Ausgabe 
16.8.1930
 
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empfunden« Grenzziehung das Verhältnis zwischen beiden Nachbarn nicht zur Ruhe kommen lasse und daß Ostdeutschlands Blutstockung eine europäische Gefahr bedeute. Er hat seine Auffassung, die ganz Deutschland teilt, dann dahin erläutert, daß er sich die Bereinigung der Ostfrage nicht auf kriege­rischem Wege denke, sondern über den Genfer Bölkerbund oder eine Konferenz der Anrainer. Wenn dafür die Zeit vielleicht auch noch nicht reis sei, so sei doch nach der Rheinland­räumung die Lösung der Korridorfrage das außen­politische Problem Deutschlands.

Die Treviranusrede hat zusammen mit Wirths Hinweisen auf di« noch immer nicht beseitigte Un- freih«it Deutschlands am Rhein in der gesamten Weltpresse ein überaus lebhaftes Echo gefunden. Während die Nächstbeteiligten, die Polen, über­raschenderweise zuerst sich in Schweigen hüllten und erst nach der Rückkehr ihres Außenministers Zaleski aus Reval die Sprach« wieder fanden, ist zur Ver­teidigung der Ansprüche des polnischen Verbündeten die Pariser Presse ohne Zögern und mit besonderem Stimmaufwand in die Schranken ge­treten. Sie faselt bereits, soweit sie der nationalisti­schen. Rechten angehört, von neuen Kriegsplänen Deutschlands unter Bruch der beschworenen Ver­träge, von dem offenbaren Bankrott der Locarno- politik Briands, der sich von Stresemann hätte ein­wickeln lassen und dem die Herren Wirth und Tre­viranus jetzt das wahr« Gesicht Deutschlands zeigten, dieses Deutschlands, das heut« noch, nach zehn Jah­ren, nach Revanche lechze und nur auf den Augen­blick lauere, wo es, aller finanziellen und politischen Fesseln ledig, zur gewaltsamen Rückeroberung der verlorenen Gebiete schreiten könne. Man fragt sich vergeblich, worin diese Wutausbrüche der Pari­ser Presse, die die polnischen Kollegen nun noch zu überbieten suchen, ihre Begründung finden und was sie bezwecken. Deutschland hat im Locarnovertrag und im Kelloggpakt jeder Absicht feierlich entsagt, auf kriegerischem Wege durch Gewalt sein Ziel einer Aenderung der Grenzverhältnisse im Osten zu er­reichen. Die deutschen Minister haben dies nochmals unterstrichen. Deutschland spielt mit offe­nen Karten. Es hat seine Vertragskontrahenten, weder Polen noch Frankreich, niemals darüber im Zweifel gelassen, daß die von ihm geforderte Revi­sion der Ostgrenze eine nationalpolitische Existenzfrage für Deutschland bedeutet.

Franzosen und Polen macht es natürlich beson- ders rasend, daß die Alnmöglichkeit der deutsch- polnischen Grenze, insbesondere des Korridors, und die Notwendigkeit ihrer Revision im wohl­verstandenen gesamteuropäischen Interesse sowohl von der englischen wie der italieni­schen Presse rückhaltlos anerkannt wird. So schreiben dieDaily News" um nur eine Presfestimme von vielen herauszugreifen:Nie­mand, der auf der Landkarte sieht, wie der pol­nische Korridor Ostpreußen von dem übrigen Deutschland abschneidet oder der sich der Begleit­umstände der oberschlesischen Volksabstimmung erinnert, kann ernstlich glauben, daß diese Gren­zen in sich selbst Stabilität besitzen." Die Vor­schläge, die von englischen Blättern und auch von einzelnen Vernunftgründen zugänglichen französischen Politikern wie dem Grafen d'Or- messon für eine Lösung des Korridorproblems gemacht werden, sind allerdings durchaus un­brauchbar und treffen nicht den Kern der Sache. Mit einer Rückkehr Danzigs zum Reich und der Verbesserung der Verbindungen an den Grenzen des Korridors allein, wie es derManchester Guardian" vorschlägt, ist Deutschland ebensowenig gedient, wie mit dem famosen Gedanken eines deutschen Korridors durch den polnischen Korri­dor, den der Graf d'Ormesson in die Debatte wirft. Nein, Deutschlands Revisionsforderung muh auf gänzliche Beseitigung des Korridors lauten. Ostpreußen muß, losgelöst toorn Mutterland«, von polnischem Gebiet auf ollen Seiten eingeschnürt, zugrunde gehen, wenn 'es nicht wieder mit dem Reiche verbunden wird, älnd andererseits sollten die Polen einsehen, daß der Korridor auch für sie geopolitisch wie stra­tegisch ein Unding ist, dessen zweifelhafter und stets bedrohter Besitz den Wert eines erträglichen Verhältnisses zu dem großen deutschen Nachbarn gewiß nicht aufzuwiegen vermag.

