Ausgabe 
15.3.1930
 
Einzelbild herunterladen

---Lind dachte der Toten, der Toten.

Ein Gang über deutsche Kriegerfriedhöfe in Frankreich. Von Wilhelm Meuter, Dornholzhausen (Kreis Wehlar).

Die Loten lind stumm. Kein Laut stört ihren Frieden. Hnd die Ration, die die deutschen Toten einst als lebendige Glieder besah, schweigt schweigt in ihrer Mehrheit ihren Loten gegen­über!Von der breiten Masse des Volkes ver­gessen". so müßte man, wie ein flammendes Menetekel, über die Eingänge zu den großen deutschen Friedhöfen in Frankreich schreiben.

Vergessen in Sinnentaumel und Genußsucht. Vergessen in übertriebenen Lebensansprüchen, in Hochmut und Kastengeist, in Luxus und wider­lichem Gebaren. Vergessen aber auch in politi­scher TInanständigkeit, in Klassenkampf und ex­tremen Wirrnissen, int Elend der Arbeitslosigkeit und der grauen Sorgen dieser Lage.

Die Loten sind stumm.

Sind jedoch die stummen Anklagen nicht die drückendsten?

Die Kriegergräber sind ja so weit, so weit, dort irgendwo in Frankreich, in Rußland, in Ru­mänien, oder gar im Orient. Irgendwie tauchte auch das dunkle Gerücht auf, daß die Gräber sogar ganz gut gepflegt seien, daß Velken und Trauerrosen auf ihnen stünden.

Auch hörte wohl mancher in unserem^ Volke davon, daß es so etwas wie Kriegsgräber­fürsorge gibt. Man hat aber keine Zeit, die Dinge näher in Augenschein zu nehmen; der Verein hat ja gerade sein Stiftungsfest, wozu umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden müssen, oder es gibt sonst eine dringende Ab­haltung na ja, so denken viele, wenn es schon so etwas wie Gräberfürsorge gibt, gut, dann mögen diese Leutchen das machen. Selbstredend, man denkt auch schließlich noch an die Loten, aber mein Gott, was soll man sonst tun?

Seit 12 Jahren werden Stiftungsfeste in Deutschland nicht alle, seit 12 Jahren hat man Zeit für alle möglichen Dinge unnützer Art. TI n d eben seit 12 Jahren vergessen die meisten unseres Volkes die Loten desWeltkrieges. \

Erschütternd wird dem, der heute nach Frank­reich reist, immer wieder vor die Seele und die Augen geführt, wie Frankreich, England und Amerika ihren Toten vollendete Ehren bezeugen, während das deutsche Volk es hieran sehr fehlen läßt! -

Komm, geschätzter Leser, ich führe dich über einige von den vielen, vielen deutschen Krieger­friedhöfen in Frankreich.

Vicht wahr, Bruder Frontkämpfer, der du den Chemin des Dames kennst, du entsinnst dich, daß dicht bei Laon, da, wo es von der Zitadelle hinab nach Ardon ging, schon während des großen Krieges ein Meer von Kreuzen war. Dort ist noch heute einer der bestgepflegtesten deutschen Friedhöfe. HnD wenn man alle Mütter und Väter, die Schwestern und Bräute derer, die hier ruhen, zwischen diese Gräberreihen hin­durchführen könnte, sie würden, wenn auch voll Wehmut, unter Tränen lächeln: der Liebste ruht hier unter reichem Gräberschmuck, ruht würdig, wie es für die Verhältnisse sich geziemt. Da steht keines der Holzkreuze windschief, oa hängt keine Platte los, da gibt es keine ungepflegten Wege zwischen den Gräberreihen.

Hnd dann folge mir nach Mons en Laon, etwa fünf Kilometer südwestlich von Laon. Auch eine schöne Friedhofsonlage, die durchaus an­sprechend ist. Hier ruhen 3254 Deutsche in Einzel­gräbern und in einem Sammelgrab noch einmal 2000 der Tlnsrigen. Der Friedhof wirkt durch seine Lage, lieblich vom Tale zu einer sanften Anhöhe ansteigend, in bester Weise. Die Gräber haben auch hier Blumenschmuck, und Ordnung scheint durchaus zu herrschen. Der Friedhofs­wärter ist ein höflicher Mensch, mit dem sich reden läßt.

