Aus der Provinzialhaupifiadt.
Gießen, den 15. Juli 1930.
Sensen und Sicheln singen!
Ich war im Westerwald und glaubte mich in meine Iugendtage zurückversetzt. Heberall an Hängen und Hügeln, auf schmalen Aeckern, wo noch keine Feldbereinigung hinkam, da standen die fleißigen Landwirte und schwangen die Sense, di« Frauen aber „nahmen ab", legten die reife Frucht zu Garben. Dann und wann hörte man ein Erntelied ...
So war es auch in meiner Kinderzeit. So habe ich meinen Vater mit der Sense gesehen und meine Mutter mit der Sichel. Maschinen kannte man damals noch nicht. Gehen wir aber heute hinein in die Wctterau, so sehen wir kaum noch Sense und Eichel. Lleberall rattern die Maschinen, große Ungetüme mit windflügelartiaen Rädern, schneiden und binden die Frucht und letzen die Garben in Reih und Glied, wenn nicht, wie dieses Jahr, die starken Regen die Halme stellenweise auf die Erde niedergedrückt haben. Hier kommt die Sense wieder zu ihrem Recht.
Erntezeit! Roch leuchten die weiten Flächen der deutschen Ebenen in ihrer goldenen Pracht. Aber nicht lange mehr, dann wird der Wind über die Stoppeln wehen, und da, wo dicht und geschlossen wie eine Wand Tausende von Halmen standen, wird es leer werden.
Run stört die Aehren im Feld
, ein leiser Hauch, wenn eine sich beugt, so bebet die andere auch. (Martin Greif.)
Kornblumen und leuchtender Mohn, sie müssen auch ihr Leben lassen. Wie gern hätten wir einst al« Kinder die bunten Blumen zu einem Strauße gepflückt, aber niemals wagten wir uns mitten in die Kornäcker, wo die schönsten Blüten lockten. Die Großmutter hatte uns erzählt von der Roggenmuhme, die jeden straft, der mutwillig das Getreide niedcrtrampelt.
Es ging viel Poesie verloren im Laufe der Iahre. Wo ist der Erntekranz, wo der Reigen der Schnitterinnen, die letzte, der Gottheit geweihte, Garbe, die auf dem Acker liegen blieb? Sachlich und nüchtern prüft der Landmann die Aehren, ob sie reif sind. > Dann seht er sich auf seine Maschine und mäht die Halme nieder. Was einst Wochen in Anspruch nahm, wird heute in einigen Tagen erledigt. Lind wo ist das Dreschen mit den Flegeln, das den halben Winter ausfüllte, geblieben? In kurzer Zeit klopft die Dreschmaschine die Körner aus den Aehren.
Und trohdem sollten wir auch heute immer wieder unsere Kinder dazu erziehen, daß kein Mißbrauch mit den Aehren, mit dem Brot, getrieben wird. Das ist gewiß kein Aberglaube, und Ehrfurcht sollte jeder Mensch empfinden beim Anblick der Getreidefelder, eine Ahnung sollte unser Herz durchziehen von dem wunderbaren Werden und Gedeihen draußen in der Ratur.
Roch vor kurzem schwangen die Halme wie grüne Wogen auf und nieder, und nun ist die Ernte vor der Tür. Stolz stehen noch viele Aehren da, nur leicht gebeugt von der Schwere der Körner. Bald wird der Erntewagen kommen und die goldne Fülle heimfahren in die Scheunen. Die Dreschmaschine wird ihr einförmiges Lied singen, und die Körner wandern zur Mühle, zum Bäcker ... Hinaus in alle deutschen Häuser: Linser Brot!
Gesät einst, als kalte Rovemberwinde bliesen, geschützt von einer lichten Schneedecke kamen die grünen Spihchen hervor in den Frühlingstagen, wuchsen und streckten sich, die Aehren erschienen, und langsam begannen die Halme zu bleichen ...
Run ist Erntezeit ... Sensen und Sicheln fingen. P.
Daten für Mittwoch, 16. Juli.
Sonnenaufgang 4.01 Uhr, Sonnenuntergang 20.10 Uhr. — Mondaufgang 22.40 Uhr, Monduntergang 9.44 Uhr.
622: Hedschra (Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina), Beginn der mohammedanischen Zeitrechnung; — 1857: der französische Dichter I. P. de Börangcr in Paris gestorben; — 1872: der norwegische Polarforscher Roald Amundsen in Borje geboren; — 1890: der Dichter Gottfried Keller in Zürich gestorben.
Giessener Wochcnmarktprcise.
