Ausgabe 
15.5.1930
 
Einzelbild herunterladen

w

ff <

'1 i

AN

$,4;

.->j

Wirtschaft.

Genoffenschaflsiagung in Gießen

3m Saale des Gasthofs F a u l st i ch Hierselbst sand am Sonntagnachmittag eine Genossen- schaststagung statt, die von etwa 200 Ge- nossenschastsvertretern aus Oberhessen und dem Kreise Wetzlar besucht war. Namens der Der- bandsleitung eröffnete Hauptgeschästssührer B e ck (Frankfurt a. M.) die Versammlung, die sich mit dem Abschluß der Rationalisierung im Bezirk und im besonderen mit der Genossenschaftsbank Raiffeisen in Frankfurt a. M. zu befassen habe. Lehrer Gerhards (Groh-Rechtenbach) er­stattete Bericht über die jüngsten Rationalisie- rungsverhandlungerr, die enormen Schwierigkei­ten. die angcwendeten Methoden und das er­gebnislose Resultat. Die von Oberhessen und Wetzlar ausgegangene Sonderaktion habe die Genossenschaften selbst auf den Plan -gerufen. Sie hätten nun die Gründung der neuen Bank beschlossen und dadurch nach dreivierteljährigem heißen Bemühen die Rationalisierungsbestrebun­gen zum Abschluß gebracht Die Bankgründung sei zwar das alleinige materielle Ergebnis, doch bedeutend höher einzuschähen seien die ethischen Erfolge. Der Verband Frankfurt a. M. stehe wie­der innerlich und äußerlich gesund und gekräftigt da. Bankdirektor 3olk (Frankfurta.M.) refe­rierte über die Notwendigkeit der Bankgrün­dung, über die Satzungen, die Höhe der Ge­schäftsanteile und Haftsummen, die Risiken der Genossenschaften, sowie über die Zusammen­setzung der Organe (Dorstand und Aufsichtsrat). Es stehe außer allem Zweifel, daß die Genossen­schaftsbank Raiffeisen die beste Lösung für die Verworrenheit der genossenschaftlichen Fusionie­rung darstelle; sie verspreche ein aussichtsreiches Institut für eine gesunde genossenschaftliche Geld­wirtschaft zu werden. Anderseits sei sie kein Hinderungsgrund für die endgültige Rationa­lisierung im Rhein-Maingebiet, der Wiesbadener Organisation stehe nach wie vor die Derbin- dungstüre offen Derbandsrat Reitz (Hochel­heim) kritisierte scharf die störenden Elemente der Rationalisierung. Aus der Geschichte des letzten Jahres hätten die Genossenschaften viel gelernt, oie seien mündig geworden. Eine Zwangsehe hätten die Genossenschaften abgelehnt: an ihre Stelle müsse eine genossenschaftliche Der- nunfts- und Liebesehe kommen. Dekan Vogel (Bruchenbrücken) fand abschließend warme Worte für das Wiedererwachen der genossenschaftlichen Freiheit, des echten Raiffeisentums, das wie das Christentum wieder einmal in einer Zeit der Not eine Feuerprobe bestanden habe. Die an­schließende lebhafte Aussprache ließ erkennen, daß die Genossenschaften einmütig die Haltung ihrer Organe billigen und daß sie ausnahmslos ihren Beitritt zu der neuen Genossenschaftsbank zu vollziehen gedenken. Derbandssekretär Beck dankte in seinem Schlußworte den Genossenschafts- Vertretern für den schönen Verlauf der Tagung, die nach jeder Richtung den Charakter einer machtvollen Kundgebung für dcn Wiederaufbau des Genossenschastswesens habe erkennen lassen.

