Ausgabe 
15.2.1930
 
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! chuß übergegangen, der den ungeheuren Vor­teil habe, daß wir in ihm vertreten feien. Aus dem Plan gehe an verschiedenen Stellen deutlich hervor, daß der Voungplan nur eine Etappe auf dem Wege der Reparations- regelung darstelle. Die Wirtschaftslage werde von der Rechten zu ungünstig beurteilt. Die Rechte bekämpfe den Boungplan, wolle aber auch zum Dawesplan nicht wieder zurückgehen. Vielleicht sei man zu früh an die Revision des Dawesplanes herangegangen.

Abg. Or. Bredt (W.-p.) hielt olle Berechnungen für abwegig, da die Verhältnisse ganz ungeklärt seien und blieben. Kleber die Revisionsmöglichleiten gingen die Auf­fassungen Deutschlands und der Gläub'gcrstaaten weit auseinander. Wenn es tatsächlich den Tat­sachen entsprechen sollte, daß der Voungplan nur einen Versuch darstelle, dann müsse diese Auffassung in der Oeffentlichteit fe st - g e st e l l t werden.

Abg. Oauch (O. D. p.)

Selbst nach Berechnungen ganz neutraler Stel­len haben wir bis heute bereits 36Mil- liarden an K r i egstributen gezahlt und sollen jetzt noch Beträge zahlen, deren Ge­genwert mit weiteren 36 Milliarden geschäht wird. Für sich betrachtet, ist der Voung-Plan eine mißglückte Synthese zwischen Politik und Wirtschaft. Auch vom Standpunkt der gegnerischen Mächte ist es töricht, so hohe Lasten auf Deutschland zu legen, denn bei Durch­führung des Planes in dieser Form müßte Deutschland die stärkste Wirtschastsmacht der Welt werden Wir müßten nämlich dann so ungeheuer billig produzieren, daß wir alle anderen Volker auf dem Weltmarkt u n - ter bieten Der Voung-Plan wird am Transfer scheitern, nicht an der inneren Aufbringung. Auch wir haben hinsichtlich der Durchführbarkeit des Voung-Planes .die aller- schwersten Bedenken. Würden wir aber heute den Voung-Plan ablehnen, so würde dieser Wi­derstand der deutschen Wirtschaft einen Milliar­denverlust bringen. Der Vertrag ist kein Wechsel, sondern eine Vereinbarung, die auch Revisions­möglichkeiten aller Art in sich birgt. Man kann keine Voraussagen über die wirtschaftliche Ge­staltung Deutschlands oder gar der Welt sür längere Zeit machen. Deshalb darf man den Plan gerechterweife nur für die nächsten zehn Jahre beurteilen. Auch wir betracht m Voung Pan nur als eineEtappe. Selb t- verstänut.a) mu.sen aus der Annahme lc_, ... ^ng- Planes von allen denen, die ihm zuftimmen, jene Konsequenzen gezogen werden, die der Voung-Plan selbst als notwendig hin­stellt, nämlich eine Einschränkung unse­rer Einfuhr und eine Hebung unse­rer Ausfuhr. Das ist nur möglich durch eine Herabdrückung der Gestehungs- kosten Ferner verlangt der Voung-Plan eine Steuersenkung besonders für die .Betriebe zwecks genügender Kapitalbildung. Wir müssen daher mit unserer jetzigen Finanz- unü Wirtschaftspolitik Schluß machen und Voungpolitik treiben. Es muh deutlich aus­gesprochen werden, daß derjen'ae. der diese Kon­sequenzen nicht zieht, den Voung-Plan auch nicht annehmen darf.

Vom Abg. Grafen Westarp wurden außer­dem zwei deutschnationale Anträge angekündigt. Darin soll die Reichsregierung ersucht werden, mit eingehender Begründung zu erklären, ob sie die Zahlungen des Pariser Planes f ü r dauernd durchführbar hält, und durch eine ausdrückliche Erklärung das Recht Deutschlands vorzubehalten, die Re­vision des Planes mit dem Ziele der Herab­setzung der deutschen Leistungen im Falle seiner älndurchführbarkeit zu fordern.

Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung.

Annäherung der Parteien.

