Ausgabe 
16.7.1930
 
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ün Amtsblatt des thüringischen Ministeriums das Urteil des Staatsgerichtshofes mit seiner Begrün- düng o« r ö f f e n t l i cht rnirb. Dies werde dann als Aufhebung des Erlasses gelten.

Schwere Llnruhen in Alexandrien.

Nationalistische Demonstrationen. Auch Europäer getötet.

London, 15. Juli. (lel.-Un.) In Alexandrien sind am Dienstag schwere Unruhen ausgebrochen, die noch ondauern. Sie begannen am Morgen, als von den Nationalisten ein zweistündiger Ge­neralstreik angekündigt wurde. Demonstranten Aogen mit dem NusSang lebe Na hab Pascha" durch die Straßen. Tine erregte Menge griff die Polizei mit Steinwürfen an und bemächtigte sich des Mahomet-Ali-Platzes im Zentrum der Stadt. Sic wurde aber bald von der Polizei auseinander- getrieben. Die Europäer suchten in der Börse eine Zuflucht. Die Menge stürzte mehrere Kraftwagen um und setzte sie in Brand. Die Polizei zog sich auf das^Dach des Gerichtsgebäudes zurück und eröffnete von dort ein Feuer auf die Menge. Nach amtlichen Mitteilungen find bei den Unruhen 14 Personen, darunter a ch t Europäer getötet und 250 verwundet worden. Die Anzahl der Schwerverletzten ist groß. Unter den acht Euro­päern befindet sich auch ein Italiener. Die Börse von Alexandrien und zahlreiche Geschäft« waren g e» schlossen.

Nie antifaschistische Klugzeug­propaganda.

Der Bericht desDessinerPolizeiPra,identen

Bern, 15. Juli. (Schweizerische Depeschen­agentur.) Der Tessiner Polizeipräsident erstattete dem Ches des Eidgenössischen Justiz- und Pvlizei- departements über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung im Falle Dassanefi Bericht. Danach bestreitet Dassanesi erwiesene Tatsachen. eS steht jedoch fest, daß er die Propaganda- schristen in Mailand abgeworfen hat. Dicht aufgeklärt ist die Rolle, welche der ehemalige Besitzer des Flugzeuges, ein Pariser Zeitungsverleger, hinsichtlich der Vor­bereitung und Ausführung des Fluges gespielt hat. Beim ikberflicgen der Stadt Mailand war er nicht an Bord des Flugzeuges. Er ist in jener Zeit von Bellinzona abgereist. vermut­lich direkt nach Paris, denn er hat sich von dort auS nach dem Befinden Bassanesis erkundigt. Dicht aufgeklärt ist die Vorbereitung und D^- laduna der Flugblätter in Lodrcnv. Rechtlich ist festaestellt. daß der Flieger den DundeSrats- beschluß über den Luftverkehr von 1920 ver­letzt yat und deshalb zu bestrafen ist

HeichstagSauflösung in Zinnland.

chelfingfors, 16. Juli. (TU. Funkspruch.) Der Finnlondische Reichstag wurde um Mitternacht durch Dekret des Staatspräsidenten a u f a e l ö st. Wie ver­lautet, werden die Neuwahlen nachdemLappo- Wahlgesetz oorgenomrnen werden, dos nachträg­lich durch den neuen Reichstag Gesetzeskraft erhal­ten soll. Der Grund für die Auflösung ist darin zu suchen, daß sich durch Opposition der So­zi a l i st c n für das von der Regierung vorgclegte, von der Lappobewegung gutgeheißene Staats- schutzgcsetz keine verfassungsmäßige Mehrheit fand. Die Lappoführer Kosola und Herttua sind in Helsingfors eingetroffen, um die Er- eigniffe an Ort zu verfolgen. In einem Aufruf aus Anlaß des Jahrestages der russisch-finnifchen Kämpfe wendet sich die Lappoführung an die Bevölkerung mit einem Aufruf, in dem noch einmal die Not­wendigkeit der A n t i k o m m u n i ft e n g e s e tz e be­tont wird.

Aus aller Welt.

Start

desGraf Zeppelin" zur zweiten Nordlandfahrt.

