warmen
Auftakt
M. 8.
wünscht, einmal mlthelfen zu können, daß Heimat- lose eine Heimat fmöen Vielleicht tonnen wu aus diese An wenigstens manchem zu einer „»einen Helmat oerhelsen, denn das ist doch ein Bett , ®‘r Haden es uns |o gedacht Der älteste Sohn oll das Bett schreinern, der zweite soll es in einer schonen Farbe anstreichen, die Kleineren kaufen aus ihren Sparkassen die Farben, die Mutter näht das Bettzeug, und der Soler macht einen schönen Spruch dazu, der auf dem Kopfende oufgemaU wird.
2ch glaube, wir werden selbst viele Freude dran haben, wäre es ja au chnicht ganz richtig. (Ein Bett ijt Jo ein schönes Geschenks Man wundert sich fast, dag man sich unter Freunden fast nie ein Bett schenkt, — wahrscheinlich, weil Leute wie wir immer lchtM ein# hoben. — Ein Seit ist nicht vergänglich wie Essen und Trinken es ist, und ist doch ebenso lebensnotwendig! es wird nicht nyr in seltenen Stunden genossen wie etwa Bücher oder Kunstwerke, es ist nichts, was Geschmacksache ist, — der eine liebt es, der andere macht sich nichts daraus. — Ein Bett dient Leib und Seele, besonders auch der Seele, vergeßt das nicht! Es kann ein guter Freund durchs ganze Leben (ein. Man genießt es, wenn auch unbewußt, mindestens ein Drittel feiner ganzen Lebenszeit Jeder, ob groß oder klein, alt ober jung, arm ober reich, bumm ober klug, kann e» lieben und schätzen. Und fast möchte ich galuben, daß wir Kinder eines heimatlosen Zeitalters außer in liebenden Menfchenherzen noch am ehesten in dem stillen Hafen unsres Bettes das Gefühl von Heimat, Frieden und Geborgenheit finden können.
dazu fein!
Städtische Nothilfe.
Aus der provinziashauvtstadt «Ließen, den 13. Dezember 1930. Oie kleine Heimat.
TDokl iede Frau, die noch In leidlichen Verhältnissen le6t und nicht ein ganz totes, dumme- Ding von Herz in ihrer Brust trag', wird jetzt Stunden haben, wv sie sich den Kops zerbricht: wo- kann man nur tun, um diesem Meer von Glend, Leid und Hofsnung-losigleit zu steuern?
2a, woS kann man tun ? Da sitzt man nun als Mutter einer großen Familie, hat'weder viel Zeit, noch viel Geld, noch betontere Fähigkeiten, fühlt, daß Durchgreifendes, Ungeheures geschehen müh e, und weiß doch nicht wo und wie anfangen. Und doch genügt eS heute nicht mehr, nur in seinen vier Wänden und nur für seine Allernächsten zu leben.
Aus ganz seltsame Weise kam mir in meinen Sloten mein Unterbewußtsein, oder wie man eS nun nennen will, zu Hilfe. AIS ich eines Abends in mein gutes, warmeS Dett stieg, dachte ich (denn ich leite nun schon fast an sozialen Zwangsvorstellungen) Wie gut ist eS doch, ein Dett zu haben, das abends den müden Leib so freundlich auf nimmt! Und wie viele gibt es, die noch z?ßn- mal müder sind alS ich und haben kein eigenes Dett; eS gibt doch ganze Familien, die in \ vn bi« zwei Betten zusammen Hausen, es gibt Mei.ichen, die müssen mit einem Kranken das Dett teilenl Wie muß das fein, totmüde sich hinzulegen, ohne Aussicht auf wirkliche Ruhe und «rntspannung, ungenügend Augctedt, immer durch andere gestört. --Ich schämte mich meines schönen Dcttes
und genoß doch gleichzeitig dankbar seine Wohl- taten. Darüber schlief ich ein.
Was ich nun träumte, kann ich so ganz genau nicht mehr angeben. Jedenfalls enthielt mein Traum die bestimmte Erörterung, ich hätte dafür zu sorgen, daß jeder Mensch in Deutschland ein eigenes Dett hätte!!
