Ausgabe 
17.1.1930
 
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Aus der provinzialhaupisiadi.

Gießen, den 17. Januar 1930.

Oie Zusatzversorgung für staatliche Arbeiter und Angestellte in Hessen.

Nachdem bereits im Oktober 1928 im Reich eine Zusatzversorgungsanstalt errichtet wurde, um die zu­sätzliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung der in den Hoheitsverwaltungen des Reichs besänftigten Arbeiter zu regeln, und nachdem zum gleichen Zwecke das Reich eine Höherversicherung seiner An­gestellten durchgeführt hat, soll nunmehr auch in Hessen eine Vereinbarung über eine Neurege­lung der Zusatzversorgung für float- ljche Arbeiter und Angestellte getroffen werden. Da Hessen bereits seit 1901 eine Dersor- gungsanstalt für staatliche Arbeiter besitzt, wird es nicht, wie verschiedene andere Länder, der Zusatz­versorgungsanstalt des Reichs beitreten, sondern seine bisherige Versorgungsanstalt in engster Anleh­nung an die Bestimmungen der Zusatzversorgungs­anstalt des Reichs und der Länder und unter gleich­zeitiger Ausdehnung auf die Angestellten ausbauen. Während im Reich nur die Arbeiter der Hoheits- vcrwaltungen in die Zusatzversorgungsanftalt aus­genommen find, nehmen in Hessen, wie bisher, auch die Arbeiter der Betriebe, vor allem auch der Forst- uerroaltung, an dieser Vergünstigung teil. Die neue Verordnung soll rückwirkende Kraft vom 1. Avril 1929 an haben. Die Höhe aller nach dieser Zeit fällig gewordenen Renten soll demnach aufgrund der neuen Verordnung festgese^t werden. Die Reichs- zusatzversorgungskasse beruht auf Beiträgen, die zu Zweidrittel vom Reich bzw. den Ländern und zu Eindrittel von den Arbeitnehmern zu tragen sind. Nach den hessischen Bestimmungen sollen keine Bei­träge erhoben werden. Entsprechend dem fehlenden Beitragsdrittcl der Arbeiter sind die hessischen Ren­ten um Eindrittel niederer als die Reichsrenten. Der Beitritt zur Reichszusatzoersorgungskasse hätte durch die hohen Beiträge die Staatskasse stark be­lastet, den Arbeitern und Angestellten aber augen­blicklich keine Vorteile gebracht. Frühestens nach Ab­lauf von 5 Jahren wären die ersten Renten fällig geworden, und auch dann nur für die Zeit der Beitragsleistung, also ebenfalls zuerst nur für fünf Jahre. Demgegenüber sollen die staatlichen Arbeiter und Angestellten Hessens bereits vom 1. April 1929 an in den Genuß der neuen Renten kommen, und zwar unter Anrechnung der ganzen beim Staate verbrachten Dienst- oder Beschäftigungszeit. Im übrigen wird, wie beim Reich, Ruhegehalt, Witwen-, Waisen- und Sterbegeld gewährt, und zwar Wit­wengeld in Höhe vgn 50 v. H. des Ruhegeldes, Wai­sengeld bei Vollwaisen ein Drittel, bei Halbwaisen ein Viertel des Ruhegehaltes. Beides entspricht den Reichssätzen. Das Sterbegeld soll so bemessen wer­den. daß es mit dem Sterbegeld, das vom reichs­gesetzlichen Versicherungsträger gezahlt wird, zu­sammen immer 200 Mark beträgt. Mindestens soll icbod) 50 Mark an Sterbegeld als hessische Zusatzver­sorgung gewährt werden. Nach der neuen Verord­nung sollen nicht nur die bisher gezahlten Renten erheblich erhöht werden, sondern es sind auch Ver­besserungen in der Berechnung der Dienstzeit ein- getreten. Auch entspricht die Berechnungsweise da­durch, daß nicht nur die Beschäftigungsdauer, son­dern auch das Lebensalter berücksichtigt wird, nun­mehr den Grundsätzen der Billigkeit und Gerech­tigkeit.

