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der ..Montag" meldet, wird der Reichspräsident in den kommenden Tagen auch mit den Führern der übrigen Reichstagsparteien Unterredungen über die Haager Vereinbarungen und über das Liqnldationsabkommen haben. Man nimmt ig par­lamentarischen Kreisen an, daß sich der Reichsprä­sident bei der außerordentlichen Entscheidung über die Haager Gesetze und das Abkommen mit Polen ein vollkommen selbständiges Urteil über die Aufsassung der Parteien bilden will.

Warschau klärt auf.

Berschen lokaler Instanzen.

Berlin, 15. Febr. (WTB.) In der schon gestern von UNS besprochenen Meldung der Bromberger Deutschen Rundschau" vom 14. b. Ti. wa­ren verschiedene Maßnahmen lokaler pol­nischer Stellen erwähnt worden, die mit der deutsch-polnischen Uebereinkunft vom 31. Oktober 1929 in Widerspruch stehen. Im einzelnen ist fol­gendes angeführt:

1. Das Gut des Landwirts Schreiber in Plotzig sei durch das Liquidationsamt enteignet mor= den.

2. Der Witwe des Ansiedlers Schmidt in Rin Rojewo sei vom Posener Bezirkslandamt mitgeteilt worden, die Behörde mache von dem Wieder­kauf s r e ch t Gebrauch.

3. Der Stadtpräsident in Bromberg habe im Falle der Frau Clara Dittmann, deren polnische Staatsangehörigkeit schon längst festgestellt sei, unter dem 25. Januar d. I. entschieden, daß sie die polnische Staatsangehörigkeit nicht besessen habe. _ ,

4. Aehnlich sei der Fall des Werkmeisters i ch t gelagert, der im September 1929 in seiner «taats- angehörigkeitsfrage ein obsiegendes Urteil vom Ober- Verwaltungsgericht in Warsci)au erwirkt habe, desien polnische Staatsangehörigkeit vom Bromberger Stadtpräsidenten aber erneut bc° st r i t t e n worden sei.

hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite, daß die polnische Regierung zu den einzelnen Fällen folgende Aufklärung gegeben hat:

Zu 1: Die polnische Zentralbehörde hat beim Li- quidationsamt wegen des Falles Schreiber ange­fragt. Das Liquidationsamt hat erklärt, es sei un­möglich, daß «ine solche Maßnahme von ihm ge­troffen worden sei. Seit dem Abschluß der deutsch- polnischen Uebereinkunft habe sich das Liquidations­amt jeder derartigen Maßnahme ent­halten.

Zu 2: Die Feststellungen der polnischen Regierung über diesen Punkt sind noch nichtabgeschlos- f e n.

Zu 3: Durch die Entscheidung der sogenannten Technischen Kommission 3ur Prüfung der Staats­angehörigkeitsfragen ist die polnische Staatsangehö­rigkeit der Frau Dittmann Ende 1929 einwand­frei feftgestellt. Dem Stadtpräsidenten in Bromberg ist dieser Sachverhalt durch ein Ver­sehen, das die polnische Regierung bedauert, nicht mitgeteilt worden. Seine irrtümliche Entscheidung ist inzwischen wieder zurückge­nommen worden.

Zu 4: Auch im Falle Ficht ist die polnische Staats­angehörigkeit unter dem 12. Februar d. I. polnischer­seits anerkannt worden.

Pommerellen zehn Jahre polnisch.

