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Nachdruck verboten

29 Fortsetzung

Schluß, man wollte sie vielleicht auf solche Weise

den

er-

nun

das

auf sie

aus Furcht, kam zu dem

rabiaten Bewohnern des Hauses ihr den schrecklichen Kerl wirklich sch'cllen.

Sie berührte die Speisen nicht, sie könnten vergiftet sein. Änd sie

töten, damit sie keine Nachforschungen nach echten Steinen zu halten vermochte.

Sie kam auf viele, viele Gedanken, nur den richtigen nicht. Gegen Abend pochte

den Kenner haben alle Stimmen ihre besonderen Merkmale. Er braucht das Tier gar nicht zu sehen, er muh nur die Platte hören und weih, was sich im Instinkt, der Gedankenwelt des Tieres, abspielt.

Sehr interessant sind die Mittel deren man sich bedient, um die einzelnen Tierstimmen her­auszufordern. Man bringt Futter und hört dann die Freudenstimme; man stößt das Tier mit einer Stange und hort die Zornesstimme. Die Anlässe, um die Stimme des Erschreckens zu erhalten, sind bei den verschiedenen Tieren verschieden­artig. Der Elefant z. D. erschrickt fast vor gar nichts. Wenn man seine Schreckensstimme her­vorlocken will, muh man zu dem kleinsten Säuge­tier greifen, zu der Maus. Man läßt das Mäus­chen über den Boden laufen und schon ertönen aus der Kehle des Riesen die heiseren, stohweisen Heultöne.

** Dienstjubiläum bei der Reichs­bahn. Reichsbahnsekretär Karl S ch w a n bei der Reichsbahnstationskasse Gießen konnte gestern aus eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zu- rückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Iubi- lar, der schon lange Jahre bei der Reichsbahn­stationskasse tätig ist, durch die Dienststelle Glück­wünsche ausgesprochen und ein Geschenk überreicht.

Run hörte sie Schritte die Treppe herauf- kommen, die vor ihrer Tür Halt machten. Eine weibliche Stimme meldete sich.

Die Frau schrie zornig:Deffnen Sie sofort, jede Minute, die Sie mich länger hier festhalten, verschlimmert die Fo'gen Ihrer ganz unmöglichen Handlungsweise noch."

Machen Sie nicht solchen Lärm", klang es in ruhigem Tone zurück,benn wenn Sie so fort* fahren, bleibt Jan bei Ihnen als Ehrenwache im Zimmer. Sie kennen ja unseren Jan, er hat Kräfte, wie sechs Männer."

Die Frau ließ den kleinen eisernen Leuchter, den sie noch in der Hand hatte, fallen, und taumelte auf das Sofa zurück.

Wahnsinn war das ja alles, heller Wahnsinn, und sie stand im Mittelpunkt dieses tollen Er­lebnisses. Cs mußte mehr dahinter stecken als das, was man ihr sagte. Sie holte die Steine hervor, die ihr Ricolaas Snerk zurückgeg:ben, und ihre Augen waren plötzlich mißtrauisch.

Die Steine hatten doch gar nicht das herr­liche, sprühende Feuer der blauen Brillanten! Biel matter schien es ihr, wie sie es in der Er­innerung hatte. Sie nahm einen der Steine aus dem Etui und putzte mit ihrem Taschen­tuch daran herum. Möglicherweise hatte sich leichter Staub darauf angesetzt. Aber die Flä­chen waren rein.

Eie hielt den Stein gegen das Licht, sie drehte ihn spielend nach allen Seiten, aber sie stellte fest, der Stein hatte sich verändert. Sie nahm den anderen Stein aus dem Etui und machte dieselbe Feststellung.

Sie brach in die Knie vor Schreck, denn nun war sie ihrer Sache sicher, die Steine, die ihr Ricolaas Sneek ausgehändigt, konnten wohl im ersten Moment, bei oberflächlicher Betrachtung, für die blauen Brillanten gelten, die sie ihm verpfändet, aber eine gründliche Prüfung ver­trugen sie nicht, denn sie -waren falsch. Ge­färbtes, sorgfältig geschliffenes Glas hatte man ihr gegeben, und mit dieser Gaunerei hing es auch zusammen, daß man sie hier festhielt.