* Gebr. Stol l we r ck A. - G. Köln. Wie WTD.-Handelsdienst von zuständiger Seite er­fährt, ist es zutreffend, daß die Schichtgruppe an die Gebr. Stollwerck A.°G. zwecks Lleber- nahme der Reichardtwerke herangetreten ist. Sollten die zur Zeit schwebenden Verhandlun- gen zu einem Ergebnis führen, so würde dadurch aus keinen Fall die Selbständigkeit der Gebr. Stollwerck berührt werden. Vielmehr wird die Führung bei den Gebr. Stollwerck 21.-0. ver­bleiben.

* Th. Goldschmidt A. - G., Essen. 3n der gestrigen Aussichtsratssitzung wurde die Bi­lanz für 1929, die mit einem Reingewinn von 194 755 Mk. abschlieht, genehmigt und beschlos­sen, die Ausschüttung einer Dividende von wie­der 5 Prozent aus die Stammaktien vorzuschlagen.

A. G. Koertings Elektrizitäts­werke, Berlin. Der Aufsichtsrat schlägt der auf den 3.3uni. einzuberufenden GV. für 1929 aus einem rund 25 000 Mk. verringerten Rein­gewinn (i. V. 204 075 Mk.) die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent gegen 8 Prozent im Vorjahre vor.

Frankfurter Börse.

Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers".

Frankfurt a M., 15. Mai. Tendenz: ge- fchcftslos. 3m heutigen Dormittagsverkehr war die Stimmung z u v e rs i ch t l i ch, da die Hoffnung auf eine baldige Diskontermäßigung

der Reichsbank anregte. Die schon etwas höheren Kurse der gestrigen Abendbörse wurden Gelt) ge­nannt. Zu Beginn des offiziellen Marktes machte sich aber trotzdem wieder eine stärkere Zu­rückhaltung geltend, was in der Hauptsache auf die anhaltende O r d e r l o s i g ke i t zu­rückzuführen war. Aber auch die bevorstehende Auflegung der Voung-Anleihe in den einzelnen Staaten wurde als Grund zu einer Geschäfts­hemmung empfunden. Die wieder etwas ge­besserte Tendenz der gestrigen Neuyorker Börse blieb auf der anderen Seite ohne Einfluß. Ge­genüber der gestrigen Abendbörse waren die Erst­kurse zumeist etwas niedriger. Nur einige Spe­zialwerte hatten bei kleinen Kursbesserungen etwas Geschäft. So konnten sich am Chemiemarkt Solzverkohlung mit plus 1,5 v.H. etwas in den ordergrund stellen, während 3.-G.°Farben leicht erholt waren. Die Elektrowerte lagen durchweg bis zu 1 v. H. niedriger. Nur Siemens waren gut gehalten. Etwas Interesse bestand weiter für Bemberg, die 2 v. H. gewannen. Auch für Bau- Unternehmungen machte sich etwas Nachfrage bemerkbar, bei Erhöhungen bis zu 1 v. H. Mon­tanwerke waren vernachlässigt. Nur Phönix wa­ren etwas gebessert und leicht erhöht. In der Hoffnung, daß die restlichen Freigaben bald er­folgen dürften, lagen Schiffahrtswerte weiter leicht gebessert. Banken zumeist bis zu 1 v. H. niedriger. Am Rentenmarkt waren Schutzgebiete bevorzugt und leicht erhöht. Don Ausländern waren Dagdadbahn etwas gebessert. 3m Ver­laufe wurde die Tendenz etwas freundlicher: auf Deckungen der Kulisse wurden die Anfangs­verluste zumeist wieder ausgeglichen. Montan­werte, Farben und Schiffahrtsaktien fanden mehr Beachtung. Fest und gesucht waren 3.-G.-Chemie (Basel), 50-V.-H. mit 209 Geld. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zusammenhang mit dem Medio 4,5 v. H. Am Devisenmarkt lag das Pfund in­ternational etwas fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,19025; gegen Pfund 20,3660; London gegen Kabel 4,8604; gegen Paris 123,87; gegen Mailand 92,69; gegen Madrid 39,80; gegen Schweiz 25,1275; gegen Holland 12,0860.

