Ausgabe 
13.2.1930
 
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Nr. 57 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 15. Zebruar 1930

Me ZrandlMrophe des Llosddampsers Machen" im Sälen von Aenyork

DasGrößere Frankreich".

Don Otto Eorbach.

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den schwarzenBarba-

Wissenschaft verstehen konnte. Bald verging aber dem Direktor sein überlegenes Lächeln: der Leib­arzt des Königs, ein Europäer noch dazu, erklärte nach gründlicher Untersuchung des Kronprinzen, daß von einer Blinddarmentzündung in der Tat nicht die Rede sein können. Der Junge hätte wohl Hals­entzündung, sei aber sonst vollkommen gesund. Und als dann der erste Blinddarmspezialist von Paris dieselbe Meinung äußerte, dachte der Direktor nicht mehr daran, Dfort Atta auszulachen. Im Gegen­teil: er versuchte krampfhaft, den erbosten König zu beschwichtigen. Was ihm aber nicht gelang. Osort Atta schlug abermals Krach. Mit einem kaum erwar­teten Erfolg. Man konnte einwandfrei feststellen, daß der französische Arzt des Knabeninternats im Ver­lauf eines einzigen Jahres nicht weniger als sieb­zehn Zöglinge einer Operation unterzogen batte. Siebzehn gesunde Jungens Und daß der Direk­tor genau fünfzig Prozent der gepfefferten Aerzte- rechnungen in die Tasche steckte. Er wanderte mit­samt dem gewissenlosen Mediziner ins Kittchen. Und Sir Dfort Atta, der die Blinddarmepidcmie iobru­tal" entlarvte, hat seinen Glauben an die Zivili­sation (zumindest an die der französischen Pädago­gen!) ein für allemal verloren ...

Aus dem Amtsverkündigunqsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt 71 r. 11 vom 11. Februar enthält: Das Feuer- löschw.'sen im Kreise Gießen. Wiesenrundgänge im Frühjahr 1933. Das Beschneiden der Hecken. Dienstnachrichten.

Der Zwergneqerköniy.

In Zentralofrika, zwischen dem Repoko und dem Oberlauf des Aruwimi, lebt ein schwarzes Zwerg­volk. Es heißtAkka Wambutti" Die durchschnitt­liche Körperhöhe beträgt 135 Zentimeter. Die Leute sind eben klein. Klein, aber oho! Zumindest ihr Herrscher, Seine Majestät Sir Osort Atta. So gro­tesk es auch klingen mag: der kleine König hat er­reicht, von seinem großen Kollegen Georg von Eng­land zum Ritter geschlagen zu werden Anläßlich sei­nes vor einigen Jahren erfolgten Besuches in Lon-

Dben: LloyddampferMünchen" (13 483 Tonnen).

Unten: Zier JtaudHalon bei-München". Der (fcfetlfdmfisraum berMünchen-,

blieb: der Ouaderbau auf achteckigem Riß. Das, was die stärkste Seele ihrer Zeit ersann. Das Gleich­nis ewigen Willens ..

Und daß er diese Höhe wählte! Unendlich ist der Umblick .. Und uferlos, wo er das Meer erreicht .. Flut Küste Städte Oelbaumwälder Weide­triften, anschwellend an die Grundmauern. Ab­schwellend: Weidetriften Oelbaumwälder Dör­fer Gehöfte Talmulde. Und dann die Berge, steiler und steiler hinan gegen die ferne Basilikata, gegen das ferne Kampanien. Plötzliche Vision, indeß ich atme, schaue, schaue, Ströme dieser Bergluft trinke: dies ganze Land in Mandelblüte unter den Augen des Kaisers . An einem Märzabend .. Am Fenster er, dort, über dem Eingangstor, am Fen­ster des oberen Geschosses: vergessend, eine Minute lang, die Lost der Welt, die auf ihm lag, im Duften seiner Mandelblüten .

