra» ihren Erfolgen g e - frage offen, ob in ationalfoiia» 1 für die Landwirt« Mistenden Veisr. Finanzen und der en und oeiler chnisten des 14. Sep­ie Frage eines Em­in in die prallildje i Dr. fiugenberg ae- partei, sondern die Arbeiterpartei mit

Sozlallrmu» Irum hat oft ausge- hie, andere Port.-ien erziehen. Die ihm setzt olr Er-

>z ihnen - im Ernst ren tonnen, den brer so überraschend nd, gewillt und j an Der Leitung der ülzunehmen.

)euW"d.

>ahi 'm «Alande igsvahien hat im knatoung atf iriS, Drüssel, Dom, Hauptstädten war chlos. dann setzte en übet die Hr mentlid) W * auch des der kommunistischen riet WB Hut es L-A sählermassen u inb $ 'ui *}LC Instand A ^Siegeln- siebenen wn MELnvettz -xSZ

-«"K, rr« der

wcide./ " Sd- Ä"*! Ml** m, tis s» Ji« W rviif j'liil °°" um Ä I>°^ lall««!* ®U » L immer * M£b beut|d) rel"e?M «u»'

Präsidenten von Hindenburg, al» die« selbe Linkspresse in geradezu ungeheuerlichen Nach­richten die Wohl des Fckdmarschalls als eine G e fahr des Frieden« hinzustellen suchte. Auch jetzt wäre es angebracht, wenn die deutsche Oefsentlichkeit das Ausland sehr nachdrücklich darauf hinwiese, daß die Radikalisierung der deutschen Wählerschaft in erster Linie auf die Ueberlaftung Deutsch­land« mit Kriegstributen und die dadurch heroorgerufenen Störungen in seinem Staat», und Wirtschaftsleben zurückzuführen ist.

Das Sammeln der ZraMonen.

Berlin, 16. Sept. Die parteipolitische Füh- lungnahme ist bereit» in vollem Gange. Zunächst gilt es, die einzelnen Fraktionen zu konftitu- Heren. Dabei dürfte es möglich sein, die auf­genommenen Verhandlungen um die ch r i st l i ch - nationale Arbeitsgemeinschaft schon in diesen Tagen erfolgreich zum Abschluß zu brin­gen und damit eine Fraktion zu schaffen, die, Da sie 43 Wandale umfaßt, größer sein würde als die Fiktion der Deutschnationalen Partei. Weiterhin sind (3r6rterungcn im Gange, ein« Gemeinschaft zwischen dem Zentrum und Der Bayerischen BolkSpartei za schaffen, die im übrigen ja bereit» im Wahl­kampfe insofern bestand, al» Dr. Brüning in München in einer Wahlversammlung der Bayers schen Volk-Partei sprach, während Dr. Leicht in einer Zentrumsversammlung deS Vheinlande- gesprochen hat. Ob man sich hierbei auf die Bil­dung einer einzigen Fraktion einigen wird, die dann 87- Wandale umfassen würde, somit also die drittgrößte Fraktion deS Reichstages dar- ftellte, ist noch nicht zu überblicken. Weiterhin sollen die HammlungSbestrebungen von Dr. Scholz ihre Fortsetzung finden, doch ist kaum damit zu rechnen, daß hierbei mehr al» eine Arbeitsgemeinschaft herauSkommen wird. 3m neuen Reichstag würden dann, vorausgesetzt daß olle diese Bemühungen Erfolg haben, neun Fraktionen bestehen, also genau soviel wie jm alten Reichstag. Jedenfalls hat das Wahl­ergebnis bewirkt, daß die Zusammenschlußbestre- bungen aussichtsvoller geworden sind alS in der Zeit deS Wahlkampfes, wo jeder immer noch hoffte, möglichst viele Stimmen auf sich zu ver­einigen und damit die Sammlungsinitiative in di« eigene Hand zu bekommen.

Aus aller Welt.

Professor Plccards mißglückter BallonauffHeg.

