haben diesem in Sefu Tod
Sah zugestimmt, weil sie wirklich Frieden gefüllten haben.
den und Sterben, ist gedankenmätzig nicht zu erfassen, aber ungezählte Menschen
Gegen das Kreuz Christi sind die Menschen -schon oft Sturm gelaufen. Nicht nur die Türken haben das in alter Zeit getan und nicht nur in dem unglückseligen Rußland geschieht das heutzutage, es gibt immer Menschen, denen dieses Zeichen nicht sympathisch ist. Es stimme nicht, so sagen sie, zur heiteren Erdenfreute, nicht zum schimmernden Frühling, nicht zum harmonisch vollendeten Menschentum, wie man es bei den alten Griechen zu finden glaubt. Trotzdem wird das Kreuzeszeichen ter M.nschheit nie verlorengehen, nicht deshalb, weil es seit alten Lagen auf Altären, Kirchtürmen, Friedhöfen und an Wegkreuzungen steht, sondern weil an diesem Zeichen unendlich viele Tatsachen, Wahrheiten, Gedanken und Gefühle haften, die dem innersten Sehnen tes Menschen entgegenkommen. Die, die sich ernstlich um Jesus Gedanken machen, haben in seinem Kreuze die Kraft gefunden, ihr eigenes Kreuz, Armut, Verkennung, den Verlust lieber Menschen, das Dahinschwinden ter eigenen leiblichen Existenz so zu tragen, daß ihr Kreuz ihnen eine Quelle der Kraft geworden ist. Man denke an die, die von dem Schicksal auf das empfindlichste getroffen den Rest ihres Lebens nicht in dumpfer Ve zwei lung zugebracht haben, sondern durch Reife, Milte, Güte und Liebe anderen ein Halt geworden sind.
Kaum jemals ist ein Mensch in seinem Sterben so geschmäht worden wie Jesus, von allen Seiten dringen hier Spott, Schadenfreude und Verachtung auf ihn ein, und seit Jahrhunderten steht er in einem Glanze da, wie er nie einem Menschen beschicken war. Deshalb, weil sein Kreuzestod ein so machtvolles Leben geweckt hat. Etwas in dichterischem Äeterschwang, aber nicht wahrhcitswidrig nennt eine Predigt aus dem Mittelalter das Kreuz Christi „der Christen Hoffnung, der Irrenden Weg, ter Armen Trost, der Kinder Lehrmeister, der Seefahrer Steuermann, der Schiffbrüchigen Hafen, ter Kirche Grund".
doch so, daß auch heute ein denkender Mensch an dem Kreuze Christi nicht vorüber- gchen kann und daß der Karfreitag, ter das Kreuz in den Mittelpunkt ter gottesdienstlichen üeier und der frommen Betrachtung stellt, in dreien Seelen Widerhall findet. H. B.
Gießener ÄZoryenmarkt^ reise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Mund: Butter 140 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stuck) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 30; Z^bkraut 8 bis 10; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Äuten 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat £? b's Änterkohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 10 tzs 15; Feldsalat 80 bis 100; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 bis 12; Meerrettich 50 bis 70- Schwarzwurzeln 40 bis 60; Rhabarber 30 bis 40;
4.5 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dörrobst 35; HomgN bis 50; junae Hähne 120 bss 130, Suppenhühner 100 bis 120; Rüsse 50 bss JO; das Stuck: Tauben 70 bis 80; Eier 10 m« 11; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 20 bis 25' Salatgurken 75 bis 80; Lauch 5 bis 10- Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; das Bund Radies-
20 Pfennig; ter Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark.
Bornotizen.
— Tageskalender für DonnerStaa Stadttheater: „Louis Ferdinand Prinz von Preußen", 19.30 bis 22.30 Ähr. - Lichtsvielbaus Bahnhofstraße: „Ängarische Rhapsodie''
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend wird im %rei- togobonnement „Louis Ferdinand, Prinz von Preußen, ein Drama von Fritz von Änruh.
Aus der provinzialbauptstadi
Gießen, den 17. April 1930.
Karfreitag.