In einem Augenblick, wo der Gedanke einer europäischen Staatenorganisation aufgeworfen wird, die nur möglich ist unter gleichbe­rechtigten, freien, lebensfähigen Nationen, erscheint es gewiß nicht unbillig, wenn Deutschland die ^Überprüfung von Der- tragsbestimmungen verlangt, die seine Souveräni­tät beschränken, wie die entmilitarisierte Zone im West en oder die deutsches Land bedrohen, deutsche Wirtschaft lähmen und deutsche Kultur vernichten, wie die Lostrennung Danzigs, die Abschnürung Ostpreußens durch den Korridor und die Zerreibung Oberschlesiens im Osten. Die französische Presse jedoch möge sich den Rat ihrer britischen und römischen Kollegen zu Her­zen nehmen und den gänzlich unangebrachten Hehfeldzug gegen deutsche Minister einstellen, die lediglich das zum Ausdruck gebracht haben, was ganz Deutschland empfindet. Volk und Regierung werden nicht Nachlassen in der nach­drücklichen Betonung ihres Verlangens nach Re- vlsion der Ost grenzen und werden sich in dem einigen Streben nach diesem Ziel einer volks­politisch, kulturell und wirtschaftlich gesicherten Ostmark auch durch das Aleberschäumen chau­vinistischer Boulevardblätter in Paris und War­schau nicht einschüchtern lassen.

Zaleskis Kritik an Treviranus.

Zurückweisung durch den deutschen Gesandten in Warschau.

Berlin, 15. Aug. (LNV.) Ls trifft zu, daß der polnische Außenminister Zaleski die Rede des Reichsmlnisters Treviranus vom 10. d. 2TL zum Wnkif} genommen hat, um gegenüber dem deutschen Geschäftsträger in Warschau Einspruch da- gcgen zu erheben. Er machte geltend, daß die Rückwirkungen auf die deulsch-polnisihen Beziehun­gen ungünstige sein müßten.

Dec deutsche Geschäftsträger hat erwidert, daß ihm eine Diskussion über die Rede des Reichsmini st ers Trevira nus nicht möglich sei. Er hat aber darauf hingewiesen, nach feiner Kenntnis sei in der Rede des Herrn Reichs- Ministers nichts enthalten, was die Grundlage der deutsch-polnischen Beziehungen verändere oder mit den gellenden Verträgen nicht im Einklang stehe. Insbesondere sei es unsinnig zu glauben, der Reichsminister Treviranus habe anelne kriege­rische Aenderung der Grenzen denken können. Die Stellungnahme des deutschen Geschäfts- lrägers entspricht der Auffastung in den hiesigen

Für Ruhe und Ordnung im Wahlkampf.

Ein Erlaß des hessischen Innenministers.

Darmstadt, 15. Aug. (Am tlich.) Der hessische Minister des Innern Leuschner hat unter dem 15. August ein Verbot von Auf» und Um jügen, Durchmärschen und Sammeltransporten von Mitglie­dern nationalsozialistischer und kommunistischer Organisationen mit Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken oder Fahrrädern erlassen. Das Verbot stützt sich auf Artikel 123 Absatz 2 der Reichsverfassung (Aufhebung der Versammlungsfreiheit bei un­mittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit) als zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung nötig.

