Einzelbild herunterladen

Neue Sombensunde in Holstein. Zwei mißglückte Attentate in Oldesloe und Neumünster

Bad OldeSloe, 15. März. 3m Stadthaus Oldesloe fand heute früh im Kohlen- keller eine Reinmachefrau einen kleinen Koffer, aus dem ein Zischen zu hören war. Die rief schnell den Polizeimeister, der den Koffer in dem Garten brachte und unter Wasser setzte. Die nähere Untersuchung ergab, daß der Handkoffer eine Höllenmaschine darstellte, wie sie bei den Attentaten der Landvolkbewe­gung verwendet wurden: auch die innere An­ordnung ftimmte mit den bereits früher gefun­denen Höllenmaschinen überein. Die Sprengmasse selbst befand sich in einem vierkantigen Ka­nister, von dem eine Zündung über zwei Spreng-- kapselli zu dem Wecker ging. Die Zündung sollte durch eine Taschenlampenbatterie erfolgen. Sie war auf 4 Uhr eingestellt. Aus noch un­bekannten Gründen hat die Zündung aber nicht die Sprengstvffmasse zur Explosion gebracht. Die ganze Arbeit an der Höllenmaschine war sauber ausgeführt. Zu den letzten Handgriffen hatten die Hersteller Gummihandschuhe benutzt, die sie mit dem Koffer zurückliehen. Der Koffer war von außen mit einer Schnur in den Kohlenkeller des Stadthauses heruntergelassen. Die Schnur selbst hatten die Täter hinterher geworfen.

Zwischen 3 und 4 Uhr wurde in einem Keller­loch an der Südseite des FinantzamtesReu- m ü n st e r von einem Schüler eine Höllen- maschine gefunden. Die Polizei wurde so­fort benachrichtigt; sie beschlagnahmte die Maschine und machte sie unschädlich. Es handelt sich um eine in einem Holzkoffer von einem halben Meter Länge, 34 Zentimeter Breite und 14 Zentimeter Tiefe eingebaute Höllenmaschine, die durch eine Weckuhr in Tätigkeit gesetzt werden sollte. Eine große Oelkanne, die etwa 6 bis 7 Liter faßt, war mit Sprengstoff gefüllt. Das Uhrwerk war beim Auffinden noch im Betrieb. Der Stundenzeiger war auf 2,30 Uhr gestellt, so daß anzunehmen ist, daß entweder die Zün­dung heute nachmittag versagt hat oder die La­dung heute nacht 2,30 Uhr explodieren sollte.

Aach den Ermittelungen der Altonaer Krimi­nalpolizei ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die beiden Bombenanschläge in Bad Oldesloe und Reumünster von gleichen Tätern in der Rächt zum Samstag verübt worden sind. Als Täter kommen nach Ansicht der Polizei zwei steckbrieflich gesuchte Personen, dec Student der Landwirtschaft M u t h m a n n und der Elektro­techniker Kaphengft, in Frage, die seit lan­gem in dem Verdacht stehen, seinerzeit auch das Attentat auf das Reichstagsge­bäude verübt zu haben. Spuren deuten dar­auf hin, daß die beiden nach ihrer Flucht aus Deutschland von einem in Dänemark etwa eine halbe Stunde von der deutschen Grenze entfernt wohnenden früheren deutschen See­offizier aufgenommen worden sind. Wichtig ist, daß wie im Sommer vorigen Jahres auch jetzt wieder ein Auto eine Rolle spielt, das gestern zwischen Olldesloe und Reumünster gesehen wurde und mit auffallender Geschwin­digkeit zur dänischen Grenze gefahren sein soll. Die älntersuchungsbehörden in Altona sind der Ansicht, daß die Attentatsverfuche nicht aus Kreisen der wegen der Anschläge im vorigen 3ahr verhafteten, später von der Llntersuchungs- haft verschonten Personen unternommen wurden.

Schwere politische Zusammenstöße itt Chemnitz.

Eh emnitz, 16. März. (WTD.) Die hiesigen Ortsgruppen des Stahlhelm und der Ra­tionalsozialisten veranstalteten heute durch Demonstrationszüge und Versammlungen Pro­testkundgebungen gegen die Annahme des Boungplanes. Gleichzeitig hatten die Kommu- n i st e n ihre Anhänger zu Gegenkundgebungen aufgerufen. Als nach den Versammlungen die Deinonstrationszüge der verschiedenen Parteien aufeinandcrstiehen, kam es zu schweren Schl ä-

Lieber die Taschenspielkunst.