In neuerer Zeit haben Anhänger und Gegner tes Christentums in der Oefsenilichkeit oft miteinander über die Frage diskutiert, ob der christliche Glaube etwas so Sicheres sei, daß er allen Einwendungen standhalten könne. Die Auseinandersetzung ist dabei von beiden Seiten rein gedankenmäßig, mit philosophischen Beweisgründen, in dialektischer Schärfe geführt worden. Diskussionen dieser Art haben ihr gutes Recht, aber sie gehen von falschen Voraussetzungen aus; denn im Christentum handelt es sich nicht, wenigstens nicht in erster Linie, um Glaubenssätze, Gedanken, Meinungen, sondern um Tatsachen. Hier steht eine Tatsache voran, die Tatsache tes Kreuzes Christi. Alles, was Iesus gesagt und getan hat, ist in seinem Kreuzestote zusammen gefaßt, so daß Paulus mit Recht seine missionarische Verkündigung als die Predigt vom Kreuze bezeichnet. Tie Tatsache besteht, daß Iesu Kreuzesleiten in der Welt ein Leben gewirkt hat wie nie ein philosophisches System. Rie hat eine Geistes- tetoegung, fo mächtig sie auch war — man denke an den Humanismus, die Renaissance, den Ruf des 18. Jahrhunderts zur Rückkehr zur Ratur, den Kosmopolitismus an der Wende dieses Zeitabschnittes, die nationalen Bestrebungen der Gegenwart —, in gleichem Matze die Geister ergriffen.
In einer seiner Passionspredigten nennt Papst Leo ter Grotze das Kreuz „Grund aller Gnaden, durch welche der Gläubigen Schwachheit sich wandelt in Kraft, Schmach in Ruhm, Tod in Leben". Dieser Mann ter alten Zeit hat nicht zu viel gesagt. Grund aller Gnaden nennt er das Kreuz Christi. Von Gnade wollen starke, selbstbewußte Menschen nichts wissen, sie wollen nicht bettelnd vor einer höheren Macht stehen und um Vergebung bitten, einmal aus Stolz, sodann, weil sie glauben, keine Schuld auf sich geladen zu haben. Gegen diese Stimmung erhebt sich das Leben mit seiner ganzen Macht; in jedem Menschenterzen erwacht früher oder später das Schuldgefühl. Dichter, die gar nicht ausgesprochen christlich sind, deren Bekenntnis deshalb aber um so erschütternder wirkt, haben das zum Ausdruck gebracht. Der unstete Wanderer Platen ruft aus: „O wehe, wie hast du die Tage verbracht", und einen österreichischen Dichter erinnert am frühen Morgen, da der. Rebel noch die Bergesgipfel einhüllt, ter Ton der Zither an alte, unschuldsvolle Zeiten, so daß er sagt: „Ich hatte können glücklicher sein und können glücklicher machen." Dieser Tatsache vom allgemeinen Schuldgefühl steht die andere gegenüber, daß Christen aller Zeiten in Jesu Tod die Versöhnung für ihre Sünden gefunden haben. Luthers Satz, daß Jesus den verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat von aller Schuld durch sein heiliges, teueres Blut und fein unschuldiges Lei-
Ferienverteilung und Schulbeginn.
Don Pros. Dr. Brüning, Facharzt für Chirurgie und Orthopädie, Gießen.
In den letzten Wochen ist an allen Schulen Deutschlands darüber verhandelt worden, ob in der Verteilung der Ferien eine Aen- terung gegenüber dem bisherigen Brauch vorgenommen werden solle. Es wurde auch noch darüber gesprochen, ob es nicht empfehlenswert sei, den Beginn des neuen Schuljahres von Ostern auf den Herbst zu verlegen. Die Erwägungen, die das Ministerium zu dieser Anfrage geführt haben, sind verschiedener Art. Es sprechen dabei mit Gründe, die im wirtschaftlichen, religiösen und bürgerlichen Leben liegen, und solche, die hygienischer Ratur sind. Die ganze Fragestellung ist nicht ganz neu. Es ist ja bekannt, daß in den einzelnen Teilen tes Reiches der Schulbeginn und die Ferienzeit verschieden gelegen waren. So begann in Bayern früher das Schuljahr im Herbst und in unseren preußischen Rachbarprovinzen lagen die Ferien zu verschiedenen Zeiten. In Südteutschland besteht große Neigung, den Schulbeginn wieder auf den Herbst zu verlegen. Die großen Sommerferien schwanken in Länge von 3—6 Wochen, wobei einmal noch besondere Herbstferien hinzukommen, das andere Mal nicht. Auch die Zahl der Ferientage im ganzen Jahre ist veränderlich von 80 bis 105 Tage.