Berliner Börse.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 15. Mai. Die Enttäuschung darüber, daß die Reichsbank entgegen den Erwartungen der gestrigen Abendbörse den Zentralausschuß noch nicht einberufen bat, und die unverändert anhaltende Orderlosigkeit bewirkten, daß die ersten No­tierungen der heutigen Börse meist kleine Ab­schwächungen aufwiesen. Die Tendenz mußte im allgemeinen als geschäftslos bezeichnet wer­den; es gab kaum einen Markt, der durch etwas leb­haftere Umsatztätigkeit auffiel. Man besprach die Schwierigkeiten, die sich anscheinend noch wegen der Reparationsanleihe im Auslande ergeben, verwies auf den immer noch ziemlich ungünstigen Masckinen- baubericht für April, beschäftigte sich weiter mit den Freigabezahlungen, und wurde durch eineB. Z."- Meldung veranlaßt, sich mit der Zukunft der Neu- besitzanleihe zu beschäftigen. Die Abweichungen wa­ren gegenüber dem gestrigen Schluß im allgemeinen minimal. Hotelbetrieb lagen auf die 2prozentige Dioidendereduktion 2,5 v. S). schwächer. Auch Rhei­nische Braunkohlen fielen mit einem Zprozentigen Verlust auf. Anderseits gewannen Aku 2,25 v. H., und Chemisch« Heyden, als Freigabepapier, nachdem sie mit Plus-Plus-Zeichen angezeichnet waren, 5,25 v. H. Deutsche Anleihen bröckelten leicht ab. Aus­länder zeigten nur geringfügige Veränderungen. Mazedonier konnten sich nach der gestrigen Ab­schwächung wieder etwas erholen. Der Pfandbrief­markt mar sehr ruhig. Der Geldmarkt war unver- ändert leicht. Tagesgeld 2,5 bis 5 o. H.; Monats­geld 5 bis 6 v. H.; Warenwechsel 4,40 v. H. Auch im Verlaufe neigte die Tendenz zunächst eher weiter zur Schwäche. Später wurden aber die unbedeu­tenden Verluste, die eingetreten waren, wieder aus­geglichen, da von der festen Haltung der Spritwerte eine Anregung ausging, lieber die Gründe dieser Bewegung schwirren allerlei Gerüchte umher, für die aber bisher noch keine Bestätigung zu erlangen war. Sicher ist nur, daß die Käufe, besonders in Ost werke, von Firmen ausgeführt wurden, die nach dem Getreidemarkt hinüber orientiert sind. Die Außenhandelsbilanz per April 1930, die einen Aus­fuhrüberschuß von 88,5 Millionen aufzuweisen hat, fand keine stärker« Beachtung. Der Geschäftsbericht der Mannesmannwerke brachte dem Montanmarkt eine gewisse Anregung. Auch für Aku erhielt sich, angeblich auf Amsterdamer Käufe, Interesse, und der Kurs konnte um weitere 1,75 v. H anziehen.

Frankfurter Schlachtviehrnarkt.

Frankfurt a. M., 15. Mai. Auftrieb: 127 Stück Rinder, 1103 Kälber, öO Schafe und 876 Schweine. Kälber: beste Mast, und Saugkälber 82 bis 86, mitt­lere Mast- und Saugkälber 76 bis 81, geringe Käl­ber 70 bis 75 Mark. Marktverlauf. Kälber rege, ausverkauft. Schweine ruhig, ausverkauft. Schweine wurden heute von der Marktkommission ebenfalls nicht notiert.

