Ausgabe 
13.12.1930
 
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Das Echo des Filmverbots

Oie Wetterlage.

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Außenpolitik nuftbar macht bevor sia Z. und schädlichen Demonstrationen «-'Z 5 puffen. Hierauf sein Augenmerk 3i£ -3? in unserer Lage doppelt notwendig % Verhältnis zwischen Volk und StaatsMung auch in der auswärtigen Politik herzustellen, wird eine der dringendsten Aufgaben des Reichskanzlers sein

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Mein Mani

Post- und Telegraphenwesen: George Bonnet, Abgeordneter (KabltaQ.

Gesundheitspflege: DueuiUe, Abgeordneter (Radikal).

Ministerpräsident Steeg wird sein Kabinett heute um 10 Uhr dem P räfidenten der Repu­blik vor stellen. Die Regierung wird voraus­sichtlich am kommenden Dienstag vor dem Parlament erscheinen.

Aus aller Wett.

Die Erlanger Burschenschafter gegen einen Tonfilm.

3n den Erlanger Glockenlichtspielen sollte der TonfilmO alte Burschenherrlichkeit" laufen. Etwa 300 bis 400 Studenten hatten die vorderen Reihen im Theater besetzt. Sofort bet Beginn der Borführung setzte ein ohrenbe­täubendes Pfeifen und Sohlen ein. ES wurde stürmisch die A b s etzung des Filme« verlangt, auch wurden Stinkbomben ge­worfen. Die Polizei entfernte die Ruhestörer auS dem Saale, konnte aber gegen die Masse der Stu­denten nichts ausrichten. Erst als das Licht aus­gedreht und die Vorstellung abgebro­chen wur.e, entfernten sich die Studenten, dir noch einen Demonstrationszug nach dem Luitpoldplatz unternahmen, wo ein Student nochmals gegen die Vorführung.des Films Protest erhob.

Schwere politische Schlägerei.

2lm Donnerstagabend kam es in der mecklen­burgischen Stadt -Teterow zu politischen Aus­schreitungen zwischen Kommunisten und Rational­sozialisten. Cs wurde im HotelFürst Bismarck" eine nationalsozialistische Versamm­lung abgehalten, die von den Kommu­nisten gesprengt werden sollte. Es gelang den SA.-Leuten, die Kommunisten aus dem Saale zu entfernen. Auf der (Strafte rissen die Kommuni st en das Straftenpflaster auf und warben Steine gegen die Fensterscheiben und Türen des Lokals. Cs entwickelte sich eine schwere Schlägerei, bei der die Einrich­tung des Lokals zum Teil zerstört wurde. Es fielen auch einige Schüsse. Vier Personen wurden schwer verletzt und muftten dem Krankenhaus zugeführt werden. Zahlreiche Leicht­verletzte wurden von Sanitätern verbunden. Erst gegen 2 älhr nachts war die Ruhe wiederher­gestellt.

müssen.

Das neue französische Kabinett.

Steeg bildet ein Ministerium mitEinschluh der Radikalen.

Paris. 13.De}. (WTB. Funkspruch.) Um 2.20 Uhr früh, also 3.20 Uhr deutscher Zeit, war das Ministerium Steeg endgültig gebil- d e t worden. Die havas mlttellt, fetzt sich das Ka­binett wie folgt zusammen:

Rlinisterprasidium und Kolonien: Steeg, Sena­tor (Radikal).

Inneres: Leygues. Abgeordneter (Linksrepu- blikaner).

Justiz: LHLroa, Senator (Radikale Vereini­gung).

Auswärtiges: vrtand. Abgeordneter (Sozial- republikaner).

Finanzen: Germain Martin, Abgeordneter (Radikale Linke).

Budget: p atm ade, Abgeordneter (Sozial­republikaner).

Krieg: Louis v a r t h 0 u, Senator (demokra­tische und radikale Vereinigung).

Marine: Albert S a r r a u t, Senator (Radikal).

Oeffentlicher Unterricht: Ehautemps, Abge­ordneter (Radikal).

Oeffentliche Arbeiten: Daiadier, Abgeordne­ter (Radikal).

Rationale Wirtschaft (handel und Industrie):

L 0 u ch e u r , Abgeordneter (Radikale Linke).

Landwirtschaft: Victor Borel, Senator (demo­kratische und radikale Vereinigung).

