Wirtschaft.
Bevorstehende Oiskontsenkung.
Durch die Senkung des Privatdiskontsatzes auf 37/s v. H., die zu der offiziellen Bankrat« eine Spönne von Via v. H. hcrbcigeführt hat, ist die Disko ntfrage wieder okut geworden. Die Gründe, welche die Rcichsbank veranlaßt haben, in dieser Frag« eine abwartende Haltung einzuneh- inen, sind bekannt. Nach unseren Informationen scheint aber die Reichsbankleitung gewillt zu jein, aus ihrer Reserve herauszutreten und die Reichs- bankrate den Säßen des offenen Geldmarktes anzugleichen, ba sich bei ihr die Ansicht durchsetzt, daß die Senkung des Diskontsatzes nicht mehr länger hüiausgeschoben werden kann. Allerdings liegen größere Zugänge an Gold oder Devisen in den letzten Tagen nicht vor: wenn aber die Reichsbank befürchtet hatte, daß die öffentliche Hand mit übermäßigen Anleihewünschcn an den Kapitalmarkt, ohne Rücksicht aus das bestehende Mißverhältnis zwischen diesem und dem Geldmarkt, herantreten und damit die günstige Entwicklung auch der Kapitalzinssätze aufhalten würde, so hat sich diese Be- fürchtung nicht als richtig herausgestellt. Bekanntlich steht der heimisck)e Kapitalmarkt vor der Auf. lcgung einer Anleihe im Betrage von 300 bis 400 Mill. Mark, die in den Rahmen des Ostprogramms gehört. Da der Reichsbankpräsident zu den Beratungen des Kabinetts über das Ostprogramm heran- gezogen war, so hat die Reichsbank einen Ueberblick über die Emissionsbedllrfnisse der öffentlichen Hand und es ist Vorsorge dafür getroffen, daß Anleihemaßnahmen in allen Fällen nur in Rücksichtnahme auf den Kapitalmarkt getroffen werden, schon um möglichst günstige Anleihebedingungen zu schaffen. Voraussetzung dafür ist aber in erster Linie die Senkung des Diskontsatzes. Es sei an das Jahr 1927 erinnert, in dem die flüssige Verfassung des Geldmarktes zu der Auflegung der großen 500-Millio- nen Reichsanleihe und damit zu einer damals als f übertrieben anzusehenden Inanspruchnahme des Kapitalmarktes geführt hatte. Wenn jetzt diese Gefahr einer übertriebenen Inanspruchnahme des Kapitalmarktes gebannt ist, so fällt ein wesentliches Risiko für die Diskontsenkung fort. Es ist damit zu rech- nen, daß noch in dieser Woche der Zentralausschuß der Reichsbank zusammentreten wird, um auf der Grundlage des Reichsbankausweises von Mitte Mai seine Entscheidung zu treffen.
*
* Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 - 100) stellt sich für die Woche vom 5. big 10. Mai 1930 auf 121,2 gegenüber 121,3 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 119 (119,6), Gruppe verarbeitende Industrie auf 111,1 (110,9) und Gruppe Handel und Verkehr auf 140,8 (141).
