Bruch der Koalition führen würde. Die Deutsche Volkspartei will zu der Frage des S ch u l g e b e t. e r l a s f e s bei der zweiten Lesung des Etats eine Entschließung einbringen. Angesichts der ernften Bedenken, die von weiten Kreisen der christlichen Bevölkerung Thüringens, insbesondere von der thüringischen Landeskirche und der thüringischen Lehrerschaft gegen den Schulgebeterlaß mit Rücksicht auf den Charakter der thüringischen Schulen als Gemeinschaftsschulen erhoben worden sind, soll die Regierung in dieser Entschließung ersucht werden, in neue Verhandlungen über diese Frage mit der thüringischen Landeskirche und den zuständigen Lehrerorganisa- tionen einzutreten und bis dahin auf jeden Fall von der Anforderung von Berichten der Direktoren und Schulräte über die Einführung des Gebetes abzu- sehen.
Stahlhelm und Reichsregierung.
Berlin, 15. Mai. (Prio.-Tel.) Die Bundes- fiihrer und der Bundesrat des Stahlhelms haben im Anschluß an die auf Grund von Reden des zweiten Bundesführers Düsterberg entstandenen Mißverständnisse eine Erklärung über das Verhältnis des Stahlhelms zur jetzigen Reichsregierung veröffentlicht. Darin heißt es, daß die Einstellung des Stahlhelms zu jeder Regierung nicht durch Versprechungen und Hoffnungen, sondern erst durch die Leistungen und Taten der Regierung bestimmt ist. Die Leistungen des jetzigen Rcichskabinetts hätten die Zweifel des Stahlhelms bestätigt. Bisher fei weder eine Stärkung der Wehrmacht durch tatkräftiges Eintreten für den Panzerschiffbau, noch eine ausreichende landwirtschaftliche Hilfe für den Osten eingetreten. Auch sei keine Abkehr von der bisherigen verhängnisvollen Außenpolitik erfolgt. Die baldige Aufhebung des Stahlhelmver- b o t e s für Rheinland-Westfalen wird als eine Forderung der Gerechtigkeit und nicht als eine Sache des persönlichen Wohlwollens bezeichnet. Der Stahlhelm erhebe im Hinblick auf die täglich wachsenden Schwierigkeiten die alte Forderung der Befreiung der Staatsführung von der Herrschaft der Parteien und erklärt weiter, daß er feinen Kampf für eine von den Parteien unabhängige Staatsführung unbeirrt fortsetzen werde.
Der Reichstag im Rundfunk.
Damit ein stärkeres Interesse bei den Wählern an dem Meinungskampf im Reichstag ausgelöst wird, hat ein findiger Kopf den Vorschlag gemacht, den Rundfunk in den Dienst des Parlamentarismus zu stellen. Merkwürdigerweise hat er dabei die Hnterstützung des Reichstagspräsidenten gesunden, von dem man eigentlich eine andere Einstellung hätte erwarten sollen. Er hat doch schon manchen unliebsamen Auftritt erlebt und muß toiffen, daß das Ansehen des Parlaments, für das er sich dauernd einfetzt, keine Stärkung erfährt, wenn nun auch noch mehrere Millionen Rundfunkhörer Ohrenzeugen von Zwischenfällen werden, bei denen mit massiven Schimpfworten und auch mit Handgreiflichkeiten nicht gespart wird. Die Kommunisten werden für derartige „Einlagen" sorgen, wenn erst einmal die Reichstagssitzungen an den Rundfunk angeschlossen werden, sie werden sich aber auch noch beglückwünschen, weil ihnen nichts Besseres passierein kann, als den Weg für eine Verhetzung der Massen frei zu wissen, die sich von der Reichstagstribüne herab viel gefährlicher aufziehen läßt als durch die kommunistische Presse, die jederzeit verboten werden kann.
Oie Befreiungsfeiern in Mainz.