S i s o n n e. Ein Wald von Kreuzen. 10 693 Cinzelgräber sind hier und ein großes Sammel- grab, das noch einmal 4000 Deutsche in feinem Schoße birgt. Ich bitte um Entschuldigung; ich

weiß nicht einmal genaue Angaben darüber zu machen, wie dieser Riesenfriedhof eingezäunt ist, wie er in seinen Einzelheiten aussieht, wie er insgesamt in der Umgebung wirkt - ich sah nur Kreuze, Kreuze, und meine Seele suchte das mystisch Unfaßbare des Massengrabes zu ent­ziffern. Ich ließ die Seele schauen, indes das Auge, durch kleine blinkende Tropfen verdunkelt, stumm an dem Holz der Kreuze hing. Und als ich hinwegglng, hatte ich den Friedhof gesehen, und wußte doch nicht, wie er aussah. Front­kämpfer. die ihren toten Kameraden hier gegen­überstehen, werden in dieser Beziehung immer schlechte Berichterstatter sein.

Aebnlich erging es mir auf den Schlachtfeldern von Arras Ein Gedanke durchzuckt nur immer

WANDERER VERWEILE' NANDACHT JNDKÜNDE ZU HAUSE'

WIE WIR ALS i

Ein eindrucksvoller Gedenkstein für die öeut|d)en Gefallenen auf dem Friedhof von Montdidier.

das Gehirn, kommt immer wieder: Jst's möglich, daß all' die Lausende und Zehntausende einmal die Unsrigen waren und wir ihrer nicht in d e m Maße gedenken, wie es die grenzenlose Hingabe, die sie bezeugt haben, erfordert?

Ich sah noch Friedhöfe bei Reims, ich sah chrer so viele bei Verdun, daß mir die Le­gion wie die höchste Form des Gottesgeheim­nisses erscheinen mußte.

Oder es ist besser, ich sage, daß ich sie er­lebt habe, die Kriegerfriedhöfe Frankreichs.

Ich verstehe dein Weh, du alter Vater, der du mit umflorter Stimme danach fragst, wie es bei Laon, bei Arras oder bei Verdun aussieht. An der Form deiner Frage errgte ich stets, daß du da irgendwo einen teuren Sohn ruhen hast. Ich kann es verstehen, daß Genugtuung dich erfüllt, wenn du hörst, daß der Friedhof, auf dem dein Sohn unter einem Holzkreuz ruht, das seinen Hamen trägt, sich in würdigem Zu­stand befindet. Ich verstehe aber auch deinen Schmerz, wenn du von ihm weiter nichts weißt, als daß er in jener Schlacht, an jenem Tage fiel. Ich weiß, wie bitter es sein muß, so fernab von dem Wohlgeborgensein der Toten zu stehen.

Sucht sie in den großen Sammelgräbern oder wisset, daß sie tief im verschütteten Unterstände ruhen, der seine Opfer nicht wieder hergeben mag. Sie sind nicht alle so gebettet wie jene

Oachstuhlbrand.

Von Felix panten.

Es ist heute ein ungewöhnlich trüber und drohender Samstagnachmittag, einer von denen, die einem die Sonntagsvorfreude verderben. Aus reinster Langeweile schlendere ich durch das Zim­mer, trete ans Fenster und sehe hinaus. Unter mir liegt die Straße einer westlichen Berliner Vorstadt, dahinter die große Anlage eines Ten­nisplatzes, der eben noch Eisbahn war und schon wieder seiner ursprünglichen Bestimmung gemäß bearbeitet wird; aber die Arbeiter haben, es ist Samstag, früher Schluß gemacht. Dahinter erhebt sich die Hinterfront eines neuen fünfstöckigen Mietsbaues. Diese Straße hat nichts Besonderes, solche gibt es viele hier; auch das gegenüber­liegende Hinterhaus bietet heute, warum sollte es auch, keinen eigentümlichen Anblick. Mir fällt es eine Sekunde auf, daß seine sämtlichen Fenster heute noch unbeleuchtet sind; ginge es mit rechten Dingen zu, hätten sie drüben schon die Lampen einschalten müssen, einige wenigstens, wie es sonst jeden Tag geschieht. Aus reiner Langeweile sehe ich nach der Uhr: vier Uhr zwanzig. In den Zimmern drüben muh es aber schon ganz dunkel sein, warum brennen die Leute kein Licht? Wäh­rend ich verwundert das Haus ansehe, das wie erstorben daliegt, merke ich, daß aus einigen Bodenluken des rechten Flügels feine graue Rauchsäulen steigen. Es sieht so aus, als seien die Dachfenster kleine Schornsteine geworden, sehr merkwürdig. Dann dringt der gleiche Rauch, fein, grau und harmlos, neben den Kaminen hoch.

