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Aus aller Wett.

Dr h. c. Helene Lange

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gestellte Gleichgewicht des Haushaltes wäre solchen Umständen völlig illusorisch.

Die Internationale Zahlungsbank. Die Young-Anleihe.

Basel, 13. Mai. (WTB.) Reichsbankpräsident Dr. Luther, der Gouverneur der Bank von Frankreich Moreaunnd andere führende Mit­glieder des Berwaltungsrates der B. 3. Z. haben Basel bereits wieder verlassen. Die eigentliche Bankleitung mit Bankpräsident Mac Garrah und Vizepräsident Fraser an der Spitze sowie dem Direktorium der Bank ist in Basel verblieben, um die letzten Vorbereitungen für die Inbetrieb­nahme der Bank am 17. Mai zu treffen. Hin­sichtlich der Besoldung der Bankbeamten wurde fast durchgehend die Besoldungsskcla des Völkerbundes angenommen. Das Gehalt des Prä­sidenten des Derwaltungsrates beträgt 25 0 0 00 Franken jährlich, das des Vizepräsidenten 200 000 Franken, des Generaldirektors 150 000 Franken, des Vizegeneraldirektors 140 000 Fr. _Wie die Schweizerische Depeschenagentur er­fährt, machen sich in der Frage der Emission der Obligat tonen der Voung anleihe nicht nur wegen des Emissionskurses, sondern auch wegen der Frage der besonderen Ga­rantie für den deutschen Anteil am Ertrag dieser Anleihe sowie eines Cmissions- thps auf dem englischen Markt Schwierigkeiten geltend. Die größte Schwierigkeit bezieht sich auf die Sondergarantie für die 100 Millionen Dollar der insgesamt 300 Millionen Dollar be­tragenden Anleihe, die Deutschland Vorbehalten sind und deren Ruhnietzerdie Deutsche Reichsbahn ist. Die Vertreter Deutschlands sind im Gegensatz zu den anderen Vertretern der Meinung, daß besondere Pfänder für diesen Anteil der Anleihe nicht notwendig feien.

Abg. Axt (23rp.) wendet sich gegen die Zerrbil­der der deutschen Ehe- und Mutterschaftsoerhältnisse, wie sie von kommunistischer Seite zur Glorifizie­rung der russischen Verhältnisse ausgezeichnet würden.

Abg. Dr. Werner (N.-S.) wünscht etwas mehr Empfindlichkeit im Zentrum gegenüber der Kultur­propaganda der gesamten Linken.

Abg. Dr. Müller (Lbd.) verlangt, daß vor christlichen Schulkindern nur christliche Lehrer stehen.

Der Antrag betr. Religionsunterricht wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommu­nisten angenommen.

2(bg. Dr. Scholz (D. 23p.) beantragt 23er« tagung der Sitzung. Es entspinnt sich eine leb­hafte Geschäftsordnungsdebatte, da der Präsident die Verlängerung der Landtags! eL is­la tu r noch verabschieden will. (Abg. Dr. Nie- p o t h wird wegen des Ausdruckes:unehrliches Spiel" zur Ordnung gerufen.) Gegen Volkspartei und Kommunisten beschließt das Haus, weiter zu tagen.

Es folgt Me Beratung des Gesetzentwurfes über

die Verlängerung der Landtagsperiode um 1 Jahr.

Abg. v. d. Schmitt (Kom.) sieht in dem Gesetzentwurf die deutliche Demaskierung der for­malen Demokratie.

Abg. G a l m (Komm. Opp.) protestiert ge­gen die unsaubere und unglaubliche Haltung der Koalitionsparteien.

Abg. Dr. Werner (Rats.) erblickt in die­sem Streich der Koalition die Politik der Angst. Die Abrechnung, namentlich mit den Sozialdemo­kraten, werde nicht ausbleiben.

Abg. Dr. Keller (D.V.P.) hält den Ver­tretern der Weimarer Koalition das Undemo­kratische ihrer Handlungsweise vor. Hätte man vor 6 Wochen die wahren Absichten zugegeben, dann wäre die Verfassungsänderung nicht zu­stande gekommen. Wenn man damals den Land­bund arglistig getäuscht oder wenn dieser sich selbst habe täuschen lassen, so möge er heute seine Haltung revidieren. Ohne Skrupel setzten sich die Parteien der Weimarer Koalition Über das erste Gesetz der Demokratie, die Befragung des Volkes, hinweg. Die Sparaktion, die heute in Öen Vordergrund geschoben werde, sei nur eine Kulisse, die Reformen könne minde­stens genau so gut ein neuer Landtag beschließen. Für die Güte der Sache sei der gewählte krumme Weg bezeichnend, aber das Volk draußen werde sich seine eigene Meinung bilden.