Mainz, 15. Mai. (WSR.) Aus Anlaß der Räumung der Stadt Mainz durch die Besatzung soll die erste Befrerungsstunde in der Rächt vom 30. Juni zum 1. Juli in schlichter, aber eindrucksvoller Weise begangen werden. Die Vorarbeiten hierfür sind in vollem Gange. Sämtliche Gesangvereine von Groh-Mainz sowie die Musikchöre haben ihre Mitwirkung zugesagt. Die Einstudierung der Chöre usw. hat bereits begonnen. Die große Defreiungsfeier wird am Sonntag, dem 20. Juli, in Mainz stattfinden. Die Vorbereitungen hierzu sind von der hessischen Regierung und der Stadt Mainz bereits eingeleitet. Wie verlautet, wird Reichspräsident von Hindenburg, zu Schiff von Speyer kommend, am Samstag, dem 19. Juli, abends, in Mainz eintreffen. Von Hindenburg wird am 20.Juli um 17 Uhr von Mainz nach Wiesbaden kommen und hier an einer Feier im Kurhaus teilnehmen.
Hirngespinste.
Poincars mißtraut Deutschland.
Paris, 15. Mai. (WTD.) Der Cxcelsior veröffentlicht die übliche Halbmonatsübersicht Poin» cares, die heute wieder eine Anklagerede gegen Deutschland darstellt. Poincare äußert darin Bedenken, daß Deutschland loyal gewillt sei, den Voungplan zu erfüllen, habe doch bereits Dr. Stresemann nur von einem Provisorium gesprochen. Poincare geht dann auch auf die deutschen militärischen Ausgaben ein und benutzt hier die gleichen Argumente, mit denen besonders die nationalistische französische Presse in der letzten Zeit arbeitet. Beunruhigend feien auch die deutschen Kommentare zur Reise des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schöbe r nach Paris, da in ihnen unverhüllt der Anschlußwille zum Ausdruck komme. Auch die Saarfrage enthalte beunruhigende Mo- mente. Frankreich habe sich niemals bereit erklärt, über ein politisches Saarabkommen 8Uc.-£ei?$an ~n- sranzösischerseits vorsichtig geführten Saarverhandlungen hätten ernste ^Ywrerrg^rten zutage treten lassen. Die Deutschen mochten natürlich, daß alles zu ihrem Vorteile geregelt werde, aber Frankreich habe
t einem derartigen Wunsche zu
unterwerfen. Aucy die Beziehungen der A.^chsregierung zu So w j etrußland blieben verdachttg. Die russischen Fabriken schienen noch mcht aufgehört zu haben, Kriegs-
C Deutschland herzustellen, unö auch die Frage des Rapallovertrages hätte noch nicht ihre beunruhigende Seltsamkeit der- l07x- & Lesern Zusammenhang
auf die Fahrt zweier russischer Kriegsschiffe durch den Bosporus in das Schwarze Meer hin. Das ein stharmantes Postskriptum zur Londoner Seeabrustungskonferenz. Zu gleicher Zeit verlangten die deutschen Delegierten in Genf daß d^r vorbereitende Abrüstungsaus- schuß in Genf so bald tote möglich zusammen-
Ende -er Genfer Ratstagung.
Oie oberschlesischen Mindecheitenbeschwerden aus den Herbst vertagt.
Genf, 15. Mai. (WTD.) Die 59. Ratstagung ist heute mittag 13 ilfjr abgeschlossen worden. Die beiden aus der Tagesordnung stehenden oberschlesischen Minderheitenfragen werden erst in der nächsten Ratstagung im September zur Entscheidung kommen. Die Besprechungen zwischen der deutschen und der polnischen Delegation haben aber zu sehr präzisen Erklärungen des Reichsauhenmini- sters und des polnischen Außenministers geführt. Der erste Fall betrifft die Entlassung von 32 deutschen K n a p p s ch af t s ä r z t en in Tamowih, weil sie eine von den polnischen Behörden plötzlich verlangte schwierige Sprachenprüfung nicht bestanden hatten. Ihrer Beschwerde liegt die sehr schwierige Rechtsfrage zugrunde, ob der betreffende Knappschaftsverein als eine öffentlich-rechtliche oder wie die polnische Regierung erklärt, als eine private Institution zu betrachten ist. Dr. Curtius sprach sein Bebauern darüber aus, daß die Entscheidung heute noch nicht fallen könne. Gleichzeitig brachte Dr. Curtius die Sprache auf eine Rote des Generalsekretärs pes Völkerbundes, die die vorliegende Beschwerde betrifft und in der eine ganze Reihe von Auslassungen zu finden seien. Aus den Bemerkungen der polnischen Regierung, die dieser Rote bei gefügt sind, ergebe sich, daß es sich hier um vertrauliches, Material handele. Er wolle nicht untersuchen, wie weit eine Verpflichtung des Generalsekretärs vorhanden fein könne, vertrauliches Material nicht weiterzugeben, betonte aber das dringende Interesse des Rates, daß er bis zum Herbst das vollständige Material erhalte und baß auch das vertrauliche Material inhaltlich mit in den Bereich der Bestandsaufnahme ausgenommen werde. Unter diesen beiden Voraussetzungen könne er sich mit einer Vertagung einverstanden erklären.
