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Kommunistemevolien trotz Demonstrakonsverbots

reinigen. Bereits bei dem Essen, dasz heute abend die deutsche Delegation der französischen gibt, werden die deutschen und die französischen Om­ni ft er Gelegenheit nehmen, die Erledigung dieser Fragen weiter zu betreiben. Im Laufe des Freitags wird eine Vollsitzung des Aus­schusses für die deutschen Repara­tionen stattfinden, an der also nicht nur t>ie sechs einladenden Mächte, sondern auch die kleineren Gläubigermächte teilnehmen werden. In dieser Sitzung wird die zwischen den sechs einladenden Mächten erzielte Vereinbarung, die morgen abend vollzogen werden dürfte, vor- gelegt werden. Obwohl in den osteuropäischen Reparationsfragen noch keine Einigung erzielt werden konnte, besteht bei den sechs einladenden Mächten die feste Absicht, die Haager Konferenz am Samstagnachmittag in etyer Plenar- sitzung zu beenden.

Wirtschaft und Finanzreform.

Duisbcrg fordert gemeinsame ftronf der

Wirtschaft.

Düsseldorf. 15. Ian. (Sil.) Vor der Der- sammlung der Solinger Industrie- und Handels­kammer führte am Dienstag der Vorsitzende. Ge­heimrat Dr. Duisberg u. a. folgendes aus: In deii Iahren nach dem Kriege sei unter der De­vise ..Die Wirtschaft zahlt alles" im Staat und in den Kommunen einer Ausgaben frei- giebigfeit gehuldigt worden, die in diesem Umfang auf die Dauer nicht einmal ein rei ches Land ertragen könne, viel weniger das verarmte Deutschland. Die Folgen hätten sich bei diesem System auch bald einstellen müf* fen. Das Finanzreformprogramm sei auf den Herbst vertagt. Die vorgeschenenEteuererhöhungen seien aber durchgeführt, also ft a 11 Erleich­terung neue Belastung. Der Kampf für eine baldige und gründliche Finanzreform, für den Ausgabenabbau auf das allemotwen- digste Mast und Entlastung der Produktion müsse fortgesetzt werden. Auf dem Gebiete der Finanz­reform sei auch ein dankbares Feld für eine Aus­sprache und eine gewisse Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeit­nehmern gegeben. Beide Gruppen würden durch die Folgen der finanz- und wirtschafts­politischen Irrtümer schwer betroffen. Im Inter­esse beider Gruppen liege es, in Dingen, die die Finanzreform beide sehr wesentlich angehen, eine gemeinsame Front de rW i r tsch a f t zu bilden, um wirtschaftlich notwendige Reformen zu erzwingen. Eine Verbesserung der Lage der Wirtschaft erfordere gebieterisch die Lösung des Problems der Beziehungen der in der Wirtschaft tätigen Menschen zueinander. Die Arbeit an dieser Lösung möge im Interesse unserer Wirt­schaft und unseres Volkes freibleiben von Phrasen und Partei-Dogmen.

Vom Reichslandbmid.

Berlin, 16.Jan. (TU. Funkspruch.) Der Bun­desvorstand des Reichslaiidbundes hat am Dienstag­nachmittag drei Beschlüsse gefaßt, von denen der erste besagt: Der Reichslandbund kann zur Erfül­lung seiner eigenen satzungsgemäßen Aufgaben und zur' Entfaltung aller in ihm vorhandenen Kräfte und Möglichkeiten im nationalen Befreiuungskarnps keine Dauerbindung an einengenbe politische Gruppierungen eingehen. Der Buiidesoorstand stellt ausdrücklich fest, daß die Be­teiligung von Einzelpersönlichkeiten der Landbünde an irgendwie gearteten politischen Unternehmungen keinerlei Bindung für den Reichs- landbund und die Landbünde als Organisation enthält. Der zweite Beschluß befaßt sich mit den Haager Verhandlungen, in deren bis­herigen Ablauf der Bundesvorstand schwerste Gefahren sieht. Der Anspruch auf Aufrechter­haltung von Sanktionsmöglichkciten, die Mehrbe­lastung des deutschen Volkes durch finanzielle Zu- satzabi'nachungen, die unerhörte Bedrohung des deutschen Osten - durch Verquickung der Polenfrage mit der Reparationsfrage stellen un - .g e h e u e r l i ch e Verschlechterungen und Verfälschungen des an sich schon untragbaren V)oungplaneo bar. Der Reichslanbbunb erblickt fer­ner in ber Aufrechterhaltung partei­politischer Unabhängigkeit für b i c Führung berdeutschen Zentraln^ten- b a n t ein unentbehrliches Gegengewicht gegen bic Auslieferung des getarnten Wirtschaftslebens an parteipolitische Machenschaften. Der dritte Beschluß erwartet vom Reichsernährungsminister die Ein­setzung aller Mittel znr Behebung^-der untragbaren P r e Ls f r i fe wichtigster landwirtschaftlicher Er­zeugnisse.