Es kosteten auf dem heuttgen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180 Pfennig das Pfund, Matte 30 bi- 35, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben (Bund) 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30 bis 35, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grüne) 20 bis 25, Bohnen (gelbe) 25 bis 30, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 60, Zwiebeln 10 bis 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln (alte) 4Vi bis 5, Kartoffeln (neue) 6 bis 7, Kartoffeln (Zentner) 3,80 bis 4Mk., Birnen 20 bis 35, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 20 bis 40, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 20 bis 25, Iohannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 50 bis 80, Pflaumen 30 bis 35, Mira
bellen 50 bis 55, Himbeeren 45 bis 50, Aprikosen 50 bis 55, Pfirsiche 55 biS 60, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 60 biS 70 Pfennig das Pfund; Lauben 70 biS 80, Käse (zcchn Stück) 60 bis 140, Eier 11 bis 12 Pf daS etüd, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 20 bi- 40, Sinmachgurken 3 bis 6, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15; Radieschen (Bündel) 10 bis 15 Pfennig das Stück.
Äornotizen.
— TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: „Wir wollen träumen ...!", 20 bis 22 Uhr. — Vortrag über das Thema „Schauen des ewigen Seins des Urgrundes aller Dinge" von Auguste Eiders (Krefeld), 20 Uhr, Hörsaal 44 der Universität. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die verschwundene Frau" und „Vater, ich klage dich an".
— Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Heute abend Premiere von Sascha Guitrhs Komödie „Wir wollen träumen". Die Spielleitung des Stuckes, das auf den größten deutschen Bühnen starke Erfolge hatte, fuhrt zum ersten Male in Gießen Hans Hais, der auch zugleich mitspielt. Ferner wirken mit Maria Koch und Hans Tannert. Die Vorstellung beginnt um 20Llhr.
— Historische Fachschaft an der Lan- dcsuniversität. Auf Einladung der Fachschaft spricht morgen 20 Llhr c. t. im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstr. 34, Herr Archivdirektor Llniversitätsprofessor Dr. I. R. Dieterich über das Thema: „Die Reichsreform und Hessen, mit besonderer Berücksichtigung der historischen Dorckussetzungen". Der Vortrag dürfte in weiteren Kreisen Interesse finden und ist deshalb öffentlich. Der Ober* hessische Geschichtsverein lädt seine Mitglieder noch besonders zur Teilnahme ein. Der Eintritt kostet 30 Pf.; für Studierende ist er frei.
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** Neue Hilfsmaßnahmen für 23er« sorgungsanwärter. Für die Inhaber des Zioilversorgungsscheins, des Polizeidienslscheins und des Bcamtenscheins ist von Bedeutung, daß nunmehr die fünfte Ergänzung der Anstellungsgrundsätze oom Reichsrat beschloßen und vom 16. Ausschuß genehmigt worden sind. Diese Anstellungs- grundsätze beziehen sich auf das Wehrmachtoersor- gungsgesetz Paragraph 11, Schutzvolizeigesetz Paragraph 2, Reichsversorgungsgesetz Paragraph 33. Der äußere Anlaß zur Vorlage dieser fünften Ergänzung war gegeben durch die neuen Besoldungsgesetze. Die große Zahl der Dersorgungsanwärter (13 000) und der Beamtenscheininhaber (23 000) erfordert eine möglichst strikte Durchführung der Vorschriften. Als besonders wichtig ist, wie der Verband der Kriegs- beschädigten und Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Knffhäuser" mitteilt, der neue Absatz 3 des Paragraphen 46 der Grundsätze hervorzuheben, wonach Kommunalbehörden oder eine der im Paragraph 4, Absatz lb bezeichneten Körperschaften durch die Aufsichtsbehörde veranlaßt werden können, bestimmungswidrige Stellen- besetzungen rückgängig zu machen. Der 16. Ausschuß nahm hierzu noch folgende Entschließung an: Die Reichsregierung ist zu ersuchen, alsbald in die Prüfung der Frage einzutreten, wie die Uebernahme der Dersorgungsanwärter weiter gefördert werden kann.
*• Sonderzug nach Mainz. Auf Veran- lassung des Hessischen Sängerbundes verkehrt am kommenden Sonntag, 20. Juli, ein Sonderzug nach Mainz zur offiziellen Befreiungsfeier mit folgendem Fahrplan: Abfahrt: 6.30 Uhr ab Gießen (Rückkunft 21.32 Uhr), 6.53 ab Butzbach (21.10), 7.06 ab Bad- Nauheim (20.56), 7.15 ab. Friedberg (20.47), 7.41 ab Bad Homburg (20.22), 8.26 an Mainz-Kastel (ab 19.30). Die Benutzung dieses Sonderzuges erfolgt auf Sonntagsfahrkarten und ist für jedermann zugänglich. Die Mainzer Sängerschaft holt die ober- hessischen Sangesbrüder in Mainz-Kastel am Bahnhof ab und geleitet sie zu den reservierten Plätzen, die jedoch nur für diejenigen Sänger bestimmt sind, die auch an der Kundgebung des Hessischen Sängerbundes aktiv teilnehmen.