Giadtvorstand in Alsfeld.

fe* Alsfeld, 14. Mai. In der am gestrigen Dienstag abgehaltenen Stadtvar stau dsftt- z u n g befaßte man sich zunächst mit der Wasser­zuführung für das städtische Schwimm- b a d. Dieses wurde seither mit dem Wasser aus dem vorgelagerten Erlenteich gespeist. Da dieses Wasser besonders im Sommer eine starke Trübung aufweift, wurde zwecks Herbeiführung einer besse­ren Wasserzuführung beschlossen, eine besondere Zu­leitung aus dem Mühlgraben nach dem städtischen Schwimmbad zu legen. Die Ausführung der Ar­beiten wurde der Firma August und Heinrich Röß- ner in Alsfeld übertragen. Der erforderliche Kredit wurde bewilligt. Mit der Ausführung der Arbeiten soll alsbald begonnen werden, so daß mit dem Be­ginn der Badezeit die neue Leitung in Betrieb ge­setzt werden kann.

Nach den in letzter Zeit wiederholt gemachten Er­fahrungen hat es sich als notwendig erwiesen, be­stimmte Grün d s ä tze für den Verkauf von städtischem Gelände zu Bauzwecken aufzustellen, da es wiederholt vorgekommen ist, daß die Bauherren die Bauarbeiten durch auswärtige Unternehmer ausführen ließen. Es wurde beschlos­sen, daß künftig bei Verkauf von städtischem Ge­lände zu Bauzwecken den Käufern di« Bedingung auferlegt wird, daß sie bei Erstellung des Baues ausschließlich Alsfelder Bauhandwer­kerund Arbeiter zu beschäftigen haben, soweit diese vorhanden sind.

Ebenso hat sich di« Notwendigkeit herausgestellt, zur Aufstellung von Richtlinien für die Vergebung von städtischen Arveiten. Hierzu wurde beschlossen, daß künftig bei Verge­bung von städtischen Arbeiten der allgemeine Grund­satz aufgestellt wird, daß solche Firmen und Unter­nehmer bei Ausführung der zu vergebenden Arbei­ten vorzugsweise berücksichtigt werden sollen, welche Alsfelder Arbeiter beschäftigen. Wie der Vorsitzende hierzu bemerkte, zwingt die große Zahl der gegenwärtig noch vorhandenen Arbeitslosen, die kaum einen Rückgang aufweist, die Stadtver­waltung zu diesen Maßnahmen. Die stets zu­nehmende Zahl der ausgesteuerten Arbeitslosen werde bis zum kommenden Herbst bei der trostlosen Wirtschaftslage zu einer

schweren finanziellen Belastung für die Städte süh- ren. Er habe kürzlich in einer Versammlung der hiesigen Arbeitgeber diese auf die bevorstehende schwierige Lage besonders hingewiesen.

Die von dem Stadtbauamt oorgeschlagene Rege­lung der Vergebung des P f l a st e r st e i n - materials für das Rj. 1930 wurde noch­mals an die Baukommission zurückverwiesen, da gewünscht wurde, daß die Vergebung möglichst an die im Kreise Alsfeld vorhandenen Basaltwerk« er­folgen soll.

Es lag sodann ein Antrag der Ortsgruppe Alsfeld des Deutschnationalen Handlungsgehilsenverbandes wegen Ausbau der kaufmännischen Be­rufsschule in Alsfeld vor. Der Antrag geht da- hin, die Pflichtftundenzahl an der hiesigen kauf­männischen Fortbildungsschule von sechs auf acht Stunden in der Woche zu erhöhen, den Lehrplan den neuzeitlichen Ansprüchen des Kaufmannsberufes entsprechend auszugestalten und ^ls^Pflichtfächer Wirtschaftsgeographie und Maschinenschreiben ein­zuführen, ferner für die wirksame Erteilung des Unterrichts eine ausreichende Zahl hauptamtlicher Lehrkräfte anzustellen, sowie durch eine Satzungs­änderung auch Arbeitnehmer der Organisation in den gewerblichen Fortbildungsschulvorstand zu be­rufen. Entsprechend dem Vorschlag der Finanzkom­mission wurde beschlossen: bevor zu diesen weit­gehenden Anträgen Stellung genommen wird, sol­len die beteiligten Organisationen, der Kaufmän­nische Verein, die Einzelhandelsoereinigung und dis Bankenvereinigung gehört werden.

