Versuchsweise Derkehrsumleiiung für Kraftwagen in Bad-Nauheim.
== Bad-Nauheim, 13. QIug. Die gestrige Stadtratssihung, die unter dem Barsch des Beigeordneten Kling stattfand, hatte als wichtigsten Punkt auf der Tagesordnung die Umleitung des Kraftwagenverkehrs in der Frankfurter Strafte. Dem Antrag der vereinigten Ausschüsse, Dau- und Finanzausschuß, wurde insoweit zugestimmt, als man eine versuchsweise Umleitung des Kraftwagenverkehrs genehmigte. Die Um- gehungsstrafte soll bei der Unterführung am Güterbahnhof einmünden, führt hinter dem Dahn- hof vorbei und durch die Benekestrahe zurück auf der Frankfurter Strafte. Der Motorrad- Verkehr soll vollständig aus der Frankfurter Strafte verschwinden, während sie als Einbahn strafte für den Lastkraftwagenverkehr vorläufig beibehalten wird. Damit werden 50 Prozent des Verkehrs aus der 'Frankfurter Strafte herausgezogen und das Bermietgewcrbe nicht mehr in dem seitherigen Maße geschädigt. Eine weitergehende Regelung der Umleitung sei, wie Beigeordneter Kling äußert, der ungeheueren finanziellen Schwierigkeiten wegen in nächster Zeit nicht möglich. Die Vorlage wurde einstimmig angenommen.
Noristisches aus Oberheffen.
= Büdingen. 12. Qlug. Am Samstag wurde auf Anregung und unter örtlicher Führung von Lehrer Schnier le (Dleichenbach) für Lehrer des Kreises, die sich in den heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften betätigen, eine botanische Exkursion unternommen, die sich einer vorzüglichen Beteiligung erfreute. Die Leitung lag in Händen von Prof. Dr. S p i l - g er (Darmstadt). Bon Bleichenbach ging es zunächst nach den Kalksteinhügeln der Umgebung, die ein farbenprächtiges Florenbild zeigen. Es
seht sich zusammen aus einer Anzahl ausgesprochener Kalkpflanzen, die nur auf Kalkboden gedeihen und die nahe Buntsandsteinformation meiden. Kalkflieher wie Desenginster und Heidekraut fehlen hier. Zu den Kalkholden kommen in größerer Zahl wärmeliebende Arten, die im Ahein-Maingebiet und in der Wetterau zum Teil recht häufig sind, nach dem Vogelsberg zu aber merklich abnehmen, den höheren Lagen des Gebirges gänzlich fremd sind und erst jenseits des Vogelsberges, im Lauterbacher Graben, zum Teil wieder anzutreffen sind. Der bekannte Wiesensalbei z. B. nimmt bei Dleichenbach an einem vereinzelten Standort, eine Dorpostenstellung an seiner Derbreitungsgrenze zwischen Wetterau und Vogelsberg ein.
Don Dleichenbach führte der Weg nach D a d Selters, dessen Salzflora unter Führung von Lehrer Oswald (Dad-Na.uheim) einem eingehenden Studium unterzogen wurde. Die Salzwiesen zwischen Selters und Ortenberg gehören zu den wenigen Stellen des Dinnenlan- des, die ein Florenkleid tragen, wie es sonst nur den Küsten unserer Meere eigen ist. Die Wetterau weist einige solcher Salzstellen mit charakteristischer Flora auf. Wisselsheim, Münzenberg, Salzhausen und Selters sind hier zu nennen. Die Salzstellen bei Selters sind gerade nicht sehr artenreich, bergen aber immer noch einige recht typische Salzpflanzen (Meer- strandswegerich, Meerstrandsdreizack, niedliches Tausendgüldenkraut, Wiesengerste, Crdbeerklee u. a.) mit ihren salzliebenden Degleitpflanzen. Als besondere Seltenheit, die heute den übrigen Wetterauer Salzstellen fehlt, darf die Salzaster genannt werden.
