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Nr. n Zweites Blatt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Dienstag, 14. Januar 1930
Reger und Hans Pfitzner, gefunden hat, die in ihrer Art durchaus allem reinen Virtuosentum abhold sind und ein überaus großes Maß sachlicher Hingabe verlangen, das bedeutet bei der Beurteilung ihrer Persönlichkeit ein ganz besonderes Plus. Sie ist vielleicht keine ausgesprochene Meisterin intimer Kleinkunst, vielleicht kann sie nicht so geschäftig leichthin plaudern und scherzen auf ihrem Instrument, sie ist aber die Künstlerin, der die innere Kraft gegeben ist, das Erhabene in der Tonkunst zu künden mit einer Glut des Erlebens, mit einem tieffundierten Impuls. Sie vermag bis zu den letzten Gründen eines Werkes vorzudringen und es in überzeugender Klarheit vor dem Hörer auszubreiten. Vielleicht wird sie in ihrer streng sachlich-musikalisch hingegebenen Art nicht immer den Erfolg finden bei Hörern, denen ein Konzert oft nicht mehr bedeutet als eine Art besserer tinterhal-- tung. tim so mehr aber wird sie dem Musik- kundigen und Musikempfänglichen zu geben imstande sein: hier wird sie entzünden, mit sich fortreißen und voll in ihren Bann ziehen.
Dieses tiefgründige musikalische Erfassen wird sich darum bei ihr so nachhaltend auswirken, weil ihr die Fähigkeit gegeben ist, das was sie zu sagen hat, überaus klar zu artikulieren Sie phrasiert peinlich und gewissenhaft, und dennoch wird man nie den Eindruck eines bewußten Analysierens haben, denn bei aller Treue im Kleinen wird sie stets jeder klanglichen Episode, jeder thematischen Entwicklung die Stellung zuweisen, die sie in dem Gesamtaufbau des Weües einnimmt.
Solche stilgetreue musikalische Kündung ist ihr ermöglicht, durch ihre vollendete technische Durchbildung. Der Größe und Wichtigkeit des darzubietenden Inhalts entspricht das erstaunliche Volumen ihres Tones. Vielleicht besitzt ihr Ton nicht jene klangliche Süße, wie wir ihn verschiedentlich bei Geigern begegnen und auch im angebrachten Fall zu schätzen wissen. Ihr Ton hat einen Zug zum Strengen, fast bis zum Herben hin, stets getragen von einem bewußten Ernst. Dennoch wäre es weit verfehlt, den Ton kalt zu nennen. Er ist vielmehr von glühender Kraft und pulsierender Wärme. Ihr Spiel auf der O°Saite unl> in den höheren Lagen der unteren Saiten wird an Volumen nnd Modulationsfähigkeit wohl kaum zu übertreffen sein. In den oberen Lagen der E-Saite vermag sie einen Ton von einer klanglichen Breite zu entfalten, wie man chm selten zum zweiten Male begegnen wird. Don ihrem eminenten technischen Vermögen sei noch besonders die überaus saubere und plastische Ausführung der Doppelgriffe hervorgehoben.
Gießener Konzertverein.
V. Konzert: Alma Moodie.
Wohl kaum ist eine Geigerin in den Vorankündigungen derart mit Superlativen bedacht worden wie Alma Moodie. So konnten die Erwartungen für das Konzert auf das höchste gespannt werden und sie wurden nicht getäuscht; das, was die Voranzeigen versprochen hatten, wurde durch die Aufführung vollauf bestätigt.