Zur Erhebung der Filialsteuer wurde beschlossen, daß die Veranlagung der Filialsteuer für das Rj. 1929 auf Grund der von den betreffen­den Gewerbetreibenden zu zahlenden endgültigen Gewerbesteuer für 1929 erfolgen soll.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Wirsing 35 bis 40, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 45 bis 110, Erbsen 70 bis 75, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meer­rettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 4,5 bis 5, Nepsel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Nüsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Ps. das Pfund; Käse (zehn Stück) 60 bis 140 Pfennig: Tauben 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100; Salat 10 bis 20, Salatgurken 60 bis 80, Ober-Kohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 25 bis 30, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück; Ra­dieschen 10 bis 15 Pf. das Bund: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. der Zentner.

Kirnbergers Etatrede im HessischenLandiag

(Letzte Meldung.)

Darmstadt, 15. Mai. (MTV.) Der hessische Landtag ist heute in die Etatsberatung eingetreten, die mit einer großen Rede des Finanzministers Kirnberger eingeleitet wurde. Der Minister betonte zunächst, daß, nachdem durch den Zoungplan und die neue Reichsfinanzgesehgebung eine endgültige Klärung der Reichsfinanzen in die Mege geleitet und damit die Grundlage für den endgül­tigen Finanzausgleich geschaffen fei, nachdem die Befreiung des besetzten Gebietes in greifbare Nähe gerückt, und nachdem endlich das Gutachten des R e i ch s f p a r k o m m i f f a r s abgeschlossen vorliege, gewiss« Voraussetzungen ge­geben seien, für die gebieterische Forderung, daß die Fehlbeträge aus dem hessischen Voranschlag ver­schwinden.

Den Staatsvoranschlag für 1930 bezeichnet er als einen Voranschlag des Uebergangs. Er schließe noch mit einem Fehlbetrag von 6,9 Millionen Mark ab. Wenn aber aus dem beschrittenen Wege weitergegangen wird, werde wohl bald ein ausge­glichener haushalt vorgelegt werden können. Der hessische verwattungsapparat sei keineswegs aufge­bläht. Auch das Gutachten des Relchssparkommissars erkenne ausdrücklich an, daß die Organisation der hessischen Staatsverwaltung im ganzen einfach, sach­gemäß und billig sei im vergleich mit vielen anderen Staaten. Eine Kürzung der Beamtengehälter in Hessen allein könne die Regierung nicht vornehmen. Ebensowenig seien für die Dauer Sparmaßnahmen

zu vertreten, die das Wirtschaftsleben empfindlich treffen. Trotz der Ersparnisnachnahmen bei den Schulen, deren vorbildliche Einrichtung der Stolz Hessens gewesen sei, werde hesj^n auch weiterhin mit an der Spitze der Länder marschieren.

Wenn in dem Voranschlag 1930 der in 1929 er­wartete Befrag an Einnahmen wiederum ein­gesetzt wurde, so sei das gerechtfertigt, weil ein et­waiger Ausfall gedeckt wurde durch den Anteil an den jetzt erschlossenen neuen Reichssteuern. Ob Hes­sen künftig ohne stärkere Heranziehung der ihm ver­bliebenen Steuerquellen auskommt, werde von der Gestaltung des Finanzausgleichs abhängen, von ganz befonberer Wichtigkeit werde künftig d i e Frage des inneren Finanzausgleichs fein. Zum Schluß erklärte der Minister, man hat unsere Finanzlage in Verbindung gebracht mit der Kleinheit des Landes und geglaubt, unserem Lande d i e Lebensfähigkeit absprechen zu müs­sen. Das ist auf keinen Fall richtig, h e f f e n i ft wirtschaftlich gesund und wird die augen­blickliche finanzielle Rot überwinden. Die Frage der Neugliederung des Reiches und des zukünftigen Schicksals unseres Landes dürften nicht in Zusam­menhang gebracht werden mit unseren finanziellen Verhältnissen. Wenn in Hessen jemand wirklich glauben sollte, daß die politische Selbstän­digkeit des Landes im Interesse des Reiches aufgegeben werden müsse, so mühte er wünschen, daß dies aus innerer Freiheit geschehe, nicht aber, weil dem Lande finanziell der Atem ausgehe.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren ang-'sührten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o. H.. Lombardzinsfuß 6 o. H.