Friedrichshafen, 16.3uli. (WTB. Funk- fpruch.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute vormittag 7.14 Uhr unter Führung von Kapitän Lehmann zu seiner zweiten Dordlandfahrt aufgestiegen. Die Fahrt wird 50 bis 60 Stunden dauern. Das Luftschiff wird im Lause des Frei­tags zurückerwarte i. Die Fahrtroute wird die­selbe wie bei der ersten Fahrt sein. Die Wetter- Verhältnisse sind einigermaßen günstig. An Bord befinden sich 22 Passagiere darunter General Dobile und der spanische General Herrero.

3n Hausdors fünf weitere Opfer geborgen.

In der vergangenen Dacht gelang es den Der- gungsmannschaften, aus den, Kurtschacht fünf weitere Tote zu bergen, so daß die Zahl der noch in der Grube befindlichen Bergleute 39 beträgt. Gestern wurden einige weitere Opfer in' ihren Heimatgemeinden beigefetzt

Sühne für eine politische Bluttat.

3n Frankfurt a. O. wurde im Schwurgerichts- Prozeß gegen vier Fürstenwalber Arbeiter, die am 25. Mai das Mitglied des Stahlhelms Rü­diger von Maslow erstochen haben, folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte Behnke erhält wegen Körperverletzung mit Todessolge fünf Jahre, Schmattek 11 2.&be 1 Jahr und Iurcsch 9 Monate Gefängnis.

Eine Sturzwelle vernichtet neun Menschenleben.

In dem kleinen italienischen Badeort Montalto di Castro hat sich ein schweres Unglück ereignet. Eine große Sturzwelle riß vom Badestrand neun Menschen mit sich auf das Meer hinaus. Die Wucht der Welle war so stark, daß di« sofort unternom­menen Rettungsversuche o h n e Erfolg blieben. Bis jetzt wurden sieben Leichen geborgen.

vom Hamburger Schachländerkamps.

Am Dienstag wurden zwei Runden, von denen jedoch nur wenig Partien zu Ende gingen, gespielt. Bei der 3. Runde sah man Weltmeister A l > e ch i n wieder unter den Spielenden. Er gewann gegen Stahlberg (Schweden) durch einen sicher durch- geführteN-König-Angriff. Die Spiele Deutsch­land Spanien gingen 2:1 aus bei einer Hängepartie und Deutschand Frankreich 2:0 bei zwei Hängepartien.

3n einer Grotte verunglückt.

Als bei Potenza (Italien) ein Bauer mit feinen drei Söhnen in der Nacht während eines heftigen Gewitters in eine Grotte flüchtete, stürzte die Decke der Grotte unter der Einwirkung des eindringenden Doffers ein und begrub die vier Unglücklichen.

Aus der Provinzialhauptstadt,

siehen, den 16. 3uli 1930.

Dom Glück des Lebens.

3n einer Gesellschaft beim Fürsten BiSmarck in FriedrichSruh wurde auch einmal vom Glück gesprochen. Eine junge Dame sagte zu ihm: Durchlaucht sind doch ein glücklicher Mann!" Der Altreichskanzler erwiderte: ,Glücklich? WaS nennen Sie glücklich? Gin glücklicher Mensch bin ich selten gewesen. Wenn ich die spärlichen Mi­nuten wahren Glückes zusammenzähle, so kommen im ganzen nicht mehr als vierundzwanzig Stun­den heraus." Als die glücklichsten Augenblicke seines Lebens erwähnte er dann zwei: wie er als Knabe feinen ersten Hasen geschossen hatte, und als er sich mit seiner nachmaligen Frau, Johanna von Puttkamer, verlobte. Er fügte noch bei, sein ganzes Leben sei ein Hetzen und Sagen gewesen, bei dem er nie zum rechten Genuß gekommen sei. Zur Glücksempfindung gehöre Da- turanlage, daS richtige Temperament. DaS habe sein alter kaiserlicher Herr gehabt' er habe oft wahrgenommen, wie dieser sich eines GlückeS kindlich gefreut habe.