Im Gegensatz zu manchen Erscheinungen am Künstlerhimmel, die meteorgleich aufleuchten, dann aber oft entweder den Gipfel ihres Ruhmes überdauern oder ganz und gar verschwinden, muh man in Alma Moodie eine Geigerin erkennen, Die zu der Höhe ihres Künstlertums auf streng gemessenem, wohl bedachtem Wege durch phänomenale Begabung und ebensoviel gewissenhaften Fleiß gelangt ist. Man kann sie mit Recht als eine internationale Künstlerin bezeichnen. Ihr Vater war schottischer, ihre Mutter irischer Herkunft- sie selbst wurde in Australien geboren. Vom 1. bis 10. Lebensjahre finden wir sie auf Dem Brüsseler Konservatorium, wo sie ihr Studium mit reicher Anerkennung abschlieht. Als Dreizehnjährige bereits musiziert sie mit Max Reger, tim das, was die jugendlichen Fähigkeiten versprachen, zu vertiefen und zu erweitern, geht sie im entscheidenden Entwicklungsalter noch zu Flesch, um sich bei ihm einem gründlichen Studium zu unterwerfen. So ausgerüstet, kann sie im vollen Bewußtsein ihrer Kraft und ihres Könnens sich vor das Publikum stellen, und überall ist ihr ein voller Erfolg sicher.
Wenn Alma Moodie das Podium betritt, so hat man den Eindruck, als sei mit dem ersten Bogenstrich alles um sie her vergessen; mit stärkster Willenskraft upd äußerster Konzentration widmet sie sich voll dem Werk, das sie zur Darbietung bringen will. Fast mannhaft steht sie da, innerlich gespannt, erregt ist sie bei ihrem hohen künstlerischen Ernst, frei von dem kleinsten Zug von Eitelkeit und Selbstgefälligkeit, wie man es so häufig auch bei unseren Größten beobachten kann.
Man hat Alma Moodie die musikalischste unter unseren Geigerinnen genannt. In der Tat wird man ihr eine überaus starke musikalische Potenz zuerkennen müssen. Gerade dadurch, daß sie sich sowohl der französischen als auch der deutschen Geigerschule unterstellt hat, sind ihr namentlich in rein stilistischer Hinsicht die mannigfachsten Anregungen zugute gekommen, tind daß sie dabei den Weg zu zwei deutschen Meistern, Max
Indien amGcheidewege
Don unserem E. E.-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
London, Januar 1930.
Der kürzlich zu Ende gegangene A l l i n d i s ch e Rationalkongreß hat Beschlüsse gefaßt, die auch die nichtenglische Welt aufhorchen ließen. Doll ständige tinabhängigkeit anstelle der bisherigen Forderung des Dominion-Status, Boykott sämtlicher Provinzial-Landtage und der zentralen gesetzgebenden Versammlung, Androhung einer Bewegung des allgemeinen passiven Widerstandes mit der S t e u e r v e r w e i g e - r u n g als Kernstück, sind nur einige der wichtigsten Entschließungen, die von dem Kongreß mit wechselnden Mehrheiten angenommen wurden. Im Anschluß kam es dann zu kleineren Spaltungen im indischen Lager, Meinungsverschiedenheiten über taktische Fragen und das einzuschlagende Tempo, aber die Tatsache bleibt bestehen, daß die englische Verwaltung durch eine repräsentative indische Vertretung vor ein ti Hirn a t u m gestellt worden ist. Billige unsere Forderungen, oder wir werden alle uns zur Verfügung stehenden .Machtmittel anwenden, um sie gegen Deinen Willen durchzusehen". Das ist der bewußte Sinn der Beschlüsse von Lahore.