Meines Erachtens ist eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland nicht möglich und auch nicht wünschenswert. Ich will hier nur vom ärztlichen Standpunkt einiges anführen. Vorher sei mir noch der Hinweis gestattet, daß unsere Bäder und Kurorte ein Interesse daran haben, daß die Ferien möglichst zu verschiedenen Zeiten liegen, damit sich ihre Besucher über längere Wochen verteilen können. Ebenso verhält es sich bei der Eisenbahn. Alle Eltern, die sich in abhängigen Stellungen befinden, müssen sich mit Kollegen wegen der Vertretung einigen. Bei lange öauernten, Ferien kann es beiden Teilen ermöglicht werden, einige Zeit mit den Kindern zu verreisen oder auf Fußwanderungen unsere Umgebung zu durchstreifen.
Zuerst wäre die Frage aufzuwerfen: ist für die gesundheitliche Erholung der Kinder eine lange Sommerferienzeitzuträglicher, a1s mehrere kurze Ferien? Für wirklich Leidende ist ersteres unbedingt vorzuziehen, da eine erfolgversprechende Kur nicht in kurzer Zeit unternommen werden kann. Aber auch der Gesunde hat von einer längeren Erholungszeit mehr Gewinn für die kommende Zeit, als von kurzen Ferien, in denen nur die verlorene Spannkraft erseht, aber kein Reservestoff angesammelt wird. Die Lei- stungssähigkeit der Kinder ist individuell sehr verschieden, je nachdem es sich um große, blonde Schüler handelt oder um untersetzte, brünette. Auch die Ferienzeit muß sich in den einzelnen Teilen Deutschlands nach den klimatischen Verhältnissen richten; man wird immer die Monate wählen müssen, die erfahrungsgemäß eine günstige Witterung haben, so daß die Kinder sich viel im Freien tummeln können. Cs ist bekannt, daß Ende des Sommers die Kinder besonders an Größe zunehmen. Bei dieser Streckung des Körpers können nicht alle Teile gleichen Schritt halten, die Muskulatur bleibt zurück. Man sieht daher, wie die schnell wachsenden Schüler sich krumm halten, ihnen fehlt die Kraft, die Wirbelsäule zu strecken. In dieser Zeit muh dcrs Hocken über den Büchern vermieten werten, soll nicht eine dauernde Verkrümmung zurückbleiben. Licht und Luft hat der kindliche Körper jetzt ganz besonders notwendig. Hierzu können aber nur lange Ferien verhelfen. In der heißesten Jahreszeit ermüdet der kindliche Geist sehr schnell, er ist weniger aufnahmefähig. Die Schule trägt dem Rechnung durch die „hitzfreien" Stunden, die schon im Juli notwendig sind. Hieraus ergibt sich, daß man die Sommerferien am besten von Mitte Juli bis Ente August währen läßt. Im Winter seht der Körper Muskeln und Fett an. In dieser Zeit kann man ihm mehr häusliche Arbeit zumuten. Außerdem wird durch die kurzen Tage uuo das rauhe Wetter ter Aufenthalt im Freien beschränkt. Kurz, alles trifft zusammen, um die intensivere Arbeit für den Schluß des Schuljahres und für die Versetzung zu begünstigen. Wenn ich oben schon darauf hinwies, daß längere Sommerferien den Angestellten und Beamten erwünscht wären, so möchte ich dies nicht allein vom Standpunkt der Eltern aus gesagt haben, sondern ganz besonders im Jnteresle ter Kinder. Gerade die Möglichkeit, daß die Eltern mit ihren Kindern ganze Tage zusammen sein können, ist von großem erzieherischen Wert. Kinder, in den Ferien allein- gelassen, nehmen zu leicht Schaden an Leib und
Seele. Welcher Vater hat bei ter Hast tes jetzigen Lebens Zeit und Gelegenheit, sich um die körperliche Entwicklung seiner Kinder zu kümmern!