Von Graf Carl von Minckowstroem.

Geschwindigkeit ist keine Hexerei" sagt der Laie gemeiniglich, wenn ein Zauberkünstler ihm unerklärliche Kunststücke vorführt. Dieses Wort kennzeichnet aber die Kunst des Taschenspielers keineswegs. Rur bei relativ wenigen Tricks kommt es wirllich auf die Schnelligkeit der Be­wegungen an, z. B. beim Volteschlagen. So nennt man jenen Kunstgriff, eine oder mehrere in die Mitte des Kartenspiels gelegte Karten­blätter unbemerkt zu oberst oder zu unterst in das Spiel zu bringen. Es gibt Kartenmani­pulatoren, die diesen Vorgang so schnell und geschickt auszuführen verstehen, daß auch der Kenner kaum etwas davon bemerkt. Der Laie, der nicht weiß, wie es gemacyt wird, wird stets getäuscht werden. Der französische Psychologe A. D i n e t vermochte den Vorgang der Volte erst dann überhaupt wahrzunehmen, nachdem ihm der Trick mehrmals langsam vorgeführt worden war.

Schon an diesem Beispiel zeigt es sich, daß die Geschwindigkeit nicht das wesentlichste Mittel ist, mit dem der 3llusionskünstler seine Täu­schungen erzeugt. Die wichtigste Eigenschaft, über die er verfügen mutz, ist die: er mutz ein guter Psychologe fein. Zauberapparate, Behelfe und Handfertigkeit sind nur dos Rüstzeug, das die Voraussetzung für den Erfolg bildet. Die Hilssmittel, mit denen dieser praktische Psycho­loge nun aus sein Publikum einwirkt, sind Gesten und das gesprochene Wort. Verfügt der Künstler über eine sehr eindrucksvolle Mimik, so kann er bei gewissen Vorführungen auf die Be­gleitrede verzichten. Mit diesen Mitteln erreicht der Zauberkünstler, vor allem die Lenkung und Ablenkung der Aufmerksamkeit seiner Zuschauer und erzeugt aufraffiniert psychologische Art", wie der Psychotechniker R. W. Schulte ein­mal treffend gesagt hat, Erwartungs- und ilr- teilstäuschungen.

An den modernen Taschenspieler, der nicht mehr, wie es früher Mode war. aus der Bühne mit einem großen Aufwand glänzender Trick­apparate, behängter Tische, Servanten, optischer Täuschungen usw. arbeitet, werden weit höhere Ansorderungen gestellt als ehedem. Joseph Pi- nett i (etwa 17501800) war der erste Zauber­künstler, der in großem Stil mit Apparaten, Automaten und geheimen Gehilfen arbeitete. Diese Art prunkvoller Vorführungen erreichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit

gercicn, in deren Verlauf acht Rationalsozia­listen bzw. Stahlhelmleute durch Messer- stiche zum Teil schwer verletzt wurden. Sechs Verletzte muhten ins Krankenhaus gebracht werden, wo einer von ihnen inzwischen ge­

storben ist. Die Polizei, die zehn Per­sonen festnahm, wurde aus der Menge mit Steinen beworfen, wodurch sieben Beamte Verletzungen erlitten.

Oer Lungdeuische Orden rücki in die Hindenburgfroni.

Ein Aufruf des Hochmeisters Artur Mahraun.

Berlin, 16.März. (Priv.-Tel.) Anter der AeberschriftGott erhalte Hindenburg" wendet sich der Hochmeister des 3ungdeutschen Ordens, Artur Mahraun, mit einem Aufruf an die Oeffentlichleit. in dem es u. a. heißt:

Rach langen schweren Gewissenskämpfen hot sich der Reichspräsident entschlossen, die Pounggesehe zu unterschreiben. 3m Anschluß daran hat er sich an das deutsche Volk gewendet und es aufgefordert, eine neue Zeit­rechnung zu beginnen. 3n dieser Stunde wagen es Männer der nationalen Rechten die nationale Bewegung gegen ihn aufzurufen.