Arbeit: Grinda, Abgeordneter (Linksrepu- blifaner).

Pensionen: Thoumyre. Abgeordneter (Links- republikaner).

Luftfahrt: painievS, Abgeordneter (Sozial- repubtikaner).

Handelsmarine: Danltlou, Abgeordneter (Ra­dikale Linke)

wenn man hinter die Gedankengänge der eng­lischen Regierung zu kommen sucht, die einen völligen Umschwung in Englands Haltung zum Abrustungsproblem bedeutet. Roch im Sep­tember hatte Henderson, der Außenminister des Labourkabinetts, persönlich in Genf in einer großen und sehr beachteten Rede erklärt, daß England seine Unterschrift zu irgend welchen neuen Verträgen und Konventionen von der gleichzeitigen Durchführung der Abrüstung abhängig machen werde. Kaum je­mals wurde Englands Wille, sich mit aller Ent­schiedenheit für den Abrüstungsgedanken einzusetzen, so eindeutig kundgetan. Um so mehr mußte die Schwenkung überraschen, die wenige Wochen später Englands Delegierter in der Abrüstungskommission vornahm, übrigens jener selbe Lord Robert Cecil, der seinerzeit aus dem konservativen Kabinett aus- schied und sein Mandat als Völkerbundsdelegierter niederlegte, weil ihm Chamberlains Abrüstungs- Politik zu zaghaft und schwankend erschien. Cecil hat offenbar die Instruktion erhalten, der franzö­sischen Politik in Genf, die auf eine Sabotage der Abrüstung hinauslief, hinfort keine Schwierigkeiten mehr zu machen. Damit ist England, das seit den Tagen des frankophilen Chamberlainkurses stets zu­mindest das Gleichgewicht zwischen dem französi­schen Block und der Gegenseite zu halten bestrebt war, kraß und unzweideutig aus dieser Linie ge­wichen. Der Grund dafür liegt wohl in Englands Besorgnis um das Schicksal des Londoner Flottenabkommens, dessen Aufrechterhal- tung für England eine Lebensfrage bedeutet, das aber durch das Scheitern einer französisch-italieni­schen Verständigung in feinem Bestand bedroht ist, wenn Frankreich nun sich in seinem Flottenbau freie Hand oorbehält. Hier zeichnen sich in bedroh­lichem Maße bereits die ersten Umrisse einer neuen französisch-englischen Entente ab, die sich einmal gegen Italien kehren könnte, zum andern aber auch gegen Deutschland, sobald dieses seinem jetzt laut werdenden Revisionsverlangen ein­mal konkretere Formen geben würde. Das ist der wenig erfreuliche Aspekt, den der Schluß der Gen­fer Abrüstungsoerhandlungen auf die weltpolitische Lage eröffnet, und der nicht hoffnungsvoller wird durch die sehr laue und abwartende Haltung A m e- ri f as, dessen Interesse an der Landabrüstung ausgesprochen mäßig ist.

Wenn in Deutschland Stimmen laut geworden sind, die die Abberufung des deutschen Dele­gierten aus Genf verlangten, weil Deutschland sich nicht zur Rolle eines Statisten herabdrücken lassen dürfe auf einer Bühne, auf der es doch nichts aus­zurichten vermöge, so wäre das wohl eine Demon­stration gewesen, die uns jedoch praktisch lediglich der Möglichkeit beraubt hätte, vor dem Forum der Abrüstungskonferenz selber unsere Forderung aus dem Versailler Diktat zu vertreten und, sollte auch diese Konferenz, was anzunehmen ist, an dem Widerstand Frankreichs und der intransigenten Hal- tung Englands scheitern, unsere volle Hand­lungsfreiheit wiederzuerlangen. Wir glauben, daß dieses Ziel einige Geduld wert ist. Dazu gehört jedoch genau so wie in der Behandlung der Re- visionsfrage die feste und ruhige Hand einer Staatsleitung, die Vertrauen erweckt und zielsicher und unbeirrt die gewaltig aufgeweckten Dolksleidenfchaften aus den Niederungen Partei- politischer Agitation rettet und einer fruchtbaren Außenpolitik nutzbar macht bevor siaZ.' -Mosen

ten Pazifismus zu betauten. Der .Petit Pari- flen betont, daß die von der Oberprüfstelle an­geführten Gründe jeder Grundlage entbehrten. Die Deutschen, die den Krieg mitgemacht hätten und die den Film gesehen hätten, seien sich über die wahrheitsgetreue Wiedergabe vollkommen einig. Was den moralischen Wert der deutschen Armee anlange, so habe ein 51 Monate langer Kampf in feinem Lande Europas dazu geführt, ihn je­mals in Zweifel zu stellen.