Für sechswöchige Sommerferien möchte ich ferner aus dem Grunde eintreten, weil viele Kinder erst nach drei Wochen Ferienzeit sich zu erholen anfangen. Im Sommer soll aber die Kraft gesammelt werden, von der in der langen, arbeitsreichen Winterzeit gezehrt wird.
Dom 1. September bis zum Beginn der Weihnachtsferien würden 80 Tage sein; eine lange Zeit, die man nochmals durch eine kurze Freizeit unterbrechen müßte. Für unsere Gießener Verhältnisse halte ich zwei Wochen Herbstferien für reichlich lang; es würden 10 bis 12 Sage auch genügen, zumal für das Spielen im Freien das Wetter häufig ungünstig ist. Die Weihnachtsferien mühten wie bisher mit 14 Tagen angeseht werden. Die Osterferien sollten immer im März beginnen, weil erfahrungsgemäß mit dem Beginn tes Frühlings eine körperliche Schlaffheit und Ermüdung alle, Erwachsene wie Kinder, ergreift. Dem steht nun oftmals die ungünstige Lage des Osterfestes entgegen. Ehe hier nicht Wandel geschaffen wird, kann man nicht an eine vollständige Regelung ter Ferienzeiten denken. Wenn man auch grundsätzlich 14 Ferientage vorsieht, wird man doch manchmal über diese hinausgehen müssen. Die Schulzeit bis zu den Sommerferien muß ebenfalls eine Unterbrechung erfahren, die zu Pfingsten liegt. Hier genügen 3 bis 4 Tage, da das Bedürfnis nach längerer Ruhezeit im Sommer nicht so groß ist. Die langen, warmen Tage geben den Schülern genug Gelegenheit, die Lungen auszulüften und den Geist beim Spiel und Sport zu entspannen.
Für die Länge der Ferienzeit ist meines Erachtens auch noch von Bedeutung, ob die Kinder nachmittags Schulunterricht haben. Ist letzteres der Fall, so fallen die Nachmittage zur Erholung fast ganz fort; es wären längere Ferien zu fordern. Durch Umfrage bet verschiedenen Lehrern wurde mir immer bestätigt, daß die Kinder in der letzten Schulstunde (selbst wenn es die sechste ist) aufnahmefähiger sind als in der Nachmittagsstunde nach einer Mittagspause von 2 bis 3 Stunden. Findet im Win-' ter Nachmittagsunterricht statt, so ist den Kindern fast gar keine Gelegenheit gegeben, sich im Freien zu tummeln. Sie sind auf die Stuben angewiesen und verweichlichen, statt in ter Winterluft sich abzuhärten.
Es wären noch einige Worte über den Vegi n n d e s Schuljahres zu sagen. Würde man die Versetzung in den Herbst legen, so würden die Kinder gerate die arbeitsreichste Zeit tes Schuljahres im Sommer haben, es würden die Sommerferien mit Nachhilfestunden belastet werden. Dom ärztlichen Standpunkte aus ist eine solche Regelung zu verwerfen. Gerade für unsere kleinen Schulrekruten ist der Anfang zu Ostern deshalb so günstig, weil sie das ruhige Sitzen in oft überfüllten Räumen doppelt schwer empfinden und eine längere tägliche Ausspannung auf dem Spielplatz im Freien nötig haben. Dies ist aber nur im Sommer möglich- Herbst und Winter bringen die Erkältungskrankheiten und ihre ^Übertragung in ter Schule. Ist das Kind schon im zweiten Schulhalbjahr, so wird es sich schon eher vor Durchnässung hüten, als es dies im ersten Halbjahr tun wird. Es ist erstaunlich, wie der Geist und die Vernunft der Kinder im ersten Schuljahr geweckt wird.
