Nr.'8 Zweites Blatt
5reitag, 14. Muar 1950
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
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Die Opelwerke in Rüsselsheim, die von auswärtigen Kommunisten bedroht wurden.
der
war ein
mal Späh.
„Au!" sagte der eine: er hatte sich an Stopfnadel gestochen. „Ra, so ein Kerl!"
blieb es. und deshalb ging ich in den Rinnstein."
„lind nun sitzen wir hier in all unserem Glanze!" sagte der Glasscherben. Da kam plötzlich mehr Wasser in den Rinnstein: er schwemmte nach allen Seiten über und riß den Glasscherben mit sich fort.
„Sieh an, der wurde also befördert!" sagte die Stopfnadel. „Ich bleibe sitzen, ich bin zu fein: aber das ist mein Stolz, und der ist achtbar!" lind so sah sie rank und schlank, und viele Gedanken gingen ihr durch den Kopf.
„Ich möchte fast glauben, dah ich von einem Sonnenstrahl geboren bin. so fein bin ich. Scheint es doch fast, als suche die Sonne mich immer unten im Wasser. Ach. ich bin so fein, dah meine eigene Mutter mich nicht finden kann! Hätte ich mein altes Auge, das abbrach, ich glaube, ich könnte weinen! — Wenn ich es selbstverständlich auch nicht täte — denn weinen, das ist nicht
ter beschloh man, auch in diesem Jahre an einem Gesangswettstreit teilzunehmen. Dem Vorstand soll cs überlassen bleiben, den Ort des zu besuchenden Wettstreites auszuwählen.
* Allendors (L a h n), 10. Febr. Am Sonntagnachmittag fand hier eine gutbesuchte öffentliche Versammlung statt, in der Ingenieur Schwarzbach aus Gießen über die „Volksnationale Reichsvereinigung" sprach Der Redner gab den Zuhörern ein klares Bild über den Zweck und die Ziele dieser Vereinigung. Rach reger Aussprache meldete sich eine Anzahl Besucher als Mitglieder dieser Bewegung an.
L Rödgen, 13. Febr. Am Samstag, 15. d. M.. begeht Herr Ludwig Spuck HL, der älteste Mann unseres Dorfes, seinen 8 5. Geb.urts- tag Er ist ein Mann von echtem Schrot und Korn. Trotzdem er in seinem Geben viel arbeiten muhte - er war 40 Iahre an der Bahn beschäftigt und war dabei tätig, als die Strecke Giehen- Fulda gebaut wurde —, ist er noch recht rüstig regen Anteil nimmt er an den Begebenheiten des Dorfes und versäumt es vor allem
von einem Lastwagen übers ähren worden war. Sie lag der Länge lang da — und so mag sie liegenbleiben.
(Aus dem Dänischen von L. Tronier-Funder )
Verband
oberbessischer Geflügelzüchtervereine.
• Rieder-Gemünden, 12. Febr. Der Verband o b e r h e s s i s ch e r Geflügelzüchtervereine hielt am Sonntag hier bei Gastwirt Södler seine diesjährige Hauptversammlung ab, die von den Vertretern der angeschlossenen 45 Vereine und von anderen Geflügelzüchtern auherordentlich stark besucht war. Der Verbandsvorsihende Jean Kolter, Dad- Rauheim, tonnte eine ganze Reihe Ehrengäste willkommen heihen. Rachdem man der verstorbenen Mitglieder in üblicher Weife gedacht hatte, sprach der Vorsitzende über die Bildung von Jugendgruppen im Anschluss an die Vereine, ferner empfahl er die Unterstützung der C i e r - Verwertungsgenossenschaft durch ständige Lieferung von Frischeiern. Die Einnahmen des Verbandes betrugen im verflossenen Jahre 927,99 Mt. die Ausgaben 859.09 Mt., mithin verbleibt ein Kassenbestand von 63,90 Mk. Die Södlerstiftung ist auf 510,63 Mk. angewachsen. Dem Rechner Reinhardt, Schlitz, wurde für die mustergültige Führung der Kassengeschäfte Dank ausgesprochen und anschließend der Vorstand einstimmig entlastet. Bei der Vorstandswahl wurden sämtliche Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. Die Verba ndsschau wird in diesem Jahre zusammen mit der Landesschau vom 5. bis 7. Dezember in Giehen abgehalten. Im nächsten Jahre wird die Verbandsschau nach dem Kreise Friedberg verlegt werden. Die Bezirksschau soll jeweils durch die Bezirke zur Vergebung kommen Im Lause der weiteren Verhandlungen wurden fünf verdiente Veteranen der Geflügelzucht nämlich Konrad Rübs amen und August Fel sing. Giehen, Wilhelm H eh, Echzell, Karl Reitz, Stockhausen, und Leib'.äger Becker, Laubach, zu Ehrenmitgliedern des Verbandes ernannt und ihnen ein entsprechendes Diplom überreicht. Rach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten wurde die Tagung geschlossen.