Die Meinung in London.

London, 12. Dez. (WTB.) Die Morgenblätter bringen eingehende Berichte über die gestrige Ver­handlung der Filmoberprüsstelle über den FilmIm Westen nichts Neues". In den Kommentaren wird das Verbot des Films, mehrfach als ein Sieg der Nationalsozialisten . bewertet. Das sagt z. B. derDaily Herold". Das meint auch der Korrespondent derTimes", der das Verbot als eine Ermutigung der Extremisten be­dauert, die jetzt wie erwartet, eifrig tätig sein wür­den, unter der jüngeren Generation für die Glori- fizierung des Krieges zu propagieren. Der Film sei nur ein Vorwand für eine politische Demonstration gewesen. Selbst die nationali­stische Presse hätte wenig Einwände gegen den Film selbst erhoben. (?) Wenn behauptet würde, daß die ausländischen Fassungen des Films deutschfeind­licher gewesen wären, so träfe dies auch auf a n bete Filme, wieWings" undDie große Pa- rode" zu. Die Entscheidung stehe in scharfem Gegensatz zu der Haltung der preußischen Regie- rung, denn Herr Severing habe doch gesagt, daß er in dem Film nichts Deutschfeindliches sehen könne. Oer Gtahchelmfilm verboten. Obwohl keinerlei Bedenken der Sachver­

ständigen. Beschwerde bei der Film- obci Prüfstelle.

Berlin, 12. Dez. (TU.» Die Pressestelle des Stahlhelms teilt mit: -am Freitagvormittag hatte sich die F i l m p r ü f st e l l e in Berlin mit dem Film zu befassen, der vom 11. Reichsfront­soldatentag in Koblenz hergestellt wor­den war. Rach Vorführung des Films gaben die Vertreter der beteiligten Ministerien ihre Gut­achten ab. Zunächst äufterte sich der V e r t r e t e r des Auswärtigen Amtes dahin, daft eine Gefährdung unserer Beziehungen zum Ausland durch den Film nicht vorliege, da er lediglich einen Bericht über ein Ereignis darstelle, über das im Auslande bereits ausgiebig in Wort und Bild berichtet worden sei. Anschließend äufterte sich der Vertreter des Reichswehrmini st e- riums, der gleichfalls erklärte, daß gegen den Film keine Bedenken vorliegen, zumal irgendwelche militärische Hebungen nicht gezeigt würden. Schließlich erTärtö der Vertreter des Reichsinnenministeriums, der Film zeige lediglich Bilder eines erlaub­ten Aufmarsches ohne jede ketzerische Tendenz. Eine Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung sei daher n i ch t zu befürchten.

Rach dreiviertelstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende der Kammer, in der u. a. als Bei­sitzer fungierten die Herren Schlesinger, Gold­schmidt, Faber und der Sozialdemokrat Döscher, den Deschluft: Die Aufführung d.s Films ist ver­bot e n. In der Begründung heißt es, der Film sei geeignet, die öffentliche Ruhe und Ordnung zu gefährden. Ebenso gefährde er die Beziehungen Deutschlands zum Auslande, da man im Auslande aus den im Film gezeigten Bilderndie mili­tärische Bereitschaft Deutschlands zum Kriege erkennen" könne.

3m Anschluß an die Begründung des Beschlus­ses teilte der Vorsitzende der Kammer, Re­gierungsrat Dellinger, mit, daß er selbst Be schwe r de gegen diesen Beschluß der Kam­mer einlege, da dieser Beschluß in starkem Gegen­sätze zu den Gutachten der Sachverständigen gefällt worden sei. Dieser Beschwerde schloß sich der Ver­treter des Stahlhelms an, so daß sich nunmehr die Film-Oberprüf stelle mit der Frage der Zulassung des Stahlhelm-Films wird beschäftigen müssen.