Berlin, 14. Febr.' (ERD.) Der Reichs­finanzminister hat heute abend im Reichs­tag mit den Führern und den Finanzsachverstän­digen der Fraktionen weiter verhandelt. Das Ergebnis dieser Besprechung war, daß in der Frage der Arbeitslosenversicherung eine erheb­liche Annäherung zwischen den Parteien festzu­stellen ist. Man ist sich ziemlich einig darüber geworden, daß die Arbeitslosenversicherungs­anstalt eine geschäftliche Selbständig­keit erhalten soll, die ihr die Möglichkeit gibt, ihr System zu returnieren und damit beträcht­liche Einsparungen zu machen. Zu dieser Vergröberung der Selbständigkeit würde auch gehören, daß die Reichsversicherungsanstalt selbst darüber zu beschließen hätte, ob die Beiträge zu erhöhen sind. Der Reichstag würde ihr damit eine Kompetenz übertragen, die er bisher ausgeübt hat. Damit willkürliche Erhöhungen vermieden werden, wird voraussicht­lich die Rotwendigkeit einer qualifizierten Mehrheit für derartige Beschlüsse eingeführt werden, so daß also Arbeitgeber und Ar- b e i t nehmer an der Zustimnrung zu einer Erhöhung beteiligt sein müßten. Die Sozialsach- verständigcn der Fraktionen sollen am Montag­nachmittag darüber beraten, in welcher Form diese Vorschläge im einzelnen durchgeführt wer­den können.

Wenn diese Vorschläge zu einer festen Verein­barung führen, so würden im Etat für 1930 teine Mittel für die laufenden Aus­gaben einzusetzen sein, die die Arbeitslosen- v^slcherung in Zukunft verursacht. Es handelt sich dann nur noch um die Abdeckung des Defizits, das aus dem außerordentlichen Haushalt des Vorjahres in den ordentlichen Etat 1930 übernommen worden ist. Auch hierfür zeichnen sich bereits die Almriffe einer Einigung zwischen den Parteien ab. Die Sozialdemo­kraten haben in der heutigen Besprechung grundsätzlich einer Heranziehung der überschüssigen Mittel der Ange­stellten- u n dZnv a lidenversicherung z u gestimmt. Sie wünschen allerdings, daß dies in Form einer freien Vereinba­rung geschieht. Der Reichsfinanzminister hat erklärt, er stehe selbst auf dem Standpunkt, daß man zunächst eine gütliche Einigung mit den bei­den Dersicherungsinstituten anstreben müsse. Es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen mit ihnen bald aufgenommen werden. Dabei bleibt der alte Plan der Veräußerung der Vor­zugsaktien der Reichsbahn weiter be­stehen. Offen ist die Frage, in welcher Höhe sie verwendet werden sollen. Man glaubt, das Pro-

Oberbürgermeister Landmann-Krankfuri zur Michsreform im Süd-Westen.

Oie Neugliederung des Rhein-Main-Gebietes.

WSN. Frankfurt a. M., 14. Febr. Oberbür­germeister Dr. Landmann veröffentlicht in der Zeit­schriftReich und Länder" einen Aufsatz über die Neugliederung des Rhein-Main-Gebietes, bem wir folgendes entnehmen:

Man wird aus praktischen Gründen gut daran tun, für das Rhein-Main-Gebiet im engeren Sinne zunächst nur den Kern herauszuschälen, tm übri­gen aber die Frage, welche weiteren Landesteile bei einer Neuabgrenzung der Länder aus zwingenden oder Zweckmäßigkeitsgründen zu diesem Kerngebiet noch weiter hinzutreten werden müssen, wegen heute noch mangelnder Einsicht in richtung- oder aus- chlaggebende Verhältnisse offen zu lassen. Unter die- em Agglomerationszentrum wird man die L a n d- chaft am unteren Main von etwa Lohr an bis zur Mündung und am Mittelrhein von etwa Worms bis BingenSt. Goar begreifen dür­fen, im Norden begrenzt etwa durch die Linie Limburg Gießen Schüchtern. Es entspricht das etwa einem Radius von 60 Kilo- meter um Frankfurt gelegten Kreis. Diese Land­schaft kann tatsächlich nach ihren historischen, anthro- pogeographischen, kulturellen, sozialen und wirtschaft­lichen Bindungen als eine Einheit betrachtet werden. Es besteht also im wesentlichen aus dem heutigen Land Hessen, deni preußischen Regie­rungsbezirk und Kommunalverband Wiesbaden, dem Südteil des preußischen Regierungsbezirkes und Komumnaloerbandss Kassel dem zur Rheinpro­