Als ich aufwachte, war ich ganz durchdrungen von ter Notwendigkeit dieser Forderung, aber gleichzeitig ganz ratloS, wie ich den Befehl auSsühren sollte. (Diesen Traum einfach zu den Alten zu legen wie andere dumme Träume, war mir leitet nicht möglich, hier hatte zu deutlich mein Gewissen mitgearbeitet.) Aber wie sollte ich es machen? Sollte ich mich auf die Plätze der großen Städte stellen und flammende Reden halten? Aber ich kann ja gar nicht reden, ich habe eine schwere Zunge wie Aaron. Oder sollte ich ebenso flammende Artikel schreiben mit ter Ueberschrift: .Jedem Deutschen sein eigenes Dett?"
Warum eigentlich? Friedrich ter Große oder Ludwig XIV. oder sonst ein König stellte die Forderung, jeder Untertan müßte am Sonntag fein Huhn im Topf haben. Run, als Anhängerin ter modernen Ernährungslehre kommt mir dies Huhn nicht einmal so unbedingt nötig vor, ater I wer will leugnen, daß es unbedingt nötig ist, ein Dett au haben?
Ater ich bin kein großer König, sondern eine kleine Hausfrau, und klein und bescheiden ist ter Ausweg, den mein geplagtes Gewissen fand. Und ich will davon berichten und will dabei hoffen, daß er noch anderen Gewissen zu einem Ausweg werten kann und auf diese Weise doch manchen geholfen wird.
Wir wollen Weihnachten jemand, ter kein eigenes Dell hat, ein solches schenken! Und wenn eS uns möglich ist, wollen wir das jedes Jahr wiederholen, und wenn wir Im Laufe des Jahres jemand begegnen, der dringend ein Dett braucht, so soll das auch an unser Gewissen rühren und wir wollen versuchen, ihm eines zu verschaffen, nötigenfalls unter Mithilfe von anderen.
Mein Mann und ich haben uns immer so ge-
ko«, in Mount Vernon gestorben: — 1849: ter Komponist Konradin Kreutzer in Riga gefierten; — 1911 Roald Amundsen erreich: den Sudpol.
rate» für Montag, 15. Dezember
Sonnenaufgang 7.58 Uhr. Sonnenuntergang 15.51 Uhr. - Mondaufgang. 2.31 Ute. Monduntergang; 13.10 Uhr.
1775: ter Komponist Fran^oiS Adrien Doiel- dieu in Rouen geboren; — 1784: ter Schauspieler Ludwig Devrient In Berlin geboren; — 1832 ter französische Ingenieur Alexandre Gustave Eiffel in Dijon geboren.
Kaust am Platze!
Ein Appell an alle!
Dieter einmal wird gerüstet und hin und her überlegt, wie man ju Weihnachten Freute bereiten kann. Jür den Geschäftsmann bedeutet da» weih- nachtssest eine große geschäftliche Hoffnung nach all den Enttäufchungen, die »hm das Jahr In so über- au» reichem Maße gebracht hat. Er fehl auch auf öie Vortage des diesjährigen Feste» wieder alle Erwartungen, und er wünscht, daß sie nicht enttäuscht werten. Alle Schaufenster leuchten in vorweihnachtlichem Glanze und ziehen die Bilde der vorüber- gehenden auf sich. Mit dem Betrachten und wünschen ter Passanten ist aber dem Geschäft»- mann nicht geholfen. Er muß für seine waren Absatz finden, damit er seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Da» kann ater nur dann geschehen, roenn bet Bürger am platte faaft!