Die oben angeführten Grünte zur Regelung der Ferienordnung geben nur den ärztlichen Standpunkt wieder. Sie sollen auch nur für die Stadt Gießen Gültigkeit haben. Andernorts, besonders auf dem Lande, sprechen andere Verhältnisse mit. Auf dem Lande können die Sommerferien gekürzt werten, da die Kinder sich viel mehr im Freien bewegen: man wird aber die Herbstferien verlängern müssen, damit die Kinder den Eltern bei der Ernte helfen können. Auch bei uns sprechen viele pädagogische und wirtschaftliche Momente mit, die ihre volle Berechtigung haben, und die sich den ärztlichen Forderungen oft entgegenstellen. Man muh eine Einigung erstreben, doch möchte ich nicht einem Kompromiß das Wort reden. Ich bin vielmehr der Ansicht, daß man einmal genau prüft (d. h. nicht durch „Sachverständige"), ob man nicht in Art undMenge des Lehrstoffes eine weiseBeschränkung eintret-'n lassen könnte. Ich glaube, wenn das geschähe, so könnten wir unfern Kindern einige Ferientage mehr verschaffen.
gegeben. — Die beiden Oftertage haben folgendes Programm: Ostersonntag, zum letzten Male „Katharina Knie", Seiltänzerstück von Zuckmayer, Ostermontag „Panne um Mitternacht". Diese neue Schwankoperette (Text von Gustav Deckner, Musik von Harry Waldau) wird erstmalig vom Neuen Operettentheater Frankfurt a. M , das vom vorigen Jahr noch in bester Erinnerung ist, gegeben. Das Stück konnte bereits anläßlich der Aufführungen in Frankfurt a. M, Wiesbaden, Darmstadt usw. das Publikum in die beste Stimmung versehen. Die Inszenierung liegt in den Händen des Regisseurs Franz G i b 1 h a u s e r, der in Gemeinschaft mit Gustav Rothe-Carey und Nuschi Wiesner das komische Element vertreten wird. In weiteren Hauptpartien sind die Damen Grete Kasper, Ly Ottmar und Hermann Hanschmann beschäftigt. Die Tänze sind von Tanzregisseur Hans H. Älüfer arrangiert; die musikalische Leitung obliegt dem Kapellmeister Ernst Topitz. — Am Dienstag, 22. April, wird das Gießener Stadttheater mit eigenem Ensemble zum ersten Male eine eigene Operette herausbringen, und zwar „In der Johannisnacht", Musikalisches Lustspiel in drei Akten nach R. de Flers, G. de Cavaillet, Et Reh « - „ obert Gilbert, Musik von Jean Gilbert. Splelleitung: Intendant Dr. P rasch, Musika- E^tung: Fritz Cuje, Choreographie: Ewald Bä ulke. Die Rolle ter Großmutter 1^1611 Auguste Prasch-Grevenberg als Gast. — e)as in der Karwoche ausgefallene Mittwoch- ationnement wird nachgeholt werden.
rr* ? Mai bei den hessischen De- Ministerium hat folgende anr^e Nachgeordneten Behörden er. Getvährung von Dienstbefreiunaen
am 1. Mai ist auch in diesem Jahre nach den
Vorschriften tes Ausschreibens des Gefamtmini- fteriums vorn 8. Dezember 1926 zu verfahren.
** Evangelisch-kirchliche Pfarrper- s onalien. Durch die Kirchenregierung wurde folgenden Pfarrverwaltern Pfarrstellen übertra- tragen: Wilhelm Köhler zu Wenings die Pfarrstelle zu Wenings, Dekanat Büdingen; Hans Friedrich Lenz zu Münzenberg die Pfarrstelle zu Münzenberg, Dekanat Hungen; Hermann D o tz e r t zu Engelrod die Pfarrstelle zu Engel- rod, Dekanat Lauterbach; Ernst Ludwig Lautenschläger zu Nieter-Moos die Pfarrstelle zu Nieter-Moos, Dekanat Lauterbach.
•• Personalien. Ernannt wurde am 12. Aprll der Landgestütsaufseher Hermann Geher zum Amtsgehilfen am hygienischen Institut der Landesuniversität in Gießen, mit Wirkung vom 1. Aprll 1930 an. — In den Ruhestand versetzt wurde am 4. Aprll der Lehrer an der Volksschule zu Gießen Heinrich Hahn auf sein Nachsuchen vom l.Mai 1930 an.