da Italien selber finanziell schwerlich in der Lage wäre, seine Rüstungen zur See auf den Stand Frankreichs Au bringen. Es seufzt ohnehin schwer unter dem Druck der großen Heeresausgaben, die in der augenblicklichen wirtschaftlichen Krisenzeil na­türlich Doppelt drückend empfunden werden. Ita­liens Bündnissystem, mit dessen Hilfe es seine um­fangreichen Forderungen gegenüber Frankreich eines Tages hofft durchsetzen zu können, zeichnet sich immer deutlicher ab. Aber es sind zumeist selbst arme Schächer, die aus eigener Kraft kaum in der Lage sein werden, große Rüstungen auf die Beine zu stellen und von Italien schwerlich ausreichende Subsidien zu erwarten haben, während bas reiche Frankreich die Rüstungen seines östlichen und süd­östlichen Bundesgenossen großzügig finanzieren kann. So hat Italiens ideales Streben nach Rü­stungsausgleich genau so sehr reale Hintergründe, wie Mussolinis wenigstens theoretisch wohlwollende Haltung gegenüber emem deutschen Verlangen nach Revision der Verträge.

Italiens Politik in Genf wird noch begreiflicher,

Oie letzte Reichstagssihnng.

Grubenkatastrophe und Winterbeihilfe.

Berlin, 12. Dez. (V. D. Z.) Auf der Tages­ordnung der letzten Deichstagsfitzung ftanb der Ausschuftbericht über Hilfsmaßnahmen aus An- laft der Grubenkatastrophe z u Als­dorf.

Abg. Dr. Ley (Rats.) bezeichnet als eine der Ursachen der Alsdorfer Grubenkatastrophe die große Ausbeutung und Ueberanftrengung der Bergarbei­ter. Das Ausbeutungssystem auf dieser Grube gehe so weit, daß als Rettungskolonnen nicht die geschul­ten Bergleute in die Grube geschickt wurden, son­dern ungeschulte Bauernsöhne und Landarbeiter, die bann bei den Rettungs­arbeiten s e l b st verunglückt sind, weil sie keinen geschulten Führer hatten. (Hört! Hört!) Die schlimmen Zustände Im deutschen Bergbau sind eine Folge der Auslieferung der deutschen Gruben an bas französische Kapital. Der französische Kanonen­könig Schneider-Creuzot ist ber eigentliche Beherr­scher ber Gruben des Wurm-Reviers. Diese Fran­zosen, nach deren Meinung 20 Millionen Deutsche zuviel auf der Welt sind, haben doch kein Interesse am Leben deutscher Bergarbeiter. Die eigentlichen Mörder von Alsdorf sind die Tributpolitiker in diesem Hause.

Abg. Kuhnen (Zentr.) erklärt, die Ratio­nalisierung im Bergbau ist Übertrieben worden auf Kosten der Gesundheit und Sicherheit der

Die Deutsche Liga f st r Menschen­rechte hat im Anschluß an das Verbot des Remarque-Films eine Vorstcmdssihung abgehal­ten, in der der Meinung Ausdruck gegeben wurde, daß nicht der in der ganzen Welt auf­geführte Film, sondern sein Verbot für Deutschland das deutsche Ansehen im Auslände gefährde, indem es das deutsche Volk als Trä­ger eines neuen Militarismus erschei­nen lasse. Die Deutsche Liga für Menschenrechte erwarte von allen freiheitlichen und kriegsgegne­rischen Organisationen Deutschlands nachdrück­lichste Abwehr dieser schweren Schädigung. Die Liga selbst werde demnächst in öffentlichen Kund­gebungen zu der Angelegenheit Stellung nehmen.

Pariser Blätter.

Par i s, 12. Dez. (WTB.) Einige Korrespon­denten französischer Zeitungen nehmen gleichfalls zu dem Verbot Stellung, so »Par is Midi", der in dem Verbot die Bestätigung eines Sieges der Hitler-Extremisten und'der Alldeutschen sieht. Diesen habe der Film mißsallen, weil er pazi­fistische Tendenzen zeige und nicht genügend ben Krieg verherrliche. Wenn man den Hitler-Leu- ten ihren Triumph lasse, so müsse man auch die Bestürzung seststellen, die im republikanischen La­ger herrsche, weil man dort mehr als anders we­gen der Rückwirkungen im Auslande besorgt sei. Auch der »Matin" schreibt von einem ersten Sieg, den der Hitler-Terror in Deutschland nach den Septemberwahlen davongetragen habe. Der »Petit P a r i s i e n" sagt, es scheine, daß die Regierung Kundgebungen der Anhänger Hitlers gegenwärtig fürchte, was zum Teil das Zurück­ziehen vor einigen Tausend Störenfrieden erklä­ren könne, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Vorführung eines wahrhaften Filmes mit pazifistischen Tendenzen nichts einzuwenden habe. Außerhalb Deutschlands werde das Verbot kaum verstanden werden in einer Zeit, in der die deutschen Minister nicht verfehlten, sich in allen ihren Reden zu einem glühenden und überzeug-

Mititärausstan- an der spanischen Rordgrenze.