Aehnliche Anschauungen vom Glück haben viele bedeutende Männer ausgesprochen. Es ist nicht sehr erquicklich für den hartnäckigen Sucher nach dem Glück, was die Denker, von Hiob, Salomo, Sophokles bis zu Leopardi, Goethe. Schopen- ?lauer, Humboldt und Ibsen, freilich erst in ihren päteren Lebensjahren, über das Glück des Le­bens dachten. Resigniert stellten sie überein­stimmend fest, daß der Mensch zum Leiden ge­boren fei; alles ist eitel: es gibt kein Glück, und wenn es eins gibt so ist es so flüchtig, daß eH eigentlich kein wahres Glück ist. Alexander von Humboldt fagt in feinen Memoiren: .Das ganze Leben ist der größte Alnfinn. Unb wenn man achtzig Jahre gestrebt und geforscht hat, so muß man sich doch endlich gestehen, daß man nichts erstrebt und nichts erforscht hat. Wüßten wir nur wenigstens, warum wir auf dieser Welt sind. Aber alles ist und bleibt dem Denker rätselhaft und daS größte Glück ist noch das, als Flach- kops geboren zu sein." Goethe hat den Wert des Lebens am tiefsten erkannt und das Glück des Lebens in mannigfaltigen Ausdrücken gepriesen. DaS Glück der Liebe, des Schaffens und Wir­kens, der Freundschaft, des DaturempfindenS, Goethe wußte, daß dem Slücksgefühl Schranken gesetzt sind:Alles in der Welt läßt sich er­tragen, nur nicht eine Reihe von guten Tagen." An anderer Stelle läßt er Suleika Tagen: .Höchstes Glück der Erdenkinder ist doch die Persönlichkeit." Goethe laßt aber den Begriff Glück viel weiter als in diesem viel zitierten Ausspruch. Seinem Gefühl entspricht mehr das, was er im Gegensatz dazu Hatem sagen läßt: .Doch ich bin auf anderer Spur" und er findet .alles Grdenglück vereint in Suleika nur, nämlich wie Hatem weiter fagt im Verschwinden seiner Persönlichkeit in der Geliebten und im Wiederfinden der Persönlichkeit durch die Ge­liebte. Das Aufgeben der Eigenpersönlichkeit und ihre Erhöhung zur Doppelpersönlichkeit: Mann und Weib. Goethe schließt den Kreis der Vor­bedingungen, wenn er den Menschen zuruft, .edel, hilfreich und gut" zu sein, und wenn er wünscht, auf freiem Grund mit freiem Volk zu stehen". Doch ein anderes schönes Wort hat Goethe im Tasso" gesagt:Es gibt ein Glück, aber wir kennen es nicht, und wenn wir eS kennen, so wissen wir es nicht zu schätzen." Im hohen Alter verfiel auch dieser Geist pessimistischen Stimmun­gen. In seinen Gesprächen mit Sckermann treten sie deutlich hervor:Wir leiden alle am Lebern. Man hat mich immer als einen vom Glück be­sonders Begünstigten gepriesen: auch will ich mich nicht beklagen und den Gang meines Le­bens nicht schelten. Allein im Grunde ist es Mühe und Arbeit gewesen, und ich kann wohl sagen, daß ich in meinen fünfundsiebzig Jahren keine vier Wochen eigentliches Behagen gehabt habe. Es war das ewige Wälzen eines Steins, der immer von neuem gehoben sein wollte."