Rach Stunden Rast nun heimwärts. Durch son­nigen Rachmitag nach A n d r i a. Rach Canosa hinüber, dem hellenischen Kanysion hieß es: eine gewaltige Siedlung. Apuliens größte Stadt im dritten und zweiten Jahrhundert. Berühmt durch seine Vasen .. Auch sie wird uns Tarent noch zeigen. Was uns hier lockt, ist ein vergessener Heldenname: der Name Boemunds, der des großen Guiskard Sohn war. Seitlich vom Kuppelturm ist ihm ein Grabmal errichtet. Auch hier, was bannt: nur der geformte Raum. Eine schöne Bronzetür mit feiner Ziselierung führt in das schlichte Rund. Boemunds Blut fließt in den Adern Friedrichs, dessen Mutter dein Geschlechte Guiskards entstammte. Schatten weht zu Schatten, der Sarazenenbekämpfer der Kreuzzüge zu dem Sarazenenfreund, der mit dem Papst auf Tod und Leben rang .. O Wahn der Ziele! Wie einer sich erfüllt, ist seine Größe. Daß er sich selbst getreu sei, Vorbedingung.

Im Westen blutete das letzte Abendrot. Wir schieden aus dem Dämmer des Domes, aus dem strengen Zauber der Marmorkanzel und des Bischofs- stuhles. Und kehrten schweigend über Barletta in rascher Fahrt nach Trani heim

Raffe, für deren Fühlen und Denken Paris den Mittelpunkt der Welt bedeutet. In dem Maße jedoch, wie die kolonisatorischen Aufgaben Frank­reichs es mit sich bringen, die viel fremd­artigeren Devölkerungsmassen Mittel- und West­afrikas für Wehr- und öffentliche Arbeitszwecke in Anspruch zu nehmen, muß die Gefahr wachsen, daß imGrößeren Frankreich' schließ­lich viel mehr Franzosen Verne gern, als Reger zu Franzosen wer den. Diese Gefahr wird gesteigert dicrch die unwiderstehliche Ausbrcituna s c 8 Islams über die ganze Rordhalfte Afrikcs der die verschiedenen ein­heimischen Stämme immer mehr zu einer Ein­heitsfront gegen jeglichen Imperialismus euro­päischer Kolonialmächte zusammenschweißt.

Das erfordert wieder die Ausbildung tech­nischer Hilfskräfte aus den Kreisen der Einheimischen. Man kann auch die jetzt öden Gegenden im Umkreise von Timbuktu nicht m einAegypten" verwandeln, ohne die Einge­borenen zu nötigen und dazu zu erziehen, den Boden sorgfältig zu bebauen. Für die franzö­sische Verwaltungspraxis in diesem Teile Afrikas ist es bezeichnend, daß die Kinder ai£ wilden Ehen zwischen Weißen und Farbigen vom Staate übernommen und auf einer dafür errichteten Anstalt in Bamako erzogen werden. Aus den Knaben macht man Beamte, aus den Mädchen in der Regel Hebammen.

Zweifellos befindet sich die Entwicklung m Tunis, Algier und zum Teil auch in Marokko auf dem besten Wege, dem Ideal einesGröße­ren Frankreichs" zu entsprechen. Freilich hat der französische Staat bis 1925 in Marokko allein für Eisenbahn-, Straßen- und Hafenbauten Sum­men aufgewandt, die etwa einem Aufwande von zweieinhalber Milliarde Mark entsprechen. Die fortwährende Zufuhr neuen französischen Blutes fördert die Entwicklung einer ein - heitlichen französisch-afrikanischen

dvn Wobei er große Geschäfts mit England tätigte. Nun ist Herr Dfort Atta nicht nur der einzige in Mitteleuropa geadelte afrikanische König, sondern gleichzeitig der Generaldirektor derAkka Limited", der von ihm ins Leben gerufenen Diarnantenver- wertungsgesellschaft, die für den Leiter und Chef des Aufsichtsrates nicht zu unterschätzende Dividenden ab­wirft. Der geschäftstüchtige und durchauswestlich" denkende Zwergnegerhäuptling leistet sich und seinen Familienangehörigen natürlich jeden Luxus der so­genannten Zivilisation und sorgt großzügig dafür, daß sein Erstgeborener sich rechtzeitig die kulturelle Ueberlegenheit aneigne, die zur Regierung der Zwergneger in Zentralafrika wohl unerläßlich ist. Der kleine schwarze Kronprinz wird in einem Pa­riser Feudalinstitut für die Söhne der besten Ge­sellschaft vorbildlich erzogen, und soll dereinst das Volk des Sir Dfort Atta radikalmodernisieren". Bis dahin ist aber noch lange Zeit. Vorläufig sollte der Jüngling einer Blinddarmoperation unterzogen werden. "Der Tag des ärztlichen Eingriffs war be­reits festgesetzt, als der Vater urplötzlich in Paris auftauchte. Er besuchte natürlich den Sohn. Er wollte einfach nicht glauben, daß dieser an einer Blind­darmentzündung erkrankt sei und schlug mächtig Krach:Diese Krankheit ist in unserem Lande unbe­kannt. Kommt gar nicht in Frage, der Arzt der An- ...... ' Der Herr Direktor