** Oberhessischer Geschichtsverein. Am nächsten Sonntag, 20. Iuli, unternimmt der Oberhessische Geschichtsverein seinen diesjährigen Ausflug unter der kunstgeschichtlichen Führung von Llniv.-Prof. Dr. Rauch. Gin Post-Omnibus wird die Teilnehmer zunächst nach Hirzenhain bringen, wo Lehrer Sauer (Ober-Lais) einen kurzen Vortrag über das Kloster und die Eisenhütte halten wird. Das gemeinsame Mittagessen findet im Kasino des Eisenwerks statt. Darnach Weiterfahrt nach Lißberg, wo die Burgruine und gegebenenfalls auch das Wasserkraftwerk besucht werden soU, und Ortenberg. Dort wird Lehrer H e u s o h n (Lorbach) auf dem Gang durch Stadt und Schloß über die Geschichte Orten- bergs sprechen. Auf der Rückfahrt nach Gießen wird zunächst noch Bad Selters besucht mit seiner von einem Wehrfriedhof umgebenen Kirche und dann Konradsdorf mit seinem romanischen Kloster. Durch diesen Ausflug werden die Teilnehmer einerseits etwas von der oberhessischen Landschaft keimenlernen und anderseits einen Einblick in die Kultur unserer mittelalterlichen
Vorfahren gewinnen. (Wir verweisen auf die Anzeige vom Freitag, 11. Iuli.)
*• Zirkus Barum kommt nach Dießen. Er bringt auf zwei Sonderzügen das Riesenviermastenzelt, 6000 Besucher fassend, große Stallzelte, 100 Wogen, Traktoren, Raupenschlepper, Zugmaschinen usw. Barum bringt einen rollenden Zoo und eine interessante Dölkerschau; er zeigt, wie man unS mitteilt, Spitzenleistungen europäischer Arttstik: fliegende Menschen am schwingenden Trapez, japanische Antipodenspieler und Iongleure: von den Tierdressuren sind zu nennen: das Champagnergelage im Löwenkäfig, das große Pferdekarussell mit fünfzig Vollblütern, Elefanten aus Ceylon, Bären, Kamele, Dromedare, Zebras, die seltenen Paks und indische Zebus. Liebhabern der zirzensischen Kunst dürften mit dem Gastspiel einige genußreiche, belehrende und unterhaltende Stunden bevor stehen. (Dgl. heuttge Anzeige!)
'• Erledigte Stellen. Im Kreise Schotten sind an folgenden Volksschulen evangelische Lehrerstellen erleditzt: in Breungeshain, in Burkhards, Gichelsachsen, Gonterskirchen, Groß- Eichen, Helpershain, Höckcrsdvrf, Michelbach, Ober-LaiS, Ober-Seemen, Rainrod, Ruppertsburg, Sellnrod, Lllrichstein. Mit Ausnahme von Rainrod, wo eine Wohnung schwer zu bechaffen ist, sind Dienstwohnungen vorhanden und frei. — Erledigt ist außerdem eine Schulstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Gedern.
•• Prüfung für Gesanglehrer an höheren Schulen. Die nächste Prüfung für Gesanglehrer an höheren Schulen findet voraussichtlich im Laufe der Monate Rovember oder Dezember in Darmstadt statt. Meldungen sind bis zum 1. Oktober an das Hessische Ministerium für Kultus und Dildungswesen zu richten.