• Main - Kraj twerke AG., Frankfurt a. M. - Höchst. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß mit 6 (im Vorjahre 8) v. H Dividende. Ein Aktionär verlangte Auskunft über die Ursachen des schlechteren Geschäfts- ergebnisfes, das im Gegensatz zu den Erträgnissen der meisten deutschen Stromerzeugungsgesellschaften im Jahre 1929 stände. Ferner bat
er um Aufklärung über den Rückgang der Guthaben nahestehender Gesellschaften um 1,5 Millionen Mark und die Vergrößerung der Schulden um etwa eine Million Mark in der Bilanz. Der Aufsichtsratsvorsihende, Professor Dr. Salomon, erklärte dazu, daß die Guthaben nahe- stebender Gesellschaften infolge der vereinbarten Abzahlung des RWE. für die angekaufte Fernleitung Frankfurt— Aschaf enburg zuiückgegangen seien. Diese Schuld werde im Lause d. I. vom RWE. voraussichtlich ganz beglichen werden. Die eingegangenen Gelder seien für Reuanlagen, die rund 2 Millionen Mark beansprucht hätten, verwandt worden. Der Gewinnrückgang sei einmal auf die Erhöhuna der Zinszahlungen um 190 000 Mark zurückzuführen und weiterhin darauf, daß dem Anlagetilgungsfonds 160 000 Mark mehr als im Vorjahre zugewiesen worden seien. Der erhöhte Stromabsah bewirke leider keine vergrößerten Ueberschüsse, da die Gesellschaft 90 v. H. ihrer Stromerzeugung an die Industrie abgebe, die nur geringen Gewinn lassende Preise ^ahle. Man habe die Dividendenkürzung für erforderlich gehalten, weil die Verhältnisse im lausenden Jahre durchaus unübersichtlich seien. In allen Werken müsse ein gewisser Rückgang des Stromabsahes festgestellt werden, der sich voraussichtlich zunächst fortsehen werde. Wenn auch Voraussagen nicht möglich seien, könne man wohl damit rechnen, daß mit dem Absatzrückgang ein Rückgang der Erträgnisse nicht verbunden sei. Erfreulich sei die trotz des allgemeinen Konjunkturrückgangs zu verzeichnende Zunahme des Absatzes bei den Kleinverbrauchern infolge ausgiebiger Werbetätigkeit. An eine Konsolidierung ihrer schwebenden Schuld werde die Gesellschaft zunächst noch nicht Herangehen können.
* Auslandauftrag für eine Kasseler Waggonfabrik. Die Eisenbahnmaggonfabrik Gebrüder Creds, Kassel-Niederzwehren, hat von der Compagnie Internationale de Waggons Lits einen Auftrag auf Lieferung von 40 Schlafwagen erhalten.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. 9)1., 14. Mai. Tendenz: geschäftslos. — Auch die heutige Börse eröffnete in nicht unfreundlicher Haltung. Das Geschäft war aber noch geringer getwrben. Die zweite Hand blieb heute dem Geschäft fast vollkommen fern. Von der festeren gestrigen Neuyorker Börse ging keine nennenswerte Anregung aus. Im Vormittagsverkehr wurden überwiegend höhere Kurse genannt, die sich aber bei FestsetzungPer ersten Kurse nicht voll behaupten konnten. Die Spekulation bekundete ein« große Zurückhaltung, und vereinzelt« Märkte lagen fast geschäftslos. Im Grundton der Börse war aber eine gewiss« Wider st andsföhigkeit nicht zu verkennen. Besonders die in den letzten Tagen bevorzugten Papiere erfreuten sich weiter einiger Nachfrage und waren gegenüber der gestrigen Abendbörse meist etwas fester. Vor allem traten Scbiffahrtswerte etwas stärker in den Vordergrund. Norddeutscher Lloyd gewannen fast 2 v. H. Von Rheinlandseite soll am Montanmarkt einige Nachfrage bestanden haben (plus 1 v. H.). Trotz der auf dem höheren Stand behaupteten Kupferpreise waren Otavi-Minen
Letzte Nachrichten.
Oer Oeutschlandflug der Zunkersmaschine G 38.