Immer wieder versucht dieselbe kleine politische Clique eine Diktatur mit getarnten moskowitischen Bindungen aufzurichten. Der Entscheidungskampf zwischen dem christlichen Abendland und der moskowitischen Welt ist im Gange. Rur die ebengenannte Diktatur kann das sinkende Moskau retten. Darum läßt es alle Minen springen. Darum wird der Kampf gegen alle geführt, welche die Ordnung in Deutschland und damit den Verteidigungskampf des Abendlandes wollen. 3m Bunde mit jener blutigen Diktatur des Bolschewismus hoffen die Feinde der Volks­gemeinschaft und die Anbeter jener Gewaltregie­rung ihre Stellung zu retten. Hindenburg aber steht ihnen im Wege - darum soll er fallen. Darum sollen die nationalen Aktivisten die letzten Henunungen und den letzten Glauben an ihn verlieren.

Es ist der letzte Kampf, der gegen die Auferstehung Deutschlands im Geiste der Volksgemeinschaft geführt wird. In ihm heißt es die Waffen schärfen. Was Hindenburg in seinem Brief an das deutsche Volk gesagt hat, ist dos, was die deutsche Jugend fühlt, soweit sie von demagogischen Losungsworten nicht betört ist. Hindenburg hot eine Saite angeschlagen, die in dem Herzen der deutschen Jugend rociterflingt. Die deutsche Jugend läßt sich nicht den Mann neh­men, der ihr geistig näher steht als die letzten Greise

einer vergangenen Zeit. Die deutsche Jugend mar­schiert mit Hindenburg, dem edelsten Treuhänder einer großen Vergangenheit, aber nicht mit den schuldbeladenen Demagogen, die letzten Endes das Kaiserreich gestürzt haben, während Hindenburg Hand in Hand mit dieser Jugend Wunder der Tap­ferkeit verrichtete, um dieses Reich jii retten.

Wkr haben den Mut, zu Hinden­burg zu stehen, auch dann, wenn er seine Anterschriftunter denPoung- Plan seht, weil wir die Kräfte des neuen Deutschland kennen. Wir wer­den dann bezahlen müssen, was das Tribut­diktat der Feinde verlangt, wenn wir den Weg zur Volksgemeinschaft nicht finden. Wir wer­den ober alles zum Besseren wenden, wenn wir den Weg zur Einheit des deut­schen Volkes finden. Wir glauben daran, weil das deutsche Volk größer ist. als die ver­ärgerten Greise, die es heute bekämpfen, weil sie es nicht regieren. Wir fürchten weder Voung noch Dawes. Wir fürchten weder das Versailler Diktat noch sonstige Verträge, weil wir wissen, daß die Freiheit dem Volke zuteil wird, das eins in diesem Willen ist.

Herr Reichspräsident von Hindenburg, Führer der Frontsoldaten des Weltkrieges, unterschrei­ben Sie, was Ihnen 3hr Gewissen und 3hr Verantwortungsgefühl diktiert. Wir wissen, daß Sie nur unterschreiben, weil Sie an d i e Zukunft der Ration glauben. 3hre An­greifer haben nicht das Recht, im Rainen der Ration zu sprechen, auch nicht im Ramen des nationalen Deutschlands. Das nationale Deutsch­land versteht Ihren Entschluß. nationale Den tschland wird sich nicht von 3hnen trennen. Es wird Ihnen die Treue halten, weil es weiß, daß es sein Schicksal selbst in den Händen hat. Rieder mit allen 5-e inöcn Hindenburgs. Vorwärts zur nationalen Volksgemeinschaft.

Kür die Toten des Weltkrieges.

Oie Gedenkfeier des Volksbundes deutscher KriegSgräberfürforge im Reichstag in Gegenwart des Reichspräsidenten.