Zu dem mißglückten Start des Ballon»F.N.R.S." zum Flug in die Stratosphäre erklärt Professor Pic- carb: Ein Meteorologe der Landeswetterwarte München, der zur Beratung zugezogen worden war, erklärte, der Start zur Höhenfahrt sei Sonntag zwischen 6 und 7Uhr möglich, wenn die Wetter, läge bi» 2 Uhr nachts sich nicht verändern werde. Daraufhin wurde Samstagfrüh 2 Uhr bei klarem Sternenhimmel und vollkommener Windstille die Füllung beschlossen und begonnen. Erst nach beendeter Füllung kam ein schwacherWind auf, der vorläufig zu keinerlei Besorgnissen Deranlassung gab, sich aber gegen 1% Uhr verstärkte Als kurz nach 8 Uhr der endgültige Start erfolgen sollte, hatte sich der immer noch zunehmende Wind in der von dem gasgefüllten oberen Teile der Hülle lose berabhängender Stofsmasse verfangen und diese segelartig aufgebläht. Der 55 Meter hohe Ballon wurde dadurch in eine derartige Schräglage gedrückt, daß beim Start die Kabine erst eine längere Schleppfahrt am Boden hatte ausfuhren muffen, ehe sie vom Ballon emporgezo« gen worden wäre. Ein Start ohne Beschädi­gung der Instrumente war also unmög- l i ch. Man mußte sich daher entschließen, den Auf­stieg zu verschieben und den Ballon durch Ziehen der Reißbahn zu entleeren. Wenn man von der verlorenen Arbeitszeit und den 2200 Kubik- meiern Wasserstoff absieht, so ist dem Unternehmen kein Schaden entstanden.

Oer Mainzer Oberbürgermeister 60 Jahre alt.

WSR. Mainz, 16. Sept. Morgen wird der Mainzer Oberbürgermeister Dr. K ü l b 60 3 ab re alt. Er wurde am 17. September 1870 in Mainz-Weisenau geboren, studierte Me­dizin und ließ sich 1905 als praktischer Arzt in Mainz nieder. 1907 wurde er von den Deutschfreisinnigen und Rationalliberalen als ge­meinsamer Kandidat in die StaDtverordneten- versammlung gewählt. 1912 wurde er Beige­ordneter und 1916 Bürgermeister. Am 23.3uni 1919 wurde Dr. Külb zum Oberbürgermeister ge­wählt. Die Wahl zum Oberbürgermeister er­folgte nach der Ausweisung des verstorbenen Oberbürgermeisters Dr. Göttelmann durch die Franzosen. Aber auch Dr. Külb war vom Ja­nuar 1923 bis September 1924 ausgewiesen. Wenn Mainz sich trotz der schweren Besatzung-- zeit weiterenlwickelt hat und im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mittel am Fort­schritt der Zeit teilnahm, so ist das mit ein großes Verdienst seines Oberbürgermeister- Dr.

Berliner Börse.

Be r l i n , 17. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend in Frankfurt, hauptsächlich auf Deckungen, allgemein fester geworden war, konnte man im heutigen Frühverkehr infolge der bestehenden Geschäftslosigkeit noch keine Tendenz erkennen. Mo­mente, die gegen die freundliche Grundstimmung sprechen, liegen aber nicht vor. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,75, London gegen Mailand 92,82, London gegen Spanien zirka 45, London gegen Kabel 4,8613, London gegen Berlin 30,40, Kabel gegen Berlin 4,1965.

Aus Der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 17. September 1930.

Eine Mutier und ein Kind.

Was ist es doch Schöne- um eine Mutter, die ihr Kind am Arm hat! Wieviel Zärtlichkeit, wieviel Hingabe, selbstlos unb opferfreudig, kann darin liegen! Es gibt viel Schönes auf unserer Erde es gibt auch viel Häßliche- aber wo­von all dem Schönen ist vergleichbar der Mutter- lieb«?