Aach einer persönlichen Replik des Abg. Dr. Werner erklärt

Abg. Dr. Müller (Landbund), seine Fraktion habe sich weder getäuscht noch täuschen lassen und werde g e g e.n das Gesetz stimmen.

Abg. S ch ü I (Zentr.) weist die Vorwürfe zurück, als ob der Gesetzentwurf gegen irgendwelche rechtlichen Bestimmungen verstoße. Professor An­schütz (Heidelberg) und ein weiterer Berliner 3urist seien der gleichen Meinung, daß sich der Landtag ausnahmsweise auf ein 3ahr ver­längern könne. Die Parteien der Koalition leitete bei diesem Gesetzentwurf lediglich das Wohl des Volkes.

Abg. Best (V. R. P.) verliest eine z u stim­me n d e Erklärung seiner Fraktion.

Es folgt dann die namentliche Abstimmung, bei der die vorher anwesenden Abg. Angermeier (Komm. Opp.) und Frau Heraeus (Dn.), sowie die noch ausgeschlossenen Kommunisten fehlen. Von den 66 Anwesenden stimmen 21 mit nein (Volks­partei, Landbund, Kommunisten, ein Deutschnatio- naler und ein Rationalsozialist) und 45 mit ja. Damit ist die Zweidrittelmehrheit erreicht und das Gesetz in erster Lesung an­genommen. Gegen den Protest der Opposition erfolgt die zweite Lesung, die das gleiche Stimm­ergebnis zeitigt Mittwoch Fortsetzung der Tagesordnung.

Verlängerung der Legislaturperiode des Hessischen Landtags um ein Lahr. Annahme des Negierungsantrags mit Zweidrittelmehrheit in zweiter Lesung.

0 Kiagcnl.

Stelle von lebenslanger Festungshaft auf Fe­stungshast nicht unter drei Jahren, an Stelle zeitiger Festungshaft auf Festungshaft nicht unter drei Monaten und in allen übrigen Fällen auf Gefängnis nicht unter drei Monaten erkannt werden darf.

Oie Länder >n der Reichs­bahnverwaltung.

Nach Aufhebung der aus ändischen Kontrolle

Berlin, 13. Mai. Durch das mit demInkraft- treten des Poungplanes verbundene Ausschei­den der vier ausländischen Mit­glieder des V e r w a l tu n g s r a t e s der Reichsbahn ist denjenigen deutschen Län­dern, die seit Jahren einen lebhaften Kampf um den Einfluß auf die Reichsbahn führen, jetzt die Möglichkeit gegeben, in den Verwaltungsrat der Reichsbahn einzurücken. Schon seit längerer Zeit ist auch im Zusammenhang mit den Ent­schädigungswünschen der Länder darüber Ein­verständnis erzielt worden, daß an Stelle der Ausländer ein Vertreter von Baden und ein weiterer von Sachsen ernannt werden dürfte. Weiter rechnet man damit, daß ein wissen­schaftlicher Eisenbahnfachverständi­ger in den Verwaltungsrat berufen werden wird. Eine abschließende Entscheidung liegt aber noch nicht vor, da das Reichskabinett noch keine Ge­legenheit hatte, über die Ergänzung der Der- waltungsratsmitglieder, die mit dem bevorstehen­den Sntrafttreten des Voungplanes akut wird, einen Beschluß zu fassen. Man rechnet aber in unterrichteten Kreisen damit, daß noch Ende des Monats die Bestellung der neuen Mitglieder erfolgt, während die weiteren, vom Treuhänder ernannten deutschen Verwaltungsratsmitglieder im vorgesehenen Turnus ausscheiden Werdern

Reformpläne zur ArbettS- losenvelsicherung.