Die Vorverhandlungen für die große Flot- lenkonferenz in London haben bewiesen, daß das Maß der französischen Seerüstungen in «rster Linie bestimmt wird durch die Sorge um die Sicherung ungestörten Verkehrs zwischen dein eigentlichen Frankreich und seinen nordafrikanischen Kolonien, die man in Paris nicht als solche, sondern als Pro, rinzen desGrößeren Frankreich" «ufgefaßt wissen will. Als Sdeal schwebte eine solche Erweiterung des Begriffes Frankreich vielen Franzosen schon vor dem großen Kriege vor, aber erst seit dem Frieden von Versailles ist die praktische Politik der Pariser Regierung mit größtem Rachdruck unmittelbar auf vollstän­dige Eingliederung der nordafrikanischen Besitzungen in den französischen Staatsorganis- vius gerichtet.Deutschland", erklärte Poin- < a r c im Sinne dieses Strebens am 16. Septem- fccr 1923 in Breuilles,sucht unsere wertvollen, treuen, schwarzen Truppen vor der Welt zu dis­kreditieren, weil es nicht wünscht, daß wir eine Ration von 100 Millionen sind." Fran- zösisch-Rordafrika soll ebenso einen Teil Frank- leichs bilden wie Korsika. Wenn von den übrigen Kolonien nicht das gleiche gelten soll, so nicht deswegen, weil man ihre Bevölkerung nicht für fähig hielte, französische Vollbürger abzugeben, sondern weil sie zu entlegen sind. Man rechnet eben damit, daß Frankreichs Seegeltung auch in Kriegszeiten gestatten wird, mit den nord­afrikanischenProvinzen" so zu verkehren, als wenn man nicht durch das Mittelländische Meer von ihnen getrennt wäre.

Rasfenunterfchiede haben für die fran­zösische Politik nie eine besondere Rolle gespielt. Seine geographische Lage zwischen den Alpen und den Pyrenäen machte Frankreich zu einem Sammelbecken für Angehörige der nordischen vnd der Mittelmeerrassen, deren Pigmentierung in vielen Ruancen zu der der auch noch ziemlich Hellhäutigen Rordafrikaner sanft überleitet. Es ist bezeichnend genug, daß die französische Sprache jjar keinen treffenden Ausdruck für den Begriff desFarben-Problems" kennt, sondern ihn nur umschreiben kann. Die französischen Kolonisten in Marokko, das dicht vor den Toren des eigent­lichen Frankreich liegt, kamen mitEingeborenen" in Berührung, die eher der weihen als der schwarzen Rasse zugerechnet werden können.

Das ganze Derwaltungssystem. in den fran­zösischen Besitzungen in Rordafrika ist darauf eingestellt, keinerlei Rassengegensah gelten zu lassen und die Einheimischen zu französi­schen Patrioten zu erziehen. Durch Dor­schiebung von Pionieren sucht man die französische Kultur von der Küste aus immer weiter nach Süden vorzutragen, um auch die Bevölkerung Aeguatorialafrikas für sie zu gewinnen. Seit der Zeit, wo Lord Salisbury gegenüber Landsleuten, die sich durch die französische Aus­breitung in der Sahara beunruhigt fühlten, bc- Ichwichtigend meinft, England könne den gallischen Hahn dort getrostim Sande scharren" lassen, Imt die moderne Verkehrstechnik auch die afrika- inschen Raumverhältnisse grundstürzend geändert. Ochon führen Autostraßen sowohl in der Richtung von Rorden nach Süden, wie nach Osten und Westen, quer durch das große Sandmeer, und bald genug wird die Trans-Sahara­bahn die zukunftsreichen Besitzungen in Zentral­em!) Westafrika für die französische Wirtschafts­politik in Rordafrika erschließen. Auf dem Luft- wege ist es heute schon möglich, Dakkar von Frankreich aus in 48 Stunden zu erreichen.