Anscheinend nur von lokaler Bedeutung.

Madrid, 13. Dez. (WTB. Funkspruch.) 3n einer amtlichen Mitteilung heißt es: Gestern vormittag hat die Garnison des Grenz- plahes 3aca (in den Pyrenäen), in Ver­bindung mit anderen Elementen, die Haltung einer regelrechten Cmpöruna eingenommen. Da die Militär- und die Zivilbehörden, sowie die Gendarmerie und die Karabiniers den An­schluß an die Bewegung ablehnten, kam cs zu einem Zusammenstoß, worauf der Bürger­meiste- mit der Gendarmerie und den Kara­biniers sich nach der Kaserne der letzteren zu­rückziehen mußte. Die Aufständischen bemächtigten sich der Lastkraftwagen und der Automobile, die sie fanden, und marschierten am Rach­mittag nach der Provinzhauptstadt H u e s c a. Sie wurden jedoch von Kräften, die den Engpaß von Aycrbe (ungefähr 25 Kilometer nordwestlich Huesca) besetzt haben, in ihrem Vor­marsch aufgehaltem Die Regierung hat so­fort die erforderlichen Maßnahmen ergriffen und den Vormarsch auf 3 a c a angeordnet. Der Auf standst ersuch bleibt vollkommen örtlich be­schränkt, überall in Spanien herrscht Ruhe. Die Regierung ist entschlossen, die Schuldigen unbarm­herzig zu bestrafen.

Rach einer ergänzenden Meldung des DureauS Havas aus Hendaye bestätigt sich, daß die Er- Hebung der etwa 1500 Mann starken Garnison 3aca ausgebrochen ist. Mehrere hundert Militär» unb Zivilpersonen versahen sich in den Wafsendepots der Stadt mit Waf­fen und zogen am späten Rachmittag auf Last­autos nach HueSca. Der MiUtärgouverneur von

Huesca, General LaS Heras, und sein Ad­jutant, die mit einer Abteilung Zivilgarde nach 3aca aus gebrochen waren, um sich über die Lage zu informieren, sollen von den Aufständi­schen gefangen genommen und gezwun- wvrden sein, an der Spitze der aufständischen Ko­lonne zu marschieren. 'Der Bischof von 3 a c a soll sich gleichfalls unter den Geiseln be­finden. Die Aufständischen sollen abends vor Huesca ein getroffen sein und ein Gefecht mit Rogierungstruppen bestanden haben, in dessen Verlauf ein Major und ein Leutnant der Zivil­garde gefallen seien. Mehrere Garnisonen in Rordspanien sollen alarmiert worden sein. Gerüchtweise verlautet, daß auch der Flieger- major Franco, der kürzlich aus dem Madrider Militärgefängnis geflohen war, an dem Aufstand beteiligt ist.

Arbeiter. Das ist kein Arbeiten mehr tm Berg­bau, das ist ein Rennen und 3agen nach Kohle, wie es kein anderer Betrieb kennt I 3n dies«: Zeit sollten die Bergbauunternehmer nicht mit Lohnabbauplänen kommen. Die KohlenPreiS- senkung kann ohne Lohnabbau getragen werden.

Es folgt die Beratung des kommunistischen An­trages auf Auszahlung einer Winter­beihilfe an Erwerbslose, Sozial- und Klein­rentner, sowie alle Fürsorgeberechtigten. Der Reichshaushaltsausschuh schlägt die Ableh­nung des Antrages vor.