Ihre tinannehmbarkeit für die englische Verwaltung braucht nicht erst näher dargelegt zu werden. Das Harakiri wird in der englischen Politik nicht sehr geschäht, schon gar nicht, wenn es sich um den Kronjuwel Indien handelt. Aber irgendetwas muh geschehen, denn wenn auch die Beschlüsse nicht so wörtlich zu nehmen sind, so hat die Entwicklung in den letzten zwölf Monaten, seit der Dohkottandrohung Ende 1928 doch klar genug gezeigt, daß nur wesentliche Zuge- st ä n d n i s s e wieder zu einem erträglichen Ausgleich führen können. In Erkenntnis dieser Tatsache wurde vor mehr als einem Jahr d i e Verfassungskommission unter Führung von Sir John Simon nach Indien geschickt, deren Bericht aber erst etwa Anfang März 1930 fertiggestellt sein wird. Eine andere Kommission studierte die Arbeitsverhältnisse in Indien und hat auf einem kleineren Teilgebiet gleichlalls nützliche Arbeit geleistet. Der Bericht der Simon-Kommission sollte die Antwort der britischen Regierung auf die Forderungen des Allindischen Kongresses vom Jahre 1928 fein. Es war bereits ein Abweichen von dem klaren Grundsatz, diesen Bericht nicht durch vorzeitige Bindungen zu präjudizieren, als von London eine Einladung für eine gemeinsame englisch-indische Konferen z erlassen wurde. Ihre Aufgabe sollte zwar gerade in der Erörterung der Empfehlungen* des Simonberichtes bestehen, und gestützt auf die Dreiheit: Sirnon- bericht, Entscheidungen der englisch-indischen Konferenz und Parlamentssanktion — wollte dann die britische Regierung die endgültige Entscheidung über die Verfassungsreformen treffen. Immerhin war dies doch ein Abweichen von dem Grundsatz, vor Fertigstellung des Simonberichts überhaupt nichts zu unternehmen.
Dann kam der Besuch des Vizekönigs von Indien in London im Sommer 1929 und unmittelbar nach seiner Rückkehr Anfang Oktober die viel erörterte Deklaration mit den lebhaften Parlamentsdebatten in England. Das Ergebnis war ziemlich kläglich. Der Vizekönig hatte seine Erklärung abgegeben, weil er den Staatssekretär für Indien und die gesamte Regierung während seines Ausenthaltes in London davon zu überzeugen gewußt hatte, daß die Spannung in Indien gebieterisch eine Kundgebung verlange. Womit eindeutig zugegeben war, daß der Sinn der Erklärung in der Ankündigung neuer Zugeständnisse liegen sollte. Das Parlament war aber anderer Meinung und unter stärkstem Druck kam man dann überein, nur längst Bekanntes zu sagen. Auch der
Vizekönig muhte in den sauren Apfel beihen und nachträglich versichern, dah er nur alte Gedanken habe auffrischen wollen. Das ganze war ein klägliches Schauspiel, es sei denn, man neige z.u der etwas reichlich abwegigen Aufsassung, dah durch überkluge Taktik Zwietracht ins indische Lager gesät werden follte. Dagegen spricht, dah der konservative Dizekönig Lord Irwin ein in gewissen Grenzen durchaus fortschrittlicher und loyaler Mann ist, der sein ganzes persönliches Prestige, und was für ihn als Engländer schlimmer wäre, das seines Landes, durch derartige Taktiken schwer aeschädigt hätte. Eine weit größere Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß die Rerven der Regierung für eine kurze Weile versagten und sich erst unter dem entschiedenen Druck von Westminster verstärkten. Daher auch der Prestigeverlust des Staatssekretärs für Indien, Benn, der heute mehr eine Belastung als eine Stühe der Regierung darstellt.
Man kann es danach als ziemlich erwiesen ansehen, dah die britische Regierung taktisch in ihrer Indienpolitik wenig glücklich war. Sachlich allerdings liegen die Dinge wesentlich anders. Dor Deröffentlichung des Simonberichts läßt sich nicht mit der notwendigen Sicherheit sagen, wieweit England schließlich doch den "indischen Wünschen entgegenkommen will. Aber die Grundzügc sind auch auf englischer Seite klar. Die britische Deklaration vom Jahre 1917 hat als die Politik der britischen Regierung in Indien „die gradweise Entwicklung zu selbstregierenden Einrichtungen unter allmählicher Schaffung einer verantwortlichen Regierung in Indien als integrierender Bestandteil des Britischen Weltreichs" verkündet. Daran hat sich bisher nichts geändert und daran wird auch der Bericht der Simon- Kommission nichts ändern. Möglichkeiten der Zugeständnisse, im einzelnen wie gesagt nicht Vorauszusehen, sind im wesentlichen auf die Pro - vinzialverwaltungen, oder des besseren Klanges halber auf die Provinzialregierun- g e n beschränkt. England argumentiert, dah gerade die Entwicklung in den letzten zwölf Monaten aufs deutlichste gezeigt habe, dah Indien für völlige tinabhängigkeit noch nicht reif ist und noch lange nicht reif sein wird und dah es demzufolge an seiner eigenen Weisheit und nicht im Machtbereich Großbri- tanniens liegt, ob durch größere oder geringere Fähigkeit des Regierens in lokalen Körperschaften der indische Einfluh auf die Zentralverwaltung allmählich verstärkt werden kann, bis diese schließlich ganz in indische Hände übergeht. Dann wäre das Dominion Indien fertig.