Die Frage der Ersatzkai cn

Darmstadt, 13. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnete die 61. Sitzung bei noch schwach besuchtem Saal um 10.30 Uhr. Die beschlossenen Hilfsmaßnahmen für den Eisenerz­bau in Oberhessen werden gegen die Kom­munisten gebilligt. Eine Reihe von Anträgen wird in der Ausschußfassung auch vom Plenum genehmigt, so die beantragte Erhaltung des Versorgungsamtes in Mainz, wobei Abg. Scholz (D. Vp.) dem Staatspräsidenten dankt, dessen Bemühungen wie sachlichen Gründen die Belassung des Amtes in Mainz zu verdanken sei. Um so verwunderlicher klänge das Echo aus Wiesbaden und aus dem Munde des preußischen Ministerpräsidenten Braun.

Abg. v. d. S ch m i t t (Komm.) vertritt den Pro­test gegen das neue Severingsche Republikschutz­gesetz, das neue Zuchthausgesetz gegen die revo­lutionäre Arbeiterschaft zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus. Abg. Dr. Werner (Rat.- Soz.), der mit RufenHeil Hitler!" empfangen wird, nimmt die Regierung in Schuh gegen die Behauptung, sie behandele die Rechtsverbände, z. B. den Stahlhelm, sehr pfleglich. Der Redner stimmt dem kommunistischen Antrag gegen dieses rückschrittliche Gesetz zu (Rufe:Deutschland er­wache!"). Auch der Abg. Böhm (Du.) erklärt seine Zustimmung. Der Antrag wird für er­ledigt erklärt.

Äbg. H a m m a n n (Komm.) protestiert gegen die Annahme des Finanzprogramms durch den Reichstag. Abg. Dr. Werner (RS.) erklärt sich gegen die Finanzsteuerreform des Deiches. Bedauerlich sei, daß man die Sozialdemokratie aus der Verantwortung entlassen habe. Die An­träge werden für überholt erklärt.

Abg. Frau Heraeus (Dn.) plädiert für schärfere Handhabung der Bestimmungen des Volksschulgcsetzes über

die Erteilung des Religionsunterrichtes in der hessischen Simultanschule.

Weite Arbeiterkreise wendeten sich gegen die herabwürdigende Propaganda der bolschewisti­schen Atheisten. Man dürfe nicht zulassen, daß wie in Walldorf und Mörfelden in den Schulen Handzettel mit der Aufforderung zum Kirchen­austritt verteilt würden. Die Schule müsse die Arbeit des christlichen Hauses unterstützen.

Abg. Kaul (Soz.) erklärt, die Sozialdemokra­tische Partei überlaße es jedem einzelnen, sich reli­giös zu betätigen. Der Antrag der Deutschnationa- ken liege in der Linie der allgemeinen Kulturossen- sive gegen den Sozialismus. Der Antrag wider­spreche dem Grundgedanken des Volksschulgesetzes und seine Fraktion könne auch der Materialüber­weisung an die Regierung nicht zustimmen, da kei­nerlei Veranlassung hierzu do fliege.

Staatspräsident D r. Adelung will erst bei der Etatsberatung auf die cmgeschnitteyen grund­sätzlichen Fragen eingehen und erklärt u. a.: Wir haben ein Interesse an der gemeinsamen Schule und werden uns streng an die Vorschriften unseres Volks­schulgesetzes halten, das im Artikel 1 besagt:Die Volksschule hat die Ausgabe, die geistigen und kör­perlichen Kräfte des Kindes zu entfalten und ihm durch Unterricht und Erziehung die Grundla­gen religiös-sittlicher, sozialer und staatsbürgerlicher Bildung im Geiste des deutschen Volkstums und die für das Leben in der Volksgemeinschaft nötigen allgemei­nen Kenntnisse und Fertigkeiten zu gewähren? Die­sen Bestimmungen werden wir streng nachgehen und festhalten an dem Grundsatz der Duldung und Toleranz für alle. Gegen die Verächt­lichmachung und Benachteiligung einer anderen Re­ligionsüberzeugung wird eingeschritten werden.

Aba. Winter (Zentr.) verliest Proben aus kom­munistischen Hetzblättern, in denen die Schuljugend systematisch gegen die Lehrer aufgehetzt und zum Kirchenaustritt aufgeputscht wird. Die christliche Simultanschule verlange den christlichen Lehrer.