Berlin, 14. Mal. (WTB. Funkspruch.) Dec Sonderberichterstatter des WTB., der an dem ersten Deutfchlandslug des größten Landflugzeugs dec Welt, der Junkersmafchine G 38 teilnimmt, schildert in seinem über Berlin abgeworfenen Bericht den Flug bis Berlin folgendermaßen: Am Mittwochfrüh um 5.56 Uhr erfolgte in Dessau-Alten aus dem weiten Gelände des Iunkerskonzerns der Start des G 38 zu seinem Fluge — so wenigstens bestand die Absicht — nach Nord- und Westdeutschland. Rach wenigen Augenblicken erhob sich der silbergraue Riesenoogel in die Luft und brauste mit 50 Kilometer Geschwindigkeit, gezogen von 4 gewaltigen Propellern, von denen die zwei inneren (sog. Kreuzpropeller) vier Flügel haben. Der Himmel war bedeckt: nur ab und zu vermochte die Sonne mit einigen Strahlen die Wolken zu zerreißen. Das Flugzeug schlug zunächst die Richtung nach Magdeburg ein, das wir in einer höhe von etwa 500 Meter nach 22 Minuten passierten. Man sah, wie allmählich überall das Leben erwachte, die Menschen an die Arbeit gingen und der Verkehr die Chausseen und Straßen belebte. Je weiter wir nach Norden flogen, desto mehr stellte sich der N e - b e l ein, der, wenn er in besonders dichten Schwaden auftrat, den „Himmel auf Erden" vortäuschte. Bald nach l Uhr überquerten wir Salzwedel. Jn kurzen Zwischenräumen trafen jetzt im Bordfunk Wettermeldungen ein, wonach, da sie ungünstig lauteten, von der Flugleitung beschlossen wurde, Hamburg und Bremen nicht anzufliegen, sondern sich nach Hannover zu wenden. 3m übrigen nimmt der Flug einen wundervollen Verlauf. Man sitzt wie im O-Zug oder noch besser als im D - 5 u g. Man spürt lediglich das Vibrieren der Flugmaschine, während das Geräusch der sausenden Motoren kaum stärker ist, als etwa in einem Autobus. Keine Kurve, kein Bremsen stört den Passagier in seinem bequemen Ledersessel. Gleichmäßig zieht der Riesenvogel, gelenkt von den sicheren Händen der beiden Piloten Zimmermann und Schinzinger, seine Bahn. Noch einmal wird die Aenderung der Richtung erforderlich. Schlechte Wettermeldungen aus West- und Süddeutschland geben Veranlassung zur Kursänderung nach Berlin und Breslau.
mitfelmartt Tagen Weizen- unb Roggenkleie Je 0,25 Mark schwächer. Es wurden notiert: Weizen 302,50, Roggen 182,50, Sommergerste für 'Brau» zwecke 205, Hafer, ausländischer 180 bis 182,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 44 bis 45,25, Roggenmehl 26,25 bis 27,50, Weizenkleie 7,25 bis 8.. Für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilogramm. Tendenz sehr still.
Büchertisch.
— A. von Gleich en-Rußwurm: Das E h e b u ch. Reue Gespräche über praktische Fragen. 'Numerierte und vom Verfasser signierte Ausgabe auf Büttenpapier in Ganzpergamentband 15 Mk. Verlag Walter Haedecke in Stuttgart. (746) — Junge und alte Eheleute und solch«, die es werden wollen, werden aus diesen Gesprächen des bekannten Schriftstelltts-4nanch klugen Rat, manch weise Bemerkung nehmen können und sich freuen, mit welcher Offenheit und Klarheit hier Dinge erörtert werden, die keine verschwommenen Vorstellungen vertragen. Auch zu den aktuellen Problemen der Gegenwart nimmt der Verfasser freimütig Stellung. Die gewählte Form des Dialogs mutet gelegentlich unglücklich gezwungen an.
— Das gelbe Kochbuch. Von Gllh Petersen. Mit 1200 Kochrezepten und 50 Bildern von Kunstmaler C. O. Petersen. (Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München.) Leinen 5.80 Mk. (109). — Das Kochbuch ist ein Lehrbuch der Küche, einfach, klar und anschaulich, daß auch der Unerfahrenste darnach wird kochen können. Jrn Plaudertone werden Ratschläge erteilt, Küchenweisheiten offenbart und Lust und Liebe zur Kochkunst geweckt. Und eine Fülle praktischer und erprobter Rezepte. Für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel! Das Schlußkapitel „Wann esse ich — was?" hilft di« rechte Monatsauswahl treffen.
verdächtigen. Wenn bann eine Mutter, namentlich eine (oldjt, die ihr Kind durch allzu häufige Verabfolgung von Näschereien zum heimlichen Naschen heranzog, nicht energisch Wandel schafft, darf sie sich nicht wundern, wenn ihr Bub ober ihr Mädel sich eines Tages auch an fremdem Eigentum vergreift. Wenn aber Kinder einmal so weit sind, daß sie sich von anderen Kindern oder Leuten Näschereien anzueignen suchen, kann cs leicht Vorkommen, daß es nicht bei den begehrten Genüssen bleibt.