Wie sich die einander schroff entgegenstehenden Beschlüsse des Kongresses Doft Lahore und die im günstigsten Falle möglichen Zugeständnisse der Londoner Regierung in Einklang bringen lassen werden, ist noch gar nicht abzusehen. Die meisten der Dorteile in deßll reichlich ungleichen Ringen liegen offenkundig wuf englischer Seite: Klarheit des Handelns (die sich nach dein Durcheinander der letzten Monate im entscheidenden Augenblick sicherlich wiederfindet), Geschlossenheit, einseitige Beherrschung aller Machtmittel. Die indische Rational- bewegung könnte das wesentlich ausgleichen durch einheitliches Handeln, aber gerade hierin liegt ihre entscheidende Schwäche. Die Verhältnisse sind in den einzelnen Gebietsteilen grundverschieden von dem zunächst unüberbrückbaren — und von der englischen Verwaltung Wenns nottut ausnutzbaren — Gegensatz zwischen Hindus und Moslems ganz abzusehen, die Führer selb st sind sich nicht einig. Viele von ihnen sind einsichtige Männer, andere Fanatiker, die zwar, wie Ghandi, durch ihre Massenwirkung der englischen Verwaltung unbequem und selbst gefährlich werden können, aber weder durch ihre persönliche tinantastbarkeit und Reinheit noch durch derbe Forderungen die Tatsache aus der Welt schaffen können, dah sie vorläufig nicht über eine Anhängerschaft verfügen, die in sich selbst eine gewisse Garantie für stetige Verhältnisse gibt,
wenn die Führer durch irgendwelche timstände oder durch den Tod ausgeschaltet werden. Darin aber liegt der Schlüssel des ganzen Problems. England hat Grund, eine allzustarke Belastungsprobe seiner Herrschaft in Indien zu vermeiden, aber es wird auf der anderen Seite nur die Zugeständnisse gewähren, die ihm die Erhaltung dieser Macht zu verbürgen scheinen. Drohungen verfehlen mindestens solange ihr Ziel, als hinter ihnen nicht eine Macht steht, die derjenigen gleichwertig ist, die England aufbieten könnte, und die es auch aufbieten würde,
wenn es um ein Objekt wie Indien geht. Die indische Frage bleibt deshalb noch riesenhaft genug und allein ein Vergleich des Entwicklungstempos der Dor- und der Rachkriegszeit in Indien zeigt, welche Aufgaben der Lösung harren, wenn je in Reu Delhi oder Kalkutta ein englischer Generalgouverneur als dekoratives Oberhaupt einer indischen Verwaltung mit der gleichen Selbstverständlichkeit und aller Machtmittel bar regieren soll, wie in Kapstadt, Ottawa oder Canberra.
Stirnen, Sport und Spiel.
Turngau Hessen (O. T.)
Tagung dcs2.Bezirks.—KreisfestinHanau.
—o— Zu ihrer ordentlichen Iahrestagung waren die Vorsitzenden der Turnvereine des 2. Bezirks (Giehen-Wetzlar-Grün- berg) am Sonntag nahezu vollzählig in G i e - hen zusammengekommen.