Durch eine gleichgültige Landschaft trug mich am frühen Morgen der Zug. Rahkalt war es, ungemütlich häßlich Die Welt hing in schweren Rebelschlei em. das Licht deS Tages zwang sich nur mühsam durch die dichte Wolkendecke. Die Menschen gingen mit verdrossenen Mienen, die Mitreisenden blickten unfroh vor sich hin. Richt einer fand ein Wort, das die graue Stimmung zerrissen hätte. 11 nb ich selbst war verdrossen über den unfreundlichen Morgen und vergrämt über die Fehlschläge, die ich erlitten hatte. Mir war fast, alS sähe ich keinen'Weg mehr vor mir, den, jemals die Sonne verschönen würde.

E«m da erblickte ich durch das Fenster deS Zuges eine Mutter mit ihrem Kind. Sie stand am Fenster eines alten Häuschens und preßte das Händchen ihres Kindes, das wohl eben er­wacht war, an den Mund. Es war keine hübsche Frau. Das Leben hatte ihr wohl auch viel Arbeit und Entbehrung auferlegt. 3n diesem Augenblick aber war sie schöner als manche andere Frau, der schon in der Wiege ein Maß von Schönheit gegeben wurde, das sie mit vielen Mitteln pflegen und heben konnte. Ein so glück­liches Lächeln verschönte die nicht bedeutenden Züge der Frau, und ein Ausdruck stillen GlückS lag in den Augen, die ins Leere zu sehen schienen, daß man mitzuempsinden gezwungen war. Viel­leicht dachte die Frau an die Zukunft ihres Kindes, die sie glanzvoll und glücklich wünschte. Vielleicht sah sie zurück auf ihre eigene 3ugend. und der Gedanke war in ihr: Wie bin ich froh, daß ich meinem Kinde meine Liebe auS vollem Herzen bereiten kann.

Die Mitreisenden hatten mit mir beobachtet. Sie sahen einander an, sprachen kein Wort, lächelten nur vor sich hin. Vielleicht dachten sie auch an ihre eigene Kindheit. Sie alle hatten ja einmal die Mutterliebe in ihrer Opferbereit­schaft und in ihrer unverbrüchlichen Treue emp­funden. Bei dem und jenem wurden die Züge gleich darauf versonnen und ernst. Vielleicht dachten sie daran, daß die Frau, die ihnen einst das Glück der Mutterliebe geschenkt, längst unter dem Rasen ruht, und sie widmeten ihr ein stilles, dankbares Gedenken in dieser, wie es schien, unpassenden Stunde. Aber kann jemals eine Stunde unpassend fein für ein schönes, edles, großes Gefühl?

Und noch etwas hatte diese Mutter am Fenster erreicht, von dem sie nichts wußte und nichts wissen konnte. Die Reisenden sahen nicht mehr so mißmutig vor sich hin, und auch mir war, als hätte mich ein heller, warmer Sonnenstrahl getroffen, der mir das Herz durchwärmte, daß alle Trübe und alle Kälte von draußen ihm nichts mehr anhaben konnte. Sr.

LZornotizcn.

Tageskalender für Mittwoch: Licht- fpielhaus, Bahnhofstraße:Westfront' 1918". Astoria-Lichtspielc:Die Bande der Wölfe" und Moderne Piraten".

Joseph Plaut im Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Am Sonntag, dem 21. September, wird im Stadttheater einer der be­kanntesten deutschen Rezitationsmeister, Joseph Plaut, gastieren. Plaut, der sich auf einer Tournee befindet, war im Ausland und ist für Gießen eine künstlerische Neuerscheinung. Seine große Eigenart am Dortragspult besteht darin, daß er nicht nur Rezitator, sondern Sänger, Darietskünstler und vor allem auch, da er sein ganzes Programm ßuswendig spricht, Gedächtniskünstler ist. Der Rezitationsabend beginnt um 19 Uhr.