Aber das Wasser nützte nicht viel. Sie zer­marterte ihren Kopf, zermarterte ihn vergebens.

Irgendwo schlug eine Ähr die Mitternachts­stunde, alles war still im Hause. O, wenn sie nur hier heraus könnte, sie wollte sogar die echten blauen Brillanten im Stich lassen, nur frei sein müßte sie, frei.

Endlich übermannte sie Müdigkeit, sie lag auf dem Sofa, und schlief ein, aber furchtbare Träume quälten sie.

Sie wusch sich etwas am Morgen. Sie hätte gern gebadet, aber sie wagte es nicht, sich zu entkleiden, damit sie nur nicht etwa, falls jemand käme, die Gelegenheit versäumte, aus diesem Hause zu entfliehen.

Aber niemand ließ sich sehen.

Lustspiel ist überall beifallsfreudig ausgenom­men worden. 15,30 Ähr erste Wiederholung des Weihnachtsmärchens©olbmarie und Pechmarie" von Aloys Prasch mit der Musik von Gustav Steffens.

Kasperletheater. Morgen Mittwoch, 17. Dezember, 15V2 Ähr, ist im Kath. Dereinhaus Kasperltheater. Wer für zwei Groschen zwei frohe Stunden erleben will, ist eingeladen.- heres siehe heutige Anzeige.

4. Kursus über landwirtschaftliches Genossenschaftswesen.

20.

Primo Duero ging in Barcelona nach wie vor seinen Geschäften nach, aber feine Gedanken flogen oft weit fort aus seiner Umgebung. Er dachte viel an Eva Hirtberg, die nun bald sein werden würde, und er dachte auch häufig an den alten Laden in der Heerengracht, ob sich die Frau dort wieder melden würde, die vor Jahresfrist die beiden blauen Brillanten dort­hin gebracht.

Er hatte alles hier so geordnet, daß er, wenn das von ihm sehnsüchtig erwartete Tele­gramm käme, abreifen konnte nach Holland.

dann doch wieder, und als sich die Frauen­stimme vor ihrer Tür meldete, schrie sie erregt: Man hat mir für die echten Brillanten falsche gegeben, da ich aber erwartet werde, und für mich viel davon abhängt, daß . ich noch recht­zeitig ankomme, wo ich erwartet werde, ver­spreche ich, die Änterschlagung nicht anzuzeigen, ja, sogar auf den vollen Ersatz für die Edelsteine zu verzichten, wenn Sie mich ungehindert gehen lassen/

Die Stimme gab zurück:Es tut mir leid, über das Thema nicht verhandeln zu können. Auch dürfte Ihr Hierbleiben bald nicht mehr nötig sein, die Ankunft des betreffenden Ju­weliers steht nahe bevor."

Schon entfernten sich die Schritte wieder. Die Frau schrie vor Empörung laut auf. Sie blieb also eine Gefangene.

Aufgeregt durchmaß sie das Zimmer, bis sie müde und verzweifelt wieder auf dem Sofa zusammenbrach.

Ihr Kopf war ganz wirr von den auf sie einstürmenden Gedanken und ein fast lautloses Schluchzen, das ihr die wilde Erregung preßte, schüttelle ihren Körper.

Was bedeutete das nur alles, was würde

geschehen? Was hatte man vor mit ihr?

Sie erhob sich langsam und ging an Schränkchen. Wasser wolle sie trinken, damit sie ruhiger ward, damit sie wieder ein wenig geordneter zu denken vermochte, damit sie über­legen konnte.

Oer Dreizehnte.