Berlin, 16. März. Eine Gedenkfeier für die im Weltkriege Gefallenen fand im Plenar- sitzungssaale des Reichstages statt, während noch in acht anderen Sälen Berlins, ebenso wie im Reich, ähnliche Erinnerungsfeiern abgehalten wurden. Die Wände und Emporen des riesigen Raums waren schwarz dekoriert. Von dem Schwarz der Behänge ßoben sich die gewaltigen silbernen Kreuze ab. dazwischen mit Trauerflor umwundene silberne Kränze. Das Rednerpult war flankiert von zwei Pylonen aus Glas, die, von innen erleuchtet, ein mattes Licht verbreiteten. Die Studentenschaft war mit zahlreichen Abordnungen und Fahnen erschienen und hatte rings um den Saal Aufstellung ge­nommen. Ebenso hatten sich Fahnenabordnungen der Reichswehr hinter dem Rednerpult auf­gestellt, das mit riesigen Lorbeer- und Blumen­kränzen und Schleifen in den Reichsfarben ge­schmückt war. Auf der Regierunasestrade hatten Reichsarbeitsminister Wisfell, Reichswehr­minister Dr. G r ö n c r. Reichspostminister Dr.

Schätzet, Reichsnrinister für die besetzten Ge­biete Dr. Wirth, die Dtaatsfekretäre von Schubert, Pünder und Zweigert, sowie die Vertreter der drei großen Religionsgemein­schaften Platz genommen. Wenige Minuten vor 12 Uhr erschien Reichspräsident von Hindenburg in Begleitung des Reichsmini­sters des 3nncrn. Se vering. des Chefs der Heeresleitung Heye, des Chefs der marine- lei hing, Admirell Raeder, des Staatssekretärs Dr. Meißner und seines Adjutanten. Oberst­leutnant v. H ind e nburg.

Nach einleitenden Musikvorträgen betrat Reichs­tagsabgeordneter

Geh. Zofiizrat proseffor d. ®r. Kahl

das Rednerpult und hielt eine ergreifende Gedenk­rede, in der er nach knappen einleitenden Sätzen an alle die Mahnung richtete. Gedenkt unserer Toten in Ehrfurcht und Dankbarkeit! Gedenkt ihrer aber nicht in weichlichem Sinne, son­dern in der st arten Stimmung und

Robert-Houdin, Bosco und anderen Meistern der Kunst ihren Höhepunkt, und O k i - t o s berühmte schwebende Kugel gehört noch in diese Kategorie. Ehrgeizige Zauberkünstler hatten aber bald das Bestreben, sich möglichst von mechanischen Behelfen frei zu machen und die Zauberapparate zu vereinfachen bzw. ganz auszuschalten. Der Ausfall sinnreicher Appara­turen mußte durch erhöhte persönliche Geschick­lichkeit wettgemacht werden. 3n dieser Hinsicht sind insbesondere Dr. 3ohann Repomuk Hof­zins e r (Wien), Compars Herrmann und Buatier de Colta Bahnbrecher gewesen, llnd einige der Größten, wie der genannte Hof- zinser oder der Astronom Marius C a ze- neu v e, waren nicht eigentlich Berufszauber­künstler, wie überhaupt sich sehr viel mehr Ama­teure mit der Zauberkunst beschäftigen, als der Fernstehende wohl meint: derMagische Zirkel", der Fachverein der Zauberkünstler, zählt weit überwiegend Amateure zu seinen Mit­gliedern, die sich aus allen möglichen bürger­lichen Berufen rekrutieren. Alle diese Adepten dernatürlichen Magie" aber bewahren ihre Berufsgeheimnisse tief in ihrem Busen ver­schlossen, auch wenn es sich nur um einen Rebenberuf handelt.

3mmerhin darf man ein wenig aus der Schule plaudern, wenn es sich um gewisser­maßen historisch gewordene Geheimnisse handelt. Ein Kunststück, das zu Pinettis Repertoire ge­hörte, war z. D. das Zauberschreibzeug, be­stehend aus Tintenfaß, Streusandbüchse und mehreren fleinen Abteilungen für Federn, Obla­ten, Siegellack usw. Pinetti bat irgendeine Person aus dem Zuschauerkreise, damit die Worte zu schreiben, daß er. Pinetti, ihr die Summe von hundert Dukaten schulde. Der Herr oder die Dame tauchte die Feder in die Oeffnung des augenscheinlich mit schwarzer Tinte gefüllten Tintenfasses, aber sie wollte keine Tinte an- nehmen.Werfen Sie die 'Feder weg", sagte darauf der Zauberer,sie taugt nicht " Es geschah. Ein halbes Dutzend Federn wurde aus diese Art vergeblich versucht: sie wollten die angegebenen Worte nicht schreiben. Darauf bat Pinetti, eine neue Feder zu nehmen und zu schreiben, daß die betreffende Person i h m hun­dert Dukaten schulde. Lind siche da: sogleich schrieb die Feder, und zwar mit roter Tinte. Bei wiederholtem Eintauchen gab die Feder nun nacheinander schwarze, gelbe, blaue und grüne Schrift. Lind das alles, ohne daß Pinetti offen­sichtlich sich mit dem Tintenfaß zu schaffen machte. Die Erklärung ist die, daß die Oeffnung des Tintenfasses exzentrisch angeordnet war und nicht,