Der 1. Bezirksvertreter, tiniversitäts-Dureau- direktor W. Erle (Gießen), leitete die Verhandlungen, die sich mit den mannigfaltigen Detriebs- formen neuzeitlichen Turnens hauptsächlich nach der Richtung ihrer verwaltungsmäßigen Auswirkung beschäftigten. Die Rot der Zeit, die von den Städten auch auf die umliegenden Gemeinden ausstrahlt, löste eine ausgiebige Aussprache über das wirtschaftliche Gebaren des einzelnen Turners, der Vereine und übergeordneten Verbände aus; insbesondere sind auch Unfälle, wie sie trotz Vorsicht und technischer Schulung immer wieder vorkommen, eine ernste wirtschaftliche Frage geworden. Anregungen von der verbandspolitischen Seite her, insbesondere für den Spielbetrieb, sowie das Dedürsnis nach Ortsgemeinschaft in den Gemeinden sollen in entsprechenden Formen weitergebildet werden.
Rach der tumtechnischen Seite sagte Bezirks- turnwart Paul Schüler (Wetzlar) zu, neben der planmäßigen Arbeit in seinen Dortumerstunden auch praktische Anleitung zur Ausgestaltung einer Turnstunde im Dereinsbetrieb, sog. Stundenbilder, zu geben.
Das Winter-Gerätewetturnen wird dem Tv. Heuchelheim übertragen, den volkstümlichen Dezirkswettkampfe.- hält Tv. T r e i s a. d. Lda. für dieses, und R a u- b o r n bei Wetzlar für das nächste Jahr.
Rachmittags hielt Gauoberturnwart Will (Gießen) eine tiebungs stunde für diejenigen Turner und Altersturner ab, die sich bei dem mittelrheinischen Kreisturnfest zu Hanau Ende Juli als Wetturner beteiligen wollen. Als erste Einführung in den reichhaltigen tiebungsstoff war die Versammlung gut besucht und wird sich weiter werbend im Hessengau auswirken, zumal die Pflichtübungen des Kreises als Grundlage für die Gestaltung der Wettkämpfe beim Gäuturnfest zu Kirchhain entsprechende Verwendung finden. An volkstümlichen tiebungen sind Hochsprung, Kugelstoßen und Laufen ausgewählt worden.
Vorsitzendentagung des ».Bezirks.
bpw. Friedberg, 12. Ian. Eines sehr guten Besuches erfreute sich die Vorsihenden- t a g u n g , die für die Vereine des 5. Bezirks i m Turngau Hessen heute hier stattfand. Von den 29 Dezirksvereinen waren 25 vertreten. Außer den Dereinsvorsihenden hatten sich auch Turnwarte und Vorturner in größerer Zahl eingefunden.
Rachdem der Bezirksvertreter, Studienrat Thierolf (Friedberg), auf den Zweck der Veranstaltung hingewiesen, hielt Lehrer Oh- Wald (Bad-Rauheim) einen Vortrag über die Deutsche Turnschule in Berlin. Der Redner nahm vergangenes Jahr an einem Führer
lehrgang an der Turnschule teil und konnte sich bei dieser Gelegenheit eingehend über die größeren Einrichtungen der D. T. unterrichten. Es begegnete lebhaftem Interesse, was Turner Oßwald über den Lehrbetrieb an der Deutschen Turn- schule aus eigenem Erleben mitteilen konnte. Welche Fülle von Arbeit an der Schule geleistet wird, geht daraus hervor, daß seit Eröffnung der Turnschule im Oktober 1928 daselbst schon 52 Lehrgänge mit insgesamt 2453 Teilnehmern durchgeführt werden konnten. Im Dezember letzten Jahres schloß auch erstmals ein sechsmonatiger Ausbildungskursus für Dereinsturnlehrer mit einer Prüfung erfolgreich ab. Die Einrichtungen der Turnschule für den Unterricht, für die Unterbringung und Verpflegung sind vorbildlich, und das Gemeinschaftsleben der Schule zeugt von vorzüglichem turnerischem Geist. Die D. T. besitzt mit ihrer ersten Turnschule (der Bau einer zweiten ist in Leipzig geplant) eine Einrichtung, auf die sie stolz sein darf. Mit unermüdlicher Liebe und Sorge, mit klarem Blick für die Zukunft ist hier ein Werk von großer volks- erzieherlicher Bedeutung entstanden, ein Werk, das Turnerschaft und Volk reichen Segen bringen wird. Bilder, die die trefflichen und gediegenen Einrichtungen der Turnschule veranschaulichten, ergänzten die Ausführungen, für die der Redner dankbaren Beifall fand.