Roman von Anny von panhuys Copyright 1929 by Verlag 'Pedjtholö Braunlchweig

Irgendwie mußte die als ältlich und sehr ein­fach gekleidet geschilderte Frau mit dem Mord in Verbindung stehen. Wenigstens darum wissen mußte sie, sonst hätte sie keine falsche Adresse angegeben und den Pfandschein nicht zerrissen, dann hätte sie, da sie sich doch anscheinend in einer Rotlage befunden, die Steine verkauft, und sich nicht darüber aufgeregt, daß Ricolaas Sneek die Brillanten einem befreundeten Ju­welier hatte zeigen wollen.

Hinter alledem barg sich bestimmt ein schlechtes Gewissen.

Er erhielt in kurzen Abständen von der Amsterdamer Detektei Rachricht, daß bei Rico­laas Sneek alles in Ordnung wäre, und keine Anzeichen dafür vorhanden wären, daß er oder seine Tochter an eine Flucht oder Aufgabe des Geschäftes dächten. Endlich, als er schon wieder ein bißchen mißtrauisch gegen die Montirossi geworden und irgendeinen ganz raffiniert an­gelegten Plan hinter ihrer Erzählung witterte, langte das Telegramm an:Frau bei uns, hallen sie hier zurück, bis Sie kommen!"

Primo Duero kündete seinem Vertreter, der zugleich sein erster Verkäufer und Buchhalter war, seine Adresse an, und benützte das nächste Flugzeug. Diese Reise mußte schnell gehen, es war wohl so wie so für die Bewohner des alten Hauses in der Heerengracht keine leichte Aufgabe, die Frau, ohne daß sie ihr erklären durften warum, zwei Tage lang festzuhalten.

So rasch die Etappen zurückgelegt wurden, ging es dem ungeduldigen Manne immer noch nicht schnell genug. Er fieberte der Unterredung mit der Frau entgegen.

Kaum in Amsterdam angelangt, fuhr er im Auto nach der Heerengracht. Jeder Rerv in ihm war angespannt zum Zerreißen.

Ricolaas Sneek empfing ihn. In dem hol­ländischen Altmännergesicht glimmte es hinter dem bereitgehaltenen Lächeln tote Haß. Auf keinen Fall war Ricolaas Sneek freudig ge­stimmt beim Anblick des Erwarteten, der ihm allerlei Schwierigkeiten schaffte unö noch schaffen würde.

Wie gut hatte Io die blauen Brillanten untergebracht, mußte der Teufel noch den Spanier in das sonst so vorzüglich gelungene Spiel einmischen. Aber es handelte sich um eine Mordsache. Änd mit dergleichen hat man nicht gern zu tun.

Die Montirossi erschien ebenfalls sofort und berichtete, auf welche Weise man die Verdächtige festgehallen.

Wenn die Frau nichts mit Ihrer Angelegen­heit zu tun hat, könnte uns unsere Handlungs­weise große Änannehmlichkeiten eintragen, meinte fie,aber ich glaube, sie hat ein sehr schlechtes Gewissen. Denken Sie nur, sie hat schon entdeckt, die Steine, die ihr Vater gegeben, sind falsch, und beteuert, ihn deshalb nicht be­langen zu toollen, wenn wir sie laufen lassen."

Primo Duero nickte nur, sagte hastig:Führen Sie mich zu ihr. Das heißt, melden Sie mich an.

Aus 0er prvvinzialbouptstadt

Gießen, den 16. Dezember 1930.

Oer Weihnachisbaum.

Run stehen sie wieder auf dm Höfen, oder an den Straßenecken und künden uns das Weih- nach.sfest: D'.e Tannenbäume! Wir schauen sie an, denken wohl mit leiser Wehmut an einen warmen Sommertag, an dem wir draußen im Wald unfern Kindern faglen:Ja, das gibt Weihnachtsbäume!". Änd dann suchen wir uns den schönsten aus. Stän­den bi-e Däumchen nicht lieber draußen im fturm- gepeitsch'en Wald?