Wo sind die Eltern, insonderheit die Mütter, denen sich im Gedanken an solche Verirrungen ihrer Kinder nicht das Herz umdreht, denen, sofern sie sich durch falsche Erziehung schuldig fühlen, nicht die Stunde der Umkehr gekommen scheint? — Und was sind denn nun unsere noch kleinen Kinder? Sind es denn schon vollverantwortlick)«, verständige und nur eben ganz kleine Menschlein? — Ganz und gar nicht. Die Mütter und Väter unserer Heranwachsenden kleinen und kleinsten Jugend mögen es uns nicht Übelnehmen, aber klein« Kätzchen und Hündchen kann man auch erziehen, und zwar so, daß sie als „Erwachsene" kaum noch naschen oder etwas wegnehmen wollen. Ist es da zuviel verlangt, daß Eltern, verantwort- liche Verwandte oder große Geschwister sich unserer kleinen Menschenkinder annehmen, sie nicht sinnlos verwöhnen, aber sinngemäß erziehen?
dem Dreikäsehoch lächerliche, überwundene Standpunkte. Da müssen schon Näschereien, bi«, soweit man sic überhaupt kannte, früher zum festlichen Nachtisch bei reichen Leuten auf der Tafel erschienen, herbei, wenn sie als Belohnungen für das Artigsein oder sonst etwas ganz Selbstverständliches Gnade vor den jungen kritischen Augen finden sollen. Man könnt« darüber lachen, wenn die Sache nicht ost mehr als einen traurigen Hintergrund hätte. Erstens im Hinblick auf di« Erziehung und damit auf das ganze Leben, und dann auch äuf die Gesundheit der mit Näschereien überfütterten Kinder. Wir in einer anderen Zeit Großgewordenen haben uns den Magen ganz gewiß nur in seltenen Fällen daran verderben können. Immerhin lassen jich verdorbene Magen leichter kurieren^ als auf falsche Wege geleitete Kinderseelen. Die Kleinen, die zu viel Naschwerk erhallen, werden ganz von selbst naschhaft und, was sehr naheliegt, infolgedessen auch lügenyast. Sie suchen sich auf alle mögliche Art und Weise in den Besitz von dem zu setzen, was ihren Gaumen reizt. Da verschwindet bald hier, bald da etwas von 9Rutters Vorräten aus der Speisekammer oder einem anderen irgend etwas Gutem als Aufbewahrungsort dienen- den Versteck, und die kleinen Missetäter bringen es nicht selten fertig, jegliche Schuld von sich abzu- wälzen und Geschwister oder auch Dienstboten zu
Berliner Börse.
Berlin, 14. Mai. Schon im Vormittagsverkehr und an der Vorbörse herrschte fast völlige Geschästsstille. Lediglich der Schiffahrtsmarkt bot ein belebteres Aussehen, da Hapag und Rordd. Lloyd heute auf Grund der in der Presse besprochenen Freigabeaussichten zu höheren Kursen lebhaft umgeseht wurden. Die übrigen Märkte lagen auch zu Beginn des offiziellen Verkehrs ruhig. Das Kursniveau war fast durchweg gut behauptet. Veränderungen über 1 Prozent gehörten zu den Seltenheiten. Die Tendenz erfuhr durch den festen Schluß der gestrigen Reu- Yorker Börse, die bevorstehende Diskontsenkung der Reichsbank und die angeblich bereits vor Auflegung in Paris mehrfach überzeichnete Reparationsanleihe eine Stütze. Anderseits mahnten die neuen Stillegungsanträge in der Metallindustrie, die gemeldeten Absatzstockungen bei RWE. und im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau zur Zurückhaltung. Größere Veränderungen nach oben wiesen neben Hapag und Norddeutscher Lloyd Reichsbank, Feldmühle, Ostwerke, Goldschmidt und Stollberger Zink auf, doch betrugen auch hier die Besserungen nicht mehr als 2 Prozent. Aus der anderen Seite hatten jedoch nur Elektrische Lieferungen und Oesterreichische Kredit, Siemens und Schuckert Verluste von mehr als 1 bis 1,5 Prozent zu verzeichnen. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Ausländer ruhig, aber, mit Ausnahme der Zprozen- tigen Macedonischen Gold etwas fester. Der Pfandbriefmarkt war vernachlässigt. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Im Verlaufe der Börse wurden Abgaben der Spekulation vorgenommen, und die Kurse gaben um Bruchteile eines Prozentes nach. Später traten kleine Schwankungen ein. Bei minimalem Geschäft war das Anfangsniveau im allgemeinen knapp behauptet. Man wies vielfach auf die sehr widerstandsfähige Haltung der Montanwerke hin, die trotz des kleinen Geschäftes heute mit Ausnahme von Ilse Bergbau durchweg geringfügig gebessert eröffnet hatten. Auch Braubank lagen weiterhin beachtet, während Dedibank zu Beginn eine kleine Abschwächung erfahren hatten. Von Kunstseidewerten gaben Bemberg im Verlaufe bis 2 Prozent nach. Von Spritaktien lagen Oft» werke in gleichem Ausmaß gedrückt.