Eine zweite Besprechung mit Briand.
Rhe nlandröumnng und Saarsrage.
Genf, 15. Mai. (ERB.) 2Hit der heule abgeschlossenen Ratstagung sind auch die politischen Besprechungen zwischen den einzelnen Außenministern beendet. G r a n d i hat bereits am vormittag wahrend der Ratssitzung Genf verlassen, B r i a n d und Curtius werden morgen abreisen, heute nachmittag erwiderte Briand den Besuch, den ihm Dr. Curtius am Dienstag gemacht hat. Die beiden Minister setzten ihre Aussprache fort Sie bezog sich heute ausschließlich auf technische Fragen, die mit der bevorstehenden Rheinlandrau- m u n g Zusammenhängen, lieber die F l u g h a f en- a n lagen, deren Zerstörung von einigen französischen Besahungsstellen mit dem formalen Hinweis auf Bestimmungen des Versailler Vertrages gefordert wird, sollen auf Grund der heutigen Minlster- besprechung die Verhandlungen in Paris zwischen Botschafter von hoesch und der französischen Regierung weitergeführt werden.
Berlin, 15. Mai. (WTB.) Der Reichsverband der Deutschen Industrie veranstaltete eine Pressekonferenz, um seine Stellung zu dem Agraroro- aramm, dem Ostprogramm und der erhöhten Um- satzsteuer für Großbetriebe darzulegen. Geheimrat Kastl erklärte: Die Tatsache, daß erhebliche Teile der Landwirtschaft vor einer Katastrophe stehen, mache es erforderlich, öffentliche Mittel aufzuwenden, die von der Industrie zum erheblichen Teile aufgebracht werden müßten, eine Tatsache, die angesichts des Umstandes, daß von der gegenwärtigen Wirtschaftslage auch zahlreiche mittlere und kleinere Betriebe der Industrie nicht weniger getroffen werden als erhebliche Teile der Landwirtschaft, nur dann verantwortet werden könne, wenn eine Sicherheit dafür bestehe, daß die Lage der Landwirtschaft als eines der wichtigsten Teile des Binnenmarktes nachhaltig gebessert werde.
Da Zollmahnahmen auf die Dauer nicht helfen können, müßten deshalb andere Dege gegangen werden. Durch weitgehende, mit größter Beschleunigung durchzuführende betriebswirtschaftliche und absahorganisatorische Maßnahmen müsse dafür gesorgt werden, daß die Erzeugungsbedingungen der deutschen Landwirtschaft sich denen in den konkurrierenden Landern anpassen und dem veränderten verbrauch in stärkerem Maße Rechnung tragen.