In der Begründung wird ausgeführt: In letzter Zeit ist es bei Almzügen und Aleber- landfahrten der genannten Organisationen, ins­besondere bei solchen Fahrten, die mit Kraft­fahrzeugen unternommen worden sind, immer wieder zu erheblichen Störungen der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit ge­kommen. Immer wieder haben sich bei solchen Gelegenheiten Belästigungen der Dev'öl- ferung, Tleberfälle auf friedliche Bürger und Zusammenstöße mit Andersdenkenden ereignet, die teilweise zu schweren Ausschreitun­gen ausgeartet sind. Die Vorgänge, die sich in den letzten Monaten in Beilsheim, Gunters­

blum, Goddelau, Michelstadt i. O., Rüsselsheim, Ober-Ramstadt und Griesheim bei Darmstadt ereignet haben, sind Beispiele dafür. Bei all diesen Vorgängen hat sich gezeigt, daß insbe­sondere bei Almzügen ortsfremder Gruppen der genannten Organisationen die Benutzung schneller Beförderungsmittel insofern einen Anreiz z u Ausschreitungen bietet, als die Rechtsverletzer glauben, sich einem poli­zeilichen Zugriff leicht und rasch entziehen zu können. Die erwähnten immer zahlreicher werdenden Almzüge bedeuten deshalb für die Polizei eine unverhältnismäßige Belastung. Da­neben macht die große Beweglichkeit der auf schnellen Fahrzeugen umherziehenden Gruppen es der Polizei vielfach unmöglich, Ausschreitun­gen und Störungen der öffentlichen Ordnung zu verhüten. Da sich die Gegensätze in letzter Zeit immer mehr zugespiht haben, liegt deshalb eine unmittelbare Gefahr für die öffent- liche Sicherheit vor bei allen Durchmärschen, Auf- und Almzügen, die von Mitgliedern der ge­nannten Organisationen auf Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken oder Fahrrädern veranstaltet wer­den, und es ist auch zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung not­wendig, Sammeltransporte auf den genannten Beförderungsmitteln zu unterbinden.

Schwerer AordweMm an der Wasserkante.

Hamburg, 16. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der seit Donnerstag über der Ncnrdsee und dem Gebiet der Alnterelbe wehende starke Nord- w e st st u r m. verbunden mit wolkenbruchartigen Regengüssen, hat der Elbe einen wesentlich er­höhten Wasser st and gebracht. Freitag­abend 9 AIHr war im Hamburger Hafen bei Hochwasser der Wasserstau!) über 1,5 Meter höher als Mittelhochwasser. Durch die recht­zeitigen Wettermeldungen der Seewarte konnten alle Vorsichtsmaßnahmen getrof­fen werden. Bei weiterem Fallen des Baro­meters nimmt der Sturm an Heftigkeit zu. Das Hochwasser hat das Hafengelände in eine Wasserwüste verwandelt. Der Dadebetrieb muhte wegen des Alnwetters un­terbrochen werden. Etwa 50 Dampfer aller? Nationen liegen auf der Elbe vor Anker. Bei den Feuerschiffen suchen die Schiffe ebenfalls Schutz. Aus der Gegend des englischen Kanals haben verschiedene Schiffe 808-Rufe gegeben.

An der hannoverschen Seite des Unterelbegebietes find gewaltige Regenmassen niedergegangen. Riesige Wassermassen strömen aus den Mooren den Gräben und Flüssen zu. Die Schwinge kann die so plötz­lich auftretenden Mengen nicht bewältigen und hat bereits Wiesen und Weiden überflutet. Auch auf der Geest ist sehr viel Regen gefallen, so daß auch an der Oste Ueberschwemmungen zu verzeichnen sind. Der Hauptwafserstrom ist erst für die kommenden Tage zu erwarten, wenn das aus den Mooren ab­fließende Wasser die Niederungen erreicht.

In Bremen setzte der Sturm in der Nacht zum Samstag mit großer Heftigkeit wieder ein. Er erreichte zeitweilig eine Stärke bis zu 25 Sekundenmeter. Dachziegeln liegen auf den Straßen umher. Viel Schaden hat der Sturm in landwirtschaftlichen Betrieben angerichtet, wo das Vieh auf den Weiden stellenweise bis zu den Knien im Wasser steht. Das Wasser ist bereits verschiedentlich in Keller und Kücheri eingedrungen, so daß die Feuerwehr in Tätigkeit treten mußte. Der Wasserspiegel der Weser stieg etwa um 1,50 Meter über Normal.

Schneefall an der nordfranzöslschen Küste.