Ich fühle mich tote Sherlock Holmes, greife nach dem Telephon und verlange:Feuerwehr!" Oh," lächelt das Fräulein, und ich sehe ihr Lächeln mitleidig aus dem Schalltrichter kommen, Sie meinen die Sache in der Bayrischen Straße? Die ist schon von verschiedenen Seiten gemeldet!" Darum also ist das Haus dunkel geblieben, es ist verlassen.

Das Schauspiel über den Dachpfannen ent­wickelt sich jetzt mit einer unheimlich lautlosen Geschwindigkeit. Aus allen Dachrinnen qualmt und dunstet cs, zierlich gekräuselte Wölkchen ft eigen auf und vereinigen sich über dem Dach­stuhl zu einem mächtigen schwärzlichen Strom, der, vom Winde ergriffen, links hinüber geteer­ten, emporquillt. Die Spaziergänger unter mir sehen noch nichts, denn die Rauchwolken qualmen und quellen noch immer so unheimlich geräuschlos imb es muß sicherlich schon etwas besonderes ge­

schehen, damit einer von den Menschen einmal zum Himmel hinaufsieht.

Das begibt sich jetzt. Ich habe das Fenster geöffnet, drüben knacken die Hölzer, durch die Stille der Dämmerung kommt dieses Geräusch geisterhaft über den Tennisplatz gezogen. Heber dem Haus starrt jetzt eine himmelhohe Wolke. Ein heftiger Windstoß drückt sie in die benach­barten Straßen, die Leute bleiben stehen und sehen auf - der Qualm, gelockt, gedreht, gewun­den. steigt immer dichter aus den Ziegeln, wird gepackt und braust dahin. Aus der Höhe des Firsts schlägt die erste Flamme, blutrot und ver­rußt. Jetzt tuten die Autos der Feuerwehr. Vier Hhr dreißig Minuten.

Von nun an rollt der Film mit rasender Schnel­ligkeit. Ich kann nicht sehen, was die Feuerwehr an der Vorderfront des Hauses beginnt, und wollte ich hinuntergehen, fände ich die Straße in weitem Hmkreise abgesperrt. Ich nehme nur wahr, daß das Feuer mit dem Eintreffen der Autos einen anderen Charakter angenommen hat: die Flamme ist hellrot und reiner geworden, als wolle sie aller Feindlichkeit spotten, aber da wird auch der schwärzliche Qualm reiner und wütender - er ist von weißen Strahlen durch­schossen. Sie spritzen. Es scheint sehr langsam zu gehen und dauert doch nur wenige Minuten, da ist die Woge beschwichtigt, noch schießen die Wasserstrome wie Kometbogen durch sie hin, und dann kommt ein Augenblick, in dem alles in einem heißen Dunst verschwindet, der sich aus dem First entwickelt hat und sich langsam über das Dach niedersenkt, als falle der Vorhang über einer kurzen Tragödie.

Unten stehen sie, sämtlich mit hochgereckten Hälsen, die Zuschauer. Vatürlich, die Polizei hat sie von der Vorderfront vertrieben, jetzt umlagern sie scharenweise den Tennisplatz. Aus den Straßen halten die AutoS, viele und ganz regellos auf­gestellte, eben so, wie sie der Anblick er­griffen hat.