Oie Lasten der kommunalen Wohlfahrt.

Berlin, 15. Ian. (Priv.-Tel.) Die steigende Arbeitslosigkeit bringt auch für die Kommunen eine beträchtliche Mehrbelastung mit. Allerdings fängt die Arbeitslosenversicherung den Hauptstoß der Winterarbeitslosigkeit aus, denn bei ber Mehrzahl ber von der kommunalen Fürsorge Llnterstützten handelt es sich um solche, die schon aus der Arbeitslosenversicherung aus­gesteuert sind. Der Deutsche Städtetag hat nun eine Zusammenstellung für alle von der kommunalen Wohlfahrt in Deutschland unter­stützten Arbeitslosen veranstaltet und dabei be­rechnet. daß ihre Zahl insgesamt 215000 beträgt. Nachdem die letzten Angaben der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung zum 8. Ianuar 1 920 000 Arbeitslose gezählt haben, würde Deutschland mit Einrechnung der von der Wohl­fahrt Unterstützten heute rund 2135000Ar- beitslose unterstützen müssen.

Alliierte Mandatspolitik, rransjordanienvstafrikaSyrien.

Auf Grund der Friedensverfräge sind der deutsche Kolonialbesitz und Teile des alten türki­schen Reiches als Völkerbundmandate den Sieger st aalen zur Verwaltung übergeben worden. Lieber die klcinasiatischcn Mandate ist bestimmt worden, daß sie ihre Selb- st ä n d i g k e i t erhalten sollten, wenn die Bevöl­kerung dieser Gebiete fähig fei, sich selbst zu regieren. Die Engländer haben nun vor kurzem ein selbständiges Transjordanien ins Auge gefaßt, um es mit Hilfe von Scheinzugeständ- nissen nur noch fester an bas britische Weltreich zu ketten. Sie denken auch daran, das ostafrika­nische Mandatsgebiet, also Deutsch - Ost - af rika, stillschweigend ihrem Kolonialbesitz ein­zuverleiben. Selbstverständlich können die Fran­zosen nicht zurück bleiben. Ihnen ist in Klein-

In Berlin.

Drei kontmuniftifchcAbgcordnete alsFührer der Demonstranten festgenommen.

Berlin. 15. Ian (WB.) Trotz des Verbotes des Polizeipräsidenten hatten die Kommunisten heute ihre Anhänger zu einer Demonstra- tion für Lenin-Liebknecht-Lurem- b u r g aufgeboten. An verschiedenen Stellen kam es zu Zusammenstößen mit der Poli­zei. die alle Vorbereitungen getroffen halte, um für alle Fälle gelüftet zu fein. In der Pots­damer Straße, Ecke Pallas-Straße, hatte sich ein Zug von etwa 300 Kommunisten gebildet, darunter viele junge Leute in derLIni - form des verbotenen Rotfront­kämpferbundes. die auf die Aufforderung der Beamten, den Zug aufzulösen, mit dem Ab­singen der Internationale antworteten. Die vor­dersten Reihen der Rolfronlkümpfer suchten gegen die Poli zei tätlich zu toetben, so daß die Beamten mehrere Schreckschüsse ab­feuern mußten. Erst als Verstärkungen heran- kamen, gelang es, die Potsdamer Straße zu säu­bern. Am Zionskirchplah überfiel ein Trupp von etwa 50 Kommunisten zwei Polizeibeamte und umringte sie. Die beiden Schupoleute wurden mit Stöcken und Schlagringen bear­beitet. Zu weiteren Kundgebungen kam es am Weddingplatz, wo die Polizei mit dem Gummi­knüppel gegen hundert randalierende junge Bur­schen vorgehen mußte. In Reukölln wurde der Reichslagsabgeordnete Blenkle, der die Kom­munisten aufforbertc, sich nicht an die Anord­nungen der Polizei zu halten, fe ft genommen und ins Polizeipräsidium gebracht. Auch hier mußte mit dem Gummiknüppel die Straße ge­räumt werden.