wenn man sich vor Augen hält, welche Vorteile ter kauf am eigenen Wohnort bietet, wird man °uch Im eigenen Interesse nicht in der Großstadt einfaufen. Der Bürger hat an seinem Wohnort die Möglichkeit, seinen wünschen entspre- chend sorgfältig bedient zu werden, da er dem Verkaufspersonal, oder dem Geschäfikmann selbst von früheren Einkäufen her bekannt ist. Der Kunde kennt auch die Leistungsfähigkeit der Firmen. Beim Kauf am platze hat er außerdem die Möglichkeit, einen Gegenstand, der dem Beschenkten nicht zusagen sollte, u m , u t a n - scheu. Richt zuletzt soll man sich ater testen bewußt fein, daß jeder Einkauf am platze der heimischen Wirtschaft zugute kommt und dadurch auch die Kaufkraft te» Publikum» stärkt. Deshalb nochmals: Kauft am plahel
tlornofhrn
~ Tageskalender für Samstag. Stadt- theater: „Goldmarie und Pechmarie", 15.30 bis 18 Uhr. — Der Stahlhelm: Kundgebung, Redner: Oberstleutnant a. D Duesterberg, 20.30 Uhr, in her Turnhalle am Oswaldsgarten. — Gesellschaftsver- ein e. D.: Streichkonzert der Militärkapelle im Club. — GDA.: Weihnachtsfeier mit Ball, 20Uhr auf der Liebigshöhe. - Eisenbahn-Fahrbeamten-' Verein: Hauptversammlung, 20.30 Uhr, im Der- plnslofaL — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 14.30 Uhr: Iugendvorstellung „Ein Tag bei Micky-Maus"; abends: „Delikatessen" und „Kunstschützen". Asto- ria-Lichtspiele: „Schneeschuh-Danditen" und „Der fliegende Bräutigam".
- Tageskalender für Sonntag Stadttheater: .Meine Schwester und Ich", 14 bis 17 Ute und 18 bis 21 Uhr. - Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener: Weihnachtsfeier % Ute, Frankfurter Hof. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße: 11.15 Uhr: Iugendvorstellung .(Sm -Lag bei Micky-MauS"; abends: .Delika- | testen" und .Kunstschützen". — Astoria-Licht- fpiele ,Schneeschuh-Danditen" und .Der fliegende Bräutigam". |
Und nun, ihr mütterlichen Frauen, die Ihr abends eure Kinder in ihre guten Bettchen legt, denkt ein wenig an die Mütter, die ihren Kindern diese einfachste Wohltat einer gesegneten Nachtruhe beim besten Willen nicht erweisen können! Denkt gerade jetzt vor Weihnachten daran Wir gehen vielleicht, sogar sicher, einem sehr schlimmen Winter entgegen. Die Not wird größer sein als je, die Möglichkeit von ober her zu helfen wird geringer sein als je. Es ist klar, daß wir alle, alle Opfer bringen müssen. Wenn ihr Geld habt, so schenkt dieses Jahr vor allem auch denen, die sich selbst die elementarsten Wünsche nicht befriedigen können. Wenn ihr fein Geld habt, so kramt auf Böden und in Schubladen, so findet jid) immer noch manches, was anderen von großem Nutzen sein kann, Schuhe und Strümpfe für bloße Füße, Kleider für schlecht gekleidete und verwahrloste Körper und Betten für solche, die kein Bett haben.
Jedem müden Deutschen ein eigne» Bett! Hal das nicht mehr Hand und Fuß als manche volltönende Wahlparole? Die Parole der tätigen Nächstenliebe, wann wird sie auf neue erschallen und alle und liebenden Herzen zusammenrufen?
Laßt Weihnachten 1930 einen kleinen
Der Oberbürgermeister wendet sich im heutigen Anzeigenteil mit einem Appell an die Bürgerschaft und fordert auf, mit Opierrnut und Gemeinsinn da§u beizutragen, daß die große Rot eine« Teiles unserer Mitbürger gelindert werten kann. Da die öffentliche Fürsorge nicht allein alles leisten kann, was notwendig wäre muß die Bevölkerung um tatkräftige Mithilfe gebeten werden. Spenden nehmen das städtische Wohlfahrtsamt, sowie sämtliche Danken und die Dezirkssparkaste entgegen. Der Aufruf möge bei unserer Bürgerschaft einen starken Widerhall finden!
Daten für Sonntag, 14 Dezember.
Sonnenaufgang. 7.57 Uhr, Sonnenuntergang: 15.51 Uhr. — Mondaufgang: 1.09 Uhr. Monduntergang: 12.57 Uhr.
1546: der Astronom Thcho d« Drahe In Knudstrup geboren: — 1799: George Washing- ton. Begründer der Unabhängigkeit Rordameri-
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— AuS dem Stadttheaterburea« wird uns gcfdjncbcn. Morgen. Sonntag zwei» mal die erfolgreiche Iazzoperette. .Meins Schwester und ich" unter ter Spielleitung tei Intendanten; 14 Uhr al» geschlossene Dorstete lung und 18 Uhr als Fremden Vorstellung — Dienstag zum letzten Male .Kabale und Ökte" unter ter Spielleitung von Walther Bäuerle. — Mittwoch, 15.30 Uhr, erste Wiederholung te» Weihnachtsmärchens . Goldmarie und Pech- marie"; 20 Uhr Erstaufführung der Komödie .Die erste Frau Selby". - Freitag. 20 UteL ebenfalls .Die erste Frau Selby".