Warschau, 16. Febr. (TU.) In Thorn ist der polnische Staatspräsident Moscicki am Samstaanachmittag in Begleitung zweier Minister eingetroffen und «ach kurzem Aufenthalt nach L a s k o w i tz weitergefahren, um das neue große Elektrizitätswerk einzuweihen. Als der Zug dann abends in den Bahnhof von Thorn einfuhr, wurden Salutschüsse abgefeuert. Moscicki schritt die Ehrenkompanie und die Fahnen­kompanie ab. Vor dem Triumphbogen wurde der Staatspräsident von den Vertretern der Stadt Thorn begrüßt. Bürgermeister Bold hielt eine Ansprache, in der er erklärte, daß die polnische Be­völkerung Pommerellens jeoen Versuch, das Ge­biet von Polen zu trennen, blutig zurück- weisen werde. Rach den Empfangsfeierlichkeiten fuhr der Staatspräsident, von einer Ulanenschwa­dron begleitet, zum Wojewodschaftsgebäude. In den Straßen bildete das Militär, die Jugendwehren und verschiedene Organisationen mit ihren Fahnen Spalier. Am Abeno fand vor der illuminierten Wohnung des Staatspräsidenten ein Zapfen- streich statt. Auch in Gdingen hat am Samstag­abend ein großer Aufmarsch der Wehr- verbände stattgefunden. DasABC." schreibt, daß die Deutschen gar nicht daran dächten, gleich­zeitig mit dem Abschluß der deutsch-polnischen Ver­träge auf ihre Revancheidee und die Grenzrevision zu verzichten. Die einzige Antwort Polens auf die Reden im Deutschen Reichstage könne nur sein, d i e polnische We st grenze stärker zu b e - f e st i g e n und ihren Schutz auszubauen.

Oeraltslawische" Hafen.

Tschechisches Interesse an Gdingen.

Berlin, 15. Febr. (Priv.-Tel.) Sn der pol­nischen Öffentlichkeit hat man seit der Be­gründung des polnischen Hafens Gdingen immer wieder behauptet, daß Gdingen zu­sammen mit Danzig nicht einmal im« stande wäre, die polnische Ausfuhr und Einfuhr ganz zu bewältigen. Mit diesem Ar­gument wurde das polnische Inter­esse an anderen Ostseehäfen zu einer Lebensnotwendigkeit für Polen umstilisiert. Aun verlautet aber aus zuverlässiger Quelle, daß die polnische Regierung Verhandlungen mit der Tschechoslowakei eingeleitet hat, um tschechische Ausfuhr über Gdingen zu leiten, da sich tatsächlich herausstelltr, daß die Anlagen von Gdingen schon heute keines­wegs voll ausgenutzt sind. Die erste Füh­lungnahme in dieser Frage soll auch bereits positive Ergebnisse gebracht haben. Die Polen sind bei diesen Verhandlungen in keiner ungün­stigen Lage, da die polnischen Bahn­tarife worunter z. B. auch Stettin sehr leidet außerordentlich niedrig sind. Für Deutschland haben die polnischen Versuche, den Heberseehandel der Tschechoslowakei über Gdingen zu ziehen, besonderes Interesse, da in der Hauptsache dieser Handel bisher der Elblinie folgend über Hamburg, wo die Tschechen eigene Anlagen haben, seinen Weg nahm. Zudem beweisen die Besprechungen zwi­schen Prag und Warschau, wie unzutreffend daS <Ute polnische Argument war, daß Gdingen und Danzig zusammen nicht einmal in der Lage

Frankreichs Klottendenkschrift.

London, 17. Febr. (WTB. Funkspruck.) Der Daily Telegraph" schreibt: Die amerikanische und die britische Delegation sind infolge der französischen Forderung in einer ernsten Stimmung. Es wird jetzt bekannt, daß bei der Zusammenkunft der Führer der drei Delegationen am Freitag die britischen Minister und ihre Washingtoner Kollegen vergebens eine Zusicherung Tardieus zu erlangen suchten, daß die hohen Zahlen der französischen Denkschrift in kaufmännischem Sinne gemeint wä­ren. Staatssekretär Stimson soll aus seiner Unge­duld kein Hehl gemacht und das Konferenzzimmer verlassen haben, bevor die Besprechung zu Ende war. Das Blatt hält es für ausgeschlossen, daß Mac- donald die von Stimson vorgeschlagenen Zahlen an­nehmen könne, wenn die französischen Forderungen aufrechterhalten bleiben, und schreibt weiter:Wenn der französische Bauplan nicht wesentlich abgeän­dert wird, dann muß unser eigenes Bau- Programm nach oben hin revidiert wer­den. Macdonald steht im Verdacht, daß er um je­den Preis eine Vereinbarung erreichen will, die eine weitgehende Verminderung unserer be­reits gefährlich geschwächten Seemacht bewirken würde. Bei der Vorsorge für die Sicherheit des bri­tischen Reiches ist es aber unzweifelhaft die Pflicht der Regierung, sich nicht von ihren Wünschen, son­dern durch die Tat sacken leiten zu lassen. Sie wird zu dieser ihrer Pflicht angehalten werden durch die öffentliche Meinung der Ration, mit der sie sich nicht in Widerspruch setzen kann, ohne Selbst­mord zu begehen."