Keiner verfolgte mit feinen Aussprüchen über das Glück den Zweck, oic anderen zu überzeugen. Sie wußten, daß jeder Mensch sein eigenes Glücksideat hegt, der Schweinehirt sich wünscht, König zu fein, um seine Schweine zu Pferde hü­ten zu können, wie es in den Märchen steht, die dem Leben oft viel näher stehen als realistische Schilderungen des Alltags. Das Glück, das man vom Leben erhofft, wandelt sich je nach den Um« ständen und Stimmungen Paul Heyse ruft ein­mal aus:Lieben und geliebt zu werden, o Göt­ter, welch ein Glück!" ilnö ein andermal: .Ich hab ein Glück, das ich höher schätze als alle- Gold aus Perus Ebene: ich hatte niemals Vor­gesetzte und niemals Untergebene." ES ist nicht verwunderlich, daß Glück und Liebe am meisten miteinander in Verbindung gebracht werden. Der Begriff des Menschen verbindet Mann und Weib Plato hat die Liebe so erklärt:Ur­sprünglich war das Männliche und Weibliche in einem Individuum vereinigt; die Entwick­lung hat sie getrennt, und nun sucht jede Hälfte die andere, und glücklich können sic beide nur werden, wenn sie einander gefunden hoben." Sind wir viel weiter gekommen? Sagt die neueste Entdeckungsspielerei über den Liebes- bazillus und die Darstellung der Liebe als Krankheit mehr aus? Wer kann die Be­griffe .krank" und .gesund" gegeneinander ab­grenzen? In den Glucksträumen der Menschen wird die Liebe in allen Verzweigungen und Ab­stufungen wohl immer die wichtigste Rolle spielen.

Die Anschauungen vom Glück wandeln sich nicht allein bei jedem Menschen, sondern auch mit den Zeiten Im allgemeinen unterscheidet sich aber das irdische Glücks begehren der Ver­gangenheit und Gegenwart nicht wesentlich vonein­ander. Gestern wie heute spannt der eine den Glückvbegriff über das ganze Leben aus, der andere sieht in ihm etwas Zufälliges, Augen­blickliches, rasch Vorübergehendes. Jener glaubt darin das Glück zu finden, daß er sich aus­wirkt und auslebt, damit er nach einem tätigen Leben satt und müde zur Ruhe gehen kann; die­ser sieht sein Ideal in einem kurzen Glücks- gefühl, das nicht oft im Einzeldasein das Le- bensgesühl erhöht. Es gibt glückliche Daturen, die schnell beglückt sind und vieles als einen Glücksfall betrachten, was der andere als selbst­verständlich hinnimmt. Diese Menschen sind sehr feiten. Viel weiter verbreitet ist die Kategorie, die jene Mitmenschen umfaßt, die sich häufig un­glücklich fühlen, weil man ihnen sagt, daß sie unglücklich sind. Der Mensch - ist im allgemei­nen so daran gewöhnt, von seiner Rot und Sorge zu sprechen, daß er kaum auf diejenigen achtet, die ihn von seinem Glück überzeugen wollen. Die Proselytenmacher deS Glückt sind

allerdings oft feine febr angenehmen Dach^ bam, ebensowenig wie die, die schnell bei der Hand sind, neue Lehren aufzustellen und un­sere Ideen über die Güte, den Reid, den Schmerz und das Glück zu revidieren. Es ist schon unendlich viel über das Glück geschrie­ben worden, am Ende steht immer wieder die alte Weisheit, daß daS Glück nicht draußen, sondern in unS selbst ist. In uns selbst wuchern die zahllosen Vorurteile, die daS Glücksgefühl unterdrücken und die Fähigkeiten der Seele er­sticken, den Augenblick deS GlückeS zu erfassen. SS ist ein alter Ersahrungssatz, daß wir uns oft viel später erinnern, glücklich gewesen zu sein.

DaS Glücksempsinden ist ein Teil jenes 2c- benSgefühlS, das feine geistigen und sozialen lln- terfchiede fennt. Aber auS dem, waS der Mensch für sein Glück hält, kann man einen Schluß auf seinen Charakter ziehen. So wenig wie Reichtum daS Dlücksempfinden verstärkt und Armut eS vermindert, so wenig fördert e- der Ruhm, die Stellung und das Anfehen. Sie sind aber eng mit ihm verbunden durch daS Medium eines tätigen, nützlich angewandten Le-

Wenn Ihre

Empfehlungsanzeige

in der Freitags- oder in der Samstags­nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

werben soll

dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf

bens, im Sinne der Worte Schleiermachers, daß das höchste Glück nicht erfüllte Wünsche, sondern erfüllte Pflichten seien. E. O.

Taten für Donnerstag, 17. Juli

Sonnenaufgang 4.02 IHjr, Sonnenuntergang 20.09 Uhr. Mondausgang 22.51 Utjr, Mond- un ter gang 10.54 Uhr.