Frankfurt a. M. I

Berlin

Schluß«!

lurs 1

t-ichr« Kure

Schluß« lurs .

Ansana« Kurs

Datum

14 5

15 5

14 5

15 5

6% Deutsche Retchsanteihe von 1927

7% Deutsche gietchSanIeihe

87

-

86,9

-

von 1929

Deutsche Änl.-Ablöt.-Sckulb mit

102,75

-

102,75

Auslos.-Rechten

59

58,9

58,75

Dergl ohne Auslvi.-Rechte 8% Hess. Bolksslaai von 1929

11,75

11 75

11,5

(rüdiablb 102%)

Oberhessen Provinz - Anleihe mit

94,4

94

Ausloi.-Rechten

Deutsche Komm. Sammelabl.

55,5

-

-

Anleihe Serie )

8% Franks Hyp.-Bonk Goldpse.

57,1

57,1

XIII unkündbar blfl 193-1 7% Franks byp.-Bank Aoldpfe

100

-

unkündbar bi« 1932

*¥i% Rheinische Hnv.-Bank

94

-

Miau, tifolbpfe.

8% Pr Lan bespfcm dbriesan sicht.

86

Pfandbriefe R 17

8% Pr Lanvesvsimvbriesonstalt,

101

-

101

-

Komm.-Obl. R i«

1% Pr LanbeevIanbbriesanstaU,

965

-

96,5

Pfanbbrtele R 10

AEG abg Bortriegs-Obligatto-

94,5

-

94,5

-

nen. rückzahlbar 1932

96

-

-

4% Oelterreichische Golvren»

26.96

26,9

4,13

4,20% Oeslerreichtsche Silberrente 4% Oelterreichische Einheitliche

4

4,13

Rente

2,35

4% Ungarische Golbrente

2379

2]

23,9

4% Ungarische Staorsrente 0.1910

20,75

_

4Vi% vesgl von 1913

22

2,4

6.7

4% Ungarische Krvnenrenle

2,4

2,4

4% Türkische Hollanleihe von 1911 4% Türktich, Bagdadbabn-Ant

6,55

6,5

Serie 1

6,6

4% desgl Serie 11

6% Rumänisch» vereinb Rente

,55

6,6

6,6

von 1903

t¥i% Rumäniich» vereinb Rente

9,7

9,8

von 1913

16,9

17

IX Rumäniich« oetetab. Statt»

8,05

8,1

Zranksurt a. TR.

Berlin

Echiuß- fur«

i'Uhr« Änre

Schluß« lurs

Anfang» Kurs

Datum

14 5

15 5

14 5

15. 5

Homburg-Amerika Paket

7

116,5

116

116 25

Hamburg-Südam. Dampflchist

8

-

176

Hansa Tampffchiff

10

-

161 5

Norddeutscher Lloyd

8

116,5

116,5

116,13

116,5

Allgemeine DeutscheEredttanst.

10

115.75

116

116

Barmer Bankverein

10

126,5

126,65

126,75

Berliner Hanvelsgesellschast

12

177 75

Commerz- und Privat-Bank

II

152,75

152,5

152.75

152,75

Darmstädter und Notionalbank

12

231 25

230,75

230,25

Deutsche Bonk und

TiSconto-GeseUichaft, . .

10

142

141,25

142,13

143

141,75

Dresdner Bank .....

10

143,25

143

143

MeichSbank , .....

12

301

301,5

300

A.E.G..........

8

171,25

171

171,13

171,5

Bergmann ......