Am Abend leuch'.en schon an wichtigen Ver­kehrspunkten die mit elektrischen Birnen geschmück­ten Tannenbäume. Eine Vorahnung soll unser Herz erfüllen, wir sollen an das schönste Fest er­innert werden. Das ist ein guter Gedanke gewesen, diese Bäume au'zustcllen. Gerade im Straßen- lärm, in der Ha t des Werktages können sie uns etwas sagen. Bliebst du nicht auch schon sinnend davor stehen? .

Aber mancher Familienvater hat beim Anblick dieserelektrischen Kerzen" gedacht, das könnte ich auch einmal bei uns einführen. Wir leben ja im Zeitalter der Sachlichkeit. Cs ist eine einmalige Ausgabe, die Vorhänge können nicht in Brand geraten, die Tischdecke und der Teppich werden nicht von dennichtlropfenden" Kerzen verunrei­nigt usw. Gemacht!

Hast du in einem Familienzimmer schon einmal einen solchen elektrisch beleuchteien Weihnachts- baum gesehen? Hat dir dabei nicht das Herz w:h- gelan? Ging nicht ein großer Teil deiner Weih­nachtsstimmung verloren? Das Zimmer ist dunkel, da wirdder Baum angekni'>st"! Änd er strahlt stolz, womö glich mit buntfarbigen Birnen.

Gott sei Dark, daß die Zeiten der Raffkes und Reureichls vorüber sind, aber ein solcher Weih­nachtsbaum erinnert mich an diese Sorte Men­schen.Zwei Meter Klassiker für meinen Bücher» schwank" hört sich ungefähr eben e an, wie wenn das kleine Kind sagt:Mutier, dreh doch einmal den Weihrachtsbaum aus!"

Vi ar das nicht immer ein weihevoller Augen­blick, wenn wir dem Vater helfen dursten, die Kc zen anzuzünden? Wie vorsichtig stiegen wir auf die 6tühTe, und so nach und nach fing der Baum an zu st ahleD nn erst w r en die 5t ein» ft en hereingerusen. Änd wenn gar eine Kerzm- flamme ein grünes Zweiglein anbrannte? War dieser Dust nicht das Allerschönste am Weih- nachisbaum? Oder: Wenn jemand zur Tür herein» kcrm und sich alle Flärnrnchen im Luftzug beweg­ten und die Perlen und Kugeln in neuem Lichte erglänzten? Gab das nicht immer wieder ein reizendes Bild, das unsere Blicke zum Christbaum lenkte? Was lag uns an den paar Flecken, die

Den zweiten Tag des Vortragskurses über landwirtschaftliches Genossen­schaftswesen, der vom Landwirtschaftlichen Institut der Universität in Gemeinschaft mit den landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbänden in Gie­ßen veranstaltet wurde, leitete Dr. Pfaff- Gießen ein mit einem Vortrag über

Absahkrise und Landwirtschaft.

In den großen Austauschbezie'hungen, die hin­sichtlich der Landwirtschaft in der Welt herrschen, haben wir bis zum heutigen Tage zwei große Er­schütterungen erlebt. Die eine erfaßte die deutsche Landwirtschaft in den Jahren 1875 bis 1900, die andere Erschütterung brach aus im Sabre 1920 und hält heute noch an. Die erste große Agrarkrise für Deutschland hing zusammen mit der raschen Ent­wicklung der Technik, des Massentransports und der dadurch bedingten außerordentlichen Verbilli­gung der Seefrachten. In der Nachkriegszeit erfuhr der überseeische Getreidebau eine neue starke Aus­dehnung infolge Fortschritte der Pflanzenzüchtung und neuer Methoden der Bodenbearbeitung, die in jüngster Zeit durch Vollmechanisierung der Getreide­farmen eine weitere Steigerung erfuhr. Die Folge war ein immer stärkeres Absinken der Getreide- preise und eine gewaltige Verstärkung des über­seeischen Getreideangebots. Eine weitere grundsätz­liche Veränderung ist dadurch eingetreten, daß die Ueberfeegebiete während Europa sich im Kriege befand dazu übergegangen sind, ihre Rohstoffe, die sie früher zum großen Teil nach Europa liefer­ten, in erhöhtem Maße selbst zu verarbeiten. Dies kommt zum Ausdruck einmal im Ausbau der über­seeischen Mühlenindustrie und vor allem auch der Diehwirtschaft, für die durch Regelung der Trans­portfrage infolge Verbesserung der Gefriertechnik die Aufnahme der Konkurrenz mit der europäischen Diehwirtschaft außerordentlich erleichtert wurde. Auch auf dem Gebiet der Molkereierzeugnisse ist durch Argentinien und Australien den europäischen Butter- und Käseexportstaaten eine stetig wachsende Konkurrenz erstanden, die nun ihrerseits, infolge Einengung ihrer seitherigen Absatzmärkte, ihre Er­zeugnisse auf dem deutschen Markt mit allen Mitteln unterzubringen suchen. So sehen wir heute als eine der wichtigsten Veränderungen der Weltwirtschaft die starke Konkurrenz Dänemarks auf dem deutschen Buttermarkt. All diese Umwälzungen, die auf der einen Seite eine starke Vermehrung und Verbilli­gung des Weltgetreideangebots, auf der anderen Seite eine stets wachsende Welterzeugung hochquali- fixierter Molkereierzeugnisse- mit sich gebracht haben.