Landkreis (Rieften.
00 Klein . Linden, 12. Febr In der jüng sten Gemein deratssitzung rourbe_ erneut über den Gemeindevoranschlag für das
Die Stopfnadel.
Von Hans Christian Andersen.
ES war einmal eine Stopfnadel, die kam sich so sein vor. dah sie sich einbildete, sie wäre eine Rähnadeb
„Macht nur die Augen auf, was ihr da haltet!" sagte die Stopfnadel zu den Fingern, die sie Herausnahmen „Laßt mich nicht fallen! Falle ich aus die Erde, so bin ich imstande, mich nie wiedersinden zu lassen, so fein bin ich!"
„Ra. es ist zu ertragen." sagten die Finger, und dann packten sie sie um die Mitte.
„Seht ihr. ich komme mit Gefolge!" sagte Die Stopfnadel und zog einen langen Faden hinter sich her. der aber keinen Knoten hatte.
Die Finger steuerten mit der Radel geradeswegs auf den Pantoffel der Köchin zu. an Dem das Oberleder geplatzt war und nun wieder zusammengenäht werden sollte.
„Was für gemeine Arbeit!" sagte die Stopfnadel. „Da lamme ich nie durch, ich breche, ich breche!" - Und Dann brach sie. „Habe ich es nicht gleich gesagt!" sagte die Stopfnadel. „Ich bin eben zu sein!"
„Run taugt sie zu gar nichts mehr." meinten die Finger, aber sie muhten sie doch fest- halten. Die Köchin tröpfelte Siegellack darauf unD steckte sie Dann vorn ins Brusttuch.
„Sieh Da. jetzt bin ich eine Busennadel!" sagte Die Stopfnadel. „Ich wußte, dah ich noch zu Ehren toinmen würde. Wer was ist. wird auch was!" Und Dann lachte sie sich eins. — Da sah sie nun so stolz, als führe sie in einer Kutsche, und blickte sich nach allen Seiten um.
Dars ich mich beehren zu fragen, ob Sie aus Gold sind?" fragte sie die Stecknadel, ihre Nachbarin „Sie haben ein angenehmes A uheres und Ihren eigenen Kopf, aber klein ist er. Sie müssen sehen, dah er sich noch auswächst, denn jeder wird nicht lackiert." Und Damit hob Die Stopfnadel Die Rase so stolz in Die Luft. Dah sie aus Dem Tuche heraus- unD in Den Aus- wasch-uber hineinsiel, eben als Die Köchin ihn ausgoh.
„Run gehts auf Die Reise!" sagte Die ütopf- naDel „Wenn ich nur nicht fortkomme! Aber Das kam sie.
„Ich bin zu fein für Diese Welt," sagte he. ale sie im Rinnstein sah: „aber ich bin mir dessen
fein!“
Eines Tages hockten ein paar Gassenbuben Da unD wühlten im Rinnstein herum, wo sie alte Rägel. Dreier unD Dergleichen sanDen. Es eine Schweinerei, aber es machte ihnen nun
Professor Konrad Ansorge, Der berühmte Pianist und Komponist, ist im 65. Lebensjahr gestorben.