Berlin, 13.Mai. (Priv.-Tel.) Wie wir fahren, hat der Deutschnationale Handlungsgehilfen­oerband an den Reichsarbeitsminister einen Antrag gestellt, der die Zulassung von Ersatzkas­sen bei der Arbeitslosenversicherung

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nicht in Betracht kommen kann, da abge. sehen von geringfügigen übereinstimmenden Einzel­heiten in der Personalbeschreibung diese beson­ders hinsichtlich des Alters stark abweicht. Rach einer der Oberschlesischen Volksstimme aus Troppau zugegangenen Meldung, handelt es sich bet Leopold Pausner um einen von den tschechoslowaki­schen Behörden seit langem gesuchten, äußerst ge­fährlichen Raubmörder. Pausner hatte im Jahre 1919 in Komein bei Brünn einen Gendar­merieoberwachtmeister meuchlings ermordet und sich noch eines weiteren Raubüberfalls schuldig gemacht. Im Jahre 1919 wurde Pausner wegen die­ser Verbrechen vom Brünner Schwurgericht zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Nach teilweiser Verbüßung der Haft täuschte er Geisteskrankheit vor, und wurde in die Mäh­rische Landesirrenanstalt nach Sternberg überge­führt, aus der er am 15. Januar 1930 flüchtete und seit dieser Zeit von den tschechischen-Sicherheits- behörden gesucht wird. Danach wäre es ausge­schlossen, daß Pausner die Düsseldorfer Morde auf dem Gewissen hat, da sich diese Morde vor dem 15. Januar ereigneten.

Zunkersflugzeug G 38 zum Deutsch- landflug gestartet.

Dessau, 14. Mai. (MTV. Funkspruch.) Das Zunkersflugzeug G 38 hat um 5.53 Ahr feinen Deutschlandflug angetreten. Die Maschine schlug die Richtung MagdeburgHam­burg ein. An Bord befinden sich 20 Personen, darunter 5 deutsche Journalisten.

Das Flugzeug ist gegen 10 Uhr über dem Flugplatz Tempelhof erschienen. Cs warf einen Postsack ab.

Reue Wassereinbrüche in Vienenburg.

Die Verschlechterung der Situation in Vienenburg hat weiter angehalten. Auf Schacht II ist das Wasser noch immer im Steigen begriffen. Es haben sich bedrohliche Anzeichen dafür geltend gemacht, daß jetzt auch Wasser der Oker in die Kali­schächte fließt. Der große Trichter an der Zufahrts­straße zum Schacht fyat sich in den letzten 24 Stun­den durch weitere Stürze des Erdreichs erheblich vergrößert und hat jetzt ungefähr einen Durch­messer von 100 Meter und ungefähr die gleiche Tiefe. Neuerdings schießt aus einer Seitenwand und zwar nach der Okerseite zu ein dicker Wasser- (trat)! heraus, und Messungen haben ergeben, daß dieser Zufluß sich gerade in Höhe des Flußbettes der Oker befindet. Der Boden des Trichters bildet einen fortwährend in Bewegung befindlichen Stru­del, in dem i> i e herab st ürzenden Bäume spurlos verschwinden. Die Senkung des Grundwassers in der ganzen Gegend macht ich inzwischen stark fühlbar. Eine Kiesbaggerei sah ich gezwungen, ihren Betrieb einzustellen, da ihr >as notwendige Wasser fehlt. Der große Krater am Harlyberg in Vienenburg ist im weiteren Einsturz. Sein Oberrand hat die Höhe des Berges fast erreicht. Man berechnet, daß etwa 200000 KubikmeterErde nötig sind, den Trichter aus­zufüllen. Arn Dogelherd entstand ein neuer E in- st u r z t r i ch t e r, der den Bahnkörper der Braun­schweigischen Strecke berührt, so daß der Verkehr nach Braunschweig unterbrochen werden mußte.

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eriienmai irat eine Frauenbewegung in der Oe^.-tlichkeit hervor, als der Kreis um Helen.» Lange im 3ahre 1887 eine Petition an das preußische Abgeordnetenhaus richtete, die Helene Lange mit einer Denkschrift überDie höhere Mädchenschule und ihre Bestimmung" be­gleitete. Bald darauf, 1889, versuchte sie ihre Abfichten in die Tat unHusetzen durch Gründung der von ihr geleiteten Rcalturse, einer Fortbil-

Derlin, 14. Mai. (ERB. Eigene Meldung.) Dr. h. c. Helene Lange, die Veteranin ber Frauenbewegung, vers chied gestern abend nach langem Leiden im Alter von 82 Fahren.