** Der Bau der orthopädischen Kli­nik, der seit einiger Zeit an der Ecke Klinik, und Gafskystraße im Gange ist, ist bis jetzt so weit vorangekommen, daß das Mauerwerk zum Betten­bau in der nächsten Woche fertiggestellt wird. Mit den Fundamentierungsarbeiten zu dem unterkeller- len Derbindungsöau wurde in der vorigen Woche begonnen, anfangs dieser Woche sind die Funda- mentierungsarbeiten zu dem Behandlungsbau (Hauptbau) in Angriff genommen worden. Es wird damit gerechnet, daß beim Fortbestehen günstiger Witterung der Hauptbau bis Anfang November im Rohbau fcrtiggefteUt werden kann.

** Die Wohnungsbauten in der ver­längerten Schott st raße, wo in zwei städti­schen Häusern eine Anzahl Kleinwohnungen geschaf­fen werden, befinden sich zur Zeit im Stadium der weit vorgeschrittenen Fundamentierungsarbeiten. Im Lause der nächsten Woche dürsten die Maurer­arbeiten des Kellergeschosses fertiggestellt werden.

* Die Umgestaltung der West- «nlagc hat in der letzten Zeit gute Fort­schritte gemacht. Am Bahndamm entlang ist das Gelände zum größten Teil schon fertig eingeebnet und für gärtnerische Zwecke vvrgerichtet. Ein großer Teil der Flächen ist auch bereits mit Grassamen eingesät. Die Bepflanzung der An­lagenstücke soll im Laufe des Herbstes statt­finden. Die Anlage, die sicherlich eine wesentliche Verschönerung der Westanlage bedeuten wird, sei dem Schuhe der Bürgerschaft empfohlen. 3ns- besondere wäre zu empfehlen, das Herumlaufen der Kinder auf den frisch hergerichteten Flächen zu verhindern.

** Maßnahmen gegen O b st d i e b st ä h l e. Das Kreisamt Gießen weist in einer Bekanntmachung

nunmehr

im neuesten Anusoertundigungsblatl darauf bin, daß sich in diesem Jahre die Klagen über Obstdiebstähle, insbesondere auch an den Prooinzialstrahen, mehren, da großer Mangel an Obst besteht Das Kreisamt hat die Bürgermeistereien angewiesen, dem Feld- schugperfonal die Ueberwachung des Obstes an den Provinzialstrahen zur besonderen Pflickst zu machen.

Uraufführung im Gießener Stadttheater. Die 3ntendanz deS Gießener Stadttheaters hat für die kommende Spielzeit Eurt E 0 r r i n t h S SchauspielSektion Rahnst et t en" zur Uraufführung erworben. Das Stück wird Mitte Oktober heraus^ebracht werden. An her Uraufführung beteiligen sich noch das Schauspielhaus Köln und das Rational­theater Mannheim.

* Goldene Hochzeit. Das Fest der goldenen Hochzeit feiern morgen die Eheleute Johannes Komps. Das goldene Jubelpaar erfreut sich noch

geistiger und körperlicher Frische.

* Sarrasani-in Gießen. Trotz mannig­facher Schwierigkeiten wird Sarrasani nicht vom 25. bis 28. September, sondern vom 26.

Wenn Ihre

Empfehlungsanzeige

in der Freitags- oder in der Samstags­nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

werben soll

dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf

bis 29. September in Gießen gastieren. Sarrasani baut auf dem Trieb bei der Volkshalle auf, der groß genug ist für das Riesenuntcrnehmen, und seiner Beschaffenheit noch völlig« Sicherheit für die Verankerung der riesigen Zelte und der Sitzeinrich- tung für mehr als zehntausend Personen bietet. Es ist bei der persönlichen Eigenart des Zirkus Sarrasani schwer, mit Worten zu schildern, welcher Glanz über allen seinen Darbietungen liegt. Das eine kann aber vorweg gesagt werden, daß bei Sarrasani alles anders ist wie bei den anderen, daß niemand seine Eigenart kopieren kann. Sarra­sani eröffnet am Freitag, 26. September.