Seit 24 Stunden herrscht an der Küste der Normandie ein zhklonartiger Sturm, wie er um diese Iahreszeit nur selten beobachtet wor­den ist. Zwischen Deauville und Trouville muhte der Schiffahrtsverkehr vollständig e i n g e ft e 111 werden. Die Fischerboote haben in aller Eile die schützenden Häfen ausgesucht und selbst der Passa­gierverkehr zwischen Le Havre und Trouville konnte nicht durchgeführt werden. In Poissy wurde ein bisher noch nicht dagewesenes Natur­schauspiel verzeichnet. Das Barometer war in den letzten Tagen bereits wesentlich gefallen und der Himmel vollkommen bedeckt. Am Donnerstag­morgen fiel während einer halben Stunde Schne e und bedeckte den Erdboden mit einer feinen Schicht, die aber bald zerrann.

maßgebenden politischen Kreisen. Sämtliche deutschen Regierungen haben hinsichtlich der deutsch­polnischen Grenzen stets dieselbe Auffas­sung vertreten und über diese Auffassung n i e einen Zweifel aufkommen lassen.

Das liberale Wahlabkommen in Württemberg und Vaden.

Sammlung heißt die Parole".

Karlsruhe, 15. Aug. (WTB.) Von der Deut­schen Staatspartei und der Deutschen Volkspartei wird mitgeteilt: Die zwischen der Deutschen Volks- Partei und der Deutschen Staatspartei in Baden und Württemberg schwebenden Verhandlungen über ein Wahlabkommen haben heute zum Ziele ge führ t. Beide Parteien stellen einheitliche W a h l l i st e n auf. In Baden wird die Einheits­liste von Reichsminister Dr. Eurtius und Reichs­minister Dietrich angeführt. An der Spitze der württembergifchen Einheitsliste stehen Dr. Theodor H e u ß und der bisherige volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Keinath. Die beiden Kreis- wahloorschläge werden miteinander ver­bunden.

Beide Parteien haben sich zu diesem Schritt ent­schlossen, um dem Staatsbürgertum in nunmehr geschlossener Front die ihm gebührende Machtposition zu geben, die im Interesse der Ge­sundung von Staat und Wirtschaft notwendig ist. Sie erstreben eine nur vom staatspolitischen Geiste getragen«, nach allen Richtungen hin unabhängige Reichstagsmehrheit. Nicht Jnteressenpolitik, sondern Staatspolitik, nicht Zersplitterung, sondern Sammlung heißt die Parole.

Kritik an der HugknbergschenTributabgabe"

Eine Stimme aus der Industrie.

Berlin, 15. Aug. (ERB.) DieDeutsche Tages­zeitung" gibt eine Kritik des ehemaligen deutsch­nationalen Reichstagsabgeordneten Dr. I. W. R e i- chert, vom Verband der Eisen- und Stahlindustrie, zu dem Vorschläge Hugenbergs einer Tributabgabe wieder. Dr. Reichert weist darauf hin, wie bestechend der Hugenbergsche Vorschlag auf den ersten Augen­blick erscheint und wie er bereits auf viele mit der Außenhandelspolitik nicht Vertraute verblüffend ge- wirkt habe. Hugenberg habe jedoch es außer acht gelassen, daß die Einführung einer solchen Tribut­abgabe nicht nur G e g e n m a ß n a h m e n s ch ä r f- st er Art seitens des Auslandes herausfordern, sondern auch auf den deutschen Binnen- m a r k t drohende Rückwirkungen hervorbringen wurde. Bei der Abhängigkeit der deutschen Industrie vom ausländischen Roh- und Halbstoff­markt würde die löprozentige Abgabe einer 15pro- zentigenV erteuerung gleichkommen, also einer Erhöhung der Produktionskosten und eine Schwächung der Wettbewerbs­fähigkeit gegenüber fremder Waren, sowie eine Vergrößerung der Arbeitslosig- kei, herbeiführen. Die Verwirklichung des Hugrn- bergschen Vorschlages würde zudem die Einführung eines völlig neuartigen Verzollungssystems neben een bisherigen Gewichtszöllen erfordern nämlich den Wertzoll. Die Einführung eines solchen Zollsystems aber würde ein neues Heer von