Die Kundgebungen haben sich biß in bic zehnte Abenbstunbe fortgesetzt. Lim 20,15 Llhr kam es auf bem Hermann-Platz in Reukölln, wo man bereits die Ruhe wiederhergestellt hatte, zu neuen Ansammlungen, bei denen ber ßanbtagßabgecrbnete Gustav Sabo11ka auf­reizende Reden hielt. Polizeibeamte schritten ein, zerstreuten die Menge und nahmen Saboltka mit zur Wache, von wo seine Lieberführung nach dem .Polizeipräsidium erfolgte. Zu weiteren Zu- ammenrottungen und Kundgebungen ber Kom­munisten kam es auch an anberen Stellen Reu­köllns. LI. a. wurde ein mit Schutzpolizisten besetzter Kraftwagen von der Menge mit Steinen beworfen. Die Polizeibeamten sprangen von den Wagen und zerstreuten die angriffslustige Menge mit dem Gummiknüppel.

Heidelberg. 15. Ian. Heule mittag wurde in den Rektoratsräumen des alten Kollegien- hauses auf dem mit dem Gipsmodell von Shur- man und den Llniversitälszeptern geschmückten Tisch feierlich die Stiftungs - und Grund- leinlegungßurfunöe für die durch die amerikanische Spende ermöglichteReue Llni- versität Heidelberg" unterzeichnet. Nach­dem die Llrkunde in eine kupferblecherne Kapsel getan und diese verlötet worden war. begaben sich die Teilnehmer unter Vorantritt der Pedelle und begleitet von Chargierten in feierlichem Zuge zu der nahe gelegenen Baustelle, dem Gelänve des abgebrochenen Kollegienhauses, die durch Girlanden und Fahnen in den Landes- und Reichsfarben geschmückt war. Auf dem Llni- versitälsplatz bildeten die Korporationen in Wichs Spalier. Die umliegenden Gebäude trugen Fahnenschmuck. Die Llrkundenkapsel fand in dem bei den Abbrucharbeilen freigelegten Grundstein des neuen Kollegienhauses Aufnahme. Bei der Grundsteinlegung hielt

der 2Reffor der Llniversität Professor Or. Goischlich

dann eine Ansprache, in ber er u. a. sagte:Im Augenblick, da wir daran gehen wollen, nach alter Sitte mit Hammerschlag den Grundstein zu weihen, auf bem sich der stolze Bau unserer neuen Llniversitäl erheben soll, erfülle ich zu­nächst eine Pflicht ber Pietät, inbem ich die Worte wiederhole, die mein zu früh dahinge­gangener Amtsvorgänger. Geheimrat Professor Dr. Karl H e i n s h e i m e r. an Weihnachten 1928 bei ber feierlichen Liebergabe ber Stiftung sprach, die. von dankbaren amerikanischen früheren Kom­militonen auf bic Initiative Seiner Exzellenz des Botschafters Dr. h. c. Jacob Gould Shurman geschaffen, unseren Neubau ermög­licht. In dem neuen Hause der Rüperto Carola, einer allen, ehrwürdigen, durch ernste und hohe

asien der syrische Teil der Türkei überlassen worden, in dem sie als Beauftragte des Bölter- bunbeß zehn Iahre wie bic Eroberer gehaust haben. Jetzt soll Syrien ein Staat mit eigener Regierung werden, nur ist noch nicht entschieden, ob man eine republikanische ober eine monarchi­sche Staatßform wählen soll. Die Franzosen würden lieber eine Monarchie sehen, weil sie bann in Syrien das gleiche Spiel wie in Ma­rokko spielen können. Zwar wirb der neue Herr­scher souverän sein, aber nur auf dem Pa­pier, in Wirklichkeit wird der 'Beauftragte der Pariser Regierung die Staatsgeschäfte führen und dafür sorgen, baß Syrien eine französische Kolonie bleibt.