Nur noch produktive Gemeinde-Anleihen

WSR. 03or kurzem ging durch die Presse die Mitteilung, daß das von Darmstadt ausgehende Projekt der Versorgung zahlreicher Riedge­meinden aus dem Darmstädter Wasserwerk daran gescheitert sei, daß die erforderlichen Mittel nicht aufgebracht werden konnten, weil einigen Gemeinden die notwendigen Anleihe- mittel nicht bewilligt wurden. Wie jetzt verlautet, hat die zuständige staatliche Stelle den Kreisämtern nahegelegt, nur wirklich produktive Anleihen den hessischen Ge­meinden zu gestatten, um eine Verschuldung von Gemeinden, die über ein dem Vermögen an­gemessenes und nach dem Steueraufkommen trag­bares Maß hinausgeht, zu verhindern.

Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen veranstaltet in Gemeinschaft mit der Gießener Hochschulgesellschaft in der Zeit vom 16. Januar bis 20. März im großen Hörsaal der Universität Kurse, in denen von hiesigen Universitätsprofesso- ren Vorträge über volkswirtschaftliche, rechtswis­senschaftliche und betriebswirtschaftliche Fragen gehalten werden. Außerdem ist ein Lichtbilder- tortrag über südamerikanische Landschafts- und Wirtschaftsbilder vorgesehen.

Bei dem gestrigen Beginn der Kurse war der große Hörsaal der Universität voll beseht, ein Zeichen, daß die hier geschaffene Einrichtung einem dringenden Bedürfnis Rechnung trägt. Der Präsident der Industrie- und Handelskam­mer Gießen, Kommerzienrat Schirmer, be­grüßte die Erschienenen und gab seiner Freude über die rege Beteiligung Ausdruck. Der Ge­danke, derartige Kurse einzurichten, sei nicht neu. Die Industrie- und Handelskammer sei diesem Gedanken nähergetreten, weil die Slot der Wirt­schaft heute ganz andere Anforderungen an Kauf­leute und Gewerbetreibende stelle, wie in früheren Zeiten. Erfreulicherweise habe sich die Gießener Hvchschulgesellschaft diesen Bestrebungen ange­schlossen. Roch nie sei das SprichwortStillstand ist Rückschritt" so zur Geltung gekommen, wie ist der heutigen Zeit. Es bestehe die Absicht, die Kurse weiter auszubauen, damit sie möglichst zu einer ständigen Einrichtung würden. Daß die Veranstalter der Kurse auf dem richtigen Wege seien, beweise das der Einrichtung allseits i cntgegengebrachte große Interesse, sowie der überaus starke Besuch.

Hierauf sprach als erster Vortragender Uni- versitätsprofessor Dr. Mombert über das Thema:Einführung in das Verständnis der gegenwärtigen Wirtschaft".

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag, i Etadttheater:Kyrih-Phrih", 19,30 bis 22 Uhr. Die Christengemeinschaft, Bewegung für reli­giöse Erneuerung: VortragHölderlin: Die Tra­gik menschlichen Schicksals", 20,15 Uhr, Univer­sität, Hörsaal 41. Lichtspielhaus. Dahnhof- flraße:Der Graf von Monte Cristo". Astoria-Lichtspiele:Vogelfrei" undAtlantik- fcchrt des Meteor".

Vom Konzertverein wird uns ge- shrieben: Das nächste (6.) Konzert des Konzert- Vereins (Sinfoniekonzert) findet am Donnerstag, 19,15 Uhr, im Stadttheater statt. Infolge von

Auslan-sdeillscher Abend.

Im Rahmen des VortragskursesAuslands­deutschtum und Schule" sand am Mittwoch in der Aula der Universität ein Auslands - deutscher Abend statt, der von Interessenten aus allen Kreisen der Bürgerschaft sehr gut besucht war.