Frankfurter Pferdemarkt.
Frankfurt a. M., 13. Mai. Auftrieb: 428 Pferde, 7 Fohlen und 31 Wagen. Die Tendenz war zunächst lustlos; aber im Verlaufe setzte der Handel etwas lebhafter ein und es entwickelte sich bis zum Schluß ein zufriedenstellendes Geschäft. Einige Transporte volljährige Crmeländer Pferde fanden guten Absatz. Bezahlt wurden für Arbeits- und Geschäftspferde je nach Qualität 300 bis 1100 Mk. und für Schlachtpferde 1. Qual, pro Zentner 33.50 Mk., 2. Qual. 28,50 Mk.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 14. Mai. Auch heute verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in sehr stiller Haltung. Die niedrigeren Auslandnotierungen blieben im allgemeinen ohne Einfluß, da das Angebot von Jnlandware gering blieb. Rur vereinzelte Getreidesorten hatten hierunter zu leiden. Weizen blieb gut gehalten. Roggen konnte etwas anziehen. In Sommergerste und Hafer war das Geschäft minimal, bei gedrückten Preisen. Am Mehlmarkt war das Geschäft auch gering; die Preise blieben aber unverändert. Am Futter
leicht gedrückt. Am Elekiromarkt eröffneten Licht und Kraft etwas höher; Siemens waren gut behauptet, während AEG. und Chadeaktien dis zu 1 v. H. dzw. 1 Mark abgeschwächt waren. Am Chemiemarkt lagen J.-G.-Farben leicht gebessert. Goldschmidt waren dagegen etwas niedriger notiert. Banken behauptet. Von Lokalpapieren machte sich für Mclallgesellfchaft Interesse mit plus 1,75 v. H. geltend. Sonst war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Arn Rentenmarkt konnten Schutzgebiete wieder etwas anziehen, Altbesitz gedrückt. Im Verlauf« kam die Umsatztätigkeit fast vollkommen ins Stocken. Die Kurse gaben auf Abgaben der Kulisse zumeist um Bruchteile eines Prozentes nach. Bemberg waren etwas stärker angeboten. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 3,5 v. H. leicht erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1903, gegen Pfund 20,3630, London gegen Kabel 4,8595, gegen Paris 123,88, gegen Mailand 92,86, gegen Madrid 39,75, gegen Schweiz 25,13, gegen Holland 12,0860. Von Valuten lagen Schweiz und Holland stärker abge- schwächt, während sich Paris wieder etwas erholen konnte.
Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H.. Lombardzinsfuß 6 o. H.
Frankfurt a. Dl.
Berlin
Franksurt a. 2)1.