blem am besten lösen zu können, indem auf das Jahr 1930 nur 150 Millionen übernommen wer­den, so daß dann im folgenden Jahre die rest­lichen 100 Millionen zur Abdeckung kämen. Durch diese Verteilung auf zwei Zahre dürste die Eini- ' gung der Parteien erleichtert werden.

Jedenfalls wird die Lage nach der heutigen Besprechung in parlamentarischen Kreisen we­sentlich günstiger beurteilt. Man rechnet damit, daß es Anfang nächster Woche gelingen wird, das Kompromiß vollständig zu machen, so daß man sich nach Bereinigung dieser schwierig­sten Frage den übrigen Einzelheiten des Etats zuwenden fann.

Das preußenwahlrecht vor dem Gtaaisgerichtshos.

Gefahren für die Braun ° Koalition.

Berlin, 14. Febr. (Priv.-Tel.) Am Freitag hat vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig die läge der preußischen Splitterparteien gegen die Gültigkeit des jetzigen preußischen Land- tagswahlrechts seinen Anfang genommen. Be­kanntlich wird darin die Erlangung eines Sitzes auf der L a n d e s l i st e davon abhängig ge­macht, daß die betreffende Partei in einem Ein­zelwahlkreis einen Bewerber durchbringt. Die Kläger sehen darin eine Beeinträchtigung der Gleichheit des Wahlrechtes. Die Klage hat insofern ein erhebliches politisches Interesse, als die Mehrheitsverhältnisse im preußi­schen Landtag sich vollkommen verschieben würden, wenn der Staatsgerichtshof ihr statt­gäbe. Dann würde nämlich die knappe Mehrheit der Weimarer Koalition in Preußen in eine klare Minderheit verwandelt werden, wo­mit die gegenwärtige preußische Regierung kaum noch eine Möglichkeit zum Weiteramtieren hätte. Denn wenn sich auch vielleicht nicht so schnell eine Mehrheit zu ihrem Sturze zusammensinden würde, so wäre doch keine Möglichkeit für eine fruchtbare parlamentarische Arbeit auf der jetzigen Grundlage vorhanden. Herr Otto Braun müßte also wahrscheinlich nochmals, nunmehr unter sehr viel ungünstigeren Bedingungen, den Gang zur Deutschen Volkspartei an­treten.

vinz gehörenden preußischen Kreis Wetzlar, den Westkreisen des bayerischen Regierungsbezirkes Unterfranken. Allein in diesem verhältnis­mäßig kleinem Bereich sind heute zuständig: 3 Landesregierungen (Preußen, Hessen und Bayern), 7 B e z i r k s v e r wa l t u n g e n (die hes­sischen Provinzialverwaltungen in Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen, die preußischen in Wiesbaden, Koblenz und Kassel, die bayerische in Würzburg) und entsprechend vierReichsbahn- d i r e k t i o n e n (Mainz, Frankfurt, Kassel, Würz­burg-Nürnberg), vier Oberpostdirektionen (Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Würzburg), 3 L a n desfinanzämter (Darmstadt Kassel, Würz­burg), 4 Oberlandesgerichte (Darmstadt, Frankfurt, Kasseß Nürnberg), 2 Landesar- beitsämter (Frankfurt, München) und eine ent­sprechende Vielzahl der übrigen Spezialbehörden. Die Grenzen der Verwaltungsorganisation gehen zu- dem meist mitten durch die engsten Verwachsungs­stellen im Gebiet. Das oben umrissene, engere Rhein- Main-Gebiet ist so stark mit den übrigen Bezirken Hessens und Hessen-Nassaus verflochten, daß seine vorzeitige Herausschälung als selbstän­dige Gebietskörperschaft unzweckmäßig er­scheint. Wollte man vorgreifend eine Teilreform durchführen, so könnte man vielleicht zunächst an eine Verbindung des Landes Hessen mit der Provinz Hessen-Nassau denken.

eröffnet oder es einstellt. Das ganze Verfahren kann sich mit den Verhandlungen vor der Revi­sionsinstanz noch jahrelang hinziehen. Wäh­rend dieser Zeit müßte Oberbürgermeister Böß sein Gehalt ungekürzt bekommen.