Bürgermeister Dr. Seid

als Vertreter der den Vortragskursus mit ver­anstaltenden Stadt Gießen entbot der Versamm­lung und den Rednern den herzlichen Will- kommengruß der Stadt und begrüßte die Vor­träge, durch die der Blick wieder einmal über die Grenzen des Vaterlandes hinausgelenkt werde auf die deutschen Volksgenossen in fremden Län­dern. An der Erhaltung und Pflege der Bezie­hungen zu unseren deutschen Brüdern in den fremden Staaten sei unser Volk aufs stärkste inter­essiert, denn diese Volksgenossen seien wertvolle Pioniere des Deutschtums und der deutschen wirt­schaftlichen Interessen im Auslande. Sie seien berufen, deutsches Wesen und deutsche Kultur den fremden Völkern zu vermitteln, dadurch gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zwischen den Völkern herzustellen im Interesse eines fried­lichen Zusammenlebens.

Prof. Or. Esaki

sprach hierauf aus seinen reichen Erfahrungen als Leiter des deutschen Kulturamtes in Ru­mänien heraus über das ThemaDie völker­verbindende Bedeutung des Aus- Ian d s d e u t s ch t u m s". Der Redner erinnerte daran, daß vor dem Kriege das Auslandsdeutsch­tum völlig isoliert gelebt habe, der Blick damals kaum über die Dorfgrenzen hinausging, da den .deutschen Dauern im Auslande vielfach das Zusammengehörigkeitsgefühl mit den deutschen Stammesgenossen systematisch geraubt worden war. Erst nach dem Zusammenbruch durch den Weltkrieg sei im auslandsdeutschen Geben das verstärkte Bewußtsein der nationalen Zusammen­gehörigkeit mächtig geworden und dadurch ein gewaltiger Umschwung des Seelen- und Geisteslebens der fremdstaatlichen Deutschen ein­getreten. Die Dauern aus sich selbst heraus be­kamen wieder Dolkstumsgefühl, sie schufen sich ihre deutsche Volksgemeinschaft. Dadurch gewann das Deutschtum in den fremden Ländern, z. B. in Rumänien, Ungarn usw., Respekt bei den staatsführenden Völkern, und damit begann die völkerverbindende Wirksamkeit des Ausland­deutschtums. Es sei dann auch in der europäischen Minderheitenbewegung führend geworden, ebenso bei der Schaffung eines Minderheitenrechts. In dem volklichen Ringen mit den Angehörigen der anderen Rationalität habe der Ausländsdeutsche, insbesondere der Dauer, täglich hart zu kämpfen um die Erhaltung seines Volkstums, aber die Auseinandersetzung müsse immer so erfolgen, daß man doch mit dem anderen beieinander leben könne. Durch seine vorbildliche Wirtschaftlichkeit, aber auch durch sein loyales Verhalten der Staatsgewalt gegenüber verschaffe das Ausland­deutschtum dem deutschen Ramen in der Welt Ansehen und Geltung. Die deutsche Sprache sei heute in Osteuropa überall im Vordringen be­griffen; man höre dort mehr deutsch, als eine andere Sprache. Das Auslandsdeutschtum könne aber nur dann völkerverbindend wirken, wenn es seine Selbständigkeit als Volkstum erhalte und sich immer klar darüber sei, daß erst seine Selbst- erhaltung komme und dann erst seine völker­verbindende Mission. Erfreulich sei es, daß in Rumänien in allen 240 deutschen Dörfern deutsche Volksschulen seien. Was aber dort dem Deutsch­tum besonderes Ansehen verschaffe, fei das geistige Leben der Ausländsdeutschen in den Städten, das von dort überall hin ausstrahle. Das seiner Aufgabe bewußte Auslandsdeutschtum habe den Ehrgeiz, deutsches Wesen, deutsche Kultur, deut­sche Kunst und deutsche Organisationskraft in dem Lande zu vertreten, wo man wohne. Unö hier beginne die Verständigung dieser Völker mit dem deutschen Mutterlande. Daraus müsse sich die deutsche Politik einrichten. Das Auslands­deutschtum werde gerne der Mittler zwischen den fremden Rationen und dem deutschen Mutter­lande sein und es begrüßen, wenn die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu den Staaten, unter denen die Ausländsdeutschen leben, sich immer enger gestalten.