wie es den Anschein hatte, bis auf den Boden des Gefäßes reichte. Der Boden war drehbar und enthielt sechs mit verschiedenfarbigem Zn- Halt gefüllte Tintengläschcn, die jeweils durch Drehung unter die Oeffnung gebracht wurden. Dies besorgte ein unter der Bühne versteckter Gehilfe, der natürlich den Zuschauern verborgen blieb. Der Tisch, auf dem das Tintengerät stand, war entsprechend eingerichtet.

Ein ähnliches Kunststück mit einemmagi­schen Tintenfaß" führte der einst berühmte Samuel Bcllachini später Kaiser Wilhelm I. in Bad Gastein vor. Auch hier wollte die Feder zuerst durchaus nicht schreiben. Der Künstler händigte dem Kaiser eine neue Feder ein, und der Kaiser fragte, was er schreiben solle. Da meinte Bellachini: Wollen Euer Majestät ge­ruhen zu schreiben:3ch ernenne Bellachini zum Hofzauberkünstler". Der Kaiser lachte und schrieb diese Worte, gegen die diesmal die wider­spenstige Feder nichts einzuwenden hatte. Seit­dem führte Bellachini diesen Titel.

Mit den Spielkarten lassen sich eine sehr große Zahl der verschiedensten verblüffenden Kunststücke aussühren, und es werden ständig neue Variationen erfunden. Auch hierin leiste­ten die alten Taschenspieler schon Beträchtliches. Von 3akob Philadelphia, dessen Ramc uns noch durch SchillersPhantasie an Laura" (1782) vertraut ist, kennen wir z. D. die folgende Vor­führung. die uns Biester in derBerlinischen Monatsschrift" 1783 in einem interessanten Auf­satzVon Taschenspielern und Taschenspieler­philosophie" erläuternd mitteili, in welchem übri­gens erstmals auf das hingewiesen wird, was wir heute Psychologie der Aussage nennen. Rach- dem Philadelphia bereits mit einem gewöhn­lichen Spiel Karten mehrere Kunststücke vor­geführt hat. läßt er eine Karte ziehen, etwa den Treffbuben. Er steckt die gezogene Karte, ohne sic anzusehcn. wieder in das Spiel, mischt dieses durch und wirft dann das ganze Spiel auf den Boden, mit den Rückseiten nach oben. Sodann läßt er sich die Augen verbinden, nimmt einen Degen zur Hand, wühlt damit in den Karten und spießt schließlich eine Karte auf, die sich als der gezogene Treffbube erweist. Wie hat Philadelphia das fertiggebracht? Die Lösung ist sehr einfach: Das ganze Spiel bestand nämlich aus Treffbuben. Aber dieses Bubenspiel schiebt er erst unter, nachdem er sein Publikum mit regelrechten Spielen vorher fichergemacht hat. Rachher vertauscht er dann geschickt das Treff­bubenspiel wieder mit einem richtigen, in welchem der Treffbube fehlt.