9

185,4

185,25

Elektr LteserungSgesellickiast

10

-

157

158

Licht und Kraft

10

167,5

166,5

166

(Veiten & Guilleaume

w,

124,5

124,75

124,4

Gesellschasi für Elektrische

Unternehmungen

10

168,25

167,25

168,25

166,5

Hamburger ElektrizttätS-Werkr

10

138,75

Rhemische Elektrizität . .

9

147

147

145,25

Schlesische Elektrizität. . . .

10

164

164

Schuckerl & Go. ....

11

191

191,25

Siemen« & Halske .....

16

244

244

243.13

243

Transradto . ......

. ft

130,5

Lohmener & Go...... .

10

170,5

-

169,25

171

Buderus . . . . .

. 0

_

70,25

_

Deutsche Erdöl ......

. 6

102,5

102,25

101

Etlener Steinkohle .

. 8

142,25

8

140,5

139,5

140,25

139,25

Harvener ......

0

126,9

127,5

126,5

Hoesch Eisen . ......

6 V,

108 75

108.13

hise Bergbau ......

10

216.5

*-

Klücknerwecle ......

. 7

102

101,75

101,4

Köln-Neuessen ...

. 7

106

106

Niannesmann-Mdhreo . . .

. 7

106

106

106

106 4

Manstelder Bergbau . . .

7

78,75

77

Oberschles Eisenbevars

. 6

vberschles Kokswecke . . .

. 7

-

109,75

HO

Phoniz Bergbau . . .

6 V,

9,5

100

99,5

Rheinische Braunkohle» . .

10

230

230

227

Rheinstahl .....

. fi

120

119,25

119,75

118,75

Rtebeü MoaUw ......

7,2

Frankfurt a. M

Berlin

Schluß» lurs

l«Uhr« Kure

Schluß« lur»

Anfang- KurS

Datum

14 5

15 5

14 5

15 5

Bereinigte Stahlwerke

?7]

97

96,75

Otavi Minen

16-/-

53

53

52,25

Kaliwerke Aschersleben

. 10

222

223

Kaliwerke Westeregeln

e

. 10

226

226

225

Kaliwerke SoUdetsurtb

. 15

396

396,5

395

X ® Farben<lndultrie

-

. 12

184,25

183.9

184

184

Dynamit Nobel . . .

. . 6

87,75

. . 9

152.25

. . 5

69 5

70,25

70

. . 6

69,5

69,75

70

Melällgeiellschaft. . .

. . 8

117

117

117

117

Philipp Holzmann . .

-

. 7

100

101

100,5

Zementwerk Heidelberg

e

. 10

135 5

Cementwerk Karlstadt.

. 10

144

»

Wootz & Ureytag

. . 8

95

94,75

Schultheis Payenhoser

. 15

303,9

304

Ostwerke ....

. 12

260

260

Aku .....

. 18

108

106

108,25

. 14

126

128

127

128

Zellstoff Waldhof

18'/,

181

180,5

Zellstoff Aschafienburg

. 12

147,5

Charlottenburger Waller

. . 8

104,5

104,5

Dellauer ffia«

e

. . 9

167,5

Daimler Motoren

. . 0

39

38,9

Deutsche Linoleum .

'45,5

245,5

244,5

Maichinenbau A.<G. .

ä

. . 0

53,65

53.25

Not AutomobU

M

. . 0

-

18,75

Orenstein L Koppel .

. . 6

14 13

Leonhard Tietz . .

. 10

152

150,75

Svensko

344,5

343,25

^rankfuttei Maichineu

. . 4

29,5

30,5

Griynei

e

. . 6

16.75

37,5

Henligenltaedl . .

. . 0

d

Iunghans

. 6

14,5

45

14,5

Lechwerke

Mainkostwerke Höchst a

8

106

M

8

95

Shafl

10

122,5

123

123

Debr Roeder

. 10

103

Boigi & Hoessner . .