Jetzt verschwindet der dunstige Schleier und das Dach liegt wieder rein und unberührt da. Vur dort, wo sich zuerst die rot-ruhige Flamme zeigte, ist jetzt ein Halbrund aus den Dachzie­geln ausgefressen. Dort ragen und starren nur noch die angekohlten Balken, unD des Himmels Wolken schauen hoch hinein. Das Feuer ist also gelöscht. In der fallenden Dämmerung flammen nur noch einige Hölzer auf, verirrte Lichter vor einem trüben Winterhimmel. Und nun be­ginnt das. was man in dem Jargon der Feuer­wehr die Aufräumungsarbellen nennt _

Toten, die bei St. Mihiel teilweise unter kost­baren Denkmälern ruhen ach so vielen ward nur ein einfaches Holzkreuz und Tausenden nichts weiter als der grüne Rasen. Wie sie aber auch immer ihre Ruhestätte fanden, sie sind auffindbar. Auch die unbekannten Gefallenen.

Stehe einmal in der Todesschlucht bei Verdun, stehe am Winterberg, oder an der Somme stets verspürst du den Gluthauch ihres Geistes, ihrer Opfertaten. Hier werden die Totengebeine zu Kündern des Pflichtbewuhtseins, hier wer­den sie zu wuchtigen Mahnern. Volk, ver­giß uns nicht! Vergeht chr uns vor allem nicht, die chr mit uns gekämpft und gestritten habt, die ihr an unserer Seite gekniet habt und ängstlich dem trägen Herzschlag lauschtet, die ihr unsere Hände hieltet, indes die Verzweiflung und ein namenloser Schmerz euer Herz durch­zuckte. Vergeht ihr uns nicht, denn ihr sähet, w i e wir gestorben sind, w i e wir unser Bestes gaben. Wenn ihr in der Lage dazu seid, dann kommt noch einmal zu uns. denn wißt: Wir ver­stehen uns gewiß noch, wenn auch das Schwei­gen sich zwischen uns drängt. -

Ich sah ein solches Meer von Holzkreuzen ge­gen Abend. Blutrot ging die Sonne unter und feurige Lohe umrih den westlichen Horizont. Da bückte ich mich und sah, den Kopf zur Seite le­gend, die Heere der Kreuze gegen die unter- gehende Sonne. - Diesen Eindruck geben Worte nicht wieder. Wer dies sah, der gedenkt der Toten, der Toten. Der fühlt, daß wir ihnen

Dank schulden, der ist äum Opfern bereit. Der weiß, daß auch die beste Kriegsgräberlürsorge ohne Wittel keine Gräber schmücken und pfle­gen kann. Ihr Männer, die ihr mit unseren gefallenen Brüdern gemeinsam gekämpft habt, chr Mütter und Väter, chr Witwen und Wai­sen, die ihr euch chrer so liebevoll erinnert, ist es nicht eine Selbstverständlichkeit, dah ihr euch da betätigt, wo man um ihre Gräber bemüht ist: in der Kriegsgräberfürforge! Und ihr. die chr verschont geblieben seid von Ver­lusten, die ihr brennenden Schmerz wie die an­deren nicht fühlt, muh nicht gerade euch ein moralischer Heroismus in die Or­ganisation der Kriegsgräberfür­sorge führen?

Ein Tag unseren Toten. So verlangt es die äußere Würde. Doch, was soll uns der Tag, wenn er nur ein ruhiger Tag ist und nichts weiter. Wir wollen mehr. Wir wollen alle Tage, alle Stunden zu ernsten machen, da wir der Toten gedenken. Es darf ein. unbewußtes Gedenken fein, das im Ernste dieser Tage sei­nen Ausdruck findet.

Es wird Rächt um unser Volk, wenn es seine hehrste Aufgabe vergißt. Hnd es soll doch die Stunde kommen, wo im Scheine Der Morgen­sonne die Kreuze da draußen unser Volk grüßen und den Dank der unter ihnen Schlafenden ver­mitteln: Ihr dachtet der Toten, der Toten!

JaWanverbessenmgen in Oberhessen.