Frankreichs Tonnagesorderungen

Tie letzten Besprechungen in London.

Paris, 15. Febr. (WTB. Funkspruch.) Tar - d i e u und Briand hatten, ehe sie über das Wochenende nach Paris zurückkehrten, eine Un­terredung mit Macdonald, Stimson und Morrow, in der Macdonald seine Be­denken über die Höhe der in der französischen Denkschrift aufgestellten Tonnageforderun- gen nicht verhehlt und erklärt hat, die Beibehal- tung dieser Ziffern müsse unvermeidlich auf das englische Flottenprogramm, sowie infolge der Pa­rität auch auf das amerikanische seine Rückwirkun- gen haben. DasEcho de Paris" findet, daß Mac- donald entweder überhaupt auf den Zweimächte­standard hätte verzichten oder aber mit Frank­reich hätte Fühlung nehmen müssen, ehe er sich mit Hoover einigte. Frankreich brauche sich doch nicht nach den bei dem Besuch Macdonalds in Washing- ten zustande gekommenen Abmachungen zu richten. Frankreich habe an sich nichts gegen eine Verstör- tung der englischen Flotte einzuwenden, aber der Zweimächtestandard dürfe nicht auf Kosten der französischen Marine gehen.

Die Sicherheilsfrage soll ebenfalls Ge­genstand dieser Unterredung gewesen sein, und zwar in Verbindung mit den Tonnageforderun­gen. Tardieu habe dabei folgenden Standpunkt vertreten: Der augenblickliche Stand der Sicher­heit sei noch unzureichend, daß an den französischen Tonnageforderungen nichts nach­gelassen werden könnte. Wenn neue Ga­rantien aur Sicherung des Friedens zustande kommen sollten, so werde Frankreich daran den­ken können, auf einen Teil seiner Forderungen, und zwar nur nach Maßgabe des Wer­tes der neu zustande gekommenen Verträge, zu verzichten.Petit Parisien" erklärt, daß nur ein Pakt nach Locarno- must e r die französische Delegation zu irgend­welchen Konzessionen veranlassen könne.

I Aus her provinzialhauptstadi.

Gießen, den 15. Februar 1930.

OerAllmein".

Dor einigen Tagen war ich bei einem Be­kannten zu Besuch und war Zeuge davon, wie seinen beiden Kindern Schokolade geschenkt wurde. Während der fünfjährige Zunge auf unsere Bitte an jeden Erwachsenen ein Stückchen abgab, ver­weigerte dies das kleine dreijährige Mädchen. Es wollte mit niemand, teilen. Als es aber sah, daß der Bruder nach allen Seiten austeilte, wollte es auch ein Stückchen von ihm haben. Das wurde natürlich mit Recht verweigert. Das kleine Ding fing an zu weinen, und schon wollte mein Freund nachgeben und sprach mit seinem Zungen, wir andern aber fielen ein und sagten: Rein! Laß' sie nur weinen. Sie Hal ja gar keinen Grund." Die Großmutter auf ihrem Lehn­stuhl hatte noch gar nichts gesagt. Zetzt aber konnte sie sich nicht enthalten, ihre Meinung kundzutunZhr seid der Kleinen gegenüber viel zu nachgiebig. Zn diesem Xter' fangen die Kinder an und versuchen, ihren Kopf durch­zusehen." Dann nahm sie die kleine Elli zu sich, schalt sie gehörig aus und hielt ihr ihr Betragen vor. Zum Schluß sagte sie noch:Du gibst ja der reinsteAllmein"!