" V. H. C. Ein von Touristen wenig besuchtes Wandergebiet, den Schelder Wald, hatte sich der D. H. C. Gießen am letzten Sonntag als Ziel er- koren. Der karge Besuch ist um so verwunderlicher, als gerade diese Gegend landschaftlich von überaus hohem Reiz ist, allerdings auch ziemliche Anforderungen an den Fußgänger stellt. Infolge des Tags vorher und auch in der Rächt niedergegangenen Regens hatte sich nur eine kleine Schar unentwegter V. H. Cer, darunter auch einige Damen, am Dahichof eingefunden, um den Frühzug über Dillenburg nach Eibelshausen zu benutzen. Auf guter Landstraße ging es dann zunächst nach Simmersbach, von wo man den 537 Meter hohen Staffelböll bestieg, unter dessen Gipfel sich die Philippsbuche mit der Landgraf- Philipp-Denkmal befindet. An dieser Stelle, der ehemalig hessischen Grenze, wurde 1552 Philipp der Großmütige nach fünfjähriger Gefangenschaft von seinen treuen Hessen empfangen. Rach einem bei der herrschenden Naren Luft prächtigen Ausblick nach den Bergen des Hinterlandes und des Schelder Waldes frieg man abwärts, um auf der anderen Talseite über die Simmersbacher Höhe zur Mittagsrast nach dem hochgelegenen Hirzenhain zu gelangen. Der Weitermarfch führte auf wundervollen Waldwegen nach dem schön gelegenen Ranzenbach, dessen Fachwerkshäuser, alle in einem einheitlichen, eigenartigen Stil gebaut, das Entzücken der Wanderer bildeten. Durch das idyllische, vielfach gewundene Ranzenbachtal ging es sodann zum Endziel Dillenburg, von wo aus, nach nochmaligem Aufenthalt, die Heimfahrt erfolgte.
"DerLaulsprecheralsVogelsch suche. Ein Landwirt bei Kassel, der sich dauernd darüber ärgerte, daß die Vögel feinen Obstbäumen Besuche abstatteten, kam auf eine geniale Idee. Er brachte auf seinem höchsten Kirschbaume den Lautsprecher feines Radioapparates an und bot den Vögeln das Rundfunkprogramm dar. Der Erfolg war glänzend. Die gefieberten Gäste umkreisten aufgeregt und fas- sungslos die Obstbäume, die plötzlich musikalisch geworden waren, und getrauten sich nicht mehr in ihre Nahe. Der Lautsprecher als Vogelscheuche hat also seine Probe glänzend bestanden.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
X Klein-Linden, 14. Juli. Am 27. Juli be- absichtigt die Evangelische Gemeinschaft (nicht die evangelische Gemeinde, wie gestern berichtet wurde) ihr Iahresfest zu begehen. — Als bemerkens- werte Verbesserung ist die Regulierung und Planierung des Bürgersteigs für Fußgänger neben der Provinzial st raße Frankfurt — Gießen — auf der Nordseite des Dorfes — zu verzeichnen. Die holperigen Steine werden möglichst beseitigt und das ganze eingeebnet, wodurch ein einigermaßen flacher Fußweg geschaffen wird, welcher noch mit sauberem Abdeckmaterial zu versehen wäre.
CO Klein-Linden, 14. Juli. Einen schönen Erfolg kann der hiesige Gesangverein „Eintracht" (Vorsitzender Werkmeister Aug. B ö ck i n g) für sich verbuchen. Er nahm am letzten Sonntag am Gesangswettstreit des Mannergesangvereins „Liederkranz" Büdingen in Büdingen teil und errang in der Abteilung 1. Landklasse den ersten Klassen- preis, den Ehrenpreis und den höchsten Ehrenpreis.
Seinem Ehorleiter Musiker Heinrich Kohlet (Grohen-Linden) wurde der Dirigentenprei» zu- gesprochen. Der Verein und sein verdienstvoller Dirigent können mit großer Befriedigung auf den Erfolg blicken. — Am Sonntagabend hielt unser Ort-geistlicher, Pfarrer Bremmer, im Saale der Wirtschaft „Zur Burg" einen Bortrag über Reiseeindrücke aus Italien, Land und Leute, und di« Schönheiten der allen und neueren Werke römischer Baukunst. Vortreffliche Lichtbilder, zum Teil von dem Vortragenden selbst ausgenommen, ergänzten die Ausführungen des Redners, die von den Zuhörern mit großem Interesse ausgenommen wurden.