* Das Stadttheater an Ostern. Man schreibt uns: Für die Ofterfeiertage hat die Intendanz zwei populäre Fremdenvorstellungen festgelegt, Stücke, die publikumsmäßig mit ausgezeichnetem Erfolg ausprobiert wurden. Zum letztenmal wird am Ostersonntag eines der volkstümlichsten, modernen Stücke ter deutschen Bühne, „Katharina Knie", von Zuckmayer, in Szene gehen. Die Romantik des Seiltänzertums, oas Auftreten einer ganzen Zirkus truppe, die originelle Szenerie mit dem Wohnwagen ter ®ei“An3er, wirkt besonders faszinierend auf das Publikum. — Am zweiten Ofterfeiertag wird das Frankfurter Neue Operettentheater, Direktion Georg Land, das in der vorigen Spielzeit so großen Beifall gefunden hat, einmalig gastieren. Das Ensemble wird nicht eine alte Operette bringen, sondern die moderne Schlager-Operette
„Panne um Mitternacht", eine Art Lustspiel* schwank, der bei seinen Erstaufführungen m Frankfurt, Darmstadt und Mainz ganz außerordentlich gut gefallen hat. Gerade für den zweiten Ofterfeiertag wird dieses heitere musikalische Stück besonders geeignet sein. Man sieht dem Gastspiel mit außerordentlichem Interesse entgegen. Sonntag: Beginn 18.30 Ähr, ermäßigte Preise. Montag: Beginn 19 Ähr, ermäßigte Operettenpreise.
** Oberhessischer Kun st verein. Die derzeitige Ausstellung tes Münchener Künstlerkreises 1930 ist am Karfreitag geschlossen, an den beiden Ofterfeiertagen jedoch, und zwar zum letzten Male, von 11 bis 13 Ähr geöffnet.
** Aliceschulverein. Es sei darauf hingewiesen, daß die Eröffnung des Turnseminars am 29. April stattfinden wird. (Dgl. die heutige Anzeige.) -
** Vvm Verein für Luftfahrt wird uns geschrieben: Die günstigen Windverhältnisse ter letzten Tage erlaubten eifrigen Flugbetrieb, ter mit Erfolg beendet wurde. Nach den neuen Bestimmungen des Deutschen Segelflug-Ausschusses bestanden die Gleitfliegerprüfung B; stuck, rer. nat. F. Schmidt, Aßlar, und K. Schmidt, Aßlar. Karl Heinz Appel, Gießen, bestand die Gleitfliegerprüfung A. Die Hohe Warte bei Aßlar (Kreis Wetzlar) hat sich damit als ein ausgezeichnetes Prüfungsgelände erwiesen. — Die Gleitflüge wurden mit Rücksicht auf das Heranwachsende Getreide abgebrochen.
** Lernt Einheitskurzschriftl Man schreibt uns: An Ostern treten wiederum viele junge Leute aus der Schule in das Erwerbsleben. Aber nur ter Tüchtige, ausgerüstet mit Fertig- keiten, die heute gefordert werden, hat Aussicht auf eine dauernde Existenz. Eine Fertigkeit, die heute überall gefordert wird, ist die Beherrschung ter deutschen Einheitskurzschrift. Handel und Industrie, städtische und staatliche Behörden können heute ohne die Kurzschrift nicht mehr auskommen. Cs kann daher allen jungen Leuten beiderlei Geschlechts nicht dringend genug angeraten werten, stch in der Einheitskurzschrift bis zur höchsten Leistungsfähigkeit zu vervollkommnen. Ausgiebige Gelegenheit hierzu bieten die hiesigen Kurzschriftvereine. Neue Anfängerlehrgänge beginnen am Montag. 28. April in der Goetheschule (Westanlage) bzw. Dienstag, 29. April in der Pestalozzischule (Nordanlage). Wir verweisen auf die heutige Ankündigung der Vereine.)