Die liberaleDaily News" sagt:Frankreich hat seine Absicht angekündigt, mehr Schlachtschiffe $u bauen, nm ein Gegengewicht gegen die

Ersatz Preußen" zu haben. Das deutsche Westentaschen-Panzerschiff hat die französischen Staatsmänner nahezu toll vor Ang st ge­macht. Das bedeutet nicht mehr, als daß die anderen Seemächte, Amerika eingeschlossen, de m B e i s p i e! folgen werden und zwar ,im geheiligten Namen der Parität'. Es würde eine furchtbare Katastrophe sein, wenn die Konferenz, die dazu einberufen wurde, die Seerüftungen einzuschränken, tatiäch- l i ch zum Bau größerer Flotten führen würde. Hat niemand genügend Mut oder genü­genden staatsmännischen Sinn, um den Ausweg zu zeigen, nämlich Deutschland mitzu Ratezu ziehen und die sofortige Abschaffung aller gro­ßen Kriegsschiffe und die Begrenzung der Tonnage der größten Schiffe aus etwa 10 000 Tonnen vorzu­schlagen?"

Tardieu ernstlich erkrankt.

Paris, 16. Febr. (WTB.) Ministerpräsident Tardieu, der heute nachmittag dem Präsi­denten der Republik einen Besuch abstattete, mußte sich gegen Qtbenb niederlegen, da sich die Grippe, die er sich bei seiner Rückreise aus London zugezogen hatte, verschlimmert hatte. Der hinzugezogene Arzt hat außer Grippe­erscheinungen auch Kehlkopfentzündung festgestellt. Die Temperatur des Kranken betrug heute abend 38,3 Grad. Der für morgen an- beraumte Ministerrat ist wegen der Erkran­kung Tardieus auf Donnerstag verschoben worden. Auch hat Tardieu die für Mittwoch geplante Reise nach London bis auf wei­teres verschieben müssen.

Irankreich verschleppt die Saawerhandlvngen. pariser preffephantasien. Houngplan und Saarbefreiung.

Paris, 15. Febr. (C. R. D.) Mit ben deutsch- französischen Saarverhandlungen beschäftigt sich Journal" in- einer Meldung, die aus Berlin datiert ist. Das Blatt berichtet folgendes: Frank­reich fordere bekanntlich eine Beteiligung von 2,5 Millionen Tonnen von der Pro­duktion und am Verkauf der Kohlen. Deutschland bietet eine Beteiligung von 500 000 Tonnen an. Die ins Auge gefaßte Möglichkeit einer Lösung würde sich dann auf der rechtlichen und politischen Rückgabe der Gruben an Bayern und Preußen aufbauen. Diese beiden Lander würden jedoch eine Privat­gesellschaft gründen, die ihre Tätigkeit un­ter Kontrolle amtlicher Stellen aus- ftben würde. Die an den ©ruben interessierten französischen Industriellen und Ka­pitalisten würden sich in dieser Gesellschaft durch Bevollmächtigte vertreten lassen, I t a - lien würde ebenfalls ein oder zwei Delegierte in die Gesellschaft entsenden. Frankreich werde an der Produktion und am Veickauf der Kohlen beteiligt sein, sein Anteil würde sich auf etwa zwei Millionen Tonnen im Jahre belaufen. Außerdem müsse Frankreich an dem Ertrag des Verkaufes der Nebenprodukte der Steinkohlengruben, der sich gegenwärtig auf etwa 13 Millionen Tonnen jährlich stelle, be­teiligt werden.