GewerkschaflssettetärFurtwängler,IerI!n sprach als Sozialist über das ThemaDas Auslandsdeutschtum und der deutsche Arbeite r." Er wies zunächst auf die hohe Wertschätzung des deutschen Arbeiters im Aus­lande vor dem Kriege hin, wofür er eigene Erfahrungen während seiner Arbeitsjahre in Frankreich als Beweis anführte. Der deutsche Arbeiter sei damals in Frankreich nicht als Konkurrent des französischen Arbeiters ange­sehen worden, sondern er habe sich guten An­sehens erfreut und oft auch führende Stellun­gen in der französischen Arbeiterbewegung innegehabt, obwohl nach dem französischen Ge­setz Ausländer in solchen Führerstellungen nicht zugelassen gewesen seien; man habe aber da­mals gegenüber dem deutschen Arbeiter ein Auge zugedrückt. Heute dagegen sei das ganz anders. Während die Völker nach dem Kriege von aufrechtem Friedenswillen erfüllt gewesen seien, hätten die führenden Leute der Gegen­seite Versailles gemacht. Dadurch habe man den Klassenkampf zwischen den Völkern Europas, nämlich den Gegensatz zwischen den ausbeuten- den und den ausgebeuteten Rationen wachge­rufen. Deutsches Volk und deutsches Gebiet habe man in Versailles verschenkt, obwohl man vorher das Selbstbestimmungsrecht der Völker proklamiert habe. Die veränderte Lage in der Welt habe auch zu verschärfter Abschließung der Völker und zur Einschränkung der Einwanderungsmöglichkeit, zu einem unduld­samen Wirtschaftsnationalismus ohnegleichen geführt. Trotzdem sei die Auswanderung aus Deutschland noch groß, und jedem dieser Auswanderer komme heute eine andere Bedeu­tung zu als in der Vorkriegszeit. In den fremden Ländern müsse sich jeder Deutsche zuerst als Deutscher, als Pionier für das Deutschtum fich­ten, er müsse werbend für Deutschland sein, nicht aus Rationalismus, sondern einfach als guter Deutscher. Die Deutschen im Auslande mühten uns als Deutschtum erhalten bleiben. Die Deutschen in Amerika z. B., die nach seinen eigenen Beobachtungen vielfach an leitender in­dustrieller Stelle stehen und wirtschaftlich über­haupt ein sehr bedeutsamer Faktor sind, müßten Träger der deutschen Idee sein. An der Betreu­ung der deutschen Kultur im Auslande, am Min­derheitenschutz, wie auch an den sozialen und wirtschaftlichen Fragen des Deutschtums im Aus­lande müsse die deutsche Arbeiterschaft des Mut­terlandes großes Interesse haben. Denn was sich auf diesem Gebiet dort draußen bessere, wirke in gutem Sinne auch auf das Mutterland und die Lage der deutschen Arbeiter im Inlands zurück, umgekehrt mache sich auch die Verschlech­terung der Lage der Ausländsdeutschen daheim in Deutschland bemerkbar. Z. B. dürften die Errungenschaften der deutschen Sozialpolitik nicht durch soziale Unterbrüdung der Minderheiten ge­fährdet werden. Hieraus allein gehe schon hervor, daß das Eintreten für den Minderheitenschutz nicht nur eine Sache der besitzenden Kreise Deutschlands sei, fonbern daß diese Aufgabe alle Teile des Volkes angehe. Die Minderheitenfrage müsse in loyaler Weise unter Anerkennung der kulturellen Ansprüche der Minderheiten gelöst werden. Davon werde auch Sein oder Richtsein des Völkerbundes abhängen. Die Minderheiten- betofcgung sei keine ©törung der internationalen Ruhe, sie müsse auf dem Wege der internatio­nalen Verständigung gelöst werden, und hierbei falle den Deutschen eine führende Rolle zu. An diesen Dingen sei auch der deutsche Arbeiter in hohem Maße interessiert, denn die Minderheiten­bewegung stehe nicht im Gegensatz zum Inter­nationalismus der Arbeiterbewegung, und auch der Klassenkampf werde daneben seinen Fort­gang nehmen. Am Schlüsse seines Vortrages wandte sich der Redner noch gegen die Wahn­sinnsforderungen der Tributlasten, gegen die auch die auslandsdeutschen Arbeiter durch Oluf» flärung ankämpfen müßten im gemeinsamen so­zialen Interesse aller Arbeiter.