Oie Linruhen in Samoa.

London, 16. Jan. (WTB. Funkspruch.)Ti­mes" meldet miß Wellington (Neu Seeland): Die 'ülitglicber des Man (Liga der Samoaner) Haden am Dienstag die Äüslendörfer von Westsamoa ver­lassen und ! i ch i n de n B n s ch zu r n ck g ez o ge n. Polizisten und die vom KriegsschiffDunedin^ ge­landeten Seesoldaten sind ihnen gefolgt Neun Kriegskanus wurden an der Westküste beschlag­nahmt und nach Apia gebracht. Zwei Dörfer wurden gründlich durchsucht und alle Schriften und Waffen mit Beschlag belegt. Ein an einem Mau- Bureau angebrachtes Schild, das die Worte trug Samoa den Samoanern" wurde von der Polizei entfernt.

Bei einer Demonstration. im Norden Berlins wurde ber kommunistische Reichstagsabgeordnele SSörnle verhaftet. Insgesamt durften nahezu 100 Mitglieder ber KPD. festgenommen worben fein.

In Magdeburg.

Magdeburg, 15. Jan. (WB.) Die Kommu­nistische Partei halte für Mittwoch vormittag, zu einer öffentlichen Erwerbslosendemon- ft r a t i o n aufgerufen. An die Kundgebung schloß sich ein Umzug an, der polizeilich begleitet wurde. In der Ottenbergftrafie überfielen Demonstranten einen ihnen entgegenkommenden an der Begleitung nicht beteiligten Polizeibeamten und versuchten, ihm die Waffen zu entreißen. Die begleitenden Polizei- bcamten befreiten den eingeschlossenen Beamten und säuberten die Straße. Dabei wurde ein Be­amter an ber Hand verlebt, einem zweiten wurde das Seitengewehr entrissen. Später fanden sich die Demonstranten in einem geschlossenen Raum zu einer Versammlung zusammen, die aufgelöst wurde, da sie als eine unfriedliche angesehen werden mußte. Eine Durchsuchung der Teilnehmer förderte mehrere gefährliche Werkzeuge zutage. Drei Teilnehmer mürben» zwangsgestellt. Nach ber Auflösung bildeten sich kleine Umzüge, die wegen ihres unfriedlichen Charakters ebenfalls aufgelöst wurden.

Schwere Unruhen bei Chemnitz.

Blutige Zusammenstöße mit der Polizei.

Chemnitz. 15. Ian. (WB.) In bem benach­barten Hartmannsdorf kam es vor dem Gebäude der Wirkwarensabirk Recenia zwischen einer etwa tausendköpfigen Avbeitermengc und einem Polizeiaufgebot von 20 Mann zu blu­tigen Zusammenstößen. Rach den 'bis­herigen Feststellungen wurden 4 Arbeiter getötet und 15 verletzt, darunter fünf schwer. Drei Polizisten wurde,! durch Steinwürfe ver­wundet. Die Arbeiter waren aus Chemnitz und Llmgegend nach Hartmannsdorf gekommen, um gegen eine Arbeitsgerichtsverhanb- I u n g , die heute ftattfinben sollte, aber abgesagt worden war, zu protestieren. Das Avbeits- gericht sollte gegen 180 Arbeiter der Firma Re­cenia, deren Belegschaft sich im «Streik be­findet. wegen angeblichen T a r i f b r'u ch s ver­handeln. Bei dein Versuch ber Demonstranten, das Fabrikgebäude zu demolieren, kam es zu den erwähnten Zusammenstößen mit der Polizei, die mit Steinen beworfen wurde und darauf von der Schußwaffe Gebrauch machte.

Ueberlieferungen geheiligten Stätte deutschen Bodens, mit Hilfe amerikanischer Freunde er­richtet, soll der Sinn dieser heutigen Stunde immer lebendig bleiben: die neue Llniversität sei weit geöffnet den Iüngern der Wissenschaft ber ganzen Welt."