Vorsitzender Ludwig Felde, als zweiter Rechner Ernst Schneider, als erster Schriftführer C. Schmidt, als zweiter Schriftführer Wilh. Zecher, als Beiiitzer Ernst Simon und Ernst Müller. Weiter wurden gewählt: Ludwig B i c r a u als Zeugwart, Hch. Linker als Schießmeister. Mit Befriedigung wurde festgestellt, daß Dem Verein eine stattliche Anzahl neuer Mitglieder beigetreten ist.
(D Odenhausen, 12. Febr. In Den letzten Tagen wurde hier und in Geilshausen Nüddingshausen und Weitershain von dem Geschäftsführer des Evangelischen Bundes der Lutherfilm oorge- führt. Die Kirchen, in denen der Film gezeigt wurde, waren überall dis auf den letzten Platz gefüllt. — In unferem Orte herrscht unter den Kindern der Mumps, so dah am Montag Die Schule g e - schlossen werden muhte.
-s- Grünberg, 11. Febr. Am Sonntagnachmittag fand in dem Restaurant „Villa Emilia' eine gut besuchte Versammlung des hiesigen O b st - und Gartenbauvereins statt. Rach einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Landw.-Asses-
(SepuberfeJlofen vergrößern den Umsatz
Der Inhaber eines Warenhauses in Dublin will herausbekommen haben — wie er das machte, uer rät er leider nicht —, daß die weibliche Kundschaft von Verkäuferinnen, welche eine blanke Rase haben, weniger kauft als von solchen, die ihre Rase vorher gepudert haben. Die Leute haben wirklich Sorgen! Er aber glaubt an diese Erkenntnis und liefert jetzt den sicher recht erfreuten Verkäuferinnen seines Warenhauses täglich em bestimmtes Quantum Puder für die kalten, spitzen und glänzenden Rasen. Auch einen Spiegel samt Puderbüchse und Quaste haben die Mädels geschenkt bekommen. Ob sich daraufhin der Umsatz gehoben hat, ist nicht bekannt, aber man darf es annehmen, denn die Verkäuferinnen werden jetzt so liebenswürdig und glücklich strahlen, dah es den Damen schwerfällt, ihnen nichts abzunehmen.
bewußt, unD das ist immerhin auch ein kleines I Vergnügen!" UnD so hielt sich Die StopfnaDel aufrecht unD verlor nicht Den guten Mut.
Es segelte allerhanD über sie Dahin, Späne, Stroh, Zeitungsfehen. „Sieh einer an, wie sie segeln!" sagte Die StopsnaDel. „Sie wissen nicht, was unter ihnen steckt! Ich stecke hier! — Da kommt nun ein Span, Der hat in Der ganzen weiten Welt nichts als Späne im Kopf: Da schwimmt ein Strohhalm — sieh, wie er schwänzelt unD wie er sich Dreht! UnD Da eine Zeitung -. Vergessen ist, was Darin steht, unD Doch macht sie sich breit! — Ich sitze geDulDig still! Ich weih was ich bin, unD Das bleibe ich auch!"
Eines Tages glänzte Dicht neben ihr etwas so herrlich, Daß Die Stopfnadel glaubte, es wäre ein Diamant: aber es war ein Flaschenscherben. UnD weil er so glänzte, sprach ihn Die Stopfnadel an unD gab sich als DusennaDel zu erkennen. „Sie sind wohl ein Diamant!" — „Ia. ich bin so was ähnliches." UnD Da hielt Der eine Den an Deren für etwas wirklich Kostbares und sie redeten Darüber, wie hochmütig Die Welt sei
„Ja, ich habe in Der Schachtel einer Iungsrau gewohnt," sagte Die StopsnaDel, „unD Die Jungfrau war Köchin. Sie hatte an jeder Hand fünf Finger, aber so etwas Eingebildetes wie diese fünf Finger habe ich nie gekannt, und Dabei waren sie nur dazu Da, um mich zu halten, mich aus Der Schachtel zu nehmen unD mich in die Schachtel zurückzulegen.
„Glänzten sie?" fragte Der Flaschenscherben.
