Ausgabe 
16.9.1930
 
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einen beachtlichen Anfangserfolg (86Z 377), 14 Mandate, für das Zentrum unb die extremen Weltanschauungsparteien rech iS und links Er­folge, während die Parteien mit weniger aus­geprägter Weltanschauung den Krebsgang gingen. Der Ehristlich-soziale DvlkSdienst hat ein gutes Recht, sich gegen die Bezeichnung Splitterpartei zu wehren.

Die WirtschastSpaniei:

ReichStagSabg. Drewitz, der Vorsitzende der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes «Wirt- schaftSpartei) erklärt:Die Wirtschaft-Partei drängt sich nicht nach der Regierung. Sie ist je­doch bereit, fall- der Ruf an sie ergeht, in die Regierung ein-utreten, die doch nur unter der Voraussetzung, daß Sparsamkeit gewähr­leistet wird, der Finanzausgleich endlich Auftanbefommt und die Sonderbelastung deS gewerblichen Mittelstandes beseitigt wird. Sine bürgerliche Regierung wäre durchaus mög­lich, wenn da- Zentrum mit den Rational- fozialisten zusammenarbei ten wollte. Voraussetzung wäre freilich die gleichzeitige Bil­dung einer bürgerlichen Regierung in Preußen."

Die Deutsche Dolfdparfei:

Staatssekretär z.D. KempkeS, der Reichs- geschästSführer der Deutschen Dolksparfei, schreibt u. a.: .Rückblickend beweisen die Ergebnisse die Richtigkeit der von der Deutschen DolkSpartei betriebenen Sammlungspolitik, die zum Ausgangspunkt ihrer Aktion das Erfordernis des Zusammenschlusses von Parteien auf breitester Grundlage nahm. Heute werden auch diejenigen, die glaubten, einer engeren Zusammenarbeit unter Hervorhebung politischer Trennungslinien eine .Sammlung" betreiben zu müssen, sich der Ein­sicht nicht verschließen, daß solche Sammlungen angesichts der eingetretenen Entwicklung prak­tischen Wert nicht mehr besitzen. Für die Deutsche Volkspartei wird nach wie vor der Gedanke be­stimmend sein, daß die Wirtschaftslage weitgehende Reformen verlangt, und sie wird bereit fein, ihre Mithilfe bei der Arbeit zur Verfügung zu stellen, wenn diese ersten Voraus­setzungen gesichert sind."

Das Zentrum:

Reichsminister a. D. GieSbertS vom Zen­trum ist der Auffassung, das) der neuACwählte Reichstag sich nur dann als arbeitsfähig er­weisen werde, wenn alle RechtSgruppen ein» schließlich der Rationalsozialisten sich Posi­tiv einstellten und vor allem das Reform- Programm der ReichSregierung Dr. Brüning un­ter st ü h e n und verabschieden würden. Rur in diesem Fälle wäre eS nach seiner Auffassung möglich, daß ein Kabinett Brüning zustande- komme, da- sich neben den bürgerlichen Par­teien der Mitte auch auf die RechtS­gruppen stütze.

Oie Deutsche Staatspartei:

Reichsminister a. D. Koch-Weser äußerl sich für die Staatspartei wie folgt: .Die Wahlen brachten ein starkes Anschwellen der radikalen Flut, hervvrgerusen durch die schwierige teil­weise trostlose wirtschaftliche Lage 3ch sehe keine andere Möglichkeit, als eine Zusammen­fassung aller Kräfte, die die Ord­nung verteidigen und daS Vertrauen auf die deutsche Finanzkraft wiederherstellen."

Oie Sozialdemokraten:

Der preußische Ministerpräsident Otto Braun hat in einer Unterredung erklärt, es fei kein Grund, wegen des Ausfalls der Wahlen sich einem Pessimismus hinzugeben. Weder die Ver­fassung, noch die öffentliche Sicherheit, noch der KurS unserer Außenpolitik seien bedroht. Röttg sei allerdings, und er glaube auch, daß dies ge­schehen werde, daß .eine Koalition aller Vernünftigen" sich zusammenschließen werde. So könne der Wahlausgang zu einem Antrieb

werden, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Verbesserung der wirtschaftlichen Srifdenz- bedingungen der breiten Mässe und die Hebung der Wirtschaftslage energisch und gemeinsam In Angriff zu nehmen.

Moskau ist befriedigt.