Auf dem Heimweg ging das WortAllmein" mit mir und ließ eine Gestalt vor meinem gei­stigen Auge auftauchen, an die ich lange nicht mehr gedacht hatte. Zn meinem Heimatdorfe nämlich lebte vor vielen Zähren ein Gastwirt, der nur derAllmein" genannt wurde. Er war lang und hager, hatte ein stark gefurchtes E-e- sicht und ging bvlzengerade umher. Auf der Kirmes war derAllmein" der gesuchteste Wirt. Die Städter besonders verfehlten nie, beimAll­mein" einzukehren. Zch kann mich erinnern, daß er einmal den Kirmesgästen die Plätze anwies. Das sah einfach großartig aus. Hoch aufgerichtet stand er wie ein Herold und streckte den Arm aus, in der Richtung, in der er Plätze vermutete. Wir Buben hatten natürlich bald heraus, daß er in feinem Rock, gerade unter dem Schulter­gelenk, ein faustgroßes Loch hatte. Sobald et nun majestätisch seinen Arm hob, fingen wir wie auf Kommando an zu lachen. Auch die Besuchet sahen das Loch und fragten immer von neuem, wo Platz wäre, damit er seinen Arm heben und wir alle das große Loch bewundern konnten.

Woher er eigentlich den RamenQI Um ein hatte? Darüber gab es zwei Berichte. Meine Mutter behauptete, er führe hin Ramen mit Recht; denn er denke nur an suh. Zch glaube, daß auch etwas Wahres daran war; denn als später die Feldbereinigung in unserer Gemar­kung durchgeführt wurde, war es derAllmein", der beständig mit der Meßlatte auf dem Felde herumlief und jedem ins Gesicht sagte, er würde überall betrogen. Dabei hatte er ganz gut ab­geschnitten. Der andere Bericht war wesentlich lustiger und origineller. An einem Abend nach der Polizeistunde saßen noch etwa zwan­zig Gäste in seiner oberen Wirtsstube. Auf ein­mal erschien der Gendarm. DerAllmein" gab das verabredete Zeichen und die Gäste ver­schwanden in den Schlafräumen des Hauses. Als der Gendarm das Zimmer betrat, war es leer. Schon wollte er gehen. Da sah er an den Kleiderrechen die Hüte hängen.Sagen Sie ein­mal, wem gehören denn die vielen Hüte?" fragte er triumphierend und zückte den Bleistift. Der Reingefallene aber lieh sich keineswegs ver­blüffen, sondern antwortete:Die sind all mein!" RatürUch wurde chm nicht geglaubt und er erhielt eine kleine Geldstrafe, die nach­her von den Gästen beglichen wurde. Diese schlagfertige Antwort:Die sind all mein!" soll ihm den RamenQlllmein" eingebracht haben.

Diese kleinen Geschichtchen fielen mir auf dem Heimweg ein. Warum ich sie hier erzähle? Ein­mal um zu zeigen,- daß sog. Originale gar nicht immer so selbstlos sind, wie oft bargetan wird, zum andern aber auch, um uns Eltern daran zu erinnern, daß wir das Verhalten unserer Kinder sehr aufmerksam verfolgen sollten, wenn es sich umTeilen" handelt. Da wird manchmal viel

Oie Strafbestimmungen für Tierquälerei.

Aus dem Nechlsausschutz des Reichstages.

Berlin, 15. Febr. (DDZ.) 2m Strafrechts­ausschuh wurde die Strafbestimmung gegen die Tierquälerei beraten. Von allen Seiten wurde es begrüßt, daß der neue Strafrechtsentwurf gegenüber dem bisherigen Recht sehr erheb­liche Verschärfungen enthält. Der Ent­wurf macht die Tierquälerei, die bisher nur als üebertretung galt, zu einem Vergehen und will sie mit Gefängnis bis zu sechs Mo­naten oder mit Geldstrafe belegen. Außerdem ist der Tatbestand wesentlich verschärft; es ist nämlich nicht mehr die Oeffentlichkeit des Handelns erforderlich, es kommt auch nicht mehr darauf an, ob die Mißhandlung des Tieres Aergernis erregt, ebensowenig ist ein boshaftes Handeln erforderlich; nach dem Entwurf soll es vielmehr zur Strafbarkeit ge­nügen, wenn jemandabsichtlich" ein Sier quält oder roh mißhandelt. Vom Abg. Dr. Bell (Zentr.) wurde folgender Antrag be­gründet:Handlungen an Tieren dürfen nicht mit Strafe bedroht werden, soweit sie zur Ver­folgung ernster wissenschaftlicher Zwecke oder zur Erfüllung der Gebräuche einer Religionsgesell­schaft des öffentlichen Rechts geboten sind."