„Glänzen!" sagte Die StopfnaDel, „nein, höchstens vor Hochmut, Es waren fünf Bruder, alle geborene „Finger", und wenn sie auch von oer= schiedener Länge waren, hielten sie sich doch stolz nebeneinander. Der äußerste. Der Däumling, war kurz und dick: er marschter^ vor Den anderen her, unD Dann hatte er auch nur em Gelenk im Rücken, er konnte nur einen Bückling machen. Aber er pflegte zu sagen: wurde er einem Menschen abgehauen, so sei dieser für den Kriegsdienst verdorben. Der Topflecker Ipa- zierte in Süßes und Saures, zeigte auf Sonne und Mond, und er war es auch, der beim Schreiben aufdrückte. Der Langemann war einen Kopf größer als die anderen. Der OolDfinger ging mit Goldreifen um den Bauch, unD der kleine Peter Spielmann tat gar nichts, unD Darauf. war er auch noch stolz! Prahlerei war es uno
Oberbeffen.
Stadtrat in Vutzbach.
pb. Butzbach, 12. Febr. In Der gestrigen ersten S t a D t r a t s s i h u n g im neuen Iahr mürben u. a folgen.De Punkte verhanDelt: Die Frist für Die von Der Stadt für die Firma AutoverkehrGmbH Bu bach geg.nüb r Der Vere.nvbant übernommene Ausfall- b ü r g I d) a f t von 20 000 Mark läuft am 1. März ab Der Stadtrat beschließt. Diese auf Antrag Der Firma bis zum 1. Oktober D 2 zu verlängern - Als Wahlmänner für Die Wahl Des k a t f) o L KirchenvorstanDes werden au.ersehen Die ötabträte Dittgen. ßauriolle, Zink. - Die Wahl- pcrioDe Des SchulvorstanDs Der B o l k s - und Der Fortbildungsschule ist Ende 1929 abgelaufen. Es muh Deshalb Reuwahl erfolgen. Als MitglieDer für Den SchulvorstanD Der Volks- schule tocrDen vom ©taDtrat gewählt: Die StaDt- räte Linkmann Einbrodt HeyD. sowie Die Herren W. Se pp .I, El racher unD SchmiDi. als Mitglieder Des Schukv. ruanD* der Fortbildungsschule die ©tabträte Ditlgen. W. Habermann und Ruppel, sowie Die Herren QL W Heil. Weigel unD Klem- dienst. - Die MitglieDer Der kommunistischen Fraktion. Oppenheimer unD Speer haben fol- genbe Anträge eingereicht. 1. Auszahlung einer weiteren Winterbeihilfe an Erwerbslose. Kr ümmt r. ützun semp änger Ausges eaeite u D Sozialrentner in gleicher Höhe wie vor Weihnachten, 2. Einführung Der Unfallversicherung Der SchulkinDer (StaDtschule unD Kleinkinbcrschule). Der erste Antrag wirD mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der zweite Antrag WirD zwecks weiterer Feststellungen auf Antrag Des ©taDtrat« Zink an Den Finanzausschuß zuruckverwiefen.
nie, Den „Gießener Anzeiger", Den er schon etwa 40 Iahre hält, von A ois Z zu lesen. Weiterhin gute Gesundheit wünicht ihm iic ganze Gemeinde.
: Beuern, 11. Febr. Dieser Tage veranstaltete der hiesige Volksbildungsoerein im Saale der „Germania" einen Vortragsabend, bei dein Universitätsprofessor Dr Hummel von der Universität Gießen an Hand von Lichtbildern einen Vortrag über Afrika hielt- Der Vortragende schilderte dabei die Eindrücke, die er auf seiner geologischen Studienreise in Afrika empfing Eine große Reihe von Lichtbildern illustrierte den Vortrag in schönster Weise. Die außerordentlich zahlreich versammelten Zuhörer dankten dem Redner mit lebhaftem Beifall. — Der hiesige Konsumverein II hielt dieser Tage seine ordentliche Generalversammlung ab. Wie in den bisherigen Jahren, war auch das Ergebnis des Jahresabschlusses für 1929 recht befriedigend. Der Umsatz belief sich auf 24 532 Mark, der Reingewinn auf 1825 Mark. Dem Verein gehören zur Zeit 130 Mitglieder an.