Zu einer anregenden und fruchtbaren Aussprache über die Verwaltungsarbeit in den Vereinen leitete Studienrat Thierolf mit einem Referat über „Die Arbeit der Vereinsleitung" ein. Der erfahrene Turnerführer sprach zunächst mit Worten besonderer Anerkennung von dem wichtigsten und verantwortungsvollsten Amt im Turnverein, von dem des Turn- wärts; er ist der Motor, der das turnerische Leben antreibt. Wenn er technisch auf der Höhe ist, und dazu das rechte Turnerherz hat, dann ist es wohlbestellt um den Verein. Wichtig ist natürlich auch die dem Vorsitzenden obliegende Verwaltung des Vereins, die ein pünktliches Zusammenarbeiten mit den übergeordneten Organisationen erfordert. Der Redner erörterte im einzelnen die Tätigkeit des Vereinsvorsihenden und gab bei dieser Gelegenheit vor allem ausführliche Anweisungen für die Anfertigung der am 15. Januar fälligen Bestandserhebung. Die Aussprache, die den mit lebhaster Zustimmung aufgenommenen Ausführungen des Dezirksver- treters folgte, brachte in wichtigen verbandspolitischen Fragen Aufklärung und Belehrung. Mit wertvollen Anregungen, deren Ausführung von der Versammlung gutgeheißen wurde, trat vor allem Dr. Rau (Butzbach) hervor.
Das Dezirksgeräteturnen findet im März in Bad-Rauheim statt, das volkstümliche Bezirksturnfest wurde dem Tv. Anspach übertragen. Als Termin wurde der 15. Juni bestimmt.
Handball im Turnverein 4846 Gießen.
Nach längerer Pause trugen am vergangenen Sonntag die zweite und die Jugendmannschaft Freundschaftsspiele in Großen-Buseck aus. Die stark ersatzgeschwächte zweite Mannschaft verlor trotz
Bei solchen einzigartigen Fähigkeiten muhte Hans Pfihners E - M o l 1 - S on a t e op. 27 den allerstärksten Eindruck hinterlassen. Die Künstlerin hat sich in die Klangwelt Psihners ganz besonders eingelebt, ja, man wird nicht fehlgehen mit der Annahme, daß hier das Werk völlig dem Willen des Komponisten gemäß seine Klangwerdung erfuhr; denn Pfihner hat der Künstlerin das der Sonate nachfolgende Violinkonzert gewidmet, und sie hat es auch bei der tiraufführung gespielt. Die mit gewaltigen schöpferischen Impulsen erfüllte Sonate erstand in allen ihrxn klanglichen Episoden und Abwandlungen einmal durch die dem organischen Werden angeglichene Temponahme, durch die Weitung des melodischen Bogens und durch die sein durchdachte Abschattierung des Anteiles beider ausführenden Instrumente. Das Ringen des ersten Satzes fand sein Gegenstück im langsamen Mittelsatz mit seiner breiten, getragenen Kantilene auf der O-Saite, mit seinem Zurücksinken in Versonnenheit, seinem Aufwallen, seiner thematischen Verwebung und seinem Verklingen im Flageolett. Das Ganze gipfelte im Finale mit seiner energievollen Spannung und seinem breiten, wuchtigen Ausklang.