Bürgermeister Dr. Seib

sagte beiden Rednern herzlichen Dank für ihre aufschlußreichen Darlegungen, und er gab da­mit dem Danke in Worten Ausdruck, den die Versammlung durch anhaltenden lebhaften Bei­fall nach jedem Vortrag bekundet hatte.

Spielplanänderungen ist das ursprünglich vor­gesehene Koblenzer städtische Orchester nicht in der Lage, das Konzert zu bestreiten; es ist in­dessen erfreulicherweise gelungen, das ausgezeich­nete Darmstädter Landestheater-Orchester zu ge­winnen, welches unter Leitung des Universitäts- musikdirektors Dr. Temesvary folgendes Programm zur Ausführung bringt: 1. Gluck: Ouvertüre zurIphigenie in Aulis". 2. Mozart: Klavierkonzert in Ls°Dur; Solistin Paula Heg- ner. 3. Brahms: 4. Sinfonie in ll-Moll. Gleich­zeitig sei darauf aufmerksam gemacht, daß die 2. Rate der Abonnementszahlungen noch vor dem Konzert in der Musikalienhandlung von Ernst ©ballier entrichtet werden muh, woraus die Aushändigung der Karten für die Konzerte 6 bis 10 erfolgen wird.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als Fremdenvorstellung findet am Sonntag, 19. Ian., eine Wiederholung der dreiaktigen KomödieDesire" von Sacha Guitay statt. Die Spielleitung hat Oberspielleiter Hans T a n n e r t, der zugleich die interessante Rolle des Kammerdieners Desire spielt. Es wir­ken ferner mit die Damen: Fuhrmann, Jahn, Jüngling, Koch und die Herren: Hais und Hub. Als Morgenfeier und dritte Veranstaltung im Kamerspielzyklus findet am Sonntagvormittag 11.30 Ufjr ein Gastspiel: Tänze und Pantomimen der Tänzerin Senta Maria aus München statt. Diese Aufführung wird als Abendfeier um 20.30 Ufjr einmalig wiederholt. Der Tänzerin geht ein guter Ruf voraus. Die Presse von Wien, Berlin, München, Frankfurt a. M. und anderen Großstädten spricht sich äußerst lobend über die Darbietungen der jungen Künstlerin aus. Das Tanzgastspiel findet zu kleinen Preisen statt.

Kostümba11 der Mitglieder des Stadttheaters. Man schreibt uns: Am 1. Februar findet das diesjährige Dühnenfest der Mitglieder des Stadttheaters statt. Der Abend ist als Kostümball gedacht und findet in den Räumen beä Gesellschastsvereins (Klub) statt. Kabarett, Tombola und Ueberraschungen werden geboten. Um möglichste Kostümfreiheit zu ge­währen, steht das Fest unter keinerleiMasken- Motto". Das Schlagwort, das als Titel für die

Veranstaltung gewählt wurde, meihtG a - g i - ta" und bedeutetGanz Gießen tanzt". Die Vorbereitungen zu dem Abend sind bereits im Gange. Der Festausschuß legt Wert darauf, daß trotz der Sonderdarbietungen, wie Kabarett, Tombola, Tanz entsprechend der heutigen wirt­schaftlichen Lage mäßige Preise genommen wer­den. Auch Getränke und Cßwaren werden zu gut bürgerlichen Preisen verkauft. Es soll damit jedermann die Möglichkeit geboten werden, das Fest mitzumachen, ohne allzu große Geldsummen zu verschwenden.