Entschlossenheit heiligen vpfermu- t e s! Gedenket ihrer nicht inHoffnungs. losigkeit, als ob das Opfer vergeblich gewesen sei, sondern im felsenfesten (äottoer- trauen und im unerschütterlichen Glauben an die deutsche Zukunft. Es muß doch Frühling werden Der Bolkstrauertag kennt keine konfessionelle Tren­nung. Er ist das Vorbild des deutschen Volkes, das sich sammelt um die Ruheplätze feiner loten' Gesetzliche Anerkennung hat der deutsche Vollst trauertog noch immer nicht, obwohl er schon oft be­gehrt und verlangt worden ist. Aber die Einrichtung wird kommen und muß kommen. Werden es un­tere letzten Kriegstoten gewesen sein? Weir chen wir diesen ernsten Frage nicht aus. Nicht als Propheten können wir heute antworten mit ja oder nein. Wir wollen ein ehrliches Bekenntnis oblegen. Es geht heute nicht bloß um die sogenannte Human,, sierung des Krieges, nicht bloß um die Beftrebunq zur Verhinderung des Krieges: es geht heute.uni die Frage der Beseitigung, der Abschaffung d« Krieges. Es steht eine Umstellung in dieser B Ziehung in der ganzen Welt bevor. Deutschlai» hat als erstes Land bereits am 27. August 192k den Kriegsächtungspakt unterschrieben. Alles muh danach streben, daß kein Krieg mehr auf Erden entstehen kann. Wer wollte solchen Zielen unfc Idealen nicht grundsätzlich zustimmen? Aber die Frage, ob es die ketzte n Kriegsopfer gewesen sind, können wir nicht mit einem unumstößlichenJo" beantworten: denn oft sind Kriege entstanden, die wie ein Sturmwind dahergebraust kamen und uon von denen man nichts wußte, von wannen sic kamen und wohin sie gehen.

Dann erklang, während die Dersannnlung sich von ihren Plätzen erhob und di« Fahnen sich senkten, das Lied: .,3ch halt' einen Kameraden." Der gemeinsame Gesang des Deutschlandliede« bildete den Abschluß der Feier. Reichsprä­sident v. Hindenburg schritt nach dem Verlassen des Hauses die vor dem Reichstags- gebäube aufgestellte Ehrenkompagnie ab. Während der Trauerfeier kreisten mehrere mit Trauerwinwel versehene Flugzeuge der ' Deut­schen Lufthansa über dem Reichtag und bea Stadtinnern.

3m ehemaligen Herrenhaus veranstaltete Mt Reichsvereinigung ehemal. Kriegs- gefangener eine Gedenkfeier zu Ehren der 600 000 in Gefangenschaft verstorbener Krieger. Auch hier waren Vertreter der Staats- und ßänberregierunaen und des Magistrats anwesend, vor allem auch viele Wohltäter der Kriegs­gefangenen. Rach musikalischen Vorträgen ver­las der Ehrenbundesvorsihendc der Rcichsver- einigung ehemaliger Kriegsgefangener, Frei­herr v. Lersner, Potsdam, den Schluß der Botschaft des Reichspräsidenten zürn Poungplan und ermahnte die Anwesenden, mit den Ge­fallenen die sitlliche 3dee zu übernehmen, in Wahrheit und Gerechtigkeit für Deutschland zu leben und zu streiten. Mit dem Vortrage schlichter Verse Alfred Heins schloß die eindrucksvolle Feier.

Weihe eines Gefallenenmals in Genf.

frnr die in der Schweiz verstorbenen deutschen Krieger.

Genf, 16. März. (WTB.) Die Weihe bei deutschen Gef allen en »Denkmals auf dem St.»

Georg-Friedhof hatte am Dvlkstrauer- tag die Deutsche Kolonie zu einer schlichten Feier zusammen geführt. Au« der ganzen Schweiz Halden sich Vertreter der Deutschen­vereine eingefunden, die die Ruhestätte der in Genf verstorbenen deutschen Krieger mit Kranz­spenden in den Reichsfarben schminkten. Reichs- Wirtschaftsmini st er Robert Schmidt, der in Begleitung der deutschen Delegation bei der Zvllkonferenz an der Feier teilnahm, legte im Ramen der Reichsregierung eben­falls einen Kranz nieder Die Weiherede hielt der Vorsitzende der Deutschen Kolonie Genf. Pn- fessor Dr. R i h m a n n. Er würdigte die befer-

Wie man sieht, löst sich dieser verblüffende Trick auf die einfachste Art und Weise. Lind dai trifft auch heute noch für viele Kunststücke zu-, die dem Laien unerklärlich Vorkommen. Aber die guten Karten fünfte erfordern eine hervorragend« manuelle Geschicklichkeit.