Vachdem die berufenen Organisationen unserer engeren Heimat im Lause der letzten Wochen ihre Wünsche zum neuen Reichsbahnfahrplan der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. zur Kennt­nis gebracht hatten und dadurch die Fahrplan- arbeiten der Reichsbahndirektion ergänzten, die schriftlich geäußerten Wünsche dann noch einmal in einer Sitzung von Vertretern der Reichsbahn­direktion und der interessierten Handelskammern eingehend beraten worden waren, bringt nunmehr die Reichsbahndirektion Frankfurt in einer ersten Hebersicht die Fahrplanänderungen für das Fahrplanjahr 1 930'3 1 im Bezirk der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main zur öffentlichen Kenntnis. Hns inter­essiert natürlich besonders die Verbesserung auf den oberhessischen Strecken, für die der D e r - kehrsbund Oberhessen in einer längeren Eingabe Vorschläge und Wünsche bei den maß­gebenden Stellen in Frankfurt a. M. vorgebracht hatte, die in dankenswerter Weise von den Handelskammern Gießen und Fried­berg nachdrücklich unterstützt wurden.

Aus einigen oberhessischen Strecken und den wichtigeren Anschluhlinien werden, nach der jetzigen ersten Hebersicht, mit Beginn des neuen Fahrplans am 15. M a i folgende Aenderungen bzw Verbesserungen emtreten:

Strecke Frankfurt a. 211.GießenMarburg.

Der seither nur an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen verkehrende Personenzug 719 ab Frankfurt a. M. Hbf. 14.53 Hhr wird im Sommerfahrplan bereits 14.52 Hhr in Frank­furt a. M. Hbf. abfahren und täglich bis Bad- V a u h e i m (Bad-Vauheim an 16.07) gefahren werden.

Ein Personenzug (Vz. 720) ab Bad-Vau- heiin 6.56 Hhr, wird bis Frankfurt a. M. Hbf. (an 7.51 Hhr) beschleunigt durchgeführt. Er hält nur auf den Bahnhöfen Friedberg, Viederwöllstadt, Groß-Karben, Vilbel Vord und Frankfurt (M.) West. Auch der Zug (Pz. 721) Frankfurt (M.) Hbf. ab 18.10 Hhr, Bad- Rauheim an 19.06 Hhr, wird beschleunigt durchgeführt. Er hält nur an den vorstehend an­gegebenen Bahnhöfen. Die beiden Züge sollen der Verbesserung des Berufsverkehrs dienen.

Der um 17.20 Hhr ab Bad-Vauheim neu eingelegte Personenzug 722 nach Frankfurt (M.) H b f. hält zur Bedienung des Berufsver­kehrs bis Vilbel Äord auf allen Stationen, dann nur noch in Frankfurt (M.) West. Ankunft Frank­furt (M.) Hbf. 18.24 Hhr.

An der Hinterfront haben sie, dicht über der Regenrinne eine Luke ausgebrochen. Darin stehen zwei Feuerwehrleute in grauen Wasserröcken und stürzen rücksichtslos auf den Hof hinunter, was ihnen von innen zugereicht wird. Das ist nicht eben wenig, und diese Tätigkeit dauert recht lange. Zuerst poltern die Türen und Latten der Bodenkammern fünf Stockwerke tief hinab, bann kommen die Eingeweide der Bodenräume, der alte Hausrat, den man unter den Dächern ab­stellt, die verrotteten Schränke, die Kisten, die Truhen. Aber auch solche Dinge, die einmal mit den Menschen in naher Beziehung gestanden haben, ein Tisch, einige Stühle, viele Bücher. Das alles entstürzt der Dachluke wie ein unauf­hörlicher Strom von altem Gerät und Gerümpel. Einmal fällt es wie Schnee von oben, eine Schar von weißen Blättern öffnet sich und flattert nie­der, find es alte Schulhefte, die jemand aus Pietät aufbewahrte, sind es vergessene Briese - vor der Feuerwehr sind alle diese Sachen gleich. Sie sind sämtlich zu einem jähen Tode verdammt, ich höre ihr Drechen, Knacken und Krachen, wenn sie unten, fünf Stock tief, landen, und da wer­den sie auch gleich von einem Feuerwehrmann empfangen, der sie tüchtig und gewissenhaft durchnäßt, denn viele sind angebrannt, glimmen, und der, Sturz entfacht ihre stille Glut, flam­mend finken sie nieder. Das Volk auf der Straße begrüßt solche Stürze mit lautem Hoh- Ruf Betten und Matratzen werden geworfen und die Zuschauer jubeln, wenn sie noch einmal rot aufleuchten....