Diese Rachricht hat in hiesigen offiziellen Krei­sen Erstaunen hervorgerufen. DasJour­nal" ist deshalb genötigt, sich heute in vorsich- tiger Weise selbst zu dementieren Cs schreibt, daß zwar seit Januar bei den Saar­verhandlungen ziemlich magere Fortschritte erzielt worden seien, daß man aber darauf Hin­weisen müsse, daß keine der beiden Parteien den Bruch wünsche. Gin Beweis hierfür sei die nahezu tägliche Fühlungnahme der Delegationen. Weder Frankreich noch Deutschland hätten ein Interesse daran, die Verhandlungen zu beschleu­nigen, bevor der Voungplan von Deutschland endgültig angenommen sei. Wenn dieses diplomatische Gebäude erst ein­mal errichtet sein werde, dann werde man freier vorwärts schreiten können.

Wenn diese Beschwichtigungsnotiz auf amtliche Kreise zurückzuführen ist. und wenn man sie in ein klares, verständliches Deutsch übersetzen will, dann besagt sie kurzweg, daß das Vorposten- gesecht für die Saarverhandlungen noch min­destens bis zum Monat April andau­ern soll und daß für dieses Tempo die fran­zösische Saardelegation verant- lich ist, denn die deutsche Delegation ist mit der Absicht nach Paris gekommen, in einemZug und so rasch wie möglich das Saarpro- blem zu lösen.

wären, den polnischen Erfordernissen an See­häfen zu genügen.

Oie Besestiaung der französisch­belgischen Grenze.

WTB. Paris, 16. Febr. Kriegsminister Ma- ginot hat sich in Douai über die Befestigungs­anlagen an der belgisch-französischen Grenze aus­gesprochen, die er soeben besichtigt hat. Gr be­merkte, man könne hier schwerlich starke Siche­rungsorganisationen schaffen, denn es handele sich ja um die Grenze mit einem be­freundeten Lande. Auch sie die Errichtung von Befestigungswerken wegen der starken Bevölkerungszahl in dieser Gegend schwer durchführbar. Was die Anlage von Heber* schwemmungsvorrichtungen betreffe, so liege das Rachteilige dieses Mittels darin, daß das überschwemmte Gebiet für 25 Jahre keine Ernte mehr hervorbringen könne. Allerdings bestehe die Möglichkeit, diese Folge zu vermeiden, wenn man nur ein Drit­tel Meerwasser mit zwei Dritteln Süßwasser vermische. Binnen drei Monaten würden die Studien über diese Fragen abge­schlossen sein. Ende des Jahres werde bei einem Manöver ein Versuch durch Oeffnung von Schleusen angestellt werden.

Oie Räumung der Pfalz.

Paris, 16. Febr. (WTB.) DasEcho de Paris" läßt sich aus Straßburg über den Verlauf der Räu­mung der Pfalz melden, daß zwischen dem 10 und 20. März die in Landau liegenden beiden In­fanterie- und Artillerieregimenter in ihre neuen Garnisonsstädte Verdun und Nancy zurückkehren werden. Dagegen werde das 8. Dra­gonerregiment in Landau bis zum letzten Zeitpunkt der Besetzung verbleiben. Die Städte Speyer, Kaiserslautern, Germersheim und Zweibrücken würden Ende März vollkommen geräumt sein. Im Laufe des April würden die Kriegsgerichte in der Pfalz zu bestehen auf- hören.

Oer Zottwaffenstillstand.

Eine neue Konferenz in Genf.

Genf, 17. Febr. (WTB.) Die deutsche Dele­gation zu der ZollwaffenstlllstandskonferenH ist Sonntag mittag hier eingetroffen. An ihrer Spitze stehen Reichswirtschaftsminister R o b. Schmidt, Reichsernährungsminister Dietrich und der frü­here Finanzminister H i I f e r ö i n g. Staats­sekretär Trendelenburg, an dessen Stelle zunächst Geheimrat Posse nach Genf gekommen ist, wird in einigen Tagen hier erwartet. Die Konferenz wird Montag tm Glassaal des Völker» bundshaufes eröffnet Die allgemeine grundsätz­liche Aussprache über den Zvllwaffenstrllstands- gebanfen beginnt erst in der zweiten Sitzung am Montagnachmittag.