. . 9

192

192

Süddeutsche Zucker

10

161

161

Banknoten.

Berlin, 14. Mai

Gelb

Brief

Amerikantiche Noten.....

47(66

4,186

Belgische Noten ......

58,30

58,54

Dänische Noten ........

111,68

112,12

Englische Noten........

20,307

20.387

Französische 'Noten ......

16,42

16,48

Hosiäiidilche Noten ......

167.91

168,59

22.00

Norwegische Noten......

111,73

112.17

Deutsch-Oeslerr.L 100 Kronen

58.91

59,15

Rumänische Noten......

2,46

2.48

Schwedische Noten......

111,98

112,42

Schweizer Noten ......

80,79

81,11

Spanische Noten.......

51,00

51,20

Tschechoslowakische Noten . .

12,40

12.46

Ungarische Noten

72.95

73.25

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

14. Mw

<5- Mot

Amillcku

Notierung

Amtliche Aoiicruna

Geld

Bric

Geld

Briei

Amll.-Rott.

168,27

168,61

168,35

168,69

Bnen. AireS

1.604

1,608

1,598

1,602

Brff.Antw.

58.41

58,53

58,42

58,54

Christiania.

111,98

112,20

111,99

112,21

Kopenhagen

111,99

111,21

112.02

112,24

Stockholm .

112,20

112,42

112,22

112,44

HelsingforS.

10,54

21,955

10,56

10 542

10,562

Italien. . .

London. . >

21,095

21,955 '

21,995

20,341

20 381

20,343

20,383

Neupork . .

4,186

4,194

4 186

4,194

Paris....

16,415

16,445

81.10

16,42

16.42

Schweiz . .

80,94

80,96

81,12

Spanien

51,16

51,26

51,09

51,19

Japan

2,068 0.497

2,072

2,068

2.072

Mio de Jan. Wien in D-»

0,499

0,497

0,499

Ceft. abgelt.

59,02

59,14

59,025

59,145

Prag . . .

12,403

12,423

12,404

12 424

Bclirad

7,393

7,407

7,391

7,404

Budapest. .

73,13

73,27

73,14

73,28

Hul arieu

3,035

3,041

3,035

3,041

Lissabon

18,79

18,83

18,80

18,84

Danzig

81,31

81,47

81,32

81,48

Konst.ntitt.

1,785

1,789

1,784

1,788

Athen.

5,435

5,445

5,424

5,434

Canada

4,177

4,185

4,177

4,185

Uru uay .

3,846

3,854

3,846

20,865

3,854

Tairo - . .

20,865

20,905

20,905

onf1

SS; Notrufen

äg mW^ Vtrne M'Ä Iangfnl Biaung

Sinn«

«*i"S Ls«

-21m Lnde des

Arbeitssuchende 9776 und gege Arbeitssuchende

3m

Mitteln der w 2161 des Ml Personen und o; M ArbeitgeK Mungseinpfänl 2ln der Ges' gleich 100 Pro- Prozentsatz füge eignen Cßetufi

Landwirtschaft Bergbau Industrie der 6t« Metallindustrie Chemische W Spinnstosstzewer Papierindustrie Lederindustrie Holzgewerbe Nahrungsmittel Bekleiöungsgew Eesundheits. ur Baugewerbe KrmWigung- Gastgewerbe Theater und Mu Easwirtschastsge Berkehr-gewerbe Häusliche Dienste Lohnarbeit Mchs Maschinisten Kaufmännische A BureauangestG Techniker' freie Berufe

Aus den einzei berichten:

.Je Lage im u>chl verändert Einiger Zeit ein stellen will. E- 224 Arbeitssni! gezählt. 1

Die Frühsah fah zum vorig Jahre fast gän kräste, insbeso Der Abruf do richtszeit gerir allgemeinen gebot heimisch« >m früheren 3 M 3dt nur bi Mde Kuüurarl beitssuchenden b ichres.

ZI

% u»

tot