* ©taufenberg, 12. Febr. -Der hiesige Sportverein 1 928 hielt Dieser Tage feine Diesjährige Generalversammlung ab. Rach Den Begrühungsworten Des 1. VorsitzenDen Heinrich Schlapp erstattete Der Rechner H. Krast Den Kassenbericht. Der zur Befriedigung DerVcrsamm- lung einen Ueberschuß aufwies. Rach Der Entlastung Des Rechners tourDe Die VorstanDswahl Porgenpmmen Reugewählt lourDen als zweiter
for Dr. Bocher, sprach Unlversitätsaartenbau- inspektor i.R. Reh nett, Gießen, in sehr interessanten und allgemein verständlichen Ausführungen über das Thema „Blumenzucht in Haus und Garten'. Die Versammlung dankte dem Redner für seine ausgezeichneten Ausführungen durch reichen Beifall. Die Aussprache war infolge der mannigfachen Anregungen durch den intereganten Vortrag sehr rege, so daß Herr Rehnelt mit unermüdlichem Geiste immer wieder das Wort ergriff, um eindeutig und klar alle gestellten Fragen zu beantworten. Der Vorsitzende des Vereins dankte dem Redner bestens für sein Entgegenkommen durch Uebernahme des Dprtrags und insbesondere für die vortreffliche Ausführung desselben. Er hoffe, Herrn Rehnelt noch öfters in Grünberg begrüßen zu dürfen und teilte mit, dah Herr Rehnelt sich für den im kommenden Sommer beabsichtigten Blumenschmuckwettbewerb als Preisrichter zur Verfügung stellen werde. Im Anschluß an den Vortrag hielt der Verein seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Aus dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden ist zu entnehmen, daß der Verein am 25. September vorigen Jahres neu belebt wurde. Die Mitgliederzahl ist innerhalb kurzer Zeit infolge der eifrigen Tätigkeit des Vereins sehr stark gewachsen und beträgt heute 113. Gemäß dem in Der Gründungsversammlung von dem Vorsitzenden eröffneten Programm war der Verein in dem verflossenen Jahre (3 Monate) sowohl theoretisch, wie praktisch tätig. Im Jahre 1930 sind bis jetzt zwei Vorträge, und zwar über „Umpfropfung und Sortenwahl" von Obstbauinspektor En kl er, Gießen, und „Blumenzucht in Haus und Garten" von Universitätsgartenbauinspektor Rehnelt, Gießen, gehalten worden. An der von dem Verein in Die Wege geleiteten gemeinsamen Umpfropfung ist eine Be- teiligung von etwa 50 Prozent der Mitglieder fest- zustellen. Auch die auf gemeinsamer Grundlage beabsichtigte Spritzaktion hat, wie der gemeinsame Gemüsesamenbezug bei Den Mitgliedern freudige Aufnahme gefunden. Daß der Verein nichts unterläßt, was die Mitglieder in irgendeiner Weise unterstützen und anregen kann, geht aus dem von dem Vorsitzenden kurz angedeuteten Sommerprogramm hervor, wonach ein Rundgang durch die Gemüsegärten der Mitglieder, eine daran sich anschließende Versammlung zwecks Auswertung des Gesehenen und Aussprache, ein Ausflug, ein Obstverwertungs- kursus (gärungslose Früchteverwertung) usw. geplant sind. Rach der Rechnungsablage durch den Rechner des Vereins, Kaufmann Christian Schweißguth, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt und dieser durch Zuruf einftimmig wieder- gewählt. Ebenso wurde einstimmig der Vorstand-- beschloß vom 22. Januar 1930, wonach der Verein seinen Beitritt zum Kreisobstbauverein erklärt, gutgeheißen. — Vor der Versammlung des Obst- und Gartenbauvereins wurde von Inspektor Rehnelt gemeinsam mit dem Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins, sowie dem des Verkehrsvereins der Platz des Kriegerdenkmals an der Stadt- kirche, sowie die H ö f e n t rä n t e besichtigt und die Bepflanzung -bzw. Herrichtung der bei
„Ich bin kein Kerl, ich bin ein Fräulein!" sagte Die (StopfnaDel; aber niemanD hörte es. Der Lack war abgegangen, unD schwarz war sie gctoorDen; aber Schwarz macht schlank, unD Deshalb glaubte sie, daß sie noch feiner als früher fei.