Diese Ziele werden bann im einzelnen in einem Gutachten der Professoren Lang, Diehe, Brandt und -Börner dargelegt. Der Reichsverband sieht ihre Vorschläge als brauchbare Diskussionsgrundlage an. Als Maßnahmen einer produktiven Agrarhilfe, die auf wenige Jahre befristet gedacht wird, werden eine allgemeine Absatzförderung, die Hmstellung des Anbauverhältnisses der Getreidearten und für die verschiedenen Produkte jeweilige Sondermahnahmen sowie der Ausbau des Bildungs- und Beratungswesens gefordert. -
Zum Schluß kam Geheimrat Kastl auf die Stellung zum Ost Hilfeprogramm zu sprechen. Die Vorschläge des Reichsverbandes basieren auf den Anregungen Silverbergs, die sich im einzelnen auch mit den Anregungen des Reichspräsidenten deckten. Der Reichsverband halte seinen seinerzeitigen Protest gegen *
trete. Zwar sei der Zeitpunkt des Zusammentrittes des vorbereitenden Abrüstungsausschusses auf den 3. Rovember verlegt worden, aber man dürfe sich keinen Illusionen hingeben, Deutschland werde bald wieder auftreten und erklären: e s genügt nicht, daß Frankreich seine Militärdienstzeit auf ein Jahr herabgesetzt hat, Frankreich muß weitergehen. Cs hat auch von niemand etwas zu befürchten, und der italienische Delegierte wird mit dem Brustton der Heber« Zeugung hinzufügen: weder zu Lande noch zu Wasser. In das gleiche Horn wird auch der Delegierte der Sowjetunion stoßen. An- gesichts einer derartigen Lage müsse Frankreich, so schließt Poincars, sich auf den Standpunkt
Heber die Unterredung erklärt der „Pettt Pari- sien": Daß wieder von der Rheinlandräu- mung die Rede gewesen ist, braucht niemand zu überraschen. Der Zeitpunkt ist ja seit langem festgesetzt. Er kann nicht wieder in Frage gestellt werden. Es handelt sich nur noch um die Modalitäten der Ausführung. 3n dieser Hinsicht nun sind sämtliche Maßnahmen getroffen worden, damit die le hten Truppen das Rheinland an dem gewünschten Tage verlassen ha- den. Briand hat Dr. Curtius, der selbst nicht un- gehallen sein wird, wenn zufälligerweise hier und da einige Nachzügler vorhanden sein sollten, zweifellos hierfür die Versicherung gegeben. Ebenso wird man sich nicht darüber wundern können, daß Dr. Curtius den Wunsch geäußert hat, dieRegelung der Saarfrage möglichst beschleunigt zu sehen derart, daß sie vor der Völkerbundsversammlung vom September beendet ist. Selbstverständlich hat Briand Dr. (Sutfius in diesem Punkte keine gleiche Versicherung geben können. Es 'st Sache der Deutschen, die der fordernde Teil sind, den Abschluß der im Gange befindlichen Verhandlungen dadurch zu beschleunigen, daß sie den französischen Delegierten hinreichend vorteilhafte Vorschläge machen, die uns veranlassen könnten, unverzüglich ein Pfand aufzugeben, das wir auf Grund des Friedensvertrages bis zum Jahre 1935 behälten können, hier handelt es sich um eine prinzipielle Frage, über die Briand nicht mit sich verhandeln lassen konnte, und er hat auch tatsächlich seine Abwehrstellung entschlossen ein- gehalten.
Eine Llnierreduna miiGranbi
Beiderseitige Befriedigung.
Genf, 15. Mai. (TU.) In einer Aussprache, die Dr. Curtius am Mittwochabend mit dem italienischen Außenminister G r a n d i hatte, sind die gesamten europäischen Probleme und insbesondere die grundsätzliche Haltung in der Dölkec- bundspolitik eingehend zwischen den beiden Außenministern erörtert worden. Auf deutscher Seite gibt man der Befriedigung über den Verlauf der sehr offenen Aussprache Ausdruck und hebt hervor, daß hierbei auch die großen gemeinsamen Interessen zwischen den beiden Ländern festgestellt worden seien. Es wird betont, daß die Aussprache bei beiden Teilen einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen habe. Auch auf italienischer Seite zeigt man sich mit dem Ergebnis dieser Unterredung voll befriedigt und weist auf die Gemeinsamkeit der deutsch-italienischen Interessen auf verschiedenen Gebieten der europäischen Politik und insbesondere in den grundsätzlichen Fragen der Dölkerbundspolitik, insbesondere in den Abrüstungsund Sicherheitsfragen hin.
die Verwendung von 70 Millionen Mark aus dem Fonds der Ausgleichs- und Reservefonds der Bank für Jndustrieobligationen aufrecht. Diese 70 Millionen könnten nur in der Form eines Darlehns an den Etat des Reiches gegeben sein. Weiter stellt der Reichsverband die Forderung, daß der gesamte Betrag des Fonds den Aufbringungspflichtigen gehören müsse, da doch hiermit ein Zweckvermögen geschaffen werden solle, das nach den Vorschlägen des Reichsverbandes einmal zum Wiederaufbau des Realkredits der kleineren und mittleren Industriebetriebe und zweitens zur Hmschuldung der gefährdeten Betriebe im Osten, soweit sie noch sanierungsfähig sind, Verwendung zu finden hat.
vom Jahre 1931 sollen die vermögen unter einer Million von der Aufbringungslast befreit werden, wodurch etwa 88 Prozent ausfcheiden würden und somit nur eine Aufbringungslast von 200 Millionen übrig bliebe. Diese Aufbringung soll sich dann jährlich um 40 Millionen senken, um 1935 ganz aufzuhören.