Es geht noch sehr lange so. Es ist jetzt ganz dunkel geworden, aber auch durch die Finsternis hört man noch das Krachen der stürzenden Dinge. In dem Raum der ausgefressenen Dachziegel, der jetzt fein Raum mehr ist - denn des Him­mels Wolken schauen hoch hinein - flattern kleine Lichter, sie sind also immer noch da, die Männer der Feuerwehr. Jetzt endlich hat auch die Hin­terfront wieder ihr normales, abendliches Aus­sehen zurückgewonnen, die Fenster sind beleuch­tet, nur Die unmittelbar unter der Brandstelle liegen, bleiben dunkel. Aber das fällt eigentlich nicht weiter auf, und darum blickt jetzt auch kein Mensch mehr zu dem Hause hinan, es ist schon wieder ganz gewöhnlich geworden, es ist ihm nichts mehr anzumerken.

Aber wir kennen alle den Himmel über einer großen Stadt, der den Schein der elektrischen Lichter auffängt. Von diesem bleichen Rot fällt jetzt etwas durch die Gerippe der Dachsparren, es jieht aus» als hab» das eine oflene

Zur Verbesserung der Sonntagsverbindung wird der jetzt nur werktags verkehrende Per­sonenzug (702) Gießen ab 8.05 Hhr, Fried­berg an 8.53 Hhr auch Sonntags gefahren werden. Ab Friedberg verkehrt der Zug täglich. Es wird damit eine weitere Sonntagsverbindung Richtung Frankfurt (M.) Hbf. hergestellt.

Der letzt zwischen Friedberg und Gie­ßen nur werktags verkehrende Personenzug 727. Friedberg ab 5.33 wird in Friedberg um 5.40 Hhr abfahren und auch Sonn» und Feiertags verkehren. Gießen an 6.32 Hhr. Dieser Zug stellt mit dem auch seither schon ab Gießen täglich ver­kehrenden Personenzug 727 (Gießen ab 6.42 Hhr) eine durchgehende Sonntagsverbindung von Friedberg nach Marburg dar.

Bisher wurde täglich, außer an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen, der Personenzug 719 zwischen Frankfurt und Friedberg ge­fahren, ab Frankfurt 18.31 Hhr an Friedberg 19.40 Hhr. Ab 15. Mai wird der Personenzug 723 als neue Zugverbindung zwischen Frankfurt (ab 18.32 Hhr) und Friedberg (an 19.40 Hhr) auch an den Werktagen vor Sonn- und Feiertagen verkehren.

Eine neue Spätabendverbindung zwischen Marburg und Gießen wird vom 15.Mai ab dadurch geschaffen, daß versuchsweise ein Per­sonenzug (784) von Marburg bis Gießen durch­geführt wird, und zwar ab Marburg 23.30 Hhr, an Gießen 0.05 Hhr.

Im Fernverkehr über die Strecke Frank­furt-GießenMarburg wird eine bedeutsame Verbesserung dadurch eintreten, dah das

Zug-Paar 191 192 (ab Frankfurt 23.47 Hhr, an Gießen 0.50 Hhr, bzw. ab Gießen 4.37 Hhr, an Frankfurt 5.39 Hhr) für die Zeit vom 15. Mai bis 4. Oktober auch wieder Halt in Bad-Rau heim bekommt. Der Halt dieses Zugpaares in Gießen soll, nach Zusicherungen der Reichsbahnvertreter- in der Konferenz mit den Handelskammern, beibehalten werden.