Beamten und Ange st eilten von etwa hun­derttausend Köpfen notwendig machen und für die deutsche Ausfuhr die schwer st en Rück- schlüge mit sich bringen, wenn auch andere Völker sich entschließen würden, ihrerseits zum Wertzollsystem zurückzugehen. Der Hugenbergsche Vorschlag böte keine Gewähr dafür, daß er die Tri­butfrage in einem für Deutschland günstigen Sinne aufrollen und zur Beseitigung des Youngplanes führen würde; zahlreiche Industrie- und Handels­betriebe aber, ja sogar ganze Wirtschaftszweige, würden in ihrer Existenz bedroht, wenn nicht sogar völlig vernichtet werden.

Aus der Wahlbewegung.

Wie die Deutsche Bauernpartei mit­teilt, tritt sie bei der bevorstehenden Reichstags- Wahl völlig selbständig auf. Nachrichten, daß die Deutsch« Bauernpartei irgendwelche Verein­barungen mit der landbündlerischen Christlich- Nationalen Daussrn- und Landvolkpartei getrof­fen habe, seien unrichtig. Ebenso unrichtig sei die Behauptung, daß im kommenden Reichstage eine Verbindung zwischen Bauernpartei und Landvolkpartei beabsichtigt sei.

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Die Deutsche Dolkspartei gibt ihre Kandidatenliste für den Wahlkreis Düssel­dorf-Ost bekannt. Spitzenkandidat ist Staats­sekretär Schmid. An zweiter Stelle steht Re­dakteur Dr. Bartz, Essen.

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Der Vertretertag des Wahlkreises II Berlin der Deutschen Volkspartei stellte an die Spitze seines Wahlvorschlages den ehemaligen Reichs- wirtschaftsminister von Raumer, der diesen Wahlkreis seit langen Iahren im Reichstag vertritt.

Die Kandidatur des Grafen Westarp im 35. Wahlkreise Mecklenburg-Lübeck für die Konservative Volkspartei ist gesichert.

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Der ehemalige Komtur und Mitbegründer des Iungdeutschen Ordens für Nassau, Syndikus Leydhecker (Dillenburg), ist aus dem Iung­deutschen Orden ausgetreten, nachdem der Orden von feinen Mitgliedern die Zugehörigkeit zur neugegründeten Deutschen Staatspartei verlange und diese ohne Widerspruch des Ordens ein Zu­sammenarbeiten mit links als möglich und mit rechts als unmöglich bezeichne.

Die Deutschnationale Volkspar tei wird bei der Reichstagswahl den bisherigen Ab­geordneten Landwirt Wege aus Follstein (Grenzmark) als Spitzenkandidaten im Wahl­kreis Frankfurt a. d. Oder aufstellen. Die ersten Plätze auf der Liste der Konservati­ven haben Dr. h. c. von Keudell - Hohen- lüboichow, Dr. AI 11 m a n n, der Herausgeber der Deutschen Wacht", und Ministerialdirektor a. D. von Kameke. Die Liste der Deutschen Dolkspartei fuhrt wieder Dr. H o f f, die Staatspartei Dr. Fischer vom Hanfa- Bund, das Zentrum Studienrat Warnke- Schneidemühl und die Sozialdemokraten Otto Wels.

Aus aller Well.

Die Bayreuther Festspiele.

Die Festspiele nahen chrem Ende. Es stehen nur noch vier Aufführungen auf dem Spiel­plan, und zwar nach Beendigung desRing der Nibelungen" nochTannhäuser" am 20. undParsifal" am 21. August. Am Freitagabend wurde dieW a l k ü r e" gespielt. Der Wotan wurde wohl noch nie besser wieder­gegeben, als ihn Friedrich Schorr brachte. Ne­ben ihm als Drünhilde Frau Nany Larsen- Todsen. Ihre Stimme bereinigte sich mit der Friedrich Schorrs in wunderbarer Harmonie. Karin Dranzell gestaltete einzigartig mit ihrer klangvollen und reinen Stimme die Fricka. Blen­dend war auch die Leistung Emmy Krügers als Sieglinde. Gunnar Graarud, der den Sieg­mund sang, zeigte, daß er auch diese Rolle in gesanglicher und mimischer Hinsicht vollkommen beherrscht. Auch die Walküren paßten sich vol­lendet in den Rahmen des Ganzen ein. Das Orchester spielte unter Elmendorffs Lei­tung sehr gut. Die Inszenierung war, haupt­sächlich im Feuerzauber des letzten Aktes, fabel­haft schön.