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Vom hessischen Polizeidienst. Mit dem 1. Januar 1930 ist der bekannte Berliner Kriminalrat Dr. Riemann in den hessischen Polizeidienst übernommen worden. Dr. Riemann, der als Regierungsrat in den hessi­schen Staatsdienst eintritt, wird in erster Linie im Rahmen der Reorganisation der Landes- kriminalpolizei die kriminalpolizeilichen Aufgaben und die Ausbildung der Beamtenschaft in füh­render Stellung zu bearbeiten haben. Riemann, der in den vierziger Jahren steht, bildete seit­her am Berliner Polizeiinstitut den polizeilichen Rachwuchs aus und erfreut sich in Fachkreisen des größten Ansehens.

** Oberhessisches Schwurgericht. Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen hält am Dienstag, 21. Januar, und Mittwoch, 22. Januar, seine ersten diesjährigen Sitzungen ab. Am 21. Januar wird gegen Joses Bösl von Griedel wegen Körperverletzung mit Todesfolge verhandelt; die Anklage vertritt Staatsanwalt Schneider, Verteidiger ist Rechtsanwalt El­soffer. Am 22. Januar kommt die Anklage gegen Harrs Mayer von Gießen wegen Mein­eides zur Verhandlung; die Anklage vertritt Staatsanwalt Fischer, die Verteidigung führt Rechtsanwalt E n g i s ch.

** Bon der Armen- und Kranken­pflege der Evang. Gemeinde. Die Schwe­stern, die seither in den hiesigen evangelischen Ge­meinden die Armen- und Krankenpflege besorgt haben, wohnten früher allesamt im Evangelischen Schwesternhaus. Mit der Ausdehnung der Stadt stellte sich mehr und mehr das Bedürfnis heraus.

die Schwestern in den Bezirken, die ihnen angewie­sen sind, wohnen zu lassen, well einmal die Ent­fernungen, die jeden Tag mehrere Male zurückgclcgt werden müssen, zu groß sind, und sodann, weil cs wünschenswert erscheint, daß die Schwestern mit den ihnen anbefohlenen Gemeindegliedern in nähere per­sönliche Verbindung kommen. Die Matthäus« und Markungsgemeinde haben ihren Schwestern im Asterweg eine Wohnung angewiesen. Gestern ist dies nun auch für die Lukas und Petrusgemeinde erfolgt. In dem Hause Wetzlarer Weg 59, das von der Kirchengemeinde angekauft worden ist, haben die Schwestern Wohnung gefunden, die die Kranken­pflege im Südtell der Stadt auszuüben haben. Die Ausstattung der Wohnung ist fast völlig durch die Lukasgemeinde erfolgt, besonders hat sich der Frauenverein der Lukasgemeinde diese Angelegen­heit angelegen sein lassen. Für den Bedarfsfall mag darauf hingewiesen fein, daß die Schwestern unter Telephon Nr. 4214 zu erreichen sind.

Städtische Drennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteige- rung aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des Försters Brück, sind im Durchschnitt olgende Preise erzielt worden: Duchenscheit 17,40, Eichenscheit 10,20, Duchenknüppel 12,50, Eichen« knüppel 8, Duchenstöcke 8, Eichenstocke 6,60 Mk. je Raummeter, Buchenreisig 28, Eichenreisig 15 Mk. je 100 Wellen.