von den kröpfenden Kerzen auf dem Boden sicht­bar waren? r ,

Ein elektrisch beleuchteter Tannenbaum aber zer­stört diesen Traum. Steif und vornehm steht er da, genau nach der Lichtstärke abgemessen. Kerne sich bewegenden Flammen, kein Duft von bren­nenden Tannennadeln! Kall und nüchtern, ein Zeichen derSachlichkeit"! .

Ist es für unsere Kinder nrcht auch ein Fest, nach den Feiertagen den Baum zu plündern, die Aepfel und Rüsse, das Gebäck und manches an­dere abzunehmen? Geht das überhaupt noch bei einem solchen mit Draht umwickelten Baum?

Fragen unsere Kinder nach Sachlichkeit? Rein! Sie wollenihren" Weihnachtsbaum, mit vielen, vielen Kerzen daran, dierichtig" brennen. Änd sie haben recht. It

Wir wollen auch in dieser Hinsichtaltmodisch bleiben, und am Heiligen Abend sollen an unserem Weihnachtsbaum die Kerzen brennen, wie sie schon in unserer Kindheit brannten. W.

Keine weitere Ermäßigung der Möbelpreise!

Aus Kreisen der Möbelindustrie wird uns ge­schrieben:

In letz er Zeit scheint unter dem Publikum viel­fach die Auftassung zu bestehen, daß in Zukunft mit einer weiteren Reduzierung der Möbel- preise zu rechnen sei. Demgegenüber stellte der Arbeitgeberveri and für die holzvera:beitende In­dustrie von Rheinland und Westfalen in seiner vor einigen Tagen in Köln abgehaltenen Sitzung ausdrücklich fest, daß das jetzige Preisniveau einen Tiefstand erreicht habe, der teilweise unter dem Herstellungspreis liege; daß ein weiteres Sinken der Möbelpreise deshalb aus­geschlossen sei; daß sich vielmehr bei Bele­bung des Geschäftsverkehrs die jetzt teilweise un­ter den Herstellungskosten liegenden Preise in­sofern erhöhen würden, als sie das normale Ver­hältnis zwischen Selbstkosten und Verkaufspreis wieder erreichen.sen.

(tzirtzcucr Wochenmarktprcise.

Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160, Kochbutter von 130 an. Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Änter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feld­salat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kartoffeln 3l/2 bis 4, Aepfel 25 bis 40, Dirnen 20 bis 30. Dörrobst 30 bis 35. Honig 40 bis 50, junge Hähne 80 bis 100, Suppen­hühner 80 bis 100, Gänse 80 bis 100, Russe 60 bis 70 Pf. das Pfund; Tauben (Stück) 50 bis 70, Eier 17 bis 18, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 15 bis 20, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück. Kar­toffeln der Zentner 2,20 bis 2,50, Weißkraut 3, Wirsing 4, Rotkraut 5 Mk.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater:Kabale und CLbe', 19.30 bis 22.30 ii .. Lichtspielhaus, Bahn^o strahe:Delika­tessen" undKunstschützen". Astoria Lichtspiele: Die Rettung" undWer gewinnt das große Match?"