Die aufbringenden Betriebe bleiben Eigentümer und die Bank für die Industrie- Obligationen soll demnach nur eine Art Treuhänderin darstellen. Die Aufbringung selbst soll dann im Verhältnis von 40 und 60 Prozent für die oben angeführten Zwecke verwendet werden, und zwar 40 für die kleineren und mittleren Industriebetriebe, und 60 Prozent für die Umschuldungsaktion im Osten. Die Kredite soll die Bank für Jndustrieobli- gntronen vergeben, während die Mittel für die Umschuldung nach den Vorschlägen des Reichsverbandes von der Ablösungsbank verteilt werden sollen. Alle Zinsen und Rückzahlungen sollen grundsätzlich den gleichen Zwecken zugeführt werden. Die Kontrolle habe durch eine neutrale Persönlichkeit zu erfolgen. Zur Begründung dieses Entgegenkommens des Reichsverbandes führte Geheimrat Kastl an, daß in der jetzigen Zeit jeder Wirtschaftszweig dazu beitragen müsse, dem anderen zu helfen. Der Reichs- verband walle mit feiner Hilfsaktion feine Liebesgaben an .nicht mehr erhaltungsfähige Betriebe verteilen, sondern wirklich aufbauende produktive Politik betreiben.
stellen: Aprfes vous, messieurs! Fangt ihr erst einmal an, eure wahre militärische Lage genau zu untersuchen.
Vor einem postbeamienstreik in Frankreich.
Paris, 15.Mai. (TH.) Tardieu empfing am Mittwochabend eine Abordnung der P o st - beamten, die ihm ihre Klagen vortrugen und ein Mindestgehalt von 20 000 Franken im Jahr forderten. Tardieu wies daraus hin, daß die Finanzverhältnisse eine Bewilligung aller Forderungen der Postbeamten nicht zuliehen,
Gleichzeitig stellte er strenge Strafmaß- nahmen in Aussicht, falls die Postbeamten ver- fuchen sollten, durch ihr Vorgehen die Regierung einzuschüchtern. Tardieu hatte eine Besprechung m 2ustizminister, dem Kriegsminister, dem inkrimistischen Postminister und dem Polizei- Präfekten über die Maßnahmen zur Vermeidung eines neuen Postbeamtenstreiks. Im Fall neuer Streikversuche (gestern hatten die Postbeamten chon zwei Stunden gestreikt) sollen 1. den ver- Aledenen Postdirektionen Abteilungen der drei Telegraphenregimenter zur Verfügung gestellt werden; 2. daß Militär für den Postdienst m Anspruch genommen werden; 3. ferner Strafmahnahmen ergriffen werden gegen öie Organisatoren der Arbeitsunterbrechung sowie gegen diejenigen Postbeamten, die unter Gehorsamsverweigerung an der Arbeitseinstellung teilnehmen. ~
Vor dem Galzdepoi von Oharasana.
Tie Polizei verhindert den Angriff der Freiwilligen.
D h a r a s a n a, 15. Mai. (WTB.) Heute vormittag begann Frau Raidu, die Führerin der indischen Frauenbewegung und Nachfolgerin Abbas Tyabjis, mit Freiwilligen den Marsch auf das Salzdepot. Die Polizei bildete einen Kordon um sie, so daß sie nicht weiter vorrücken konnten. Frau Naidu lehnte es ab, umzukehren und befahl den Freiwilligen, sich auf die Straße zu fetzen. Sie saßen den ganzen Tag über am Wege, ohne zu essen und zu trinken. Mehrere Frauen, die den Freiwilligen Wasser anbieten wollten, wurden von der Polizei daran gehindert. Die Polizei vertritt den Standpunkt, daß die Freiwilligen nur außerhalb der Sperrkette Wasser trinken dürfen, was von den Freiwilligen abgelehnt wird. Die Umzingelten verbringen ihre Zeit mit Spinnen und mit Geplauder. Das Schauspiel hat viele Neugierige angelockt. Die nächste Abteilung Freiwilliger wird heute erwartet.