Um so größere Beachtung verdient der gi­gantische Plan, am Riger durch Damm- und Kanalbauten eine Art französischen Aegyptens zu entwickeln. In Ergänzung zu dem bei Sutaba in der Rähe von Bamako schon bestehenden Damm soll nicht weit von Moptt

statt muß sich geirrt haben! lächelte nur mitleidig über bi . , . ren". Was der schon von der modernen ärztlichen

Herbst in Apulien.

Von Albert H. tausch.

VI.

Lastet del Monte.

Früher Aufbruch. Halbbedeckter Himmel. Süße, warme Luft. Streichend, manchmal zum Wind ver­dichtet, der die Wolken treibt Der Wagen wartet. Die Gewitterregen der letzten Tage haben eine Straße zerstört. Man hat es uns rechtzeitig mttge- teilt. Wir beraten über die Umwege Wir wollen um die Mittagsstunde in E a st e l d e l Monte fein, dem apulischen Bergschloß Friedrichs II., das er nach eignen Wünschen im Jahre 1240 bauen liefe. Dieser Tag ist dem Gedächtnis des grofeen Staufers qeweiht. Was immer wir an Schönem sehen mögen, feat in (Saftei del Monte zu münden, was wir nach unserem Abschied von der Burg, noch sehen hat sich darauf zurückzubeziehen. Dem «chatten dieses größ­ten Menschen, der jemals auf apulischer Erde lebte, sollen alle Dinge dienen, die sie birgt: soll unser Erinnern sich neigen, unser Dank für das gewaltige Beispiel der Treue eines Menschen gegen sein Ge­setz, wie er es uns als kostbarstes Vermächtnis hinterließ.

Da keine andere Wahl bleibt: vorwärts auf die Straße nach B i f c e g l i c , am Meer entlang. Matte Sonne über den Olivenhainen. Hellgrünes Sprossen unter dem silbergrauen Gezweig. Frühling Ueppige Gemüsefelder. Blaugrüne Artischoken. Spinat. Im­mer wieder Artischoken. Broccoli, eine Art Blumen­kohl. Gänseblumen. Der Wagen fliegt durch all dies Grüne, leicht Durchgoldete. Links, hinter den glei­chen Feldern, das Meer. Sehr blau. Am Horizont Wolken, weich, weiß. Manchmal mit Gold ge­füttert Bisceglie (Ein staubiger, glühender Sonn- tagnachmittag steigt mir auf, den ich hier einmal verträumte.) Ein Knabe steht auf dem Trittbrett und führt nach Santa Margherita, der versteckten roma­nisch apulischen Grabkirche des Geschlechts der Fal­cone Ende des 12 Jahrhunderts, unverfälschte, er­greifend schlichte Formen über dem Grundriß des griechischen Kreuzes. Edle, stille Kuppel Nichts als die Sprache be« gebändigten Raumes Unvergeßlich Nur das Schlichteste hastet. Ornamente verwirren und vergessen sich. Zurück in den Wagen Kein Halt an der Kathedrale. Die Sinne sind auf anderes gerichtet Keine Portale, keine Verzierungen. Jetzt nicht. Auf die Straße nach Corato, ins Innere des Landes, den Höhen der M u r g e entgegen, die drüben blauen, unter halb geöffnetem Himmel, dessen Wolken höher und höher steigen Oliven, Oliven. Gewattige Bäume. Und immer die sattgrünen Ge-

und Sansanding oberhalb der Krümmung des Rigers ein großer Damm entstehen und das Wasser durch einen Kanal in einen alten Arm des Flusses nordwärts gegen Dokolo und Mene geleitet werden. Südlich des Kanals und ziemlich parallel zum gegenwärtigen Lauf des Rigers wird ein Schuhdeich gegen Lieberflutungen ge­baut werden. Weitere Damm- und Kanalbauten sind bei den Tosaye-Schnetten geplant, wo der Rigger zugleich überbrückt werden soll. Tosaye aber wird einer der Endpunkte der Trcrns- Saharabahn bilden, die von Beni Abbas in Algerien ausgehen soll. Die Trans-Saharabahn wird durch eine Linie von Tosaye in das Waga­dugu-Gebiet fortgesetzt werden, wo der Anschluß an die nach Dakkar führsende Linie erreicht wäre, die ihrerseits bis Bamako und Segu verlängert werden soll. , _ .