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Ähr, zum letzten Male SchillersKabale und Liebe" in der Besetzung der Erstaufführung. Morgen, Mitt­woch, 20 Ähr, unter der Spielleitung Walther .Bäuerles die moderne Gesellschafts- und Cha­rakterkomödie von Ervine:Die erste Frau Selby" mit Maria Koch in der Titelrolle. Dieses

** Erledigte Schulstelle. Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Gedern, Kreis Schotten (Dienstwohnung ist vorhanden).

** Zimmerbrand. Gestern mittag gegen 12.30 Ähr geriet in einem Hause am Asterweg, vermutlich durch leichtsinniges Ämgehen zweier Kinder mit Licht oder Streichhölzern, ein Zim­mer in Brand. Die Kinder liefen fort, als es zu brennen begann, und erst als das Feuer von außen bemerkt wurde, konnte die Feuerwehr alarmiert werden. Die Mannschaft fand in einem Vorflur einen Schrank, der mit Kleidungsstücken angefüllt war, bei starker Rauchentwicklung bere ts in Hellen Flammen vor. Rach etwa halbstündiger Tätigkeit war ma nides Feuers Herr geworden. Größerer Schaden konnte durch das tatkräftige Eingreifen der Feuerwehr vermieden werden.

verdienen von Seiten der deut chen Landwirtschaft stärkste Beachtung. Möge sie au Grund dieser Tat­sachen im Interesse einer reftlo en Ausnutzung der in jüngster Zeit eingeleiteten staatlichen Schutzmaß­nahmen die richtigen Folgerungen ziehen durch or­ganisierte Beeinflussung der Erzeugung in qualita­tiver Hinsicht und durch genossenschaftliche Zusam­menfassung des Angebots ihrer Erzeugnisse.

Als nächster Redner sprach Generaldirektor Oeko- nomierat Dr. Hamann- Darmstadt über:

Die gegenwärtige Lage und Zukunft des deutschen Obst- und Gemüsebaues.

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirt­schaft ist eine sehr ungünstige, zumal die Verschul­dung derselben von Tag zu Tag wächst. Während es früher der Landwirtschaft möglich war, aus ein­zelnen Spezialkulluren und Nebenzweigen noch be­sondere Einnahmen zu erzielen und so einen Aus» gleich mit dem Gesamtergebnis der Landwirtschaft hcrbeizuführen, ist dies heute nicht mehr der Fall. Auch der Obst- und Gemüsebau ist durch die stei­gende Einfuhr aus dem Ausland in große Schwie­rigkeiten gebracht worden. Die Entwicklung der Agrarkrise hat zu einer Ueberflutung Deutschlands mit auswärtigen Erzeugnissen und zu Preisen ge­führt, die eine rentable Erzeugung für den deutschen Obst- und Gemüsezüchter unmöglich machen. Viele Betriebe, besonders die Kleinbetriebe sind ausschließ­lich auf die Einnahmen aus Obst- und Gemüse­bau angewiesen und nicht in der Lage, eine Um­stellung vorzunehmen. Die große Belastung der ein­heimischen Erzeugung ist durch die öffentlichen Steuern und Abgaben und auch dadurch bedingt, daß sich die Preise für die Betriebsmittel auch nicht annähernd dem Rückgang der Preise der landwirt­schaftlichen Erzeugnisse angepaßt haben. Der Rück­gang der Preise ist auf die außerordentlich starke Einfuhr aus dem Auslande zurückzuführen. Beson­ders der Frankfurter Markt ist in bestimmten Zei­ten durch Massenanlieferungen aus Holland, Ita­lien, Frankreich usw. überschwemmt. Eine Besserung kann nur dadurch erfolgen, daß der Verbraucher die einheimischen Erzeugnisse bevorzugt. Mit Be­dauern muß festgestellt werden, daß nach den neuen Notverordnungen der Reichsregierung auch der Obst- und Gemüsebau keinerlei weiteren Schutz erhallen hat und infolgedessen heute noch die deutschen Gren­zen der Einfuhr weit geöffnet sind. Der beut; c Gemüse- und Obstbau ist in der Lage, den Bedcuf der Bevölkerung zu decken, sobald die mit Untc - stützung der Reichsregierung begonnenen Maßnah­men auf Sortenvereinheitlichung und die planmäßige