ED Lollar. 13. Juli. Der Tv. Lollar e. D. errang bei Den leichtathletischen Gaumeister- schasts-Wettkämpfen des Turngaues Lahn-Düns- berg wiederum glänzende Erfolge. 3n allen belegten Konkurrenzen placierten sich die LoNcrrer Kämpfer für die Entscheidung. Richt weniger als vier erste Siege, fünf zweite Siege und sechs dritte Siege konnten erworben weroen. Bei den Senioren gewann G r o ß h a u s die 100 Meter im Endlauf, nachdem er auch schon Vor- und Zwischenlauf gewonnen hatte. Hierdurch dürfte die Lleberlegenheit von Großhaus klar bewiesen sein. Auch im Hochsprung zeigten die LoHarer gute Leistungen. Leider erreichte Wissemann seine sonstige Sprunghöhe von 1,65 bis 1,70 Meter nicht, wurde dadurch zweiter, Frank wurde dritter Sieger. Auch bei den Wurfkonkurrenzen lagen die LoHarer in Führung. Wissemann erbrachte die beste Leistung im Speer-, Dietz im Diskuswurf, hier wurde Wissemann dritter Sieger. Beim Kugelstoßen besetzte Dietz die zweite und Agel die dritte Stelle. Auch belegte Agel beim Steinstoßen den zweiten Platz. Die Iugendlichen von Lollar zeigten ebenfalls schöne Leistungen. Klein wurde im 100-Meter- Lauf erster und Klinke! zweiter. Im Weitsprung wurde Klein dritter, Gerte im Speerwerfen zweiter und im Hochsprung dritter Sieger. Die 4xl00-Meter-Staffel wurde bedauerlicherweise disqualifiziert, nachdem sie den Borlauf überlegen gewonnen hatte. Zu dem sofort eingelegten Protest wurde keine Stellung genommen. Die Mitglieder des Tv. Lollar befinden sich daher in großer Mißstimmung; der Dereins- vorstand sah sich genötigt, dieserhalb Schritte bei dem Gauvorstand zu unternehmen.
+ Grünberg. 14. Iuli. Rachdem kürzlich unsere Rachbarstadt Laubach ihr neues Schwimmbad eingeweiht hat, ist man auch hier dem Plan der Errichtung eines Schwimmbades wieder nähergetreten. Ein aus den Vertretern der Schulen, sowie den Vorsitzenden verschiedener Vereine, wie Turnverein, Vogelsberger Höhen- klub, Derkehrsverein. Fußball-Club 1926, Ski- Club, Tennis-Club und Eisvevein bestehender Ausschuß hat sich nochmals eingehend mit der Angelegenheit beschäftigt. Dabei wurde die Platzfrage zunächst ausgescl-altet, da man der Meinung war, daß deren Lösung fachmännischer Beratung Vorbehalten bleiben müsse. In erster Linie soll versucht werden, die finanzielle Frage befriedigend zu lösen. Ein im Winter dem Gemeinderat vorliegendes Projekt, das annähernd 30 000 Mark erforderte, wurde aus finanziellen Gründen zurückgestellt, da der Stadt das Risiko hierfür zu groß schien. Der Ausschuß war der Meinung, daß sich durch Lösung von Dauerkarten für einen bestimmten Zeittaum, zu der sich die zahlreichen hiesigen Freunde des Badens und Schwimmens bereitfinden würden, der größte Teil des auf zunehm enden Kapitals verzinsen würde. Es ist deshalb ein Aufruf an die Bürgerschaft beschlossen; außerdem haben sich eine Anzahl Männer bereit erklärt, durch mündliche Werbung von Haus zu Haus Llnterschriften zu sammeln, die zur Lösung von Dauerkarten für das zu errichtende Schwimmbad für eine Dauer von mehreren Iahren verpflichten. Gelingt es. möglichst zahlreiche Llnterschriften mit einer Summe zusammenzubringen, die eine Verzinsung des Daukapitals garantiert, dann wird wohl auch der Gemeinderat seine Zusttmmung zu der Errichtung eines Schwimmbades geben.
is. Steinbach, 14. Iuli. Das 3 Verbandsturnfest des Südwe st deutschen Turnverbandes wird am 19.. 20 und 21. 3uli hier abwehalten, verbunden mit der 25- jährigen Gründungsfeier des Turnvereins Steinbach. Zu den Samstagmittag beginnenden Wettkämpfen werden etwa 600 Turner und Turnerinnen an treten. Der Turnverein Steinbach, insbesondere die einzelnen Festausschüsse bemühen sich sehr, um die erscheinenden Dundesvereine und Gäste würdig zu empfangen und die nötigen Rachtquartiere bereitzustellen. Der große Festplatz liegt am Ausgang des Dorfes an der Sttaße nach Annerod. An beiden Hauptfesttagen wird vom Kraftverkehr Hessen ein ständiger Pendelverkehr zwischen Steinbach unb Gießen unterhalten.
Verantwortlich für Lokales: 3.23.: Dr. Thyriot.
Hildo Mont*
■■r Wä WÄ für den Fussboden
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^bvhenl(o^eiiäesTabak-£iHkpu^
verpflichten uns, sehr sorgfältig - unter Ausnutzung
aller technischen Neuerungen - zu fabrizieren. Es wäre Vergeudung, durch unsachgemäße Verarbeitung die vorzüglichen echten Orient-Tabake nicht rein und voll entwickelt zur Geltung zu bringen,
A-G .