Das Scho, das der Zollwaffenstillstandsgedanke, wie er von der letzten Völkerbundsversammlung formuliert worden war, nachträglich in den ver­schiedenen Ländern gesunden hat, läßt bereits 1 deutlich erkennen, daß die etwas weit ge­

steckten Ziele der neuen Konferenz im ge­genwärtigen Zeitpunkt noch nicht zu errei­chen sind, auch wenn sie nur für den europäischen Wirtschaftsraumi verwirklicht werden sollten. Auch für die Zollwaffenstillstandsaklion werden meh­rere Etappen nölig fein. Trotzdem darf man der neuen Wirtschaftskonferenz großen Wert bei­messen. So wird sie zunächst eine wertvolle Klarstellung darüber bringen, wo von den ein­zelnen Regierungen die Haupthindernisse gesehen werden. Sn ihrer zweiten Phase wird sie dann die Möglichkeiten einer Abstellung dieser Hinder­nisse zu prüfen und die Voraussetzungen für einen Zollwaffenstillstand festzusetzen versuchen. Wie­weit dabei freilich die Gegensätze, die ja nicht nur zwischen Snbuftrie- und Agrarstaaten be­stehen, in fruchtbringender Weise übeptvunden werden und damit die Brücken zu praktisch reali­sierbaren Ergebnissen für eine nahe Zukunft ge­schlagen werden, kann man bei Beginn der Kon­ferenz noch nicht übersehen. Deutschland, als star­kes Exportland, wird ebenfalls an diesen Bera­tungen, die wenigstens in absehbarer Zeit ein Ab- stoppen des zolltarifarischen Wettrennens bringen sollen, positiv mitwirken.

Ein Teil-Branntweinverbot in Deutschland?

Berlin, 15. Febr. (VDZ.) Der Volkswirt­schaftliche Ausschuß des Reichstags traf am Samstag die Entscheidung über den § 15 des Gaststättengesetzes, der vorsteht, daß die ober­sten Landesbehörden den Ausschank von Branntwein sowie den Kleinhandel mit Branntwein für bestimmte Morgen- stunden und ferner an Lohn - und Ge- Haltszahlungstagen, jedoch höchstens zwei Tage in der Woche, ganz oder teilweise verbie­ten oder beschränken können. Nach längerer Aussprache wurde diese Bestimmung mit 14 gegen 13 Stimmen angenommen. Die Mehrheit setzt sich aus Sozialdemokraten, Kommunisten und den Abg. Dr. Strathmann (Dntl.) und Dr. Mumm (Chr.-Nat. Arb.-Gem.) zusammen. Praktisch würde die Durchführung dieses Beschlusses bedeuten, daß der Branntweinausschank und Verkauf an den Freitagen und Samstagen jeder Woche verboten werden könnte. Auf sozial­demokratischen Antrag wurde noch eine Ergänzung dahin beschlossen, daß das Verbot auch auf die Wahltage für den Reichstag, die Landtage und Gemeindevertretungen ausgedehnt werden kann.

Ein Schulkonflitt in Thüringen.

Weimar, 15. Febr. (WTB.) Oberftubienbiret- tor Dr. Sief ert wurde heute vom thüringischen Volksbildungsministerium vorläufig feines Amtes enthoben, weil er Maßnahmen des Ministeriums nicht zur Durchführung gebracht habe. Es handelt sich dabei um die von dem nationalsozialistischen thüringischen Dolksbil- dungsministers Dr. F r i d ungeordnete Auf­hebung des Verbotes nationalsozia­listischer Schülervereinigungen, tm vorliegenden Falle um das Verbot der »Adler und Falken" am Wilhelm-Smst-Gymnasium

in Weimar, das von liefert erlassen worden» war. Liefert hatte dieses Verbot trotz der Ver­ordnung nicht aufgehoben.

Schulabbau in Berlin: 387 Lehrer, 455 Klassen weniger.

Berlin, 16.Febr. (CNB.) Nach den Beschlüs­sen der Schuldeputation des Magistrats werden zu Ersparniszwecken 387 Lehrer entlaffsen und 4 5 5 Schulklassen aufgehoben. Die Kinder dieser Klassen werden auf die übrigen Klas­se n verteilt werden, wodurch die U e b e r f ü I lung einer ganzen Anzahl von Schulen noch zu­nimmt. Durch die Kündigungen werden hauptsäch­lich junge Lehrer und Lehrerinnen betroffen.