"Geschäftsjubiläum. Das Manufaktur­waren- und Konfektionsgeschäft Karl Zwang, Reustadt 49, kann jetzt auf sein 25jähriges Be­stehen zurückblickcn. Die Firma wurde von chrem heute dem Geschäft noch vorstehenden Inhaber, Kaufmann Karl Zwang, am 1. Januar 1905 gegründet. Zuerst befand sich das Geschäft in dem Hause Reustadt 53, im Jahre 1912 übersiedelte es nach dem Hause Reustadt 49. In Verbindung mit dem Ladengeschäft unterhält die Firma einen ausgedehnten Reise- und Dersandbetrieb. Sowohl bei der Käuferschaft in Stadt und Land, wie auch unter den Gießener Geschäftsleuten erfreut sich die Firma Zwang eines guten Ansehens.

* Die HeimatvereinigungSchif­fe n b e r g" ist z. Z. eifrig mit der Vorbereitung der 800-Iahrfeier des Schiffenbergs beschäftigt, die bekanntlich im Juli d. 2. stattfinden soll. In einer Ausschußsitzung, die in den letzten Tagen unter der Leitung des Vorsitzenden der Vereini­gung, Forstrats R i c o 1 a u s , stattfand, be­schäftigte man sich sehr eingehend mit dem von OberZpielleiter Tanner t vom Stadttheater und dem oberhessischen Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) vorbereiteten Festspiel, das bei der Jubiläumsfeier auf dem Schiffenberg zur Aus­führung kommen soll. Das Festspiel wird eine große Anzahl lebender Bilder aus der reichen Geschichte des Schiffenbergs enthalten, in zwei Teile (alte und neue Zeit) eingeteilt sein, und mehrere Hundert Personen beschäftigen. Die Mit­wirkung bei dem Festspiel, wird bei dem weitaus größten Teile der Beteiligten völlig kostenlos ge­schehen, um die Ausgaben für bas Fest so niedrig wie möglich zu halten. Weiter wurde über die Beteiligung der Vereine aus Gießen und Um­gegend an der Feier gesprochen und auch die Frage der Finanzierung der Veranstaltung einer eingehenden Betrachtung unterzogen. In Kürze soll eine weitere Sitzung mit den Bürgermeistern der interessierten Rachbarvrte und den Vor­sitzenden bet Vereine ftattfinben, um bie Vor­bereitungen zu dem Feste auf bie denkbar brei­teste Grundlage zu stellen. Don Wichtigkeit ist es aber auch, daß bie Vereinigung eine immer größere Stärkung durch den Beitritt neuer Mit­glieder erfährt. Um den bisherigen Mitgliedern einige Stunden schöner Geselligkeit zu bereiten, veranstaltet die Vereinigung am kommenden Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg eine Fa­milienzusammenkunft, zu der im gestrigen An­zeigenteil eingeladen wurde.

* Eine Automobilschau der Daim­ler-Benz 21.«©., konnte man gestern in der Plockstraße bemerfen. Dort waren eine ganze Anzahl Wagen der bekannten Automobilfirma aufgefa§ren, die von dem Publikum stark beach­tet und mit lebhaftem Interesse besichtigt wur­den. Man sah Personenkraftwagen der verschie­densten Bauart und für die mannigfaltigsten Zwecke. Reben eleganten Luxusautos mit allen komfortablen Einrichtungen neuzeitlicher Automo­biltechnik standen stabile und doch sehr schnittige Tourenwagen für Geschäftsreisende und Tou­risten. Dom Zweisitzer- bis zum Sechssitzer- Wagen hatte man ein Bild sorgsamster und gediegenster Ausstattung. Die Wagen legten ein­drucksvolles Zeugnis ab von dem guten Geschmack und der technischen Leistungsfähigkeit desDaim- ler-Benz-Automobilbaues und verdienen mit An­erkennung hier registriert zu werden.

Exz. Gchwander Ehrensenator der Frankfurter Ltniversität.

Frankfurt a. M., 15. Jan. (TU.) Rektor und Senat der Universität Frankfurt haben beschlossen, den Oberpräsidenten der Provinz Hessen« Nassau, Exzellenz Schwände r, anläßlich seines Rücktritts in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung der Interessen der Universität zum Ehrensenator zu ernennen.

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