Keine Anfechtung bei Zurück­nahme eines Rechtsmittels. Wir lesen in den von Steuersyndikus Hermänn Will zu Gichen herausgegebenenAktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Rr. 18) folgendes: Ein Steuer­pflichtiger hatte auf die Zusage des Finanzamts, in den nächsten 3ahren einen streitigen Abzug vorzunehmen, ein eingelegtes Rechtsmittel zu­rückgenommen. Als das Finanzamt sich an diese Vereinbarung später nicht hielt, wollte der Steuerpflichtige das Rechtsmittel nachträglich aufrechterhalten. Der Reichsfinanzhof lehnte das ab (1. V. 30. VI A 647/30). Die Zurück- nähme sei unbedingt erfolgt. Die getroffene Ver­einbarung sei überdies unwirksam, da es einen unzulässigen Vergleich darstelle.

" Bewerbungen um technischeStel- len bei der Reichsbahn zwecklos. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt mit: Eine technische Zeitschrift und verschiedene Tages­zeitungen (Richt der Gieß. Anz. D. Red.) haben vor einigen Tagen eine veraltete Verfügung be­kanntgegeben, nach der die Deutsche Reichsbahn­gesellschaft beabsichtige, 140 technische Beamte ein­zustellen. Der Wortlaut der Bekanntmachung erweckt bei oberflächlichem Lesen die Vorstel­lung, daß Bewerbungen an die Reichsbahn­direktion Frankfurt a. M. als Zentralstelle zu richten seien. Tatsächlich besteht hier weder Be­darf, noch Einstellungsmöglichkeit. Bewerbungs­schreiben sind daher zwecklos.

Oberbürgermeister Dr. Kühn t.

Wetzlar, 16. Sept. Unser Oberbürgermeister Dr. Kühn ist heute mittag gegen 1 Uhr frei­willig aus dem Leben geschieden. Zwei junge Leute fanden ihn auf einer Bank am Grabe seines vor zwei Jahren verstorbenen Töchterchens mit einem Schuß in der Schläfe tot vor. Dr. Kuhn war schon seit mehreren Jahren gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe und hatte deswegen öfters einen Erholungsurlaub angetreten. Der eigentliche Grund zu seinem tragischen Schritt dürfte aber wohl in der Untersuchung zu erblicken sein, die seit einigen Wochen wegen des Baues seines Jagdhauses ein- geleitet und die, wie jetzt verlautet, an die Staats­anwaltschaft gegeben war. Ob Dr. Kühn sich bei dem Bau des Jagdhauses wirklich Verfehlungen zum Schaden der Stadt hat zu Schulden kommen lassen, wie in der Bürgerschaft behauptet wird, ist noch nicht erwiesen, da die Untersuchung streng geheim geführt wird.

Mit Dr. Kühn, der etwa 48 Jahre alt ist und aus Gießen stammt, ist ein Mann dahingegangen, der sich hohe Verdienste um die Stadt seines Wir­kens erworben hat. Wetzlar hat unter feiner 23er» rvaltung äußerlich ein ganz anderes Gesicht bekam- men. Nur waren seine Pläne oft zu weitgehend und finanziell zu großzügig für eine Stadt von 17 000 Einwohnern. Dies war auch der Grund zu den wiederholten Zusammenstößen zwischen Ver­waltung und Stadtverordneten, besonders über die hohe Verschuldung der Stadt und die hierdurch

entstanden« steuerliche Belastung. Vielleicht dürfte Dr. Kühn auch durch den wirtschaftlichen Rückgang und die hierdurch eingelretencn Sleuerschwierig- keiten nach und nach die Nerven verloren haben, was ihn nun unter dem schweren seelischen Druck der Untersuchung zu diesem tragischen Schritt geführt hat. Trotz der Angriffe aus der Bürgerschaft, die sich in einer Zeit wirtschaftlicher. Not und starker steuerlicher Belastung verstehen lasten, muß gesagt werden, daß der freiwillige Tod des Oberbürger­meisters in unserer Bevölkerung tiefstes Mitleid erweckt. Man bedauert den außerordentlich klugen Mann, der feit 1914 an der Spitze unseres Gemein­wesens gestanden hat.