1787: der Industrielle Friedrich Krupp in Gssen «cboren;i 1860: die Schriftstellerin Clara Vie- ig in Trier geboren; 1924: der italienische Politiker Riciotti Garibaldi in Rom gestorben.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Histo­rische Fachschaft der Universität: Vortrag von Uni- oerfitätsprofeffor Dr. Dieterich über das Thema ..Die Reichsreform und Hessen ..20 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Die verschwundene Frau" undVater, ich klage dich an".

Gteuerausschlagsähe für 1 93O.Die vom Stadtrat beschlossenen vorläufigen Steuer» ausschlagsätze für 1930 haben bisher noch nicht die Genehmigung der zuständigen Ministerien gesunden. Dadurch wird die Anforderung der Steuern verzögert. Die Stadtkasse wurde daher ermächtigt, Abschlagszahlungen bis zur Höhe der für das abgelaufene Jahr zu zahlenden Beträge entgegenzunehmen. Den Steuerpflichtigen wird empfohlen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, da andernfalls durch die bis zur Aus­gabe der Steuerbescheide voraussichtlich einge­tretene Fälligkeit mehrerer Ziele die Zahlung der dann fälligen Beträge mit Schwierigkeiten verbunden fein könnte. (Vgl. die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.)

Teilweise Aufhebung der An- stellungs - und Beförderuirgssperre. Wie von zuständiger Seite bestätigt wird, hat daS Hessische Dtaatsministerium die vor einigen Monaten auS Anlaß der Sparmaßnahmen an- geordnete Einstellungs- und Beförderungssperre für Staatsbeamte und Deamtenanwärter auf­gehoben. Lediglich einige Einschränkungen, die aus Landtagsbeschlüssen beruhen, sind aufrecht­erhalten worden.

** Zur Befreiungsfeier in Mainz wird uns vom Hessischen Sängerbund geschrie­ben: Am Sonntag. 20. Juli, findet in Mainz die offizielle Befreiungsfeier in Anwesenheit des Herrn Reichspräsidenten statt. Im Rahmen dieser Feier wird auch der gesamte Hessische Sänger­bund mitwirken. Aus allen drei Provinzen un­sere- Hessenlandes werden die Gesangvereine mit ihren Fahnen in Mainz zu einem mächtigen Massenchor zusammentreten. Zu diesem Zweck sind aus allen Richtungen Sonderzüge eingesetzt, welche die Teilnehmer nach Mainz bringen sollen. Auch von Gießen fährt an dem gleichen Tage um 6.30 Uhr ein Sonderzug; er halt 653 ilf>/ in Butzbach. 7.06 Uhr in Bad-Dauheim, 7.15 Uhr in Friedberg, 7.41 Uhr in Homburg und ist 8.26 Uhr in Mainz. Die Rückfahrt erfolgt mit gleichem Zuge 19.30 Uhr. Die Sonderzugskarten können schon am Tage vorher gelöst werden, der Preis berechnet sich wie Sonntagskarte; die Benutzung des Sonderzuges ist für jedermann gestaltet. Allen, die das große Ereignis in Mainz miterleben wollen, sei diese Gelegenheit aufs wärmste empfohlen. Die Führung hat der Gauvorsitzende des Hessischen Sängerbundes, E. K o ch, Gießen

Sine Entschließung der Gießener Studentenschaft. Der Allgemeine 6tu» denten-Ausschuß der Landesuniversltät bittet uns, von der folgenden Entschllehung der Studenten­schaft Kenntnis zu geben ^Die deutsche Studen­tenschaft der Universität Gießen erhebt zusammen mit allen Kreisen des deutschen Volkes schärfsten Protest gegen die den deutschen Volksgenossen in Südslawien zuteilgewordene Behandlung, ins­besondere gegen die unglaublichen Brutalitäten, denen die deutsche Dichterin Hilde Isolde Reiter als Vorkämpferin für die Erhaltung des deut­schen Volkstums in Südslawien ausgesetzt worden ist. Eie fordert, daß die südslawischen Behörden die Urheber dieser Schandbarfeit mit aller Strenge bestrafen, daß für diese Beleidigung des gesamten deutschen Volkstums in entsprechender Weise ©enugtuimg geschieht und daß in Zukunft als Wiedergutmachung für diese unglaublichen Ereignisse den Deutschen in Südslawien alle ihnen als nationale Minderheiten zustehenden Frei­heitsrechte in vollem Umfange eingeräumt werdem"