Kowno, 15. Sept. (lel.-Un.) Wie aus Moskau aemelbct wird, unterstreicht man in russischen Strei­fen den Erfolg der KPD. Die Führung durch Neumann-Thälmann habe sich bewährt, die Richt- linien, die die Komintern unter Führung Stalins gegeben habe, hätten sich al» richtig erwiesen. Die KPD habe der deutschen Sozial­demokratie einen mächtigen Schlag zuaefügt. In Moskauer politischen Streifen ist man sehr pessimi­stisch über die Lebensdauer des neuen Reichstages. Ausgabe der KPD. fei es, die Sympathien in der Arbeiterschaft zu erweitern, um bei den neuen Wah­len eine noch stärkere Stellung einnchuten und die Ideen der Sowjets in Deutschland verwirklichen zu können.

Die Reichswehr-Mmenlibimg in SiiMhmWen

Der Ersah für die großen Manöver. Beginn der Kampfhandlungen. Fremde Gäste im Manövergelände. - Oer Reichspräsident wird erwartet.

Hildburghausen, 15. Sept. (TU.) Arn Montagmorgen begann an der südthuringisch- fränkischen Grenze die große Rahinenübung der Reichswehr. 3n monatelangcr Arbeit am Schreib­tisch hat die Heeresleitung den Rahmen dieser Hebung feftgelegt und die Mobilmachung bis in alle Einzelheiten vorbereitet und durchdc«ht. Den Zeitverhältnissen entsprechend hat man davon ab­gesehen. große Teile der Reichswehr zu den Hebungen hinzuzuziehen. Sämtliche sieben Infan­terie- und drei Kavallerie-Divisionen haben ihre Führerverbände bis zum Batail­lons st ab hinab ins Manövergelände beordert. 3n dem Werrastädtchen Hildburghausen liegt die Leitung. Der Organisator der Hebung unter­steht dem Chef der Heeresleitung Generaloberst Heye, der am Sonntagabend auf Schloß Bed- heim, etwa fünf Kilometer von Hildburghausen, eingetrosfen ist. Das Hirn der Organisation ist im Seminargebäude und den anliegenden Schulen untergebracht. 3n den Klassenzimmern sitzen am Kartenpult und Telephon die Bearbeiter der ein­zelnen Gebiete. Die Schuljugend hat man in freu­dig aufgenommene Manöverferien entlassen.

Die blaue Partei unter Führung von General der Infanterie Hasse, Stabsquar­tier 3lmenau, dem die 3. Kavallerie-Division als Dolltruppe untersteht und die rote Par - t e i unter General der Kavallerie von Kay­ser, mit der 5. Infanterie-Division, zu der daS Gießener Bataillon 15. I.-R. ge­

hört, als Kern, haben von der Hebungsleitung folgende Lage als gegeben erhalten: An der Regnitz südlich von Bamberg steht eine blaue Armee im Kampfe gegen rote Kräfte, die von Westen her vorgehen. Nördlich vom Thüringer Wald haben sich neue blaue Kräfte, am Main neue rote Kräfte gesammelt, deren Kampf den Inhalt deS Manövers bilden. Die Aufklärung-- truppen beider Führer haben sich in Bewe­gung gesetzt und werden aller Voraussicht nach noch im Schuhe der Rächt im Gelände um Kaifershofen die Vorbedingungen für die Kampfhandlungen des Dienstag erkunden.

inzwischen hat auch das Leben am Rande bet militärischen Bewegung in Bad Kissingen eingesetzt. Die Presse ist durch etwa 60 Jour­nalisten vertreten. Weiter sind als Gäste der Reichswehr unter Führung deutscher Begleit- offiziere e t to a 30 fremdländische Atta­ches emgetroffen. Unter ihnen befinden sich die in Berlin beglaubigten MilitärattachöS der Vereinigten Staaten von Rvrdamertka, Argentiniens, Boliviens Bulgariens, Finn­lands, Großbritanniens, Italiens, Japans, Litauens, Perus, Rußlands, Schwedens, Spaniens, der Tschechoslowakei, Tür­kei und Ungarns, sowie verschiedene höhere Of­fiziere aus Finnland, Holland, Oesterreich und der Schweiz. Finnland ist durch General­major Olkkvnen, die Schweiz durch den Oberst-Divisionär Wille, die Türkei durch

den stellvertretenden Chef deS Generalstabs. A s - s i m Pascha, vertreten. 3m Laufe deS Dienstags ist ferner Reichswehrminister ©roener in Bad ReuhauS cingetroffen. Auch der Herr Reichs­präsident hat sich DienStagvormittag mit t>em fahrplanmäßigen Zuge zur Teilnahme an den Reichswehrmanövern nach König-Hofen in Drabseld begeben. Der Herr Reichspräsident wird bis Freitag, den 19. September, im Ma­növergelände verweilen.

Kuchen ist kein £ugu»!

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