** Zur Richtigstellung. Die von uns gebrachte Meldung über die Rettung eines beim Wasserholen in die Lahn gestürzten hiesigen Einwohners Dechert müssen wir nochmals folgendermaßen berichtigen. Der Verunglückte wurde von Herrn Erich Hochstätter, der sich gerate in einem Paddelboot auf der Lahn befand, zuerst gesehen und von ihm bis ans Äser gebracht. Der Invalide Johannes H o ß f e l d und dessen Sohn Karl haben dann den Verunglückten gemeinsam mit Hochstätter ans Land geschafft.
— Don den oberhessischen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz. Eine wichtige Besprechung ter Kolonnenärzte, Vorsitzenden und Kolonnenführer der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Oberhessen findet unter dem Vorsitz von Provinzialinspekteur Sanitätsrat Dr. Hahn (Bad-Nauheim) am 11. Mai in Friedberg statt. Mit der Tagung ist eine Besichtigung ter Friedberger Kolonne verbunden. — Seit vergangenem Jahre können in die Führerstellen bei den Freiwilligen Sanitätskolonnen im Volksstaate Hessen nur noch solche Personen aufrücken, die die vom Landesverein vom Roten Kreuz vorgeschriebenen Prüfungen bestanden haben. Für Oberhessen findet, wie schon kurz mitgeteilt, die diesjährige Gruppen- und Zugführerprüsung am 18. Mai inGie - ßen statt.
** Paddler, nicht an Schlepper anhängen! Schiffer klagen auch in diesem Jahre wieder darüber, daß es viele Paddler an ter nötigen Vorsicht fehlen lassen. Sie versuchen immer wieder, um schneller vorwärts zu kommen, sich an die Drahtselle oder die Schlepper selbst anzuhängen. Seile und das aufgewühlte Wasser bllden aber derartig unberechenbare Gefahrenpunkte, daß es als Leichtsinn angesehen werden muß, sich mit dem Paddelboot anzuhängen. Dieser Tage zogen sich zwei Darmstädter Paddler auf dem Rhein ein sehr unangenehmes kaltes Bad zu. Bei dem Versuch, sich an einen Schleppkahn anzuhängen, kenterte das Doot, die Paddle« wurden abgetrieben und konnten nur durch das energische Eingreifen eines Motorbootbesitzers in völlig erschöpftem Zustande gerettet werden.
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Erweitertes
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 16. April. Ein früherer Gemeinderechner, der gleichzeitig neben der Gemeinte- kasse die Untcrertjebeftelle in feinem Orte für das Finanzamt Homberg verwaltete, war wegen Verbrechens imAmte angeflagt Es wurde ihm vorgeworfen, amtlich vereinnahmte Gelder im Gesamtbetrag von etwa 6000 Mark für sich verwendet und zur Verdeckung des Defizits Dücherfälschungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte, der nicht leugnen kann ange- sichts der Beweisaufnahme, daß er vereinnahmte Gelder überhaupt nicht verbucht hatte, behauptete, er habe das Geld nicht für sich verbraucht, Kasse gelegt, um kassenmäßigs Fehlbeträge, die in den letzten Jahren ohne sein Verschulden nach und nach entstanden seien, zu decken. Er habe insbesondere Außenstände, die noch nicht eingegangen waren, bei den Jahresabschlüssen als eingegangen gebucht. Das Gericht folgte der unglaubhaften Erklärung des Angeklagten nicht, zumal da auch zwei Buchfälschun- gen nachgewiesen waren. Cr wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre berurteilt, bie Fädigkeit zur Bekleidung öffent- lidjer Qlemter wurde ihm auf die Dauer von drei Jahren aberkannt.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
3. H M. W. Ihr geschiedener Mann hätte nur dann ein Recht, die Kinder zu sich zu nehmen, wenn etwa Sw für den allein schuldigen Teil erklärt worden wären. Sollte das nicht der Fall sem, so können Sie ohne Bedenken llagend vorgehen und eingehende Gelder zum Nutzen der Kinder zinstragend anlegen. 3m Streitfälle ent* teertet über &ie persönliche Fürsorge für die ™ das DormundschaftSgericht, das heißt daS Amtsgericht des Wohnortes deS Vaters.