Drei Touristen in den Alpen etffbren.

Der Münchener Bergwacht wird von der Ret­tungsstelle Kufstein mitgeteilt, daß am Freitagnach­mittag die Touristen Heinz Klump aus Berlin, Franz Kienz aus Karlsruhe und Dr. Paul Fische, Mitglied der Wiener Lehrersektion, am Kopftoerlgrat als erfroren gemeldet wurden.

3m Rausch seine Frau erschossen.

Der Besitzer Friese aus Paradies bei Mohrun­gen hat seine Frau erschossen und dann Selbstmord begangen. Friese neigte zum Trunk und war im Rausch jähzornig. Seine Frau und Kinder litten sehr unter den Wut­anfällen des Mannes. Als der Mann nach Hause kam, hatten sich Frau und Kinder in ein Zimmer geflüchtet und dort hinter einer Tür versteckt. Der Wüterich gab mehrere Schüsse gegen die Tür ab. Die Kugeln durch­schlugen die Türfüllung und trafen die Frau so unglücklich, daß sie schwerverletzt zusammenbrach. Darauf schoß sich Friese eine Kugel in den Kopf. Er war auf der Stelle tot. Die Frau verstarb im Krankenhaus.

Ein Mord nach neun Jahren aufgeklärt.

Die Kriminalpolizei nahm einen ßanbftreirfjer fest, der sich Friedrich Nurckpel nannte und den Polizeibeamten auch entsprechende Ausweispapiere vorlegte. Dennoch schöpfte man Verdacht, da nach den Papieren der Betroffene 52 Jahre alt war, in Wirklichkeit aber das Aussehen eines etwa 35 bis 40 Jahre alten Mannes hatte. Aus diesem Grunde wurde Rumpel dem Erkennungsdienst vor­geführt. Durch die Daktyloskopie wurde der Festgenommene aber als der in Bartenstein in Ost­preußen geborene Robert Konrad festgestellt, der bereits wegen vorsätzlicher Brand st iftung zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Konrad hatte auch, wie die weiteren Ermittlungen ergaben, allen Grund, unter falschem Namen zu leben. Er hat 1921 in Bochum einen A r - b e i t s k o l l e g e n ermordet und beraubt und wurde steckbrieflich gesucht. Als man dem Mann die Tat auf den Kopf zusagte, legte er ein umfassen­des Geständnis ab.

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Wettervoraussage.

Langsam zieht der Wirbel unter allmählicher Ab- ftachung ostwärts nach Südskandinavien und der Ostsee. Im Bereich seiner Rückseite gestaltet sich über Deutschland das Wetter immer noch unfreundlich und regnerisch, während der hohe Druck im Süd- roeften sich weiter nordwärts nach den britischen Inseln ausdehnt und dort besseres Wetter bringt. Allmählich dürfte auch bei uns der Luftdruck an- fteigen und damit eine Besserung, d. h. etwas auf« heiterndes Wetter eintreten, wenn auch zunächst durch die abziehende Störung einzelne Schauer nicht ausgeschlossen sind.

Aussichten für Sonntag: Anfänglich noch wechselnd wolkig mit einzelnen Schauern, dann aufheiternd und etwas besferes Wetter, aber kühl.

Aussichten für Montag: Teils wolkig, teils ausheiternd, meist trocken, tagsüber etwas wärmer.

Lufttemperaturen. Am 15. August, mittags 16,0 Grad Celsius: abends 12,6; am 16. August morgens 10,0; Maximum 16,0, Minimum 9,2. Erdtempe­raturen in 10 cm Tiefe. Am 15. August, abends 15,4 Grad Celsius; am 16. August, morgens 12,2; Niederschläge 3,5; Sonnenscheindauer 3i Stunden.

Reisewellerdienst.

Borkum. 14 Grad. Westwind, wolkig und regnerisch.

We ste rl an d au f S y l t. 10 Grad, Südwest- toinb, halb bis ganz bedeckt.

Freiburg u Dr. 12 Grad, DüdwestWirch, Halb bis ganz bedeckt.