Merlin
Schluß-1 lurd |
1-Uhr- flurd
cSchluß- lurd
Ansang- flur<i
Schluß-!
kura |
1-Uhr- Kurs
Schluß-! kur.« |
Ansang- Kurs
Dalum
13. 5 |
14 5
13 5
14 5
Datum
13 5
14 5
13 5
14. 5
6% Deutsche Reichoanleihe
Vambura-Vlmerika Paket . . 7
—
114 5
116.5
von 1927
87
—
86,9
—
Hambura-Südam. Damvllchitt 8
—
175
176
/% Deutsche Reichsanleihe
Hanfa Dampfschiff W
—
162
161 5
von 19'29
103
—
103
—
Norddcnticher Llopd . . 8
—
116,75
115 13
116.75
Ecutfdjf Qlnl..ablöMGd)Ulb mit Audws.-Rechten
Allgemeine DcutscheCrcdUanN. 10
U5.75
116
116
79.13
58,8
59,z
58,9
Barmer Bankverein 10
126,5
126,5
126.5
126,5
Üciffll. ohne Aualol.-Rcchle .
11.8
—
II.§
11.75
Berliner Handclttgessilichafl 12
179
—
178,75
178 75
-<% He». Polkastaal von 1029
Commerz- und Privat-Bank 11
153 25
153,25
153,4
153.25
(rüdinbib 102%)
94.5
—-
94,5
—-
Darmstüdter und Nationalbank 18
232
—
231.5
231.5
Cberbeilrn Provinz • Anleihe mit
Deutsche Bank und
tiu<tloi..9icd)ten
55,75
—
—
—
Tirconto chescilschast, . . 10
143
—
143,13
142.5
Deutsche Kamm. Sammclabl.
Dresdner Bank......10
144
144
144
144
Anleihe Serie 1 1% rttanl) Huv -Banl Doldpse.
57.13
—
57
—
SleichSbank .......12
—
—
301.5
303
XIII unkündbar 618 1931
. 100
—
—
A.C.G...........8
171.75
171,5
171.65
172
l°/o krank! Hrw.-Bank QJolöDte
Bergmann.........8
—
—
185.4
185.75
unkündbar Die 1082
94
—-
(Sieht. LieserungSgeleUlchask 10
—
—
159 5
158
<y«% Rheiniiche Hyp.-Bank ßiqu. (Molbofe.
Licht und jliaft 10
167
167,5
168
86.15
—
-
Felten & Guilleaume Gesellschaft für Clckttische
125
—
125,5
—
8% Pr LoudeSpfandbrtesanNalt, Pfandbriefe 81. 17
101
—
101
—
Unternehmungen 10
168
—
169
168,25
6% Pr LanbespsandbrtesanNalt,
Hamburger ClektrizitatL-Werke 10
—
—
139
Komm^Obl. R. 16
96,5
—
96,5
_
Rheinische Eloltrizitüt . . . 9
146
—
—
147
7% Pr. LanbeSpsandbriefanstakt, Pfandbriefe R 10
ll.C.G abg. BorkrtegS-Obligatio-
Schlesische Clektrizttät. ... 10
—
165
165
94,5
—
94,5
—
Schuckert L Co. .... . 11
Siemen« & Halüke ..... 16
'45.75
245,75
192,5
245,5
192,5
245 75
nen. rüdnablbar 1033
96
—
Traniradio ......... 8
—
—
131
Lahmcver L Co.......10
170
—
169
169
4% Oellerretchttche Hotdrente
4,80% Oelterreichische SNbcrrenlr
4% vesterrelchilche SinheiUiche
Rente
4% Unflariidjt Goldrente
4% Unflarildit Staat«rente v. 1910
26,25
4
—
26,5 4.2
26,75
Buveru» ...... 6
Deutsche Erdbl ....... 6
(jflenct Steinkohle ...... 8
—
—
70,25
102,5
143,25
102,75
2.35
23.65
_
2,35
23.8
20,75
2,4
21,13
Gelsenkirchener ...... E
140,5 126.75
127,25
140.5
127
109,25
141
128
109,4
4Vio,n ocüol. von 1013
4% Ungariicke lkronenrente
2,3
_
21,75
22
2,4
Ftse Bergbau ....... 10
Irlöckncrmerke . ...... 7
102,5
217 5
102 25
216.5
101,75
4% IQrtildie Zollanleihe von 1911
6.5
—•
6,5
Röln-Oleucllcn . . ..... 7
106,75
106,75
4% LürkllLe Bagdadbahn-Anl
6,5
6,75
Manneemann-N-Hren .... 7
105,75
—
105.75
106
Serie 1
——
—
ManSielder Bergbau .