Khedive, Konsul,Barbier und sechs Kühe

Schon seit längerer Zeit zieht sich vor einem Pariser Zivilgericht ein recht merkwürdiger Pro­zeß hin, in dem der frühere Khedive von Aegyp­ten, Abbas Hilnn, der Pariser Konsul für Gua­temala, Caracibera, ferner ein Barbier und sechs Kühe eine Rolle spielen. Bei den letzteren han­delt es sich nicht um lebende Exemplare dcS nützlichen, rnllchspendenden Rindviehs, sondern uni ein Gemälde, das in dem Laden besagten Aar- biers ausgehängt war. 3n diesem Geschäft ließ sich der frühere Beherrscher des Riltales täglich rasieren, wobei die sechs gemalten Kühe sein 3nteresse erweckten, und Mar so sehr, daß er eines Tages den Figaro fragte, ob er das Bild verkaufen wolle. Dieser willigte ein, und Abbas Hilmi legte bare 5000 Franks auf den Tisch.

Kurze Zeit daraus verlangte der Friseur vom. Khedivcn eineRestzahlung" von 175 000 Franks, die, wie behauptet wurde, das Gemälde, das von einem berühmten Meister stammen sollte, wert sei. Als Hilmi die Bezahlung verweigerte, wurde er verklagt, und zwar nicht allein von dem Barbier, sondern auch von dem Konsul von Guatemala, Caracibera, der. wie sich nun her­ausstellte. der eigentliche 'Besitzer der sechs ge­malten Kühe war, die er dem Friseur in Kom­mission gegeben hatte.

Der Khedive ließ vor Gericht erklären, dah man seiner Meinung nach wertvolle Gemälde nicht in einem Friseurladen auszuhängen pflege. Dame aber erzählte Abdis Hilmi folgende Ge­schichte:

Die sechs Kühe hatten fein 3ntcrefjc erregt Richt aber, weil sie ihm gefielen, sondern wes er sich über das Machwerk ärgerte, so sehr ärgerte, daß schließlich die Abneigung gegen das Bild in regelrechten Haß umschlug. Do aber Hilmi sich von feinem ..öeibfrifeur" nicht trennen wollte, habe er durch den Kaufvorschlag versucht, sich von dem ihm widerlichen Anblick der sechs Kühe zu befreien. Also bezahlte er 5000 Franks. Don 180 000 Franks sei überhaupt keine Rede gewesen. Die sechs gemalten Kühe aber hatte Abbas Hilmi in heiligem Zorn 4" Hause in tausend Stücke gerissen und verbrannt-

Run wartet alles auf den Spruch des Kadis-

Oie

Ä;

sollte

Arichzp, , 22. u

S«l im .

JjWbun l'S de

Vd. Partei

^doussch

*,Q front]

C A Sfir °us jCj.nil cm Quirl ine?> tote iV-Oit UniblM !7>.»

Derben; ante jinblungs KiifchenM Achen, sein 8=1" 1*1*, aiberen Land

Paris 16 llhhrthflridltl L M£> I der Gerat susweg o Lrbc fch?/ seiner A!

i nler " rin/Wftni(

Farmsta DanzauMuh d Acstla-ile tr wesentlich«

$af).43 (2 «ellnestist

u nnbetungen1 pädagogische < neS Lehrer den sollen. Zentrum ur Mnrungsvor jk t findet iit erste Leh rugeithenen

M 44 (7 20600 Ulf.' ne)miflt. Es dre Tuberh -ouglingshei 23600 ) c n für bi f n 15000 C Äeu!.

N>.45 (I Maßnahmen k ankheit kl le Genesm bekämpf! Q'-b nichts Tvrcin zur 1

Niedere Wort. Die ( die Hegir mittel zu, legenhrit |a ctratung fr 'Su ^'gen Sie zunächst befch gehobene IMg (auf 4 toanbt habe.

Saf. 4 0 f m c i n n ü wm und W. den ' isyo x L "1e bekam Uv rechtfe ^bgelehn wt 288 Q5O- >°vn 116000 ^rden die l gebrach für rWn, bl

EM fers«

? s c ölCxt|

51*

r, (S deut ! hierein $

Lisen >em-; r3mt von.

-L..-n^retne

»lilltUi i Mtcnl