Richt minder steht die Künstlerin der Welt Max Regers nahe, und wie sie die Sonate für Violine in D-Moll in ihren einzelnen Teilen aufblühen lieh, das geschah in einer Ratürlich- feit und Selbstverständlichkeit, weil sie dieses Werk geistig wie auch technisch souverän meisterte. Rirgendwo hatte man den Eindruck, als sei diese Darbietung besonders studiert, so selbstverständlich quasi improvisierend und dennoch so vollendet spielte sie das Werk. — Der zweite Teil des Programms gab mit Manuel de Fallas kleiner spanischer Suite eine Probe dieses modernen spanischen Meisters, die einmal, namentlich im letzten Satze, spanisches Rationalmilieu widerspiegeln lieh, und die in ihrer impressionistischen Art mit ihren sublimierten Klangwirkungen in die Rähe Debussys weist. In den drei Händel- schen Stücken zeigte die Geigerih aufs neue ihre strömenden Kantilene mit weitgespanntem Bogen und eine feine differenzierte Vortragsweise. Dem reinen Virtuosentum gewährte sie mit Pablo de Sarasates „Zapateodo" eine Konzession; hier wie auch bei de Falla fiel unbeirrbare Sicherheit im Flageolettspiel ganz besonders auf.
In Dr. Wolfgang S t e ch o w (Berlin) stand . der Künstlerin ein Begleiter zur Seite, der völlig auf sie eingestimmt war und ihr bis zur letzten Regung folgte, und so wurde die Vortragsfolge in einer geschlossenen Vollendung durchgeführt, die keinen Wunsch offen lieh.
Den begeisterten Hörern muhte die Konzert- geberin zwei Zugaben gewähren. Dem Konzert- verein wird dankbar anerkannt werden müssen, dah er eine der bedeutendsten Geigerinnen für Gießen verpflichtete. Dr. H.
Zrauengestalien der Romantik.
Gestern abend sprach in der Aula der tiniver- sität D. Dr. Robert Zilchert, Kirchenrat und Professor in Prag, über Frauenge st alten der Romantik. Diese Formulierung des Themas hätte etwas wesentlich anderes erwarten lassen, als der Vortragende in seinen Ausführungen darbot. Von der geistigen Gestalt der romantischen Frauen war nämlich in dem Vortrag nicht eben viel zu vernehmen; behandelt wurde dagegen die Immoralität der Romantik und int besondem das Trieb- und Liebesleben der bedeutenden Frauen jener Epoche. Rach einer allgemeinen Einleitung und Abgrenzung der Romantik vom Rationalismus und von der Klassik wurden als starke Triebkräfte im neuen sittlichen Weltbilde der Romantiker der Individualismus und der Subjektivismus — eine Erbschaft vom Sturm und Drang her — dargestellt. Zur Illustrierung dessen dienten die kurz (und recht äußerlich) skizzierten Lebensläufe hervorragender Romantikerinnen, d. h. im wesentlichen eine Schilderung ihres Trieblebens und ihrer Ehe. Hier wurden angeführt Karoline Schlegel, August Wilhelms Frau, später mit Schelling verheiratet, bei der sich starke Sinnlichkeit mit starker Geistigkeit verband. Die Schilderung der Dorothea Veit, späteren Frau Friedrich Schlegels, führte zu einer Betrachtung der berühmten „Lucinde", deren schrankenlosen Subjektivismus der Vortragende, im Gegensatz zu Schleiermacher, ablehnte. Besprochen wurden ferner Charlotte von Kalb und ihre Erlebnisse mit Schiller und Jean Paul, und Rahel Damhagen, die „schöne Seele". Erörtert wurde dann anschließend Goethes Verhältnis zur Romantik,was zur Gegenüberstellung der „Wahlverwandtschaften" und der Schlegelschen „Lucinde" und weiterhin zu einem Exkurs über Triebleben und Sittlichkeit führte. Der Vortragende schloß mit einem Hinweis auf das hohe Ethos des „Faust" und einer entschiedenen Ablehnung der Romantik auf Grund ihrer mangelnden sittlichen Größe. — Der Vortrag war sehr gut besucht und fand starken Beifall, obwohl manche Besucher nach der Ankündigung vielleicht doch etwas anderes erwartet haben dürften. — y —