Eine weitere dankenswerte Verbesserung be­steht Darin, daß der D 2 7 5 Frankfurt a. M. GießenSiegenDortmund (bisher ab Frankfurt 17.15 Hhr, an Gießen 18.40 Hhr) zwischen Frankfurt und Gießen eine größere Fahr­geschwindigkeit erhalten wird. Der Zug soll zwi­schen Fraickfurt und Gießen um 19 Minuten beschleunigt werden (künftig ab Frankfurt 17.11 Hhr, an Gießen 18.17 Hhr) und in Gießen den Anschluß an den Personenzug 707 nach Marbur gK affet, ab Gießen 18.20 Hhr,

Wunde... und am anderen Morgen hat Der Vorfall für die Hmwelt erheblich an Gewicht verloren Rur die Hausbewohner sind noch eini­germaßen erregt, sie umstehen den Haufen Hn- rat und machen Bemerkungen über die Entstehung des Feuers. Es scheint einen Augenblick, als wollten sie sich gegenseitig beschuldigen, als könnte sich eine Tragödie wie StrnrdbergsBrandstätte" abspielen, aber das geschieht nur auf der Bühne, und die Einwohner trennen sich friedlich, feuf- zend und ergeben.

Wissen Sie schon?

Die Reuyorker Transportgeiellschaften haben in den letzten Tagen ihre gesamten Pferde- toagen mitsamt den Zugtieren öffentlich ver­steigert, um Raum für die notwendigen Trans­portautos zu bekommen. Damit dürften bald die letzten Pferde aus Reuyork ver­schwunden fein.

Im Zoologischen Garten von St. Louis ist ein Pinguin aus der Antarktis an einer merkwürdi­gen Erscheinung erkrankt. Er scheint nämlich erfrorene F ü he zu haben, und zwar seit dem Tage, an dem in diesem Jahr das Thermo­meter zum erstenmal unter Rull sank.

In der LanDwirtschattichen Versuchsanstalt in Pennsylvania starb Jessie, Die Experi men­tal k u h. Sie war Das erste Tier, Das für ihre Artgenossen nachwies, in welchem Maße Die Kuh in Der Lage ist, Die Vitamine B zu bilden. Sie wurDe nur mit befonDeren Futterstoffen er­nährt, Denen sämtliche Vitamine B entzogen worDen waren.

Der große Pariser MoDenkonig Paul P o i r c t hat sich von seiner SchneiDerkunst jetzt endgültig zurückgezogen und will sich in Zukunft nur noch der Malerei und dem Theater widmen. Seine erste Schauspielprobe hat er bereits abgelegt. Man behauptet, daß auch einige feiner Bilder genau so gut seien, wie seine Kleiderentwürfe für die Pariser Damen.

e

In Swaziland in Südafrika ist eine unabseh­bare Schar von Schmette rfingen auf* getaucht. Die in einer Frontbreite von 50 Kilo­metern Das Land überziehen. Die Farmer be­fürchten als Folgeerscheinung ein riesenhaftes Anwachsen der Laupenplagr,

Hersts

-l-yba £n P-rst

Sieben d'

Ion $ icn vcrkc Ilidda ve> änkvmmt. Zulda an Hamburg- R'Ltung Gclnha»'

DerS-v" wtM' ab S>,n unD Ott«

In Stell' xrsthrcndc 16.48 Uhr. Selnhar haulen ab -ähren.

Lonntag' 1124 Uhr Ankunft i Zonntagsz Aidda ab

Der M Personen^ tünstig 5 i5.36 Äk)

I D46Don ausnehllicn

I in Sclnhau!

Um 1 D

Hsahrir-ei l fctn 8.141

Diib tünfti Io dah in D81 vor 1 846 Uhr)

Vrlnhauser Grlnhousei nuten früh

Die bis! heim deck | auch im 6 aesührt, uni ; heim an 2( ' byo. von ' | Uhr) nach

Die nac I Friedb» Uhr, an

18.34 Uhr tags verke ter auch

Der Pz ; berg abf toirb vom

I lang der F um 6 Mir V 6.02 in H E an Den A M fräter (6.06

Sltei

Ter Per | U34 Uhr, |; künftigen ! W kietzen 10, E Koblenz ei I lahn st ei | Köln-Amst r erreicht.

Strecke (E Der Per

| an Dill« gen besä Dietzen an (Sranlfurl Anschluß i .Dtt Pz k Drehen Anschluß v Ieil« E and an de K 21-33 Uhr)

3ut Die i *>9 66 i .Litzen 'chleumgt;

I Netzen abf »'»"reffen.

Per ,^r. an D U sm, $ derbe ?°durch toj S von U1632 in

'^gesch«