Helene Lange wurde am 9. April 1848 in Oldenburg geboren. 1872 machte sie das Lehre­rinnenexamen in Berlin und fand dort eine Stellung an der Krainschen höheren Mädchen­schule. 3n langjähriger Tätigkeit an dieser An­stalt reiften ihre Anschauungen über Bestim­mung und Entwicklung der Frauenbildung. Zum erstenmal trat eine Frauenbewe

dungsanstalt für schulentlassene Mädchen und Frauen. Einige 3ahre später wandelte sie ihre Anstalt in Ghmnasialkurse um, die jedoch in Preußen nur Erwachsenen zugänglich waren. Die Bemühungen der Frauenbewegung, Zulas­sung zum Universitätsstudium zu er­halten, blieben einstweilen immer noch erfolglos. Der erste Erfolg wurde dann 1901 in Baden erzielt. Seit Mitte der 90er Fahre war auch eine Bewegung für das Frauenwahlrecht in Fluß gekommen. Helene Lange ließ 1896 ihre erste Schrift hierzu erscheinen, die wie alle fol­genden taktisch äußerst geschickt war. Auch die Berufsorganisation des Deutschen Lehrerinnen­vereins verdankt ihrer Tatkraft mit sein Ent­stehen im Fahre 1890 und ihrer Leitung seine weitere Entwicklung. 1902 trat sie an die Spitze des ältesten, von Luise Otto und Auguste Schmidt geschaffenen Organs der Bewegung, desAllgemeinen Deutschen Frauenvereins". Desgleichen hat sie an der Leitung desBundes deutscher Frauenvereine" Anteil. Schließlich hatte sie die Freude, feit 1908 die Reform des höheren Mädchenschulwesens immer mehr in Fluh kom­men zu sehen. Helene Lange lebte zuletzt zusam­men mit ihrer langjährigen jüngeren Mitarbei­terin Gertrud Baeumer in Hamburg, wo sie 1922 auf der demokratischen Liste in die Bürger­schaft gewählt wurde.

Frauenwirken in haus und Familie" Ausstellung Düsseldorf 1930.

3m Kunstpalast zu Düsseldorf hat jetzt eine Ausstelllung ihren Abschluß gefunden, die, wie man uns von der Pressestelle erst nach Schluß der Ausstellung mitteilt, bei den maßgebenden Frauenorganisationen auf großes 3ntereffe ge­stoßen ist. Die Ausstellung Frauenwirken in Haus und Familie ging aus von dem Katho­lischen Deutschen Frauenverband und dem Stadt­verband für Frauenbestrebungen. Aus der Er­kenntnis heraus, daß in der Wohnungsnot die Quelle einer Unzahl sozialer Hebel zu erblicken sei, wollte man in Form einer Ausstellung wei­testen Volkskreisen zeigen, wie die Frau ihr Heim auf geringstem Raum mit den geringsten Mit­teln so zweckmäßig und einfach und doch so wohnlich wie möglich gestalten kann. So wur­den als Kernpunkt der Ausstellung Wohnungs­einrichtungen gezeigt, beginnend mit der be­scheidensten Kleinstwohnung bis zur Vier- und Lünfzinr.ucrwohnung des besser besoldeten Fa-

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fordert. Das würde bedeuten, daß die Angestellten, deren Arbeitsrisiko ganz anders geartet ist als das der Arbeiter und die versicherungstechnisch in die Arbeitslosenversicherung nicht hineinpassen, künftig eine besondere Gefahrenklasse bilden sollen. Es ist anzunehmen, daß Reichsarbeitsminister Stegerwald diesem Antrag nicht unfreundlich aegenüberstehen wird. Uebrigens verlangt auch ein Teil der gelernten Arbeiter eine Sonder­regelung, die in einer Mischung bes sog. Genter Systems mit dem Prinzip der Ersatzkassen bestehen würde. Damit hinge auch die Herausnahme derSaison arbeiter aus der Arbeitslosenver­sicherung zusammen, die jetzt vielfach in der Oeffent- lichkeit gefordert wird. Zu Reformvorschlägen im einzelnen haben sich im Reichsarbeitsministerium die vielfach ergangenen Anregungen noch nicht ver­dichtet, aber es ist anzunehmen, daß noch vor den Sommerferien ein entscheidender Schritt in der Rich­tung der Reform der Arbeitslosenversicherung ge­schieht, da man sich allgemein darüber klar ist, daß -bei der Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes im nächsten Winter mit einem neuen Fehlbe­trag von f a st 500 Mil'lionen Mark ge- rechnet werden muß. Das ganze jetzt mühsam her-

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'LSet.-rvoraussage.