Oie Bößaffäre.

De Hin, 14. Febr. (ERB.) Der am Schluß ber Böß-Debatte in ber Stabtverordnetenver- fammlung angenommene deutschnationale Antrag, der eine schnelle Durchführung des Disziplinarverfahrens gegen Dr. Böß mit dem Ziele ber Amtsentlafsung ahne Pension forderte, hat an sich keinerlei praktische Bedeutung, da er weder ein Miß- trauensvotum enthält, noch ber von Dr. Böß selbst geforderten Pensionierung Folge leistet. Von zuständiger städtischer Stelle wirb mitgeteilt, daß der Beschluß selbstverständlich keinen Einsluh auf den Gang ber Voruntersuchung auszuüben vermag. Die Voruntersuchung wirb voraussicht­lich Mitte oder (Snbe nächster Woche abgeschlos­sen sein. Die Ladung zum Schlußtermin an Herrn Döß wird morgen herausgehen. Zn diesem Schlußtermin wird sich Herausstellen, ob ber Vberpräsidrnt daS Disziplinarverfahren

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Ausläufer des nordskandinavischen Tiefs sind süd­wärts vorgebrungen und haben das nordöstliche Hoch weiter zum Abbau gezwungen. Der Frost ist da­bei in ganz Deutschland stark zurückgegangen, und die Temperaturen lagen heute morgen in Dtorbroeft» und Mitteldeutschland bereits über Null. Selbst in Süddeutschland ist die Frostlinderung erheblich ge­wesen. München, bas gestern morgen noch minus 18 Grad hatte, meldete heute morgen nur minus 1 Grad. An der Südseite des Tlefausläufers wirb zunächst tlnt Westwinbströmung auskommen, wo-

durch mildere ozeanische Luftmassen nach beut Fest­lande gelangen. Das Wetter wird sich also wechselnd wolkig, verhältnismäßig mild und stellenweise auch zu Niederschlägen neigend gestalten. Wenn später an der Rückseite der Störung Luftmassen aus höheren Breiten zufließen, wird sich wieder leichter Tempe­raturrückgang bemerkbar machen.

Wettervoraussage für Sonntag. Stellenweise noch Frühnebel, tagsüber wechselnd wolkig mit vorübergehender Aufheiterung, zu­nächst mild, Reigung zu vereinzelten Schauem.

Lufttemperaturen am 14. Februar: mittag- 1,2 Grab Celsius, abends1,1 Grab; am 15. Februar: morgens -s-1,1 Grab. Maximum 1,1 Grab, Minimum1,5 Grab. Erbtempe- raturen in 10 cm Tiefe am 14. Februar: abends 0,1 Grad; am 15. Februar: morgens 1 Grad Celsius.

Amttiche Vlnkersporknachrichien.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Rebel, minus 2 Grab, 13 Zentimeter Schnee, teils ver­harscht, teils Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski unb Rodel gut. Herchenhainer Höhe: Leichterer Schneefall, minus 1 Grad, 10 bis 15 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentime­ter Reuschnee, etwas verharscht, Sportmöglich­keit für Ski unb Rodel gut.

Taunus. Kleiner Felbberg: Nebel, mi­nus 1 Grad, 10 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski mäßig, für Rodel gut.

Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schnee­fall, minus 2 Grad, 98 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnees Firnschnee, Sportmöglich- feit für Ski und Rodel sehr gut.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Be­deckt, minus 3 Grad, 50 Zentimeter Schnee, Pulver­schnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkünbigungsblatt R r. 12 vom 14. Februar enthält: Straßen­sperren. Wasserversorgung des Braunkohlen- Schwelkraftwerks Wölfersheim. Beschaffung von Fleischbeschaustempeln Die Ausführung des Artikels 20 des Volksschulgesetzes. Die zur Entlassung kommenden Schüler, die ein Hand­werk erlernen wollen Befreiung israelitischer Mädchen von ber Teilnahme am Kochunterricht der MädchenfortbildungSschulr. Dienstnach* richten,