—
81 13
81,13
4% vergl Serie U
6,5
—
6,75
—
vderschlei Eisen bedarf .... 6
*
—
72
6% Rumünilch» vereinh. Rente
9,7
Oberschlcj Kokawerke .... 7
—
—
110.75
110.6
von 1903
9,8
*■
Phönir Bergbau . . . 6'/,
100
101
100
100,4
fRumäniittit verrtnb. «entt
I6.85
Rheinische Braunkohlen . . 10
230
230.75
231
von 1913 .....
—-
1:
—
Rheinstahl........ r
120.5
121
1% «urndntlctte vereinh. Reut,
8,025
—
8,05
—
i öiieüeck toontim ...... 7/.
—
1 -
Frankfurt a. Hl.
Berlin
Schluß- lurd
1-Uhr. Äurd
(Schluß- furd
Anfang, fiurd
Datum
13 5
14 5
13 5
14. 5
Vereinigte Stahlwerke .
. 16'/,
97,5
—
97 5
97 5
Olavi Minen . . .
54
53,9
54
54,25
Kaliwerke Aschersleben .
. . 1U
222.5
—
222
223
Kaliwerke Westeregeln .
. . 10
227
—
226 75
227
Kaliwerke SaUdcllurth
. . 16
397
—
397.25
397,25
3. ®. Farben-Zndustrte.
. . 1'2
184
184,25
184,65
184,75
Ahnamit Nobel ....
. . . 6
—
—
88.4
—
Scheideanstalt.....
. . . V
152
—
—
—
. . . 6
68,5
68
68
——
RütgerSwerke .....
, . . 6
70.25
—
70.25
69,25
Metallgelelllchaft. . . .
. . . 8
115
116,75
115
—
Philipp Hotzmann . . .
... 7
101
—
101,5
101
Zementwerk Heidelberg
. . 1U
136,25
135.75
—
—
Cementwerk Karlstadt. .
. . 10
144,25
—
—
—
Wavü & Nrevtag - -
. . . 8
94.4
94,9
94
—
Schulthets Paycnhofer .
. . 15
305,5
304.5
Ostwcrke ......
. . 12
—
—
259.75
261,25
Slku .......
. . 18
108
—
107
106,5
Bemberg.......
. . 14
130
—
129,5
129
Zellstoff Waldhof . . .
. 13'/.
--
——
180.75
181,25
Zellstoff Aschaffenburg .
. . 12
147,5
147,6
148 75
—
Ch.rrlottenburger Wasser
... 8
—
—
105
104,75
Dessauer ("afl . .
. . . 9
—
—
167,25
168,5
Daimler Motoren . .
. . . 0
—
—
39,25
39 25
Deutsche Linoleum . .
246
245,5
'245,5
-
. . . 0
_
—
54
54
. . . 0
—
—
18.75
Örenfleln & Koppel . •
. . . 6
--
—
84
84,5
Leonhard Tiep - • •
. . 10
—
—
152-5
152
SvenSIo - • •
....
—
346
345
»Zrankfuncr Malchtne» .
... 4
31.25
—
30.5
—
Gripner .....
... 6
36,5
—
37.25
—
©eijllaenftaebl . . .
. . . O
—
—
—
—
Iungvan» - .
... 6
44,5
—
45
Lechwerke .....
. . 8
106.5
—■
—
—
Moinkraftwerke HSchsi a. M. 8
95
—
—•
Mag - -
. . 10
122,5
—
123
123
Aebr Roeder . . .
. . 10
104 5
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Voigt & Haessner . . .
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HUddeulsche Zucker . .
. . 10
161
V-
161
1 -
Banknoten.
Deoisinmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U.
Berlin, 13. Mai
Geld
Ärlef
Vimerikattiiche Noten.....
4.167
4,187
Belgische Note« . . . . , . . Dänische Noten ........