Abg. Gerne in der (Rat.-Soz.) erklärt, es fei ganz unverständlich und unverantwortlich daß oer durchaus berechtigte Antrag der Kommunisten abgelehnt werde von Parteien, die sich christlich nennen. Die Aermsten der Armen, die als Opfer der verfehlten Wirtschaft und Politik auf der Straße liegen, dürften nicht Man Weihncvchtsfest ohne jede Hilfe bleiben. Deshalb verlangen wir die Verwirklichung des Wortes »Erst Brot, barm Reparationen!" Die Mieten werden gesteigert, die schassenden Menschen und Frontkämpfer müssen in elenden Löchern Hausen.

Der Ausschußantrag auf Ablehnung der von den Kommunisten beantragten Winierbeihilse wird mit 284 gegen 183 Stimmen der Kommunisten, Rationalsozialisten. Deutschnationalen ^und des Landvolks angenommen.

Präsident Loebe schlägt vor. die nächste Sitzung nach den Weihnachtsferien am 3. Februar 19 31 abzuhalten und die Festsetzung der Tages­ordnung dem Präsidenten zu überlassen. Der Vor­schlag des Präsidenten wird angenommen.

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In ben gestrigen Nachmittagsstunben hat die Warmluftwelle an ber Südseite ber Norbmeer- ftörung durch ihr Emporschieben über die vorge­lagerte Kaltluft Niederschläge in Form von Schnee gebracht. Eine zusammenhängende Schneedecke in der Niederung von 3 bis 4 Zentimeter und im Vogelsberg bis zu 15 Zentimeter hat sich dabei gebildet. Der Nachschub milder Luft ist noch nicht beendet, so daß vorerst Niederschläge, welche in tieferen Lagen schon in Regen übergehen, zu er­warten sein durften. Wenn auch bereits über den britischen Inseln die Winde mehr über Westen drehen, b. ft. kühlere, maritime Luft zufließt, so werden bei uns die Temperaturen erst noch die Umkehr zum Anstieg erfahren.

Aussichten für Sonntag: Neblig-trübe, später mehr wechselnd bewölkt, zeitweise Nieder­schläge, im ganzen etwas milder.

Amtliche Wivterfporlnachrichken.

Vogelsberg,Hohe rodskopf: 'Hebel, 3 Grad Celsius, 11 cm Pulverschnee: Ski unb Rodeln gut. Herchenhainer Höhe: Nebel, 4 Grab Celsius, 10 bis 15 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln gut.

Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Leich­ter Schneefall, + 2 Grad Celsius, 19 an Firnschnee; 6h gut, Rodeln mäßig.

Opposition gegen das $i mverbot.

Brauns Eindruck vom Remarque Fttm.

Berlin, 12. Dez. (TU.) Einem Berliner Pressevertreter gegenüber äußerte sich der preu­ßische Ministerpräsident Braun über den Ein­druck, den er bei der Vorführung des Films 3m Westen nichts Reues" empfangen habe, folgendermaßen:3ch bin jetzt noch, 24 Stunden später, auf das tiefste erschüttert unb stehe noch völlig unter dem starken Eindruck dieses Filmwerkes. Hier wird gewiß nicht die Gesamt­heit der Greuel und Schrecken des Krieges ge­zeigt. Denn das darzustellen in all seinen Aus­wirkungen und Begleiterscheinungen, würde auch dem größten Filmmeister nicht gelingen. Aber wir sehen doch einen Teilausschnitt, der in seiner Wahrheit und ungeschminkten Darstellung jeden Zuschauer packt.

Rach meiner festen Lieberzeugung und nach meiner völlig unbeeinflußten Empfindung habe ich nichts gesehen, was man als Deutscher, der sein Vaterland liebt und sein Ansehen in der Welt verteidigen und mehren möchte, ab­lehnen muß. Dieser Film richtet sich nirgends gegen Deutschland, gegen das deutsche Volk oder gar die deutsche Armee, die vielmehr in ihren fast übermenschlichen Lei st ungen und ihrer hingebenden aufopfernden Tapferkeit gezeigt wird. Wie die Auf­führung dieses Filmes dem Ansehen Deutschlands schaden soll, ist mir unerfindlich. Das Ansehen Deutschlands in der Welt scheint mir beeinträch­tigt dadurch, daß dieser Film, der eine einzige große, schwere und berechtigte .Anklage gegen den Wahnwitz des modernen Krieges darstellt, und lediglich geeignet ist, einer kriegshetzerischen Agitation Abbruch zu tun, in Deutschland nicht mehr gezeigt werden darf. Ein Volk, das die Wahrheit nicht mehr verträgt, gibt sich selbst auf.

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