Unter Erwärmung und reger Riederfchlags- tätigkeit ist wieder eine Störungswelle über un­ser Gebiet hinweggezogen. Wenn auch an ihrer Rückseite vorübergehend eine Beruhigung und stellenweise sogar Aufheiterung eintreten dürfte, so bleibt im allgemeinen doch noch das wechsel­hafte Westwetter erhalten. An der Südseite der nördlichen Tiefdruckrinne, die sich in west­östlicher Richtung erstreckt, dringen immer wieder Ausläufer südlich vor und lassen durch dis dauernde Zufuhr feuchter ozeanischer Luftmassen zunächst keine Beständigkeit aufkommen.

Wettervoraussage für Donners- t a g. Wechselnde Bewölkung mit vorübergehender Aufheiterung. Temperatur wenig verändert, ver­einzelte Riederschläge.

Witterungsaussichten für Frei- tag. Roch kein beständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 12,1 Grad Celsius, abends 9,8 Grad; am 14. Mai: morgen« 11,4 Grad. Maximum 13 Grad, Minimum 2,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mair abends 13,6 Grad; am 14. Mai: morgens 10 Grad. Niederschlag 5,6 mm. Sonnenscheindauer % Stunde.

Reisewellerdienst.

Westerland auf Sylt. 8 Grad, kühle Nacht, Südwestwind, heiter bis bedeckt; gestern teils heiter, teils wolkig.

Baden-Baden. 13 Grad, vorherrschend kühl, Südwestwind, mäßiger Regen; gestern Dauerregen»

Garmisch-Partenkirchen. 7 Grad, vor­herrschend kühl, Südwestwind, mäßiger Regen; gestern Dauerregen.

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milienvaters unter weitgehender Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern. 3n Cinzelabtei- lungen wurde behandelt: Wohnung und Wohn­kultur, Ernährung wnd Hauswirtschaft, Hygiene, das Kind, Feste und Gäste im Heim. 3n einer sorgfältig zusammengestellten Bücherei fanden die Besucher alle für die Frau als Hausfrau und Mutter in Betracht kommende Fachliteratur. Die Ausstellung, die unter wesentlicher Mitwirkung einer Gießenerin, > Frau Dr. med. Margrit Hasse-Köppe, geschaffen wurde, sah, wie man uns schreibt, an 38 Tagen über 150 000 Besucher. Auch an Koch-, Back-, Brat-, Wasch-, Bügel- und Puhvorführungen, an Filmaufsührungen und Vorträgen nahm das Publikum lebhaften An­teil, so daß man die Ausstellung als wohlge- lungen bezeichnen muß.

Ein Llresemann-Denkmal in Bayern.

Am Samstag wurde im Park des zwischen Bayreuth und Bamberg am Rordrand der Fränkischen Schweiz gelegenen Schlosses Freie nfels ein Denkmal für den verstorbenen Reichsaußenminister Dr. Stresemann enthüllt. Der Stifter dieses Denkmals, des ersten in Deutschland, ist der sächsische Großindustrielle, Geh. Kommerzienrat Edmund Meinel-Tan- nenberg aus Tannenbergstal im Vogtlande, der mit Stresemann eng befreundet war. Das Denkmal zeigt ein in Bronce gegossenes lebens­großes Relief des Verstorbenen. Es ist ein Werk des Berliner Erzgiehers Hans Martin.

Die'Rafiborer Mordtaten.

In der weiteren Untersuchung gegen den wegen des Mordes an dem 15jährigen Schüler Zeller und an dem Zuschneider Danis sowie des Mordanschlags auf den Kaufmann Nuske verhafteten Leopold Pausner ergab sich, daß einige Fäden zwi­schen ihm und dem Düsseldorfer Mas­senmörder vorhanden zu sein scheinen. Vor etwa drei Monaten traf in Ratibor auf dem Bahnhof ein Mann ein, der eine Blankofahrkarte Düs­seldorf Ratibor besaß und sich bei dem Bahnsteigschaffner nach den Grenzorten Oderberg- Troppau erkundigte, um dann mit einer neuen Fahr­karte nach Oderberg weiterzufahren. Bei einer Gegenüberstellung mit einem der Bahnsteig- schasfner wurde Pausner von diesem als der Mann erkannt. Pausner selbst verweigert nach wie vor jede Aussage. Die Düsseldorfer Kriminalpolizei ist der Ansicht, daß Pausner für die Düsseldorfer Morde

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