Die Höflichkeit gebührt ihr wohl, solange ich noch nicht weiß, wie sie zu den Steinen gekommen ist."

Jo wollte zustimmend lächeln, aber es gelang ihr nicht. Es war doch eine ganz seltsame und eigentümliche Sache, in die ihr Vater, sie selbst und Pieter van Mühlen mit verwickelt worden waren.

Rur das schreckliche WortMord" hatte Ine drei willfährig zu allem gemacht.

Sie geleitete Primo Duero und klopfte an die Tür des Zimmers, in das man die Fremde gebracht. Es erfolgte kein Hereinruf von innen.

Aber die Monttrossi schloß einfach auf, rief in das Zimmer hinein:Der Herr Juwelier ist angekommen, der Interesse für Ihre Drlllanten hat, er folgt mir auf dem Fuße."

Ich besitze ja meine Brillanten gar nicht mehr", kam die Antwort zurück,der Alte unten im Laden hat mir Imitationen gegeben. Die Glassteine wird mir niemand abkaufen wollen."

Primo Duero verstand zu wenig Holländisch, um den Sinn der Worte zu begreifen® Die Montirossi übersetzte sie ihm ins Französische.

Er überschritt die Schwelle und stand einer Frau gegenüber, die er, wie er bestimmt wußte, noch nie zuvor im Leben gesehen hatte, und chm doch seltsam bekannt erschien. Auch ihre Stimme meinte er zu kennen.

Er bemerfte, wie die Frau bei seinem Anblick ein paar Schritte zurückwich, wie vor etwas Schrecklichem. Das fachte sein Mißtrauen stark an.

Er sagte zu Io auf französisch:Ich bitte Sie, Dolmetscherin zu sein."r.r.

Die Frau erklärte in korrektem Französisch: Es bedarf keines Dolmetschers zwischen Ihnen und mir. Sie können französisch mit mir sprechen. Wer ich sage es Ihnen im voraus, ich lasse mich auf gar nichts ein. Ich will nichts weiter, als hier aus diesem Hause heraus. Man hält mich hier mit Gewalt zurück."

Primo Duero blickte die Frau gespannt an. Roch stärker als vorhin hatte er das Gefühl, sie zu kennen, ihre Stimme schon oft gehört zu haben.

2lber wo und wann?

Das graue, tiefgescheitelte Haar lag über einem schmalen Gesicht, und lieh die Frau wohl älter erscheinen, denn die Züge waren noch jugendlich.

Primo Duero sagte zu der Monttrossi:Lassen Sie uns, bitte, allein.

Io verschwand sofort, wenigstens brauchte sie für die Unterredung keine Mitverantwortung zu übernehmen.

Primo Duero rief der Frau mit harter Stimme' zu:Weshalb ziehen Sie sich vor mir zurück bis in die äußerste Zimmerecke? Wir haben wichttge Dinge miteinander zu verhandeln. Eine Frage will und muh ich an Sie richten, und ich ersuche Sie um wahrheitsgetreue Antwort. Lügen würde Ihnen großen Schaden bringen/

Fragen Sie", kam es fast tonlos zurück.

Primo Duero machte ein paar hastige, erregte Schritte auf die Frau zu.

(Fortsetzung folgt.)

Änd der Tag verstrich.

Sie wagte es nicht mehr, Lärm zu machen, aus Furcht vor dem Zyklopen. Sie traute den zu, daß sie ins Zimmer