Der Rektor hat an den Reichspräsiden­ten v. Hindenburg folgendes Telegramm gerichtet:

Die Llniversität Heidelberg feiert heute die Grundsteinlegung ihres Reubaues, ber auf die Initiative des Botschafters Jacob Gould Shurman, ihres hochverdienten Ehrendoktors, von angesehenen amerikanischen Bürgern gestiftet ist. An diesem für die Gegenwart und Zukunft unserer Llniversität gleich bedeutungsvollen Tage gedenken wir in tiefster Ehrerbietung und unauslöschlicher Dankbarkeit unseres allverehrten Reichspräsidenten v. Hinden­burg, des Führers und Schirmherrn unseres Volkes. Wir erneuern das Gelöb­nis unverbrüchlicher Treue im Dienste unseres geliebten Vaterlandes.

Der Rektor der Llniversität Heidelberg: gez. G o t s ch l i ch.

Der Reichspräsident hat hierauf geant­wortet:

Eurer Magnifizenz danke ich für das freund­liche Grußtelegramm von ber Grundsteinlegung des Llniversitäts-Reubaues. Möge das neue Haus die Stätte weiterer erfolgreicher Geistesarbeit fein, würdig ber großen Ver­gangenheit der Nuperto Carola. Mit Ihnen ge­denke ich am heutigen Tage in dankbarer An­erkennung der Förderung, welche bic Llniversität Heidelberg durch diese, ber Initiative des Bot­schafters ber Vereinigten Staaten in Berlin Dr. Shurman zu verdankende Stiftung amerika­nischer Freunde Heidelbergs erfahren hat.

gez. v. Hindenburg, Reichspräsident.

Oer erste Deutschruffen-Transport nach Brasilien.

Berlin, 15. Ian. (WTB.) Morgen wird der erste Transport mit deutschrussischen Aus­wanderern nach Brasilien eingeschifst. Es handelt sich um 190 Flüchtlinge aus dem Lager Mölln. Die Flüchtlinge werden in Hamburg auf kleinen Dampfern zum DampferM o n t c Olivia" der Hamburg-Südamerika-Linie ge­bracht werden, der am Rachmittag die Ausreise nach Brasilien antreten wird. Die Deutsch-Russen sollen im Staate Sgnta Catharina in der Rähe von Blumeau und Hammonia a n ge­siedelt werben. Die Ansiedlung übernimmt die Siedlungsgesellschaft Hammonia, an ber haupt­sächlich die Hapag und andere Schiffahrtsgesell­schaften beteiligt find.

Aus aller Welt.

Reue Pläne Oermann Köhls.

Der Ozeanflieger Köhl, der anfangs Dezember nach Amerika gefahren ist, um auf hoher See neue, für den Gebrauch im Flugzeug bestimmte optische und nautische Instrumente deutscher Fir­men auszuprobieren, wird voraussichtlich am Freitag in Hamburg wieder eintreffen. Die Ver­suche mit den neuen Instrumenten sollen vor­zügliche Erfolge gezeitigt haben. Kohl, der m Begleitung eines ihm befreundeten Amerika­ners zurückkehrt, wirb voraussichtlich die Vor­

Grundsteinlegung Zurneuen Llniversität" in Heidelberg.

Oie Stiftung Botschafter Schurmaus und amerikanischer Freunde.

Bereitung zu einem neuen $ r ött#» ozeanflug in Angriff nehmen. Infolge des Llmfangs ber Vorarbeiten wird voraussichtlich erst in einigen Monaten der otart zu bem neuen Flug erfolgen können. Wie es heißt, sollen dies­mal die Quoten angeflogen werden.

Hochwasser in den vereinigten Staaten.

Weite Gebiete von Indiana, Illinoisund Ohio sind infolge des Hochwassers ber größeren Flüsse überflutet, das auf die starken Regen- undSchneefälleder letzten Zeit zurückzuführen ist. Die Ueberschwemmung hat großen Sachschaden verursacht. Die Einwohner ber Ortschaften längs der Wasserläufe räumten bereits vielfach ihre Woh­nungen. In ber Rähe von Ottawa in Ohio sind etwa 300 Familien in ihren Hausern eingeichlossen, es ist jedoch gelungen, ihnen Lebensmittel zuzu- führen.