** Ein schönes Beispiel tätiget Dächstenliebe. Der Kegelclub Humor Gießen faßte den Beschluß, feinen geplanten Ausflug einstweilen zurückzustellen und den dafür vor- aesehenen Betrag den Hin terbllebenen bei der Grubenkatastrvphe in Hausdorf zu stiften. Der Klub hofft durch dieses nachahn^n-werte Beispiel die Mildtätigfett der Gießener Bevölkerung an- zuregen, damit den schwer betroffenen Volks­genossen im Grubenrevier eine recht tatkräftige Unterstützung auch von Gießen zuteil wird

Dom Flugplatz. Wie man uns nütteili, ist der bereits in Gießen bekannte Barum-Flieger hier eingetroffen und wird feine Kunslfluge dem Publikum vorführen.

berliner -Sörie.

Berlin, 16. Juli. (WTB. Funkfpruch) Da ein« Entfcheidung in der Politik immer noch aussteht, lag der heutige Frühoerkehr vollkommen gefchaftslos, und die Spekulation bekundete weiter äußerste Zu­rückhaltung. Auch das unregelmäßige Neuyork konnte der Tendenz des hiesigen Marktes keine Rich­tung geben. 81m Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,61, London gegen Mailand 92,88, London gegen Spanien 42,05, London gegen Buenos 40,90, London gegen Kabel 4,865054, London gegen Berlin 20,38, Kabel gegen Berlin 4,1890.

Die Wetterlage

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Wettervoraussage.

Die sich gestern schon an der Westküste Ir­lands zeigende Störung ist unter Vertiefung weiter vorgedrungen und liegt heute morgen mit ihrem Kem über dem Zentrum der britischen Inseln. Sie weist dort Barometerstände von unter 745 Millimeter auf. Bei dem Wei terzua des Tiefs wird die Witterung in Deutschland einen unbeständigen Charakter annehmen, zumal zunächst die Warmluft an der Vorderfeite stär­kere Eintrübung und Diederfchläge bringt Da jedoch an der Rückseite rasch kühlere Quftmaffen Nachfolgen, fo werden die Temperaturen später einen Rückgang erfahren, womit stellenweife Ge­witterstörungen verbunden sind.

Wettervoraussage für Donners- t a g. Unbeständiges und regnerisches Wetter, später etwas kühler.

L u f 11 e m p e r a t u r e n am 15. Juli: mittags 16,3 Grad Celsius, abends 15 Grad, am 16. Juli: morgens 14,7 Grad. Maximum 20 Grad, Mini­mum 11,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juli, abends 20,2 Grad, am 16. Juli: morgens 16,3 Grad Celsius. Dcederschlag 3,7 Millimeter. SonTrenschein- dauer fünf Stunden.

Reisewetterdienst.

Westerland a. Sylt. 18 Grad, gestern: der Jahreszeit angemessene Temperatur, Wind­stille; heute morgen: heiter bis halb bedeckt; gestern: teils heiter, teils wolkig.

Swinemünde. 12 Grad, kühle Dacht, West­wind; heute: heiter bis halb bedeckt, gestern: meist trübe.

Garmisch-Partenkirchen. 18 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperatur: heute morgen Westwind, heiter bis halb bedeckt, gestern: meist trübe.

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Wie man heutzutage Mich trinken soll? -mit Kathreiner Ö t" sagen öieÄizte.

> wirk sie öreimal leichter verdautals sonst/

Üni kiese Mischung ,-4tzZc6kathreiner* schmeckt auch viel, viel besser als Milch/

ätzfcdien Zettohnftw beridt» jetzt geesde über diese aefeeheoerreqen* Ergebnis der eiefw Enütewq rforfdmiq.