58,30 111,83 20,315
16,43
58,54
112.27
20.395
16,49
F-rnn;osische Noten ...... polländische Noten ......
168,06
168,74
(rtalienische Noten......
21,99
22,07
Norwegische Noten......
Deutsch Oestcrr .ä 100 Kronen
111,73
112,17
58 96
59,20
Rumänische Noten......
2,46
2.48
Schwedische Noten......
112,03
112,47
Schweizer Noten.......
80,90
81,22
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten
50.90
12,42
51,10
12,48
72.95
73.25
13. Ma>
14. Mat
Amtliän Dotierung
Geld | Prici
Amtliche Dotierung
Geld | »riet
Amst.-Nott.
168.41
168.75
168,27
168,61
Buen.-AireS
1.596
1,600
1.604
1.608
Brss-Antw.
85,41
58,53
58.41
58.53
Christiania.
111,99
112,21
111,98
112,20
Kopenhagen
112,01
112.23
111,99
111,21
Stockholm -
112,31
112,53
112,20
112,42
Hcls.ngforS. atallcit. . . London. . .
10,543
21,955
10.563
21.995
10,54
21,955
10.56
21.095
20.342
20,382
20.341
20 381
Oicunork . .
4,1865
4,1945
4.186
4,194
Paris....
16,42
16.46
16,415
16,445
Schweiz . .
80.99
81,15
80,94
81 10
Spanien . .
51,07
51,17
51,16
51.26
Japan . . . 'Kio de Jan-
2,068
2,072
2,068
2,072
0.497
0,499
0 497
0,499
Wien in D--
Ccft. abgest.
59,04
59,16
59,02
59,14
Prag ...
12,407
12,427
12,403
12,423
Belgrad . .
7,393
7,407
7,393
7.407
Budapest. .
73.13
73.27
73,13
73.27
Bulgarien .
3,035
3,041
3,035
3.041
Lissabon
18,83
18.87
18,79
18.83
Damig. . - fionft.uitt»
81,31
81,47
81.31
81.47
1.784
1,788
1,785
1,789
Athen. . .
5,435
5,445
5,435
5,445
Canada
4,176
4,185
4,177
4,185
Uru uay - .
3.846
3,854
3,846
3,854
Cairo . . .
20.865
20,905
20,865
20,905
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jsS; Upfti rrl * LnerM sSä ^a,Lelnummer
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Berlin, ausschub d-s «e,<- bali des AeBarbt • Herichlerslallcr 2lbg M 6ie Sdpornil hätten schon die Möglichen err Kapitel Sozialver^ aus Kosten der w sosenversicherung.la frage offen D>e I- laum ansrelchen, t schnitt 1,2 Mlwne sv aber mit einer zahl zu rechnen.
2bg.öchlackl3 crstatter in der Pe sich nicht auf die Notwendig sei Dieb form bet 2ßetti
MUM
führte u. a. aui. samiausgabe Gemeinden, Sozia tragen rund 23 2 wir auf gut 3 2 tionsleistung -Verzinsung benötif lernen Einfluß. ' M Ausgaben c m. Sozialve Knegsbeschäd OfiiAKtipenfionen i Dehrmchtt 1,4 2 pflege 1,3 äiillia: liarbe, Tchndheilsv Pensionen und §ir liardcn, Aemtenge Aeichspost, die ba gaben) 5,25 Mllia 305 e d e, allgemein« und'HMer 83 > Nch-trchtllchri den. Der M wird ausgetvandt siraßen mit 1,5 a und Landwittscha 6ad)auägabcn sü> ^itung. Finanzr 1,4 2Hri'atbcn.
Aus äffens,ich-rx wnrtig Renten ren/en^ und unten Wgen einbegüf Arbeitlose Zentner aus der $ stelltenverfichm Ncherung Kriegsbefchadigie Är«- Pensionäre
'b'A'ch de, E, Millionen n \rolen, dx. Nietung t l'ch-rech'l!ü
möflU toir »ft und itefc ÄK ich A^ fte ge;
auf ren uft Stu JJMo ä’ülbnfiS^^tcn
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