Aufruhr in einem Erziehungsheim.

In der -Mittagszeit kam es im Reustettiner Erziehungsheim zu einem Aufruhr der Zöglinge. Etwa 20 Burschen rotteten sich zusammen und zertrümmerten sämtliche Fensterscheiben und Ein- richtungsgegenständc ihrer Stuben. Als.das Auf­sichtspersonal mit einer Spritze gegen die Tobenden vorging, griffen diese unter Ab­singen ber Internationale und dem Rufe ..Heil Moskau" bic Beamten tätlich an. Erst einem größeren Aufgebot ber Polizei gelang es. bic Ruhe nach reichlicherAnwendung bes Gummiknüppels wiederherzustellen. Als Haupträdelsführer werden zwei aus Reu­stettin stammende junge Burschen genannt, die kürzlich beide zum drittenmal aus ber Anstalt ausbrachen und vor einigen Tagen wieder eingeliefert wurden.

Ein ungleicher Kampf.

In Kopenhagen kam es zu einem heftigen Kampf zwischen einem bekannten dänischen Rin­ger und einem größeren Polizeiaufgebot. Der Schwergewichtsringer O l f s c n besuchte eine Gastwirtschaft und verunglimpfte dort mehrere Besucher. Als er zum Verlassen des Lokals auf­gefordert wurde, weigerte er sich zunächst, so daß Polizei herbeigerufen werden muhte. Olffen folgte dann den beiden erfchienenen Beamten auf die Straße. Dort versetzte er einem von ihnen einen so heftigen Schlag ins Gesicht, daß dem Beamten .der Kinnbacken gebrochen wurde. Daraus flüchtete Olssen. Während der eine Beamte ihn verfolgte, alarmierte schließlich der Verletzte mehrere Kameraden. Schließlich wurde Olssen in einer Sackgasse gestellt. Wie ein Rasender wehrte er sich, wobei auf beiden Seiten viel Blut floß. Endlich gelangtes den Beamten acht an der Zahl - Olssen zu überwältigen und ihn, an Händen und Füßen gefes­selt, nach der nächsten Wache zu bringen. Olfsen wurde sofort einerSpiritusprobe" unterzogen, die aber negativ ausfiel, was für Ringer umso ungünstiger sein dürfte.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage

Nachdem im Bereich der subtropischen Warmluft sich eine Störung mit verbreiteten Niederschlägen bildete, die heüte morgen noch Ost- und Süddeutsch- land Niederschläge brachte, entwickelte sich über Deutschland ein Hochdruckgebiet, das westwärts bis nach England vorgreift. Unter seinem Einfluß ge­staltet sich das Wetter zunächst ruhig und zumeist niederschlagsfrei. Dabei kommt es zu vielfacher Ne- bclbilbung, jedoch ist tagsüber mit Aufheiterung zu rechnen. Die Temperaturen gehen zurück, und in der folgenden Nacht ist leichter Frost zu erwarten. Die Besserung scheint nur vorübergehend zu sein, denn an der Westküste Irlands deutet ein neues Tief wieder den Witterungsumschlag an.

Wettervoraussage für Freitag: Vielfach nebelig, tagsüber leicht wolkig mit Auf­heiterung. vorübergehend trocken, Temperatur­rückgang mit leichtern Nachtfrost.

Witterungsausfichten für Sams­tag. Wieder Alcbcrgang zu milderem und schlechterem Wetter wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 15. Januar: mittags 11,1 Grad Celsius, abends 8,8 Grad: am 16. Januar: morgens 6,4 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum 6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Januar: abends 6 Grad: am 16. Januar: mor­gens 5,4 Grad Celsius. 'Niederschlag 7,9 mm. Sonnenscheindauer 1% Stunden.

Amtliche Winterfportnachnchten.

Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schnee­fall, minus 1 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, 6 bis 10 Zentimeter Neuschnee, Ski und Rodel gut.

Alpen. Berchtesgaden: Regen, 5 Grad, 8 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmögljchkeit nur stellenweise.

Harz. Schierke: Bewölkt, 2 Grad, geringe, vielfach durchbrochene Schneedecke, Pappschnee, Sport nur stellenweise möglich.