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"Straßensperre. Tlitgetellt vom Oberhesst. fchen Automobilklub E. B. (A o D ), Gießen: Di» Provinzialstraße G , e ß e n — R e i s k I r ch e n wird zwischen km 5 und 7 vom 16. bis 20. Dezember für jcglidjen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Annerod.
_ * * DMuseen und der Heldenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet.
*• Oberheffifcher Kun st verein Dl» Weihnachts-Ausstellung „Künstlerhilfe" Im Turmbaus am Brandplatz ist, woraus nachmal» hinge- wiesen lei, auch Sonntags von 15 bis 18 Uhr, Mittwochs von 15 bi» 19 Uhr geöffnet bei freiem Eintritt für jedermann. Ihr Befuch fei nochmal» warm empfohlen.
** (Ein Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11.30 Uhr, durch das Musikkorps unsere« Bataillons bei günstiger Witterung in der Süd- an läge statt Leitung: Obermusikmeister Löb er. Die Musikfolge ist: 1. Choral „Mil Ernst, o Men- schcnkinder"; 2. „Les Prtiudes“, symphonische Dichtung von Franz Liszt; 3. Heeresmarsch I Nr 95 „Marsdi der Kurbrandenburger" von K Zimmer; 4 „Soldatenleben", österreichischer Zapfenstreich von Keler-Bela; 5. Armeemarsch II Nr 205 von W. Voigt.
*• (Enteignung im Eichgärtengebiet. Nach einem Beschluß des hessischen Ministerium» kann dos für den Ausbau der Straße notwendige Eichgärtenaebiet nach Maßgabe der hessischen Verordnung über ein vereinfachtes Enteignungsverfahren zur Beschaffung von Arbeitsmöglichkeit nunmehr enteignet werden.
Fahrplanerweiterung der Straft« p o st l i n i e Gießen — Saunet) ach — Wiß - mar — Krofdorf — Gießen. Mit Wirkung vom Sonntag 14 Dezember, ab wird auf der Kraftpo Hinle Gießen — Launsbach — Wißmar — Ärofbor eine neue, nurSonntags verkehrende Kraftpo t mit folgenden Fahrzeiten versuchsweise eingerichtet: Ab Gießen, Bahnhof, 16.20, Gießen. Neustadter Tor, 16.24, Abzweig Krofdorf 16.30, Launsbach 16.36, Wißmar 16.46, an Krofdorf 16.55. 3n Krofdorf ist Anschluß an eine um 17 Uhr noch Gießen abfahrende Kraftpost, so daß den Bewohnern von Launsbach und Wißmar eine weitere Fohr- gelegenheit von und nach Gießen gegeben. Die um 22.40 von Gießen, Bahnhof, noch Krofdorf verkehrende Kraftpost wird an Sonntagen über Louns- boä) und Wißmar geleitet, wenn sich zur Mitsahrt nach diesen beiden Orten mindestens 10 Personen melden.
* Freie L e h r e r st e l l e. An der Volksschule in Steinfurth, Kreis Friedberg, ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer freigeworden. Eine Dienstwohnung steht zur Verfügung
Weitere cokalnochrichlen im 2 Blatt
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Bei dieser Kraftnahrung gedeihen sie doppelt..?
Junge, lebhafte Menschen verbrauchen
unaufhörlich wichtige Kräfte. Zu ihrem Auf
bau ist fettreiche Nahrung ganz unerläßlich. Wärme und Kraft, Lebensmut und Freude gibt Rama Margarine bei jedem Essen. Milchreich und frisch, duftend und lecker, köstliche Zutat zu jedem Brot ist Rama.
im Blauband
Nicht wechseln, nicht mischen. Am beeten bekömmlich bleibt stet» des eine, kraftspendende Fett. Zum Kochen und Backen, zum Braten und Schmoren nimm Rama im Blauband,