Schwere kommunistische Aus- schreitungen in Berlin.

Berlin, 16. Febr. (WTB.) Samstagabend bald nach 7 Hhr zogen kleinere Trupps, die aus Angehörigen der Antifaszistischen Jun­gen Garde bestanden, vorn Halleschen Tor her nach der Lindenstrahe. Hier demostriorten sie vor dem Gebäude desVorwärt s", Lin­denstrahe 3, und zertrümmerten die Schaufenster. Dann verstreuten sie sich und zogen einzeln auf beiden Seiten der Straße die Bürgerstraße ent­lang nach der Leipziger und Friedrichstraße. Hier hielten sie mehrere Kraftdroschken an, deren Scheiben sie zerschlugen. Abermals zer- ftreuten sie sich, gingen die Friedrichstraße, wo sie tm Gewühl der Passanten verschwanden, bis zur Behrenstraße hinunter und überfielen hier an der Ecke Friedrich- und Dehrenstrahe den Polizeioberwachtmeister Runge. Sie schlugen auf thn ein, bis er mit schweren Kopfverletzun­gen am Boden lag, beraubten ihn seiner Waffen und sonstiger Ausrüstungsgegenstände. Während man Runge zum Polizeikrankenhaus schaffte, erschien die inzwischen alar­mierte Polizei und das Hebers al l- kommando. Die Demonstranten waren wäh­rend dieser Zeit die Behrenstrahe hinunterge- laufen und hatten mehrere Fensterscheiben des Theaters in der Dehrenstrahe zertrümmert. Als das Heberfallkommando erschien, liefen die Bur­schen nach allen Seiten auseinander. Trotzdem gelang es der Polizei, 14 Personen festzunehmen.

Aus aller Welt.

Schweres Etrahenbahnunglück.

Gin schwerer Straßenbahnzusammenstvß ereig­nete sich Sonntagabend auf der Strecke Hohen- limburg Hagen. Kurz vor einer Ausweiche fuhr der von Hohenlimburg kommende Wagen auf den Hagener Wagen auf. Der Anprall war so heftig, daß beide Motorwagen schwer be­schädigt wurden. G'.n Strahenbahnkon- trolleur wurde so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Kranken­haus starb. Außerdem wurden drei Per­sonen schwer verletzt. Es wird angenom­men, daß durch das starke Schneetrei­ben der Fahrer des Hohenlimburger Wagens übersetzen hatte, daß der Hagener Wagen noch nicht in die Weiche eingefahren war.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Reste milder ozeanischer Luft über Deutsch­land sind vollständig toeggeraumt und Kaltluft breitet sich unter Barometeranstieg aus. Dabei hat das britische Hoch ostwärtis an Raum ge­wonnen. Mit dem Kaltlüfteinbruch fetzt erneu­tes Sinken der Temperaturen ein, so daß zunächst wieder Frost auftritt. Des weiteren find vor­läufig unter etwas wechselhafter Witterung ver­einzelt Schnceschauer zu erwarten.

Wettervoraussage für Dienstag. Teils wolkig, teils aufheiternd, Frost, einzelne Schneeschauer.

Lufttemperaturen am 16. Februar: mittags 1,9 Grad Celsius, abends0,3 Grad; am 17. Februar: morgens0,9 Grad. Maximum 2,9 Grad, Mini­mum1,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Februar: abends 1 Grad; am 17. Fe­bruar: morgens 0,2 Grad Celsius. Niederschlag: 1,2 mm. Sonnenscheindauer 5 Stunden.

Amtliche Dintersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, minus 5 Grad, 26 bis 27 Zentimeter Pulver­schnee, Eportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Herchenhainer Höhe: Klar, minus 3 Grad, 20 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Eportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.

Taunus. Kleiner Feldberg: Leichter Schneefall, minus 5 Grad, 24 Zentimeter Pulver­schnee, Sportmoglichkeit für Ski und Rodel gut.

Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, minus 9 Grad, 105 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.

Alpen. Garmisch - Partenkirchen: Leichter Schneefall, minus 12 Grad, Eportmög­lichkeit für Ski und Rodel sehr gut.