Di« Derwaltungsgeschäfte werden schon seit eini­ger Zeit durch den Beigeordneten Dr. Bangert erledigt, da Dr. Kühn vom Dienste beurlaubt war.

Wie der WSN.-Dienst noch berichtet, erklärt Oberbürgermeister Dr. Kühn in einem hinterlasse­nen Briefe, daß seine geschwächten Nerven der Hetze gegen ihn nicht mehr standhalten könnten.

Kirche und Schule.

Tekanatsmissionsfcst dcHTckanatc- Gictzcn.

D Großen-Linden. 16.Sept. Am Sonn­tag wurde in unserer Kirche das diesjährige Dekanat-fest deS Dekanats Gießen gefeiert. Der Mädchenchor der Evangelischen Iugendvereiniguna Klein-Linden eröffnete mit Gesang den FestgotteSdienst. Pfarrer Röh­richt. Darmstadt, der Direktor deS hessischen LandeSvereirrS für 3nnere Mission, hielt die Festpredigt. Rach kurzer Kasseepause, bei der die Besucher von auswärts in hiesigen Familien eingeladen waren, begann die Rachversammlung. die ebenfalls mit einem Chorvortrag der obengenannten Bereinigung eingeleitet wurde. Der OrtSgeistliche, Pfarrer Schultheiß, der derzeitige Vertrauensmann des Vereins für 3nnere Mission im Dekanat Gießen, führte in seiner Ansprache zurück zu dem Gründer der 3nneren Mission Wichern-Hamburg. Direktor Röhricht wieS auf die Gründungen und Seg­nungen der 3nneren Mission in Hessen hin. Gr forderte Opferbereitschaft aller evangelischen Christen, um den Aerrnsten unter den Armen die Segnungen der 3nneren Mission zuteil werden zu lassen. Mit Gemeindegesang fand die Rach- versammlung ihr Ende. Die Kollekten des Feste- kommen den Einrichtungen der 3nncren Mission zugute.

Oie Wetterlage.

w-

TZ

5

O

rr- w 13/

A2 O 0 ( -----

©tforxenloL O nenn. <> nate eeoeert » womaoeoem «nrgkH Sehnet & Oriuptie nehtl l Oewitter ©Windstille O> xt» ttlchter Ost y ®iis|0t*"3ud$0dwe$i q SUirmtsche» "ordwesl Ole Pfene flfegen mn dem winde Oie oeinen Stationen dienenden Zan­ten gehen die Temperatur an. Oie Limen eerhindeo Ort» mit flicicneig tu» nccrcsnivtao umgcrechneten Luftdruck

ettervoraussage.

Sehr rasch hat sich das Regengebiet der neuen Tiefdruckstörung, welches gestern über 3rlont> und England lag, ostwärts fort bewegt, so daß bereits in den heutiaen Morgenstunden in un­serem Bezirk Riederschlagstätigkeit einsetzte. Durch die zur Zeit bestehende Verteilung des tiefen Druckes über der Rord- und Ostsee, dessen Be­reich sich zum größten Teck mit über Deutschland erstreckt, ferner durch die erneute Dtörung-anzeige im Westen geht die Wetterlage noch keiner Beständigkeit entgegen. Der hohe Druck im Süd­westen, über Frankreich und der Discaha, der vorübergehend zur Geltung kam, wird weiter abgebaut und fein Einfluß verschwindet wieder.

Aussichten für Donne-rstag: Ver­änderliches, wechselnd wolkige- Wetter, kühl, zeitweise Riederschläge.

Aussichten für Freitag: Roch kein beständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 16. September: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 12,3 Grad; am 17. September: morgens 10,4 Grad. Maximum 17,1 Grad, Minimum 7,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. September: abends 16,4 Grad: am 17. Septem- ber: morgens 12,5 Grad. Niederschläge 1,1 mm. Sonnenscheindauer 8% Stunden.

MV wm V der anflDerironene

ÖO^VDO* V JU

SÜNLICHT GESELLSCHAFT A.C, MANNHEIM-BERLIN