Die Sage ander Grenze hat sich beträchtlich gebessert. In Peschawar herrscht völlige Ruhe. Nur gegen mehrere Grenzdörfer wird oorgegangen, und eine Anzahl Ruhestörer, darunter Führer der verbotenen bolschewistischen Organisation der „R o b Hemde n", sind verhaftet worden.
ÄnTodeSopserpolitischerZusammenflöße.
In Stargard fand ein Aufmarsch der Na - tionalsozialisten statt, an dem annähernd 400 uniformierte Parteiangehörige teilnahmen. Während der Umzug und die Kundgebung selbst ruhig verliefen, wurde in den Nachtstunden ein Trupp Nationalsozialisten van Kommunisten überfallen. Hierbei wurde der 31 Jahre alte Nationalsozialist Franz Engel durch einen Revolver- schuß in den Hinterkopf getötet. Der Kommunistenführer Kollermann aus Stargard wurde als der Tat verdächtig in Haft genommen.
Oie Wetterlage.
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LorLtLavornuHsage.
Die Jslandstörung hat sich weiter vertieft und mehr nach Skandinavien hin ausgedehnt. Eine Staffel warmer Luft an ihrer Südseite, welche heute morgen über Westdeutschland vorgedrungen ist, hat wieder Eintrübung und in manchen Bezirken etwas Regen gebracht. Die Störung wird, zumal auch der hohe Druck über der Biscaya und Frankreich weiter zugenommen Hut, vorerst keinen stärkeren Einfluß auf die Wetterlage gewinnen, sondern nur Bewölkung vorüberziehen lassen. Dabei steigen vorerst die Temperaturen etwas an, erfahren aber später leichte Schwankungen.
Wettervorhersage für Samstag: Be- wölkt und aufheiternd, vorübergehend trocken, zunächst etwas wärmer.
Wettervorhersage für Sonntag: '■^e*lL*r°tfene5' ^ils wolkiges und teils aufheiterndes Wetter. 17
Lufttemperaturen am 15. Mai: mittags 16,8 Grad Celsius, abends 9,1 Grad; am 16. Mai: morgend 6^ Grad. Maximum 17 Grad, Minimum 3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 15- abends 14,4 Grad; am 16. Mai morgens 9,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 91 4 Stunden. 4
Reisewetterdienst.
_ ® a.r w i s ch-Partenkirchen. Temperatur ~ Witterung seit gestern vorherrschend kühl, Sudwestwind, Witterung heute: wolkig.
Baden-Baden. 11 Grad, Temperatur seit gestern vorherrschend kühl, Ostwind, Witterung trübe' Witterungsverlauf feit gestern meist m 1 a n b auf Sylt. 10 Grad, milde Rächt, Sudwestwind. Heute: Regen, Witterungsoer- lauf seit gestern teils heiter, teils wolkig.
jnboflrie, LandwirWastshilse und Ostprogranim
Kist!
her gelähr^ Eine der s' fere MslaE seinen b< SLÄ s-äs ihre gehret |oL s&ffS LKirr "°rkoAs° nur an fcbü*1“ E -Blüten von » L bis vier M S Waldrebe (U1
»*'**>? Dorfommenucn, oen, Werrostes vielfach r xum Schaden der - mittel angewandt.
Unter den farbenpr nicht wenige recht gt Ne herrlichen Äuhei sporn, Eisenhut. maul, Narzisse und
Ton den Feldpslanz vvrlvnunende tlettemi- wähnen, der wegen sc den Leeren den Kinde Auch vor der verwai ihren Milten und F sumpfigen Wiesen wäi sing und überall au Schierling, beide Manzen ost verwachs lilie. Daher doppelte Megarten häufig a HundSpetersili
Weiter zählen zi blumen die von dei Anemonen odei Küchenschelle, (Wtblume, Dotiert Herbst erscheint auf fei zeitlose, im &et: Kornrade und de die Wolfsmilch, fleckte Aronsstab, Schöllkraut und i zu erwähnen.
Eine wichtige Solle die Pilze, unter bei gibt. Jedes Jahr mel