Die Durchführung aller dieser Proiekte er­fordert zugleich eine gewalttge erzieherische Ar­beit unter der einheimischen Bevölkerung. Weder die Trans-Saharabahn noch die geplanten Damm- und Kanalbauten können verwirllicht werden, ohne daß die Bevölkerung in großem Umfange z u Zwangsarbe iten ausgehob e nwird.

müfcfelber. Junges Gras, zart wie Frauenhaar. Goldnes Züngeln in dünnen Halmen. Manchmal Regentropfen. Voll Gold auf den Blättern. Fette, rotbraune Erde. Heimaterde des Staufers. Er liebte Apulien. Mehr vielleicht als Sizilien. Wir fahren durch sein Land. Die Wälder von damals fehlen. Corato. Ohne Aufenthalt weiter nach R u v o, in großgriechische Luft. Vielleicht, dafe wir bie wunder­volle Dasensammlung im Palazzo Jatta zu sehen bekommen: attische Vasen aus dem sechsten, fünften, vierten Jahrhundert, über Tarent in das Land ein­geführt und Erzeugnisse der Töpfereien von Ruvo selbst, beide in den vielen Grabkammern gefunden. Vor allem die berühmte Opfervase. Ach ll am Grabe des Patroklos. Vergebene Hoffnung. Der Besitzer ist abwesend, der Haushofmeister kann uns nicht einlassen .. Schmerzlicher Bescheid. Aber es warten unser ja die unvergleichlichen Vasen in Tarent . O Duft hellenischer Welten, einen Augen­blick lang oorgewittert in dieser kleinen Landstadt . Einen Blick auf die breitorige Fassade der Kathe­drale herrliche Einzelheiten an Rankwerk und Bogenfüllung und weiter. Zurück nach Corato. Von dort neue Wendung in das Landinnere. Süd­westlich. Gerade auf C a st e I bei Monte zu. Steigende Straße. Die Wipfelfläche des Oelbaunv waldes hinter uns gegen das Meer gesenkt Sehr ferne schon, dieses Meer. Steigende Straße. Immer freier wird der Rundblick Berge vor uns, die Murge. Talmulden, immer wieder gefüllt mit Olivenwald. Warme, pfauenblaue Lichter über den Tiefen. Goldbrüche im zerdehnten Gewölk. Silber­brüche. Aguamarinblaue Himmelsstreifen über vio­letten Hügeln Frühling Welche Luft plötzlich wie von Alpentriften. Welche Würze .. Krauterhauch, dem feuchten Erdreich der Höhen entstiegen Wir sind fünfhundert Meter hoch Da ist Castel del Monte. Da, vor uns, zum Greifen auf feiner ein­samen baumlosen Kuppe. Ein Schrecken fast: Brs in den letzten seiner Steine ein Ereignis ' Das Reich des Hohenstaufers ist uns plötzlich aufge­schlossen. Wir stehn in seiner Mitte. Vor uns: sein Sinnbild Dieses Schloß war zwölf Jahre lang der Brennpunkt der Welt In ebensolche Einheit wie er dieses Haus zu bannen wußte, wollte er wider­strebende Mächte bannen: er vergaß, baß Menschen, Völker, Rassen keine Steine sind, die sich in heroische Schönheit fügen lassen. Er maß bie Gegenkräfte nicht genug, maß nur bie eignen. Was biefe waren, sein Geist, sein Herrschertum: zeigt dieses ungeheure Werk. Nichts als schöner Raum Und kaum ein Hauch von Schmuck in wenigen zarten Fen­sterbögen Innen: ein Traum von allen Kostbar­keiten ber Levante Beiwerk. In alle Winde aufge­löst. Der Sinne Angelegenheit. Das Aeufeere aber