„Da kommt eine Eierschale geschwommen! tagten Die Buben unD steckten ue Stopfnadel fest in Die Schale.
„Weihe WänDe unD selbst schwarz —sagte Die StopfnaDel, „Das ist kleidsam! Run kann ich mich wenigstens zeigen! — Wenn ich nur nicht seekrank werde, Denn Dann muß ich brechen!" Aber sie tourDe nicht seekrank, unD sie brauchte auch nicht zu brechen.
„Es ist gut. wenn man Der Seekrankheit einen stählernen Magen entgegenzusetzen haL Ich habe es jetzt überstanden. 3e feiner man ist, desto mehr kann man vertragen."
„Krach!" sagte Die Eierschale, als ein Lastwagen Darüberrollte. „O Gott, wie Das Drückt! Run toerDe. ich Doch noch seekrank: ich breche ich breche!" Aber sie brach nicht, ob sie auch
Rechnungsjahr 1 9 29 beraten. Da laut Be- ch.uß Der vorhergehenden Sitzung Die nochmalige Beratung ftattfinDen sollte Allgemein wurden Die rüderen Satze beibehalten, bis auf einige Aende- rungen. Bei Der Ausgabe für GemeinDegrundstücke wurden für Unterhaltung unD Düngung 150 Mark unD bei Neupflanzung von Obstbäumen 100 Mark gestrichen. Große Abstriche wurden bei der Rubrik „Allgemeine Verwaltung" angenommen, so wurden Die Sätze der Besoldung des Bürgermeisters und aller Gerneindebeamten, die seinerzeit auf Anregung des Kreisamts nach Den Richtlinien Der Be- olDung für Gerneindebeamten eingestellt wurden, lerabgesetzt, zum Teil in recht beträchtlicher Hohe Rur Die Besoldung Des FelDschützen unD Friedhofs- aufsehers blieb nut 2000 Mark bestehen. Trotz "Die- er Herabsetzungen würbe an Dem UmlagebeDarf mit 26 000 Mark festgehalten. Infolge Der wichtigen TagesorDnung war Die Sitzung, wie auch die vorherige, von Interessenten überaus stark besucht.
4 Klein-Linden. 10. Februar. Der h.esige Männergesangverein „Eintracht" hielt dieser Tage in seinem Vereinslokal „Zum Deutschen Hof" eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Rach Eröffnung der sehr gut besuchten Versammlung durch den ersten Vorsitzenden, Werkmeister August B ö ck i n g , wurde der Beschluß gefaßt, den Dereinsgründungstag — 12. März 1865 — wie alljährlich festlich zu begehen. Die Feier soll am 15 März in üblicher Weise abgehalten werden. Wei-
ZuchthäuSler lernen boxen.
Man hat sich oft genug den Kopf darüber zerbrochen, wie man am besten Die Insassen Der Gc fängnisse und Zuchthäusler beschäftige, und ist in jedem Lande zu einem anderen Resultat gekommen. Amerika, das die härtesten Urteile der ganzen Welt kennt — jüngst wurde ein Mann, der dreimal ungedeckte Schecks ausgegeben hatte, zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt —, sorgt andererseits in ausgezeichneter Weise für seine Gefangenen. Man weih, daß in Sing-Sing Die Zuchthäusler Fußball spielen, daß in anderen Häusern das Kartenspiel erlaubt ist und so weiter. Vor ungefähr einem Jahr beschloh die amerikanische Regierung, den Gefängnisinsassen auf Staatskosten Borunterricht erteilen zu lassen, doch diese Methode hat sich bitter gerächt. Denn bei den letzten großen Revolten erwiesen sich die Verurteilten als die besseren Boxer und schlugen die Aufseher mit kunstgerechten Haken und Schwingern nieder und es ist schon mehrfach vorgekommen, daß entlassene Sträflinge auf neuen Taten ertappt wurden, aber nicht festgenommen werden konnten, weil einer von ihnen drei Kriminalbeamte in Schach hielt. Die Borkurse in den Zuchthäusern sind daraufhin wieder eingestellt worden.