Die Exkursion machte mit einem besonders interessanten Stück unserer oberhessischen Pflanzenwelt bekannt und lenkte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer in der Salzflora von Selters vor allem auf ein Naturdenkmal, das dringend des Naturschutzes bedarf, wenn es in seiner Seltenheit und Eigenartigkeit der Wissen
6c r tb a (Schotten) die Gruße und Wünsche befc Präsidiums, gedachte der regen Dereinstätigkeit des Niddaer Kriegervereins und überreichte dessen Vorstandsmitglied, Oberreallehrer i. N. Küfer. für seine mehr als 25jährigen Verdienste für das Kriegervereinswesen das Chrenkreuz der „Hassia". Interessante Vorführungen des Reitervereins, vaterländische Gesänge, Konzert und Tanz boten auf dem Festplah Unterhaltung. Mit einem Ball in der Turnhalle, fand die Feier ihren Abschluß
Lnefkasteu der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
ID. Sch. Ihre Frage in der übermittelten Art ist nicht ausreichend zu beantworten. Um zu ermitteln, welcher Kostenanteil für Straßenreinigung und Müllabfuhr auf Ihre Wohnung entfällt, ist es not« wendig, daß man das Gesamt-Mietaufkommen aus dem ganzen Hause sowie die gesamte Höhe der für Straßenreinigung und Müllabfuhr auf das Haus ent. fallenden Summe kennt, damit daraus der Anteil Ihrer Wohnung berechnet werden kann. Wir empfehlen Ihnen, sich an das Städtische Vermessungsamt, Stadthaus Bergstraße, Zimmer Ttt. 4, zu wenden, wo Ihnen der anteilmäßige Betrag errechnet wird.
schäft und einem größeren Kreis von Naturfreunden erhalten bleiben soll.
Hassia-Bezirksfest in Nidda.
* Nidda, 11. Qlug. Der Hassiabezirk Nidda hielt gestern hier nach dem Weltkriege sein erstes Bezirkskriegerfest bei ganz außerordentlich starker Beteiligung ab. Vormittags besuchte der Bezirksverein Nidda geschlossen den Gottesdienst und empfing alsdann die auswärtigen Vereine. Um 13 Uhr bewegte sich durch die reichbeflaggten Straften der Stadt ein prächtiger F e st z u g, in dem 44 Vereine mit ihren Fahnen und teilweise eignen Musikkapellen, zusammen über 2000 Personen, marschierten. Ein besonders interessantes Gepräge erhielt der Fest- zug dadurch, daft fast alle Waffengattungen vom ehemaligen Volksheer in ihren farbenreichen Uniformen zu Pferde und zu Fuß mitzogen. Die berittenen Truppen wurden von Mitgliedern des hiesigen Neitervereins gestellt. 3n etwa zwölf geschmückten Wagen fuhren die Veteranen von 1866 und 1870/71 aus dem Bezirk und die Vorstandsmitglieder der Nachbarbezirke. Auf der neuen Brücke machte der Zug 5 Minuten Halt. Angesichts des Johanniterturms, an dem sich das Ehrenmal der Gefallenen im Weltkrieg aus unserer Stadt befindet, fand eine stille Totenehrung statt. Die Glocken auf dem Turme und der Kirche läuteten, die Musik spielte „Ich hatt einen Kameraden". Auf dem Festplatze, der Gänswiese, wurde den Kameraden und allen Gästen, unter denen sich Kreisdirektor Dr. Gaft - n e r (Büdingen), der Vorsitzende des Hassia- bezirks Büdingen, Kammerdirektor Weimer, Vorstandsmitglied vom Hauptverein Hassia Apotheker Scriba (Schotten) u. v. a. befanden, vom Vorsitzenden des hiesigen Kriegervereins, Zollsekretär Helfrich, in herzlichen Worten Willkommen entboten. Die Inhalts- und gedankenreiche Festrede hielt alsdann Bankvorstand Hermann S e u m hier, der Vorsitzende des Hassia- bezirks Nidda. Schliehlich übermittelte Apotheker
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